Unimpressive (nach Chapter 67 von NaD)
Unimpressive (nach Chapter 67 von NaD)
Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 67 von Night and Day gelesen werden.
48. Unimpressive
- 17. Oktober 2022 -
“Shibal”, entwischte es Jeongguk lauthals, während er mit der Hand zwischen seinen Beinen hektisch unter sich griff und nach diesem scheiß Ding fischte, mit dem er sich scheinbar gerade den verdammten Arsch aufgerissen hatte.
“Schatz, alles in Ordnung?”, hörte er die besorgte Stimme seiner Mutter durch die Tür hinweg. Der Tür, hinter der er sich im Badezimmer befand.
“Ja, Eomma”, gab er atemlos zurück, während er nach wie vor fluchend - nur bedeutend leiser - nach diesem Scheiß Ding-
Da … er hatte es. Es hatte sich irgendwo zwischen seinen Eiern und seiner linken Arschbacke versteckt. Verkeilt. Oder was auch immer. Der Schmerz war immer noch zu spüren. Der, wo sich der verfickte Edelstein regelrecht in seinen Hintern gebohrt hatte.
Die Tür ging auf … und seine Mutter sah ihn mit großen Augen an. Mit großen, irritierten Augen. “Was machst du da?”, fragte sie … den Blick auf den scheiß Ring gerichtet, den er gerade vor sich in die Höhe hielt.
Diesen scheiß Ring, der aus dieser elenden Badebombe gefallen war. Einer von dreien, die er eigentlich für Blondie geholt hatte. “Es ist nicht das, wonach es aussieht”, ließ er also unbehaglich verlauten und senkte die Hand. Auf die Packung mit den Badebomben deutend, die auf der Anrichte neben dem Wäscheschrank lag. “Der war da drin.”
Seine Mutter runzelte die Stirn und trat vor. Blickte mit mehr als nur alarmierter Miene auf besagte Packung hinab. “Macht man das-”, begann sie zu stammeln, “war das-”
“Da sollte ein Schmuckstück drin sein. Irgendein Schmuckstück”, erklärte er sich, “das sollte kein … Antrag werden”, sprach er das Offensichtliche aus, was gerade wie die Nebelschwaden, die das Badewasser in den Raum warf, in diesem hing und somit zwischen ihnen stand. Seine Mutter sah ihn immer noch an. Natürlich glaubte sie ihm kein Wort. “Ich dachte, da wäre eine Kette drin. Oder Ohrringe”, versuchte er es also erneut.
Und ja … wenn er sich dieses scheiß Ding in seiner Hand ansah, das ernsthaft aussah wie ein fucking Verlobungsring, war er heilfroh, dass er sich den Arsch aufgerissen hatte - und nicht Blondie. Das fehlte ihm noch, dass dieses kleine Miststück auch noch glaubte, er hätte den Verstand verloren und hätte ihr zur Krönung dieses Irrsinns auch noch einen Antrag gemacht. Auf dass sie und ihre Meute noch etwas lauter über ihn lachten …
… während sie mit dem Champagner anstießen, den sie von dem Geld kauften, den ihnen ihre brandheißen Informationen über ihn eingebracht hatten.
Aber … sie war gut gewesen. Verdammt gut. Fast drei Monate lang hatte sie unter Beobachtung gestanden, bis sich der Verdacht, dass sie mit diesen Leuten unter einer Decke steckte, wirklich verhärtet hatte. Beinahe hätte ihr dieser naive Troll, der er war, eine weitere Nacht geschenkt. Und drei weitere Tage, in denen sie fast 72 weitere Stunden gehabt hätte, um weitere-
“Schatz”, riss seine Mutter ihn aus seinen Gedanken. Unerwartet stand sie nun nicht mehr neben dem Waschtisch, sondern direkt neben der Badewanne, in der er hockte. In der er hockte und gerade offenbar etwas zu lange und zu peinlich gedankenversunken auf den Ring in seiner Hand gestarrt hatte. Den Ring, den er schließlich langsam in die Hand legte, die seine Mutter nach ihm ausgestreckt hatte. Auffordernd und mit gebrochenem Gesichtsausdruck. “Soll ich ihn für dich weglegen?”, fragte sie leise, während sie die Hand schloss und diese an sich zog.
