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Einfacher als gedacht

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Einfacher als gedacht

Das schwere Heben seines Oberkörpers überzog sie mit einer wohligen, schützenden Wärme.

Schließlich holte er einmal tief Luft, spannte seine Muskeln an und rollte sich geschmeidig auf die Seite. Noch im selben Bruchteil einer Sekunde griff sein starker Arm nach ihrer Hüfte. Mit einem sanften, aber unmissverständlichen Zug zog er Nami eng an seinen nackten, schweißnassen Körper heran, bis ihre Brüste vollkommen an seiner breiten Brust anlagen und er sie wie eine uneinnehmbare Festung umschloss.

Nami seufzte tief auf. Sie schob ihr Gesicht tiefer in die Beuge seines Halses und verankerte ein Bein über seinem Oberschenkel. Ihre Hand legte sich flach auf seine nackte Brust, wo sein Herz noch immer kraftvoll hämmerte.

Plötzlich fuhr ein leises, feines Zittern durch ihre Schultern. Ein unterdrücktes Glucksen entglitt ihrer Kehle, das sich innerhalb weniger Sekunden in ein leises, unaufhaltsames Kichern wandelte.

Kai öffnete ein Auge und blickte trocken auf die silbrigen Wellen ihres Haares hinab, die sich auf seinem Arm ausbreiteten. Seine Augenbraue zog sich leicht nach oben.

„Was ist daran jetzt so amüsant?“, raunte er mit einer Stimme, die von der vorherigen Anstrengung noch immer rau und tief eingefärbt war.

Nami hob den Kopf ein Stück an, stützte das Kinn auf seiner Brust ab und sah aus spitzbübisch funkeltenden, noch immer leicht verschleierten Augen zu ihm auf. Ein breites, unverschämtes Grinsen lag auf ihren vollen Lippen.

„Ich habe nur gerade an Graham gedacht…“, raunte sie glucksend und fuhr mit dem Zeigefinger eine kleine, kreisende Linie auf seiner Haut nach. „Der Ärmste sitzt wahrscheinlich unten, hält das Essen warm und denkt sich bereits seinen Teil. Wir sind immerhin schon seit Stunden hier oben verschwunden.“

Kai schnaufte leise durch die Nase, während sein Blick völlig unbeeindruckt gen Decke wanderte.

„Das Anwesen ist alt, Nami“, entgegnete er mit gewohnt trockener, eiskalter Gelassenheit, obwohl das leise Zucken seiner Mundwinkel ihn beinahe verriet. „Die Dielen arbeiten, die Wände sind hellhörig und der Arme hat mit Sicherheit jedes einzelne Geräusch gehört. Er stellt sich garantiert nicht mehr die Frage, wo wir Beide stecken oder was wir hier oben treiben. Der Mann ist wie immer informiert.“

Nami stockte für einen Herzschlag. Eine plötzliche, kochende Hitze schoss ihr in die Wangen, und ein tiefes Karamellrot breitete sich über ihr Dekolleté und ihre Wangen aus. Sie biss sich verlegen auf die Unterlippe, doch das Bild in ihrem Kopf war einfach zu absurd.

Ein lautes, klares Lachen brach ungehemmt aus ihr heraus. Es hallte wunderschön und gelöst durch das dämmrige Schlafzimmer.

„Du bist unmöglich, Kai!“, rief sie amüsiert aus, schlug ihm spielerisch leicht gegen die Haut seiner massiven Brust und vergrub das Gesicht kurz wieder an seinem Hals, um ihr Lachen zu dämpfen.

Als sie wieder zu ihm hochblinkte, funkelten ihre ozeanfarbenen Augen vor purem Schabernack. „Wenn er überhaupt irgendetwas gehört hat, dann war das definitiv erst… dein Schrei!“

Kais Augenbrauen zuckten augenblicklich nach oben. Sein Gesichtsausdruck fror in einer Maske absoluter, geschäftsmäßiger Schroffheit ein.

