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Spiralling (nach Chapter 66 von NaD)

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Spiralling (nach Chapter 66 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 66 von Night and Day gelesen werden.

47. Spiralling

“Ich bin okay, lasst mich einfach-lasst mich einfach einen Moment in Ruhe”, brachte er hervor. Verräterisch brüchig und atemlos.

Ja, es war mehr als nur offensichtlich. Absolut nichts war okay. Etwas, was natürlich auch die Meute vor seiner verdammten Hotelzimmertür wusste, hinter der er verschwunden war, kaum dass er dieses Elend da draußen hinter sich gelassen hatte. Dieses Elend in Form von diesen Bildern, die so viel mehr gesagt hatten als Blondies leere Worte. Wobei diese das, was schwarz auf weiß vorlag, mehr als nur passend untermalt hatten.

‘Sie weiß nur das Nötigste’, hatte sie gesagt … bezogen auf ihre beste Freundin, die seinem jüngsten Wissen nach den verdammten, internationalen Sasaengreihen angehörte. Und warum tat sie das laut Blondie? Für sie … aus welchen niederen Gründen auch immer.

Warum, weshalb und wieso: Das alles spielte keine Rolle. Blondie war in die falschen Kreise verwoben. War es immer schon gewesen. Das bewiesen ein ganzer Haufen Bilder und auch ein paar Videos, die die Company hatte anfertigen lassen.

Ja, es hatte ihm nicht gefallen, dass sie sie überwacht hatten. Scheinbar mehrere Wochen lang - allerdings erst, nachdem sie auffällig geworden war und man demnach verstärkt besorgt gewesen und auf Nummer Sicher hatte gehen wollen. Das hatte man ihm versichert … was angesichts der Situation gerade nicht einmal ein schwacher Trost war. Zum einen gefiel ihm nicht, dass sie sie so genau durchleuchtet hatten - zum anderen bereute er es jedoch auch, dass sie es nicht von Anfang an getan hatten.

Das war leider eine dieser zahlreichen Schattenseiten, die sein Leben mit sich brachte. Man hatte stets ein Auge auf diejenigen, die ihm nahestanden. Weil es die Welt da draußen nunmal auch haben würde, flog das mit ihnen auf. Oder auch: Manchmal musste man die Menschen, die ihnen nahestanden, so genau im Auge behalten - damit diese ihnen nicht in den Rücken fallen konnten. Und natürlich auch, damit sie möglichst nicht an die falschen Leute gerieten.

Da sie Blondie ganz zu Beginn dieser Sache überprüft hatten, wie sie es immer bei neuen Bekanntschaften taten, ging er davon aus, dass ein tieferer Blick von Nöten gewesen war. Immerhin hatte leider erst dieser bewiesen, dass sie ihm immer wieder ins Gesicht gelogen hatte. Tatsachen verdreht und sein Vertrauen ausgenutzt. Demnach hatte sein Bauchgefühl ihn mal wieder nicht getäuscht. Und wieder mal hatte er dieses verdrängt … dieser naive und emotionale Vollidiot, der er bekanntlich war.

Ein Vollidiot und eine Lachnummer. Das war es, was er war. Er würde als Paradebeispiel dafür, worauf man bei der Wahl seiner Freunde und … Partner achten und was man vermeiden sollte, enden. Der hoffnungslose Spinner, der ausgerechnet auf einen Sasaeng hereingefallen war. Ganz egal, ob es aus dem inneren oder äußeren Ring war. Sie würden in den Fluren der Company mit dem Finger auf ihn zeigen und hinter seinem Rücken darüber tuscheln, wie dumm, naiv und erbärmlich er doch war.

