Auf Messers Schneide
Auf Messers Schneide
Die VIP-Kabine war ein absoluter Traum in Roségold und weichem Samt, absolut blickgeschützt und mit großzügigen Spiegeln ausgestattet.
Während Nami in ihrer Kabine das weinrote Spitzen-Set anlegte, entledigte sich Lumina mit routinierter Eleganz ihrer Kleidung. Nach nur wenigen Augenblicken trat Lumina in dem hauchdünnen, schwarz-spitzen Ensemble in den separaten Vorraum der VIP-Umkleiden.
Die beiden Verkäuferinnen, die gerade mit weiteren sündhaft teuren Stücken im Arm dort warteten, hielten ehrfürchtig den Atem an. Lumina stellte sich vor den riesigen Ganzkörperspiegel, strich sich eine silbrige Haarsträhne aus dem Gesicht und begutachtete sich schmunzelnd von allen Seiten.
„Dürfen wir Ihnen vielleicht noch ein paar Spitzen-Tops zeigen?“, fragte die jüngere Dame leise, noch immer völlig bewundernd. „Dieses Set steht Ihnen sagenhaft... Ihre Figur ist makellos!“
„Oh, danke! Ich finde es absolut hot!“, antwortete Lumina mit einem unverfrorenen, strahlenden Lächeln und warf einen Blick zurück zu Namis Kabine. „Nami, wie sieht’s aus? Was sagst du?“
„Ich bin gleich fertig!“, tönte Namis samtige Stimme aus der Umkleide. „Lass mich nur kurz die Strapsen richtig einhaken, dann schaue ich es mir an!“
Nur Sekunden später schob Nami den schweren Samtvorhang zur Seite und trat heraus.
Den beiden Verkäuferinnen weiteten sich auf der Stelle die Augen, und eine der Damen presste spontan die Hand an den Mund.
Namis Ensemble war ein atemberaubender Blickfang: Ein tiefdekolletierter, weinroter BH aus feinster Seide, ein passender String und edle Strapsen, die feine, halterlose Strümpfe an ihren makellos geformten Beinen hielten. Das dunkle Rot bildete einen spektakulären Kontrast zu ihrer karamellfarbenen Haut und dem silber-weißen Haar, das ihr in sanften Wellen über die Schultern fiel.
Nami sah erst kurz zu Lumina, musterte deren schwarzes Set und nickte anerkennend.
„Lumina... ganz ehrlich? Tala wird absolut Amok laufen, wenn er dich so sieht“, sagte Nami mit einem bewundernden Lächeln.
Lumina derweil antwortete nicht sofort, sondern deutete direkt auf Nami und stieß ein langes, anerkennendes Pfeifen durch die Zähne aus. Ihr spitzbübischer Blick blieb an Namis Dekolleté hängen, das in dem Spitzen-BH sagenhaft zur Geltung kam.
„Na halleluja!“, grinste Lumina und deutete ungeniert auf Namis Brüste, die auffallend praller wirkten. „Da zahlt es sich optisch wohl doppelt aus, dass du den kleinen Mann noch stillst, was? Wahnsinn, Nami!“
Nami errötete leicht bei dieser unverblümten Direktheit, musste dann aber herzhaft und zustimmend lachen.
„Es hat definitiv seine Vorteile“, gab Nami amüsiert zurück.
In diesem Moment blinzelte die ältere der beiden Verkäuferinnen mehrmals hintereinander. Ihr Blick wanderte fasziniert über Namis perfekt geformten Körper... über den absolut flachen, straffen Bauch, die extrem schmale Taille und die geschwungenen Hüften. Dann spähte die Dame mit Stirnrunzeln kurz zurück in die VIP-Kabine, wo der Kinderwagen stand.
Sie räusperte sich leise, von der professionellen Neugier gepackt, und fragte vorsichtig:
„Verzeihen Sie die Frage... aber wie alt ist denn Ihr Baby?“
„Mein Sohn wird bald vier Monate alt“, antwortete Nami freundlich und strich sich über die Hüfte.
Die jüngere Verkäuferin keuchte hörbar auf und die Kinnlade klappte ihr glatt herab. Beide Damen starrten Nami mit offenem Mund an und hielten mitten in der Bewegung inne.
„A-aber... wie können Sie bitteschön jetzt schon wieder so unglaublich gut aussehen?!“, platzte es aus der jüngeren Dame heraus.
„Ich meine... Sie sehen absolut nicht so aus, als hätten Sie vor Kurzem erst ein Kind geboren! Das ist doch gar nicht—“
Ihre ältere Kollegin packte sie schlagartig an der Schulter und unterbrach ihren Redefluss abrupt. Ein plötzlicher Blitz der Erkenntnis fuhr der älteren Dame durch den Kopf, als sie die ozeanfarbenen Augen, das silbrige Haar und das engelsgleiche, edle Gesicht der jungen Frau vor sich endlich richtig zuordnete.
„Oh... mein Gott, verzeihen Sie uns bitte!“, stotterte die ältere Verkäuferin und verneigte sich leicht, während ihr die Röte ins Gesicht stieg. „Wir haben Sie im ersten Moment nicht erkannt, Mrs. Hiwatari! Sie sehen... absolut unglaublich aus.“
Ihre Kollegin weitete überrascht die Augen, als der Name fiel, und stimmte sofort aufgeregt mit ein:
„Oh mein Gott... entschuldigen Sie bitte vielmals! Wir beide sehen berufsbedingt sehr selten fern... aber ja! Wir hatten natürlich damals in den Nachrichten gehört, dass Sie und Ihr Mann Eltern geworden sind. Herzlichen Glückwunsch noch nachträglich!“
Die Dame schluckte schwer, während ihr Blick noch einmal ehrfürchtig Namis flachen, unversehrten Bauch taxierte.
