Ein Riss in der Fassade
Ein Riss in der Fassade
Die Atmosphäre in der Testanlage von Tachibey Industries war an diesem Nachmittag fast greifbar. Das monotone Surren der Lüftungsanlagen trat in den Hintergrund, während das aggressive Fauchen der Beyblades in der Arena den Raum füllte. Kai stand am Rand der Schüssel, die Arme vor der Brust verschränkt, seinen Blick unnachgiebig auf Nami gerichtet.
Es ging heute nicht um die Sensoren oder die Aufzeichnung von Drehmomenten. Kai hatte das Protokoll eigenmächtig geändert.
„Wiederholung“, befahl er kühl. Seine Stimme schnitt durch den Lärm wie eine Klinge.
Nami atmete schwer. Ihr Haar, das ihr fast bis zum Gesäß reichte, war durch die Anstrengung leicht zerzaust. Sie fixierte ihren Beyblade, der in der Mitte der Arena gegen einen der schwer gepanzerten Abwehr-Prototypen kämpfte.
„Du verlässt dich zu sehr auf die Technik des Blades, Nami“, stellte Kai fest, ohne die Augen von der Arena zu wenden. „Du denkst wie eine Ingenieurin. Aber in einem echten Kampf, wenn jemand dein Bit-Beast ins Visier nimmt, wird er nicht nach den Regeln der Mechanik oder eines normalen Matches spielen. Er wird deine Konzentration angreifen.“
Er trat einen Schritt näher an die Arena heran. „Wenn du in einigen Monaten im Finale stehst, wirst du auch außerhalb der Arena auf Gegner treffen, die keine Ehre kennen. Sie werden versuchen, die Verbindung zu deinem Bit-Beast zu kappen, noch bevor der erste Kontakt stattfindet. Wenn dein Fokus auch nur für eine Millisekunde flackert, ist es weg.“
Nami biss sich auf die Unterlippe und straffte die Schultern. Sie verstand, dass dies kein reiner Funktionstest mehr war. Kai nutzte seine Erfahrung als ehemaliger Champion, um sie auf eine Gefahr vorzubereiten, die in keinem Handbuch von Tachibey stand. Es war eine Lektion in mentaler Härte.
„Noch einmal. Und diesmal will ich, dass du die Umgebung komplett ausblendest“, sagte er, und seine Stimme wurde eine Nuance leiser, fast eindringlich. „Hör nicht auf das Geräusch der Arena. Spür nur die Energie deines Bit-Beasts. Es ist ein Teil von dir, kein Werkzeug.“
Er beobachtete sie genau. Er sah die Entschlossenheit in ihrem Blick und die Präzision, mit der sie nun versuchte, seine Anweisungen umzusetzen. Es war dieser Intellekt gepaart mit ihrem wachsenden Kampfgeist, den er insgeheim bewunderte. Er wollte sicherstellen, dass niemand sie überraschen konnte...dass sie stark genug war, um ihren Platz zu verteidigen.
Als ihr Blade mit einem harten metallischen Knall den Prototypen aus dem Ring schleuderte, herrschte einen Moment lang absolute Stille.
Nami lockerte ihren Griff um den Starter und sah zu ihm auf. Für einen kurzen Augenblick begegneten sich ihre Blicke. Das Eis in Kais roten Augen schien für einen winzigen Moment zu schmelzen, ersetzt durch ein kaum merkliches Nicken der Anerkennung.
„Besser“, sagte er schlicht und wandte sich bereits dem Kontrollmonitor zu, um die Daten zu prüfen, bevor sie merken konnte, wie sehr ihn ihre Fortschritte tatsächlich beeindruckten. „Aber wir sind noch lange nicht fertig. Die Konzentration muss absolut sein. Nächster Durchgang.“
Am nächsten Tag herrschte in der Montagehalle von Tachibey Industries eine fast meditative Stille, die nur vom rhythmischen Klicken der Feinmechanik-Werkzeuge unterbrochen wurde. Die grelle Deckenbeleuchtung spiegelte sich in den polierten Oberflächen der Arena wider, doch Nami und Kai hatten sich in dieser Muttagspause in eine etwas schattigere Ecke zurückgezogen, weit weg von der klinischen Kälte der großen Mensa.
