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Sleepless (nach Chapter 16 von NaD)

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Sleepless (nach Chapter 16 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 16 von Night and Day gelesen werden.

9. Sleepless

Sein Kopf wollte einfach nicht zur Ruhe kommen. Ebenso wenig wie sein Körper, der nach der stundenlangen Probe heute nach wie vor auf 180 zu sein schien - und das, obwohl er sich absolut ausgelaugt fühlte. Aber … er war geil und aufgebracht. Und geil, aufgebracht und ausgelaugt zu sein, war keine besonders gute Kombination.

Er hasste Nächte wie diese. Nächte, in denen sein verdammter Körper ihn absolut wahnsinnig machte, weil sein Kopf keine Ruhe geben wollte und seine Glieder vor Schmerzen ächzten, sein Schwanz aber dennoch Aufmerksamkeit verlangte. Was an sich kein Problem wäre, würden sein Kopf und sein Körper nicht gegen ihn und seine Erektion arbeiten, die einfach nicht bestehen bleiben wollte.

Egal wie sehr seine verdammte Hand arbeitete, egal wie viel Gleitgel oder Öl er nutzte und egal wie sehr er versuchte, sich mit ein paar visuellen Eindrücken zu inspirieren. Bilder und Pornos in Hülle und Fülle, er hatte gefühlt alles durch - sogar die westlichen, bei denen nichts verpixelt wurde und voll draufgehalten wurde. Meistens waren sie ihm zu plump und glichen der totalen Reizüberflutung. Manchmal halfen sie aber auch und hatten ihn binnen weniger Minuten und mit minimaler Handarbeit am Ziel.

Manchmal war nicht heute. Und seine Auswahl an Hilfsmitteln, abgesehen von Öl und Gel, war nicht groß genug, um noch weitere Asse aus dem Ärmel oder auch den Schubladen zu schütteln. Eine seiner Ex-Flammen hatte ihm mal ein paar dieser irren Eier geschenkt, die das Ganze etwas aufpeppen sollten. Er hatte zwar etwas mehr erwartet, aber auch sie konnten helfen. Allerdings waren die schon alle weg und da es für jemanden wie ihn absolut ausgeschlossen war, in den nächstbesten Shop zu stolzieren und sich Nachschub zu holen, musste er mit dem Arbeiten, was er hatte. Und das war, wie bereits angedeutet, nicht viel.

Frustriert zog er sich also notdürftig an und schlurfte nur in Shorts und einem Shirt bekleidet zurück ins Wohnzimmer, wo er im Dunkeln rüber zum Kühlschrank ging und sich noch ein gekühltes Bier aus diesem holte. Alkohol war der Sache natürlich ebenfalls alles andere als dienlich. Aber da sein Schwanz eh schon nicht mehr stehen wollte, weil die rund vierstündige Probe direkt nach einem mehrstündigen Interview-Marathon heute sowohl seinem Kopf als auch seinem Körper den Rest gegeben hatte, spielte es eh keine wirkliche Rolle mehr.

Mit dem Bier in der einen Hand und seinem Handy in der anderen, auf dem er gerade eben noch eine einschlägige westliche Pornoseite geöffnet hatte, schlenderte er rüber zum Sofa und ließ sich auf dieses fallen.

Als er eine Weile im Dunkeln gesessen hatte, zündete er eine der Kerzen auf dem Tisch vor sich an, schaltete den Fernseher ein und zappte lustlos durch Netflix. Gabs hier auch Pornos? Eine kurze Suche sagte ihm nein, gabs nicht. Nur ein paar dieser Erotikfilme, die die meisten Frauen und manchmal auch Taehyung und Jimin gerne schauten …

Jungkook würde niemals das Trauma vergessen, das 365 Tage ihm und auch den anderen Jungs beschert hatte. Wobei das wohl eher daran lag, dass sie den Film auf einem ihrer In the Soop-Drehs gemeinsam geschaut hatten. Natürlich als die Kameras aus waren und für den Großteil von ihnen war es ein alkoholgeschwängerter Gag gewesen.

Das Problem an der Sache war, dass der Bildschirm sich in den riesigen Fensterfronten des Raumes gespiegelt hatte und sie somit nicht nur sich selbst, sondern auch einen Großteil des Staffs, der im großräumigen Außenbereich des Anwesens in Wohnwagen genächtigt hatte, an ihrer Filmauswahl hatten teilnehmen lassen. Bewusst geworden war ihnen das erst, als einer der Manager Namjoon anrief und ihn genau das wissen ließ … und das war erst passiert, als sie bereits mehr als die Hälfte des Filmes gesehen hatten.

