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Contrast (Nach Chapter 96 von NaD)

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Contrast (Nach Chapter 96 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 96 von Night and Day gelesen werden.

76. Contrast

- 28. Juni 2023 -

Der Van kroch so langsam durch den abendlichen Verkehr, dass Jungkook irgendwann aufhörte, aus dem Fenster zu sehen. Zu viele rote Bremslichter. Zu viele Minuten, die auf dem Display seines Smartphones verstrichen und ihn unerbittlich näher an den Moment brachten, den er seit Tagen zu verdrängen versuchte.

Noch siebenundzwanzig Minuten. Jedenfalls laut Navigation.

Er sperrte das Handy und legte es mit dem Display nach unten auf seinen Oberschenkel. Eine Sekunde später griff er wieder danach, als könnte sich die Zeit dadurch verändert haben.

"Hör auf, ständig auf die Uhr zu sehen. Dadurch kommen wir auch nicht schneller an." Yoongis Stimme kam von schräg gegenüber. Ruhig und trocken. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und die schwarze Kappe so tief ins Gesicht gezogen, dass Jungkook seine Augen kaum erkennen konnte. Trotzdem wusste er genau, dass sein Hyung ihn beobachtete.

"Ich sehe nicht auf die Uhr", murmelte er. Erntete dafür ein wissendes und bitteres Lachen. Er schwieg. Ersparte sich alle weiteren Diskussionen. Jedenfalls dahingehend.

Neben Yoongi schnaubte Jimin leise in sich hinein. Taehyung, der am anderen Ende der Sitzreihe halb im Fenster hing, hob nicht einmal den Blick von seinem Smartphone. "Du siehst seit zwanzig Minuten ungefähr alle dreißig Sekunden auf die Uhr", sagte er – ohne ihn anzusehen.

Jungkook verzog das Gesicht. "Habt ihr alle nichts Besseres zu tun, als mich zu beobachten?", fragte er schneidend.

"Gerade nicht", antwortete Namjoon vom Sitz vor ihnen und drehte sich halb über die Lehne. "Außerdem bist du heute ungewöhnlich unterhaltsam." Einen Moment schien tatsächlich so etwas wie … Amüsement in seinen müden Augen aufzublitzen.

Und einen Moment irritierte und erfreute das den Jüngsten so sehr, dass es ihm die Sprache verschlug. "Schwachsinn", zischte er schließlich doch … zu spät, als dass es noch als gewitzer Konter hätte durchgehen können.

Dieses Mal lachten gleich mehrere. Leise zwar, aber deutlich genug, dass Jungkook genervt die Zunge gegen die Innenseite seiner Wange drückte und wieder aus dem Fenster sah.

Draußen zog Seoul in seinem typischen, viel zu hellen Abendkleid an ihnen vorbei. Fassaden aus Glas. Neonreklame. LED-Wände mit Gesichtern, von denen er einige persönlich kannte und andere nur vom Sehen. Menschen auf Gehwegen, die keine Ahnung hatten, dass sich fünf Mitglieder einer der bekanntesten Bands des Landes gerade beinahe im Schritttempo an ihnen vorbeischoben.

Und noch weniger Ahnung davon, wohin. Was vermutlich besser war.

Seine Finger legten sich wieder um das Smartphone. Keine Nachricht.

Nicht, dass er es ernsthaft anders erwartet hätte.

Sie sollte ihm immerhin nicht schreiben. Genau genommen hatten sie darüber gesprochen. Mehrfach. Nicht heute Abend. Keinesfalls auf dem Weg dorthin. Und schon gar nicht kurz bevor sie sich gegenübersaßen und so tun mussten, als wären sie Fremde. Jede unnötige Nachricht war eine unnötige Spur und jedes emotionale Wort, das er jetzt von ihr las, machte das hier vermutlich nur schlimmer.

Trotzdem öffnete er ihren Chat. Einfach nur für einen kleinen und schwachen Moment.

Die letzte Nachricht war von heute Nachmittag. Ein belangloser Satz über Lydia, irgendetwas über das Hotelessen und ein kleiner Smiley am Ende, über den er viel länger gegrinst hatte, als vernünftig gewesen wäre.

Er scrollte nicht hoch. Durfte er nicht. Tat es natürlich trotzdem.

Ein paar Nachrichten aus den vergangenen zwei Tagen. Fünf von gestern. Drei von heute Morgen. Alle von Blondie.

