Eingeständnis
Eingeständnis
Draußen war die geschäftige Unruhe Tokios längst einem fernen Rauschen gewichen. Innerhalb der Testhalle von Tachibey Industries war das grelle Deckenlicht gedimmt worden; nur die bläulichen Monitore der Kalibrierungsstationen und die punktuellen Arbeitsleuchten an den Werkbänken warfen lange, scharfe Schatten.
Gudbrok war vor einer Stunde mit einem nervösen Augenzucken und der dringenden Empfehlung, „die Quanten-Parameter nicht zu beleidigen“, in den Feierabend gerauscht. Nun waren sie allein.
Draußen peitschte der Regen gegen die hohen Fensterfronten der Testhalle, doch im Inneren herrschte eine fast meditative Stille. Nur das ferne Summen der Klimaanlage und das rhythmische Ticken eines Servers waren zu hören.
Nami lehnte am Rand der großen, kreisrunden Test-Arena. Diese war nicht aus dem üblichen Kunststoff, sondern aus einem verstärkten, transparenten Verbundglas gefertigt, unter dem unzählige Sensoren blau leuchteten. In der Mitte der Schüssel rotierte der Prototyp. Er drehte sich so schnell, dass er fast stillzustehen schien...ein schimmernder Punkt aus konzentrierter Energie.
„Du hast vorhin gesagt, dass du in Tibet viel gelesen hast“, begann Nami leise. Ihre Stimme klang in der großen, leeren Halle viel präsenter als am Tag. Sie sah zu Kai, der ein paar Meter weiter konzentriert die Sensordaten auf einem Handheld-Terminal prüfte. „Ich hätte nicht gedacht, dass Aerodynamik-Berichte zur Standardlektüre in einem Bergkloster gehören.“
Kai hielt in seiner Bewegung inne, sah aber nicht auf. Das kalte Licht des Displays spiegelte sich in seinen Augen. „In der Abgeschiedenheit lernt man, dass Disziplin nicht nur den Körper betrifft. Der Verstand braucht ein Ziel, sonst fängt er an, sich im Kreis zu drehen. Genau wie ein schlecht ausbalanciertes Blade.“
Er schaltete das Terminal aus und trat an die Arena zu ihr. In der Stille war nur das leise, schneidende Singen des rotierenden Prototyps zu hören, der die Luft zerschnitt.
„Hattest du dort nie das Bedürfnis... einfach nur normal zu sein?“, fragte sie und beobachtete, wie das Licht der Arena-Sensoren über Kais Gesicht glitt. „Ich meine, ohne den Druck, der Champion zu sein oder ein Erbe antreten zu müssen?“
Kai stützte die Hände auf den Rand der Arena. Die Distanz zwischen ihnen war geringer als üblich...so gering, dass Nami die Wärme spüren konnte, die von ihm ausging.
„Normalität ist eine Illusion, Nami. Besonders für Leute wie uns“, erwiderte er ruhig. Er sah nun direkt auf das rotierende Blade hinab. „Aber dort oben gab es keine Kameras. Keine Journalisten. Nur den Wind und die Physik. Es war das erste Mal, dass ich das Kämpfen nicht als Pflicht gesehen habe, sondern als... Mechanik. Als etwas, das man bis zur Perfektion verstehen kann.“
Nami beobachtete sein Profil. Die Härte, die ihn tagsüber wie eine Rüstung umgab, wirkte hier, im Halbdunkel des Labors, weniger wie eine Waffe und mehr wie ein Schild.
„Vielleicht nennst du mich deshalb eine Ingenieurin“, murmelte sie mit einem kleinen, nachdenklichen Lächeln. „Weil du willst, dass ich die Mechanik hinter allem sehe, anstatt mich von dem Druck der Erwartungen erdrücken zu lassen.“
Kai drehte den Kopf langsam zu ihr. Der Blick seiner granatroten Augen war intensiv und unlesbar zugleich. „Ich nenne dich so, weil es das ist, was du bist, wenn du aufhörst, dich für deine Intelligenz zu entschuldigen.“
Einen Moment lang schien die Zeit im Labor stillzustehen. Das einzige Geräusch war das eigene Herzklopfen, das Nami bis zum Hals spürte. Kai machte keine Anstalten, den Blick abzuwenden. In dieser nächtlichen Isolation gab es keinen Grund für seine übliche Kälte.