Nami saß auf der Kante eines massiven Arbeitstisches, die Beine leicht schwingend, während sie einen der Prototypen in seine Einzelteile zerlegte. Ihre Bewegungen waren sicher und fließen; jeder Handgriff saß, als wäre das Metall eine Verlängerung ihrer eigenen Finger.
Kai lehnte mit verschränkten Armen gegen eine Stahlsäule und beobachtete sie aus seinen granatroten Augen. Er sagte nichts, doch in seinem Inneren zog er Parallelen, die er niemals laut ausgesprochen hätte. Die Art, wie sie den Bit-Protektor justierte, erinnerte ihn an seine eigene Präzision während eines Kampfes...diese absolute Fokussierung auf den Kern der Sache, die Ignoranz gegenüber allem Unwichtigen. Ihr Intellekt war kein trockenes Wissen; es war eine scharfe Waffe, die er mit jedem Tag mehr respektierte.
„Du hast seit dem Abholen an der Schule nichts mehr gegessen“, durchbrach er schließlich die Stille. Seine Stimme war tief und klang in der großen Halle leicht nach.
Nami blickte kurz auf und ein kleines Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. „Das Training war heute intensiver als sonst. Da vergisst man die Zeit.“ Sie legte den Schraubendreher beiseite und zog ihre Bento-Box hervor, in der noch ein paar handgeformte Onigiri und in Ahornsirup glasiertes Gemüse lagen. Ohne groß nachzudenken stand sie auf und hielt ihm die Box hin. „Hier. Die hat meine Mutter heute Morgen eingepackt. Viel zu viel für mich allein.“
Ein normaler Kai Hiwatari hätte abgelehnt. Er hätte auf seinen strikten Ernährungsplan verwiesen oder darauf, dass er keine Ablenkung duldete. Doch in diesem Moment, in der vertrauten Isolation der Werkstatt, griff er zu. Seine Finger streiften die ihren für einen Sekundenbruchteil, als er sich eines der Onigiri nahm. Er biss hinein, die Effizienz seines Handelns für einen Moment vergessend, und kaute langsam, während sein Blick wieder ins Leere der Halle schweifte.
„Schmeckt es?“, fragte Nami beiläufig, während sie wieder nach einem Zahnrad griff. „Oder ist es zu... häuslich für den unnahbaren Champion der BBA?“
Kai schnaubte leise, ein Geräusch, das fast wie ein unterdrücktes Amüsement klang. „Es ist besser als das, was man in den Kantinen von Moskau bekommt.“
Nami horchte auf. „Moskau? Du erzählst selten von der Zeit dort. War es wirklich so düster, wie die Gerüchte sagen?“
Kai zögerte. Normalerweise war seine Vergangenheit ein Tresor, dessen Kombination er längst vergessen haben wollte. Doch der Geschmack des Essens und die unaufgeregte Art, wie Nami vor ihm saß, schienen einen Riegel gelockert zu haben.
„Es war kalt“, begann er, und seine Stimme nahm einen anderen Tonfall an...weniger geschäftsmäßig, fast ein wenig rau. „Aber es gab eine Klarheit dort. Wir haben nicht nur trainiert, um zu gewinnen. Wir haben trainiert, um die Grenzen dessen zu sprengen, was ein Mensch und eine Maschine gemeinsam erreichen können...auch wenn die Methoden... fragwürdig waren.“
Er stieß sich von der Säule ab und trat einen Schritt näher an den Tisch, seine Gestik wurde lebhafter. „Ich sehe das Potenzial in dem, was wir hier tun, Nami. Es geht nicht nur um Spielzeug. Es geht um die Synchronisation von Bewusstsein und Materie. Wenn wir den Beybot mit unseren zusätzlichen Prototypanalysen so weit bringen, dass er die Intuition eines Bladers nicht nur kopiert, sondern antizipiert, dann verändern wir die Definition von Stärke.“
Sein Blick brannte förmlich vor einer Leidenschaft, die er sonst hinter einer Maske aus Eis verbarg. Er sprach über Visionen, über die Zukunft der Blade-Technologie, als wäre es das Einzige, was zählte...bis er plötzlich innehielt.
