Vertraust du mir?
Vertraust du mir?
TRIGGER: Sexualität
Am schwülen Freitagnachmittag stempelte Nami zwei Stunden früher aus. Sie schulterte ihre Sporttasche, in der ihr Beyblade leise klapperte. In ihrer Hosentasche brannte der Zettel mit Kais Privatadresse. Kenji hatte sie ihr nur unter heftigem Protest gegeben, doch jetzt gab es kein Zurück mehr. Nami machte sich auf den Weg...bereit, die Konfrontation zu suchen, vor der Kai Hiwatari so verzweifelt davonlief...
Währenddessen im Penthouse...
Das Wasser prasselte unaufhörlich auf Kais Schultern nieder, heiß und dampfend, doch es schaffte es nicht, die Unruhe in seinem Inneren fortzuspülen. Er lehnte den Kopf gegen die kühlen Fliesen der Dusche und schloss die Augen. Sofort war sie wieder da: Nami. Das Bild ihres Gesichts, die Sanftheit ihrer Züge und dieser eine Moment in der Lagerhalle, der alles verändert hatte. Er konnte den Geschmack ihrer Lippen noch immer auf seinen spüren...eine süße, berauschende Erinnerung, die er am liebsten endlich aus seinem Gedächtnis tilgen würde.
~Wieso verhalte ich mich in ihrer Nähe nur...so untypisch?~, grollte er innerlich. Er hasste die Macht, die sie über seine Gedanken ausübte. Er war Kai Hiwatari, der Mann, der sein Herz hinter Mauern aus Eis und Stahl verborgen hatte. Doch jedes Mal, wenn er Zeit mit ihr verbracht hatte, fühlte es sich an, als würde die Dunkelheit, die ihn seit Jahren begleitete, ein Stück weit zurückweichen. Es war beinahe so etwas wie... Glück. Ein Gefühl, das ihm fremd und gefährlich vorkam.
Er griff nach der Seife und rieb sich den trainierten Körper fast schon aggressiv ab, als könnte er die Sehnsucht physisch abwaschen. Die Bilder ihres enttäuschten Gesichts auf der Krankenstation ließen ihn immer noch nicht los. Er seufzte schwer. Er vermisste sie tatsächlich, und diese Erkenntnis traf ihn härter als jeder Schlag in einem Beyblade-Match. Er hatte unzählige Male das Smartphone in der Hand gehalten, ihren Namen auf dem Display angestarrt, nur um es dann wieder wegzulegen.
Er war ihr ausgewichen, hatte die restliche Kalibrierung des Bots Vormittags abgeschlossen und war früher gegangen,
nicht weil er sie verletzen wollte, sondern weil er schlichtweg keine Antwort darauf hatte, was dieser Kuss mit ihm machte. Er hasste die drückende Enge, die sich jedes Mal in seiner Brust breitmachte, sobald er nur daran dachte, ihr in den Gängen der Firma über den Weg zu laufen. Es war ein Kontrollverlust, den er sich selbst nicht verzeihen konnte. Der wütende Blick ihres Vaters, Hiro Tashiba, brannte ihm noch immer im Gedächtnis. Der alte Herr hatte ihn sich in einem unbeobachteten Moment in der Firma vorgeknöpft, seine Augen voller Zorn über den Zustand seiner Tochter...doch Kai, kannte keine Antwort auf die Fragen des alten Herrn. Er sagte ihm nur, dass sobald er seinen Soll erfüllt hatte, er zurück zu seinen Pflichten bei der BBA kehren würde.
~Ich hätte ihr niemals so nahe kommen dürfen...allein dort in dieser Firma aufzutauchen war ein Fehler...~, dachte Kai düster und stellte das Wasser ab. Die plötzliche Stille in der Dusche war drückend. Abstand war die einzige Lösung die ihm bach diesem Kuss in den Sinn kam. Für sie und für ihn. Auch wenn sein Innerstes ihm etwas anderes sagte...
Kilometer entfernt stand Nami nun an der Haltestelle. Ein steifer, kühler Wind peitschte durch die Straßen und wirbelte ihre langen, silbrig weißen Haare wild umher. Der Himmel hatte sich innerhalb kürzester Zeit bedrohlich verdunkelt. Es war erst fünf Uhr nachmittags, doch die tiefhängenden Wolken ließen es wie späten Abend wirken. Ein fernes Grollen... vibrierte in der Luft.
Die Bahn fuhr mit einem metallischen Quietschen ein. Nami stieg ein, ihr Herz raste so wild gegen ihre Rippen, dass sie glaubte, es müsse jeden Moment zerspringen. Sie suchte sich einen leeren Platz am Fenster und starrte hinaus auf die vorbeiziehende Stadt.
~Sollte ich ihm wirklich so nachrennen?~, fragte sie sich verzweifelt. Die Zweifel nagten an ihr. ~Vielleicht sollte ich an der nächsten Station einfach aussteigen und umkehren. Ich dränge mich ihm auf, obwohl er deutlich gesagt hat, dass es ein Fehler war...~
Sie umklammerte den Griff ihrer Sporttasche fest, ihr Herz raste ihr bis zum Hals. In der Tasche lag ihr Launcher und ihr Blade, ihr Stolz, ihre Identität. Nein, sie würde nicht umkehren. Sie brauchte endlich Klarheit und sie musste ihn konfrontieren. Dieses Schweigen, dieses absichtliche Aus-dem-Weg-Gehen war schlimmer als jede Abfuhr. Sie wusste, dass hinter seiner eiskalten Fassade ein Mensch steckte, der einsam war. Sie spürte, dass der Kuss für ihn kein Fehler gewesen war, sondern ein Ausbruch echter Emotionen, die ihn nun zu Tode erschreckten.
Die ersten schweren Regentropfen klatschten gegen die Scheibe der Straßenbahn und zogen lange, schlierige Spuren über das Glas. Draußen begann die Welt in einem grauen Schleier zu versinken, während Nami unbeweglich auf ihrem Sitz verharrte, den Blick starr nach vorne gerichtet. Sie würde ihn heute sehen. Und wenn es das letzte Mal war.
Das sanfte ~DONG~ der Bahndurchsage riss Nami aus ihrer Trance. Mit klopfendem Herzen erhob sie sich und trat hinaus auf den Bahnsteig. Hier, in der Nähe der exklusiven Wohnviertel Shinjukus, fühlte sich die Luft bereits kühler an. Der Regen war zunächst nur ein feiner, fast nebensächlicher Sprühregen, der sich wie ein klammer Schleier auf ihre Haut legte.
Nami kramte ihr Smartphone hervor. Fluchend wischte sie mit dem Ärmel über das Display, auf das immer wieder dicke Tropfen fielen und die Google-Maps-Anzeige verzerrten. „Nicht jetzt... bitte nicht jetzt“, murmelte sie und suchte Schutz unter dem schmalen Vordach eines geschlossenen Kiosks. Sie kniff die Augen zusammen und studierte die Karte. Der schnellste Weg führte sie quer durch einen weitläufigen Park...eine grüne Lunge inmitten der grauen Betonriesen Shinjukus.
