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Pressebeben

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Pressebeben

Die kühle Morgenluft strömte sanft durch das leicht geöffnete Bogenfenster des Schlafzimmers im Ayame-Anwesen. Das goldene Licht der ersten Sonnenstrahlen brach sich in den edlen Stoffen der Vorhänge und tauchte den historischen Raum in eine friedliche, warme Atmosphäre.

Nami schlug langsam die Augen auf. Ihre ozeanfarbenen Augen blinzelten gegen das sanfte Licht an, während sie sich noch enger an die vertraute, wohlige Wärme neben sich schmiegte. Sie lag tief an Kais breite Brust gedrückt, ihr Gesicht fest in seiner Halsbeuge vergraben. Ihre silbrig weißen, welligen Haare lagen wie ein seidener Schleier über dem Kissen und seinen Arm.

Kais starker Arm lag fest und besitzergreifend um ihre Taille geschlungen. Selbst im Schlaf verriet seine Haltung jenen tief sitzenden Beschützerinstinkt, der ihn seit Beginn ihrer Beziehung ausmachte.

Seine Haut fühlte sich warm an, und das gleichmäßige Heben und Senken seines Brustkorbs strömte eine tiefe Ruhe aus.

Nami hob sanft den Kopf, stützte ihr Kinn auf seine Brust und sah zu ihm auf. Seine scharfen, makellosen Gesichtszüge wirkten im Schlaf entspannt, die dunklen Wimpern zeichneten feine Schatten auf seinen Wangen.

Ein leises, glockenreines Lachen entwich Namis Lippen, als die Erinnerungen an den gestrigen Abend auf der BBA-Gala wieder vor ihrem inneren Auge auftauchten.

Durch die feine Erschütterung ihres Lachens öffnete Kai langsam die Augen. Seine rubinroten Augen, sonst so schneidend und unnahbar, waren noch vom Schlaf getrübt, schärften sich jedoch augenblicklich, als sein Blick auf Nami fiel.

„Was ist so amüsant, mein Schatz?“, raunte er mit seiner tiefen, rauhen Morgenstimme.

Seine Hand glitt von ihrer Taille ein Stück tiefer und legte sich flach und warm auf ihren Bauch... dorthin, wo ihr gemeinsamer Sohn heranwuchs.

Nami schmunzelte, schob sich ein Stück höher und drückte einen sanften Kuss auf seine Kieferpartie.

„Ich habe gerade an gestern Abend gedacht“, gestand sie leise, während ihre Finger durch das dunkele Haar an seinem Nacken strichen.

„Nach dem ganzen Trubel... und vor allem, nachdem wir auf der Gala die Bombe mit dem Baby haben platzen lassen... traue ich mich ehrlich gesagt kaum, heute Morgen auch nur die Online-Nachrichten zu öffnen. Oder gar den Fernseher anzumachen.“

Kai zog eine Augenbraue hoch. Ein extrem trockenes, kaum merkliches Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen. „Dann lass die Nachrichten aus. Was die Presse schreibt, kann uns egal sein.“

„Das schon“, lachte Nami leise und lehnte ihre Stirn gegen seine. „Aber so wie ich Graham kenne, wird er uns die Schlagzeilen gleich beim Frühstück ohnehin auf seine unverwechselbare, britisch-trockene Art um die Ohren hauen. Er hat sicher schon den ganzen Schlagzeilenwald analysiert, während er den Tee aufsetzt.“

Kai stieß ein tiefes, amüsiertes Brummen in der Kehle aus. Seine Hand drückte sich sanft, aber unmissverständlich in ihren Rücken und zog sie wieder ganz nah an sich heran.

„Soll er ruhig“, raunte Kai, schloss für einen Moment wieder die Augen und vergrub seine Nase in ihrem duftenden Haar. „Graham kann warten. Und der Rest der Welt erst recht.“

Nami lachte erneut leise und glockenrein auf, als Kai den Druck seines Arms um ihre Taille noch ein wenig verstärkte und sie ohne die geringste Anstrengung zurück ins Kissen zog.