Sein Brustkorb zog sich unangenehm zusammen.

"Jungkookie-ah."

Jungkook sperrte augenblicklich das Display und sah auf.

Jimin grinste. Weder breit noch wirklich provokant. Dieses kleine, wissende Grinsen war jedoch bedeutend schlimmer.

"Was?", grummelte er.

"Nichts", gab sein Gegenüber grinsend zurück. Fügte hinzu: "Ich wollte nur sehen, ob du reagierst."

Jungkook runzelte die Stirn. "Warum sollte ich nicht reagieren?", wollte er wissen.

Jimin zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Du bist seit einer halben Stunde irgendwie nicht hier."

Jungkook öffnete den Mund, schloss ihn allerdings wieder. Weil es lächerlich gewesen wäre, das abzustreiten. Natürlich war er nicht hier. Jedenfalls nicht vollständig.

Ein Teil von ihm saß längst in diesem verdammten Restaurant und starrte über einen Tisch hinweg auf eine Frau, die er nicht ansehen durfte.

Keine verstohlenen Blicke. Keine unbedachten Ausreißer. Keine Insider.

Harin hatte diese drei Punkte so oft wiederholt, dass sie sich mittlerweile in sein Gehirn eingebrannt hatten.

So, als wäre er noch fünfzehn. Gerade erst geworden. So, als hätte er nicht seit über zehn Jahren gelernt, vor Kameras genau das Gesicht zu zeigen, das von ihm erwartet wurde.

Was nicht hieß, dass ihn der Gedanke nicht doch nervös machte.

Nicht etwa, weil er befürchtete, aufzuspringen und Blondie quer über den Tisch hinweg abzuknutschen. Er war nicht vollkommen von allen guten Geistern verlassen. Es ging um diese winzigen Dinge. Dinge, die niemandem auffielen, solange niemand wusste, wonach er suchen musste. Die Art, wie sich sein Blick automatisch zu ihr bewegte, wenn sie sprach. Dieses kaum merkliche Grinsen, wenn sie etwas sagte, das nur er verstand. Die verdammte Angewohnheit, sofort zu überprüfen, ob es ihr gut ging, wenn sie stiller wurde.

Dinge, über die man normalerweise nicht nachdachte.

Heute musste er über jedes einzelne nachdenken. Nicht nur einmal, sondern mindestens drei Mal. Musste sich unter Kontrolle haben. Vollkommen, bis in die tiefsten Fasern seines Körpers hinein.

"Versuch mal, nicht so auszusehen, als hätte jemand deine Familie beleidigt", sagte Yoongi plötzlich.

Jungkooks Blick schoss zu ihm. "Was? Was meinst du?"

Yoongi hob endlich den Kopf … wenigstens ein kleines Stück. "Du machst dieses Gesicht. Das, bei dem du dich so sehr darauf konzentrierst, etwas richtig zu machen, dass du es am Ende völlig übertreibst."

Taehyung ließ sein Handy sinken. Sah ihn an und schien besagtes Gesicht nachzuahmen. Ja. Jungkook glaubte, er verstand. Versuchte sich also zu entspannen und ein anderes Gesicht aufzusetzen.

Und ja … verdammt. Das klang schräg. Das war schräg. Weil es in gewisser Weise Blondies irre Geschichten über die vielen Gesichter, die er angeblich hatte und zur Schau trug, unterstützte.

"Ja. Besser", ließ ihn Yoongi wissen. Zufrieden grinsend.

Jimin lachte. Viel zu amüsiert … über was auch immer. Jungkook hatte gerade wirklich nicht die Kraft und die Muße, nachzuhaken.

Also lehnte er sich zurück. Verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte einmal angriffslustig in die Runde. "Boah, ernsthaft. Ihr nervt. Ihr alle."

Selbst Namjoon lachte … nur ganz leise und kurz, bevor er sich wieder abwandte und zurück in seine Gedankenwelt entschwand.

"Hyung hat trotzdem recht. Wenn du sie demonstrativ nicht ansiehst, fällt das erst recht auf", warf Taehyung ein.

Ja. Danke. Als hätte er darüber nicht bereits selbst nachgedacht. "Ich weiß", entgegnete er gereizt.

"Dann entspann dich", sagte Yoongi.

Jungkook starrte ihn an. "Ich bin entspannt." Sein Hyung sah ihn einfach nur an. Durchdringend und schräg grinsend. "Was willst du von mir, soll ich vielleicht meditieren?"

