Ein Wink des Schicksals
Ein Wink des Schicksals
Tala stieß sich mit einer ruhigen, aber bedrohlichen Bewegung von der kühlen Tür ab. Seine Muskeln waren angespannt, der Kiefer fest zusammengepresst, während seine eisblauen Augen stoisch das Zimmer musterten und schließlich auf dem Bett hängen blieben.
Lumina hatte sich leicht aufgerichtet. Die Bettdecke war von ihren Schultern geglitten und enthüllte unverhüllt die Abdrücke seiner Hände an ihren Hüften. Sie blinzelte verschlafen, strich sich eine silbrige Haarsträhne aus dem Gesicht und blickte ihn aus ihren leicht verschleierten, magentafarbenen Augen an.
„Wer war das?“, fragte sie heiser, während ein kleines, müdes Schmunzeln ihre Lippen umspielte. „Hast du etwa den Zimmerservice zusammengestaucht?“
Tala trat an die Bettkante, die Arme steif vor der nackten Brust verschränkt. Sein scharfer Verstand arbeitete präzise. Er hatte die Verwandtschaftsverhältnisse längst abgespeichert und wusste logisch gesehen, dass von dem Kerl absolut keine reale Bedrohung ausging. Und doch verengten sich seine Augen zu gefährlichen Schlitzen. Denn was ihn in Wahrheit rasend machte, war die Tatsache, dass Lumina genau wusste, welche Hebel sie bei ihm ansetzen musste, um sein eiskaltes Fundament zum Bröckeln zu bringen.
„Dein Cousin“, knurrte er und ließ jedes Wort wie einen Eisblock auf die Matratze fallen. „Er wartet unten in der Lobby auf dich. Wollte dich zum Frühstück abholen.“
Luminas Brauen hoben sich amüsiert. Das schlaftrunkene Lächeln auf ihren Zügen wandelte sich augenblicklich in ihr gewohntes, frech-strahlendes Grinsen. Sie stützte sich auf die Ellenbogen, völlig unbeeindruckt von seiner finsteren Aura.
„Ach, Elias…“, meinte sie dehnend und ließ den Namen mit einer leicht provokanten Note auf der Zunge zergehen. „Stimmt ja, wir wollten uns heute den Campus ansehen. Sehr aufmerksam von ihm, mich abzuholen. Elias ist eben ein echter Gentleman... und gut aussehend ist er noch dazu, findest du nicht?“
Tala fixierte sie schweigend. Sein analytischer Blick sezierte ihre Miene in Sekundenschnelle. Er sah den feinen, siegesgewissen Glanz in ihren Augen und das kaum merkliche Zucken ihrer Mundwinkel. Es war ein Spiel. Sie testete seine Grenzen aus, versuchte gezielt herauszufinden, wie viel Macht sie über seine Emotionen besaß. Und genau das verlangte seinem Kontrollwahn alles ab.
Bevor Lumina auch nur den Hauch einer Chance hatte zu reagieren, beugte er sich vor, griff nach ihren Handgelenken und drückte sie mit rauer, unerbittlicher Gewalt zurück in die Kissen.
Er stemmte sich über sie, sodass sein Schatten sie vollkommen einnahm. Sein Blick brannte sich eiskalt und gefährlich dicht in ihren.
„Glaub ja nicht, dass ich dein kleines, durchsichtiges Spiel nicht durchschaue, Prinzessin.“, presste er mit tiefer, rauer Stimme zwischen den Zähnen hervor, während seine Finger ihre Handgelenke fest an die Matratze drückten. „Ich weiß haargenau, wer er ist. Aber reiz es nicht aus. Ich brauche nur eine Hand, um deinen niedlichen Cousin in der Lobby zusammenzufalten, nur um dir zu beweisen, wie wenig mich deine Provokationen interessieren.“
Lumina entglitt ein leises Lachen. Ihr Herz machte einen unwillkürlichen Satz. Sie spürte die eiskalte Berechnung in seinen Worten, gepaart mit der unkontrollierten Wucht seines Besitzdenkens, die er selbst mit all seiner Intelligenz nicht mehr ganz unterdrücken konnte. Sie hatte ihn getroffen... nicht, weil er dachte, Elias sei eine Gefahr, sondern weil er es verabscheute, wie mühelos sie sein emotionales Gleichgewicht ins Schwanken brachte.
„Ich sehe schon… du hast die Lage wie gewohnt messerscharf analysiert.“, raunte sie und streckte sich ihm trotzig entgegen, bis ihre Lippen fast seine raue Wangenlinie berührten. „Aber keine Sorge. Elias weiß ganz genau, wo sein Platz ist. Die Frage ist eher… was machst du jetzt daraus?“
Tala fixierte sie für mehrere lange Sekunden schweigend. Der Muskel an seiner Wange zuckte heftig. Sein Verstand riet ihm, die Sache auf sich beruhen zu lassen und stoisch im Zimmer zu bleiben. Doch sein neugeborener, finsterer Besitzinstinkt weigerte sich strikt, sie heute Morgen allein nach unten zu schicken. Nicht mit den deutlichen Spuren seines Bisses an ihrem Hals, und erst recht nicht, um ihr den Triumph zu überlassen, ihn aus manövriert zu haben.
