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Strategische Dominanz

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Strategische Dominanz

Tala dachte gar nicht daran, den Club zu verlassen. Wegzugehen würde wie Flucht aussehen... und er floh vor niemandem mehr. Schon gar nicht vor einem Haufen handverlesener Aufpasser von Lord Eric Davies oder einem verletzten, goldblonden Investment-Erben.

Stattdessen tat er genau das Gegenteil. Er blieb. Und er machte diesen Raum zu seinem.

Mit einer langsamen, kontrollierten Bewegung ließ er Lumina an seinen Oberschenkeln herabgleiten, bis ihre kniehohen Wildlederstiefel den Boden berührten. Doch seine Hände wichen keinen einzigen Zentimeter von ihr. Seine massiven Finger griffen fest und unnachgiebig an ihre Hüften, das feine Material ihres Strickkleids unter den Handflächen, und zogen sie so dicht an seinen durchtrainierten Körper, dass zwischen ihnen buchstäblich keine Luft mehr passte.

Um sie herum schien der Club für einen Augenblick den Atem anzuhalten. Die Musik wummerte weiter gegen die Wände, doch die Blicke der Umstehenden... vor allem die der jungen Frauen, die eben noch neidisch zugetuschelt hatten... hefteten sich wie magnetisiert auf den rothaarigen Giganten, der hier so unerschütterlich stand, als gehöre ihm das gesamte Viertel von Soho.

Julian saß nur wenige Zentimeter entfernt immer noch auf seinem Barhocker, den Mund halb geöffnet, das Gesicht gerötet von der plötzlichen Demütigung. Er holte tief Luft, als wolle er etwas sagen, vielleicht seine bürgerliche Ehre verteidigen oder einen klugen Spruch über unerwünschte Störenfriede loswerden.

Tala schenkte ihm nicht einmal einen direkten Blick. Er würdigte den jungen Briten keines einzigen Wortes und keiner Sekunde seiner Aufmerksamkeit. Die pure, tonlose Präsenz von Tala reichte völlig aus, um Julian den Rest zu geben; der Erbe schrumpfte auf dem Barhocker förmlich in sich zusammen, die Worte erstarben ihm im Hals, als er realisierte, dass er hier gegen einen Sturm ankämpfte, den er nicht einmal ansatzweise verstand.

Tala beugte sich stattdessen langsam nach unten, bis sein Mund direkt an Luminas Ohr lag. Sein warmer Atem strich über ihre empfindliche Haut, während sein tiefer, rauchiger Ton mühelos den Clubbass durchdrang.

„So viele Wochen, Lumina...“, murmelte er, und ein dunkles, vibrierendes Timbre lag in seiner Stimme, das von purer, kontrollierter Besessenheit zeugte. „Du hast dir wohl ernsthaft eingebildet, du könntest mich so einfach aussitzen, während du hier mit irgendwelchen blassen Jungs Cocktails schlürfst?“

Lumina holte tief Luft. Ein helles, triumphierendes Lachen perlte über ihre Lippen... kein schüchternes Kichern, sondern das Lachen einer Frau, die genau bekommen hatte, was sie wollte, und die es genoss, dass die Welt um sie herum Kopf stand. Ihre magentafarbenen Augen funkelten wie geschliffener Edelstein, als sie den Kopf ein Stück zur Seite neigte und ihn direkt ansah.

„Ich wusste genau, dass du kommst, Tala“, flüsterte sie, und in ihrer Stimme lag diese unbändige, herausfordernde Dominanz, die perfekt zu seiner eigenen passte. „Die Frage war nur, wie lange du brauchst, um deinen sturen Dickkopf durchzusetzen.“

Ein kurzes, unverkennbares Zucken ging durch die harten Züge seines Gesichts... das Echo eines fast wehmütigen Schmunzelns. Er zog sie noch fester an sich, sodass sie jede einzelne Faser seiner massiven, in das schwarze Langarmshirt gehüllten Brust spüren konnte.

„Vergiss das Date“, sagte Tala leise, während sein eisblauer Blick nun wieder ganz allein ihr gehörte. „Wir gehen nirgendwo hin. Beststell uns einen Drink... und zeig mir, wie sehr du mich vermisst hast.“

Luminas Knie gaben für einen winzigen Moment nach. Ein Schauer, der heißer und intensiver war als jede Hitzequelle im Raum, raste durch ihren Körper und ließ ihre Glieder unter dem eng anliegenden Feinstrickkleid gefährlich weich werden.

