Die Wette
Die Wette
Trigger: Sexualität
Der Abend war mit einer greifbaren Kälte über Tokio hereingebrochen. Um Punkt achtzehn Uhr rollte Kais schwarzer Wagen durch das massive Schmiedeeisengitter des Ayame-Anwesens und kam auf dem schneebedeckten Kiesweg vor dem Haupteingang zum Stehen. Wegen der eisigen Dezemberzeit lag die Dämmerung längst hinter ihnen, und die weitläufige Gartenanlage schlummerte bereits unter einem tiefblauen Nachthimmel.
Kai öffnete die Tür des Wagens und trat hinaus in die schneidende Frostluft. Der frische Schnee knirschte leise unter den Sohlen seiner edlen Lederschuhe. Er schloss das Revers seines dunklen Mantels nicht einmal... die Kälte berührte ihn kaum. Seine Gedanken waren bereits im ersten Stock des Anwesens.
Als er die majestätische Flügeltür der Halle durchschritt, schlug ihm die wohlige Wärme des Hauses entgegen. Das Knistern des Kaminfeuers hallte leise durch die hohen Gänge. Graham nahm ihm stumm und mit der gewohnten, perfekten Diskretion den Mantel ab. Ein einziges, knappes Nicken zwischen den beiden Männern genügte als stumme Bestätigung, dass das Anwesen gesichert war und der Abend absolut ungestört bleiben würde.
Kai ging die breite Treppe nach oben. Wenn er ehrlich zu sich selbst war, hatte er Nami die provokanten Worte im Foyer des Towers nicht nur zugeflüstert, um sie aus ihrer Gedankenwelt zu reißen. Er wollte ihr heute Abend mit jeder Faser seines Körpers erneut beweisen, dass sie für ihn die verlockendste Frau auf dieser Erde war.
Er öffnete die Tür zum Hauptschlafzimmer.
Der Raum war in ein gedämpftes, goldenscheinendes Licht getaucht. Auf dem Nachttisch brannten ein paar feine Duftkerzen, die ein sanftes Aroma von Holz und Vanille im Raum verteilten.
Nami saß auf dem Rand des gigantischen Bettes, eingehüllt in einen seidenen, rosagoldenen Morgenmantel. Ihre silbrigen Haare fielen in dichten, feinen Wellen über ihre Schultern. Als sich die Tür öffnete und Kai eintrat, hob sie den Blick. Ein warmes, leicht verlegenes, aber unverkennbar verlangendes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
„Pünktlich wie die Uhr, ich habe bereits auf dich gewartet... “, schmunzelte sie leise.
Kai schloss die Tür hinter sich. Seine roten Augen fixierten sie mit einer Schärfe, die ihren Herzschlag augenblicklich wieder beschleunigte. Ohne ein Wort zu verlieren, streifte er sein Sacko ab, warf es über einen Stuhl und löste mit einer einzigen, fließenden Bewegung seine Krawatte.
„Ich halte mein Wort immer... das weißt du“, antwortete er trocken.
Er ging auf sie zu, beugte sich hinab und fasste sanft, aber mit unumstößlicher Selbstverständlichkeit unter ihre Kniekehlen und ihren Rücken.
Nami stieß einen überraschten Schrei aus, als er sie ohne die geringste Anstrengung vom Bett hob. Automatisch schlang sie die Arme um seinen Nacken, um nicht den Halt zu verlieren, und sah ihn mit leicht geweiteten Augen an.
„Sag bloß, ich bin dir mittlerweile nicht zu schwer?“, fragte sie halb besorgt, halb neckisch, während ihr Blick an seinem unbewegten Gesicht haftete.
Kai sah sie nur aus seinen intensiven roten Augen an und zog eine Braue nach oben.
Seine Miene blieb absolut unverändert, als er sie fest an seine Brust drückte.
„Sei nicht albern“, entgegnete er trocken und ohne auch nur ansatzweise außer Atem zu kommen. „Es fühlt sich immer noch an, als würde ich eine Feder tragen.“
Er wandte sich um und trug sie mit ruhigen, gleichmäßigen Schritten hinüber in das angrenzende, großzügige Badezimmer. Die große Wanne war bereits mit dampfendem, warmem Wasser gefüllt. Der Nebel stieg langsam auf und spiegelte das warme Kerzenlicht wider, das die Ecken des Raumes erhellte.
Nami sah zu seinem scharfen Profil auf. Ein kicherndes, leicht atemloses Lachen entwich ihr, als die Erinnerung an den Nachmittag zurückkehrte.