Er ließ ihre Handgelenke schroff los, richtete sich auf und trat einen Schritt vom Bett zurück.
„Du ziehst dir jetzt was an“, befehligte er rau, während er nach seiner Hose griff und sie mit einer flüssigen Bewegung überstreifte. „Und zwar etwas, das deinen verdammten Hals verdeckt. Ich gehe mit runter.“
Lumina richtete sich langsam auf, strich sich das silbrige Haar nach hinten und sah ihm mit einem spitzbübischen, absolut siegreichen Lächeln hinterher.
„Oh? Der kühle Russen-Lord leistet mir Gesellschaft beim Frühstück?“, stichelte sie amüsiert, während sie ihre Beine aus dem Bett schwang und das feine Zittern in ihren Oberschenkeln ignorierte. „Obwohl du weißt, dass Elias keine Bedrohung ist?“
Tala drehte sich zu ihr um, zog den Gürtel stramm und sah stoisch auf sie herab. „Ich gehe nicht wegen ihm runter, Lumina. Ich gehe mit, um dir ganz genau zu zeigen, dass du mich mit deinen dämlichen Spielen nicht kontrollierst. Und um sicherzustellen, dass du dich nicht überschätzt, nachdem du gestern kaum noch stehen konntest.“
Lumina richtete sich leicht zitternd auf, schlang den Hotelbademantel um ihren gezeichneten Körper und trat langsam auf ihn zu. Sie blieb dicht vor ihm stehen, blickte zu seinen eisblauen Augen auf und legte ihre Hand flach auf seine breite, nackte Brust.
„Natürlich, Tala… nur deswegen“, hauchte sie mit einem Augenzwinkern und drückte ihm einen schnellen, frechen Kuss auf das Kinn, ehe sie ins Badezimmer entschwand und die Tür hinter sich anlehnte.
Tala blieb im Raum zurück, die Hände fest in die Hüften gestemmt. Er atmete tief durch die Nase ein, streifte sich sein dunkles Shirt über den Kopf und sah im Spiegel sein eigenes, finsteres Ebenbild. Er hatte das Spiel durchschaut... und war am Ende trotzdem genau dort gelandet, wo sie ihn haben wollte. Und genau das war die gefährlichste Erkenntnis an diesem Morgen.
Etwa fünfzehn Minuten später...
Tala schritt mit gewohnter, uneinnehmbarer Präsenz an Luminas Seite durch die geschmackvoll gestaltete Hotel-Lobby. Seine Hände ruhten tief in den Taschen seiner Hose, die breiten Schultern gestrafft, während seine eisblauen Augen bereits aus der Distanz die Szenerie abscannten.
Elias saß in einem der tiefen Ledersessel nahe dem Empfang, einen frischen Espresso vor sich auf dem Glastisch. Als er die beiden auf sich zukommen sah, hob er gelassen das Kinn. Doch für einen kurzen Augenblick huschte ein deutliches Schimmern der Überraschung über seine Züge.
Er hatte absolut nicht damit gerechnet, dass Tala ihn beim Wort nehmen und sogar mit nach unten kommen würde. Seiner Ansicht nach war der unnahbare Russe eigentlich viel zu stolz, um sich auf so ein offenes Revierverhalten einzulassen.
Elias fing sich jedoch augenblicklich wieder.
Er erhob sich mit einer fließenden Bewegung und steckte die Hände locker in die Hosentaschen. Sein Blick lag einen Moment zu lang auf den beiden, ehe er Tala mit einem feinen, absolut unaufgeregten Lächeln zunickte.
„Guten Morgen, ihr beiden“, grüßte Elias geschmeidig und schenkte Tala einen amüsierten Blick. „Du leistest uns also wirklich Gesellschaft, Valkov? Gut geschlafen?“
Tala würdigte den klaren Versuch einer Provokation nicht einmal mit einem Wimpernschlag. Seine eisblauen Augen verengten sich lediglich um einen Millimeter, während er Elias mit messerscharfer, eiskalter Präzision sezierten. Er las die vollkommene Arglosigkeit in den Zügen des Cousins wie ein offenes Buch.
„Hervorragend“, erwiderte Tala trocken, ohne dass auch nur ein einziger Muskel in seinem Gesicht zuckte.
Bevor die stumme Spannung zwischen den Männern weiter anwachsen konnte, steuerte Lumina bereits mit eleganten, wiegenden Schritten auf den Empfangstresen zu. Ihre silbrigen Haare fielen schimmernd über die Schultern ihres hochgeschlossenen Pullovers, der die Spuren der Nacht kunstvoll verdeckte, und ihr strahlendes, freches Lächeln lag wie gewohnt auf ihren Lippen.
