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Verführung

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Verführung

Ein tiefes, raues Schmunzeln entwich Kais Kehle, doch es erreichte seine Augen nicht, die nun von einem dunklen, fast gefährlichen Glanz erfüllt waren. Ohne ein Wort zu sagen, wendete er ihr Gesicht mit den Fingern an ihrem Kinn mit einer sanften, aber unumstößlichen Bewegung ein Stück zur Seite, sodass die feine, verlockende Linie ihres Halses vollkommen frei vor ihm lag.

Ehe Nami auch nur reagieren konnte, beugte er sich vor und brannte ihr einen tiefen, verzehrenden Kuss direkt auf die empfindliche Haut unterhalb ihres Ohrs. Ein heißes Prickeln schoss augenblicklich durch ihren gesamten Körper, als er kurz verharrte und schließlich langsam seine feuchte, heiße Zunge über ihren Hals hinaufzog.

Ein hilfloses, erregtes Aufseufzen entwich Namis Lippen. Das berauschende Gefühl ließ ihre Knie augenblicklich weich werden, sodass sie sich krampfhaft an seinen Schultern festklammern musste, um nicht an der Wand nach unten zu gleiten.

Kai nutzte ihre Schwäche eiskalt aus. Er rückte noch ein Stück näher, drückte sie mit der Härte seines Körpers sanft gegen die Wand und neigte die Lippen dicht an ihr Ohr.

„Willst du nicht vielleicht zuerst die Kontrolle abgeben?“, flüsterte er rauchig, während sein warmer Atem ihre Haut entflammte. „Dein Körper schreit doch jetzt schon nach mir.“

Nami rang nach Luft, die Augen vor Wonne leicht geschlossen, während sie den Kopf an die Wand lehnte. „Das… das ist unfair, Kai…“, brachte sie leise, zittrig heraus.

Ein spöttischer, unendlich arroganter Ton schlich sich in seine Stimme. „Dann widersteh mir doch einfach…“, raunte er, und der dunkle Unterton in seiner Stimme versprach pure Versuchung. „Dann bekommst du deine… Kontrolle. Verdiene sie dir…“

Um seine Worte zu unterstreichen, zog er seine Zunge erneut in einer langsamen, quälend intensiven Spur ihren Hals hinauf, ehe er sanft mit den Zähnen an ihrer Haut saugte. Namis Atem stockte vollkommen.

„Wochenlang habe ich auf dich verzichten müssen“, flüsterte Kai weiter, und in seiner Stimme lag plötzlich eine rohe, ehrliche Dringlichkeit, die alle seine Schutzmauern niederbrannte. „Und da verlangst du von mir, die Kontrolle abzugeben… obwohl schon dieses kleine Seufzen von dir mein Blut zum Kochen bringt?“

Kais tiefe Stimme war nur noch ein raues, vibrierendes Flüstern, das haarscharf an ihren Lippen entlangglitt und die Luft zwischen ihnen mit puckernder Hitze auflud.

„Du… willst dich also nicht einfach… entspannen, während ein Orgasmus nach dem anderen durch dich hindurchjagt?“, raunte er, und jedes einzelne Wort schwebte wie flüssiges Eisen über ihrer Haut. „Bis du… heiser von deinen Schreien bist? Nein?“

Ehe Nami auf diese rhetorische Frage antworten konnte, schob Kai seine Zunge ohne jede Vorwarnung zwischen ihre leicht geöffneten Lippen. Er forderte ihren Mund ein und küsste sie mit einer tiefen, berauschenden Erotik, die ihr augenblicklich das Denken raubte. Seine Zunge glitt langsam, fordernd und mit einer ungeheuren Intensität über die ihre, kostete sie voll aus und wirbelte Namis Sinne vollkommen durcheinander. Ein leises, hilfloses Seufzen entwich ihrer Kehle, während ihr leicht schwindelig wurde und sie überwältigt die Augen schloss. Der Duft seiner Haut, der Geschmack seiner Lippen und die Wucht seiner Präsenz zogen sie tief in den vertrauten, süßen Strudel.

Doch gerade als er glaubte, sie wie gewohnt vollkommen gebrochen zu haben, spürte Kai den festen, unnachgiebigen Druck ihrer zarten Hände gegen seine muskulöse Brust.

Nami gab nach wie vor nicht komplett nach.