Sein Blick fiel auf Nami, die aufgehört hatte zu essen und ihn mit einer Mischung aus Erstaunen und sanfter Bewunderung ansah. Er bemerkte, wie nah er ihr beim Sprechen gekommen war. Das Feuer in seinen Augen wich augenblicklich der gewohnten, kühlen Distanz. Er straffte die Schultern und wandte sich ab, als müsste er unsichtbaren Staub von seinem Ärmel streifen.
„Wie auch immer“, sagte er barsch, seine Stimme wieder fest und unnahbar. „Das sind theoretische Überlegungen. Wir sind hier, um Daten zu sammeln, nicht um zu philosophieren. Bau den Prototypen zusammen. Wir starten in fünf Minuten den nächsten Testlauf.“
Er ging ein paar Schritte weg, den Rücken zu ihr gekehrt, doch Nami sah genau, wie er seine Hände tief in den Taschen vergrub. Sie wusste, dass er diesen Moment der Offenheit bereits bereute...aber für sie war es der deutlichste Beweis, dass hinter dem unnahbaren Champion ein Mensch wartete, der weitaus komplexer war, als er die Welt wissen lassen wollte.
Der nächste Tag in den Hallen von Tachibey Industries fühlte sich schwerer an als die vorangegangenen, was nicht nur an der stickigen Luft lag, die dem aufziehenden Gewitter draußen geschuldet war. Kai hatte sich vor einer halben Stunde entschuldigt...eine Seltenheit an sich, um persönlich bei Gudbrok vorstellig zu werden. Die Belastungstests der letzten Tage hatten den Verschleiß der Prototypen in die Höhe getrieben; sie brauchten dringend Nachschub, wenn sie den Zeitplan einhalten wollten.
Nami stand allein in der weiten Testanlage. Das Echo ihrer eigenen Schritte hallte von den hohen Wänden wider, während sie nachdenklich ein Werkzeugtuch zwischen den Fingern drehte. Ihr Kopf war jedoch nicht bei den Rotationsgeschwindigkeiten oder dem Abnutzungsgrad der Bit-Protektoren.
Sie dachte an den Vormittag in der Oberschule zurück.
Ein schweres Seufzen entwich ihren Lippen. Die neugierigen Gesichter ihrer Mitschülerinnen brannten noch immer vor ihrem inneren Auge. „Sag schon, Nami... er holt dich jeden Tag mit dem Wagen ab. Läuft da was mit dem ehemaligen Champion?“ Der verständnislose, fast schon mitleidige Blick, den sie geerntet hatte, als sie ruhig erklärte, dass zwischen ihr und Kai absolut nichts Privates vorfiel...weder Verabredungen noch Romantik..., hatte sie mehr gewurmt, als sie zugeben wollte.
War es die Absurdität der Vorstellung oder die Tatsache, dass sie sich selbst dabei ertappt hatte, wie sie bei der Frage kurz gezögert hatte?
„Völlig lächerlich“, murmelte sie in die Leere der Halle.
Sie spürte, wie die Müdigkeit des Schultages und die Anspannung der letzten Testläufe in ihre Glieder kroch. Langsam tat sie ein paar Schritte nach hinten, den Blick vage auf die leere Arena gerichtet, um sich gegen die vermeintlich kühle Wand hinter sich zu lehnen und kurz die Augen zu schließen.
Doch statt auf hartem Beton oder kaltem Stahl zu landen, traf ihr Rücken auf eine ungewohnte, nachgiebige Wärme.
Nami erstarrte mitten in der Bewegung. Bevor ihr Verstand begreifen konnte, dass Kai viel früher zurückgekehrt war als erwartet...und dass er genau hinter ihr stehen musste..., fühlte sie den sanften, aber bestimmten Druck zweier großer Hände an ihren Oberarmen. Die Hitze, die von seinem Körper ausging, schien durch den dünnen Stoff ihrer Schuluniform zu dringen.