„Das war kein Schrei“, stellte er mit schneidender, völlig trockener Präzision klar und fixierte sie unbarmherzig. „Das war schlichtweg ein etwas lauteres Husten. Eine reine physiologische Reaktion.“

Nami hielt sich die Hand vor den Mund, doch es war zwecklos. Das nächste, helle Lachen entfuhr ihr so heftig, dass sie nach Luft ringen musste. Sie richtete sich ein Stück auf, verstellte die Stimme so tief und rau, wie sie nur konnte, und machte seinen Gesichtsausdruck mit einer treffsicheren, völlig übertriebenen Mimik nach:

„Nami… scheiße!“, äffte sie ihn spitzbübisch nach, ehe sie wieder in schallendes Gelächter ausbrach. „Das war also ein Husten? Mr. Hiwatari, Sie sollten dringend einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Husten so klingt!“

Kai schloss für einen langen, geduldigen Augenblick die Augen. Ein tiefes, vibrierendes Seufzen entwich seiner Kehle, während er die Hand hob und die Finger sanft in ihr silbriges Haar vergrub, um ihren Kopf wieder zu sich gegen seine Brust herabzuziehen.

„Ich war… überrascht“, brummte er trocken mit geschlossenen Augen, während seine Finger ihr Haar streichelten. „Und das war eben der raue Ausruf eben dieser Überraschung. Nicht mehr und nicht weniger.“

Nami schmunzelte selig, legte die Wange wieder auf seine warme Haut und hörte dem ruhigen, gleichmäßigen Schlag seines Herzens zu. Das Kichern in ihrer Brust verebte langsam und wich einer tiefen, vollkommenen Geborgenheit, während Kais Arm sie nur noch fester an sich drückte.

„Soso… überrascht?“, raunte sie, während ein unverschämtes, zutiefst zufriedenes Lächeln über ihre Lippen glitt. „Du warst also überrascht, dass es so… unglaublich war? Der Schock stand dir ins Gesicht geschrieben, Herr CEO. Du wusstest für einen Moment absolut gar nicht mehr, wie dir geschieht.“

Kai schwieg einen Moment. Seine rubinroten Augen öffneten sich langsam wieder, und er sah mit völlig unbewegter Miene auf sie herab. Das schwere Heben seiner Brust blieb gleichmäßig, als er nach den passenden Worten suchte.

„Ich war überrascht, wie… effizient dein Handeln war“, erklärte er schließlich mit gewohnt kühler, analytischer Trockenheit, obwohl ein dunkles Flimmern tief in seinen Augen seinen Stolz verriet. „Und dass… ich dich in diesem Punkt völlig unterschätzt hatte.“

Nami hob erneut den Kopf und sah ihn für einen kurzen Augenblick ganz weich an. Die tiefe Zuneigung in ihrem Blick war greifbar, ehe die freche, ungezähmte Glut augenblicklich auf ihr Gesicht zurückkehrte und sie erneut spitzbübisch grinste.

„Ich habe eben… geübt die letzten Monate... für den Fall dass ich die Wette gewinne.“, raunte sie wie ein süßes Geheimnis und fuhr mit der Fingerspitze leicht über sein Schlüsselbein.

Kai hob trocken eine Augenbraue. „Geübt?“

„Es gibt Podcasts und Tutorials dafür… und Bücher darüber“, erklärte Nami vergnügt, während ihre ozeanfarbenen Augen vor purem Schabernack sprühten. „Sachen wie 'Die Hingabe des Mannes' oder… 'Wie verwöhne ich ihn in vier Schritten'!“

Bei dem letzten Satz hielt sie es nicht mehr aus. Ein erneutes Lachen entfuhr ihrer Kehle, und sie patschte ihm amüsiert und leicht mit der flachen Hand auf seine breite Brustmuskulatur.