Selbst im Nebel dieser berauschenden Lust Stemmte sie sich mit einer erstaunlichen, sturen Entschlossenheit gegen seine Übermacht. Kai hielt mitten im Kuss für einen Bruchteil einer Sekunde inne, ohne sich jedoch von ihren Lippen zu lösen. Ihre unerwartete Sturheit überraschte ihn ein wenig. Normalerweise war es für ihn ein Leichtes gewesen, ihre Verteidigung mit nur wenigen gezielten Berührungen schmelzen zu lassen und sie völlig willenlos zu machen.

Doch Nami schien sich dieses Ziel... ihn mindestens einmal im Leben zu beherrschen und die Zügel in den Händen zu halten... verdammt fest in ihren schönen Kopf gesetzt zu haben.

Ein dunkler Amüsement-Funke blitzte hinter seinen geschlossenen Lidern auf. Anstatt nachzulassen, vertiefte er den langsamen, sinnlichen Zungenkuss noch weiter. Er umschlang mit seinen Lippen die ihren, variierte den Rhythmus und zog sie mit einer meisterhaften Geduld tiefer in den Bann. Kai nutzte die volle Macht seiner Leidenschaft, presste seinen Körper minimal fester gegen den ihren und spürte spürbar, wie der Gegenwehr-Druck ihrer Hände an seiner Brust langsam, aber sicher ein wenig nachließ und ihre Finger begannen, sich krampfhaft in den Stoff seines Shirts zu krallen.

Der feine Schleier aus Lust und Betäubung hatte sich bereits so dicht um Namis Sinne gelegt, dass sie kurz davor war, sich gänzlich geschlagen zu geben. Ihr Körper schrie mit jeder Faser nach ihm. Sie wollte ihn. Wollte die vertraute, berauschende Härte spüren, wolle die erdrückende Last der letzten Wochen vergessen und sich bedingungslos in seine Arme fallen lassen.

Ihre Widerstandskraft war fast vollständig geschmolzen, und ihre Finger krampften sich immer fester in den Stoff seines Shirts.

Doch genau in diesem hochbrisanten, von Atemlosigkeit erfüllten Moment zerriss ein leises, unscheinbares Wimmern die erotische Stille des Raumes.

Auf das Wimmern folgte sogleich ein recht eindeutiges, feuchtes Geräusch, das im schummerigen Schlafzimmer keinen Zweifel an seiner Herkunft ließ. Und nur wenige Sekunden später verwandelte sich das verhaltene Glucksen in ein echtes, klägliches Weinen.

Der kleine Gou, der bis gerade eben noch friedlich auf dem Ehebett geschlummert hatte, war aufgewacht... und hatte prompt seine Windel gefüllt.

Wie ein Blitzschlag fuhr Namis Mutterinstinkt durch ihren gesamten Körper. Der süße Nebel der Erregung verflog auf der Stelle und wich einer glasklaren, mütterlichen Wachsamkeit. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, riss sie sich von Kais warmen Lippen los, stützte sich gegen seine Schultern ab und schlüpfte mit einer flinken Bewegung unter seinem Arm hindurch, um sofort an die Bettkante zu eilen.

Kai verharrte mit erhobenen Armen genau in der Position, in der Nami ihn eben noch zurückgelassen hatte. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von der hellen Tapete entfernt. Er schloss die Augen und ließ den Kopf leicht nach vorne sinken, während er tief und langsam durch die Nase ausatmete.

Die Kälte, wo eben noch Namis warme, biegsame Gestalt an ihn gepresst gewesen war, brannte fast auf seiner Haut.

Der abrupte Abbruch mitten in diesem hochgradig geladenen Moment hinterließ ein spürbares, frustriertes Ziehen in seiner Unterleibsregion, während sein Herz immer noch wie ein Hammer gegen seine Rippen schlug.

Hinter ihm zerriss das klägliche Weinen des Neugeborenen vollends die Romantik des Augenblicks. Er hörte das leise Rauschen des Bettzeugs, als Nami in Sekundenschnelle an die Seite ihres Sohnes eilte, und unmittelbar darauf ihr sanftes, beruhigendes Murmeln: „Schhh, alles ist gut, mein kleiner Schatz… Mami ist schon da…“

Kai stöhnte leise, fast geräuschlos auf. Er hatte gegen viele Gegner in seinem Leben gekämpft... gegen bittere Rivalen, unbarmherzige Beyblader und mächtige Konzerne... , doch gegen die Urgewalt von Namis Mutterinstinkten war selbst er vollkommen chancenlos.

Auch wenn es ihn in diesem speziellen Augenblick verdammt noch mal wurmte und sein Ego eine feine Schramme davontrug, war es die einzig logische Konsequenz.

Der kleine Junge ging vor. Immer.