Ein Schulterzucken. "Könntest du. Würde es dir helfen?"

"Weißt du, was mir helfen würde?"

"Anzuhalten, sodass du den Rest des Wegs laufen kannst?"

"Jungs", zischte Namjoon vom Fahrersitz aus.

"So schnell ist er nicht mehr. Da kommt er frühestens morgen an", trat Taehyung dennoch nach. Grinsend, während er demonstrativ desinteressiert auf sein Handy sah.

"Können wir damit bis nachher warten? Ich will nicht die ganze Zeit neben ihm sitzen müssen, wenn er geschwitzt hat", haute nun auch Jimin drauf.

Klasse … ganz große Klasse. Wozu brauchte man Feinde, wenn man Hyungs wie diese hatte?

Jungkook trat ihm gegen den Schuh. Nicht fest, aber deutlich genug, dass Jimin empört die Füße zurückzog und sofort wieder dieses verdammte Lachen im Gesicht hatte.

Und tatsächlich half es.

Nur ein bisschen. Für vielleicht zehn Sekunden. Aber die Spannung in Jungkooks Schultern ließ nach und seine Finger lösten sich von dem Smartphone, das er mittlerweile so fest umklammert hatte, dass dessen Kante einen Abdruck in seiner Handfläche hinterließ.

Das hier waren seine Hyungs. Nicht Staff. Nicht Marketing. Nicht Management. Nicht das Rechtsteam. Seine Hyungs. Menschen, die ihn schon kannten, lange bevor irgendjemand angefangen hatte, jedes seiner Worte auf die Goldwaage zu legen. Die gesehen hatten, wie er krank gewesen war, wie er geheult hatte, wie er sich auf der Bühne verletzt und hinter der Bühne übergeben hatte. Menschen, vor denen er sich nicht permanent zusammenreißen musste.

Und heute waren vier von ihnen mit ihm unterwegs, um eine Frau zu treffen, die offiziell für sie alle eine Fremde war.

Allein der Gedanke war so absurd, dass er beinahe lachen musste.

Beinahe …

"Wie nervös ist sie?", fragte Namjoon nach einer Weile.

Die Frage kam leise und vollkommen ohne Spott.

Jungkook sah auf. "Sehr."

Mehr musste er nicht sagen. Namjoon nickte langsam. Yoongi ebenfalls.

Natürlich verstand ausgerechnet er es vermutlich am besten. Er hatte Blondie damals gesehen. In dieser Nacht vor dem Bohemian. Hatte sie fortgeschickt, ohne zu wissen, wer sie war oder was sie wenige Monate später für Jungkook bedeuten würde. Ähnlich musste es Namjoon gehen, der praktisch von Anfang an an seiner Seite gewesen war – sei es auch nicht durchgehend.

Jimin kannte zumindest ihr Gesicht aus einer deutlich unangenehmeren Situation. Taehyung war der Einzige aus ihrer Runde, der sie noch nicht zu Gesicht bekommen hatte, Fotos mal außen vor gelassen.

Jungkook war sich nach wie vor nicht sicher, was schlimmer war.

"Sie hasst sowas", fügte er schließlich hinzu und sah wieder zum Fenster. "Also … nicht das Essen. Den Rest."

Die Inszenierung. Die Menschen. Das Wissen, dass jeder Satz bewertet werden konnte. Das Gefühl, nicht zu wissen, welche Regeln gerade galten und wer diese Regeln überhaupt aufstellte.

Er kannte das. War damit aufgewachsen. Nicht wirklich, aber beinahe. Er wusste, wie man einen Raum betrat, in dem Machtverhältnisse bereits feststanden, bevor man auch nur einen Fuß hineingesetzt hatte.

Blondie nicht. Und genau das machte ihm vermutlich mehr Sorgen als alles andere.

"Dann wird sie sich über bekannte Gesichter freuen", sagte Jimin. Jungkook sah ihn vielsagend an. Sein Hyung hob unschuldig die Hände. "Was? Meins kennt sie. Immerhin."

"Leider", schleuderte er zurück.

"Wow." Jimin sah ihn gespielt entrüstet an.

"Und Yoongi-hyungs", meldete sich erneut Taehyung zu Wort. Dieses Mal sah er sogar vom Smartphone auf. Kurz … aber immerhin. Yoongi verzog keine Miene.