„Die Theorie wurde heute jedenfalls absolut perfekt in die Praxis umgesetzt!“, verkündete sie stolz, ehe sie sich noch ein Stück weiter über ihn neigte und verschmitzt hinzufügte: „Obwohl… ich vorher schon ein bisschen an Bananen oder… Gurken geübt habe.“

Kais Blick fror auf der Stelle ein. Seine Augen verengten sich gefährlich, und die hochgezogene Augenbraue wanderte noch einen Millimeter höher, während sich sein Kiefer ungläubig anspannte.

Als Nami diesen völlig fassungslosen, dunkel drohenden Gesichtsausdruck sah, prustete sie auf der Stelle los. Sie vergrub das Gesicht lachend in seinen Armen, während ihr gesamter Körper vor vergnügtem Kichern erzitterte.

Kai verharrte für einen langen Augenblick völlig reglos. Sein Blick ruhte auf ihr mit einer Mischung aus kühler Fassungslosigkeit und einer ganz tief im Hintergrund vergrabenen, amüsierten Dunkelheit.

„Meine Frau übt also an Obst und Gemüse, wie sie mir am besten einen blasen kann“, kommentierte er schließlich mit einer so unerschütterlich trockenen, geschäftsmäßigen Präzision, als würde er einen Bericht der Tachiwari-Corporation vortragen. „Sachen gibt’s.“

Dieser Satz gab Nami den Rest. Aus dem leisen Kichern wurde augenblicklich ein regelrechter, unaufhaltsamer Lachanfall. Sie krümmte sich lachend über seiner Brust, hielt sich den Bauch und rang nach Luft, während der ganze Raum von ihrem hellen, glücklichen Lachen erfüllt war. Kai sah ihr schweigend zu, während die Finger seiner Hand auf ihrer Hüfte sanft im Takt ihres erbebenden Körpers verblieben. Er liebte dieses Lachen.

Erst nach einigen Minuten begann Nami sich langsam wieder zu fangen. Sie atmete tief aus, blinzelte ein paar Mal und wischte sich mit den Fingerknöcheln die winzigen Tränen des Lachens aus den Augenwinkeln.

Mit einem warmen, tiefen Schimmern in ihren ozeanfarbenen Augen sah sie zu ihm auf. Sie schob sich ein Stück höher, legte die Wange sanft auf seine Schulter und ließ die Finger ihrer Hand langsam über die feuchte Haut seiner Brust gleiten.

„Ich habe deinen Ausbruch danach… jedenfalls vollends genossen“, raunte sie leise, ihre Stimme nun wieder samtig und voller ehrlicher Zuneigung. „Genauso wie die ganze letzte Stunde.“

Sie schwieg kurz, ehe sie ihren Kopf leicht drehte und den Blick wieder in seinen intensiven rubinroten Augen verankerte.

„Ich habe das wirklich so sehr vermisst während der Schwangerschaft…“, fügte sie leise hinzu und schmunzelte selig, als sie sich noch enger an seine starke Seite schmiegte. „Diese Intensität und dieses Gefühl nur dir allein zu gehören.“

Nami seufzte tief, ein langer, samtiger Laut purer Erleichterung und vollkommener Sättigung, der sanft über seine Haut strich. Sie schloss für einen kurzen Augenblick die Augen, genoss das kräftige, stetige Pochen seines Herzens unter ihrer Handfläche und die unumstößliche Wärme seines Körpers.

„Der Sex war jedenfalls... einfach… unglaublich.“, raunte sie leise, während ihre Finger eine sanfte Spur über seine Bauchmuskeln zogen. Sie hielt inne, schlug die Wimpern auf und sah aus leicht verengten, spitzbübisch schimmernden ozeanfarbenen Augen zu ihm auf. „Aber… ich hoffe sehr, dass du dein Versprechen bezüglich deiner… Jagdabsichten nicht vergessen hast.“

Kai sah sie einen langen Bruchteil einer Sekunde stumm an. Die rubinroten Augen verengten sich minimal, und dann glitt dieses eine ganz bestimmte, feine Schmunzeln auf seine Züge. Es war genau dieser eine, dunkle, gefährlich faszinierende Blick, der Namis Beine selbst nach fast zwei Jahren augenblicklich wieder wie Pudding werden ließ. Eine flüchtige Gänsehaut jagte über ihre Arme, während ihr Atem für einen Herzschlag stockte.