Ein mattes, beinahe unsichtbares Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen, als er die Lider wieder öffnete und seine Hände langsam sinken ließ. Er würde sich jederzeit klaglos geschlagen geben, wann immer Gou nach Kost oder einer frischen Windel verlangte... das war der ungeschriebene Pakt dieses neuen Lebens.

Ruhig wandte er sich um, schob die Hände locker in die Taschen seiner bequemen Hose und sah zu, wie Nami den kleinen Gou bereits behutsam hochgenommen hatte und liebevoll wiegte, um ihn zu beruhigen.

„Es ist noch nicht vorbei“, raunte er leise, die Stimme von einer tiefen, unnachgiebigen Ruhe durchdrungen. „Ich bekomme dich heute noch unter mich.“

Nami, die den wimmernden Gou vorsichtig an ihre Brust gedrückt hielt, lachte leise auf und warf ihm über die Schulter einen unverhohlen neckischen Blick zu. Seine vertraute Dominanz und die unverblümte Ansage ließen ihr Herz trotz der Unterbrechung höher schlagen.

„Das… wollen wir ja erst einmal sehen, Herr CEO“, konterte sie schnippisch, während sie ihren Sohn sanft auf dem Arm wiegte.

Kai warf einen beiläufigen Blick auf die schlichte Armbanduhr an seinem Handgelenk.

„In fünfzehn Minuten gibt es Abendessen. Graham wartet ungern“, merkte er trocken an.

Namis Blick glitt unwillkürlich an seinem Körper hinab, wanderte weiter nach unten und blieb schließlich an der deutlichen, unmissverständlichen Wölbung hängen, die sich unter dem Stoff seiner lockeren Hose abzeichnete. Ein plötzlicher Hitzeschleier stieg ihr ins Gesicht, und sie biss sich sanft auf die Unterlippe, ehe ein schelmisches Grinsen ihre Lippen stahl.

„Und… das da?“, fragte sie amüsiert und deutete mit einem leichten Kopfnicken gezielt auf seine Hose.

Kai folgte ihrem Blick ohne jede Hektik, sah sie mit stoischer Gelassenheit an und erwiderte vollkommen unbeeindruckt: „Die Stimmung ist ohnehin im Keller. Das beruhigt sich gleich wieder von selbst.“

Ein helles, herzliches Lachen entwich Namis Kehle. Es war so typisch für Kai, selbst in einer solchen Situation die absolute Beherrschung vorzutäuschen.

„Das ist die Strafe dafür, dass du mir meinen Wunsch nicht erfüllen willst!“, rief sie amüsiert aus.

Kais linke Augenbraue wanderte augenblicklich eine Nuance nach oben. Er stieß ein tiefes, gespieltes Seufzen aus und schüttelte langsam den Kopf, was Nami nur noch mehr zum Auflachen brachte. Das gewohnte, prickelnde Spiel zwischen ihnen war selbst durch die mütterlichen Pflichten nicht ins Stocken geraten.

Sie richtete sich auf, nahm den kleinen Gou fest in den Arm und steuerte auf die Tür zu. „Ich gehe ihm erst einmal die Windel wechseln“, kündigte sie an.

Als sie an Kai vorbeilief, verlangsamte sie für einen winzigen Moment ihren Schritt. Sie neigte den Kopf leicht zur Seite, strich mit der freien Hand ganz leicht über seinen Oberarm und warf ihm einen absichtlich lasziven, herausfordernden Blick aus ihren ozeanfarbenen Augen zu, ehe sie mit einem leisen Hüftschwung an ihm vorbeiglitt.

Nami betrat das Kinderzimmer, in dem das milde Licht einer kleinen Tischlampe eine beruhigende, fast intim wirkende Atmosphäre schuf. Der Duft von frischem Babypuder und milder Pflegelotion lag in der Luft. Behutsam legte sie den kleinen Gou auf die weiche, gepolsterte Unterlage des Wickeltischs und begann mit geübten, sanften Handgriffen, die Knöpfe seines Stramplers zu lösen. Gou gluckste leise, strampelte zufrieden mit seinen winzigen Beinen und schien die feuchte Windel bereits völlig vergessen zu haben.

Ein leises Knarren der Türschwelle verriet Nami sofort, dass sie nicht lange allein bleiben würde.

Kai folgte ihr mit langsamen, geschmeidigen Schritten. Er trat mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit in das Zimmer und schloss die Tür hinter sich fast lautlos bis auf einen schmalen Spalt. Er schob die Hände locker in die Taschen seiner Hose, während er an den Wickeltisch trat und sich mit der Hüfte beiläufig gegen die Kante der Holzkommode lehnte. Seine breite Gestalt warf einen warmen Schatten über den Tisch, und die verbliebene Härte in seinen Zügen war einer konzentrierten, unendlich aufmerksamen Sanftheit gewichen.