Wie auch immer … die Auswahl sagte ihm nicht zu. Auch die übergreifende nicht, als er lustlos zurück auf den Startbildschirm zappte und sich etwas durch die vorgeschlagene Auswahl wühlte. Also lehnte er sich, weiterhin an seinem Bier nippend, zurück und öffnete den Gruppenchat. Es war kurz nach drei Uhr nachts, nur die wenigsten von ihnen würden bereits schlafen. Dieser Job fuckte nicht nur ihren Kopf und Körper up, sondern auch ihren Tag- und Nachtrhythmus.

Also fragte er in die Runde: >Gibt es sowas wie Tenga Eggs in den 7-eleven-Stores?<

Eine nur zum Teil ernst gemeinte Frage. Immerhin wusste er, dass er in keinem Szenario dieser Welt Sextoys kaufen gehen konnte - oder eher sollte. Auch nicht um vier Uhr nachts. Aber er war neugierig und das hier nicht das Schrägste, was sie hier bereits in die Runde geworfen hatten - was das Management sicherlich im Strahl kotzen lassen würde, aber Namjoon löschte den Chat wie der gewissenhafte Leader, der er war, mindestens einmal täglich.

Und ja … er wusste es tatsächlich nicht. Er hatte bisher bei seinen gelegentlichen Ausflügen in diese Shops nie darauf geachtet, was sie in den brisanteren Bereichen so führten. Er musste sich sowas immerhin nicht selbst kaufen. Das taten andere für ihn, wobei er niemanden bitten wollte, ausgerechnet sowas auf seine Einkaufsliste zu setzen. Vor allem seine neue persönliche Managerin Lee Seoyeon nicht. Er hatte definitiv nichts gegen Frauen in ihrem Berufsfeld, aber manche Dinge wollte er einer solchen nicht anvertrauen müssen … weshalb er sich, wenn es zu persönlich wurde, an andere Leute wandte.

Das hier konnte und wollte er aber niemanden anvertrauen. Noch nicht einmal seinen Bruder wollte er mit sowas belästigen - und er hatte wirklich schon einiges für ihn besorgt. Höchstenfalls würde er es online bestellen und hoffen, er geriet bei Coupang* nicht doch mal an den falschen Mitarbeiter.

>Nein, das bezweifle ich<, ließ ihn Yoongi wissen. Auf ihn war Verlass … auf die späten Vögel in ihrer Runde bezogen.

>Was ist das?<, wollte Tae wissen, doch dafür hatte er keine Zeit.

Hoseok fügte währenddessen hinzu: >Es gibt in der Nähe einen kleinen Adultshop, da haben sie sowas vielleicht. FoxSeoul, in Gurisi in Gyeonggi-do, also etwas außerhalb von Seoul - was ja für uns nicht unbedingt unvorteilhaft ist.<

>Was zur Hölle, spinnt ihr?<, schrieb Namjoon und alle ihre Nachrichten begannen zu verschwinden. >Besprecht sowas am Telefon, wenn es denn unbedingt sein muss!<

>Da ist ein Adultshop? Wo genau?<, wollte Tae wissen …

… und Yoongi schrieb: >Google ist dein Freund.<

Ihren Leader, der nach wie vor binnen Sekunden ihren Chat räumte, wie so oft ignorierend.

>Leute, hört auf damit! Das Management sitzt mir schon wegen diesem scheiß Chaos vor zwei Wochen im Nacken. Wenn hier jetzt auch noch solche Chats leaken, lynchen die mich!<, beschwerte dieser sich - und löschte seine Nachricht augenblicklich wieder.

Irgendwie hatte er manchmal verdammt viel mit Blondie gemeinsam. Was solche Dinge betraf, verstand sich. Speziell das Löschen von Nachrichten, wobei das jetzt natürlich weit hergeholt war. Dem war er sich bewusst. Immerhin wusste er nicht, wie Joon so hinter komplett verschlossenen Türen tickte - und wollte es auch nicht wissen. Nicht näher jedenfalls. Näher im Sinne von über das hinaus, was er aufgrund der fehlenden Distanz zwischen ihnen bereits zwangsläufig erfahren musste.

>Ich hatte mit besagtem Chaos nichts zu tun!<, schrieb Jungkook und Yoongi fügte ein kurz angebundenes >Dito< hinzu. Der Rest von ihnen schwieg, wobei 50 Prozent der Chaosmacher gerade eh nicht anwesend waren. Das sollte man einräumen.

>Ihr bleibt alle trotzdem zuhause!<, antwortete Namjoon.

>Ich bin nicht zuhause<, schrieb Yoongi unnötigerweise und ganz offensichtlich, um ihren Leader etwas zu reizen.

>Ich hoffe, du bist im Studio. Sonst garantiere ich für nichts mehr. Mir reichts, habt ihr neuerdings alle eurer Großhirn am Schalter abgegeben?<

>Bin im Studio, mein Großhirn habe ich aber trotzdem am Schalter abgeben. Ist besser für die Kreativität<, kam es als Konter.

>Ich hoffe doch mal allein!< Joons Anspannung war deutlich zu lesen.