„Weißt du eigentlich...“, raunte sie und strich mit den Fingern durch das dunkle Haar an seinem Nacken, „...als du mir vorhin im Tower diese unglaublich heißen Worte ins Ohr geflüstert hast... da habe ich augenblicklich weiche Knie bekommen.“
Ein feines, kaum merkliches Schmunzeln stahl sich auf Kais Lippen. Er hielt vor dem Becken inne, blickte auf sie herab und seine roten Augen glimmten amüsiert auf.
„Das war der Plan“, antwortete er tief, mit diesem unverwechselbaren, leicht arroganten Selbstbewusstsein. „Und die Stunden ohne mich haben sich für dich sicher wie Tage angefühlt.“
Nami musste laut auflachen. Der unverfrorene Stolz in seiner Stimme war so typisch für ihn, dass es ihr das Herz erwärmte. Sie schüttelte lachend den Kopf und schmiegte sich noch enger an seine feste Brust, den Kopf an seine Halsbeuge gelehnt. „Das haben sie tatsächlich...“
Behutsam setzte Kai sie auf dem Rand der Wanne ab. Seine langen Finger griffen nach dem Gürtel ihres Seidenmantels und lösten den Knoten mit einer fast schon ehrfurchtsvollen Langsamkeit. Er schob den weichen Stoff von ihren Schultern. Nami überließ sich ihm vollkommen.
Als der Mantel zu Boden glitt und ihren unbedeckten Körper freigab, verharrte Kais Blick für einen langen Moment auf ihren Formen. Seine Hand glitt langsam, mit spürbarer Hitze über die sanfte Rundung ihres Bauches, ehe seine Finger die schmale Linie ihrer Hüfte nachzogen.
„Du bist wunderschön“, raunte er vollkommene Ehrlichkeit gegen ihre Haut und drückte einen tiefen, brennenden Kuss auf die Wölbung, unter der sein Sohn heranwuchs.
Nami lachte leise auf und vergrub ihre Finger in seinem dunklen Haar. „Schmeichler...“
Kai hielt in seiner Bewegung inne. Er hob den Kopf, sah ihr direkt in die Augen und wischte ihren Einwand mit einem Blick ab, der keinen Raum für Widerrede ließ. Seine Stimme war ruhig, tief und vollkommen trocken:
„Du weißt ganz genau, dass ich niemals schmeichle, mein Schatz. Ich sage nur die Wahrheit.“
Bevor sie etwas darauf erwidern konnte, streifte er mit den Fingerspitzen über ihre Lippen und lieferte ihr den tatenreichen Beweis für seine Worte.
Er entledigte sich mit wenigen Handgriffen seiner verbliebenen Kleidung. Sein durchtrainierter Körper bildete einen faszinierenden Kontrast zu ihrer zarten Silhouette. Er stieg zuerst in das warme Wasser, glitt tief hinein und breitete die Arme aus.
„Komm her“, befahl er leise, doch der Tonfall war die reine Aufforderung zur Hingabe.
Nami stieg vorsichtig nach. Kaum hatte das warme Wasser ihre Haut berührt, nahm Kai sie zu sich. Er zog sie rücklings an seine Brust, sodass sie vollständig zwischen seinen Beinen gebettet war. Das Wasser nahm ihrem schwer gewordenen Körper augenblicklich jede Last. Nami seufzte leise vor Erleichterung auf, als die Schwerelosigkeit ihre Muskeln entspannte, und lehnte ihren Kopf zurück an seine Schulter.
Kais Arme legten sich von hinten um ihren Bauch. Seine Hände glitten unter Wasser träge und besitzergreifend über ihre Haut.
„Wie fühlst du dich?“, raunte er an ihrem Ohr, während seine Lippen ihre empfindliche Halslinie entlangstrichen.
„Göttlich...“, flüsterte Nami, schloss die Augen und genoss das berauschende Gefühl seiner Hitze, die sich mit dem warmen Element um sie herum verband.
Doch Kais Berührungen blieben nicht rein fürsorglich. Die sanften Liebesbeweise verwandelten sich schnell in ein verlangendes Spiel. Seine Hände glitten vom Bauch höher, über ihre Brüste, während seine Daumen mit einer eiskalten Präzision feine Schauer über ihren gesamten Körper jagten. Seine Lippen saugten sich an ihrem Hals fest, hinterließen kleine, heiße Spuren, die Nami die Fingernägel in seine Oberschenkel unter Wasser graben ließen.
„Kai...“, hauchte sie atemlos. Die träge Entspannung des Wassers wich einer brennenden, erotischen Spannung.