„Er hat dir die Show ganz schön gestohlen, was?“, raunte Nami amüsiert, ohne den Blick von Gou zu wenden, während sie die verbrauchte Windel vorsichtig zusammenrollte.

„Der Junge hat ein Gespür für das richtige Timing“, erwiderte Kai trocken, doch ein feines, dunkles Schmunzeln zeigte sich auf seinen Lippen.

Gou fing genau in diesem Moment an, heftiger mit den Ärmchen zu rudern. Als Nami nach den Feuchttüchern greifen wollte, nutzte der Kleine die Gelegenheit, verdrehte sich leicht und drohte von der gepolsterten Matte abzurutschen.

Ehe Nami reagieren konnte, schoss Kais Hand vor. Seine langen, kräftigen Finger umfassten Gous kleinen Bauch mit müheloser Sicherheit und hielten den Jungen sanft, aber absolut unumstößlich in Position.

Seine Hand wirkte riesig auf dem winzigen Körper seines Sohnes, doch die Präzision, mit der er ihn hielt, zeugte von einer überraschenden Instinktivität. Gou hielt augenblicklich inne, blickte mit großen, granatroten Augen zu seinem Vater empor und gab ein leises, verschlafenes Glucksen von sich.

Nami hielt für einen Sekundenbruchteil in der Bewegung inne. Der Anblick von Kais massiver, kampferprobter Hand auf dem zarten Bauch ihres Neugeborenen ließ eine Welle von tiefem, unstillbarem Stolz in ihrer Brust aufsteigen. Sie reichte ihm das Pflegetuch.

„Wenn du schon hier stehst, Herr CEO… kannst du dich auch nützlich machen“, sagte sie leise, ein herausforderndes Lächeln auf den Lippen.

Kai würdigte sie keines Wortes, übernahm das Tuch jedoch ohne jedes Zögern. Er führte jeden Handgriff mit derselben eisernen Ruhe und Sorgfalt aus, die er in allen Aspekten seines Lebens an den Tag legte. Innerhalb weniger Augenblicke saß die frische Windel perfekt, und der Strampler war wieder ordentlich zugeknöpft.

„Erledigt“, stellte Kai gelassen fest und strich seinem Sohn mit dem Daumen ein einziges Mal sachte über die kleine Wange, ehe er sich aufrichtete.

Doch anstatt zurückzuweichen und Nami den Weg freizugeben, trat er einen halben Schritt näher an sie heran. Er schloss den verbliebenen Raum zwischen ihren Körpern vollkommen, sodass Nami rückwärts gegen die Kante des Wickeltischs gepresst wurde. Seine rechte Hand fuhr langsam an ihrer Taille empor, glitt über den feinen Stoff ihres Kleides und verankerte sich fest in ihrem Rücken, während seine linke Hand erneut ihr Kinn umfasste.

Die Hitze, die von ihm ausging, war nach wie vor unerbittlich. Seine rubinroten Augen brannten sich in die ihren.

„Gou ist versorgt... und entgegen meiner Behauptung hat sich da unten überhaupt nichts beruhigt.“, flüsterte Kai rauchig, und seine Stimme war so tief, dass die Schwingungen direkt in ihr Becken fuhren. Er beugte sich so weit vor, dass seine Lippen beim Sprechen ganz leicht über die ihren strichen.

„Und was machen wir jetzt mit dir?“

Nami atmete stoßweise aus, ihre Hände fanden automatisch den Halt an seinen breiten Schultern. „Kai… Graham wartet unten…“, brachte sie zittrig heraus, obwohl ihr Blick hilflos an seinen Lippen hing.

„Lass ihn warten...“, raunte Kai unnachgiebig. Er neigte den Kopf und biss ihr sanft, aber spürbar in die Unterlippe, ehe er die Stelle sofort mit einer langsamen, verzehrenden Zungenbewegung wieder beruhigte. „Wir können das Abendessen um eine Stunde verschieben. Oder um zwei. Ich habe nicht vor, dich aus diesem Zimmer entkommen zu lassen, bevor du mir nicht genau gezeigt hast, wie diese Kontrolle aussieht, von der du vorhin gesprochen hast. Ich erfülle dir... deinen Wunsch.“

Ein leiser Schauer lief über Namis Rücken, während der kleine Gou auf der Wickelunterlage glücklich vor sich hin brabbelte, völlig ahnungslos über die hochbrisante Spannung, die sich direkt über ihm entlud.