Sie war schlicht und einfach überwältigt.

Tala wirkte so anders als damals. Er war nicht mehr der gehetzte, von innerer Wut und chaotischer Überforderung zerrissene Mann, der in den letzten Wochen mit seinen eigenen Dämonen gerungen hatte. Die Zeit der harten, unerbittlichen Distanz und das eiserne Training hatten ihn geschärft.

Er schien gereift... zu einem Mann von absolut unerschütterlicher Präsenz, getragen von einer dunklen, reifen Entschlossenheit.

Da war keine Spur von Überforderung mehr in seinem Blick. Stattdessen sprach aus jeder seiner Bewegungen eine knallharte, unerbittliche Inbesitznahme. Er zweifelte nicht mehr. Er hinterfragte nichts. Er wusste exakt, was sie beide verband, und er beanspruchte es mit einer kalten, selbstbewussten Selbstverständlichkeit, die ihr das Gefühl gab, als würde der Boden unter ihren Füßen brennen.

Ein leises, atemloses Lachen entwich ihren Lippen... ein Ton voller purer Faszination. Ihre magentafarbenen Augen, in denen sich die bunten Lichterketten des Clubs brachen, brannten sich tief in seine eisblauen Züge ein.

„Du bist wirklich unmöglich, Rotschopf“, flüsterte sie mit rauchiger, zitternder Stimme, während sie sich mit beiden Händen an seinen breiten Schultern festhielt, um nicht ganz den Halt zu verlieren. Doch in diesem Flüstern lag keine Spur von Beschwerde. Es war eine Kapitulation vor seiner schieren Macht.

Sie wandte den Kopf ganz leicht, warf Julian... der noch immer starr und blass wie eine Statue auf seinem Barhocker saß... einen letzten, absolut gleichgültigen Blick zu, ehe sie ihre ganze Aufmerksamkeit wieder auf den Mann vor sich richtete.

Lumina lehnte sich an ihn, spürte das harte, gleichmäßige Pochen seines Herzens unter dem schwarzen Langarmshirt und streckte dem Barkeeper, der wie gelähmt zu ihnen herübersah, mit einer beiläufigen Handbewegung die Hand entgegen.

„Zwei Whiskeys“, sagte sie mit klarer, triumphierender Stimme, während sie Tala direkt in die Augen sah.

„Weißt du, Julian...“, rief eine vertraute, spöttische Stimme durch den Bass des Clubs, während eine weißblonde Gestalt mit einer lässigen Handbewegung aus dem Schatten der Bar trat. „...man sollte gehen, wenn es am schönsten ist. Oder besser gesagt, bevor man komplett wie ein Statist im eigenen Film wirkt.“

Elias lehnte sich mit den Ellenbogen an die Eichentheke, genau neben Tala und Lumina.

Der panische, tief sitzende Blick, den Julian in diesem Moment aufsetzte, sprach Bände. Er begriff endlich, dass er hier gegen einen Sturm ankämpfte, den er weder verstand noch überleben konnte. Mit krampfhafter Eile griff er nach seinem teuren Camel-Mantel, riss ihn von der Stuhllehne und suchte das Weite. Er verschwand so schnell in der feiernden Menge, dass man fast Mitleid mit ihm hätte haben können... wäre er nicht vorher so unerträglich eitel gewesen.

Elias musterte den Platz, an dem Julian eben noch gesessen hatte, mit einem schrägem, vielsagenden Grinsen. Seine Augen wanderten dann zu Tala, und ein Hauch echter Anerkennung lag in seinem Blick.

„Ich muss schon sagen, Valkov“, bemerkte Elias trocken, während er dem Barkeeper ein knappes Zeichen gab. „Ich hätte meinen Kopf darauf verwettet, dass du spätestens beim zweiten Satz dieses Möchtegern-Grafen den Pavillon zerlegst. Aber du bist erstaunlich diszipliniert geworden. Fast schon... strategisch.“

Tala verzog keine Miene. Seine eisblauen Augen blieben ungerührt, während seine massiven Hände noch immer fest und besitzergreifend um Luminas Taille lagen. Er dachte gar nicht daran, sie auch nur einen Millimeter loszulassen.