Wenn er Glück hatte, blieb es nur dabei. Wenn er Pech hatte, ließen all diese schönen Dinge, die Blondie während ihrer gemeinsamen Zeit in Erfahrung bringen konnte, gerade ihre Kasse klingeln. Sie wusste … nahezu alles über ihn. Wie er lebte, was er für sexuelle Vorlieben hatte, wie es hinter den Kulissen ablief. Jedenfalls zum Teil. Und last but not least wusste sie, wie er nackt aussah. Wie groß er in diesen Gefilden war … hart und nicht hart, Wie lange er für gewöhnlich konnte … und dass er durchaus mal zu früh kam.

Und wenn sie besonders gewitzt gewesen war, hatte sie all die Zeit, in der er sie unbeobachtet gelassen hatte, dazu genutzt, um einen ganzen Haufen brisanter Fotos und Videos zu machen. Vielleicht sogar von ihm, während er neben ihr geschlafen hatte. Ihre Möglichkeiten waren dank seiner Naivität schier grenzenlos gewesen.

Ganz große Klasse also …

“Komm schon, mit irgendjemandem musst du reden. Wir sind alle hier. Such dir jemanden aus”, rief Seokjin durch die Tür hinweg. Er war bereits der Dritte aus seiner engeren Runde.

Demnach glaubte Jungkook ihm … sie hatten sich gerade alle vor der verschlossenen Tür versammelt. Und sicherlich wohnten gerade nicht nur sie dem Schauspiel bei. Sicherlich hatte sich alles und jeder vor dieser verdammten Tür versammelt, der oder die Zugang zu diesem Stockwerk hatte. Um auch bloß keinen Akt dieses Schauspiels zu verpassen.

“Mir geht's gut, verpisst euch einfach”, platzte ihm also der Kragen. Und dass irgendeine dieser kleinen Kakerlaken in Menschengestalt einfach die Tür öffnete, machte es nicht besser. Ganz und gar nicht. “Ich sagte, verpisst euch”, donnerte es nur so aus ihm heraus, während er vorschoss … und irritiert innehielt. “Hyung”, entwischte es ihm leise. Ein Teil seines Ärgers verpuffte vor lauter Verblüffung.

“Überraschung”, gab niemand geringerer als sein älterer Bruder zurück und verschloss die Tür, durch die er sich gerade eben geschoben hatte, wieder.

Natürlich hatten sie sich Verstärkung geholt. Das hätte er sich denken können. Hätte er etwas klarer gedacht. Bekanntlich tat er das in letzter Zeit jedoch nicht.

“Sind Eomma und Appa auch da draußen?”, gab er leise und unbehaglich zurück - sich der Antwort schon bewusst. Junghyun sah ihn an. Beantwortete seine Frage ohne Worte. Natürlich waren sie das. “Ich will wirklich nicht darüber reden”, sagte er. Dieses Mal etwas bedachter. Seine Stimme senkend … und den Blick unbehaglich zu Boden gerichtet.

“Ich weiß”, gab sein älterer Bruder zurück und trat näher an ihn heran, “lass uns wenigstens einen Moment so tun, als würden wir darüber reden. Du weißt, dass sonst jeden Moment Eomma hier rein stürmt, um sicherzugehen, dass es dir auch wirklich gut geht. Und glaube mir, du willst sie gerade nicht in der Nähe deines Telefons haben.”

Binnen Millisekunden schoss Jungkook das Blut so stark in den Kopf, dass ihm schwindelig wurde. “S-sie weiß Bescheid?”, entwischte es ihm verräterisch heiser.

“Naja … nach dem Auftritt wollte sie verständlicherweise wissen, was hier los ist. Da ist dein neuer Manager eingeknickt”, gab Junghyun leise und bedacht zurück. Fügte hinzu: “Und damit meine ich den Auftritt gerade eben und nicht den heute auf der Bühne.” Mit diesen Worten deutete er in Richtung der geschlossenen Tür.

Jungkook atmete tief durch und nickte. Nach wie vor benommen … aber ja. Junghyuns Anwesenheit hatte wie so oft eine beruhigende Wirkung auf ihn. “Es geht mir gut, ich-”

“Geht es nicht”, fuhr ihm sein Hyung ins Wort und Jungkook schluckte alle weiteren Lügen, die er geplant hatte, in die große weite Welt zu entlassen, wieder herunter. Er schluckte … hart. Während sein Bruder leise weitersprach und ein paar weitere Schritte auf ihn zu trat: “Aber das ist vollkommen in Ordnung.”