Namis Herz schlug in ihrer Brust wie ein wildgewordenes Pendel. Die schiere Wucht seiner Präsenz und die unnachgiebige Hitze, die von seinem Körper ausging, raubten ihr augenblicklich jede verbliebene Standfestigkeit. Ihre Hände krampften sich tiefer in den Stoff auf seines Shirts, während sie mühsam versuchte, einen klaren Gedanken im berauschenden Nebel ihrer Sinne festzuhalten.

Sie schluckte schwer und atmete flach, während ihr Blick hilflos zwischen seinen intensiv glühenden, rubinroten Augen und seinen Lippen hin- und herwanderte.

„Ich… ich muss Gou zuerst… zum Schlafen bringen“, brachte sie zittrig heraus. Ihre Stimme war kaum mehr als ein raues, erregtes Flüstern. „Damit wir… damit wir nicht erneut unterbrochen werden.“

Kai verharrte, hielt ihr Kinn weiterhin sanft, aber absolut unumstößlich fixiert und musterte sie mit einer schneidenden, dunklen Intensität. Er spürte das wilde Pochen ihres Puls’ an seinen Fingerspitzen und das leichte Zittern, das durch ihren gesamten Körper fuhr.

Nami hob eine Hand und legte ihre schmalen Finger flehend auf seine Brust. Ein leichter Hitzeschleier stieg ihr ins Gesicht, als sie den Atem kurz anhielt und leise hinzufügte: „Und… dann gehen wir zurück ins Schlafzimmer. N-nicht hier… im Kinderzimmer…“

Ein tiefes, gefährliches Raunen entwich Kais Kehle. Seine Pupillen verengten sich minimal, während er ihren Blicken standhielt und das verheißungsvolle Versprechen in ihren Worten gierig aufnahm. Er lehnte sich noch den einen, winzigen Millimeter vor, sodass sein warmer Atem ihre Lippen entflammte.

„Zurück ins Schlafzimmer also…“, wiederholte er leise, die Stimme von einer rauen, unnachgiebigen Härte durchdrungen. Er ließ ihr Kinn langsam los, strich ihr jedoch mit dem Daumen ein einziges Mal quälend langsam über die Unterlippe. „Gut. Zehn Minuten, Nami. Wenn der Kleine bis dahin nicht schläft… hole ich dich mir trotzdem.“

Als würde der kleine Gou die unbändige, elektrisierende Spannung zwischen seinen Eltern spüren, gab er nach wenigen Minuten sanften Wiegens an der Brust und dem leisen Summen von Namis Stimme nach. Seine winzigen Lider wurden schwer, und mit einem friedlichen Ausatmen versank er auf der gepolsterten Matte seiner Wiege in den tiefen Schläfchen eines Neugeborenen.

Nami deckte ihn behutsam zu, strich ihm ein letztes Mal schwerelos über die feinen Härchen am Kopf und schlich auf leisen Sohlen aus dem Kinderzimmer.

Draußen im Korridor wartete Kai bereits. Er lehnte mit verschränkten Armen an der dunklen Wand, die Schultern entspannt, doch der Blick seiner rubinroten Augen brannte mit einer unnachgiebigen, verzehrenden Hitze, als sie auf ihn trat. Ohne ein einziges Wort zu wechseln, fasste er nach ihrer Hand und sie glitten gemeinsam ins Hauptschlafzimmer zurück. Die schwere Holztür fiel lautlos ins Schloss, und Kai schob den Riegel mit einem leisen Klick vor... das endgültige Signal, dass die Außenwelt für die nächste Zeit ausgesperrt war.

Nami nutzte die Sekunde, in der er sich vom Türschloss abwandte, um ihre gesamte Entschlossenheit zu sammeln. Ihr Atem ging zwar flach und ihr Herz pochte bis zum Hals, doch in ihren ozeanfarbenen Augen aufflackerte das sture, verheißungsvolle Feuer, das sie den ganzen Abend begleitet hatte.

Ehe Kai den ersten Schritt auf sie zumachen konnte, fing sie ihn ab.

Sie trat ihm direkt in den Weg, legte beide Hände flach auf seine Brust und stemmte ihr gesamtes Gewicht überraschend fest gegen ihn. Kai hielt mitten in der Bewegung inne, überrascht von der plötzlichen Offensensive. Ein amüsiertes, spöttisches Schmunzeln zeigte sich auf seinen Lippen, doch ehe er etwas sagen konnte, fasste Nami nach dem Saum seines dunklen Shirts.