Nami spürte augenblicklich einen kleinen Stich der Warnung in sich aufsteigen. Ihr wurde schlagartig bewusst, dass es keine besonders kluge Idee gewesen war, sich hier so unverhüllt zu zeigen. Kai hatte sie ausdrücklich gewarnt: Ein so makelloser, flacher Bauch nur wenige Monate nach der Entbindung würde unweigerlich Fragen aufwerfen. Niemand durfte je erfahren, dass ihre seelische Verschmelzung mit ihrem Bit-Beast Pegasus und die daraus resultierenden Selbstheilungskräfte ihren Körper binnen kürzester Zeit wieder perfekt regeneriert hatten.
Nami bewahrte jedoch souverän die Ruhe. Sie setzte ein warmes, dankbares Lächeln auf, neigte leicht den Kopf und wiegelte gelassen ab:
„Vielen Dank für die lieben Worte“, sagte Nami vollkommen natürlich und zwinkerte den beiden Damen spielerisch zu. „Ich habe mich einfach streng an das eiserne Rückbildungsprogramm eines internationalen Topmodels gehalten, das fünf Wochen nach der Geburt schon wieder für Victoria's Secret auf dem Laufsteg stehen musste. Ich war selbst überrascht, wie extrem gut diese speziellen Übungen geklappt haben!“
Die beiden Verkäuferinnen atmeten erleichtert auf und nickten ehrfürchtig. Die Erklärung klang absolut plausibel für die Welt der High Society.
„Ah, natürlich! Das erklärt es natürlich. Nicht zu vergessen die Tatsache, wie blutjung sie noch sind.“, murmelte die ältere Dame bewundernd. „Aber die Disziplin dafür muss trotzdem eisern gewesen sein. Wundervoll!“
Lumina, die die kleine brenzlige Situation mit einem amüsierten Grinsen verfolgt hatte, klatschte leicht in die Hände und warf Nami einen verschmitzten Blick zu.
„So, genug Gerede über Fitnesspläne!“, verkündete Lumina vergnügt. „Wir müssen Fotos machen. Nami, hol dein Smartphone raus... dein Ehemann wird heute Abend seinen Augen nicht trauen!“
Die VIP-Kabine verwandelte sich in den nächsten Minuten in ein privates, luxuriöses Fotostudio und eine hochexplosive Modenschau in einem.
Die Verkäuferinnen waren nicht mehr zu halten. Völlig begeistert von den beiden atemberaubenden Frauen und der perfekten Kulisse, brachten sie im Minutentakt neue, noch ausgefallanere Stücke in die Kabine: hauchzarte Seidenkimonos, tiefgeschnittene Bodys mit gewagten Cut-Outs und Korsagen, die jede Kurve perfekt akzentuierten. Nami und Lumina ließen sich nur allzu gerne darauf ein, tauschten die Outfits und wechselten sich im Sekundentakt vor den großen, beleuchteten Spiegeln ab.
„Okay... “, lachte Lumina, während sie sich eine luxuriöse, smaragdgrüne Seidenrobe überwarf, die im Kontrast zu ihrer blassen Haut und den magentafarbenen Augen fast unwirklich aussah. „Das hier ist definitiv für das große Wiedersehen. Aber das schwarze Spitzen-Ding vorhin... das bekommt Tala jetzt sofort.“
Lumina zückte ihr Smartphone, stellte sich in eine perfekt ausgeleuchtete Ecke der Kabine und warf einen Blick in den Spiegel, der jede Facette ihrer makellosen Ausstrahlung einfing. Mit einem selbstbewussten, fast schon gefährlichen Schmunzeln auf den Lippen drückte sie ab.
Nami, die inzwischen ihr favorisiertes Outfit anhatte... einen tiefschwarzen, durchsichtigen Spitzenbody mit verruchten seitlichen Herz-Cutouts, Strapsen und halterlosen Strümpfen lehnte sich lässig an den Samtsessel und schmunzelte.
„Du willst ihn also direkt in den Wahnsinn treiben, bevor er überhaupt eine Chance hat, Petrow zu umgehen?“, neckte Nami ihre Cousine mit einem warmen, amüsierten Unterton.
„Genau das ist der Plan“, gab Lumina ungeniert zurück und tippte auf Senden. „Und du? Bist du bereit für dein Meisterwerk?“
Nami atmete tief durch. Der Adrenalinkick dieses kleinen, verbotenen Spiels tat gut... es erinnerte sie an jene Zeiten, in denen sie Kai regelmäßig mit gezielten Provokationen aus der Reserve gelockt hatte. Sie trat vor den großen Ganzkörperspiegel, in dem ihr schwarzes Spitzen-Set und die halterlosen Strümpfe perfekt zur Geltung kamen. Die prallen Konturen ihrer Brüste und ihre makellose Silhouette wirkten fast einschüchternd verführerisch.
„Ich bin mehr als bereit“, flüsterte Nami mit einem dunklen, fast triumphierenden Glitzern in den ozeanfarbenen Augen.
Sie hob ihr Smartphone, suchte den perfekten Winkel, in dem die Beleuchtung und ihr Blick genau die richtige Mischung aus unnahbarer Eleganz und purem Versprechen ausstrahlten, und drückte ab. Das Bild war so umwerfend, dass selbst Lumina kurz die Luft anhielt und bewundernd pfiff.