Als er ihn erreicht hatte, legte Junghyun ihm die linke Hand auf die Schulter. Und Jungkook holte tief Luft. Einmal. Zweimal. “Ich bin ein Idiot”, entwischte es ihm schließlich brüchig … während seine Sicht leicht verschwamm. Hastig wischte er sich mit dem Saum seines dunkelblauen Ärmels durchs Gesicht, bevor die ersten Tränen es auf dieses schaffen konnten.

Er würde nicht heulen. Eher würde er sich die Kugel geben, bevor er heulen würde. Nicht wegen sowas. Nicht wegen ihr. Sie hatte schon genug von ihm bekommen. Das bekam sie nicht auch noch.

“Da waren wir alle schonmal. Auch das ist also vollkommen in Ordnung”, ließ ihn sein Bruder besänftigend wissen.

Jungkook sah auf und ihn an. Ein bitteres Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, während er sprach: “Ach ja? Wir alle haben schon einen Sasaeng gefickt?”

Junghyun lachte. Leise und nach wie vor bedacht, aber definitiv hörbar erleichtert. Was nachvollziehbar war. Jungkook war zugegeben tatsächlich nicht in der besten Verfassung gewesen. War es nach wie vor noch nicht, aber das hier war besser als kopflos zu fluchen und zu toben. Also … blöde und bittere Scherze zu machen.

“Was hältst du davon, wenn wir deine Sachen packen und dann kommst du einfach mit. Nach Hause zu Eomma und Appa. Oder zu mir nach Seoul. Ganz egal. Nur weg von hier”, sagte sein älterer Bruder mit einem Blick durch dieses scheiß Zimmer, in dem er mit Blondie gerade eigentlich … was auch immer hätte tun sollen.

Also ja … seine Sachen zu packen und diese Scheiße hinter sich zu lassen, klang verdammt gut. Also bejahte er. Beinahe erbärmlich hektisch, und begann seinen Kram, der noch im Zimmer herumlag, in seine Reisetasche zu werfen … wobei sein Blick auf die Kondome fiel. Auf die Kondome und den scheiß Massagestab, wegen dem sie ihn ausgelacht hatte und den der Vollidiot der er bekanntlich war, trotzdem mitgenommen hatte. Weil er es mochte, sie lachen zu sehen.

Er beugte sich vor, griff sich beides - und schmiss es so heftig in den Mülleimer, der neben dem Schreibtisch am Fenster stand, dass dieser umfiel und den Müll im halben Zimmer verteilte. Überwiegend leere Snacktüten, aber auch ein paar benutzte Taschentücher … was in Kombination mit dem scheiß Massagestab und den Kondomen natürlich irgendwie … ungut aussah.

“Ich hatte Schnupfen”, meinte er sich also erklären zu müssen, was Junghyun nur mit einem Nicken bestätigte … abwinkend. Oder was auch immer. Sein Blick lag etwas zu gebannt auf dem elenden Massagestab, der einmal durch das ganze Zimmer gerollt war und nun mehr als nur präsent neben dem Bett lag. “Und sowas brauche ich eigentlich nicht. Ich schaffe das auch ohne … Hilfsmittel. Sie fand es nur … amüsant", fügte Jungkook also kleinlaut hinzu, bevor er sich überhaupt bewusst werden konnte, was er da eigentlich faselte - und packte das elende Ding und warf es zurück in seine Tasche - weil es mehr als offensichtlich nicht in den Mülleimer passte.

“Das will ich ganz ehrlich nicht wissen”, gab sein Bruder zurück.

“Das ist ein ganz normales Nackenmassagegerät”, meinte er einwerfen zu müssen und spürte, wie ihm wieder die verdammten Ohrenspitzen heiß wurden.