„Du solltest nicht so unvorsichtig sein“, erklang seine tiefe Stimme direkt an ihrem Ohr, so nah, dass sie seinen Atem auf ihrer Haut spüren und seinen benebelden Duft riechen konnte.
Mit einem sanften Stoß schob er sie ein Stück nach vorne, weg von seinem Körper, gerade weit genug, dass sie wieder fest auf eigenen Beinen stand, aber die Nähe noch immer wie eine elektrische Entladung in der Luft hing.
Nami wirbelte herum, ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen. Kai stand vor ihr, den Blick gewohnt undurchdringlich.
„Konzentration, Nami“, sagte er leise, und diesmal klang es weniger wie eine Anweisung für den Kampf und mehr wie eine Mahnung an sie beide. „Wenn du dich blindlings zurückfallen lässt, musst du damit rechnen, dass dich nicht immer Jemand auffängt.“
In seinen granatroten Augen blitzte für den Bruchteil einer Sekunde etwas auf, das nichts mit Beyblades zu tun hatte, bevor er sich abwandte, um einen der neuen Kartons zu öffnen.
Er trat an den Arbeitstisch und begann mit einer fast schon unnötigen Härte, das Klebeband des neuen Kartons aufzureißen. Er brauchte die mechanische Tätigkeit, um den Fokus zurückzugewinnen, den er gerade fast verloren hätte.
In seinem Kopf hallten seine eigenen Worte wie ein hohler Vorwurf nach.
~Auffangen~
Er hatte sie nicht nur aufgefangen; er hatte für einen Moment zugelassen, dass die Distanz, die er so mühsam aufrechterhalten hatte, in sich zusammenbrach.
Während er die neuen Prototypen grob auf die Metallfläche sortierte, stieg ihm erneut dieser Duft in die Nase. Es war kein künstliches Parfüm, das den Raum einnahm, sondern etwas Subtiles, das er erst bemerkt hatte, als sie so nah vor ihm gestanden hatte. Es roch nach frischer Wäsche, einem Hauch von Vanille und etwas, das ihn unweigerlich an Lilien erinnerte...ein Duft, der so gar nicht in diese sterile, nach Ozon und Schmieröl riechende Testhalle passte. Der Duft war weich, beinahe beruhigend, und stand im krassen Gegensatz zu der unterkühlten Effizienz, die er von sich selbst und seiner Umgebung verlangte.
Es irritierte ihn. Es lenkte ihn ab. Und Kai Hiwatari hasste Ablenkungen.
„Die Schule scheint dich mehr zu ermüden, als ich dachte“, sagte er plötzlich, ohne sie anzusehen. Seine Stimme war wieder zu ihrer gewohnten, schneidenden Kälte zurückgekehrt. „Wenn du nicht in der Lage bist, deine Umgebung wahrzunehmen, ist das Training für heute sinnlos. Ein Blader, der im Stehen einschläft, ist eine Gefahr für sich selbst und sein Bit-Beast.“
Nami blinzelte, die Überraschung über seine plötzliche Schroffheit vertrieb die letzte Benommenheit. „Ich bin nicht eingeschlafen, Kai. Ich habe nur... nachgedacht.“
„Dann denk schneller“, erwiderte er barsch und schob ihr einen der neuen Testblades über die glatte Tischplatte zu, dass er kurz vor der Kante zum Stehen kam. „Wir haben keine Zeit für Tagträumereien. Gudbrok hat die Spezifikationen für die Zentrifugalkraft geändert. Wir müssen die Daten bis heute Abend validieren und vorallem deine Konzentration weiter ausbauen.“
Er spürte ihren Blick auf sich...forschend, vielleicht ein wenig verletzt, aber vor allem verwirrt über seinen plötzlichen Stimmungswechsel. Er ignorierte es standhaft. Er fixierte stattdessen den Bildschirm auf dem die Daten des letzten Durchlaufs zu sehen waren, als wären die darauf flackernden Kurven das Spannendste auf der Welt.