"Noch schlimmer", flüsterte Jungkook …

… was seinem Hyung ein kleines "Hey" entlockte, das ihn grinsen ließ.

Taehyung blickte zwischen ihnen hin und her. "Moment. Ich bin also der Einzige hier, der sie noch nie gesehen hat?", fiel nun auch bei ihm der Groschen.

"Du wirst es überleben", murmelte Jungkook. Stöhnte auf und ließ den Kopf für einen Moment gegen die Kopfstütze sinken.

Das war vermutlich der letzte halbwegs normale Augenblick des Abends.

Diese Erkenntnis kam unerwartet. Und mit ihr kehrte die Unruhe zurück.

Nicht schlagartig. Eher langsam. Wie Sand, der durch einen viel zu kleinen Riss drang und sich Stück für Stück seinen Weg durch alles bahnte, was er in den vergangenen Minuten erfolgreich dagegen aufgebaut hatte. Bis er irgendwann überall war. Zwischen seinen Zähnen. In seinen Augen. In seiner Unterhose.

Noch zwölf Minuten. Dieses Mal hatte er tatsächlich auf die Uhr gesehen.

Er ließ das Handy wieder sinken und atmete tief durch.

Sie würde dort sitzen. Vielleicht bereits bevor sie ankamen. Sehr wahrscheinlich sogar.

In irgendeinem dieser Outfits, über die sie ihm gestern noch geschrieben hatte – ohne ihm am Ende zu verraten, welches sie tatsächlich tragen würde. Absichtlich. Weil sie fand, dass er wenigstens eine Überraschung verdient hatte.

Er hatte ihr darauf irgendeinen blöden Spruch geschickt. Jetzt bereute er, nicht nachgehakt zu haben. Das war vollkommen irrational. Als würde die Farbe ihrer Kleidung irgendeinen Unterschied machen. Würde sie nicht.

Er würde sie ohnehin nicht ansehen dürfen.

Jungkook schloss die Augen.

"Hey." Dieses Mal war es Yoongi und da war kein Spott mehr in seiner Stimme. Also öffnete er die Lider wieder. Sein Hyung sah ihn einen Moment an und sagte schließlich nur: "Du kannst das."

Drei Worte. Mehr nicht. Und merkwürdigerweise waren es genau diese drei, die sich irgendwo zwischen seinem Brustbein und dem Knoten darunter festsetzten.

Er nickte. "Ich weiß."

Vielleicht klang es überzeugender, als es sich anfühlte. Vielleicht auch nicht. Niemand kommentierte es.

Die nächsten Minuten vergingen ruhiger. Taehyung steckte irgendwann sein Smartphone weg. Jimin sah aus dem Fenster. Namjoon sprach leise mit jemandem auf dem Vordersitz, während Yoongi die Augen geschlossen hielt und wirkte, als könnte er im stehenden Verkehr ohne Probleme einschlafen.

Jungkook hingegen beobachtete, wie sich die Stadt draußen veränderte.

Höher. Gläserner. Geschäftiger. Bis schließlich das Gangnam Finance Center zwischen den umliegenden Hochhäusern auftauchte. Sein Magen zog sich zusammen. Da war er also. Der verdammte Palast, in dem ihr Schicksal besiegelt wurde.

Der Van bog allerdings nicht zum Haupteingang ab, sondern folgte der Zufahrt nach unten. Beton verschluckte die Neonlichter der Straße und für einen kurzen Moment wurde es im Inneren des Fahrzeugs dunkler. Kühler. Das Echo der Reifen hallte durch die Tiefgarage, während sich vor ihnen bereits zwei Männer in dunklen Anzügen in Bewegung setzten. Security.

Jungkook richtete sich automatisch auf. Vollkommen unbewusst. Sein Körper tat es einfach. Das bemerkte er erst, als er nach seinem Mantel griff und die Gespräche um ihn herum endgültig verstummten.

Da war er wieder. Dieser Wechsel. Gerade eben hatte er Jimin noch gegen den Schuh getreten. Jetzt zog er die schwarze Maske über Mund und Nase, schob die Kapuze hoch und überprüfte einen letzten Moment sein Spiegelbild im dunklen Fenster.

Was er sah war nichts Besonderes oder persönliches. Nur Jungkook, der das letzte Bisschen von dem Jungen aus Busan im Fahrzeug zurückließ. Neben ihm taten die anderen dasselbe. Innerhalb weniger Sekunden waren aus fünf Männern, die sich im Van gegenseitig auf die Nerven gegangen waren, fünf beinahe identische dunkle Silhouetten geworden.