>Selbstredend, ist ebenfalls besser für die Kreativität …<

Jungkook beobachtete das Treiben weiterhin schweigend. Offensichtlich war das musikalische Genie ihrer Runde allein im Studio. Er ließ sich, wenn er in seiner kleinen Welt war, durch nichts und niemanden ablenken. Oder eben nur sehr ungerne … natürlich wusste auch Namjoon das, aber wahrscheinlich war ihm das durch das Chaos und das, was dieses in den letzten Tagen intern bei ihnen ausgelöst hatte, entfallen.

Besagtes Chaos hatte man glücklicherweise abfangen können, bevor es die größere Runde machte. Wie so vieles, wobei sie alles andere als die durchschnittlichen Chaosmacher waren. Da waren andere Bands durchaus schlimmer, ohne Namen zu nennen. Aber sie waren mittlerweile einfach zu bekannt, um nicht überall aufzufallen. Genau aus diesem Grund konnten sie zum Beispiel auch nicht einfach um vier Uhr nachts zum nächsten 7-eleven gehen und sich mit etwas anderem eindecken als absolut harmlosen Dingen. Alles, was auch nur ansatzweise nach Skandal aussah, war für sie tabu.

Die Chancen, dass es am nächsten Morgen wenigstens in den gängigen Kreisen die Runde machte, waren einfach zu groß … bei rund 90 zu 10 Prozent, hatte man ihnen letztes Mal in einem Meeting zum Thema gesagt. Und 70 zu 30 Prozent würde es die nationale und gegebenenfalls auch internationale Runde machen, wenn man nicht schnell genug war, um es abzufangen oder wenigstens einzudämmen.

>Ah, habs gefunden<, schrieb Taehyung. >Ist der gut ausgestattet und diskret?<, fügte er hinzu und seine Frage verschwand so schnell, dass Jungkook sich nicht sicher war, ob sie überhaupt jemand außer ihm und Joon zu Gesicht bekommen hatte.

>Ja, ich denke schon. Ich war schon einmal dort und es ist nichts rausgekommen<, antwortete Hoseok. Auch seine Antwort verschwand binnen Sekunden, ebenso wie die folgende: >Die Auswahl ist online größer. Die liefern auch, das dauert aber natürlich etwas.<

>Sind die Eggs gut?<, wollte Tae wissen … und kurz nachdem die Nachricht verschwand, wurde die Funktion im Chat zu kommentieren durch ihren Moderator aka Leader gesperrt.

>Schluss damit, ich habe hier gerade echt genug Scheiße zu eskalieren! Macht es euch auf übliche Weise selbst, bestellt was online oder bastelt euch was selbst, falls es nicht warten kann - aber bleibt mit dem Arsch zuhause und behaltet es für euch. Ich schalte das Ding irgendwann morgen wieder frei.<

Die Nachricht blieb ein paar Sekunden stehen, dann verschwand auch sie …

Jungkook nippte an seinem Bier und blickte einen Moment unschlüssig auf den geschlossenen Chatroom hinab. Dann zuckte er mit den Schultern, ignorierte eine Privatnachricht von Taehyung und Joon, weil er sich deren Inhalte denken konnte, und öffnete den Instagram-Chat mit Blondie.

Immerhin hatte er alles versucht. Oder auch fast alles … und er hasste es zu basteln, auch wenn er bei offiziellen Anlässen meistens wenigstens halbwegs gute Miene zum bösen Spiel machte. Übergreifend, dahingehend stellte er es sich aber noch traumatischer vor als seine bisherigen Bastelerfahrungen.

>Life sucks<, schrieb er also und nippte erneut an seinem Bier, während er auf eine zügige Antwort hoffte.

Vielleicht würde sie ihn ablenken. Vielleicht würde sie ihm bei seinem ‘Problem’ behilflich sein. Bisher hatte sie dahingehend jedenfalls stets eine sehr ‘hilfreiche’ Wirkung auf ihn gehabt. Teilweise sogar etwas zu ‘hilfreich’, wenn er daran zurück dachte, wie sehr er sich oft zusammenreißen musste, wenn sie im Spiel war. Auf die eine oder andere Weise.

Hinweis: *Coupang ist sowas wie Amazon in SK. Letzteres gibt's da hingegen nicht, bzw. kann man da bisher nur über die globale Seite Sachen nach SK bestellen. Deshalb ist Ersteres da der Shop der ersten Wahl.

***

Ja … dieses Mal gab es wieder etwas tiefere Einblicke in unbekannte Seiten der Jungs. Stille Wasser sind tief und so … ich denke, bei so manchem von ihnen würden wir in den stillen Fluten ertrinken. lol Und keine Ahnung, ob ausgerechnet Namjoon da den panischen Besen schwingen würde. Ich glaube, der hat es nämlich besonders faustdick hinter den Ohren … aber einer muss ja dafür sorgen, dass der Schein gewahrt bleibt.

Habt einen schönen Tag heute.