„Heftig“, kommentierte Lumina anerkennend.
„Wenn Kai da heute Abend nicht augenblicklich jedes Meeting hinschmeißt und nach Hause stürmt, fresse ich einen Besen.“
Nami schmunzelte über Luminas überschwängliches Kompliment und hob die Hand, um das soeben geschossene Foto direkt an Kai zu verschicken. Doch in genau dem Bruchteil einer Sekunde, in dem ihr Daumen über den Bildschirm glitt, leuchtete das Display auf.
Eine neue Benachrichtigung ploppte auf.
Nami hielt inne und blinzelte überrascht, als sie den Absender sah. Kai hatte ihr vor gerade einmal zwei Minuten eine Nachricht geschickt.
„Na sieh mal einer an“, murmelte Nami leise und ein warmes, wissendes Lächeln huschte über ihre Lippen.
Lumina, die gerade dabei war, ihr eigenes Smartphone wegzustecken, hob neugierig eine silbrige Augenbraue.
„Und? Hat er etwa schon geantwortet?“, fragte Lumina amüsiert.
„Er ist schon zu Hause“, erklärte Nami, während sie die Nachricht kurz überflog. „Er absolviert gerade ein härteres taktisches Training.“
Lumina stutzte kurz.
„Training? Zu Hause? Lässt Kai jetzt neuerdings die Sandsäcke im Flur hängen?“
Nami schüttelte schmunzelnd den Kopf und lehnte sich mit verschränkten Armen und immer noch in ihrem atemberaubenden schwarzen Spitzenbody... an die Samtlehne der Chaiselongue. Die Erinnerung an die vergangenen Wochen spiegelte sich in ihrem Blick wider.
„Vor knapp zwei Wochen hat er angefangen, wieder richtig intensiv körperlich zu trainieren“, erzählte Nami mit sanfter, melodischer Stimme. „Da er kaum noch aktive Blader-Kämpfe in der BBA bestreitet, hat er sich das quasi zu einem neuen Hobby gemacht, um den mentalen Stress besser abzubauen. Er hat den alten Ballsaal im Anwesen kurzerhand in ein professionelles Fitnessstudio umfunktioniert. Den Raum haben wir vorher sowieso nur für riesige Feste gebraucht, und für den Alltag stand er ohnehin nur leer.“
Nami machte eine kurze Pause, und ein unverkennbar verlockendes Glitzern tanzte in ihren ozeanfarbenen Augen, während sie seufzte.
„Ich muss gestehen... ich schaue ihm unheimlich gerne dabei zu, wie er ins Schwitzen gerät und sich die Muskeln unter seiner Haut anspannen. Damals, noch vor unserer Zeit und unserem Kennenlernen, hat er anscheinend neben dem Bladen und in Tibet, fast jede freie Minute im Training verbracht. Durch seine Seelenverschmelzung mit Dranzer hat sich das dann ziemlich stark reduziert. Er hatte es danach eigentlich gar nicht mehr nötig, weil seine körperliche Fitness und seine Muskeln durch Dranzers Energie ohnehin auf dem bisherigen Maximum blieben. Aber jetzt... jetzt macht er es ganz bewusst für sich selbst.“
Lumina schmunzelte und lehnte sich gegen den Spiegel.
„Na, das nenne ich mal einen Ehemann. Und der Ballsaal als privates Gym? Klingt ganz nach Kai Hiwatari... keine halben Sachen“, grinste Lumina vielsagend. „Umso besser, dass du gleich noch dieses kleine Kunstwerk im Gepäck hast. Schick es ihm! Mal sehen, wie lange sein ‚taktisches Training‘ noch ein Training bleibt, wenn er das Bild auf dem Display sieht.“
Nami lächelte verschmitzt, nahm den Finger wieder vom Absende-Button und steckte ihr Smartphone ganz entspannt in ihre Handtasche.
„Ich schicke es ihm nicht jetzt“, sagte sie mit einem dunklen, fast triumphierenden Funkeln in den ozeanarbenen Augen. „Ich drücke erst auf Senden, kurz bevor wir zu Hause zur Tür reinspazieren.“
Lumina legte überrascht den Kopf zur Seite und zog eine Braue hoch.
„Wieso das denn?“, fragte sie verblüfft. „Ich dachte, der Sinn des Ganzen ist es, ihn mitten im Training völlig aus dem Konzept zu bringen!“
Nami neigte den Kopf leicht, während ein atemberaubend verführerisches, wissendes Schmunzeln ihre Lippen umspielte.
„Weil ich seinen Blick sehen will“, antwortete Nami raunend. „Wenn ich ihm dieses Bild schicke, will ich hautnah miterleben, wie seine eiserne Beherrschung in genau diesem Sekundenteilchen zerspringt. Ich will sehen, wie dieser rubinrote Blick sich verändert, wenn er realisiert, dass ich im Haus bin... und was ihn erwartet.“
Sie wandte sich zu Lumina um und schenkte ihrer Cousine ein spitzbübisches Zwinkern.
„Du kommst nachher einfach mit ins Ayame-Anwesen... dann weißt du ganz genau, was ich meine.“
Lumina starrte Nami für den Bruchteil einer Sekunde an, ehe ein lautes, absolut begeistertes Lachen über ihre Lippen drang.