Kaum hatte sie den prachtvollen Eingang des Parks passiert und die ersten Meter auf den geschwungenen Kieswegen zurückgelegt, öffneten sich die Schleusen des Himmels endgültig.
„Wuuuaaahhh!“, entfuhr es ihr, als der Regen schlagartig von einem Niesel in einen sintflutartigen Guss überging. Binnen Sekunden war die Welt um sie herum nur noch eine graue Wand aus Wasser. Nami zog den Kopf zwischen die Schultern und fing an zu rennen. Ihre Turnschuhe klatschten in die sich bildenden Pfützen, und das Wasser spritzte an ihren Waden hoch. Weit und breit gab es keinen Unterstand, keine schützende Baumkrone, die dicht genug war, um diesen Massen standzuhalten.
Sie rannte und rannte, die schwere Sporttasche schlug bei jedem Schritt gegen ihre Hüfte. Als sie schließlich den Rand des Parks erreichte und vor dem massiven Wohnkomplex zum Stehen kam, war sie am Ende ihrer Kräfte. Keuchend stützte sie sich mit einer Hand an der kühlen Fassade ab. Sie war komplett durchnässt; ihr silbrig weißes Haar klebte in schweren Strähnen an ihrem Hals und ihrem Rücken. Das feine Material ihrer Bluse war völlig transparent geworden und klebte wie eine zweite Haut an ihrem Körper.
Ein heftiger Nieser erschütterte sie. „Hatschi!“ Sie rieb sich die Nase und zitterte. Die Hitze des Tages war wie weggespült, und die Kühle des Regens kroch langsam in ihre Knochen. Sie verfluchte ihre eigene Impulsivität...warum hatte sie keinen Schirm mitgenommen?
Ihr Blick schweifte über die gepflegte Anlage. Die Gegend war ruhig, fast schon ehrfürchtig vornehm. Das Gebäude vor ihr war ein Meisterwerk moderner Architektur: viel Glas, dunkler Stein und klare Linien. Als sie auf die gläserne Front zuging, glitten die Schiebetüren geräuschlos zur Seite und hießen sie im warmen, hell erleuchteten Hauptflur willkommen.
Nami blieb kurz auf dem edlen Fliesenboden stehen, während sich kleine Pfützen um ihre Füße bildeten. Sie fühlte sich in dieser sterilen Pracht völlig deplatziert, doch sie ignorierte die Blicke, die sie von sich selbst im Spiegelglas erntete. Ihr Ziel war das goldglänzende Tableau der Klingelschilder.
Ihre Augen flogen über die Namen. Fast zwanzig Schilder waren ordentlich aufgereiht, bis ihr Herz einen Sprung machte. Da stand es: >Hiwatari<.
Sie hob den Finger, bereit, den Knopf zu drücken, doch sie hielt mitten in der Bewegung inne. Wenn sie jetzt klingelte, würde er sie über die Gegensprechanlage vielleicht einfach abwimmeln. Er würde ihre Stimme hören und die Tür erst gar nicht öffnen. Ihr Blick fiel auf die kleine Zahl neben seinem Namen: die Etage.
Ein entschlossener Funke trat in ihre Augen. Sie würde nicht fragen. Sie würde ihn direkt vor seiner eigenen Wohnungstür konfrontieren. So gab es kein Entkommen, keine Ausrede und kein Verstecken mehr. Mit zitternden, aber festen Schritten ging sie auf den Aufzug zu. Das metallische Klicken, als sie den Knopf für das oberste Stockwerk drückte, klang in der Stille des Flurs wie der Startschuss für eine Entscheidung, von der es kein Zurück mehr gab.
Als der Aufzug mit einem leisen, fast unhörbaren Pingen in der obersten Etage hielt, fühlte Nami sich, als würde ihr das Herz bis in den Hals schlagen. Eine Welle von Übelkeit überrollte sie...eine Mischung aus purer Nervosität und der körperlichen Belastung durch den eisigen Regen. Sie trat hinaus in den Flur, der mehr an eine exklusive Galerie erinnerte als an ein gewöhnliches Treppenhaus. Weiche Läufer dämpften ihre nassen Schritte, und dezente Wandleuchten setzten die minimalistische, aber unverkennbar teure Einrichtung in Szene.
Obwohl sie selbst in Luxus aufgewachsen war, wirkte diese Umgebung in ihrer sterilen Perfektion einschüchternd. Nami zitterte am ganzen Körper; die Kälte kroch nun unaufhaltsam unter ihre Haut, und das Wasser tropfte unaufhörlich von ihren Haarspitzen auf den Boden. Jeder Instinkt in ihr schrie danach, umzudrehen und zu fliehen, bevor sie den Klingelknopf berührte.
Doch dann drückte sie ab.
Das ferne Läuten im Inneren der Wohnung ließ sie zusammenfahren. Sie hörte schwere, gleichmäßige Schritte, die näher kamen. Als die Tür schließlich aufschwang, blieb Nami der Atem weg.
Dort stand Kai. Er trug lediglich eine tief sitzende, dunkelgraue Jogginghose. Sein Oberkörper war nackt, die Muskeln seiner Brust und seines Bauches waren so definiert, als wären sie aus Stein gemeißelt. Kleine Wassertropfen glitzerten auf seiner Haut und verfingen sich in den feinen Konturen seines Sixpacks. Er hielt ein weißes Handtuch in der Hand, mit dem er sich gerade den Nacken abgetrocknet hatte. Sein Haar war feucht und hing ihm ungezähmt in die Stirn.
„Was...was machst du denn hier? Und wie siehst du aus?“, platzte es aus ihm heraus. Er wirkte nicht zornig, sondern vollkommen überrumpelt, fast schon fassungslos über den Anblick, den sie bot.
„Hatschi!“ Nami konnte den Nieser nicht zurückhalten. Sie zog die Schultern hoch, während ihr die Zähne klapperten.
Kais Blick wandelte sich. Die anfängliche Verblüffung wich einer unerwarteten Wärme, auch wenn seine Gesichtszüge gewohnt streng blieben. Er sah, wie elend sie sich fühlte. „Komm erst mal rein“, sagte er leise und trat einen Schritt zurück, um den Weg in das weitläufige Penthouse freizugeben. „Du bist...komplett durchnässt.“
Nami trat ein und hinterließ eine Spur aus Wasser auf dem makellosen Marmorboden. Die Wohnung war atemberaubend...bodentiefe Fensterfronten gaben den Blick auf das stürmische Tokio frei, und das Licht der Stadt spiegelte sich in den polierten Oberflächen.
„Bist du eigentlich des Wahnsinns, gerade jetzt draußen herumzulaufen? Und das bei einer Taifun-Warnung?“, fragte er nun in einem autoritären, fast schon strafenden Tonfall, während er sich den Rest seines Oberkörpers trocken rieb. Nami zuckte unwillkürlich zusammen. Ein Taifun? Davon hatte sie in ihrem Gefühlschaos der letzten Tage absolut nichts mitbekommen.