In seinem Kopf hörte er Blondie wieder schallend lachen. Aber ja: Laut offizieller Beschreibung war das scheiß Ding ein solches - und nicht mehr oder weniger als das. Das war nämlich nicht eins dieser nutzlosen Dinger, die nur ein wenig vibrierte. Dieses Ding konnte Berge versetzen. Und Muskeln zum Zucken bringen. Auf die eher schmerzhafte Art und Weise.

Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie das … auf diese Weise zum Einsatz kommen sollte. Nur deshalb hatte er es eingepackt. Damit dieser kleine Neunmalklug ihm zeigt, wie genau man sich damit andere Dinge als den Nacken oder andere, vergleichbare Muskelpartien massierte.

“Natürlich ist es das”, sagte nun auch sein Bruder schief grinsend.

Und weil ihm erst jetzt bewusst wurde, dass es nichts brachte dahingehend weiter zu diskutieren, hielt er einfach den Mund und schluckte hinunter, was er sonst noch so zu dieser Thematik zu sagen hatte. Und da ihm dabei ebenfalls bewusst wurde, dass es wahrscheinlich ebenfalls nicht die beste Idee war, eine ganze Packung Kondome im Müll seines Zimmers zu entsorgen, schnappte er sich auch diese und warf sie ebenfalls zurück in seine Tasche.

“Nur, weil ich sie hier nicht wegwerfen sollte”, meinte er sich erklären zu müssen. “Ich werfe sie dann nachher weg.”

Wieder nickte Junghyun, jedoch mit immer schiefer werdendem Grinsen. “Natürlich wirst du das. Oder was immer du sonst … damit”, dabei fiel sein Blick auf den Inhalt von Jungkooks Reisetasche, “vorhast. Oder mit diesem anderen Ding. Mir ist es egal … solange du beides nicht in meinem Apartment ausprobierst. Wegwirfst … was weiß denn ich.”

Nun war es Jungkook, dem ein bitteres Lachen entwischte. “Mit wem sollte ich es denn bitte … ausprobieren? Oder was weißt denn du schon?”

“Da gäbe es sicherlich einige”, schoss sein Bruder leise zurück und half ihm dabei, die Reisetasche zu schließen. “Aber, das spielt jetzt alles keine Rolle. Lass uns hier verschwinden.”

Jungkook nickte. Wahrscheinlich etwas zu erleichtert. “S-sind sie … da draußen? Sind das sehr viele?”

“Soll ich sie wegschicken?”, ließ Junghyun seine Frage unbeantwortet - jedenfalls wortlos.

Im Grunde beantwortete er sie allerdings doch. Zwischen den Zeilen hieß das nämlich ja. Wie erwartet hatten sich da draußen Gott und die Welt versammelt, um das Spektakel auch bloß nicht zu verpassen. Aber … da musste er jetzt durch. Immerhin war er es gewesen, der sich von Blondies schönen Augen, ihren ansehnlichen Zügen und Kurven und nicht zuletzt von ihrer Art hatte einlullen lassen.

Eines musste man ihr lassen … sie war eine verdammt gute Schauspielerin. Glücklicherweise konnte er auch ein solcher sein. Jahrelangem Medientraining sei dank.

Also schüttelte er den Kopf und schulterte mit Junghyuns Hilfe seine Reisetasche. “Ich schaffe das”, sagte er und versuchte in den Autopiloten zu schalten. Hoffte, dass Jungkook ihn aus dieser Misere, in den Jeongguk sie gebracht hatte, bringen würde.

***

Hallo again … es ist mal wieder Bergfest. In meinem Fall mal wieder Gott sei Dank. Die vergangenen Tage waren recht stressig. Jetzt müsste es etwas besser werden. Wie läuft es bei euch so? Und sind noch weitere InZoi-Spieler unter uns? Da bin ich in den vergangenen Tagen auch etwas versackt ... XD