„Oh, das ist böse, Nami. Das ist verdammt böse und absolut genial!“, jubelte Lumina und klatschte in die Hände. „Das lass ich mir ganz sicher nicht entgehen. Ich will das Gesicht deines eiskalten Ehemanns sehen, wenn ihm schlagartig die Sicherungen durchbrennen!“
Nami biss sich sanft auf die Unterlippe, während ihre Finger langsam über den feinen Seidenstoff des schwarzen Spitzenbodys glitten. Ein feines, aufgeregtes Prickeln breitete sich in ihrer Brust aus, und ihr Atem wurde unwillkürlich um einen Hauch flacher, als das Kopfkino in ihrem Verstand Fahrt aufnahm.
„Gou wird demnächst wach...“, flüsterte Nami, ihre Stimme einen Ton tiefer und samtiger als sonst. Sie warf einen kurzen Blick durch die geöffnete Umkleidentür auf den Kinderwagen. „Ich muss ihn gleich erst einmal in aller Ruhe stillen... aber danach...“
Sie wandte sich wieder zu Lumina um, und ein atemberaubend verruchtes, entschlossenes Lächeln trat auf ihre Züge.
„...danach werde ich direkt meine Mutter anrufen und sie fragen, ob sie Gou für ein paar Stunden zu sich nehmen kann.“
Lumina hob überrascht beide Augenbrauen und verschränkte die Arme vor der Brust, während sich ein spitzbübisches Grinsen auf ihren Lippen breitmachte.
„Oho, da plant aber jemand ganz große Dinge für den Nachmittag“, stichelte Lumina vergnügt.
Nami sah ihre Cousine direkt an, während das Verlangen und die Vorfreude deutlich in ihren ozeanfarbenen Augen schimmerten.
„Du und Gou... ihr geht dann bitte für ein paar Stunden rüber zu meinen Eltern. Es sind ja nur ein paar Straßen weiter“, fuhr Nami fort, und die Hitzewelle, die bei dem Gedanken an Kai durch ihren Körper schoss, ließ ihren Atem kurz stocken. „Ich will Kai im Ballsaal ganz für mich alleine haben. Ohne Ablenkungen. Ohne Unterbrechungen. Obwohl... ich mir sicher bin, dass es nicht nur beim Ballsaal bleiben wird.“
Lumina stieß ein leises, absolut begeistertes Lachen aus und nickte eifrig.
„Sag nichts mehr!“, winkte Lumina lächelnd ab und tätschelte Namis Schulter. „Tante Hilda wird sich wie gewohnt riesig freuen, ihren Enkelsohn zu knuddeln... und ich passe natürlich peinlichst genau auf, dass der kleine Mann bestens versorgt ist. Du hast absolut freie Bahn, um deinen Ehemann nach allen Regeln der Kunst zu verführen!“
Etwa vierzig Minuten später bog die dunkelgrüne, hochglanzpolierte Limousine sanft in die lange, von blühenden Bäumen gesäumte Auffahrt des Ayame-Anwesens ein.
Armon war gar nicht erst mit zurückgefahren; er hatte sich direkt nach dem Einkauf in Shinjuku ausgeklinkt, um seinen gewohnten Dienst im Tachiwari-Tower wieder anzutreten. So saßen im Fond nur die beiden Cousinen und der kleine Gou, der nach dem Stillen im Laden zufrieden in seiner Babyschale vor sich hin schlummerte.
Lumina, die das Smartphone noch immer wie eine geladene Waffe in den Händen hielt, starrte auf das Display und grinste unverschämt vor sich hin.
„Hat Tala sich eigentlich schon gemeldet?“, fragte Nami amüsiert und warf einen Seitenblick zu ihrer Cousine, während der Wagen vor dem imposanten Eingang zum Stehen kam.
„Noch nicht“, antwortete Lumina schulterzuckend, wischte kurz über den Bildschirm und lachte leise. „Der sture Russe steckt vermutlich gerade selbst mitten im Training oder in irgendeinem trockenen RBA-Meeting. Aber ich gebe dem Ganzen höchstens noch ein paar Minuten. Es dauert sicher nicht mehr lange, bis ihm mein halbnackter Hintern auf dem Display entgegenlächelt... wie gerne würde ich Mäuschen spielen, wenn ihm der Stift aus der Hand fällt!“
Nami lachte herzlich über die unverblümte Bildsprache ihrer Cousine, während sich im selben Moment die Fondtür des Wagens von außen öffnete.
Graham stand mit stoischer, perfekt aufrechter Haltung am Fahrzeug, reichte Nami galant die Hand, um ihr beim Aussteigen zu helfen, und verneigte sich minimal.
„Ma'am“, sagte Graham mit seiner gewohnt unerschütterlichen, aristokratischen Ruhe, bevor er sich behutsam vorbeugte und mit erstaunlich sanften, geübten Bewegungen die Babyschale mit dem schlafenden Gou aus dem Auto hob.
Nami strich sich eine silbrige Haarsträhne aus dem Gesicht, warf einen kurzen Blick auf das weitläufige Anwesen und spürte, wie ihr Herz schlagartig ein paar Schläge schneller klopfte. Ihr Ehemann war hier. Irgendwo da drinnen im Ballsaal... vollkommen ahnungslos, was in den nächsten Minuten auf ihn zukommen würde.
Nami und Lumina schritten durch die imposante Flügeltür hinein in die kühle, elegante Empfangshalle des Ayame-Anwesens. Der Duft von frischem Holz und feinen Duftölen lag in der Luft, während Graham ihnen mit stoischem, absolut lautlosem Schritt folgte, die Babyschale mit dem schlummernden Gou behutsam in den Händen.
Nami blieb am Fuß der geschwungenen Marmortreppe stehen, wandte sich um und blickte ihren treuen Butler mit einem sanften, bitten Lächeln an.