„Du hast gesagt, ich soll mir meine Kontrolle verdienen“, flüsterte sie, die Stimme von einem feinen, erregten Zittern durchdrungen, das von ihrer echten Entschlossenheit zeugte. „Jetzt halte die Klappe und lass mich machen.“

Mit einem gezielten, fordernden Ruck zog sie ihn am Shirt zu sich herunter. Kai ließ es zu, schien ihr das Feld überraschend bereitwillig zu überlassen, und neigte sich zu ihr. Nami schob sich auf die Zehenspitzen, schlang einen Arm fest um seinen Nacken und presste ihre Lippen fordernd auf die seinen. Es war kein sanfter, zögerlicher Kuss... sie forderte ihn ein, fasste mit der freien Hand an seine Hüfte und drängte ihn Schritt für Schritt rückwärts in Richtung des breiten Ehebettes.

Kai folgte ihren Bewegungen vollkommen geschmeidig. Ein tiefes, kehlenhaftes Brummen entwich seiner Brust, als er spürte, wie stur und leidenschaftlich sie versuchte, die Führung zu übernehmen. Seine Hände blieben locker an ihren Hüften liegen, folgten ihrem Diktat, während sie ihn schließlich bis an die Bettkante drängte.

Nami gab ihm einen schubsenden Impuls an den Schultern. Kai ließ sich rücklings auf das breite Bett fallen, sinkend in die dicken Kissen, ohne den Blick von ihr zu wenden. Seine Züge blieben unangetastet, unnahbar gelassen, doch in der Tiefe seiner rubinroten Augen loderte eine gefährliche, dunkle Erwartung. Er schob die Arme hinter den Kopf und blickte zu ihr auf, wie ein König, der gespannt darauf wartete, wie seine Herausforderin ihr Versprechen einlösen wollte.

Nami zögerte nicht. Die silbrigen Wellen ihres Haares glitten über ihre Schultern hinab, als sie über ihn stieg und sich rittlings auf seine Oberschenkel setzte. Die pure, spürbare Härte seines Körpers unter sich raubte ihr für einen Sekundenbruchteil den Atem, doch sie zwang sich, die Oberhand zu behalten. Sie stützte die Hände flach auf seiner breiten Brust ab, lehnte sich langsam vor, bis ihr Gesicht nur Millimeter von seinem entfernt war, und sah ihm tief in die Augen.

„Keine Befehle. Keine Kontrolle von dir und wehe... du begräbst mich unter dir bevor ich fertig bin.“, flüsterte sie rauchig, während ihre Fingernägel sich leicht in die Muskeln seiner Brust graben. „Heute Nacht gehört das Feld mir, Mr. Hiwatari.“

Sie senkte ihren Kopf und begann, eine Spur aus langsamen, verheißungsvollen Küssen an der ausgeprägten Linie seines Kiefers entlangzuziehen. Ihre feuchten Lippen wanderten quälend langsam weiter hinab zu seinem Hals, wo der Puls seines Blutes schwer und unbarmherzig schlug. Sie saugte sanft an der hochempfindlichen Haut direkt unter seinem Ohr und ließ kurz darauf die Spitze ihrer feuchten Zunge über die erhitzte Sehne wandern.

Ein Muskel an Kais Kiefer zuckte gefährlich.

Die Hände, die er noch locker hinter dem Kopf verschränkt hielt, krampften sich so fest zusammen, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Der Drang, diese Tortur mit einer einzigen, explosiven Bewegung zu beenden, Nami an den Hüften zu packen, umzudrehen und unter der schweren Masse seines Körpers im Kissen zu begraben, war fast unerträglich. Kai war ein Mann der absoluten Kontrolle... in der Geschäftswelt, beim Beybladen und erst recht im Bett. Diese Kontrolle nun willentlich abzugeben und sich ihrer sanften Grausamkeit auszuliefern, forderte absolut alles von seiner eisernen Disziplin. Sein Atem wurde mit jedem Kuss schwerer und rauer.

Nami spürte die gewaltige Körperspannung unter sich ganz genau. Ein wissendes, triumphierendes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Mit einer geschmeidigen Bewegung griff sie nach dem Saum seines dunklen Shirts und schob den Stoff langsam, Zentimeter für Zentimeter, über seinen durchtrainierten Oberkörper nach oben.

Sie verharrte nicht, sondern neigte sich tiefer. Ihre Lippen fanden die strammen Konturen seines Sixpacks. Sie brannte ihm heiße Küsse auf die Haut, folgte der tiefen Linie in der Mitte seines Bauches nach unten und zeichnete mit der Zungenspitze schlussendlich die markanten, V-förmigen Muskelstränge nach, die scharf in seine Leistengegend und unter den Bund seiner Hose verliefen.