Durch den feinen Schimmer des seifigen Wassers und die gesteigerte Empfindsamkeit ihrer Schwangerschaft fühlte sich jede seiner Bewegungen unendlich intensiv an. Jede noch so zarte Reibung brannte wie Feuer auf ihrer Haut und ließ ihren Atem geräuschvoll ins Stocken geraten. Seine Daumen strichen in bedächtigen, kreisenden Bewegungen über die empfindlichen Nippel, was ein leises, hilfloses Stöhnen aus Namis Kehle lockte.
Gleichzeitig neigte er seinen Kopf weiter nach vorn. Seine warme Zunge fuhr langsam seitlich an ihrem Hals entlang, vom schmalen Ansatz ihrer Schulter hinauf bis kurz unter ihr Ohrläppchen. Er genoss das süße Zittern, das bei jeder Liebkosung durch ihren Körper ging, und verlangsamte sein Tempo nur noch mehr, um sie schier um den Verstand zu bringen.
„Siehst du...“, raunte er mit rauem, dunklem Unterton direkt an ihrer Haut, während seine Lippen die feuchten Spuren nachzogen, die seine Zunge hinterlassen hatte, „...dein Körper lügt nicht, mein Schatz. Du hast dich den ganzen Nachmittag nach genau diesem Moment verzehrt.“
Nami warf den Kopf weiter zurück an seine Schulter und krallte die Finger fest in seine unter Wasser ruhenden Oberschenkel. Die Kombination aus der wohligen Schwerelosigkeit des Wassers, der unerträglich heiß gewordenen Berührung seiner seifigen Hände auf ihren Brüsten und dem feuchten Druck seiner Lippen an ihrem Hals raubte ihr jegliche Kontrolle.
„Und du... hast nur auf eine Gelegenheit gewartet... es mir zu beweisen...“, entgegnete sie stoßweise, während ihr Herz wie wild gegen ihre Rippen schlug.
Ein tiefes, vibrierendes Schmunzeln stieg aus Kais Brust auf, das sich direkt auf ihren Rücken übertrug. „Möglich“, gab er ungerührt zu.
Er löste eine seiner Hände von ihrer Brust und ließ sie langsam, tastend unter Wasser über ihren gespannten Bauch hinabgleiten. Die Bewegung war gleichzeitig unglaublich vorsichtig mit Blick auf das kleine Leben in ihr und unerbittlich besitzergreifend. Als seine Fingerspitzen den Punkt erreichten, an dem die Hitze zwischen ihren Schenkeln pulsierte, entwich Nami ein verlangenvoller Seufzer, der von den feuchten Marmorwänden des Badezimmers leise widerhallte.
Sie bebte in seinen Armen, während sie nach Atem rang. Seine Lippen wanderten wieder von ihrer Schulter hinauf. Die Hitze seines Atems traf ihre Haut wie ein Versprechen, als seine raue, dunkle Stimme das Dampfen des Wassers durchdrang.
„Seit ich dich kenne... habe ich gelernt, wie mächtig Worte sein können“, raunte Kai tief, während seine obere Hand die seifige, brennende Reibung auf ihren hochempfindlichen Brüsten erneuerte. Seine Lippen saugten sich sanft an der Kuhle unter ihrem Ohr fest. „Ich habe mein ganzes Leben lang wenig Worte verwendet. Aber ich genieße die Kontrolle über deine Sinne einfach viel zu sehr... um leise zu sein. Also... hör mir jetzt ganz genau zu...“
Ein atemloses, hilfloses Schluchzen entwich Namis Lippen. Die Enthüllung aus seinem Mund... gepaart mit den unerträglich intensiven Berührungen unter und über Wasser... raubte ihr völlig den Verstand. Es war die kompromisslose Ehrlichkeitswelle, die sie jedes Mal aufs Neue überwältigte.
Kai verlangsamte das Spiel seiner Finger unter Wasser nicht. Stattdessen neigte er sich noch ein Stück näher an ihr Ohr, sein Atem wie flüssiges Feuer auf ihrer feuchten Haut.
„Sobald der Kleine da ist... und du wieder ganz die Alte bist... werde ich dich jagen“, flüsterte er so dunkel und verheißungsvoll, dass ein eiskalter, verlangenvoller Schauer über ihren gesamten Rücken jagte. „Und zwar so lange und unerbittlich, dass du zwei volle Tage keinen einzigen Schritt aus dem Bett wagen wirst.“
Eine heftige, schmerzhaft schöne Welle der Erregung durchfuhr Nami bis in die Fußspitzen. Sie spürte ganz genau, wie der Orgasmus unaufhaltsam näher kam, als Kai sie mit rhythmischen, kreisenden Bewegungen direkt an der empfindlichsten Stelle stimulierte.