„Graham? Könntest du kurz für ein paar Minuten ein Auge auf Gou werfen?“
Graham verharrte in gewohnt aufrechter, aristokratischer Haltung. Er passte seinen Griff an der Babyschale minimal an, neigte den Kopf in vollendeter Ehrerbietung und antwortete mit unerschütterlicher, britisch-diskreter Trockenheit:
„Aber selbstverständlich, Madame. Seien Sie unbesorgt... ich werde den kleinen Erben mit meinem Leben schützen.“
Lumina stieß schlagartig ein lautes, herzerfrischendes Lachen aus, das kurz durch die hallende Eingangshalle schallte, während auch Nami ein amüsiertes Schmunzeln nicht unterdrücken konnte.
„Ich hatte auch nichts anderes von dir erwartet, Graham. Danke dir“, erwiderte Nami schmunzelnd.
Mit einer kleinen, eleganten Verneigung verabschiedete sich der Butler und trug den kleinen Gou in seiner Schale hinüber in den großen Salon, um der jungen Mutter die gewünschte Freiheit zu lassen.
Nami und Lumina blieben in der imposanten Halle zurück. Sobald sich die Tür zum Salon geschlossen hatte, wandte sich Nami zu ihrer Cousine um. Ihre petrolfarbenen Augen funkelten vor aufgeregter Erwartung, und ihre Stimme sank zu einem raunenden Flüstern.
„So... du kommst jetzt bitte ganz leise mit mir mit. Bis direkt vor den Eingang des Ballsaals“, wies Nami sie ein und legte mahnend einen Finger auf die Lippen. „Aber du musst absolut still sein. Wenn du auch nur einen Mucks machst, bemerkt Kai sofort, dass jemand um die Ecke steht.“
Lumina nickte eifrig, während ein spitzbübisches Grinsen ihre Züge beherrschte, und folgte Nami auf leisen Sohlen durch den langen, sonnendurchfluteten Korridor, der in den Westflügel führte.
Vor den massiven Flügeltüren des umgebauten Ballsaals machten die beiden Frauen halt. Das leise, unverkennbare Geräusch von rythmischen Schlägen auf Stoff und Kais ruhiger, aber schwerer Atem drangen gedämpft durch das dicke Holz nach draußen.
Nami zog langsam ihr Smartphone aus der Tasche und entsperrte das Display. Sie wischte zur Galerie und rief das atemberaubende Foto auf, das sie kurz zuvor in der Umkleidekabine gemacht hatte: Sie im schwarzen Spitzenbody, die prallen Konturen ihrer Brust perfekt in Szene gesetzt, der flache Bauch durch ein großes Herzcutout unverhüllt und die halterlosen Strümpfe als pures Versprechen.
Ihr Daumen schwebte über dem Senden-Button. Doch bevor sie die Nachricht abschickte, wandte sie den Kopf leicht zur Seite, blickte Lumina von der Seite an und schenkte ihrer Cousine ein unverschämtes, schelmisch-verrufenes Grinsen.
Nami drückte auf Senden.
Vorsichtig, auf leisen Sohlen, trat Nami näher an die massiven Flügeltüren des Ballsaals heran. Die Tür stand einen kleinen Spaltbreit leicht angelehnt, sodass sie ungehindert in den riesigen, prunkvollen Raum spähen konnte.
Ihr Mund wurde für einen Bruchteil einer Sekunde vollkommen trocken, und ihr Atem stockte.
Mitten in dem riesigen, umfunktionierten Ballsaal stand Kai, den Oberkörper vollkommen frei. Jeder einzelne Muskel seines durchtrainierten Körpers zeichnete sich scharf unter seiner Haut ab, während er mit absolut präzisen, harten Schlägen und Tritten einen schweren Sandsack bearbeitete.
Schweißperlen glänzten auf seiner Brust, und seine silberblauen Haare klebten ihm leicht an der Stirn. Es war ein Anblick von rocher, ungebändigter Kraft, der Nami jedes Mal aufs Neue den Atem raubte.
Plötzlich, wie von einem unsichtbaren Instinkt geleitet, fuhr Kai mitten in der Bewegung herum. Sein rubinroter Blick huschte exakt zu dem Spalt der Tür... direkt in Namis ozeanfarbene Augen.
Nami glitt ein atemberaubendes, selbstbewusstes Lächeln auf ihre Lippen. Ohne zu zögern, stieß sie die Flügeltür ganz auf und schritt mit anmutigen, fast Raubkatzen-gleichen Schritten in den Raum hinein, direkt auf ihn zu.
Kai ließ den Sandsack sofort los. Er atmete tief durch, drehte sich nun komplett zu ihr um und strich sich mit einer langsamen, kraftvollen Handbewegung durch das feuchte, silberblaue Haar aus dem Gesicht.
Seine Augen musterten sie von Kopf bis Fuß.
„Hattest du heute etwa keine Meetings mehr?“, fragte Nami mit dieser ganz besonderen, samtig-melodischen Tonlage, die jedes Mal genau bei ihm ins Schwarze traf.
Kai schmunzelte... ein seltenes, warmes, aber unheimlich intensives Lächeln, das Namis Knie augenblicklich ein wenig weich werden ließ. Die warmen Nachmittagssonnenstrahlen fielen seitlich durch die hohen Sprossenfenster des alten Ballsaals, tanzten auf dem polierten Parkett und warfen ein goldenes Licht auf seine muskulöse, schweißglänzende Statur.