Hinter dem massiven Marmortresen standen drei Hotelangestellte... eine ältere, adrette Dame in der Mitte und zwei jüngere Damen zu ihren Seiten.
„Guten Morgen“, flötete Lumina sanft, lehnte sich leicht gegen das polierte Holz und sah die Dame in der Mitte direkt an. „Ich wollte nur kurz Bescheid geben, dass ich heute definitiv einen kompletten Wechsel der Bettwäsche brauche. Bitte lassen Sie das Bett vom Zimmerservice frisch machen.“
Die Empfangsdame lächelte professionell und tippte bereitwillig auf ihrer Tastatur herum. „Sehr gerne, Ma'am. Auf welche Zimmernummer ist die Buchung denn ausgeschrieben?“
„Zimmer 408“, antwortete Lumina wie aus der Pistole geschossen, die Stimme glasklar und ohne jeden Anflug von Zögern.
Im selben Bruchteil einer Sekunde fror die Bewegung der Dame an der Tastatur komplett ein.
Ein ruckartiges Zucken fuhr durch ihre Schultern. Die Dame hob langsam den Kopf, und ihre Augen weiteten sich zu ungläubigen Tellern, mit denen sie Lumina schockstarr anstarrte.
Direkt neben ihr stieß eine der beiden jüngeren Rezeptionistinnen einen unwillkürlichen, kläglichen Laut aus. Binnen Sekundenbruchteilen liefen beide jungen Frauen vom Halsansatz bis zu den Haarwurzeln tief hochrot an. Sie starrten Lumina an, als hielten sie den Atem an, ehe ihre hochroten Köpfe blitzartig herumfuhren... zuerst zu Tala, der stoisch wie eine Statue im Raum stand, und dann zu Elias, der mit verschränkten Armen daneben wartete.
Der Grund für das Entsetzen war im Nachtdienst-Protokoll mehr als deutlich vermerkt: Um Punkt vier Uhr morgens hatten sich gleich mehrere Gäste aus den angrenzenden Nebenzimmern sowie aus dem Zimmer direkt darunter massiv über den ohrenbetäubenden Lärm beschwert. Sie hatten das Personal vehement dazu genötigt, hochzugehen und dem lautstarken Spektakel endlich ein Ende zu setzen. Doch beim Nachtdienst war wahrhaftig niemand so blöd gewesen, in dieser Situation an Tür 408 zu klopfen... also hatten alle Beteiligten unten am Empfang gebetet und abgewartet, bis der unbarmherzige Krach nach etwa zwanzig Minuten von ganz allein aufhörte.
Elias hob langsam eine Braue. Sein amüsierter Blick wanderte von den völlig aufgelösten Damen am Empfang zu Lumina und schließlich zu Tala, während sich ein sehr wissendes, breites Schmunzeln auf seinen Zügen ausbreitete. Seine anfängliche Überraschung wich dem amüsierten Vergnügen über die spürbare Dynamik zwischen den beiden.
Tala hingegen zeigte absolut keinerlei Regung. Seine Miene blieb wie aus Marmor gemeißelt, die Augen eiskalt und unberechenbar. Er verzog keine Wimper, als wüsste er absolut nichts von den nächtlichen Beschwerden im System der Rezeption.
Lumina blinzelte einmal kurz. Sie beugte sich einen Hauch weiter über den Tresen, legte den Kopf schief und fragte mit einem zuckersüßen, völlig schuldbewussten Lächeln: „Geht das denn in Ordnung?“
Die ältere Rezeptionistin fasste sich als Erste wieder. Als erfahrene Chefin des Empfangs besaß sie jahrelange Übung im Umgang mit internationalen Gästen. Sie wusste nur zu gut, dass europäische Gäste in solchen Belangen oft weitaus direkter und weniger von der tief verwurzelten japanischen Zurückhaltung geprägt waren.
Sie verneigte sich leicht hinter dem Tresen, legte die Hände vor dem Bauch zusammen und sah Lumina mit mütterlicher, überaus höflicher Besorgnis an.
„Aber selbstverständlich, Ma'am. Wir werden das Zimmer umgehend für Sie herrichten lassen“, begann sie mit sanfter, geschulter Stimme. Dann hielt sie kurz inne und senkte den Kopf einen Hauch weiter. „Wir wollten uns erkundigen... ob bei Ihnen im Zimmer alles in Ordnung ist? Die Nachtschicht hatte einige besorgte Rückmeldungen bezüglich unruhiger Geräusche. Da das Wohl und die Unversehrtheit aller unserer Gäste für uns oberste Priorität haben, wollten wir sicherstellen, dass es Ihnen gut geht und Sie eine angenehme Nacht hatten.“
Die zwei jüngeren Rezeptionistinnen neben ihr erstarrten vollkommen. Entsetzen spiegelte sich in ihren hochroten Gesichtern.