Kai versuchte krampfhaft, seinen Blick von ihr abzuwenden. Die nasse Kleidung klebte wie eine zweite Haut an ihren Kurven und ließ kaum Raum für die Fantasie. Es war eine Qual für seine Beherrschung, die er erst vor kurzem mühsam wiedererlangt hatte.
„Du willst das doch nicht anlassen, oder?“, fragte er und deutete mit einer knappen Handbewegung auf ihre triefenden Sachen. Kais Puls raste und er versuchte dies mit seiner gewohnt arrogant lässigen Art zu überspielen. Nami blickte an sich herab und spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg, als sie die wachsende Pfütze unter ihren Socken bemerkte.
„Oh, nein...ich mach dir ja alles nass ...“, stammelte sie peinlich berührt.
„Sieh erst mal zu, dass du die nassen Klamotten loswirst, bevor du dich erkältest“, unterbrach er sie bestimmt. „Ich leih dir Sachen von mir. Geh ins Bad und dusch einmal warm. Danach sehen wir weiter.“
Er schritt an ihr vorbei, und Nami konnte nicht anders, als ihm einen Moment lang hinterherzusehen...die Art, wie sich die Muskeln seines Rückens bei jeder Bewegung spielten, raubte ihr fast den Verstand. Doch sie zwang ihren Blick wieder nach vorne. Wenig später kehrte er mit einem Bündel schwarzer Stoffe zurück.
„Hier, nimm das. Und jetzt geh schon. Das kann man ja nicht mit ansehen ...“ Er machte eine scheuchende Handbewegung und griff zur Fernbedienung, um den Fernseher einzuschalten.
Sofort erfüllte die Stimme einer Nachrichtensprecherin den Raum: „... bleiben Sie, wenn möglich, in Ihren Häusern und Wohnungen. Der Taifun erreicht schon bald seine Höchstform. Es wird mit schweren Wetterschäden gerechnet ...“
Die Ernsthaftigkeit der Lage schien nun auch bei Nami anzukommen. Kai sah sie noch einmal ernst an, fast so, als wollte er sicherstellen, dass sie wirklich tat, was er sagte. „Die dritte Tür links ist das Bad.“
Nami nahm das Bündel Kleidung entgegen. „Alles klar ... Danke dir ...“, flüsterte sie und machte sich auf den Weg, während draußen der Wind heulend gegen die massiven Glasscheiben des Penthouses peitschte.
Das Badezimmer war ebenso minimalistisch und modern wie der Rest der Wohnung...dunkler Schiefer gemischt mit hellem Marmor, Glas und Chrom dominierten den Raum. Nami stellte ihre triefende Tasche auf den Boden und schälte sich aus den nassen Kleidern, die schwer und kalt an ihrer Haut hingen. Als sie unter die riesige Regendusche trat, fühlte sich das warme Wasser an wie eine Erlösung. Sie schloss die Augen und ließ den Dampf aufsteigen. ~Ich bin wirklich hier. In seiner Dusche. In seinem Privatleben~ Es war ein surrealer Gedanke, während draußen die Welt unterzugehen schien. Ein greller Blitz zuckte hinter dem Fenster auf, gefolgt von einem Donnern, das die Wände leicht vibrieren ließ.
Nachdem sie das Wasser abgestellt hatte, wischte sie mit der Hand den beschlagenen Spiegel frei. Sie betrachtete ihr Spiegelbild einen Moment lang, bevor sie zu dem Bündel Kleidung griff. Wie erwartet, war das schwarze Shirt gigantisch. Es reichte ihr fast bis zu den Knien und die Jogginghose schlotterte um ihre Beine. Ein ironisches Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Es war offensichtlich: Er hatte ihr die unvorteilhaftesten Sachen gegeben, die er besaß...eine modische Rüstung, um jede Form von Anziehung im Keim zu ersticken.
Doch Nami war nicht gekommen, um sich zu verstecken...sie wusste, welche Wirkung ihr Körper auf ihn hatte.
Sie kramte in ihrer Sporttasche und zog ihr rosafarbenes Sport-Top heraus. Es war feucht, aber nach fünf Minuten intensiven Föhnens war es trocken genug. Sie warf das riesige Shirt in die Ecke und zog stattdessen das Top an. Es schmiegte sich eng an ihre Kurven, der tiefe Ausschnitt betonte ihr Dekolleté, und ohne BH darunter war es eine deutliche Provokation. Die Jogginghose krempelte sie an den Knöcheln hoch und zurrte den Bund so eng wie möglich, um ihre schmale Taille zu betonen. Ein letzter Blick in den Spiegel: Sie sah aus wie eine Mischung aus sportlicher Eleganz und purer Herausforderung.
Sie atmete tief durch, das Herz hämmerte gegen ihre Rippen. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch fühlten sich dagegen wie ein ganzer Schwarm wilder Vögel an.
Als sie den Flur entlangging, hörte sie das metallische Klacken einer Getränkedose. Kai stand in der Küche, den Rücken zur Tür, und trank gerade. Nami blieb im Rahmen stehen und beobachtete ihn schweigend. Er wirkte in diesem Moment so menschlich, so greifbar.
Kai drehte sich um, die Dose noch am Mund, und erstarrte mitten in der Bewegung. Seine Augen verengten sich augenblicklich. Unter seinen Fingern gab das Aluminium der Dose mit einem leisen, verräterischen Knacken nach. Sein Blick brannte sich für einen gefährlichen Herzschlag lang in die Kurven, die das knappe Sport-Top mehr enthüllte als verbarg, ehe er die Lider schloss. Ein raues, tiefes Räuspern entwich seiner Kehle, als er die Beherrschung mit brutaler Willenskraft zurückerzwang. Er stellte die Dose ab und schob sich mit gesenktem, finsterem Blick an ihr vorbei, fast so, als hätte er Angst, dass eine Berührung das Pulverfass zwischen ihnen endgültig entzünden würde.
Nami folgte ihm ins Wohnzimmer. Die Uhr an der Wand zeigte 18:45 Uhr. Draußen peitschte der Regen gegen die Fensterfronten, als wollte die Natur das Penthouse zermalmen. Kai setzte sich auf die Couch, den Blick starr auf den Fernseher gerichtet, auf dem lautlos die Wetterkarten flackerten.
„Wieso gibst du dir eigentlich solche Mühe, mich zu ignorieren?“, flüsterte sie kaum hörbar in die schwere Stille des Raumes.
Kai versteifte sich. Er hatte gehofft, diese Konfrontation noch ein wenig hinauszögern zu können, doch nun saßen sie hier fest, während der Taifun draußen wütete. Er starrte weiter geradeaus. „Ich ignoriere dich nicht“, sagte er leise, doch die Anspannung in seinen Schultern strafte seine Worte lügen.