„Ich hatte für heute tatsächlich alles erledigt“, antwortete Kai mit tiefer, rauer Stimme, während er einen Schritt auf sie zuging. „Ich dachte mir, ich nutze die Zeit sinnvoll, solange du mit Lumina in der Stadt unterwegs bist.“
Er hielt plötzlich inne. Sein Schritt, der normalerweise in diesem Moment zielgerichtet und ohne Zögern gewandert wäre, um sie an der schmalen Taille zu packen und sich in einen leidenschaftlichen Kuss zu ziehen, blieb hängen.
Etwas an Namis Haltung, an dem feinen, fast verbotenen Glitzern in ihren Augen und an ihrer absoluten Selbstsicherheit ließ ihn augenblicklich wachsam innehalten. Seine Muskeln spannten sich noch ein Stück weiter an, und sein rubinroter Blick wurde schärfer, als würde er versuchen, hinter ihre Fassade zu blicken.
„Wo wart ihr eigentlich genau?“, fragte Kai langsam, während er die Arme vor der Brust verschränkte und sie mit einer Mischung aus Skepsis und brennender Neugier fixierte. Er spürte ganz genau, dass hier etwas im Gange war.
Er wandte den Blick nicht eine Sekunde von Nami ab, während seine tiefe, ruhige Stimme durch den weitläufigen, sonnendurchfluteten Ballsaal hallte.
„Du kannst da drüben auch gleich rauskommen, Lumina“, rief er, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, während sein rubinroter Blick starr auf seiner Frau ruhte.
„Ich weiß genau, dass du dich hinter dem Türrahmen versteckst. Was soll dieser Blödsinn?“
Nami biss sich augenblicklich auf die Unterlippe, um das Lachen zu unterdrücken, das in ihrer Kehle aufstieg. Doch ihre Cousine schaffte es nicht ganz, sich zu beherrschen.
Ein helles, amüsiertes Kichern drang aus dem Korridor, ehe Lumina mit einem breiten, triumphierenden Grinsen hinter der Flügeltür hervortrat und die Hände unschuldig hob.
Nami schmunzelte, verschränkte die Arme locker vor der Brust und sah Kai direkt in die Augen.
„Schau lieber auf dein Handy, mein Schatz.“, forderte sie ihn mit samtener, verfänglicher Stimme auf.
Kais markante Augenbrauen zuckten kurz zusammen... ein erneuter Hauch von Skepsis und aufkeimender Ahnung blitzte in seinen rubinroten Augen auf. Er wandte sich langsam ab, lief mit schweren, kontrollierten Schritten zu einer langen Holzbank am Rande des Raumes, auf der sein Smartphone lag, und hob es auf.
Er drehte sich wieder zu Nami um und musterte sie mit zusammengezogenen Augenbrauen.
„Es hat vor etwa fünf Minuten kurz vibriert“, sagte er, während er das Gerät in der Hand hielt. „Warst du das?“
„Schau einfach nach“, antwortete Nami nur und trat noch einen Schritt näher an ihn heran. Die Spannung in der Luft war mit Händen zu greifen.
Kai senkte den Blick und tippte auf das Display seines Smartphones, um die Benachrichtigung zu öffnen.
In genau diesem Bruchteil veränderte sich die Atmosphäre im Raum schlagartig. Die Luft schien schwerer und dichter zu werden, aufgeladen mit einer fast greifbaren elektrischen Spannung.
Kais Gesichtszüge froren ein. Sein Blick verriet absolut gar nichts mehr... keine Regung, kein Blinzeln. Er starrte einfach nur stoisch auf das Display, das die schwarze Seide, die feinen Riemchen und Nami in all ihrer verruchten Pracht zeigte. Seine Augen verharrten unbeweglich auf dem Bildschirm, als müsste er jede einzelne Linie, jede Kurve, jeden Millimeter dieses Anblicks tief in sich aufsaugen, bevor sein Verstand die volle Tragweite realisieren konnte.
Schließlich, mit einer fast schmerzhaften, grausamen Langsamkeit, hob sich sein Blick. Seine rubinroten Augen glitten von dem leuchtenden Bildschirm empor und trafen direkt auf Nami. Er fixierte sie mit einer derart intensiven, raubtierhaften Härte, dass Namis Puls augenblicklich in die Höhe schoss.
Er wusste genau, was sie mit dieser Provokation heraufbeschwören wollte und es war ihm gerade Recht.
Nami wich keinen einzigen Zentimeter zurück. Sie hielt seinem Blick stand, während eine heiße, prickelnde Welle der Erregung durch ihren gesamten Körper rauschte... allein getragen von der schieren, unbändigen Intensität, die in seinen Augen brannte.
Ein Stück weiter drückte Lumina sich unauffällig flach an die Wand und presste beide Hände fest auf den Mund, um ihr triumphierendes Kichern zu ersticken. Jetzt... in diesem exakten Moment... verstand sie vollkommen, was Nami gemeint hatte.
Für einen Herzschlag lang schien die Zeit im Ballsaal vollkommen stillzustehen.
Dann legte Kai das Smartphone langsam, fast mechanisch auf die hölzerne Bank zurück. Seine Kiefermuskeln spannten sich unter der Haut an, und das rote Glitzern in seinen Augen nahm eine dunkle, fast gefährliche Tiefe an.
Er wandte den Blick kurz zu Lumina, die noch immer an der Tür stand und den Atem anhielt. Ein einziger, eiskalter, unmissverständlicher Seitenblick von Kai reichte aus, um ihr klarzumachen, dass es jetzt an der Zeit war, den Raum zu räumen.