„Man lernt dazu, Elias“, erwiderte Tala mit tiefer, ruhiger Stimme, in der eine kaum verhüllte, dunkle Macht mitschwang. „Warum sollte ich mir die Hände schmutzig machen, wenn der Kerl sich von ganz allein lächerlich macht?“

Lumina lehnte sich noch ein Stück weiter an Talas harte Brust, genoss die wohlige, schwere Hitze, die von ihm ausging, und lachte leise auf. Ihre magentafarbenen Augen funkelten voller Provokation, als sie den Blick zu Elias wandte.

„Er hat ihn nur mit Blicken zerstört, Elias“, stichelte sie mit rauchiger, amüsierten Stimme und strich mit einer eleganten Hand über Talas Unterarm, wobei sie den Stoff seines schwarzen Langarmshirts leicht anspannte. „Ein echter Fortschritt für unseren wilden Russen, findest du nicht auch?“

Elias lachte auf, just in dem Moment, als der Barkeeper drei Gläser goldenen Whiskeys vor ihnen abstellte. Er hob sein Glas, musterte die beiden mit einem durchdringenden, aber warmen Blick und stieß leicht mit Talas Glas an.

„Auf die strategische Reife... und darauf, dass manche Lektionen verdammt gut aussehen“, sagte Elias schelmisch, nahm einen Schluck und zog sich augenblicklich wieder ein Stück zurück, um den beiden ihren Raum zu lassen.

„Ich bin dann mal wieder im Hintergrund, ihr Turteltauben. Vergreift euch bloß nicht im Ton.“

Kaum hatte Elias sich umgedreht und sich im Gewimmel verloren, zog Tala Lumina noch dichter an sich heran. Der Raum um sie herum schien zu verschwimmen; die Musik, die Lichterketten und die Blicke der anderen Gäste existierten schlicht nicht mehr.

Tala beugte sich herab, sein Gesicht nur Millimeter von dem ihren entfernt, während sein eisblauer Blick glühte.

„Genug geredet, Lumina“, murmelte er dunkel an ihrem Ohr, während sein Daumen sanft über ihre Wange strich.

Lumina ließ den Blick einen Moment lang durch den lauten, pulsierenden Club schweifen, über die bunten Lichterketten und die feiernde Menge, ehe ihre magentafarbenen Augen wieder zu ihm zurückkehrten. Ein Hauch von spitzbübischer Vorfreude lag in ihrem Blick, während sie sich noch ein Stück enger an seinen massiven Körper schmiegte.

„Sollten wir nicht lieber verschwinden...?“, flüsterte sie, und ihre Stimme klang verrucht, drängend und vollkommen ungeduldig zugleich.

„Vielleicht... in dein Hotelzimmer?“

Tala entging rein gar nichts. Seine scharfen, eisblauen Augen bemerkten sofort den flachen, schnellen Atem, der unter dem engen Feinstrickkleid ihre Brust hob und senkte. Ein dunkles, wissendes Schmunzeln huschte über seine harten Züge... die perfekte, gefährliche Mischung aus Souveränität und loderndem, ungestilltem Verlangen.

Er beugte sich so tief zu ihrem Ohr herab, dass seine Lippen streifartig ihre empfindliche Haut berührten, während seine tiefe, rauchige Stimme jeden anderen Ton im Club mühelos auslöschte.

„Ist da etwa jemand untervögelt?“, murmelte er mit einem Tonfall, der pure, ungeschnittene Provokation atmete und direkt in ihren Nervenbahnen einschlug.

Lumina erschauerte augenblicklich. Ein heißer, heftiger Schauer raste durch ihren Körper und ließ ihre Knie für eine Sekunde gefährlich weich werden. Sie sog scharf die Luft ein, biss sich kurz auf die Unterlippe und fixierte ihn aus funkelnden, herausfordernden Augen.

„Dass das absolut der Fall ist, brauche ich dir wohl kaum zu verschweigen, Rotschopf“, erwiderte sie mit einer rauchigen, völlig unerschrockenen Haltung, während ihre Finger provokant über den Stoff seines schwarzen Langarmshirts strichen.

„Aber spar dir diese neue, gefährlich-coole Masche lieber. Ich wette nämlich, deine Hose platzt gleich ebenfalls vor lauter Vorfreude... und du zählst die Sekunden exakt genauso besessen wie ich.“

Talas Blick verdüsterte sich schlagartig. Das amüsierte, überlegene Funkeln in seinen eisblauen Augen erlosch, verschlungen von einer tiefen, fast raubtierhaften Dunkelheit, die keinen Raum mehr für spielerisches Ausweichen ließ. Die Luft zwischen ihnen schien mit einem Schlag zu brennen.