Nami trat vor ihn, sodass er sie ansehen musste. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. „Wieso bist du mir dann die ganze Woche aus dem Weg gegangen, Kai? Warum bist du geflohen, als wäre ich eine Gefahr um mich dann zu meiden?“
Kai schwieg lange. Das einzige Geräusch war das Heulen des Windes gegen das Glas. Schließlich hob er den Kopf. Sein Blick war dunkel, gefüllt mit einem Konflikt, den er nicht mehr verbergen konnte. „Ich dachte, es wäre das Beste“, gab er schließlich zu. „Für uns beide. Dass wir... Abstand gewinnen, bevor es komplizierter wird.“
„Abstand?“, unterbrach ihn Nami mit zitternder Stimme. Sie machte einen kleinen Schritt auf ihn zu. „Ich habe dich so sehr vermisst, Kai. Jede einzelne Sekunde.“ Sie sah ihn flehend an, die Ehrlichkeit in ihren Augen ungeschützt. „Seit diesem Kuss in der Halle sind meine Gefühle für dich nur noch weiter gewachsen. Und es tut weh... es tut so verdammt weh zu wissen, dass du mich anscheinend doch nicht willst.“
Kais Blick fixierte sie, und für einen Moment war die eisige Maske völlig verschwunden. In seinen granatroten Augen spiegelte sich eine Sehnsucht wider, die so stark war, dass sie den Raum förmlich elektrisierte.
Er stand ruckartig auf. Die plötzliche Bewegung ließ Nami unwillkürlich den Atem anhalten. Er schritt auf sie zu, langsam und mit einer Intensität in den Augen, die sie fast physisch zurückweichen ließ. Er stoppte erst, als nur noch eine Handbreit Platz zwischen ihnen war.
„Ich habe nie gesagt, dass ich dich nicht will“, begann er, und seine Stimme war nun tief und gefährlich leise. „Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich in der Halle gesagt habe...dass ich dich sehr wohl will. Aber...“
Er hielt inne, und seine Kiefermuskeln arbeiteten schwer. Das Licht der Blitze draußen warf harte Schatten auf sein Gesicht.
„Was? Was soll dieses 'Aber', Kai?“, fragte Nami mit belegter Stimme. Sie klammerte sich an den einzigen Gedanken, der sie seit Tagen quälte. „Wegen der anderen Mädchen? Weil ich nur eine von vielen wäre?“
„Die anderen Mädchen...“, Kai unterbrach sie barsch, fast schon angewidert von dem Vergleich. Er trat noch einen Schritt näher, und Nami wich unbewusst zurück, bis sie den kühlen Widerstand der Wand in ihrem Rücken spürte. Er stemmte eine Hand neben ihrem Kopf gegen die Mauer und beugte sich zu ihr hinunter.
„Die anderen waren Spielzeug, Nami. Zeitvertreib. Triebbefriedigung ohne jede Bedeutung. Sie waren mir völlig egal.“ Er fixierte ihre Augen mit einem Blick, der so brennend heiß war, dass sie zu schmelzen glaubte. „Aber du...du bist mir nicht egal. Und genau das ist das Problem.“
Namis Atem wurde flacher. Sein benebelnder Duft, der von ihm ausging, hüllte sie ein, während draußen der Taifun gegen die Scheiben raste. „Wenn ich dir so wichtig bin...“, flüsterte sie, während ihr Blick kurz auf seine Lippen huschte, „...wieso behandelst du mich dann so? Wieso läufst du weg? Wieso lässt du mich so leiden?“
Kai schloss für einen Moment die Augen und neigte die Stirn gegen die Wand direkt neben ihr. Ein schweres Seufzen entwich ihm. „Weil ich dir nicht weh tun will, Nami“, sagte er, und seine Stimme klang nun gebrochen, fast schon verzweifelt. „Ich weiß nicht, wie man liebt. Ich habe keine Ahnung, wie man zärtlich ist oder eine...normale Beziehung führt.“
Er öffnete die Augen wieder, und sie standen voll Schmerz und einer tiefen, alten Dunkelheit. „Ich habe Dinge erlebt, die mich gezeichnet haben. Ich bin ein kaputter Mensch, Nami. Voller Traumata und Mauern, die ich über Jahre hochgezogen habe.“ Er strich mit dem Handrücken ganz sacht über ihre Wange, eine Geste, die so vorsichtig war, als fürchtete er, sie zu zerbrechen. „Du bist das Licht. Du bist rein und voller Hoffnung. Du hast jemanden verdient, der dich so lieben kann, wie du es verdient hast. Jemand Ganzes. Nicht jemanden wie mich.“
Die Stille, die seinen Worten folgte, war nur vom fernen Grollen des Donners erfüllt. Nami sah ihn an, sah den Schmerz in den granatroten Augen des „Eisprinzen“, und zum ersten Mal verstand sie ein wenig mehr, dass seine Flucht ein verzweifelter Akt der Fürsorge war, um sie vor seiner eigenen Dunkelheit zu schützen.
Kais stoische Miene zerbrach endgültig, als das kühle Licht der Blitze sich in den Tränen brach, die nun unaufhaltsam über Namis Wangen rollten. Er sah das Zittern ihrer Lippen, und zum ersten Mal wirkte der unnahbare Kai Hiwatari regelrecht erschüttert. Die Tränen eines Mädchens waren für ihn normalerweise ein Grund zur Flucht, doch diese Tränen brannten nun wie Säure auf seiner Haut.
„Ich will dich aber, Kai“, brachte Nami hervor, ihre Stimme ein brüchiges Flüstern, das dennoch die Kraft eines Sturms besaß. Sie hob die Hand und legte sie ganz vorsichtig auf seine, warme Brust, genau dorthin, wo sein Herz in einem rasenden, ungleichmäßigen Takt schlug. „Es ist mir egal, wie kaputt du dich fühlst. Wenn du denkst, du bist die Dunkelheit... dann lass mich eben das Licht sein, das sie erhellt. Aber stoß mich bitte nicht weg.“
Kai schloss die Augen, als hätte er körperliche Schmerzen. Er hielt es nicht mehr aus, sie so leiden zu sehen...und er hielt es vor allem nicht mehr aus, gegen seine eigenen Instinkte und Gefühle anzukämpfen. Mit einem leisen Knurren gab er seinen Widerstand auf. Er senkte den Kopf und lehnte seine Stirn gegen ihre. Für einen Moment verharrten sie so, umschlungen von der Hitze ihrer Körper, während draußen der Taifun mit aller Gewalt gegen die Glasfronten des Penthouses peitschte.
„Du bist ein Dummkopf, Nami“, raunte er, sein Atem strich heiß über ihre Lippen. „Ein wunderschöner, liebenswerter Dummkopf, der absolut keine Ahnung hat, wovon er da redet.“
Sein Blut geriet in Wallung. Er spürte, wie ihr Herz raste, hörte ihr kurzes, flaches Atmen und bemerkte, wie sie sich unbewusst noch enger an ihn schmiegte. Die elektrische Spannung im Raum war nun so greifbar wie das Donnern über ihnen. Kai spürte, wie seine mühsam aufrechterhaltene Beherrschung wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrach. Das Verlangen, das er wochenlang unterdrückt hatte, explodierte mit einer Wucht, die ihn völlig übermannte.