Es war im japanischen Gastgewerbe ein absoluter Tabubruch, einen Gast... noch dazu so adelig und erhaben wirkend wie Lumina... auch nur im Entferntesten auf ein so intimes Thema anzusprechen. Die beiden Mädchen sahen ihre Chefin an, als hätte sie gerade ihr eigenes Todesurteil unterschrieben.
Lumina blinzelte überrascht, ehe sich ihr strahlendes, spitzbübisches Grinsen noch weiter verbreitete. Die feine, typisch japanische Verpackung aus Besorgnis und Höflichkeit amüsierte sie köstlich.
„Oh, wie aufmerksam von Ihnen!“, flötete Lumina vollkommen ungeniert und lehnte sich noch etwas entspannter gegen den Marmortresen. „Machen Sie sich bitte gar keine Sorgen. Es gab lediglich ein kleines Problem mit einem extrem instabilen Möbelstück im Zimmer. Aber mein... tatkräftiger Begleiter hat sich hervorragend darum gekümmert.“
Elias entwich ein leises Lachen, das er mühsam hinter seiner Hand verbarg, während seine Braue noch ein Stück höher wanderte.
Tala hingegen verzog keine einzige Gesichtsmuskelfaser. Er trat einen halben Schritt vor, sodass seine breiten Schultern das Licht über dem Tresen leicht abschirmten. Seine eisblauen Augen fixierten die ältere Chefin mit einer Kälte, die die Klimaanlage der Lobby augenblicklich überflüssig machte.
„Es gibt keinerlei Anlass zur Sorge“, sagte Tala mit seiner tiefen, schneidenden Stimme. Die Worte fielen schwer wie Granitblocke auf den polierten Marmor. „Oder gibt es noch irgendein anderes Problem?“
Die zwei jüngeren Rezeptionistinnen zuckten synchron zusammen und blickten starr auf den Boden, völlig überfordert von der dominanten Aura des Russen. Die ältere Chefin verneigte sich sofort tief und fließend.
„Keineswegs, Sir! Wir bitten vielmals um Entschuldigung für die Störung. Das frische Bettzeug wird unverzüglich auf Zimmer 408 gebracht. Ich wünsche Ihnen allen einen wundervollen Tag.“
„Vielen Dank!“, zwinkerte Lumina der älteren Dame noch einmal zu, ehe sie sich geschmeidig umdrehte.
Tala legte seine Hand flach und mit unverhohlenem Besitzanspruch auf ihren unteren Rücken, um sie unmissverständlich in Richtung des Frühstücksraums zu lenken.
Elias schlenderte schmunzelnd neben ihnen her und meinte leise zu Lumina: „Instabiles Möbelstück? Wirklich, Lumina?“
„Ich weiß gar nicht, was du hast, Elias“, raunte sie zurück und warf Tala von unten herauf einen feurigen Blick zu. „Es entsprach schlichtweg der Wahrheit.“
Elias ließ ein langes, amüsiertes Seufzen entweichen, schüttelte schmunzelnd den Kopf und schob die Hände tief in die Taschen seiner Jacke, während sie den lichtdurchfluteten Frühstücksraum des Hotels betraten.
„Gott sei Dank war ich um vier Uhr morgens drüben im Konbini auf der anderen Straßenseite“, raunte Elias leise genug, dass es nur die beiden an seiner Seite hören konnten. „Mein Jetlag hat mich um Punkt drei Uhr hellwach im Bett stehen lassen. Ich habe mich unten in der Lobby schon gewundert, warum um diese Uhrzeit ein halbes Dutzend Hotelgäste im Schlafanzug verärgert am Empfang stand und sich lautstark über angeblichen Baustellenlärm und Schreien aus dem Nachbarzimmer beschwert hat.“
Ein leises, kehliges Lachen entwich ihm, während sein Blick kurz zwischen Lumina und Tala hin- und herwanderte. „Als Tala mir dann heute Morgen die Tür öffnete… nun ja, da hat es wahrhaftig nicht lange gedauert, bis ich eins und eins zusammengezählt habe.“
Lumina unterdrückte ein Kichern nicht einmal, sondern schenkte Elias ein absolut unschuldiges, strahlendes Lächeln.
Tala hingegen verlangsamte seinen Schritt um kein einziges Millimeter. Er veränderte nicht einmal seine Körperhaltung, doch seine eisblauen Augen schnellten zur Seite und trafen Elias mit einem kühlen, beiläufigen Blick. Äußerlich blieb Talas Miene stoisch wie eine Wand aus Granit... unnahbar, unlesbar und wie aus Eis gemeißelt. Doch hinter dieser eisigen Fassade regte sich eine feine, unerwartete Regung.
Er wunderte sich leicht.