Seine schwere, warme Gestalt hüllte sie vollkommen ein, und die dicke Daunendecke schützte sie vor der kühlen Morgenluft des großen Schlafzimmers.

„Kai...“, gluckste Nami, während sie versuchte, sich spielerisch aus seinem Griff zu winden, doch seine eiserne Umklammerung gab nicht einen Millimeter nach. Sie sah schmunzelnd zu ihm auf, ihre ozeanfarbenen Augen sprühten vor Erheiterung. „Sag bloß, der mächtige CEO der Tachiwari-Corporation will heute etwa den ganzen Tag verpennt in den Kissen verbringen?“

Kai brummte nur tief in der Kehle, ohne die Augen zu öffnen. Ein extrem trockenes, stolzes Schmunzeln zeigte sich auf seinen Zügen, während seine große Hand flach über ihren Rücken strich und die sanfte Wölbung ihrer Hüfte nachfuhr.

„Ich habe langsam aber sicher Hunger...“, fing Nami erneut an zu lachen, doch das letzte Wort erstarb ihr augenblicklich im Hals.

Kais Lippen hatten ihre Kieferspalte gefunden. Warm und unnachgiebig drückte er seine Küsse an ihre empfindliche Haut, tastete sich langsam ihren Hals hinab und ließ schließlich seine Zunge spürbar über die empfindliche Stelle direkt unter ihrem Ohr streichen.

Nami entwich ein leiser, zittriger Atemzug. Ihre Finger, die eben noch sanft auf seiner Brust gelegen hatten, krallten sich augenblicklich in den Stoff seines Shirts. Ein wohliges Schauern lief ihr über den Rücken, und alle Gedanken an Graham, das Frühstück oder der Presse verflogen im Bruchteil einer Sekunde.

Die Dynamik ihrer Intimität hatte sich in den letzten Wochen spürbar verändert. In den ersten zehn Monaten ihrer Beziehung war es für die beiden beinahe unvorstellbar gewesen, mehr als zwei oder vielleicht drei Tage ohne die Nähe des anderen zu sein. Ihre Leidenschaft war von Anfang an wild, intensiv und ungebremst gewesen... ein ständiges Verlangen, das von der gewaltigen Resonanz ihrer beiden Bit-Beast-Auren nur noch weiter angefacht wurde.

Doch seitdem Namis Schwangerschaft ihren Lauf nahm, Kais Verantwortung als CEO der Tachiwari-Corporation seinen Alltag forderte und die aufwendigen Planungen für ihre Hochzeit im Oktober hinzukamen, verlangte das Leben ihnen einen völlig neuen Rhythmus ab. Die gewohnten Abstände schmolzen nicht selten dahin, bis teilweise mehr als fünf volle Tage vergingen, in denen lange Arbeitstage, nächtliche Termine oder schlichte körperliche Erschöpfung ihnen die gemeinsamen Stunden raubten.

Eine Durststrecke von fünf Tagen mag für andere Paare normal wirken... für Kai und Nami war es eine Zerreißprobe.

Und Kai war ausnahmslos immer der Erste, der es nach dieser erzwungenen Pause kaum noch aushielt.

Unter seiner kühlen, unnahbaren Fassade brannte nach solch langen Tagen ein ungeduldiges, besitzergreifendes Feuer. Er brauchte diese absolute Hingabe, das Gefühl ihrer geschmeidigen Haut unter seinen Händen und die unumstößliche Gewissheit, dass sie ganz sein war.

Die Schwangerschaft hatte dieses Verlangen nicht gedämpft... sie hatte es nur noch tiefer, beschützerischer und dunkler gemacht. Seine Hand glitt erneut langsam von ihrem Rücken nach vorne, über die feine Rundung ihres Bauches, während seine Küsse an ihrem Schlüsselbein intensiver wurden.