Er hielt es nicht mehr aus. Er...wollte...es nicht mehr aushalten.
Er löste seine Stirn von ihrer, legte seine Hand fest an ihren Hinterkopf und zog sie mit einer besitzergreifenden Bewegung in einen Kuss. Es war kein vorsichtiges Tasten. Dieser Kuss war tief, fordernd und von einer erotischen Intensität, die Nami die Welt um sie herum vergessen ließ.
Kai drückte sie sanft, aber bestimmt gegen die Wand, während seine Zunge die ihre suchte und ein stummes Versprechen abgab, das weit über Worte hinausging. Nami schlang die Arme um seinen Hals, krallte ihre Finger in sein feuchtes Haar und erwiderte den Kuss mit derselben Verzweiflung und Sehnsucht, die sie seit Wochen quälte.
Kai löste sich nur Millimeter von ihren Lippen, doch er ließ sie nicht los. Sein Atem ging stoßweise, heiß und schwer gegen ihre Haut, während er den Kopf zur Seite neigte und seine Lippen ganz nah an ihr Ohr brachte. Ein wohliger Schauer nach dem anderen jagte über Namis Rücken, als sie seine tiefe, raue Stimme direkt an ihrem Ohr spürte.
„Nami...willst du das wirklich?“, flüsterte er, und der Unterton in seiner Stimme war so dunkel und besitzergreifend, dass es ihr das Blut in den Venen kochen ließ. „Wenn ich jetzt nicht aufhöre...dann gibt es kein Zurück mehr. Dann gibt es kein 'vielleicht' oder 'wir schauen mal'.“ Er machte eine kleine Pause, und sie spürte, wie er sich mit aller Macht beherrschen musste, um sie nicht auf der Stelle wieder zu küssen.
„Dein Körper bringt mich um den Verstand. Ich träume seit Tagen...wenn nicht gar Wochen davon... dich einfach nur zu nehmen, bis du vergisst, wie man atmet.“
Nami spürte, wie eine Welle der Erregung durch ihren Körper flutete. Seine Worte waren so ehrlich, so ungefiltert und voller Verlangen, dass ihr die Knie weich wurden. Sie biss sich auf die Unterlippe, unfähig, seinem Blick in dieser Intensität sofort standzuhalten.
„Ich...ich bin ziemlich unerfahren. Ich hatte noch Niemanden zuvor...in meinem Leben“, brachte sie schließlich heraus, kaum mehr als ein gehauchtes Geständnis.
Kai hielt inne. Es war, als würde die Welt für einen Herzschlag lang stillstehen. Er versteifte sich leicht, während sein Verstand diese Information verarbeitete.
Die Tatsache, dass sie tatsächlich noch nie mit jemandem intim gewesen war, schien den Druck in ihm nur noch zu erhöhen...die Verantwortung, aber auch die tiefe Verbundenheit, die das bedeutete.
Er löste sich ein Stück von ihr und sah ihr tief in die Augen. Sein Blick war fordernd, fast schon qualvoll. „Du hast jetzt die Wahl...“, sagte er, und seine Stimme vibrierte vor unterdrückter Leidenschaft.
„Du bleibst hier bei mir, und ich werde dein Erster. Oder... du fährst jetzt mit dem Aufzug nach unten in die Eingangshalle. Du wartest dort beim Portier, bis der Taifun sich gelegt hat und fährst heim.“ Er schluckte schwer.
„Entscheide dich jetzt. Denn wenn du bleibst...werde ich mich nicht mehr beherrschen können.“
Nami sah ihn an, sah den Mann hinter der Legende, den traumatisierten Jungen hinter dem Champion und den leidenschaftlichen Liebhaber, der sie gerade mit Blicken verschlang. Es gab keinen Zweifel mehr in ihr.
„Ich will dich...“, sagte sie mit einer Festigkeit, die sie selbst überraschte. Sie legte ihre Hände an seine Wangen und zog sein Gesicht wieder ein Stück näher zu ihrem. „Ich will, dass du mein Erster bist. Das solltest du schon immer sein.“
Kai stieß einen schweren, bebenden Atemzug aus. Er schloss für einen Moment die Augen, als würde er ein stilles Gebet sprechen oder sich ein letztes Mal sammeln. „Vertraust du mir, Nami?“, fragte er leise, beinahe ehrfürchtig.
„Ich vertraue dir“, antwortete sie ohne Zögern.
In diesem Moment schien das Toben des Taifuns vor den Fenstern vollkommen zu verstummen.
Kai packte ihre Oberschenkel mit einem festen, besitzergreifenden Griff und hob sie mühelos hoch. Nami schlang ihre Beine instinktiv um seine Hüfte, während er den Kuss mit einer Intensität wieder aufnahm, die sie schwindelig werden ließ. Die Welt verschwamm um sie herum.
Er löste sich nach weiteren Sekunden wieder von ihren Lippen und vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge, wanderte langsam hinab zu ihrer Schulter und biss dort ganz leicht zu...ein kleiner, schmerzhaft-schöner Impuls, der Nami überrascht aufkeuchen ließ.
„Tut mir leid...“, murmelte er gegen ihre Haut, sein Atem heiß und stoßweise. „Ich versuche, zärtlicher zu sein...ich versuche es wirklich.“
Er küsste die Stelle, die er gerade mit den Zähnen gestreift hatte, fast so, als wollte er den Schmerz sofort wieder fortzaubern, ehe seine Lippen zurück zu ihrem Hals und schließlich wieder zu ihrem Mund wanderten.
Sein Griff an ihren Schenkeln verstärkte sich, als er sie mit kraftvollen Schritten von der Wand wegtrug. Der Weg ins Schlafzimmer fühlte sich für Nami wie ein Flug durch die Dunkelheit an, nur geleitet von der Hitze seines Körpers.
Kai stieß die Tür mit dem Fuß auf und steuerte direkt auf das große Bett zu. Er bettete sie behutsam auf die Laken, doch er ließ keine Sekunde lang von ihr ab; seine Küsse wurden fordernder, hungriger, als wollte er jede Nuance ihrer Reaktion in sich aufsaugen. Nami ließ sich komplett fallen und gab sich seinen benebelnden Küssen komplett hin.
Während seine Lippen ihren Mund gefangen hielten, glitten seine Hände an den oberen Saum ihres rosafarbenen Sporttops. Er schob den Stoff über eine ihrer Brüste hinab und entblößte sie dem kühlen Licht des Raumes, das nur von den fernen Blitzen draußen gespeist wurde. Er umfasste sie.
Nami hielt den Atem an, als sie die raue Wärme seiner Hand auf ihrer Haut spürte.