Tala hatte die Reaktion des Cousins von der ersten Sekunde an messerscharf analysiert. Normalerweise reagierten Männer in solchen Situationen mit Verwirrung, Argwohn oder offener Provokation... erst recht, wenn es um ein Familienmitglied ging. Doch Elias wirkte weder schockiert noch wirklich überrascht.
Er nahm die explosive Dynamik zwischen Lumina und Tala mit einer erstaunlichen, fast schon abgeklärten Gelassenheit hin, als hätte er ohnehin mit nichts anderem gerechnet.
Tala wandte den Blick wieder starr nach vorne, die Hände fest in den Taschen verschränkt, während sein scharfer Verstand die neue Erkenntnis schweigend verbuchte.
Das Trio steuerte einen etwas abgelegenen Tisch am Panoramafenster des Frühstücksraums an. Elias zog galant einen der Stühle für Lumina zurück, ehe er sich selbst gegenüber niederließ. Lumina schenkte sich gelassen etwas dampfenden Kaffee ein und lehnte sich zurück, während Tala schweigend Platz nahm.
Seine imposante Gestalt warf einen fast schon physischen Schatten über die Szenerie, die Hände locker auf der Tischkante abgelegt, die Augen unverändert eiskalt.
Elias legte die Ellbogen auf den Tisch, verschränkte die Finger und sah abwechselnd von Lumina zu Tala. Das amüsierte Schmunzeln war noch immer fest auf seinen Zügen verankert.
„Sag mal...“, begann Elias unumwunden und sah Lumina direkt an, „war das eigentlich geplant, dass Tala hier auftaucht?“
Er wartete nicht einmal auf eine Antwort, sondern stützte das Kinn leicht auf eine Hand ab. „Du hast mir vor zwei Monaten schließlich von gewissen... komplizierten Begebenheiten erzählt, als dieses Pressefoto von euch beiden aufgetaucht ist. Du weißt schon, das, auf dem Tala dich knutschend gegen eine Wand gepresst hielt.“ Elias schenkte Tala einen schnellen, augenzwinkernden Blick. „Ist das hier jetzt also so ein... Romanzenzeugs, das sich über mehrere Kontinente zieht?“
Lumina nippte mit einem undurchdringlichen, hochamüsierten Lächeln an ihrer Tasse, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
Tala hingegen veränderte seine Haltung nicht um einen Millimeter. Seine Stimme schnitt trocken und rau durch die Luft, wie das Knirschen von Eis: „Wieso interessiert dich das? Es kann dir schlichtweg egal sein, was das hier heißt.“
Elias zog unbeeindruckt eine Braue hoch.
Weder die Drohung in Talas Aura noch der eiskalte Tonfall schienen bei dem Cousin auch nur die geringste Wirkung zu zeigen. Er lehnte sich ganz entspannt in seinem Stuhl zurück und sah Tala gelassen an.
„Es interessiert mich eben“, erwiderte Elias schmunzelnd, ohne jede Scheu. „Und schließlich muss ich... so wie es aussieht, diesen langen Blick von dir die nächsten Stunden ertragen. Etwas, womit ich wahrlich nicht gerechnet habe, als ich mich auf diesen Trip nach Tokio eingelassen habe.“
Ein dunkles, fast schon gefahrvolles Schmunzeln stieg auf Talas Zügen auf, als er den Arm auf die Tischkante legte und sich ein Stück nach vorne lehnte. Seine eisblauen Augen fixierten Elias mit einer unerschütterlichen, kühlen Arroganz.
„Du kannst dich wieder einkriegen.“, brummte Tala mit rauer, tiefer Stimme, in der eine schneidende Schärfe lag. „Ich habe absolut keinerlei Interesse daran, irgendeinen dämlichen Campus zu durchwandern. Ich habe hier Termine und bin ganz sicher nicht zum Vergnügen in Tokio, um meine Zeit mit Dingen zu verschwenden, die ein verwöhnter britischer Schnösel tun würde.“
Elias ließ sich von dem verbalen Angriff kein bisschen provozieren. Anstatt zurückzuweichen, nahm er ganz gelassen sein Glas, nahm einen Schluck und sah Tala mit einem unerschütterlichen, amüsierten Blick an.
„Ich bin weit weniger Schnösel, als ich aussehe, Valkov“, erwiderte Elias vollkommen unbeeindruckt, während sich das feine Schmunzeln auf seinen Zügen hielt. „Ich kann schließlich nichts für meine Gene... und erst recht nichts dafür, dass du dich von meinem Äußeren so leicht provoziert fühlst.“
Tala stieß ein kurzes, verächtliches Schnauben aus und lehnte sich mit einer harten Bewegung im Stuhl zurück. „Du halluzinierst.“
Ein klares, glockenhelles Lachen entwich Luminas Kehle. Sie warf den Kopf leicht in den Nacken und lachte ungeniert laut auf, was ihnen kurz die erstaunten Blicke zweier älterer Gäste am Nachbartisch einbrachte.