Ein tiefes, kehlenhaftes Brummen entwich Kais Brust. Seine Beine spannten sich unwillkürlich an, während er versuchte, die Kontrolle über seine Atmung nicht völlig zu verlieren.

„Was… verdammt noch mal… machst du da, Nami?“, raunte er, die Stimme so rauchig und von Erregung heiser, dass sie kaum mehr als ein dunkles Grollen war.

Nami hielt mitten in der Bewegung inne, blickte an seinem Bauch hoch und sah ihn aus ihren ozeanfarbenen Augen spitzbübisch an. Ein leises, unverschämtes Kichern entwich ihrer Kehle.

„Ich dachte, das wäre offensichtlich, Herr CEO…“, flüsterte sie neckisch, ehe sie ihm einen weiteren leichten Kuss direkt auf die erhitzte Haut seiner Leiste drückte. „Du wolltest doch, dass ich mir die Kontrolle verdiene. Also entspann dich gefälligst und genieß es.“

Nami fasste langsam mit beiden Händen nach dem elastischen Bund seiner Hose und wollte ihn nach unten schieben, als Kais Hand wie ein Blitz herausschoss. Seine langen, kräftigen Finger schlossen sich fest um ihr Handgelenk. Sein Griff war unumstößlich, doch ohne ihr wehzutun... ein stummer, unnachgiebiger Befehl, der sie mitten in der Bewegung innehalten ließ.

Kais Brust hob und senkte sich schwer. Die Muskeln an seinem Hals waren extrem angespannt, und seine rubinroten Augen verengten sich zu zwei schmalen, bedrohlichen Schlitzen.

„Nochmal“, raunte er mit einer tiefen, rauen Stimme, die von mühsam unterdrückter Beherrschung erzählte. „Was genau machst du da?“

Nami hielt seinem dunklen Blick stand. Anstatt zurückzuweichen, richtete sie sich langsam auf und setzte sich aufrecht rittlings auf seine Oberschenkel. Die silbrigen Wellen ihres langen Haares fielen über ihre Schultern nach vorne, während ein schelmisches, verlockendes Lächeln auf ihren Lippen aufblühte.

„Ich hole mir das, was du mir seit Ewigkeiten verweigerst“, sagte sie leise, doch mit einer erstaunlichen, unverblümten Direktheit. „Seit dem allerersten Tag unserer Beziehung hast du es dir wie ein selbstverständliches Recht genommen, mit deinem Kopf zwischen meinen Schenkeln zu verschwinden und mich völlig um den Verstand zu bringen.“

Sie neigte den Kopf leicht zur Seite, und ihre ozeanfarbenen Augen funkelten vor gespielter Entrüstung und echter, tief sitzender Leidenschaft.

„Aber andersrum? Du hast es mir noch nie erlaubt, dich genauso zu verwöhnen. Nicht ein einziges Mal hast du zugelassen, dass ich dir auf diese Weise nahekomme. Damit ist heute Schluss, Kai. Das hat jetzt ein Ende.“

Kai verharrte vollkommen reglos unter ihr. Sein Griff um ihr Handgelenk lockerte sich keinen Millimeter, doch der Ausdruck in seinen Zügen veränderte sich. Die anfängliche Frustration wich einer kühlen, tiefen Ernüchterung.

„Ich habe das noch nie zugelassen“, erwiderte er ruhig. Seine Worte waren nicht laut, aber sie trugen das schwere Gewicht einer unumstößlichen Tatsache. „Nicht nur bei dir.“

Nami stockte. Das schelmische Lächeln auf ihren Lippen fror auf der Stelle ein, und sie sah ihn vollkommen überrascht an. Für einen Moment vergaß sie die knisternde Hitze zwischen ihren Körpern.

„Was…?“, entkam es ihr leise. Sie blinzelte und musterte sein lückenloses, unbewegliches Gesicht. „Ist das… ist das dein Ernst? Willst du mir wirklich weißmachen, dass du das… noch nie bei jemandem zugelassen hast? Kai, du hattest jahrelang vor mir Sex, du warst—“

„Ich war es immer, der der dominiert hat“, unterbrach Kai sie mit einer schneidenden, eisernen Schärfe in der Stimme, die keinen Raum für Widerrede ließ.

Er ließ ihr Handgelenk langsam los, doch anstatt sie wegzustoßen, blieben seine Finger an ihrer Haut haften und glitten mit einer unerwarteten Sanftheit an ihrem Arm empor, bis seine Hand an ihrer Taille ruhte. Seine Augen fixierten die ihren mit einer Intensität, die ihr den Atem raubte.