Er neigte sich erneut tief zu ihr herab, dass seine Lippen fast ihre empfindliche Haut streiften, während seine Stimme zu einem dunklen, tiefen Rauschen sank, das sich direkt in ihr Nervensystem grub.

„Ich werde dich so hart gegen die Wand vögeln, dass du deinen eigenen Namen vergisst.“, flüsterte er mit einer tonlosen, unbarmherzigen Härte, die jeden Gedanken an Widerstand im Keim ersticken ließ. „Und du wirst heute Nacht keine einzige Sekunde schlafen. Nicht, bevor ich dich aus jeder erdenklichen Perspektive habe schreien sehen.“

Ein überfordertes, durch und durch lustvolles Seufzen entrang sich ihrer Kehle. Es war ein Laut der puren Kapitulation, der in dem hämmernden Bass des Clubs völlig unterging, für sie beide jedoch klang wie ein Donnerschlag.

Diese Seite an ihm... diese Art von bewusster, verbaler Dominanz kannte sie noch gar nicht. Bisher hatte sie ihn zwar als wild, ungezähmt und kompromisslos erlebt, aber es war meist eine wortlose Härte gewesen... eine pure, physische Entladung, mit der er auf jede Provokation reagiert hatte.

Doch das hier?

Diese tiefe, raue Stimme, gepaart mit diesen zügellosen, besitzergreifenden Versprechungen eines sonst so unberechenbaren Mannes, traf sie so unvorbereitet und heftig, dass es ihr schier den Verstand raubte. Eine unbändige Welle von Hitze schoss durch ihren Unterleib und machte sie so feucht, dass sie für einen Moment befürchtete, auf dem harten Clubboden die Knie zu verlieren. Es machte sie wahnsinnig... besessen von dem Gedanken, dass dieser Mann keine Sekunde länger zögern durfte.

Ein seltenes, fast unmerkliches Zucken ging durch Talas Züge, während er das spürbare Beben in Luminas Körper registrierte. Es war eine tiefgehende, beinahe erstaunte Erkenntnis, die in diesem Moment in seinem Kopf aufblitzte: Es war verdammt befriedigend, sie allein durch Worte zu kontrollieren.

Kai hatte ihm vor einiger Zeit einmal beiläufig gesagt, dass die richtige Dosis mentaler Dominanz um ein Vielfaches effizienter sein konnte als reine, raue Muskelkraft.

Er hatte verdammt nochmal recht gehabt.

Damals hatte Tala es stur von sich geschoben, mit einem abfälligen Knurren abgetan und nicht weiter ernst genommen. Für ihn gab es jahrelang nur die physische Entladung, das ungezähmte Kräftemessen und die harte Distanz.

Doch die Erinnerung an ihr allerletztes Aufeinandertreffen vor etwa fünf Wochen brannte sich wieder scharf in sein Gedächtnis.

Schon damals war er vollkommen überwältigt gewesen von diesem neuartigen, berauschenden Gefühl, als er in ihre flehenden, von purer Ekstase verschleierten Augen geblickt hatte. Dieses berauschende Gefühl absoluter Überlegenheit, weil nicht nur sein Körper, sondern seine bloße Absicht ihre Lust steuerte. Er hatte sie damals komplett um den Verstand gebracht... und zu sehen, wie ein einziges, gezieltes Flüstern sie jetzt mitten in einem überfüllten Club in London an den Rand des Wahnsinns trieb, gab ihm eine dunkle, fast berauschende Macht.

Tala schmunzelte dunkel, während sein eisblauer Blick unerbittlich auf ihren bebenden Lippen ruhte. Er genoss jede einzelne Sekunde dieser absoluten Kontrolle.

Er fackelte nicht lange. Die Geduld, die er in den letzten Monaten in zähes, erbarmungsloses Training und strategische Kalkül investiert hatte, war mit diesen letzten Worten restlos verbraucht. Die Hitze, die von Lumina ausging, und ihr bebender Atem trieben ihn an wie ein unaufhaltsamer Impuls.

Mit einer festen, unnachgiebigen Hand, die keinen Widerspruch duldete, packte er sie am Handgelenk.

Er zog sie mit sich, riss sie aus dem unmittelbaren Blickfeld der Bar und steuerte zielstrebig auf den hinteren, abgedunkelten Korridor des Clubs zu. Dort, wo die hölzernen Wände in dämmriges Halblicht getaucht waren und das wummernde Dröhnen der Musik zu einem dumpfen, harten Bass-Pochen verschmolz, befand sich ein kleiner, verwaister Durchgang zu den privaten Séparées und den Personalräumen.