„Du gehst nirgendwo hin“, raunte Kai mit seiner tiefen, rauen Stimme gegen ihre Haut, und der dunkle Tonfall verriet ihr genau, dass Graham da unten noch sehr lange auf sie warten würde.

Seine Küsse wurden drängender, seine Lippenspuren brannten sich tief in die empfindliche Haut an ihrem Hals und Schlüsselbein ein. Seine Hand wanderte mit dieser unnachgiebigen, besitzergreifenden Sanftheit über die Wölbung ihres Bauches weiter nach oben. Nami schloss berauscht die Augen, schlang die Arme um seinen Nacken und überließ sich völlig dem dunklen, vertrauten Sog seiner Nähe.

Doch genau in dem Moment, als Kai die Decke ein Stück weiter herabzog, durchbrach ein absolut unüberhörbares, deutliches Magenknurren die intime Stille des Schlafzimmers.

Nami fror mitten in der Bewegung ein. Kais Lippen verharrten an ihrer Halsschlagader.

Für zwei Herzschläge herrschte absolute Ruhe. Dann entwich Nami ein leises, hilfloses Glucksen, das sich innerhalb von Sekunden in ein herzliches, glockenreines Lachen verwandelte.

„Ich hab's dir ja gesagt...“, raunte sie amüsiert, streichelte liebevoll durch sein dunkles Haar und sah ihn aus ihren ozeanfarbenen Augen verschmitzt an.

„Unser Sohn hat Hunger. Und gegen den kleinen Erben kommst du selbst nach fünf Tagen Durststrecke nicht an, mein Schatz.“

Kai stieß ein tiefes, gespielt genervtes Brummen in ihre Haut aus. Er vergrub sein Gesicht für einen kurzen Moment an ihrem Hals, als würde er versuchen, seine eigene Enttäuschung zu unterdrücken, ehe er sich langsam über sie aufstützte.

Seine rubinroten Augen brannten dunkel, voll von ungestilltem Verlangen, doch als sein Blick auf ihren glücklichen, leicht geröteten Zügen ruhte, milderte sich die Schärfe.

„Unglaublich“, brummte er trocken, neigte sich noch einmal vor und drückte einen überraschend intensiven, possessiven Kuss auf ihre Lippen.

„Der kleine Kerl bestimmt jetzt schon meinen Zeitplan.“

Anstatt sie jedoch aufstehen zu lassen, griff Kai mit einer fließenden Bewegung nach dem Smartphone auf dem Nachttisch. Er wählte die Kurzwahl für das Anwesen, hielt den das Handy ans Ohr und ließ Nami nicht eine Sekunde aus dem Arm.

„Graham“, raunte Kai tief, sobald das Freizeichen verstummte. „Frühstück für zwei ans Bett, bitte.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, legte er auf, warf das Handy zurück und zog Nami wieder fest an seine Brust. Sie lachte leise auf und kuschelte sich schmunzelnd an ihn.

Es dauerte keine zehn Minuten, bis es zweimal präzise an der Tür klopfte. Graham trat ein... wie immer makellos gekleidet, mit stoischer, britischer Gelassenheit.

In den Händen trug er ein riesiges Silbertablett voller frischem Gebäck, Früchten, dampfendem Kamillentee für Nami und starkem schwarzen Tee für Kai. Unter seinem Arm klemmte flach ein modernes Tablet.

„Guten Morgen, Miss Nami. Master Kai“, grüßte Graham mit unveränderter Stimme, als er das Tablett passgenau auf dem Kingsize-Bett zwischen den Daunendecken platzierte.

„Ich hoffe, ich störe die herrliche Morgenruhe nicht. Aber die Medienwelt da draußen hat beschlossen, das Schlafen heute vollkommen einzustellen.“

Nami setzte sich dankbar auf, strich sich das silbrige Haar aus dem Gesicht und griff gierig nach einem frischen Croissant.