„Wir sollten die Drehzahl erhöhen“, sagte er schließlich, doch seine Stimme war eine Oktave tiefer und weicher als gewöhnlich.
„Ja“, antwortete Nami fast flüsternd. „Das sollten wir.“
Das leise, monotone Summen des Blades in der Arena wirkte fast hypnotisch. Nami spürte, wie die Stille zwischen ihnen eine eigene Schwere annahm...keine unangenehme, sondern eine, die zum Verweilen einlud.
Kai starrte unverwandt auf den rotierenden Prototyp, doch innerlich tobte ein ganz anderer Kampf. Er spürte die Wärme, die von Nami ausging, viel deutlicher, als es für eine rein professionelle Zusammenarbeit gut war. Er war ihr schon wieder näher gekommen, als er beabsichtigt hatte. Es war wie ein automatischer Reflex, ein unbewusster Magnetismus, den er erst bemerkte, wenn seine Hand nur noch Zentimeter von ihrer entfernt am Arenarand ruhte oder sein Blick zu lange auf ihr verweilte.
Dieser ständige Wechsel zwischen eisiger Distanz und dieser unerwarteten, fast schmerzhaften Nähe machte ihn wahnsinnig. Er war derjenige, der die Mauern errichtet hatte, doch Nami schien sie nicht einmal einreißen zu müssen...sie ging einfach hindurch, als wären sie aus Nebel.
Nami beobachtete ihn aus dem Augenwinkel. Sie sah die leichte Anspannung in seinen Schultern und wie er den Kiefer anspannte. Sie war nicht blind für diese Momente, in denen die Luft zwischen ihnen zu knistern begann. Doch sie hütete sich davor, die Stille zu brechen. Kai war wie ein Raubtier, das man nicht drängen durfte; ein falsches Wort, ein zu direkter Vorstoß, und er würde sich sofort wieder hinter seinem Panzer aus Schweigen und Arroganz zurückziehen.
~Er braucht Zeit~, dachte sie und zwang sich, ihren Blick wieder auf die Monitore zu richten. ~Viel Zeit~
„Die Drehzahl stabilisiert sich bei 15.500“, sagte sie schließlich, ihre Stimme bewusst sachlich, um den Zauber des Augenblicks zu entschärfen und ihm eine Brücke zurück zur Arbeit zu bauen. „Die Reibungswerte liegen exakt in dem Bereich, den du am Board korrigiert hast.“
Kai stieß leise den Atem aus. Er war dankbar für den technischen Einwurf. Er richtete sich auf, streifte die Arena mit einem letzten, kühlen Blick und trat einen Schritt zurück...die gewohnte Distanz war wiederhergestellt, doch das Echo ihrer Nähe hing immer noch wie ein schweres Parfüm in der Luft.
„Gut“, brummte er und tippte eine Befehlsfolge in das Terminal. „Dann fahren wir das Programm für den Dauertest hoch. Wenn die Lager das zwei Stunden durchhalten, ohne zu überhitzen, haben wir Gudbroks Theorie endgültig beerdigt.“
Er reichte ihr das Tablet, wobei sich ihre Finger für den Bruchteil einer Sekunde berührten. Ein kurzer elektrisierender Moment, den Kai mit einem fast unmerklichen Ruck quittierte.
„Überwach du die Thermik“, befahl er, wieder ganz der unnahbare Champion. „Ich gehe die physischen Belastungsprotokolle am Hauptrechner durch.“
Nami nickte und nahm das Tablet entgegen. Sie wusste, dass dieser Rückzug sein Weg war, die Kontrolle zurückzugewinnen. Aber während sie die steigenden Temperaturkurven auf dem Display beobachtete, wusste sie auch, dass diese kleinen Momente der Nähe nicht mehr einfach wegzudiskutieren waren. Egal wie viel Zeit er brauchte...das Fundament zwischen ihnen hatte sich längst verschoben.