„Kai...“, seufzte sie zittrig, während der Dampf des Wassers um sie herum zu glühen schien.
„Es wird... sicher einige Wochen dauern... bis mein Körper wieder halbwegs... normal ist...“
Kai schmunzelte leise. Sie spürte das feine, amüsierte Grinsen seiner Lippen direkt an der empfindlichen Haut ihres Halses.
„Vergiss deine heilende Aura nicht, mein Schatz“, raunte er selbstbewusst und strich mit dem Daumen über den glühenden Punkt, der sie nur noch weiter um den Verstand brachte. „Ich wette mit dir... es wird nur wenige Tage dauern, ehe alles wieder beim Alten ist.“
In genau diesem Moment riss die dünne Fessel ihrer Beherrschung vollkommen. Nami strampelte hilflos gegen den Auftrieb des Wassers und warf den Kopf weit zurück an seine breite Schulter. Ihre Hände schnellten unter die Wasseroberfläche, um seine Hand zu greifen und noch fester, noch kompromissloser zwischen ihre Schenkel zu drücken.
Ihr Schluchzen wurde dringlicher, jagte stoßweise durch ihre Brust und ging schließlich in einem langen, zittrigen Schrei der reinen Hingabe über. Der Orgasmus rollte wie eine gigantische, glühende Woge über sie hinweg, ließ ihren gesamten Körper in Kais festem Griff erschüttern und verbrannte jeden einzelnen klaren Gedanken in der schwerelosen Hitze des Wassers.
Nami sank schwer atmend und leicht zitternd zurück gegen seine breite, feste Brust. Der heftige Nachhall des Orgasmus verblasste nur langsam in ihren Muskeln, während der sanfte Auftrieb des warmen Wassers sie geborgen wiegte.
Kai löste behutsam den festen Druck seiner Hand zwischen ihren Schenkeln. Er legte seine Lippen spürbar sanft an ihre feuchte Schläfe und drückte einen ruhigen, ehrfurchtsvollen Kuss auf ihre erhitzte Haut.
Seine großen Hände fuhren unter der Wasseroberfläche in langsamen, beruhigenden Strichen ihre Oberschenkel hinauf, um die verbliebene Spannung vollends aus ihren Beinen zu streicheln.
Nami seufzte wohlig auf, als der rasende Schlag ihres Herzens sich allmählich wieder verlangsamte und ihr Atem sich mühsam normalisierte. Sie schmiegte ihren Hinterkopf tiefer in seine Halsbeuge, schloss erschöpft, aber überglücklich die Augen und ließ sich vollkommen in seiner unerschütterlichen Wärme geborgen halten.
Ein leises, glückliches Lachen entwich Namis Brust, das im sanften Dampf des Badezimmers nachhallte. Sie drehte den Kopf ein wenig zur Seite, sodass ihre Wangen sich an seine nasse Schulter schmiegten, und blickte ihn aus noch leicht verschleierten, ozeanfarbenen Augen von unten an.
„Du hast wirklich eine sehr effiziente Art, mein Gedächtnis zu löschen, Kai...“, raunte sie schmunzelnd, während ihre Finger unter Wasser sanft über seine Unterarme strichen. „Ich könnte dir auf der Stelle schwören, dass ich ausnahmslos jedes einzelne Buch vergessen habe, das ich in der letzten Woche gelesen habe... und vermutlich noch so einiges mehr. Genau wie du gesagt hast... “
Kai zog eine Braue nach oben, doch der dunkle Funke des Amüsements in seinen roten Augen verriet ihn augenblicklich. Ein feines, leicht arrogantes Zucken der Mundwinkel stahl sich auf seine Lippen.
„Das war das Ziel“, entgegnete er trocken und drückte ihr noch einen sanften Kuss auf das vom Wasserdampf feuchte Silber ihres Haares. „Hauptsache, du vergisst das Wichtigste nicht.“
Nami sah zu ihm auf, die Augen noch immer von der verbliebenen Hitze verschleiert, während ein feines, neugieriges Lächeln auf ihren Lippen lag.
„Und das wäre?“, fragte sie leise, und ihre Stimme trug diesen leicht herausfordernden, unendlich vertrauten Ton, den nur er aus ihr herauslocken konnte.