„Lass hören, Graham. Wie schlimm ist es?“

Graham tippte auf das Tablet, entsperrte den Bildschirm und reichte es den beiden. Seine Augenbraue hob sich um ein feines Millimeter.

„'Schlimm' greift zu kurz, Madame. Die Presse dreht schlichtweg komplett durch. Wenn ich den Tenor der Boulevardpresse zusammenfassen darf: Das vergangene Jahr wird flächendeckend als 'magisches Märchen der Moderne' bezeichnet.“

Kai nahm die Tasse entgegen, warf einen kühlen, desinteressierten Blick auf das Display und schnaubte leise.

Auf dem Bildschirm prangten die hochauflösenden Fotos von gestern Abend. Nami im hautengen, nachtblauen Seidenkleid, wie sie strahlend ihre Hand auf die geschwungene Wölbung ihres Bauches legte. Und direkt neben ihr Kai... stoisch, im perfekten Smoking, die Hand beschützerisch an ihrer Hüfte.

Die Schlagzeilen überschlugen sich:

> VOM EISKALTEN BLADEBREAKER ZUM IMPERIALEN FAMILIENVATER: DAS MAGISCHE JAHR DES KAI HIWATARI!

> „Erst die Verlobung, jetzt der Konzern... und nun das größte Wunder: Der erst 20-jährige CEO wird Vater!“

„Die Kommentatoren überschlagen sich mit Lobeshymnen über die Wende in Ihrem Leben, Master Kai“, fuhr Graham mit seiner trockensten, britischen Note fort und schenkte Nami den Tee ein.

„Ich zittiere... Ein einst unnahbarer, einsamer Wolf, der innerhalb eines einzigen Jahres nicht nur die Führung der Tachiwari-Corporation übernahm, sondern sich auch verlobt hat und nun mit gerade einmal zwanzig Jahren Vater wird... Man beschreibt Sie wörtlich als den 'begehrtesten und faszinierendsten Mann des Landes', der nun endgültig unerreichbar geworden ist.“

Nami musste leise kichern, nahm einen Schluck Tee und sah von der Seite zu Kai hinüber.

„Hörst du das? Du bist ein Märchen, mein Schatz.“

Kai nahm einen schluck schwarzen Tee, seine rubinroten Augen verengten sich minimal, als er Graham das Tablet zurückreichte.

„Die Presse schreibt, was sich verkauft“, meinte Kai vollkommen unbeeindruckt mit seiner tiefen, unerschütterlichen Stimme. Er legte den Arm wieder um Nami und zog sie leicht zu sich.

„Ich sage das was ich immer sage... Lasst sie reden. Wir haben Wichtigeres zu tun.“

Graham nahm das Tablet entgegen, neigte leicht den Kopf und ein unmerklich zufriedenes Lächeln stahl sich auf die Lippen des alten Dieners.

„Ganz wie Sie wünschen, Sir. Die Vorbereitungen für die Hochzeit im Oktober laufen im Hintergrund wie geplant. Genießen Sie Ihr Frühstück.“

Nami hatte gerade genüsslich in ihr zweites Croissant gebissen, als ihr Smartphone auf dem Nachttisch schrill aufbrummte.

Sie streckte die Hand aus und warf einen Blick auf das Display. Ein wissendes Schmunzeln stahl sich auf ihre Lippen.

„Es ist Hana“, meinte sie zu Kai, ehe sie den Anruf entgegennahm und das Handy auf Lautsprecher stellte.

„Guten Morgen, Hana. Sag mir bitte nicht, dass du auch schon die Schlagzeilen gesehen hast.“

„Guten Morgen, Nami! Vergiss die Zeitungen, schaltet sofort den Fernseher ein!“, ertönte Hanas energische Stimme aus den Lautsprechern. Im Hintergrund war das leise Klappern von Kaffeetassen in ihrer Wohnung in Osaka zu hören.