Am nächsten Tag...
Das Hauptquartier der BBA wirkte an diesem Vormittag seltsam vertraut und doch fremd. Kai ging mit schnellen, zielstrebigen Schritten durch die hellen Korridore. Er war nur hier, um ein paar persönliche Dinge aus seinem Spind zu holen...Sachen, die er seit seiner Rückkehr aus Tibet nicht angerührt hatte.
Er bog in den Umkleidetrakt ein, wo die Stille nur durch das entfernte Geräusch von trainierenden Blades in den Übungsräumen unterbrochen wurde. Als er seinen Spind öffnete, fiel sein Blick auf seinen alten Schal und die abgetragene Teamkleidung.
„Ich dachte mir schon, dass du irgendwann auftauchst, um deine Altlasten zu entsorgen.“
Kai hielt inne, die Hand am Metallgriff. Die ruhige, ausgeglichene Stimme war unverkennbar.
„Ray“, erwiderte Kai trocken, während er ein paar Sachen in eine Tasche stopfte.
Ray lehnte entspannt am Türrahmen, die Arme vor der Brust verschränkt. Ein leichtes, wissendes Lächeln lag auf seinen Lippen. „Man hört ja so einiges.“ Er hielt kurz inne. „Wie dass du neuerdings gerne Zeit in öffentlichen Freibädern verbringst. Erstaunlich wie schnell sich das hier rumgesprochen hatte....“
Kai versteifte sich für einen Moment, dann schloss er den Spind mit einem harten metallischen Knall. „Die Leute reden zu viel.“
„Vielleicht“, gab Ray unbeeindruckt zurück. „Aber pass auf, dass die Presse davon nicht Wind bekommt. Du weißt, wie die Geier sind, wenn sie dich mit einem Mädchen wie Nami Tachiba sehen.“
Kai warf sich die Tasche über die Schulter und sah Ray direkt an. Sein Blick war kühl und distanziert. „Die Presse hat das Interesse an mir verloren, Ray. Ich war zwei Jahre weg. In Tibet gibt es keine Schlagzeilen. Für die Medien bin ich eine Legende im Ruhestand, die nur noch als Berater taugt. Das ist auch gut so. Wenn sie Interesse hätten, wären die Klatschspalten schon längst voll.“
Ray trat einen Schritt in den Raum, sein Blick wurde ernster. „Das glaubst du doch selbst nicht, Kai. Sobald du einen Raum betrittst, ziehen sich die Blicke auf dich wie Magnete.“ Er schwieg einen Moment und sah seinen alten Teamkollegen forschend an. „Warum machst du das eigentlich alles?“
„Ich tue Hiro Tachiba einen Gefallen“, antwortete Kai sofort, fast schon zu mechanisch. Er trat einen Schritt auf Ray zu, um die fachliche Notwendigkeit zu betonen. „Außerdem braucht Tashiba mein Kampfprofil. Er entwickelt einen neuen BeyBot, und der kann nur mit meinen Realdaten kalibriert werden. Es ist eine technische Notwendigkeit, dass ich vor Ort bin und die Einheiten selbst steuere. Währenddessen teste ich die Prototypen. Ein rein geschäftliches Arrangement.“
Ray schüttelte langsam den Kopf, das Lächeln kehrte in seine Augen zurück. „Das meine ich nicht, Kai.“
Kai zog die Augenbrauen zusammen. „Was dann?“
„Ich meine nicht den Deal mit Tachiba oder diesen BeyBot“, sagte Ray leise. Er trat näher, bis er fast auf Augenhöhe mit Kai war. „Ich meine die Art, wie du sie ansiehst. Und die Zeit, die du investierst. Wir beide wissen, dass du kein Mensch für ‚Gefallen‘ bist, wenn sie dir nichts bedeuten. Du hättest Tachiba auch einfach deine alten Kampfdaten schicken können, anstatt jeden Tag dort zu sein und bis spät in die Nacht mit seiner Tochter über Aerodynamik zu brüten.“
Kai wich dem Blick nicht aus, aber in seinen Augen flackerte für einen Sekundenbruchteil etwas auf, das Ray als Bestätigung reichte.