„Vielleicht…“, begann Kai, und seine Stimme war so tief und rau, dass das Pochen in seiner Brust gegen ihre Wange vibrierte, „…wenn Gou ein paar Monate älter ist und für ein paar Stunden bei deinen Eltern bleiben kann.“

Nami nickte leicht, während ein verständnisvolles, wenn auch leicht sehnsüchtiges Schmunzeln über ihre Lippen glitt. „Ja… das ist wohl das Beste.“

Sein Griff um ihre Hüfte verstärkte sich um eine Nuance, unnachgiebig und stahlhart. Er beugte den Kopf ein Stück tiefer zu ihr herab, sodass seine rauen Lippen fast ihre Wange streiften.

„Dass ich mein Versprechen bezüglich deiner Beine jedenfalls nicht vergessen habe, darauf kannst du dich verlassen“, raunte er mit einem unmissverständlichen, kühlen Dominanzanspruch in der Stimme. „Sobald Gou alt genug ist, um bei den Tachibas zu übernachten… jage ich dich. So unbarmherzig, dass du zwei Tage nicht laufen können wirst. Dieses Versprechen werde ich nicht brechen.“

Noch ehe Nami auch nur einen ehrfürchtigen Atemzug nehmen konnte, senkte er den Kopf weiter und drückte einen langsamen, brennenden Kuss direkt in ihre empfindliche Halsbeuge. Seine raue Zunge strich kurz über ihre Haut, ehe er sich wieder ein Stück zurückzog.

Ein helles, glückliches Kichern entfuhr Namis Kehle. Sie vergrub ihr Gesicht schmunzelnd an seiner Schulter, genießerisch die Schauer aus kostbarer Vorfreude aufsaugend, die seine düsteren Worte in ihrem gesamten Körper hinterlassen hatten.

Sie richtete sich langsam wieder ein Stück auf, stützte sich mit den Unterarmen auf seiner massiven Brust ab und verengte die Augen zu einem neckischen, herausfordernden Funkeln. Ein breites, unverschämtes Grinsen stieg auf ihre Lippen.

„Jetzt, wo ich bewiesen habe, dass ich dich beherrschen kann…“, raunte sie spitzbübisch und fuhr mit dem Zeigefinger provokant die Kontur seines Kiefers nach, „…könnte ich das doch eigentlich viel öfter machen, meinst du nicht?“

Kai schwieg. Er sah unbewegt auf sie herab, die rubinroten Augen kühl und undurchdringlich, während er ihr kühnes Spiel stumm beobachtete.

„Ich werde darüber nachdenken“, antwortete er schließlich mit gewohnt trockener, beinahe geschäftsmäßiger Gelassenheit.

Nami schnaubte amüsiert auf, hob eine silbrige Braue und neigte den Kopf leicht zur Seite. Ihre Augen sprühten vor purem Schabernack.

„Und vielleicht…“, fügte sie mit tiefem, samtigem Klang hinzu, während ein feines Schmunzeln über ihr Gesicht glitt, „…kann ich ja das nächste Mal auch einfach oben bleiben. Und zwar so, dass du mich nicht sofort wieder herumreißt und unter dir begräbst.“

Kai entwich ein leises, raues Schnauben. Seine Hand wanderte von ihrer Hüfte langsam höher, bis seine Finger ihren Nacken umfassten und sanft zudrückten, um ihren Blick unbarmherzig zu fixieren.