Dann ließ er von ihren Lippen ab, beugte sich tief und fuhr mit der Zunge langsam und feucht über ihren Nippel. Ein unkontrolliertes Schluchzen entrang sich Namis Kehle. Es war eine Überforderung der Sinne, ein elektrisierendes Gefühl, das wie ein Lauffeuer durch ihren gesamten Körper raste und alles andere vollkommen auslöschte. Sie spürte eine weitere, gewaltige Welle der Erregung, die sie tief in die Matratze drückte, während sie ihre Finger fest in Kais Schultern krallte.
In der gedimmten Atmosphäre des Zimmers, nur sporadisch erhellt durch das fahle Licht der Blitze, spürte Nami das Vibrieren seiner Lippen auf ihrer Haut. Es war fast, als würde er gegen ihre Brust schmunzeln...ein dunkles, triumphierendes Grinsen, weil er ihre heftigen Reaktionen genau registrierte.
Kai genoss es sichtlich, die Kontrolle über ihre Sinne zu haben, während sie sich unter seinen Berührungen seufzend wand. Für Nami war jedes Gefühl, jedes Zittern und jedes Brennen absolutes Neuland, und die Tatsache, dass Kai derjenige war, der ihr diese Welt eröffnete, machte alles nur noch intensiver.
Mit einer langsamen, fast quälenden Geduld griff er nach dem Stoff ihres dünnen Tops und zog es ihr über die Taille hinweg aus. Er hielt inne und stützte sich auf seine Ellbogen, während sein Blick wie flüssiges Feuer über ihre nackten Brüste brannte. Es war kein flüchtiger Blick; er betrachtete sie mit einer Mischung aus Verehrung und reinem, rohem Verlangen, das Nami die Röte ins Gesicht trieb.
Dann beugte er sich wieder hinab, und seine Liebkosungen wurden fordernder. Er saugte und biss sanft an ihren Nippeln, während seine Hände ihre schmale Taille umspannten und sie näher an sich zogen. Nami seufzte und atmete schwer. Sie spürte eine fast unerträgliche Hitze zwischen ihren Schenkeln aufsteigen. Jede Berührung seiner Zunge fühlte sich an wie ein kleiner Stromschlag, der direkt in ihren Unterleib fuhr.
Kai löste sich schließlich nach endlos scheinenden Minuten von ihrer Brust und bahnte sich mit seiner Zunge einen langsamen, nassen Weg über ihre Rippen hinab bis zu ihrem Bauchnabel. Sein Atem kitzelte auf ihrer Haut, während er dort kurz verweilte.
Er hob den Kopf nur ein Stück, seine Augen leuchteten in einem gefährlichen Rot, das von unterdrückter Leidenschaft zeugte. Nami krallte ihre Finger in das weiße Laken, unfähig, ein Wort hervorzubringen.
Sie konnte nur zusehen, wie er den Blick wieder senkte und tiefer glitt. Er entledigte sie mit sicheren, fast hastigen Bewegungen ihrer Jogginghose und des letzten Hauchs von Stoff, der sie noch von ihm trennte.
Nami fühlte sich in diesem Moment so schutzlos und zugleich so lebendig wie nie zuvor.
Als er ihre Schenkel sanft, aber bestimmt auseinanderdrückte und sein Gesicht zwischen ihren Beinen verankerte, keuchte Nami überrascht auf. Sie versuchte instinktiv, die Beine ein Stück zu schließen... geschockt von dieser plötzlichen, ungeschützten Intimität.
„Kai...“, entfloh ihr ein zittriger Laut.
Doch bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnte, legte er seine Lippen und die feuchte Spitze seiner Zunge gezielt auf ihre empfindsamste Stelle. Ein elektrisierender Schlag fuhr Nami direkt in den Unterleib.
Der zarte Protest auf ihren Lippen ging auf der Stelle in ein hilfloses, keuchendes Schluchzen über. Die Intensität seiner Liebkosung war so berauschend, dass jede Gegenwehr in ihr sofort im Keim erstickt wurde. Sie schlug die Hände in die Laken, warf den Kopf zurück und gab sich dem strömenden, pulsierenden Gefühl vollkommen hin.
Kai genoss ihre heftige Reaktion, kostete ihre Feuchtigkeit und trieb sie mit langen, bedachten Zungenstrichen an den Rand des Wahnsinns, bis sie nur noch seinen Namen stammeln konnte.
Erst als er spürte, dass ihr Körper vor Erregung glühte, löste er sich langsam von ihr. Mit zitternden Händen griff Nami nach seinen breiten Schultern und zog ihn nach oben.
Sie brauchte seinen Blick, seine Haut auf ihrer, das schwere, schützende Gewicht seines Körpers. Kai verstand ihr stummes Flehen augenblicklich. Mit fließenden, geübten Bewegungen befreite er sich von seiner Kleidung, bis er nackt über ihr verharrte.
„Vertraust du mir wirklich?“, flüsterte er gegen ihre Lippen, seine Stimme ein raues, unsicheres Beben. Nami nickte nur schwach und hauchte zittrig ein „Ja“, das direkt aus ihrer Seele zu kommen schien.
Kai hielt inne. Seine Muskeln spannten sich unter der Haut an, während er gegen das Verlangen ankämpfte, das ihn fast blind machte. Er sah auf sie herab, und in seinen roten Augen lag eine düstere, fast schmerzhafte Ehrlichkeit.
„Ich war noch nie vorsichtig, Nami“, gestand er, und seine Stimme war nur noch ein raues, tiefes Grollen. „Bisher war es mir verdammt noch mal egal, ob ich jemanden verletze. Ich habe mir einfach genommen, was ich wollte.“
Er schluckte schwer, und seine Finger gruben sich sacht in die Matratze neben ihrem Kopf.
„Aber bei dir... bei dir will ich es nicht vermasseln. Ich kann dir nicht versprechen, dass es schmerzfrei wird. Aber ich versuche, dich nicht zu zerbrechen.“ Er strich ihr eine nasse Haarsträhne aus der Stirn und flüsterte: „Versuch, dich zu entspannen...“
Seine Knie schoben ihre Schenkel weiter auseinander. Doch anstatt überstürzt zu handeln, bewies Kai genau die kühle, berechnende Beherrschung, die ihn ausmachte.
Er war kein Romantiker, aber er war ein Stratege.
Seine rauen Finger glitten zwischen ihre Beine, prüften die Feuchtigkeit, die er selbst erzeugt hatte, und schoben sich behutsam tiefer in sie, um ihren Körper vollends zu dehnen und vorzubereiten.
Nami keuchte erneut scharf auf.
„Kai...“, entkam es ihr glühend.
„Still“, raunte er gegen ihren Hals, während er seine Finger noch ein Stück tiefer schob und sie weiter bedacht dehnte. Seine roten Augen fixierten sie scharf. „Ich werde dir nicht wehtun, Nami. Vertrau mir...“
Erst als er spürte, wie ihr Körper nachgab und sie völlig bereit war, zog er seine Finger raus und platzierte sein Becken zwischen ihren Schenkeln. Er schob sich langsam, Millimeter für Millimeter, in sie. Als er auf den natürlichen Widerstand traf, hielt er inne.