Kais Blick verengte sich ein Stück. Seine rubinroten Augen fixierten sie mit einer Intensität, die sie augenblicklich wieder verstummen ließ. Der Griff seiner Arme um ihren Körper wurde für einen Herzschlag noch einen Hauch fester, unnachgiebig und vollkommen besitzergreifend.
„Dass du niemals vergisst, dass ich dich liebe“, antwortete er tief, seine Stimme rau und absolut kompromisslos.
Es war keine beiläufig dahingesagte Floskel.
Es gab in seiner Stimme keinen Raum für Romantik im klassischen Sinne, kein Zögern und keine Weichheit. Es war die reine, unumstößliche Wahrheit... verpackt in jene kühle, unerschütterliche Dominanz, die Kai Hiwatari seit jeher ausmachte. Eine Ansage, die keinen Zweifel zuließ und genau deshalb tief in Namis Herz drang.
Obwohl ihr Atem sich längst wieder beruhigt hatte, blieb die Spannung im Wasser greifbar. Sie spürte seine deutliche, unmissverständliche Erregung schon seit einigen Minuten direkt unter sich, fest gegen ihr Gesäß gepresst. Kai hielt sich mit jener eisernen Beherrschung zurück, die ihm eigen war, einzig um ihr nach dem kraftraubenden Orgasmus noch einen ruhigen, gewichtslosen Moment in der warmen Badewanne zu schenken.
Doch Nami liebte es einfach viel zu sehr, mit dem Feuer zu spielen und ihn zu provozieren.
Sie lehnte ihren Kopf noch weiter zurück in seine Halsbeuge, drehte ihr Gesicht leicht und setzte einen langsam wärmer werdenden, spitzbübischen Kuss direkt an seine markante Kieferlinie.
„Weißt du...“, raunte sie, während ihre Fingernägel unter Wasser sanft über seine Oberschenkel strichen, „...wenn es wirklich so sein sollte, dass das Wochenbett für mich praktisch ausfällt... dann lasse ich mich nach der Geburt liebend gerne von dir jagen.“ Sie hielt kurz inne, ließ ihre Lippen an seinem Hals verweilen und fügte mit einem unverkennbar frechen Unterton hinzu: „Aber... ich werde ebenfalls versuchen, dich zu beherrschen.“
Ein leises Kichern entwich ihr, als sie zu ihm aufblickte und seinen seitlichen, leicht skeptischen Blick auffing. Die rechte Braue wanderte ein Stück nach oben, und seine Miene blieb unbewegt wie aus Marmor gemeißelt.
Er wusste haargenau, worauf Nami anspielte.
Es war schon fast ein eingespieltes, leidenschaftliches Machtspiel zwischen ihnen. Sie hatte in den ersten Monaten ihrer Beziehung immer wieder versucht, im Bett die Führung zu übernehmen... oben zu sein, den Ton anzugeben und ihn nach ihren Regeln zu lenken, aber auch eher um ihn damit zu reizen. Doch Kai hatte sie bisher jedes einzelne Mal mit einer einzigen, fließenden Bewegung wieder sanft, aber absolut unnachgiebig unter sich begraben und sie mit der unerbittlichen Schärfe seiner Küsse vollkommen willenlos gemacht.
Sich ihr hinzugeben, der passive Teil zu sein, bedeutete für Kai Hiwatari schlichtweg, Kontrolle abzugeben. Und in diesem Punkt gab es bei ihm keine Kompromisse: Er hatte bisher nicht ein einziges Mal das Bedürfnis verspürt, dieses Zepter aus der Hand zu geben. Sei es dadurch, dass Nami das Tempo bestimmte, indem sie auf ihm saß, oder dass er dabei zusah, wie sie langsam an ihm hinabglitt, um ihn auf andere Weise seiner eisernen Beherrschung zu berauben... die Kontrolle blieb stets bei ihm.
„Du lernst es wirklich nie, oder?“, raunte Kai tief, während sein Griff um ihre Taille sich unter Wasser augenblicklich wieder festigte und das amüsierte Funken in seinen roten Augen einer sehr viel dunkleren, gefährlicheren Glut wich.
Nami biss sich herausfordernd auf die Unterlippe, während ihre ozeanfarbenen Augen in einem frechen, fast schon gefährlichen Glanz aufleuchteten. Sie schreckte vor der unnahbaren Aura, die Kai augenblicklich wieder umgab, keineswegs zurück... im Gegenteil, es stachelte sie nur noch mehr an.