Sie stützte die Ellbogen auf die Tischplatte, legte das Kinn in ihre Hände und sah abwechselnd von Tala zu Elias, während ihre magentafarbenen Augen vor lauter Vergnügen sprühten.
„Entschuldigt bitte die Unterbrechung, meine Herren“, raunte Lumina mit einem absolut spitzbübischen Grinsen, „aber wird das hier jetzt eigentlich ein typischer Revierkampf? Nur damit ich weiß, ob ich Popcorn bestellen sollte.“
Tala schenkte ihr einen Blick, der flüssiges Blei hätte erstarren lassen können.
„Niemand hier verteidigt irgendein dämliches Revier“, knurrte er mit tiefem, gefährlichem Unterton, während er seine Kaffeetasse unberührt auf den Tisch zurückstellte. „Ich besitze keines. Und ich für meinen Teil habe jetzt definitiv Besseres zu tun.“
Ohne eine weitere Sekunde an dieser Farce zu verschwenden, erhob er sich. Seine massive, athletische Gestalt schob sich mit fließender Dominanz in die Höhe und warf einen langen Schatten über den Tisch. Er warf Lumina noch einen kurzen, finsteren Blick zu... einen stummen Befehl, das hochgeschlossene Oberteil ja nicht zu richten... , ehe er sich mit harten Schritten umwandte.
Als Tala am Stuhl des Cousins vorbeiging, lehnte sich Elias vollkommen entspannt zurück, legte die Arme über die Stuhllehne und sah dem Russen gelassen hinterher.
„Du brauchst dir übrigens absolut keine Sorgen zu machen, Valkov“, rief Elias ihm mit gewohnt unaufgeregter, sanfter Stimme hinterher, laut genug, dass die feine Schärfe in seinen Worten Tala mühelos erreichte. „Ich werde schon gut auf meine Cousine aufpassen. Andere Männer halte ich gewöhnlich allein durch meine bloße Präsenz auf Abstand. Das klappt in London in den Clubs schließlich auch immer wunderbar.“
Tala verharrte für einen winzigen Bruchteil einer Sekunde in der Bewegung. Der Muskel an seiner Kieferpartie spannte sich so extrem an, dass er fast zu reißen schien, und seine Fäuste ballten sich stumm in den Taschen seiner Hose.
Er drehte sich nicht einmal um, um Elias den Triumph eines Blicks zu gönnen.
Stattdessen stieß er ein leises, eiskaltes Schnauben aus und marschierte stoisch weiter, während die schwere Glastür des Frühstücksraums hinter ihm ins Schloss fiel und Lumina sich am Tisch vor lauter amüsierter Faszination kaum noch halten konnte.
Elias sah dem Russen noch einen Augenblick hinterher. Ein feines Lachen entwich seiner Brust. Er wandte sich geschmeidig zu Lumina zurück, lehnte sich in seinen Stuhl und fixierte sie mit einem wissenden, ungläubigen Schmunzeln.
„Er passt definitiv zu dir“, sagte Elias leise und schüttelte den Kopf. „Es ist… ehrlich gesagt beinahe erschreckend.“
Er griff nach seinem Glas und sah sie über den Rand hinweg intensiv an. „Du hast in London so viele Jungs zur Schnecke gemacht und wie Spielzeug abgeseilt. Aber er…? Ihn scheinst du verdammt gut im Griff zu haben… und er dich. Ist ihm eigentlich bewusst, dass er aus der Nummer überhaupt nicht mehr rauskommt?“
Luminas Grinsen wurde noch ein Stück breiter, fast schon triumphal. Ihre magentafarbenen Augen funkelten voller Genugtuung, als sie die Tasse in ihren Händen wiegte. Die Unruhe und die rohe Intensität der letzten Nacht hallten noch immer sanft in ihren Knochen nach, doch das Wissen um ihre Macht über diesen sonst so unnahbaren Mann erfüllte sie mit berauschender Genugtuung.
„Um ehrlich zu sein…“, raunte Lumina, beugte sich ein Stück über den Tisch und sah ihren Cousin spitzbübisch an, „ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass er diese Nacht tatsächlich so weit geht. Aber es läuft fantastisch… viel besser, als ich es mir je hätte erträumen lassen.“
Elias lehnte sich ein Stück zurück, verschränkte die Arme vor der Brust und sah Lumina mit einem vielsagenden Blick an.
„War es eigentlich wirklich reiner Zufall, dass Tala im selben Hotel aufgetaucht ist?“, fragte er mit hochgezogener Braue.