„Du überschätzt deine Kontrollmöglichkeiten, Nami“, raunte er mit eisiger, dunkler Verführung in der Stimme, während sich ein gefährliches, kleines Schmunzeln auf seinen Lippen abzeichnete. „Dass ich dich gewähren lasse, bedeutet nicht, dass du oben bleibst, wenn ich mich entscheide, das Kommando zu übernehmen.“

Nami biss sich verlegen auf die Unterlippe, doch die kochende Wärme, die seine Worte augenblicklich in ihrem Unterleib entfachten, verriet sie vollkommen. Sie schmunzelte selig, schüttelte amüsiert den Kopf und schob sich wieder tiefer an seine Seite, um ihre Wange erleichtert auf seine warme Haut zu legen.

Sie war sich vollkommen sicher, dass sie schon sehr bald eine weitere Gelegenheit bekommen würde, die Kontrolle zu übernehmen... und das nächste Mal würde sie sich so schnell nicht wieder von ihm herumreißen lassen. Ein siegessicheres Lächeln lag bereits auf ihren Lippen, um ihm genau das gewohnt neckisch anzukündigen.

Doch exakt in diesem Moment durchbrach ein kurzes, mechanisches Knacken die friedliche Stille des Schlafzimmers.

Einen Herzschlag später drang das leise, klägliche Weinen eines Babys aus dem kleinen Lautsprecher des Babyfons auf dem Nachttisch. Der kleine Gou war aufgewacht und verlangte nach seiner Mutter.

Das siegessichere Lächeln auf Namis Zügen fror auf der Stelle ein. Ein leises, ergebenes Seufzen entwich ihrer Kehle, während die Spannung aus ihren Schultern wich und sie schmunzelnd den Kopf schüttelte.

Kai hingegen veränderte keine einzige Miene. Seine rubinroten Augen wanderten langsam zum Nachttisch hinüber, ehe er seinen Blick wieder auf sie richtete. Ein gewohnt kühles, leicht amüsiertes Schmunzeln glitt über seine Lippen.

„Das Timing ist dieses Mal definitiv perfekt“, kommentierte er mit vollkommen trockener, tiefer Stimme, während sein starker Arm ihren Körper langsam freigab, damit sie sich aufrichten konnte. „Ich habe nämlich auch Hunger. Und Graham wartet mit Sicherheit seit zwei Stunden darauf, dass wir endlich runterkommen.“

Nami schob die Bettdecke zur Seite und wollte sich geschmeidig aufrichten, um zu ihrem Sohn zu eilen. Doch als sie ihre Füße auf den kühlen Parkettboden setzte und ihr Gewicht verlagern wollte, versagten ihre Muskeln den Dienst. Ein heftiges Zittern fuhr durch ihre Oberschenkel, ihre Knie gaben entzwei nach und sie fiel mit einem leisen, überraschten Keuchen rückwärts zurück in die weichen Kissen der Matratze.

Nami lachte kurz auf. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe und starrte die Decke an, während ihr Herz erneut schneller schlug.

Kai, der bereits am Bettrand saß, drehte den Kopf langsam zu ihr herum. Ein dunkles, tiefes Schmunzeln glitt über seine schneidenden Züge. Die rubinroten Augen verengten sich amüsiert, als er ihren hilflosen Zustand registrierte.

„Sieht so aus, als hätten die Orgasmen deinen Körper mal wieder etwas mehr mitgenommen als gedacht“, raunte er mit gewohnt kühler, rau angehauchter Stimme.

Ohne eine Hast erhob er sich geschmeidig vom Bett. Seine massive, athletische Statur zeichnete sich scharf im dämmrigen Licht des Schlafzimmers ab. Unbeeindruckt griff er nach seinen Boxershorts und fuhr anschließend in seine schwarze Hose. Mit flüssigen, ruhigen Bewegungen zog er den Reißverschluss nach oben, während das klägliche Weinen aus dem Babyfon erneut leise knackte.