„Du suchst nach etwas, Kai“, fuhr Ray fort. „Und ich glaube, es hat nichts mit technischer Notwendigkeit zu tun.“
„Du interpretierst zu viel in eine einfache Zusammenarbeit hinein, Ray“, erwiderte Kai barsch und ging an ihm vorbei Richtung Ausgang.
„Vielleicht“, rief Ray ihm hinterher, ohne sich umzudrehen. „Aber vergiss nicht: Du kannst dich vor der Welt in Tibet verstecken, aber nicht vor dem, was du fühlst, wenn du wieder hier bist.“
Kai antwortete nicht. Er beschleunigte seine Schritte, als wolle er der kühlen Präzision von Rays Worten entkommen. Sobald er die Fahrertür seines Wagens hinter sich zugeschlagen hatte, ließ er den Kopf für einen Moment gegen die Kopfstütze sinken und starrte auf das Armaturenbrett.
Er fluchte innerlich. Er hatte noch zwei Stunden Zeit, bevor er Nami von der Schule abholen musste...zwei Stunden, in denen er eigentlich die Belastungsprotokolle im Kopf hätte durchgehen sollen. Doch stattdessen fühlte er sich, als würde er die Kontrolle über seine eigene Konzentration erneut verlieren.
Die letzten Nächte waren aufwühlend gewesen, weit über die Erschöpfung durch die Arbeit bei Tachibey hinaus. Egal wie sehr er sich zwang, an Reibungskoeffizienten oder die Reynolds-Zahl zu denken, sein Verstand schlug immer wieder denselben tückischen Pfad ein.
Er bekam dieses Bild von ihr einfach nicht aus dem Kopf.
Es war wie in sein Gedächtnis eingebrannt: Nami im gleißenden Sonnenlicht des Freibads, ihr Körper in diesem Leo-Print-Monokini, der jede Kurve ihrer Figur betonte, und dazu dieser eine, sanfte Blick, den sie ihm im Becken zugeworfen hatte.
Kai griff das Lenkrad so fest, dass das Leder knarzte. Er konnte nichts dagegen tun. Die Bilder kamen ungeladen, mitten in der Nacht, in jenen Stunden zwischen Wachen und Schlafen. In seinen Träumen war die Distanz, die er tagsüber so mühsam aufrechterhielt, längst in sich zusammengebrochen. Dort gab es kein Zögern. Er sah sich selbst, wie er sie innig küsste, wie er ihre seidige Haut unter seinen Händen spürte und sie mit einem unbändigen Verlangen, gegen eine Wand drängte, um ihr so nah zu sein, dass es keinerlei Grenzen mehr zwischen ihnen gab.
Er schloss die Augen und atmete tief durch, doch das Bild verblasste nicht. Es wurde nur deutlicher. Er spürte immer noch das Phantom ihrer Nähe aus der letzten Nacht im Labor.
„Reiß dich zusammen, Hiwatari“, murmelte er heiser gegen die Stille im Auto.
Er startete den Motor, das aggressive Aufheulen des Wagens war ein willkommenes Ventil für die aufgestaute Spannung in seinem Körper. Er wusste, dass er in zwei Stunden wieder vor diesem Schultor stehen würde. Er würde den unnahbaren Champion spielen, den arroganten Profi, der nur Augen für die Technik hatte.
Aber er wusste jetzt auch, dass Ray recht hatte. Er suchte nach etwas. Und je länger er versuchte, es zu ignorieren, desto lauter forderte es seinen Tribut in seinen Gedanken.
Kai steuerte den Wagen direkt zu einem abgelegenen Trainingsplatz am Rande des Industriegebiets. Er brauchte keine Hightech-Arena, keinen Applaus. Er brauchte Erschöpfung und Ablenkung.
Er sprang aus dem Wagen, riss seinen Starter hervor und schleuderte Dranzer in die verwitterte Betonschüssel des alten Stadions. Der Aufprall war ohrenbetäubend. Das Blade jaulte auf, zerschnitt die Luft mit einer Aggressivität, die Kais inneren Zustand widerspiegelte.