Die Schiebetür öffnete sich und kühle Luft schlug ihm entgegen.

"Chairman Bang ist bereits oben", sagte einer der Männer draußen leise.

Jungkook nickte nur und stieg aus. Und ab diesem Moment ging alles schnell. Tiefgarage. Security. Ein abgeschirmter Zugang. Der Executive-Aufzug, dessen verspiegelte Wände ihm sein eigenes Gesicht aus mehreren Winkeln entgegenwarfen. Niemand sprach … wenigstens nicht viel. Ein Mitarbeiter erklärte ihrem Leader leise irgendetwas über den Ablauf, das Jungkook nur mit halbem Ohr mitbekam.

Seine Aufmerksamkeit lag längst woanders. Unter ihnen.

B1. Rosehill Grill. Blondie.

Als die Türen sich öffneten, roch es nach Holz, Wein und dieser undefinierbaren Mischung aus Klimaanlage und teurem Restaurant, die vermutlich überall auf der Welt gleich war. Ein Company-Mitarbeiter wartete bereits auf sie und setzte sich sofort in Bewegung.

Jungkook folgte ihm. Ein Schritt und noch einer. Mit jedem Meter verschwand der Van weiter hinter ihm. Ebenso das Lachen, Jimins bescheuertes Gesicht und Taehyungs Sticheleien. Alles.

Vor ihnen lag nur noch dieser schmale, gedämpft beleuchtete Korridor und an seinem Ende eine schwere Schiebetür.

Der Chairman war bereits darin. Und Hannah ebenfalls. Sein Herz schlug einmal unangenehm hart gegen seine Rippen. Keine verstohlenen Blicke. Keine Insider. Sie kannten sich nicht. Er konnte das.

Jungkook zog die Schultern zurück und ließ die letzten sichtbaren Reste der Anspannung irgendwo tief unter der schwarzen Kleidung verschwinden. Neben ihm warf Jimin ihm einen kurzen Blick zu.

Nur einen. Dann sah er wieder geradeaus.

Die Tür wurde geöffnet.

Jungkook trat gemeinsam mit seinen Hyungs in den Raum und sah sie sofort. Natürlich sah er sie sofort. Sie saß auf der anderen Seite des Tisches, zwischen Menschen, die ihm für einen kurzen Moment vollkommen egal waren. Das Haar hochgesteckt. Angespannt. Viel zu aufrecht. Ihre Augen wanderten zu ihnen und blieben einen winzigen Moment an ihm hängen.

Jungkooks Körper wollte reagieren. Sein Mund beinahe lächeln. Sein Blick bei ihr bleiben. Irgendetwas in ihm wollte ihr wenigstens zeigen, dass er da war.

Stattdessen griff er nach seiner Maske, zog sie ab und reichte sie wortlos einem der Kellner. Dann setzte er sich Hannah gegenüber.

Und sah an ihr vorbei.

***

Hallo, ihr Lieben, happy Bergfest!

Wie seid ihr bisher so durch die Woche gekommen? Ich mag den Herbst ja … einige von euch dürften das bereits wissen. :)

Und ich mag Halloween. Deshalb habe ich auch dieses Jahr eine kleine Gruselgeschichte für euch gezimmert. Na ja, oder auch für jeden, den es interessiert. Sie geht diesen Donnerstag (22.10.) - also morgen - an den Start und wird danach alle drei Tage bis Halloween geupdatet. Der Titel lautet Borrowed Faces und ich würde mich sehr darüber freuen, euch dort zu lesen.

Habt noch eine wundervolle Restwoche und wir lesen uns nächste Woche Freitag (30.10.) wieder bei der Hauptstory und danach am Mittwoch (4.11.) wieder hier.

***

Achtung, es folgt ein Teaser vom nächsten Chapter!

1

2

3

Dann kam Hannah …

Ja, er hatte natürlich gewusst, dass sie als Nächstes kam. Trotzdem war sein Puls hochgeschossen, als sie ihr kleines Glas hastig in beide Hände genommen und ihm entgegengehoben hatte.

Eine vollkommen gewöhnliche Bewegung. Eine Frau, die sich von einem beinahe Fremden Soju einschenken ließ. Mehr durfte es für alle anderen nicht sein.

Nur dass er ihre Hände kannte …