„Wie wäre es dann mit einer Wette?“, raunte sie, und ihre Stimme war pures Gift für seine gewohnte Selbstbeherrschung. Sie lehnte sich noch ein Stück weiter zurück, sodass ihr Körper das feste Holz seiner Erregung unter Wasser noch deutlicher spürte. „Wenn du gewinnst... beherrschst du mich wie gewohnt. Nach deinen Regeln, wann immer und wie immer du willst... jag mich, beherrsche mich.“
Sie hielt kurz inne, um den Druck ihrer Worte wirken zu lassen, ehe ein triumphierendes Lächeln ihre Lippen umspielte.
„Doch... wenn ich gewinne... würdest du dich auch einmal darauf einlassen, die Kontrolle abzugeben. Vollkommen.“
Kai verharrte reglos. Nur das feine Zucken an seiner Kieferleiste verriet, dass die Provokation bei ihm angekommen war.
„Ich wette...“, fuhr Nami unerschrocken fort, während ihre Hand unter der Wasseroberfläche langsam über sein Knie glitt, „...dass ich mindestens fünf Tage brauche, bis mein Körper nach der Geburt wieder geheilt ist, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen... dass es kürzer dauert... ehe sogar länger.“
Der Raum hüllte sich für einen langen Augenblick in völlige Stille, nur unterbrochen vom leisen Plätschern des warmen Wassers und dem Knistern der Kerzen im Hintergrund.
Kais rubinrote Augen lagen unbewegt auf ihr, als würde er das Risiko dieses Angebots kühlanalytisch abwägen. Die Vorstellung, sich fügen zu müssen und Nami das Zepter zu überlassen, lief seiner gesamten Natur zuwider. Doch das absolute Zutrauen in seine Einschätzung... und in ihre gemeinsamen Fähigkeiten... wog schwerer.
Nach einer spürbaren Pause brach seine raue, tiefe Stimme das Schweigen.
„Zwei Tage“, sagte Kai knapp, vollkommen trocken und ohne die geringste Spur von Zögern.
Nami blinzelte überrascht. „Wie bitte?“
„Ich sage, es dauert höchstens zwei Tage“, wiederholte er unnachgiebig. Ein dunkles, unendlich selbstbewusstes Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen, als er die Hand von ihrer Hüfte löste und ihr unter Wasser seine Handfläche entgegenstreckte. „Die Wette steht, mein Schatz. Wenn du am dritten Tag noch nicht wieder fit bist, gehört die Kontrolle dir. Aber wenn es nur zwei Tage dauert... gehört mir jeder einzelne Atemzug von dir.“
Nami lächelte verschmitzt, hob ihre feuchte Hand aus dem warmen Wasser und schlug ohne ein einziges Zögern in seine ein.
„Abgemacht, mein Schatz“, raunte sie, und in ihren ozeanfarbenen Augen funkelte der pure Übermut.
Doch ehe der Ton ihres letzten Wortes im Raum verhallen konnte, schnellte Kais andere Hand vor und packte sie direkt am Hinterkopf. Seine langen Finger vergruben sich unnachgiebig in ihrem silbrigen Haar und zogen sie ohne jeden Spielraum in einen tiefen, verlangenden Kuss.
Er forderte ihren Mund mit einer rücksichtslosen Intensität, die ihr augenblicklich das Blut in den Adern direkt wieder aufkochen ließ. Als er den Kuss endlich um einen Hauch löste, verharrte er nur Millimeter vor ihren benetzten Lippen. Sein Atem brannte wie flüssiges Feuer auf ihrer Haut.
„Heute... gehört dein Atem ohnehin bereits mir“, raunte er dunkel, rauchig und mit einer Unerbittlichkeit, die keinen Zweifel an seinen Absichten ließ.
Nami lachte leise auf, ein tiefes, vibrierendes Geräusch der reinen Vorfreude, und überbrückte den winzigen Abstand zwischen ihnen noch einmal selbst für einen kurzen, heißen Kuss. Sie wusste ganz genau, worauf er anspielte. Das Spiel im dampfenden Badewasser war nur das Vorspiel gewesen... nun war es an der Zeit, das warme Becken zu verlassen und sein unnachgiebiges Verlangen nach ihrer Wärme drüben im großen Bett vollkommen zu stillen.
Kai stieg als Erster aus dem Becken, griff nach einem der großen Handtücher und reichte es ihr nachdem er ihr auf geholfen hatte. Während sie sich abtrocknete, lag sein Blick kühl, scharf und unmissverständlich besitzergreifend auf ihrem Körper. Als sie den Rand der Wanne verließ, griff er nach ihrer Hand. Seine langen Finger verschränkten sich fest mit ihren, und er zog sie langsam hinter sich her hinüber ins gedämpft erleuchtete Schlafzimmer.