Niemand war hier. Der Bereich lag im perfekten Schatten.

Lumina stolperte einen halben Schritt hinter ihm her, den Puls auf Anschlag, den Atem viel zu flach. Jede Faser ihres Körpers schrie nach Berührung, und das Wissen, dass er nicht einmal mehr bis zum Hotelzimmer warten wollte, jagte ihr eine Welle purer Ekstase durch den Unterleib.

In einer einzigen fließenden, kraftvollen Bewegung drängte Tala sie vorwärts, bis ihr Rücken sanft, aber unerbittlich gegen die kühle Vertäfelung der Wand schlug.

Bevor sie auch nur Luft holen konnte, war er da. Seine massive Statur schloss sich um sie wie ein Käfig. Er stützte beide Hände... links und rechts neben ihrem Kopf... flach gegen die Holzpaneele, sodass sie vollständig in seiner Gewalt war. Kein Entkommen. Kein Ausweichen.

Nur er, sein schwerer, heißer Atem und diese dunkle, raubtierhafte Präsenz, die sie vollkommen einnahm.

Tala senkte den Kopf, seine eisblauen Augen bohrten sich tief in ihre magentafarbenen, vor Verlangen dunkler gewordenen Pupillen.

„Ich habe dir schon öfter gesagt, dass ich nicht gerne warte, Lumina“, murmelte er rau, und seine Stimme klang fast wie ein Knurren direkt an ihren Lippen.

Er gab ihr nicht einmal die Sekunde, um zu antworten. Seine Hand glitt von der Wand nach unten, schob sich zielsicher an ihrem Oberschenkel hoch, strich über das weiche Material des Feinstrickkleids und presste sich mit einer unmissverständlichen, fordernden Härte an ihre Mitte.

Die unverschämte Nässe und das sofortige, heftige Zusammenzucken unter seiner Hand bewiesen ihm, dass sie reif war... und dass seine Worte genau den Effekt erzielt hatten, den er gewollt hatte.

Lumina stieß ein ersticktes, heiseres Keuchen aus, warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen, während ihre Hände instinktiv nach dem Stoff seines schwarzen Langarmshirts griffen, um sich festzuklammern.

„Tala...“, stöhnte sie gegen seinen Hals, während er mit der anderen Hand grob ihren Nacken packte, sie zu sich heranzog und sie in einen Kuss riss, der absolut nichts mehr von Höflichkeit oder Zurückhaltung an sich hatte. Er schmeckte nach Whiskey und einer ungezähmten, vier Monate lang aufgestauten Besessenheit.

Mit einer fließenden Bewegung versenkte Tala zwei Finger in ihr.

Lumina entrang sich ein heiseres, überschlagenes Keuchen, das sofort in der dunklen Enge des Ganges verhallte. Ihre Knie gaben endgültig nach, und hätte Tala sie nicht mit seinem massiven, eisernen Griff an der Taille gehalten, wäre sie auf den Boden gesunken. Die pure Intensität dieses Berührens traf sie wie ein physischer Schlag.

Sie war so nass, so unglaublich bedürftig nach ihm, dass jede rationale Gedankenkette sofort in tausend Teile zerfiel.

Tala verlor keine Zeit mehr für Worte. Seine eisblauen Augen brannten auf ihrem Gesicht, während er seinen durchtrainierten, massiven Körper noch ein Stück schwerer gegen den ihren presste. Er drückte sich so eng an sie, dass sie jede einzelne Kontur seiner harten Brustmuskeln durch den Stoff seines schwarzen Langarmshirts spüren konnte.

„Wenn du schreien willst, Lumina...“, flüsterte er dunkel, und seine raue Stimme vibrierte direkt gegen ihre Lippen, „...dann beiß mir in die Schulter. Aber hier hört dich niemand. Und du wirst still sein.“

Bevor sie auch nur Luft holen konnte, schob er sein Becken im Rhythmus seiner Hand in einer langsamen, unbarmherzigen Bewegung nach vorne. Der Stoff ihrer Kleidung rieb an ihrer empfindlichsten Stelle, während seine Finger in ihr arbeiteten... eine so rücksichtslose, präzise Kontrolle, die sie augenblicklich den Verstand kostete.