Er trieb Dranzer bis an die Grenze, forderte Manöver, die das Material fast zum Bersten brachten. Doch während sein Körper mechanisch die vertrauten Bewegungen ausführte, rasten seine Gedanken in einem unaufhaltsamen Kreisverkehr.
Er war erst seit knapp einer Woche bei Tachibey Industries, doch das Zeitgefühl war ihm vollkommen abhandengekommen. Es fühlte sich an wie Monate. Seit dem Moment, als er Nami das erste Mal in diesen Katakomben gegenübergestanden hatte...diese wunderschöne, silberhaarige Erscheinung mit dem Verstand einer Ingenieurin...spürte er diese Anziehung. Und es fraß ihn auf, dass er sie sich nicht rational erklären konnte.
Normalerweise war alles in seinem Leben berechenbar: Flugbahnen, Krafteinwirkung, gegnerische Taktiken. Doch Nami war eine Gleichung, die er nicht lösen konnte. Rationaler wäre es gewesen, ihr von Anfang an fernzubleiben. Der BeyBot war nur ein Vorwand, eine bequeme Lüge, um vor Ray und sich selbst das Gesicht zu wahren. Er hätte dieses Projekt sicher von überall auf der Welt beratend begleiten können.
Stattdessen war er hier.
~ Weil ich sie so sehr will ~
Er fluchte laut gegen den Wind, als er sich diese Wahrheit zum ersten Mal ungeschützt eingestand. Er wollte sie auf eine Weise, die all seine mühsam errichteten Schutzwälle infrage stellte. Doch genau deshalb durfte er dem nicht nachgeben.
„Du würdest ihr nur weh tun“, presste er zwischen den Zähnen hervor, während Dranzer mit einem hässlichen Kreischen über den Beton schrammte. Er glaubte es fest. Er war ein Relikt aus einer Welt voller Kämpfe, Verrat und Kälte. Sie hingegen war... sie war das Licht, das er nicht verdient hatte. Er wusste nicht wie man liebte, wie man eine Beziehung führte. Er war gebrochen, gezeichnet und traumatisiert. Nichts was Jemand wie sie gebrauchen konnte...auch wenn sie blind dafür schien.
Denn er war nicht blind. Er sah, wie sie ihn ansah. Er sah den verräterischen, schnellen Puls an ihrem zarten Hals, wenn er ihr zu nahe kam. Er bemerkte ihre subtilen, unbewussten Bewegungen...wie sie sich eine Locke hinter das Ohr schob oder kurz den Atem anhielt, wenn er sprach. In der Vergangenheit waren genau das die Signale gewesen, die ihn immer zur Flucht getrieben hatten. Normalerweise hätte er sofort das Weite gesucht oder eine weitere Schicht Eis über sein Herz gelegt, um jede Hoffnung im Keim zu ersticken.
Wieso also blieb er diesmal? Wieso fühlte sich ihre Anwesenheit so... angenehm an...so befreiend?
Es war nicht nur das Begehren. Es war die Tatsache, dass sie ihn nicht wie den „Champion“ behandelte, sondern wie einen Menschen, der ihre Sprache sprach. Bei ihr musste er nicht die Maske tragen, die die BBA oder die Welt von ihm erwartete.
Dranzer verlangsamte seine Rotation und kam schließlich in der Mitte der Arena zum Stehen. Kai atmete schwer, Schweiß rann ihm die Schläfen hinunter. Er bückte sich, hob sein Blade auf und umschloss es so fest, dass die Kanten in seine Handfläche schnitten.
Er hatte noch eine Stunde. Eine Stunde, um die Bilder von ihrem Körper und das Verlangen nach ihren Lippen tief in sich zu vergraben, bevor er wieder vor dieser Schule auftauchte. Er würde wieder der Eisklotz sein. Er musste es sein...für sie.
Denn je angenehmer ihre Nähe wurde, desto gefährlicher wurde er für ihr Herz.