Er trat an Namis Seite des Bettes zurück, beugte sich tief zu ihr herab und strich ihr eine silbrige Haarsträhne aus dem erhitzten Gesicht. Seine rauen Finger verharrten für einen warmen Augenblick an ihrer Wangenkontur.

„Bleib liegen“, ordnete er mit unmissverständlicher, aber leiser Sanftheit an. „Ich hole Gou aus dem Kinderzimmer rüber. Still ihn ruhig hier im Bett.“

Nami blickte weich zu ihm auf. Ihr Blick wandelte sich zusätzlich in ein dankbares, seliges Lächeln. „Danke, mein Schatz…“, raunte sie leise und zog das Kissen etwas höher in ihren Rücken, um sich eine gemütliche Position zu schaffen.

Kai nickte nur knapp, wandte sich ab und schritt mit lautlosen, bedächtigen Schritten durch die schwere Holztür auf den Flur hinaus, um ihren Sohn zu holen.

Nur wenige Augenblicke später öffnete sich die schwere Holztür lautlos. Kai trat zurück ins dämmrige Schlafzimmer, das kleine Bündel behutsam und erstaunlich sicher in seinen massiven Armen wiegend. Das klägliche Weinen war zu einem leisen, unruhig suchenden Glucksen geworden, sobald der kleine Gou die vertraute Wärme seines Vaters gespürt hatte.

Kai schritt an das Bett heran, beugte sich geschmeidig zu Nami hinab und reichte ihr ihren gemeinsamen Sohn mit bemerkenswerter Umsicht entgegen. Nami nahm Gou mit einem seligen Schmunzeln in die Arme, bettete ihn an ihre entblößte Brust und seufzte leise auf, als der kleine Junge gierig anzudocken begann und sofort zur Ruhe kam.

Statt sich weiter anzuziehen, schob sich Kai stumm zu ihr aufs Bett. Er lehnte sich mit dem nackten Oberkörper gegen das hohe, dunkle Holzpolster des Kopfteils und streckte die Beine aus. Sein starker Arm fand ganz automatisch seinen Platz um Namis Schultern, zog sie sanft an seine breite Seite und verankerte sie fest an seinem Körper.

In dem dämmrigen Raum herrschte eine tiefe, fast heilige Stille, nur begleitet von dem gleichmäßigen Atem des Babys.

Nach einer Weile brach Nami das Schweigen. Sie hob den Kopf leicht von seiner Schulter, strich sanft über die zarten dunklen Flaumhaare ihres Sohnes und sah zu Kai hoch.

„Wie fühlt es sich eigentlich für dich an… seit zwei Tagen Vater zu sein?“, fragte sie leise mit samtiger, behutsamer Stimme. Ihr Blick suchte seine rubinroten Augen. „Du hattest am Anfang der Schwangerschaft so viele Ängste… so viele Bedenken.“

Kai atmete kurz schwer ein. Seine breite Brust hob und senkte sich, während sein Blick unbewegt auf dem Gesicht des trinkenden Neugeborenen ruhte. Für einen langen Moment schwieg er, ehe er die passenden Worte fand.

„Die Zeit ist zu kurz, um es wirklich zu bewerten“, sagte er schließlich mit rauer, tiefgründiger Stimme. „Aber… es scheint viel einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte.“

Er hielt kurz inne, während seine Finger am Oberarm seiner Frau sanft entlang fuhren.

„Ich will da sein“, fuhr er ruhig fort, und eine unumstößliche Entschlossenheit schwang in jedem einzelnen Wort mit. „Ich will beschützen. Dieses kleine Wesen braucht nur Liebe… und Hände, die sich um es kümmern. Ich bin zuversichtlich, dass aus Gou eine starke Person wird.“

Seine rubinroten Augen wanderten langsam von dem Baby ab und fixierten Namis ozeanfarbenen Blick mit einer Intensität, die ihr den Atem raubte.