Luminas Grinsen wurde noch ein Stück breiter. Sie nickte ungeniert. „Tatsächlich schon. Kai hat mir gestern Nachmittag zwar heimlich gesteckt, dass Tala in der Stadt ist und ich die Augen offen halten soll… aber dass er ausgerechnet in diesem Hotel absteigt, hatte ich absolut nicht erwartet. Das war wirklich purer Zufall.“
Elias nickte anerkennend und ließ ein leises Pfeifen entweichen. „Dann denken Kai und ich in der Sache wohl ziemlich ähnlich. Obwohl ich zugeben muss, dass ich Kai und Tala vom Verhalten her erstaunlich vergleichbar finde. Kai wirkt zwar deutlich ruhiger und kontrollierter als Tala… abgesehen von diesen seltsam kalten Blicken, die er mir gestern zugeworfen hat, als das Thema darauf kam, dass ich Nami einst meine Bewunderung und Zuneigung gestanden habe.“
Lumina lachte laut auf und schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Ach, dieser Blick von Kai ist völlig normal! Er ist viel zu intelligent, um ernsthaft eifersüchtig auf dein dreizehnjähriges Ich zu sein. Besonders, weil Kai selbst damals der Grund dafür war, dass die kleine Nami von heute auf morgen nicht mehr vor dem hübschen Elias Vaughn errötet ist.“
Elias zog fragend eine Braue hoch. Ein Schatten der Erinnerung schlich sich in seinen Blick. Nami war alle paar Jahre mit ihren Eltern und Geschwistern nach London gekommen, um Namis Familienzweig dort zu besuchen. Er kannte sie, seit sie vier Jahre alt war. Sie hatten stundenlang im Garten gespielt, gelacht und die Zeit vergessen.
Je älter sie beide wurden, desto mehr war ihm aufgefallen, wie makellos und schön sie heranwuchs. Da sie nicht seine leibliche Cousine war, sondern aus der anderen Familienlinie von Luminas väterlicher Seite stammte, hatte er sich schließlich mit dreizehn Jahren unsterblich in sie verliebt, als sie dann mit knapp zehn Jahren wieder einmal in London zu Besuch war.
Und als sie dann das erste Mal tief rot anlief, als sich ihre Blicke trafen, hatte Elias sich ein Herz gefasst. Er stammte aus gutem britischem Hause und war wohlerzogen; er wusste genau, dass sie noch zu jung war und er geistig mit seinen dreizehn Jahren schon etwas reifer. Aber er hatte sie gefragt, ob sie ihn irgendwann als festen Freund akzeptieren würde, wenn sie beide etwas älter wären. Er hätte auf sie gewartet... tatsächlich, ohne zu zögern. Doch Nami schien verunsichert und antwortete nicht darauf...
Nur wenige Tage später war Nami wie ausgewechselt gewesen. Sie war mit ihren Eltern aus dem Stadion in London zurückgekehrt, wo die erste Runde der Weltmeisterschaft ausgetragen worden war.
Sie war zwar immer noch freundlich zu ihm gewesen und hatte ihn angelächelt… doch sie hatte ihn anders angesehen als zuvor. Wenn er mit ihr sprach, schien sie manchmal meilenweit entfernt zu sein, als würde ihr Herz längst jemand ganz anderem gehören.
Elias schmunzelte, während sich ein Hauch von ehrlicher Wehmut in seinen Augen spiegelte. „Hat Nami Kai damals das erste Mal im Stadion kämpfen sehen?“
Lumina lächelte sanft und nickte. „Ja. Und das hat schlichtweg alles verändert. Von diesem Moment an hat Nami nie wieder einen anderen an sich herangelassen.“
Elias nickte langsam. Die Puzzleteile fügten sich nach all den Jahren endlich zusammen. „Ich verstehe… Es ist zwar ehrlicherweise ein bisschen gruselig, dass sie es letztendlich tatsächlich geschafft hat, diesen unnahbaren Kerl zu heiraten und ein Kind von ihm zu bekommen… aber ich gönne es ihr von ganzem Herzen. Ich habe die Blicke gesehen, die sie Kai gestern den ganzen Nachmittag zugeworfen hat.“
Elias lehnte sich noch ein Stück weiter in die weichen Polster des Stuhls zurück und wiegte sein Glas nachdenklich zwischen den Fingern.
„Und die Blicke, die Kai wiederum Nami zugeworfen hat…“, fuhr er leise fort, „waren so intensiv und warm, dass man fast meinen könnte, in ihm schlummern zwei völlig verschiedene Persönlichkeiten. Eine unnahbare, eiskalte für die gesamte Außenwelt… und eine, die exklusiv für Nami reserviert ist.“
Lumina nickte sanft. Ihr Blick wanderte kurz zu dem dampfenden Kaffee vor sich. „Das hast du wirklich treffend erkannt. Kai würde für sie durchs Feuer gehen...“
Elias blickte erneut auf Lumina und ein frisches, äußerst amüsiertes Schmunzeln breitete sich auf seinen feinen Zügen aus.