„Und erst Recht niemals, um eine andere Person zu führen“, fuhr er gewohnt ehrlich und ohne jede Beschönigung fort, „sondern um sie so weit wie möglich von mir fernzuhalten. Das weißt du ganz genau, Nami.“

Er machte eine kurze Pause, in der nur das synchrone Atmen der beiden im schummerigen Schlafzimmer zu hören war.

„Vor dir gab es keinen Drang des Dominierens aus Begehren… so wie bei dir“, raunte Kai, und in seinen rubinroten Augen blitzte für einen Bruchteil einer Sekunde die rohe, unverschleierte Wahrheit seiner Vergangenheit auf.

„Es war reine, kontrollierte Distanz. Kompromisslos. Eine reine körperliche Entladung, mehr nicht. Wieso hätte ich jemals zulassen sollen, dass mir diese Kontrolle entgleitet, während ich mich einer von ihnen hingegeben hätte?“

Namis Herz machte einen heftigen Stolperer. Die Worte hallten in ihren Ohren nach.

Sie sah ihn an, die Hand auf seiner breiten Brust, und spürte plötzlich erneut dieses unermessliche Privileg, die einzige Frau zu sein, die diesen Mann jemals wirklich aufgebrochen hatte.

Seine Worte ergaben schmerzhaft viel Sinn... es passte perfekt zu dem unnahbaren, eisernen Mann, den die Welt kannte. Doch der Mann, der jetzt unter ihr lag, gehörte schon lange nicht mehr dieser kalten Welt alleine.

„Das macht Sinn…“, flüsterte Nami leise und fuhr mit ihren Fingerspitzen sanft über die Muskelkonturen seiner Schulter. Ihr Blick wurde weich, voller bedingungsloser Zuneigung. „Aber bei mir brauchst du diese Distanz nicht mehr, Kai. In keinster Weise. Ich wollte dir nur die Möglichkeit geben, dich einmal vollkommen fallen zu lassen… dich zurückzulehnen und es einfach zu genießen.“

Sie machte eine kurze Pause, schaukelte sich leicht auf seinen Oberschenkeln ein und sah ihm fest in seine glühenden, rubinroten Augen.

„Aber… wenn du es einfach nicht möchtest, höre ich natürlich auf“, fügte sie sanft, aber absolut ehrlich hinzu. „Ich zwinge dich zu gar nichts. Wenn sich der Gedanke für dich nicht gut anfühlt, lassen wir es.“

Kai musterte ihr sanftes Gesicht. Die Anspannung in seinen Zügen veränderte sich, und die kühle Ernsthaftigkeit wich einem gewohnt trockenen, fast spöttischen Unterton. Seine Lippen verzogen sich zu einem gewohnt arroganten, feinen Schmunzeln.

„Du… weißt doch eh gar nicht, wie man sowas macht“, raunte er gelassen und ließ seine Hand von ihrer Taille weiter über ihren Rücken gleiten. „Ich war der erste Mann überhaupt in deinem Leben, Nami.“

Nami blinzelte überrascht über seinen abrupten Stimmungswechsel, ehe ein leises, amüsiertes Schmunzeln auf ihren Lippen aufblühte. Sie neigte den Kopf leicht und sah ihn herausfordernd von oben herab an.

„Sagt derjenige, der absolut keine Ahnung hat, wie es sich überhaupt anfühlt…“, konterte sie schnippisch, die Hände fest auf seiner Brust abgestützt. „Und deshalb lass das mal schön meine Sorge sein, Herr CEO. Aber wie gesagt… ich lasse es sofort sein, wenn du es so sehr ablehnst.“

Kai schwieg für einen langen, dehnenden Augenblick. Seine rubinroten Augen verengten sich minimal, während er das Angebot in ihrem Blick abwog. Der Gedanke an den Kontrollverlust ließ seine Muskeln nach wie vor spannen, doch das unerschütterliche Vertrauen, das aus ihren Augen sprach, bröckelte die letzten Reste seiner Verteidigung dahin.

Er stieß ein tiefes, raues Ausatmen durch die Nase aus.

„Versuch es…“, raunte er schließlich, die Stimme von einer dunklen, gefährlichen Warnung durchdrungen. Er fasste mit seinen langen Fingern an ihr Kinn und zwang sie, ihm unnachgiebig in die Augen zu sehen. „Aber wenn ich merke, dass du unsicher wirst und es nichts wird… übernehme ich augenblicklich wieder. Verstanden?“