Seine Muskeln zitterten vor Anspannung, seine Stirn lag an ihrer.
„Atme“, befahl er leise, leicht zitternd vor Anstrengung, sich zurückzuhalten.
Nami atmete tief ein, spürte das dumpfe Druckgefühl... und dann den Moment, in dem der Widerstand nachgab und er sie ganz ausfüllte. Ein kurzes Schluchzen entwich ihr, das er sogleich mit einem tiefen benebelnden Kuss auffing. Das Brennen verblasste im selben Augenblick, abgelöst von einer schier erdrückenden Fülle und dem Kuss der sich wie ein beruhigender Schleier über ihre Sinne legte.
„Es... es tut nicht weh“, hauchte sie ungläubig gegen seine Lippen.
„Du fühlst dich... so unglaublich gut an.“
Ein schwerer Atemzug der Erleichterung entwich Kais Brust. Er wartete ab, bis der erste Druck nachließ und sie sich vollkommen an die Fülle gewöhnt hatte, ehe er begann, sich ganz langsam in ihr zu bewegen.
Es kostete ihn eine unermessliche Menge an Willenskraft und eisernen Disziplin, sich zurückzuhalten und nicht sofort härter, schneller und rücksichtsloser zuzustoßen.
Diese Art von achtsamer, behutsamer Intimität war ihm völlig fremd. Wenn er sich in der Vergangenheit dazu herabgelassen hatte, mit einem Mädchen ins Bett zu gehen, war dieser Akt immer von roher Gewalt, eiskalter Dominanz und emotionaler Distanz geprägt gewesen.
Es war seine Methode gewesen, jegliche romantischen Schwärmereien der anderen Seite im Keim zu erstickten und eine unüberwindbare Mauer aufrechtzuerhalten.
Er hatte sich nie geschert, was die andere Person empfand.
Doch jetzt, mit Nami unter sich, war alles anders. Zum ersten Mal in seinem Leben musste er nicht nur Rücksicht nehmen... er wollte es.
Als er spürte, wie Nami sich unter ihm vollends entspannte und seinen vorsichtigen Rhythmus aufnahm, veränderte sich sein Blick. Seine granatrote Iris dunkelte nach. Der Stratege in ihm übernahm mit faszinierter Präzision die Kontrolle: Er verfiel keineswegs in wilde Hektik, sondern stützte sich auf seine Ellbogen und rahmte ihren Kopf mit seinen starken Armen ein, um jede einzelne ihrer Reaktionen aus nächster Nähe zu beobachten.
Er erhöhte das Tempo nur langsam und kontrolliert... seine Stöße wurden etwas schneller, tiefer und gezielter. Wann immer die Intensität drohte, sie zu überfordern, beugte er sich herab und zog sie in einen tiefen, benebelnden Kuss, um ihren Atem aufzufangen und sie noch näher an sich zu binden.
Kai genoss es sichtlich, sie so genau zu studieren. Er registrierte das feine Beben ihrer Oberschenkel, das Beschleunigen ihres Herzschlags und die Weise, wie sich ihre Pupillen weiteten. Zwischendurch legte er bewusst etwas mehr Härte und Druck in seine Bewegung, nur um zu sehen, was es mit ihr machte.
Und Namis Reaktion war berauschend: Sobald er etwas härter zustieß, entfuhr ihr ein erregtes, lauteres Seufzen. Sie streckte ihren zarten Hals weit durch, während sie den Kopf tief in das weiche Kissen drückte und die Augen schloss.
Mit jedem gezielten Stoß baute sich eine Hitze in ihrem Unterleib auf, die vollkommen anders war als alles, was sie kannte. Es war keine bloße Stimulation von außen, wie sie es von ihren eigenen Fingern kannte... dieses Gefühl kam von tief drinnen, rollte wie eine ungeheure Welle an und füllte ihren gesamten Bauchraum aus.
Die Intensität dieser tiefen Reizung überrollte sie völlig.
Sie verlor jegliches Zeitgefühl, während sie unter ihm in den Kissen versank. Die Welt um sie herum schrumpfte auf den Punkt zusammen, an dem ihre Körper aufeinandertrafen, gerahmt von Kais starken Armen und seinem unerbittlichen, analytischen Blick.
Er zog sie erneut an sich, küsste sie tief und fordernd, ehe er das Tempo ein weiteres Stück steigerte. Er suchte mit den Lippen eine Stelle unter ihrem Ohr, biss dort sanft zu und saugte sich fest, was eine elektrische Entladung durch Namis Nerven jagte. Seine Stöße wurden schneller, tiefer und fordernder, während er die Hüfte leicht anwickelte, um bei jedem Stoß exakt den Punkt in ihr zu treffen, der sie erschüttern ließ.
Die Erregung staute sich in ihr an wie der Sturm draußen vor der Fensterfront. Es war zu viel, zu intensiv, zu vollkommen. Ihr lustvolles Seufzen wandelte sich bei jedem Stoß in unkontrollierte, abgehackte Schluchzer... ein regelrechtes Überlaufen der Sinne.
Sie warf den Kopf tiefer ins Kissen, streckte den Hals durch, während ihre Finger sich in seinem Rücken festkrallten, und gab sich vollkommen der Ekstase hin.
Plötzlich spürte sie, wie sich alles in ihrem Inneren schmerzhaft schön zusammenzog... eine Tiefe, eine Wucht, die sie so noch nie erlebt hatte.
Es war ein erdrückender Kontrollverlust, der sie kurz nach Luft schnappen ließ, ehe eine gewaltige Welle der Ekstase durch sie hindurchschoss.
„Kai...“, krallte sie ihre Fingernägel tiefer in seine Schultern. Seine Bewegungen wurden nun immer kraftvoller, unerbittlicher, und Nami verlor vollkommen den Halt.
„Warte... ich... es fühlt sich so seltsam an... ich...“
Sie schnappte nach Luft, schluchzte abgehackt in seine Halsbeuge hinein, weil die Welle sie fast zu verschlingen drohte. Es war ein Kontrollverlust, der sie gleichzeitig verängstigte und süchtig machte.
Ein dunkles, tiefes Vibrieren drang aus Kais Kehle, das er in ihre Haut drückte, als er merkte, dass er sie genau da hatte, wo er sie haben wollte. Er behielt die volle Kontrolle, verlangsamte das Tempo keineswegs, sondern verstärkte den Druck nur noch.
„Kämpf nicht dagegen an“, raunte er rau an ihrem Ohr, während seine Stöße kraftvoll und unerbittlich blieben. „Lass los.“
Seine Worte und die Wucht seines Rhythmus brachen den letzten Damm.
Die Empfindung explodierte förmlich in ihrem Unterleib. Nami stieß einen zittrigen, ungläubigen Schrei aus, während die Muskeln in ihrem Inneren sich krampfartig um ihn schlossen und der Orgasmus wie eine Naturgewalt durch ihren gesamten Körper schoss.
Ihr Schluchzen und ihre ungehemmten Schreie wirkten auf Kai wie pures Adrenalin.