Lumina warf den Kopf nach hinten, bis er hart gegen die Holzvertäfelung der Wand schlug.

Ihre magentafarbenen Augen rollten nach oben, und ein wilder, hemmungsloser Laut drang aus ihrer Kehle. Sie klammerte sich mit beiden Händen so fest an seinen Schultern fest, dass ihre langen Fingernägel tief durch den Stoff hindurch in die harte Muskulatur gruben.

Die Gefahr, dass im nächsten Moment Personal oder ein neugieriger Gast den Korridor betreten könnte, wirkte wie ein Brandbeschleuniger für das Verlangen. Es war verboten, riskant und so unglaublich erregend, dass ihr gesamter Körper in Flammen stand.

Tala bemerkte, wie nah sie am Rand war. Sein eigener Atem ging schwer und rasselnd, die Adern an seinen Unterarmen traten unter der Anspannung hervor. Er hielt sie fest wie eine Beute, die er niemals wieder hergeben würde, und intensivierte den Druck seiner Hand, während er sie mit harten, fordernden Stößen seiner Hüfte an die Wand presste.

„Tala... Gott, Tala...“, stöhnte sie atemlos, unfähig, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Ihr ganzer Körper bebte unter einer Welle unaufhaltsamer Ekstase.

Als der Orgasmus mit der Wucht eines Vorschlaghammers über sie herbrach, presste sie in blinder, zügelloser Lust die Zähne fest in die feste Muskelpartie seiner Schulter. Ein langgezogenes, ersticktes Stöhnen versank direkt in seinem Stoff während ihre Beine endgültig nachgaben und sie zitternd, völlig wehrlos und überfordert in seinen Armen zusammenbrach.

Tala hielt sie. Er bewegte sich nicht einen Millimeter, ließ sie in den Wellen ihrer eigenen Lust ertrinken, während sein eisblauer Blick mit einer dunklen, berauschenden Befriedigung auf ihrem verzerrten, glücklichen Gesicht ruhte. Seine Hand hielt sie unnachgiebig fest, und sein eigener Atem brannte heiß an ihrem Ohr.

Tala schlang den freien Arm noch fest um ihren Rücken, während die Nachwehen ihres Orgasmus ihren zitternden Körper immer noch erschütterten. Er neigte den Kopf und riss sie in einen leidenschaftlichen, zügellosen Kuss. Seine Zunge drang tief in ihren Mund ein, fordernd, gierig und vollkommen berauscht von ihrem Geschmack. Der Kuss war rohe, pure Flamme... gepaart mit dem verruchten Wissen, was er gerade mit ihr angestellt hatte.

In diesem Moment drohte Tala die Beherrschung endgültig zu entgleiten.

Seine eigene Erregung war so unbarmherzig hart und pulsierend, dass der triebgesteuerte, wilde Teil seines Gehirns beinahe die vollständige Oberhand gewann. Eine uralte, ungezähmte Stimme in seinem Kopf brüllte ihn an, scheiß auf die Vernunft zu geben, das dünne Kleid vollends hochzureißen, Lumina noch höher an diese hölzerne Wand zu pressen und sich augenblicklich mit einem einzigen, harten Stoß tief in ihrer Nässe zu versenken. Die Versuchung war wie ein Rasen im Blut, eine dunkle Gewaltenwelle, die ihn fast überspülte.

Doch im letzten Bruchteil einer Sekunde schaltete sich der neue, kühle Verstand ein.

Sie waren immer noch mitten in der Öffentlichkeit.

Tala wandte den Kopf nur um einen Zentimeter ab, seinen schweren, heißen Atem an ihrer Schläfe verstreuend. Sein scharfer, eisblauer Blick drang durch das dämmrige Halblicht des Korridors und fixierte das unauffällige, eiserne Schild am Ende des Ganges: die schwere Brandschutztür, die als Hinterausgang und somit ins Freie führte.

Mit blitzartiger Klarheit kalkulierte er die Lage. Vor dem Haupteingang des Pubs standen die verdeckten Sicherheitsmänner von Lord Eric Davies... bereit, einzugreifen oder Lumina zu folgen, sobald sie das Gebäude offiziell verließ. Wenn er sie jetzt hier an der Wand nahm oder vorne durch die Tür marschierte, würde er einen offenen Konflikt heraufbeschwören.

Nein. Er musste sie da rausbringen. Durch die Hintertür, unbemerkt, direkt in die eisige Londoner Nacht.