„Oder hol das Tablet raus! Die Sendung 'Daily Celebrity' läuft gerade, und sie haben angekündigt, dass gleich ein kompletter Spezialbeitrag über dich und Kai läuft!“

Nami stieß ein leises, leicht überfordertes Seufzen aus, das jedoch von einem glockenreinen Lachen begleitet wurde.

„Hana, ehrlich... ist das wirklich nötig? Wir haben doch gerade erst gefrühstückt.“

„Natürlich ist das nötig!“, erwiderte Hana lachend und absolut unverblümt. „Du ahnst ja gar nicht, wie sehr das Studio kocht. Sie rätseln schon wieder alle über dich, Nami! 'Wie hat es diese junge Frau nur geschafft, den eiskalten, unnahbaren Kai Hiwatari so weit zu bringen?' Sie lassen wirklich kein Detail aus. Sogar Kais Blicke und eure komplette Körpersprache von gestern Abend werden von irgendeinem selbsternannten Experten haargenau analysiert!“

Kai, der immer noch dicht neben Nami im Bett lag und den Arm uneinnehmbar um ihre Taille geschlungen hatte, stieß ein dunkles, tiefes Schnauben aus. Seine rubinroten Augen verengten sich genervt.

Er hatte die Presse schon immer aus tiefster Seele gehasst. Dieses ständige Herumschnüffeln wildfremder Menschen in seinem Privatleben war ihm seit seiner Jugend ein Dorn im Auge gewesen. Doch während er Nami noch ein Stück fester an sich zog und die Wärme ihres Körpers spürte, war ihm mit absoluter Klarheit bewusst:

Das hier war der Preis. Sie waren keine namenlosen Gesichter. Er war der CEO der Tachiwari-Corporation, der ehemalige Champion und Erbe, sie war die Tachiba-Erbin, und gemeinsam führten sie eine neue Ära an. Die Medien würden wohl für immer ein Teil ihres Lebens bleiben... ob es ihm gefiel oder nicht.

„Gib mir bitte nochmal das Tablet, Graham“, brummte Kai trocken und mit einer schneidenden Gleichgültigkeit in der Stimme.

Graham, der stoisch an der Tür gewartet hatte, trat vor und reichte Kai das Gerät, auf dem er bereits den Livestream des Promi-Magazins gestartet hatte.

Nami lehnte ihr Kinn auf Kais breite Schulter, während Hana am Telefon gespannt die Luft anhielt. Gemeinsam blickten sie auf den Bildschirm.

Die Moderatorin im Studio trug ein auffälliges Kleid und gestikulierte aufgeregt vor einer riesigen Videowand, auf der die hochauflösenden Aufnahmen der BBA-Gala in Dauerschleife liefen.

„...und sehen Sie sich diese Aufnahme an!“, schwärmte die Moderatorin mit dramatischer Betonung, während die Kamera ganz nah an Kais und Namis Ankunft heranzoomte.

„Kai Hiwatari, der Mann, dessen Name bisher für eiserne Disziplin und unnahbare Distanz stand, weicht keine Sekunde von der Seite seiner Verlobten. Achten Sie auf seine Hand! Der besitzergreifende, absolut beschützerische Druck an ihrer Taille... die Art, wie seine Augen jeden Raum scannen... Man sieht hier keinen kühlen Geschäftsmann mehr, sondern einen Mann, der sein gesamtes Imperium vor dieser Frau und seinem ungeborenen Erben ausbreiten würde!“

Auf dem Bildschirm erschien nun ein Beziehungspsychologe, der wie wild nickte.

„Absolut faszinierend. Die Körpersprache lügt nicht. Nami Tachiba strahlt eine solche ruhige, intuitive Eleganz aus... sie ist die Einzige, die diese enorme Aura von Kai Hiwatari nicht nur aushält, sondern mühelos ergänzt. Sie hat den unzähmbaren Phönix nicht gebändigt... sie steht gleichberechtigt an seiner Seite.“

Nami konnte sich nicht mehr halten und brach in ein leises, amüsiertes Kichern aus.