Seine fordernde, dominante Seite brach sich nun endgültig Bahn. Anstatt innezuhalten, verstärkte er seinen Rhythmus erneut und ließ ihr keine Sekunde Atempause. Er wusste genau, wie empfindlich sie jetzt war. Er wollte mehr von dieser ehrlichen Reaktion, wollte sie ganz an den Abgrund führen.
Er beugte sich tief zu ihr herab, seine verschwitzten Haare streiften ihr Gesicht, und er raunte mit einer Stimme, die vor unterdrückter Leidenschaft vibrierte, in ihr Ohr:
„Schrei noch einmal für mich... ich will dich noch lauter hören!“
„Kai... Kai...“, stammelte Nami völlig überfordert. Ihre Haut brannte, jede Nervenfaser in ihr schrie vor Überstimulation.
„Ich... ich kann... nicht... es ist zu viel...“
„Du kannst“, raunte er rau an ihrer Halsbeuge und stieß noch wuchtiger, noch gezielter in sie hinein.
Nami war völlig berauscht von seiner Stimme und der schieren körperlichen Intensität.
Bevor der erste Orgasmus überhaupt richtig abgeklungen war, baute sich bereits die nächste Welle in ihr auf... steiler, wilder und fordernder als zuvor. Ihre Antwort war ein erneutes abgehacktes, fast verzweifeltes Schluchzen.
Sie kapitulierte vollkommen vor der Empfindung.
Schließlich brach es aus ihr heraus: Ein weiterer langgezogener, ekstatischer Schrei riss ihre Kehle auf, als ihr Körper unter der erneuten Eruption vollkommen unkontrolliert um ihn krampfte.
Die Enge dieser Reaktion und der Anblick des völlig aufgelösten, wunderschönen Mädchens unter ihm ließen Kais Kontrolle wie Glas zerspringen.
Mit einem letzten, kraftvollen Stoß vergrub er sein Gesicht an ihrem Hals und kam mit einem kehligen Grollen tief in ihr.
In diesem Moment gab es keinen Widerstand mehr, keine Schatten und keine Zweifel... nur das ohrenbetäubende Schweigen nach dem Sturm, während sie beide, noch immer bebend und untrennbar verschlungen, in die Laken sanken.
Nami lag unbeweglich unter ihm, ihr Körper fühlte sich schwer und zugleich seltsam leicht an. Ihr Blick war glasig an ihm vorbei ins Leere gerichtet, während die wohligen Nachwehen in Wellen durch ihre Glieder ebbten. Jedes Mal, wenn sie versuchte, normal zu atmen, entwich ihr nur ein stoßweiser, zittriger Hauch. Sie war vollkommen überwältigt; die Intensität dessen, was gerade geschehen war, überstieg alles, was sie sich in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hatte.
Kai stützte sich auf seine Ellbogen und sah auf sie herab. Sein Gesicht war gerötet, seine Haare völlig zerzaust, und in seinen roten Augen lag eine Sanftheit, die er sonst vor der ganzen Welt verbarg. Als sich ihre Blicke schließlich trafen, neigte er den Kopf und legte seine Lippen ganz behutsam auf ihre.
Es war ein langer, tiefer Kuss ohne die vorherige Gier, der Nami ein weiteres, wohliges Seufzen entlockte.
„Nami...“, begann er leise. Er hielt kurz inne und musterte ihr Gesicht mit einem intensiven, forschenden Blick, der nach jeder Spur von Bedauern suchte. „Ich war zum Ende hin... zu intensiv. Ich habe die Kontrolle verloren.“
Nami spürte, wie ihr Herz bei seinen Worten warm wurde. Sie löste eine Hand aus dem Laken und legte sie an seine Wange, strich mit dem Daumen über die markante Linie seines Kiefers.
Eine einzelne, glitzernde Träne der schieren Erleichterung und Überwältigung stahl sich aus ihrem Augenwinkel, doch sie schüttelte langsam den Kopf, ein erschöpftes, aber überglückliches Lächeln auf den Lippen.
„Es war perfekt“, flüsterte sie und zog ihn ein Stück näher zu sich.
„Du hast gesagt, du wüsstest nicht, wie man zärtlich ist... aber das stimmt nicht. Du warst unglaublich zärtlich zu mir. Deine Küsse...deine Berührungen...es war...so wunderschön.“
Kai beobachtete sie einen Moment lang schweigend, ehe sein Daumen sanft die Träne von ihrer Wange strich. Das tiefe Misstrauen, das er sonst der Welt entgegenbrachte, wich einem besitzergreifenden, absolut tiefenentspannten Ausdruck und seine Mundwinkel zogen sich zu einem seltenen, echten Schmunzeln nach oben...ein dunkles, wissendes Lächeln, weil er genau sah, was er mit ihr angestellt hatte.
„Vielleicht liegt es daran, dass ich es zuvor einfach noch nie versucht habe“, gab er leise zu und küsste ihre Stirn. „Ich war noch nie zärtlich. Wahrscheinlich, weil es bisher niemanden gab, bei dem ich das Bedürfnis hatte, es zu sein.“
In diesem Geständnis lag mehr Gewicht als in tausend Liebesschwüren. Nami schlang die Arme um seinen Nacken und drückte ihr Gesicht an seine Halsbeuge. Der Duft seiner Haut, die Wärme seines Körpers und das Wissen, dass sie gerade eine Seite an ihm geweckt hatte, die er selbst nicht kannte, ließ sie alle Angst vor der Zukunft vergessen.
Kai war zwar im Gegensatz zu Nami keineswegs unerfahren, jedoch bildete emotionale Nähe für ihn ein völlig unbetretenes Territorium. Bisher war Intimität für ihn nie mehr gewesen als ein rein körperliches Ventil... eine Möglichkeit, seinen Trieb zu befriedigen und gleichzeitig maximale Distanz zu wahren.
Er hatte den Akt immer so zweckorientiert und kühl wie möglich gehalten. Es gab keine Küsse, keine sanften Worte und erst recht keine Rücksicht. Jedenfalls nie von seiner Seite aus.
Obwohl die Presse ihn mit seinen fast 20 Jahren oft fälschlicherweise als Herzensbrecher inszenierte, war die Realität eine andere: Er war extrem wählerisch gewesen und hatte Schwärmereien nie genährt, sondern jede Annäherung im Keim erstickt oder sie mit kalter, dominanter Härte von sich gestoßen. Die wenigen sexuellen Partnerinnen der letzten Jahre konnte er an einer Hand abzählen. Er wusste durch diese Erfahrungen zwar genau, wie ein weiblicher Körper funktionierte... doch er hatte sich noch nie die Mühe gemacht, dieses Wissen einzusetzen, um jemanden behutsam zu führen.
Bis zu dieser Nacht. Mit Nami an seiner Seite hatte sich alles verändert.
Bei ihr verlangte jede Faser seines Verstandes danach, eben nicht der rücksichtslose Mann zu sein, der er sonst war.