Jeongguk schüttelte den Kopf. “Nein. Wirf ihn weg.” Seine Mutter nickte und sah ihn ein letztes Mal besorgt und durchdringend an. “Den Rest schaffe ich allein", sagte er also leise … in der Hoffnung, dass sie endlich wieder gehen würde.
Immerhin saß er nach wie vor in der Wanne. Nackt … und ja. Seine Familie war offen. So offen, aber dann doch nicht. Dinge wie das hier taten sie also nicht. Im Sinne von Dinge wie einander beim Baden zuzusehen. Demnach hatten seine Eltern ihn nicht mehr wirklich nackt gesehen, seitdem er … er musste überlegen. Acht gewesen war … vielleicht auch zehn.
Allerdings spielte das gerade keine Rolle. Nichts spielte gerade scheinbar eine Rolle, seitdem er nach diesem Irrsinn hierher gekommen war.
Knapp zwei Tage war es her. Die Uhr hatte fünf Uhr nachmittags gezeigt, als er heute endlich aus dem Bett gekommen war. Den gestrigen Tag hatte er nahezu durchgehend im Bett verbracht. War nur zwischendurch aufgestanden, um etwas zu essen, zu trinken und aufs Klo zu gehen. Allerdings hatte er es auf das Konzert geschoben. Das Konzert und die Hintergründe von diesem. Auf diese Ära, die sie hinter sich ließen …
Natürlich täuschte er hier niemanden. Nicht einmal sich selbst, als er nach diesem längst überfälligen Bad in das Gästezimmer - das gerade als sein Zimmer diente - trat und vor dem Spiegel einen Moment verharrte. Er sah … offensichtlich aus. Die geröteten Augen, die verraten, dass er in den letzten zwei Tagen durchaus noch eine Sache mehr gemacht hatte, als im Bett zu gammeln oder zu schlafen. Die gerötete Nase … die gerade noch einmal etwas stärker lief, als sie es sonst tat.
Aber … scheinbar brauchte er das gerade. Brauchte etwas, das ihm bewusst machte, wo sie ihn hingetrieben hatte. Was sie mit ihm angestellt hatte. Um das Handy nicht wieder einzuschalten, um zu sehen, ob sie ihn immer noch bombardierte. Mit Nachrichten und Anrufen. Um sich zu erklären, hatte sie in der einen Nachricht geschrieben, die er noch gelesen hatte, bevor er sie und die Welt da draußen im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschaltet und somit ausgeschlossen hatte.
Aber er musste stark bleiben. Gerade jetzt, wo es noch so frisch war, aber sich der erste Schmerz zu legen schien. Gerade jetzt, wo der Drang, ihr nahe zu sein, wieder die Oberhand gewinnen zu wollen schien.
Also zwang er sich, sich anzusehen. In all diesem Elend, das sich ihm gerade durch den mannshohen Spiegel im Gästezimmer bot. Ließ den Blick über sein verräterisch aufgequollenes Gesicht gleiten. Diesen Körper, der durchaus besser und definierter hätte sein können - hätte er sich in den vergangenen Wochen nicht gehen lassen. Weil er seine spärliche Freizeit statt im Gym lieber damit verbracht hatte, mit ihr zu telefonieren. Stundenlang.
Sein Blick wanderte hinab … auf seinen Schoß. Blieb an seinem Ding hängen. Schlaff und unscheinbar hing es da. Und ja, er war nicht unbedingt schlecht ausgestattet. Wenn man nach asiatischen Maßstäben ging … ging man hingegen von internationalen aus …
Er war kein Narr. Er wusste, dass er da nicht mithalten konnte. Tat man das, war er … unbeeindruckend. Absolut unbeeindruckend. Dabei ging es nicht einmal nur um das, was da zwischen seinen Beinen hing. Er konnte auch übergreifend nicht mithalten. Nicht nur, weil er im Vergleich zu den Männern … zu ihren Männern, schlechter ausgestattet oder kleiner war. Er kam auf eine Körpergröße von 1.78 Meter. Wenn man beide Augen zudrückte … realistisch gesehen, waren es wahrscheinlich eher 1.76 bis 1.77.