„'Der unzähmbare Phönix? Die lassen sich heute aber wirklich einiges einfallen.“

„Ich hab's dir doch gesagt!“*, kicherte Hana durch den Lautsprecher.

„Ganz Japan ist offiziell im Hochzeits- und Babyfieber wegen euch beiden!“

Kai würdigte das Tablet keines weiteren Blickes mehr. Er drückte auf den Ausschaltknopf, sodass der Bildschirm schlagartig schwarz wurde, und legte das Gerät beiseite.

„Blödsinn“, raunte Kai tief und unbeeindruckt, doch das feine, extrem stolze Zucken an seinen Mundwinkeln verriet Nami genau, dass er gegen diese Art von Anerkennung... solange sie seinen Schutz für seine Familie unterstrich... im Grunde gar nichts einzuwenden hatte.

Er neigte sich vor und nahm Nami ohne Eile, aber mit einer beiläufigen Selbstverständlichkeit das Smartphone aus der Hand. Seine Fingerspitzen strichen dabei kurz und warm über ihre Haut. Er führte das Gerät an sein Ohr, während sein Blick unverwandt auf Namis erheiterten ozeanfarbenen Augen ruhte.

„Hana“, unterbrach Kai die sprudelnde Begeisterung ihrer Schwester am anderen Ende der Leitung mit seiner tiefen, unerschütterlichen Stimme. Seine Tonalität ließ keinen Raum für Diskussionen, war aber von jener distanzierten Höflichkeit geprägt, die er ihrer Familie entgegenbrachte.

„Danke für den Hinweis. Wir sehen uns auf der Hochzeit. Hab noch einen schönen Tag.“

„Warte, Kai, ich wollte noch—“

Bevor Hana ihren Satz vollenden konnte, beendete Kai das Gespräch bereits mit einem flachen Druck auf das Display und legte das Handy beiseite auf den Nachttisch.

Nami brach in ein leises, wunderschönes Lachen aus. Sie schüttelte amüsiert den Kopf, lehnte sich zurück und sah ihn verschmitzt von unten an. Sie spürte die feine, vibrierende Spannung in seiner Aura nur zu gut... Kai hatte genug von der Welt da draußen, den Medien, den Meinungen anderer und selbst von ihrer Schwester.

Er wollte sie. Jetzt. Ganz für sich allein.

Graham, der immer noch stoisch neben dem Bett gestanden hatte, erfasste die schlagartig umschlagende Atmosphäre im Raum ohne den Bruchteil einer Sekunde des Zögerns. Er neigte den Kopf leicht, griff mit perfekter Haltung nach dem Silbertablett und schob das Tablet unter seinen Arm.

„Ich sehe, dass meine Anwesenheit sowie die des Frühstücks ihre Schuldigkeit erfüllt haben“, merkte Graham mit absolut trockener, unverrückbarer britischer Gelassenheit an.

„Ich werde das Geschirr entfernen und dafür Sorge tragen, dass sie ungestört bleiben. Eine angenehme Nachtruhe... beziehungsweise einen angenehmen Morgen.“

Mit einem unmerklich feinen Heben der Mundwinkel in Namis Richtung wandte sich der Butler um und verließ auf lautlosen Sohlen das Schlafzimmer. Die schwere Eichentür glitt lautlos ins Schloss.

Kaum war das Klicken der Klinke verhallt, veränderte sich die Luft im Raum spürbar. Die dichte, einnehmende Präsenz von Kais Aura hüllte Nami augenblicklich wieder vollkommen ein.

Er wartete nicht. Mit geschmeidiger, raubtierhafter Eleganz schob er sich über sie. Seine breiten Schultern schirmten das sanfte Morgenlicht ab, das durch die Fenster brach, und hüllten sie in seinen Schatten. Seine rubinroten Augen brannten nun nicht mehr vor kühler Distanz, sondern vor einem dunklen, unnachgiebigen Verlangen.