Es waren nur wenige Straßen bis zu seinem Hotel. Nur ein paar Blocks, die er sie bringen musste, um all die dunklen, zügellosen Versprechungen dieser Nacht einzulösen... ohne Zeugen, ohne Aufpasser und ohne Grenzen.

Während Lumina sich noch immer völlig erschöpft und von der Hitze gelähmt an seine schwere Brust klammerte, presste Tala die Kiefer aufeinander. Ein tiefes, inneres Eingeständnis brannte sich wie Feuer durch seine Adern: Verdammt, er hatte sie so unglaublich vermisst. Es gab kein Leugnen mehr, keine sture Maske. Er wollte sie spüren... ganz, kompromisslos und ohne dass ihnen auch nur ein einziger Atemzug dazwischenkam.

Tala hielt Lumina noch einen Herzschlag lang fest, während der Atem in ihrer Brust unregelmäßig raste und die Nachwehen des Orgasmus ihren Körper immer noch erzittern ließen. Seine eisblauen Augen bohrten sich tief in ihre magentafarbenen, vor Ekstase noch immer vernebelten Pupillen.

„Warte hier auf mich“, flüsterte er leise, aber mit einer unumstößlichen Härte, die keinen Widerspruch duldete. „Lauf mir nicht weg.“

Bevor sie antworten konnte, löste er sich von ihr. Er strich ihr mit dem Daumen noch einmal über die gerötete Unterlippe, ehe er sich umdrehte und mit schnellen, zielgerichteten Schritten den schattigen Korridor verließ, um zurück in das pulsierende, lärmende Herz des Clubs zu treten.

Der Kontrast traf ihn wie ein physischer Schlag. Drinnen wummerte der Bass unerbittlich gegen die Wände, die Luft war geschwängert von dem Geruch von Alkohol, schwerem Parfum und elektrischer Hitze.

Als Tala den Hauptraum betrat, fiel sofort auf, dass sich die Dynamik an der Bar verändert hatte. Elias lehnte sich dort mit einer so lässigen Selbstverständlichkeit hin, als gehöre ihm der halbe Laden. Umgeben war er von einer Handvoll junger, schwärmender Mädchen, die sich kichernd und mit leuchtenden Augen um ihn drängten, während er ihnen mit einem gewohnt charmanten Lächeln irgendetwas erzählte, das sie vollkommen zu verzaubern schien.

Elias hob den Blick, genau in dem Moment, als Tala vorbeischritt. Er musterte den rothaarigen Russen mit seinen breiten Schultern und dem schweißfeuchten, schwarzen Langarmshirt, erkannte sofort das unausgesprochene, triumphierende Funkeln in seinen eisblauen Augen und grinste breit.

Mit einer eleganten Bewegung hob er sein Whiskeyglas, prostete Tala in einer stillen, anerkennenden Geste zu und schmunzelte, als wolle er sagen: Gute Arbeit, Valkov.

Tala würdigte das kleine Spektakel keines einzigen Wortes. Er schenkte den schwärmenden Mädchen nicht einmal einen Blick. Mit kalter, kompromissloser Effizienz griff er an die Stuhllehne der Bar, wo ihre Mäntel lagen. Er schnappte sich Luminas hellen Wollmantel und seinen eigenen schweren, dunklen Mantel.

Ohne zu zögern, drehte er sich auf dem Absatz um, ignorierte das leise Tuscheln und die lüsternen Blicke, die ihm aus der Menge folgten, und steuerte schnurstracks wieder auf den hinteren Korridor zu.

Lumina stand noch immer dort, an die kühle Holzvertäfelung gelehnt, das Feinstrickkleid an den Oberschenkeln leicht verrutscht, die Wangen gerötet, der Blick suchend und fieberhaft. Als sie ihn mit den Mänteln im Arm aus dem Halblicht auf sich zukommen sah, entwich ihr ein tiefes, erleichternes Ausatmen.

Tala trat vor sie, ohne ein Wort zu verlieren. Er legte ihr den dicken, hellen Wollmantel behutsam, aber mit fester Hand um die schmalen Schultern, zog den Kragen hoch und schloss die Knöpfe, um sie vor der Kälte abzuschirmen... und um das, was darunter lag, vor neugierigen Blicken zu verbergen.

„Bereit?“, fragte er leise, während seine Hand an ihren Nacken glitt, seine warmen Finger tief in ihr silbrig-weißes Haar griffen und er ihren Mund noch einmal kurz, hart und besitzergreifend mit dem seinen versiegelte.