Doch tief in seinem Inneren, unter der Schicht aus Stolz und Professionalität, brannte noch immer die Stelle an seinen Handflächen, an der er ihren weichen Stoff und die Wärme ihrer Arme gespürt hatte. Er umklammerte die Kante des Tisches so fest, dass seine Knöchel einen Moment knackten. Er musste die Kontrolle behalten. Nicht nur über die Tests, sondern über das seltsame Chaos, das dieser Duft und diese flüchtige Berührung in seinem sonst so geordneten Verstand angerichtet hatten.
„Worauf wartest du?“, setzte er nach, als sie nicht sofort reagierte. „An die Arena. Jetzt.“
Nami ließ die herbe Abfuhr nicht einfach so im Raum stehen. Anstatt zurückzuweichen, straffte sie die Schultern, hob das Kinn und tat bewusst zwei Schritte nach vorne...direkt zurück in seinen persönlichen Raum, bis sie wieder fast so nah vor ihm stand wie Sekunden zuvor.
Sie sah ihm direkt in die flammenden granatroten Augen. Nami war eine Analytikerin, und was sie sah, war kein echter Zorn. Sie bemerkte das verräterische Zucken an seinem Kiefer und die fast schon übertriebene Steifheit seiner Haltung. Er war überfordert. Die flüchtige Nähe hatte ein Loch in seine sorgsam errichtete Mauer gerissen, und nun versuchte er, die Steine mit Härte und Arroganz wieder aufzuschichten.
Doch sie tat ihm nicht den Gefallen, ihn darauf anzusprechen. Sie wollte ihn nicht bloßstellen oder seine Unsicherheit in Worte fassen...das hätte seinen Stolz nur noch mehr verletzt. Aber sie würde sicher nicht zulassen, dass er seinen inneren Aufruhr an ihr ausließ.
„Wenn du schlechte Laune hast oder der Druck bei Tachibey dir zu viel wird, Kai, dann steht es dir frei, in die Mensa zu gehen und dir eine Auszeit zu nehmen“, sagte sie mit einer Stimme, die so ruhig und fest war, dass sie den Raum ausfüllte. Ihr Blick wich nicht einen Millimeter von seinem ab. „Aber lass deinen Frust nicht an mir aus. Ich bin hier, um zu arbeiten, nicht um dein Blitzableiter zu sein.“
Kai erstarrte. Er hielt den Atem an, und für einen Moment war nur das ferne Surren der Server zu hören. Er vergaß es immer wieder...zwischen all den Speichelleckern in der BBA und den ehrfürchtigen Technikern bei Tachibey..., dass Nami Tachiba sich nicht einschüchtern ließ. Sie sah nicht den „unnahbaren Champion“, sie sah ihn.
Ein kurzes, fast gequältes Räuspern drang aus seiner Kehle, während er versuchte, seine Fassung zurückzugewinnen. Er wich ihrem Blick aus und starrte stattdessen auf den Beyblade in ihrer Hand.
„Du sollst kämpfen, Nami. Nicht reden“, presste er hervor, wobei seine Stimme noch immer rau klang. Er griff nach seinem eigenen Starter, seine Bewegungen nun hastig, fast schon defensiv.
Anstatt beleidigt zu sein, breitete sich ein herausforderndes Grinsen auf Namis Gesicht aus. Die Spannung im Raum hatte sich gewandelt...weg von der verwirrenden Intimität, hin zu einer elektrisierenden, kompetitiven Energie. Sie trat an die Arena und legte ihren Testblade ein.
„Schön“, erwiderte sie und warf ihm einen Seitenblick zu, der vor Selbstbewusstsein nur so strotzte. „Dann stell dich schon mal darauf ein, dass ich dich jetzt zur Schnecke mache, Hiwatari. Mal sehen, wie viel von deiner Konzentration noch übrig ist, wenn mein Blade deinen aus dem Ring fegt.“
Kai zog die Augenbrauen hoch, und ein winziger Schatten seines typischen, arroganten Grinsens kehrte zurück. Die Provokation wirkte wie ein Anker für ihn. „Das möchte ich sehen“, entgegnete er trocken.
Beide wussten, dass dieser Kampf mehr war als nur ein Datentest. Es war ihr Weg, mit der Hitze umzugehen, die noch immer zwischen ihnen in der Luft hing.