Lumina gluckste leise, stellte ihre Tasse ab und legte den Kopf schief. „An was denkst du jetzt schon wieder, Elias?“
„Es ist einfach nur witzig“, sagte Elias und schüttelte grinsend den Kopf. „Du und Nami, ihr seid euch einerseits so verdammt ähnlich… und doch warst du in den Augen aller immer die 'verdammt hübsche Cousine', über die meine ganze Privatschule pausenlos geredet hat.“ Er neigte den Kopf und seine Augen blitzten schelmisch auf. „Die Cousine, die sie nicht mehr alle hat, weil sie ausnahmslos auf Typen steht, die den Ton richtig hart angeben.“
Lumina warf den Kopf in den Nacken und lachte laut los. Das glockenhelle Lachen hallte elegant durch den Frühstücksraum.
„Ich kann schließlich absolut nichts für meine Vorlieben!“, erwiderte sie ungeniert und strich sich eine silbrige Strähne aus dem Gesicht.
„Und ich kann erst recht nichts dafür, dass Luis und Kenneth aus deinem Jahrgang damals solche absoluten Jammerlappen waren! Was sollte ich denn bitte anderes tun, als ihnen ins Gesicht zu lachen, als sie mir diese peinlichen Liebesgedichte und schleimigen Liebesbekundungen aufgeschrieben haben?“
Elias lachte leise mit und hob beschwichtigend die Hände. „Stimmt auch wieder. Die beiden waren danach wochenlang völlig bedient.“
Er legte die Ellbogen auf den Tisch, verschränkte die Finger ineinander und fixierte seine Cousine mit einem Blick, der seine gewohnte Leichtigkeit für einen Moment abstreifte. Er meinte es ernst.
„Und was genau erhoffst du dir eigentlich von ihm, Lumina?“, fragte er leise, aber bestimmt. „Von einem Mann wie Tala Valkov?“
Lumina sah ihn einen Augenblick lang einfach nur an. Das provokante, spitzbübische Lächeln verblasste von ihren Lippen und wich einer ehrlichen, unerwarteten Sanftheit, die man nur selten bei ihr zu Gesicht bekam.
„Rein gar nichts, Elias“, antwortete sie vollkommen unverstellt. Sie fuhr mit dem Zeigefinger langsam den Rand ihrer Porzellantasse nach. „Ich erhoffe mir absolut nichts von ihm. Ich will einfach nur da sein… und Tala zeigen, dass auch er irgendwann ein Zuhause haben kann. Bei jemandem, der ihn genauso nimmt, wie er nun einmal ist.“
Sie hielt inne und sah Elias direkt in die Augen. „Es ist lediglich ein Angebot. Eine offene Tür. Kein Zwang, keinerlei Verpflichtung. Er reizt mich schlichtweg auf eine Art, die ich nicht erklären kann. Es fühlt sich tief drinnen einfach… richtig an. Auch wenn mich mit Sicherheit die komplette Welt für absolut verrückt erklärt, weil ich ihm eine Chance gebe, sich mir gegenüber zu öffnen.“
Lumina lehnte sich leicht zurück, während ihre magentafarbenen Augen dunkel aufblitzten. „Tala ist nicht toxisch, weil er so geboren wurde. Er ist tief im Inneren verletzt, gezeichnet und verdammt einsam.“
Elias sah sie einen Moment lang stumm an. Dann verzogen sich seine Lippen schlagartig wieder zu einem breiten, unverbesserlichen Grinsen.
„Lumina… der Kerl ist definitiv toxisch“, sagte Elias trocken und schüttelte schmunzelnd den Kopf.
Lumina entwich ein helles, klares Lachen. Sie stützte das Kinn in die Hand und sah ihren Cousin mit einem unerschütterlichen, selbstbewussten Blitzen in den Augen an.
„Mag sein“, raunte sie vollkommen unbeeindruckt. „Aber ich kann damit umgehen. Ich bin eben… das Anti-Toxin für diesen eiskalten Sturkopf.“
Lumina geleitete die Tasse wieder an ihre Lippen und nahm einen langsamen Schluck, ehe sich ein vollkommen ungeniertes, belustigtes Schmunzeln auf ihren Zügen ausbreitete.
„Ehrlich gesagt…“, raunte sie und schüttelte sanft den Kopf, während ihre magentafarbenen Augen verräterisch funkelten, „hatte ich eigentlich fest damit gerechnet, dass es deutlich länger dauern würde, bis ich diesem Sturkopf überhaupt wieder über den Weg laufe. Ich dachte eher an Monate voll kryptischem Schweigen über zwei Kontinente hinweg.“
Sie stellte die Tasse ab und lehnte sich mit einer fließenden, spitzbübischen Bewegung nach vorne zu Elias.
„Aber da hat das Schicksal wohl kurzfristig entschieden, mir einen gigantischen Gefallen zu tun und ihn mir auf dem Silbertablett direkt ins selbe Hotel zu verfrachten“, fügte sie glucksend hinzu.
„Wer bin ich denn bitte, dass ich mich bei so einer perfekten Vorlage beschweren würde?“