Lumina nickte stumm, die Knie wieder leicht weich, und packte seinen Mantel. Gemeinsam wandten sie sich ab und schritten durch die schwere Brandschutztür direkt hinaus in die beißende, eiskalte Londoner Februarluft.

Die schwere Brandschutztür fiel hinter ihnen ins Schloss und schnitt das dumpfe, hämmernde Dröhnen des Clubs schlagartig ab.

Der Kontrast war brutal. Die beißende, eiskalte Februarluft Londons schlug ihnen entgegen wie eine physische Ohrfeige, trocken, frostig und schwer vom Geruch nassem Asphalts und Autogasen. Doch die Hitze, die von ihren Körpern ausging, schien selbst den eisigsten Wind zu verbrennen.

Tala zog Lumina dicht an seine Seite, seinen Arm fest und unnachgiebig um ihre Taille gelegt. Jeder einzelne Schritt nach vorn war ein reines Kraftspiel gegen seinen eigenen Körper. In diesem Moment war er fast schon dankbar für die dunklen, eng geschnittenen Hosen, die seine unbändige Härte im Zaum hielten... auch wenn es ein schmerzhaftes, pulsierendes Pochen war, das bei jeder Bewegung tief in seinen Unterleib stach.

Es war eine ständige, brennende Erinnerung an das, was sie im Korridor zurückgelassen hatten, und an das, was im Hotelzimmer auf sie wartete. Diese verfluchte Enge trieb ihn fast in den Wahnsinn, schärfte aber gleichzeitig seinen Fokus zu einer rasiermesserscharfen Präzision.

Sie bogen in eine schmale, von sanftem Neonlicht und alten Backsteinfassaden gesäumte Seitenstraße ein, die tiefer in das Herz von Soho führte. Die Straßen waren hier um diese Uhrzeit fast menschenleer, nur vereinzelt zogen schattige Gestalten an den Ecken vorbei.

Doch nicht alle Schatten waren zufällig.

Kaum hatten sie die nächste schmale Kreuzung passiert, trat eine Gestalt aus dem Halblicht einer flackernden Straßenlaterne.

Ein Mann in einem schlichten, dunklen Mantel, mit unverkennbar aufrechter Haltung und dem typischen, unauffälligen Blick eines professionellen Sicherheitsbeamten. Lord Eric Davies hatte seine Aufpasser gut platziert. Der Mann zögerte kurz, machte einen halben Schritt nach vorn, als wolle er ihnen den Weg versperren oder Lumina direkt ansprechen.

Tala blieb augenblicklich stehen.

Keine Sekunde des Zögerns lag in seiner Haltung. Mit einer langsamen, absolut dominanten Bewegung schob er Lumina komplett hinter seinen massiven Körper, sodass sie im Schutz seines breiten Rückens stand, während sein eisblauer Blick den Wachmann traf.

Es war kein wütender Blick. Es war etwas Schlimmeres. Es war der blanke, absolute Frost eines Raubtiers, das seine Beute markiert hatte und jeden zerfetzen würde, der es auch nur wagte, die Krallen auszustrecken.

Die tonlose, eiskalte Autorität, die von Tala ausging, war so massiv, dass die kalte Nachtluft schlagartig zu erstarren schien.

Der Sicherheitsmann, der gewohnt war, Konflikte im Keim zu ersticken, stockte mitten im Schritt. Er sah in Talas Augen... in diesen frostigen, unerbittlichen Blick, der keine Warnung aussprach, sondern bereits das Todesurteil für jeden aussprach, der jetzt einen Fehler machte. Der Mann schluckte schwer, senkte den Blick keinen Zentimeter, aber seine Schultern sanken unmerklich nach unten. Er trat langsam, fast unauffällig einen Schritt zurück in den tiefen Schatten der Backsteinmauer und ließ sie passieren.

Tala wandte den Blick nicht von ihm ab, bis sie den Mann endgültig hinter sich gelassen hatten. Erst als die Straße wieder frei vor ihnen lag, entspannte sich das harte Muskelpaket in seinem Nacken minimal.

Er legte seine schwere Hand wieder fest um Luminas Taille, drückte sie noch enger an sich, während sie den letzten Block zu seinem Hotel im schnellen, zielstrebigen Tempo zurücklegten.

„Nicht mehr weit“, flüsterte Tala rau, und seine Stimme klang dunkel und versprechend in der Nacht.