Vielleicht kam er auch nur auf 1.75 Meter. Die Company fuschte, wie die meisten in der Branche es taten, bei sowas … und ihre Angaben waren es gewesen, die es zuletzt auch in seinen aktuellen Pass geschafft hatten. Er hatte es bisher nie hinterfragt oder selbst nachgemessen.
Ein Mogelpaket. Das war es, was er war. Ein Mogelpaket, das ihre Sprache nicht beherrschte und sich nur notdürftig mit ihr verständigen konnte. Ein Mogelpaket, das sie höchstens zum Lachen brachte, weil er nicht verstand oder mit Händen und Füßen sprach. Der Mann der großen Worte. Nur nicht der ihren …
Und auch wenn sie niemals etwas dergleichen angedeutet hatte, wusste er dennoch, dass sie es gedacht haben musste. Während all dieser gemeinsamen Stunden, in denen sie ihm die großen Gefühle vorgespielt hatte. In denen sie ihm immer und immer wieder ins Gesicht gelogen hatte. In denen sie wahrscheinlich insgeheim über ihn und seine Naivität gelacht hatte.
Jeongguk seufzte und riss sich von seinem Spiegelbild los. Immerhin brachte das hier nichts. Absolut nichts. Er hätte es besser wissen müssen. Hätte alarmiert sein müssen, schon als sie die Uninteressierte und Unnahbare spielte - spätestens aber, als sie zum Pool runterging. Trick 17 … er kannte ihn. Immerhin war sie nicht die Erste, die ihn am Pool oder im Gym heimgesucht hatte.
Dennoch hatte sie etwas an sich gehabt, was ihn geblendet hatte. Was ihn dazu gebracht hatte, sich sicher zu fühlen. So sicher, dass er blindlings in ihre Falle gerannt war. Alle Warnsignale ausgeblendet hatte. Und es hatte einige gegeben. Jetzt musste er also das Beste hoffen und mit den Konsequenzen leben.
Wie diese aussehen würden, würde er sicherlich in den kommenden Tagen erfahren. Jetzt, wo sie aufgeflogen war, kannte sie sicherlich keine Grande mehr. Würde alle Vorsicht und Zurückhaltung der Vergangenheit angehören lassen. Sicherlich gingen da draußen gerade ein ganzer Haufen Bomben hoch. Eine nach der anderen setzten sie ihn, seinen Ruf und seine Karriere in Brand. Bis nichts mehr davon übrig war. Bis nichts mehr von ihm übrig war.
Auch deshalb hatte er das Handy ausgeschaltet. Hatte die Außenwelt abgeschottet. Hatte diese andere Seite von ihm abgeschottet. Jungkook … er wollte diesem Teil von sich nicht dabei zusehen müssen, wie er lichterloh brannte. Wie man ihn da draußen regelrecht hinrichtete, weil er es sich erlaubt hatte-
Jeongguk konnte es nicht aussprechen. Nicht einmal in Gedanken. Also sah er sich ein letztes Mal im Spiegel an. Rückte seine Kleidung gerade, die er sich gerade eben übergeworfen hatte. Ging noch einmal in sich. Natürlich konnte er sich nicht ewig verstecken. Aber, ein paar Tage würde er sich noch geben. Bis Junghyun von diesem Trip zurückkam, zu dem er ihn mit seiner neuen Flamme geschickt hatte. In sein und Blondies Airbnb. Immerhin war es bereits bezahlt gewesen. Demnach wäre es eine Schande gewesen. Und natürlich hatte sein Bruder abgelehnt. Hatte es nicht gewollt. Aber, Jeongguk war hartnäckig geblieben.
Hatte darauf beharrt, dass er das hier schaffen würde - und sein Hyung gehen sollte.
Und ja … das würde er. Denn er hatte schon weitaus Schlimmeres überstanden. Das hier war nichts weiter als eine von vielen Lektionen, die er offenbar noch lernen musste. Er hoffte allerdings inständig, dass der Preis nicht zu hoch sein würde. Dass wenigstens noch ein wenig von ihm übrig sein würde, wenn er das Handy wieder einschaltete und die Welt da draußen wieder rein ließ.
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Hello ihr Lieben, da das Chapter eh schon später als üblich kommt, fasse ich mich an dieser Stelle mal kurz. Habt noch einen schönen Abend und bis Freitag.