Direkt vor der Kante des riesigen Bettes hielt er inne. Bevor Nami auch nur reagieren konnte, zog er sie am Handgelenk wieder dicht an seine Brust. Seine freie Hand fuhr in ihr nasses, silbriges Haar, packte sie erneut am Hinterkopf und drängte sie mit einer einzigen, fließenden Bewegung rücklings auf die Kante der weichen Daunen.
Nami entwich ein leiser, überraschter Atemzug, der augenblicklich in seinem Mund erstickte. Kai beugte sich schützend über sie, drückte sie sanft, aber unnachgiebig mit dem Rücken in die Kissen und verwickelte sie in einen tiefen, verlangenden Kuss. Er raubte ihr ohne jedes Zögern den Atem, dominierte ihre Lippen und ließ seine Hitze vollkommen über sie hineinbrechen.
Erst als Nami sich ihm vollständig ergab und ihre Finger fest in seinen Schultern vergrub, löste er seinen Mund um einen Hauch von ihren Lippen. Seine roten Augen glühten dunkel auf, während sein Atem heiß über ihr Gesicht strich.
Ohne den Blick von ihr zu wenden, glitt er zur Seite und legte sich dicht neben sie. Mit einer geschmeidigen, eingespielten Bewegung fasste er sanft an ihre Schulter und ihre Hüfte, um sie zu sich herum auf die Seite zu drehen. Sein nackter, durchtrainierter Körper schob sich lückenlos von hinten an ihren Rücken.
Die Löffelchenstellung nahm Nami augenblicklich jedes Gewicht, während Kai sie vollkommen in seinen Armen verankerte. Seine Lippen saugten sich an der empfindlichen Kuhle unter ihrem Ohr fest, während er sich von hinten langsam, tief und ohne Zögern in sie schob. Nami seufzte tief auf.
Sein unterer Arm glitt unter ihrem Oberkörper durch und legte sich fest um ihre Brüste, während seine breite Hand die hochempfindliche Rundung umschloss und die drängende Reibung seiner Finger auf ihrer Haut erneuerte.
Gleichzeitig griff seine andere Hand nach ihrem oben liegenden Bein, fasste unnachgiebig unter ihre Schenkelbeuge und winkelte es nach oben ab. Die Bewegung öffnete ihren Körper vollkommen für ihn, schaffte perfekte Entlastung für ihren Babybauch und erlaubte ihm gleichzeitig, noch tiefer in sie einzudringen.
Nami stöhnte laut auf. Ein stoßweises Schluchzen entwich ihrer Kehle, als sich die scharfe, erotische Hitze schlagartig in ihrem Unterleib verdichtete. Sie wandte sich vor Erregung in seinem Griff. Kais eiserner Halt ließ ihr nicht den kleinsten Zentimeter Spielraum. Er hielt ihren Körper vollkommen unumstößlich an sich gepresst, nahm jede ihrer Reaktionen mit der Brust auf und diktierte jede einzelne ihrer Bewegungen.
„Bleib genau so...“, raunte er dunkel gegen ihr empfindliches Ohrläppchen. Seine Stimme war rau vor Verlangen, als seine Stöße von hinten noch tiefer und unerbittlicher wurden und Nami Welle für Welle weiter in die vollkommene Hingabe rissen.
Die Sekunden verstrichen, und mit jedem einzelnen, tiefen Stoß schraubte sich die Intensität in dem dunklen Raum weiter nach oben. Nach nur wenigen Minuten dieser kompromisslosen Stimulation veränderten sich Namis Lautäußerungen vollkommen. Ihr tiefes, atemloses Stöhnen wurde heller, schriller und ungehaltener, getrieben von einer schieren Übermacht an Empfindungen, die sie nicht mehr kontrollieren konnte.
Um sie herum verblasste die Welt. Die dunklen Umrisse des Schlafzimmers, die schemenhaften Möbel und das gedämpfte Licht verschwammen zu einer bedeutungslosen Kulisse. Ihre gesamte Existenz verengte sich auf diesen einen, brennenden Punkt in ihrem Unterleib... und auf das sündige, nasse Schmatzen und das rhythmische Klatschen von Kais Haut auf ihrer, das verheißungsvoll durch die Stille der Nacht hallte.
Namis Beherrschung zerbrach endgültig. Ihre Finger krallten sich verzweifelt und mit aller Kraft in Kais muskulösen Unterarm, der ihre Brüste unerbittlich umschlungen hielt, während ihr Körper unter der unnachgiebigen Reibung hilflos bebte.