„Er wird seinen Weg gehen“, raunte er leise, aber eisern. „Ich werde jedenfalls immer für ihn da sein… und für dich.“

Nami spürte, wie eine warme Welle der Rührung ihr Herz überflutete. Sie lehnte die Stirn für einen Moment dankbar gegen seine Lippen die dort einen sanften Kuss abgaben während Gou satt und zufrieden an ihrer Brust einschlief.

Mit behutsamen, lautlosen Bewegungen löste Kai den tief schlafenden Gou sanft von Namis Brust und hob das kleine Bündel mit einer Leichtigkeit an sich, die im vollkommenen Kontrast zu seiner massiven Statur stand. Nami sah den beiden mit einem weichen, glücklichen Schimmern in den Augen nach, während Kai ihren gemeinsamen Sohn zurück ins Kinderzimmer trug und mit der Umsicht eines erfahrenen Beschützers ins Bettchen bettete.

Als er ins Schlafzimmer zurückkehrte, saß Nami am Bettrand. Sie hatte sich ihren bodenlangen, silberfarbenen Seidenmorgenmantel übergeworfen, der sich fließend um ihre Figur schmiegte. Als sie versuchte aufzustehen, spürte sie noch immer das feine Zittern in ihren Waden. Doch ehe ihre Knie nachgeben konnten, war Kai bereits bei ihr.

Ohne ein Wort zu verlieren, griff sein starker Arm nach ihrer Hüfte und stützte sie mit unaufdringlicher, aber stahlharter Kraft. Nami schmunzelte verlegen, lehnte sich dankbar an seine warme Flanke und blickte zu ihm hoch.

Kai sah einen Moment zu ihr hinab, die Züge gewohnt unbewegt, doch der Griff an ihrer Taille war unmissverständlich beschützend.

Gemeinsam schritten sie langsam die ausladende Treppe des Ayame-Anwesens hinab. Die Dielen des Korridors knarrten leise unter ihren Schritten, während das warme Licht den majestätischen Flur in eine einladende Atmosphäre tauchte.

Im imposanten Speisesaal war der lange Masivholztisch bereits perfekt für zwei Personen eingedeckt. Am Kopfende stand Graham, kerzengerade, mit absolut unerschütterlicher Miene und einer weißen Serviettenfalte über dem Unterarm.

„Guten Abend, Ma'am. Sir“, begrüßte er die beiden mit gewohnt stoischer, britischer Präzision. „Ich habe mir erlaubt, das Menü auf einer konstanten Temperatur zu halten. Ich versichere Ihnen, die Entenbrust hat durch die zweieinhalbstündige Verzögerung kaum an Qualität eingebüßt.“

Nami spürte augenblicklich, wie eine zarte Röte auf ihre Wangen stieg. Sie biss sich auf die Lippen, um ein verlegenes Lachen zu unterdrücken, und sah schnell auf ihren Teller.

Kai hingegen verog keine einzige Miene. Er zog Nami aufmerksam ihren Stuhl heraus, wartete, bis sie sich gesetzt hatte, und nahm anschließend mit unerschütterlicher Gelassenheit auf seinem Stammplatz Platz.

„Hervorragend, Graham“, entgegnete Kai vollkommen trocken und blickte den älteren Mann mit eiskalter, ruhiger Miene an. „Dein Timing war wie gewohnt tadellos.“

Graham verneigte sich minimal, wobei ein kaum merklich feines Zucken um seine Augenwinkel verriet, wie gut er die Dynamik der beiden durchschaute. „Sehr wohl, Sir. Ich tue was ich kann.“

Nami lehnte sich mit einem seligen Schmunzeln in ihrem Stuhl zurück, nahm das Glas neben ihrem Teller entgegen und blickte über die Kerzenflamme hinweg zu ihrem Ehemann. Der Hunger machte sich nun deutlich bemerkbar, doch das Gefühl von vollkommener Geborgenheit und das leise Wissen um die unumstößliche Stärke ihrer kleinen Familie erfüllte sie noch weit mehr als das exquisite Essen.