„Keine Telefone mehr. Keine Presse. Keine Unterbrechungen“, raunte Kai tief, seine raue Morgenstimme ein vibrierender Bass an ihrer Haut.

Seine Hand wandte sich von ihrer Hüfte ab und glitt langsam, mit einer beinahe quälenden Bedächtigkeit über ihren Seidenpyjama nach oben. Seine Finger waren warm, die Berührungen bewusst und tief. Er drückte seine Lippen sanft an den empfindlichen Punkt unter ihrem Ohr, verweilte dort und saugte die weiche Haut langsam ein, ehe er einen Pfad aus langsamen, heißen Küssen hinab zu ihrer Schulter zog.

Nami entwich ein leiser, zittriger Atemzug.

Ihre Hände fanden automatisch den Weg in sein dunkles Haar, verstrickten sich darin und zogen ihn noch ein Stück näher an sich.

Jede Bewegung von ihm war bedacht, fast schon beschützerisch, und doch von dieser unumstößlichen, besitzergreifenden Dominanz durchdrungen, die sie seit jeher um den Verstand brachte.

Seine freie Hand fuhr die Wölbung ihres Bauches nach, ehe er seine Finger mit ihren verschränkte und ihre Arme sanft über ihrem Kopf im Kissen verankerte.

Als seine Lippen schließlich wieder ihre fanden, war der Kuss nicht mehr nur drängend, sondern tief, langsam und von einer bedingungslosen Hingabe erfüllt. Der Rest der Welt löste sich hinter den schweren Türen des Anwesens vollkommen auf – es gab nur noch das leise Rauschen ihres Atems, das Pochen ihrer Herzen und die unerschütterliche Nähe zwischen ihnen.

Kais Finger wanderten mit einer bedächtigen, fast schon quälenden Langsamkeit an der feinen Knopfleiste ihres Seidenpyjamas entlang. Knopf für Knopf löste sich unter seiner geschickten Führung, während seine rubinroten Augen jeden Zentimeter Haut fixierten, der sich ihm enthüllte. Der kühle Seidenstoff glitt sanft über ihre Schultern herab, bis er die zarte, karamellfarbene Haut ihrer Brust völlig freigab.

Kai hielt für einen kurzen Moment inne. Sein Blick wurde dunkler, noch unnachgiebiger. Seine Hand umfasste sanft die spürbare Rundung ihrer Brust, seine Finger drückten sich mit dieser schweren, besitzergreifenden Wärme in ihre Haut, ehe er sich tief zu ihr herabneigte.

Seine heißen Lippen schlossen sich um die empfindliche Haut. Nami fror für einen Herzschlag in der Bewegung ein, als er seine Zunge langsam, kreisend und spürbar feucht über ihren Nippel zog.

Ein lautes, ungefiltertes Seufzen der puren Erregung entwich Namis Lippen. Ein feiner Schauer jagte von ihrem Unterleib durch ihren gesamten Körper, und ihre Zehen krallten sich spontan in die dicke Daunendecke.

Die veränderte Empfindlichkeit ihrer Brust durch die Schwangerschaft machte jeden Reiz viermal so intensiv.

Nami wartete keine Sekunde länger. Sie löste eine ihrer Hände aus dem Kissen, fuhr ihm mit Nachdruck ins dunkle Haar und zog ihn mit einer leidenschaftlichen, fast schon fordernden Bewegung wieder zu sich nach oben.

Ihre Lippen trafen sich in einem tiefen, berauschenden Kuss. Nami öffnete ihren Mund willig für ihn, zog seine Zunge tiefer in ihre Nähe und schlang ihre Beine eng um seine Hüfte. Der lange angestaute Druck der letzten Tage entlud sich augenblicklich in dieser lang ersehnten, vollkommenen Hingabe.

Kai brummte tief gegen ihre Lippen, hob sie noch ein Stück näher an sich heran und überließ sich ganz dem brennenden Verlangen, sie endlich wieder vollständig sein Eigen zu nennen.