„Oh... mein... Gott... ich... ich ...!“, schluchzte sie mit hoher, vor Erregung überschlagender Stimme. Ein hemmungsloses Zittern erfasste ihren gesamten Leib. „Ich... ich... komme... !“
Kai verlangsamte seine Bewegungen nicht.
Als die ersten heftigen Wellen ihres Orgasmus ihren Körper erfassten und ihre Muskeln sich eng um ihn zogen, hielt er seinen Rhythmus unerbittlich bei. Genau diese unkontrollierte Hingabe brach auch seine eiserne Beherrschung.
Er vergrub sein Gesicht tief in ihrem Nacken, während er sich mitten in der Bewegung vollkommen seinem eigenen Orgasmus hingab. Sein tiefes, raues Stöhnen wurde halb erstickt direkt in ihre heiße Haut gepresst, als er mit kraftvollen, ununterbrochenen Stoßbewegungen tief in ihr kam und sie dabei unerschütterlich fest an seinen eigenen, bebenden Körper gepresst hielt.
Sie blieben stumm und eng umschlungen auf dem Bett liegen, während ihre Körper nur langsam zur Ruhe kamen und Kai die Bewegungen seiner Hüfte langsam auslaufen ließ. Das schwerfällige, synchrone Heben und Senken ihrer Brustkörbe war das einzige Geräusch, das die Stille des abgedunkelten Schlafzimmers durchbrach.
Namis Atem hallte noch zittrig nach, und ihre Augen wirkten glasig, schwer von der tiefen Erschöpfung und dem Nachhall der Erregung.
Sie schloss die Lider und entließ einen langen, wohligen Seufzer, während Kai noch für diesen einen, kostbaren Augenblick tief in ihr verweilte.
Sie lehnte den Kopf noch ein Stück weiter zurück, um jede Faser ihrer Haut fest an seine breite Brust zu schmiegen und seine ungebrochene Hitze in sich aufzusaugen. Kai entließ einen langsamen, tiefen Atemzug an ihrer Schulter. Ohne die schützende Nähe zu unterbrechen, ließ er ihr abgewinkeltes Bein sanft nach unten gleiten, bis es wieder entspannt auf dem Laken lag.
Gleichzeitig lockerte er den unnachgiebigen Griff seines Unterarms um ihre Brüste und wandelte die hemmungslose Härte des Augenblicks in eine schwere, ruhige Umarmung um, die sie sicher an seinen Körper verankert hielt.
Kai verharrte reglos an ihrer Haut. Die Hitze des eben Erlebten verblasste langsam, doch die Dichte in seiner Stimme blieb unverändert, schwer wie polierter Stahl.
„Ich werde jeden zerstören, der dir oder dem Baby zu nahe kommt“, murmelte er tief gegen ihren Nacken. Es war keine drohende Geste an das Schicksal, sondern ein nüchternes, finsteres Versprechen.
Nami hörte die Worte, und die Unerbittlichkeit darin ließ eine feine Gänsehaut über ihren Körper laufen. Mit ruhigen, bedächtigen Bewegungen drehte sie sich in seinem lockeren Griff vorsichtig auf den Rücken. Die Daunen gaben nach, und sie sah im schummrigen Halbdunkel des Raumes hinauf in sein scharf geschnittenes Profil. Seine rubinroten Augen lagen dunkel und wachsam auf ihr.
Sie hob die Hand und strich mit den Fingerspitzen sanft über seine ausgeprägte Wange, wo seine Kiefermuskeln noch immer leicht angespannt waren.
„Ich habe mich noch nie so sicher gefühlt wie an deiner Seite... seit dem Tag, an dem ich dich kennengelernt habe“, raunte sie leise.
Was sie jedoch nicht aussprach, war der dunkle Unterton, den sie in seinen Worten herausgehört hatte. Es war mehr als nur sein gewohnter Beschützerinstinkt; ein schmaler Grat aus Argwohn und unruhiger Wachsamkeit lag in seiner Stimme.
Irgendetwas beschäftigte ihn im Hintergrund.
Doch Nami kannte Kai gut genug, um zu wissen, wann Fragen zwecklos waren. Sie würde ihn nicht drängen, ihr zu sagen, was seinen Geist überschattete. Nicht in diesem Augenblick... nicht heute Nacht.
Kai spürte ihren suchenden Blick und die sanfte Berührung an seiner Haut. Ohne ein weiteres Wort neigte er den Kopf hinab, fing ihre Lippen ab und begrub jede verbliebene Frage in einem tiefen, langsam brennenden Kuss.