Lumina ließ sich von dem eisigen, warnenden Blick jedoch keineswegs einschüchtern. Im Gegenteil: Ein breites, absolut unverschämtes Grinsen legte sich auf ihre Züge, als sie Kai direkt in die roten Augen blickte. Mit einer fast schon demonstrativen Lässigkeit schlenderte sie ganz gemächlich, im Schneckentempo und mit federnden Schritten in Richtung der Ausgangstür, als gehöre ihr der Raum.
Bevor Lumina den Korridor erreichte, musterte Kai kurz Namis Gesicht, während seine Hände an seinen Seiten zu Fäusten ballten. Eine kühle, praktische Sorge blitzte in seinem rubinroten Blick auf.
„Was ist mit Gou?“, fragte Kai mit tiefer, fordernder Stimme, während sein Blick kurz über Namis Schulter schweifte.
Bevor Nami überhaupt die Chance hatte, zu antworten, blieb Lumina an der Tür stehen, warf ihnen beiden einen vielsagenden Blick zu und rief mit heller, amüsierten Stimme in den Raum:
„Keine Sorge, Kai! Deine Schwiegermutter ist gleich da, und ich werde mit dem kleinen Mann für ein paar Stunden zu den Tachibas verschwinden!“
Fast zeitgleich, als wäre es perfekt choreografiert worden, ertönte ein lautes, unverkennbares Klingeln an der großen Haupteingangstür jenseits des langen Korridors.
Lumina lachte hell und befreit auf.
„Ah, perfektes Timing! Das ist mein Stichwort“, rief sie vergnügt, schlüpfte durch die Flügeltür und zog diese hinter sich ins Schloss.
Ein leises Klicken verriet, dass die beiden nun absolut ungestört waren.
Die Stille im riesigen Ballsaal kehrte schlagartig zurück, aufgeladen mit einer fast greifbaren, knisternden Spannung. Kai wandte sich langsam wieder vollständig Nami zu. Seine rubinroten Augen brannten förmlich auf ihrer Haut, während er sie mit einer Mischung aus rohem Verlangen und raubtierhafter Geduld von Kopf bis Fuß taxierte.
Nami hielt seinem Blick stand. Ein langsames, wissendes Lächeln huschte über ihre Lippen, während sie mit einer absichtlich provokanten Handbewegung an den Kragen ihres leichten Kleides griff. Sie zog den Stoff an der Seite ein Stück zur Seite, sodass Kai den Blick frei auf das schwarze Spitzen-Set und die feinen Riemchen werfen konnte, die sich direkt darunter auf ihrer Haut abzeichneten. Er schloss für einen Herzschlag die Augen. Ein leises, fast unhörbares tiefes Seufzen entkam Kais Lippen.
Sein Atem ging mit einem Mal spürbar flacher. Die Haut seines ungeschützten Oberkörpers spannte sich noch ein Stück weiter an, und in seinen rubinroten Augen loderte ein unbändiges, dunkles Feuer auf.
Mit einer Stimme, die so tief und rau klang, dass sie direkt in Namis Magengrube vibrierte, knurrte er:
„Du hast ja wohl hoffentlich vor, dieses Zeug da auszuziehen... Nami. Denn wenn nicht... werde ich es dir eigenhändig vom Leibe reißen. Und zwar in Fetzen.“
Nami öffnete leicht den Mund, und ein herausforderndes, wunderschönes Schmunzeln huschte über ihre Lippen. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, hob sie die Arme über Kreuz, fasste den Saum ihres Kleides und zog es sich mit einer fließenden Bewegung über den Kopf. Sie warf das Kleid achtlos auf das polierte Parkett, sodass er nun vollkommen freien, unverschleierten Blick auf den schwarzen Spitzenbody, die scharfen Herz-Cutouts und die halterlosen Strümpfe hatte.
Sie strich sich eine silberne Haarsträhne aus dem Gesicht und blickte ihn mit einem unverschämten Blitzen in den ozeanfarbenen Augen an.
„Das wäre allerdings ziemlich schade um das schöne Set“, sagte Nami mit unschuldiger, melodischer Stimme und legte den Kopf leicht schief. „Es war schließlich nicht gerade billig... Aber keine Sorge, wir haben ohnehin mindestens drei Stunden vollkommene Ruhe.“
Kais Kiefer mahlte schwer. Er atmete so scharf und tief durch die Nase ein, dass sich seine breite Brust mächtig hob und senkte. Für einen Moment schloss er erneut die Augen, als versuche er, die schiere Flut an Verlangen, die durch seine Adern raste, mit eiserner Willenskraft zu bändigen.
„Drei Stunden?“, presste er mit heiserer Stimme hervor, während seine Augen wieder aufrissen und sie mit einer hungrigen, unerbittlichen Härte fixierten. „Das wird nicht reichen, um dich für diese Masche büßen zu lassen. Ich werde dich verdammt noch mal jagen, bis du darum flehst, dass ich nie wieder damit aufhöre.“
Nami lachte leise... ein warmes, triumphierendes Geräusch, das in der Weite des Ballsaals widerhallte. Sie wich keinen Schritt zurück, sondern setzte sich langsam, Schritt für Schritt, auf ihn in Bewegung, während die Nachmittagssonne ihren perfekten Körper in goldenes Licht tauchte.
Als sie unmittelbar vor ihm stand, hob sie eine Hand und legte ihre warmen Fingerspitzen sanft an seine markante Wange, spürte die leichte Rötung der Anstrengung und die pochende Ader an seinem Hals.
Kais große, warme Hand schloss sich im selben Augenblick um Namis Handgelenk.