Graham trat mit gewohnter, geschmeidiger Beiläufigkeit an den Tisch, legte eine schmale, silberne Servierplatte neben Namis Gedeck ab und richtete sich wieder auf. Auf dem polierten Metall lag Namis Smartphone... voll aufgeladen und mit dem gewohnten, feinen Displayschutz.

„Ach, bevor ich es vergesse, Ma'am“, hob Graham mit unbewegter Stimme an und schenkte ihr ruhig etwas Mineralwasser nach. „Mr. Ishtar ist vor etwa dreißig Minuten persönlich am Haupttor vorgefahren. Er hat Ihr Telefon vorbeigebracht. Es lag offenbar seit gestern Mittag auf dem Boden in Master Kais Büro.“

Nami blinzelte überrascht. Für einen langen Moment starrte sie das kleine, schwarze Gerät an, als handele es sich um ein fremdartiges Relikt aus einer weit entfernten Vergangenheit. Sie hatte in den letzten vierundzwanzig Stunden tatsächlich kein einziges Mal an ihr Handy gedacht. Die Geburt von Gou, die schiere Intimität des Tages und die erschöpfende Seligkeit hatten die Außenwelt vollkommen verblassen lassen.

Ein leises, unwillkürliches Frösteln lief ihr über die Schultern, als ihr langsam dämmerte, was dieses Einschalten bedeutete

„Mr. Ishtar bat mich auszurichten, dass die Sicherheitsstufe der Leitung vorsorglich erhöht wurde“, fügte Graham mit einer feinen, fast unmerklichen Nuance von trockenem Humor hinzu. „Er erwähnte außerdem, dass das Gerät seit heute Morgen nahezu ununterbrochen vibriert.“

Nami zog die Augenbrauen zusammen und griff zögerlich nach dem Telefon. Kaum blitzte der Bildschirm auf, wurde das Display auch schon von einer schier endlosen Kaskade an Benachrichtigungen überschwemmt: Verpasste Anrufe, unzählige Chat-Mitteilungen, E-Mails und Banner-Nachrichten. Es brauchte keine große Fantasie, um zu wissen, wer sich dort drängte. Alle verlangten nach Updates, Glückwünschen, Bestätigungen und vor allem: nach den ersten Bildern des kleinen Hiwatari-Sprösslings.

Ein leises Seufzen entwich Namis Lippen. Momoko, Kenji, Lumina, Hana, die gesamte Familie Tachiba … die Liste derer, die sehnsüchtig auf eine Antwort warteten, schien schier endlos zu sein.

„Soll ich das Telefon wieder entfernen, Ma'am?“, erkundigte sich Graham feinsinnig, die Platte noch immer in Reichweite. „Ein technischer Defekt lässt sich auf Wunsch äußerst überzeugend simulieren.“

Kai, der das kleine Drama schweigend beobachtet hatte, schnitt gelassen ein Stück Entenbrust ab und wandte seinen kühlen, roten Blick zu seiner Frau. Seine Braue hob sich minimal.

„Lass es liegen.“, sagte Kai ruhig, ohne die Spur einer Hektik in der Stimme. Dann sah er Nami direkt an. „Du musst gar nichts beantworten, wenn du nicht willst. Sollen sie warten. Niemand stellt Forderungen an dich... schon gar nicht heute.“

Nami sah von dem hektisch blinkenden Display auf zu Kais unerschütterlicher Miene. Das leise Grauen vor dem organisatorischen Ansturm der Außenwelt löste sich augenblicklich in Luft auf, abgelöst von einem warmen, dankbaren Lächeln.

„Danke, Graham“, sagte sie leise und schob das Handy ein Stück von sich weg. „Ich glaube, die Welt kann tatsächlich noch bis morgen auf uns verzichten.“