Eine unmissverständliche, besitzergreifende Fixierung, die ihr keine Chance zum Entkommen ließ. Er zog ihre Hand sogleich von seiner Wange weg, hielt sie kurz fest und fixierte sie mit diesem tiefen, lodernden Blick, in dem pure Entschlossenheit lag.
„Dir ist hoffentlich vollkommen bewusst, welche Uhrzeit wir haben“, sagte Kai mit jener dunklen, rauchigen Tiefe in der Stimme, die direkt unter Namis Haut vibrierte. Seine Augen musterten sie von den silber-weißen Haaren bis zu den halterlosen Strümpfen.
„Es ist fünf Uhr nachmittags. Die Sonne brennt durch die hohen Sprossenfenster und taucht das gesamte Anwesen in helles Licht. Durch diese Helligkeit hast du noch weniger Möglichkeiten, dich zu verstecken oder mir zu entkommen.“
Ein schönes, fast herausforderndes Lächeln legte sich auf Namis Lippen. Sie zog die Hand nicht weg, sondern ließ sich von seiner Nähe fesseln.
„Dass mir das vollkommen bewusst ist, brauche ich dir wohl kaum zu sagen“, flüsterte Nami mit samtener, unerschrockener Stimme zurück. „Sonst hast du mich schließlich immer im Schutz der Nacht gejagt... Ich sehe das schlichtweg als eine sehr reizvolle Herausforderung.“
Sie machte eine kurze Pause, neigte den Kopf leicht zur Seite und ließ ihren Blick über seinen breiten, schweißglänzenden Oberkörper wandern, ehe ihre ozeanfarbenen Augen wieder in die seinen blickten.
„Du kannst dir den hellen Sonnenschein also durchaus zunutze machen... und vielleicht einfach mal daran denken, wie viel mehr du von meinem Körper sehen kannst, wenn kein Schatten etwas verbirgt.“
Nami lehnte sich noch einen Hauch näher an ihn heran, bis ihr Atem seine freie Brust strifte, und hauchte mit einem unverschämten, leisen Kichern:
„Gewährst du mir deshalb eigentlich ein wenig... mehr Vorsprung als gewohnt? Sagen wir... so etwa fünf Minuten vielleicht?“
Kais Augen verengten sich leicht. Diese unverschämte, spielerische Herausforderung in ihrer Stimme gefiel ihm ganz und gar nicht... sie passte so gar nicht zu dem Effekt, den er auf sie erzielen wollte.
Er wollte, dass sie bereits in diesem exakten Moment vor purer Vorfreude und unbändigem Verlangen nach seinem Körper verging. Er wollte ihren Atem flacher sehen, ihren Blick unter dem Ansturm der Lust glasig werden lassen... und er wollte sie so feucht und empfänglich vor sich wissen, dass er ihren süßen Duft in der Luft schmecken konnte.
Kai ließ ihre Hand abrupt sinken. Seine großen Hände griffen mit kompromissloser Härte an ihre schmale Taille, packten sie fest und rissen sie im selben Bruchteil mit einer unwiderstehlichen, rohen Kraft Zentimeter für Zentimeter an seinen harten, warmen Körper.
Bevor Nami auch nur einen weiteren kecken Satz erwidern konnte, senkte er den Kopf und schloss die Lippen auf die ihren.
Es war ein tiefer, unendlich langsamer und verlangender Kuss, der jede Form von Widerstand oder spielerischem Spott im Keim erstickte. Seine Zunge drang fordernd und absolut besitzergreifend in ihren Mund, während seine Hände über ihre Hüften strichen und sie noch fester an sich pressten.
Die Intensität dieses Kusses traf Nami wie ein physischer Schlag. Die Hitze, die von seiner Haut abstrahlte, die pure, ungebändigte Autorität in jeder seiner Bewegungen und die schiere Tiefe seiner Berührung ließen ihre Knie augenblicklich weich werden.
Ein leises, fast hilfloses Seufzen entkam ihrer Kehle, direkt in seinen Mund, während die Welt um sie herum in diesem hellen, sonnendurchfluteten Ballsaal augenblicklich zu existieren aufhörte.
Kais Lippen lösten sich nur sehr langsam von den ihren, als würde er sich jeden einzelnen Zentimeter dieses Widerstands erst erzwingen müssen. Sein Atem ging schwer und heiß, während er die Stirn einen kurzen Moment an ihre legte, um den Puls in seinen Schläfen zu beruhigen... oder es zumindest zu versuchen.
Dann senkte er seinen Kopf leicht, bis sein Mund direkt an ihr empfindliches Ohr streifte. Die raue, dunkle Vibration seiner Stimme schnitt ihr jeden weiteren Gedanken ab:
„Du kriegst drei Minuten, Nami“, flüsterte er, während seine Hände langsam von ihrer Taille über ihre Hüften nach unten glitten und ihren Körper noch einmal fest an den seinen pressten, bevor er sie endgültig losließ.
„...vorausgesetzt, dein Körper denkt auch nur ansatzweise ans Weglaufen. Mal sehen, ob von deiner großen Provokation gleich noch irgendetwas übrig ist, wenn ich dich erst in die Finger kriege. Und... zieh dieses Set aus... sonst garantiere ich nichts bezüglich der Haltbarkeit, egal wie sehr es deine Vorzüge hervorhebt. Ich will dich nackt.“
Mit einer abrupten, fast schon grausamen Entschlossenheit trat er einen Schritt zurück und entließ sie aus seiner Umarmung.
„Die Zeit läuft“, knurrte er dunkel und fixierte sie mit einem Blick, der keine Sekunde zu verlieren gedachte.