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Sorge und Vertrauen

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Sorge und Vertrauen

Die Tür des Büros fiel mit einem dumpfen, endgültigen Geräusch ins Schloss und ließ Nami und Kai in der Stille des Flurs zurück. Doch im Inneren des weitläufigen Raumes blieb die Luft dick vor ungesagten Worten. Kenji rührte sich nicht vom Fleck. Er stand wie angewurzelt da, die Arme steif an den Seiten, während sein Blick zwischen der geschlossenen Tür und seinem Vater hin und her pendelte. Die Sorge um seine Zwillingsschwester kämpfte in seinem Inneren gegen den Respekt vor seinem Vater.

„Das ist also wirklich dein Ernst, Dad?“, brach es schließlich aus Kenji heraus. Seine Stimme zitterte leicht vor unterdrückter Anspannung. „Du lässt sie einfach so bei ihm die nächsten Nächte verbringen? Ohne Aufsicht, ohne... ohne alles?“

Mr. Tachiba reagierte zunächst nicht. Er widmete sich mit einer fast schon provozierenden Ruhe einem Stapel Unterlagen, überflog die Zeilen mit analytischer Präzision, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. Erst als er das Papier mit einem leisen Rascheln zur Seite legte, erhob er sich. Er trat hinter seinem Schreibtisch hervor und stellte sich seinem Sohn gegenüber. Sein Blick war neutral, fast schon klinisch distanziert.

„Deine Schwester ist alt genug, Kenji“, stellte er schlicht fest. Er legte den Kopf leicht schief und ein Hauch von Ironie stahl sich in seine Stimme. „Außerdem musst ausgerechnet du gerade reden. Du kommst teilweise tagelang nicht nach Hause, um die Nächte mit deiner Freundin zu verbringen. Habe ich dich jemals deshalb zur Rede gestellt?“

„Das ist was anderes!“, schoss es aus Kenji hervor, die Verteidigungshaltung sofort eingenommen.

„So?“, erwiderte Hiro nur knapp. Er hob überrascht die Brauen, als würde er auf eine logische Erklärung warten, die er ohnehin nicht für möglich hielt.

Kenjis Gesicht verzog sich zornig. Er spürte, wie die Hitze in seinen Nacken stieg. Er wusste, dass sein Vater ihn gerade mit seinen eigenen Waffen schlug, doch das änderte nichts an dem brennenden Gefühl in seiner Brust. „Wieso ist das anders?“, hakte Hiro nach, diesmal etwas sanfter. „Was hast du plötzlich gegen Kai? Ich dachte, ihr seid befreundet.“

Kenji ballte die Fäuste, bis seine Knöchel weiß hervortraten. Er suchte nach den richtigen Worten, doch sie blieben ihm im Hals stecken. Er verstand die Sorglosigkeit seines Vaters einfach nicht. War es Naivität? Oder pure Berechnung?

„Wieso... wieso ist es dir egal, dass er sie vor ein paar Tagen noch zum Weinen gebracht hat?“, stieß er schließlich hervor, und die Frustration in seiner Stimme war nun deutlich hörbar. „Ich verstehe das nicht. Momokos Vater hätte mich am liebsten gekillt, als er das erste Mal erfahren hat, dass ich etwas mit seiner Tochter habe. Väter sind doch eigentlich so... so überfürsorglich. Oder etwa nicht?“

Hiro beobachtete seinen Sohn schweigend. Er sah die aufgestaute Wut, den Beschützerinstinkt eines Zwillingsbruders, der gerade erst miterlebt hatte, wie verletzlich seine andere Hälfte sein konnte. Langsam dämmerte ihm, dass Kenjis Widerstand nicht aus Misstrauen gegenüber Kai speiste, sondern aus der Angst, die Kontrolle über die Sicherheit seiner Schwester zu verlieren.

„Kenji, lass mich dir mal etwas erzählen.“ Hiro schritt langsam auf seinen Sohn zu. Die professionelle Maske des Geschäftsführers bröckelte und wich der Wärme eines Vaters, der viel gesehen hatte. Er legte Kenji fest die Hand auf die Schulter, ein Erdungspunkt in dessen Gefühlssturm.

„Als ich deine Mutter kennenlernte, war sie in einem ähnlichen Alter wie Nami jetzt. Damals war die Zeit noch eine andere, und viele Kinder wurden sehr streng erzogen. Während meine Eltern sehr liebevoll und offen waren, hatte deine Mutter einen recht strengen Vater. Als er hörte, dass wir ein Paar waren, hat er sie beinahe eingesperrt. Sie hatte es wirklich nicht leicht, was dieses Thema betraf. Heimliche Treffen, Tränen, ständige Angst vor Konsequenzen...“

Kenji hörte aufmerksam zu, sein Blick wanderte nachdenklich zu Boden. Er hatte seine Mutter immer als eine starke, freie Frau erlebt; die Vorstellung, dass sie unter einem solchen Druck gestanden hatte, war ihm neu.

„Deshalb habe ich mir geschworen, meiner Tochter zu vertrauen“, fuhr Hiro fort, und seine Stimme wurde fester. „Ich möchte sie bei allem unterstützen, was sie sich vornimmt...auch in ihrem Privatleben. Ich will nicht der Käfig sein, aus dem sie ausbrechen muss.“ Er hielt kurz inne und sah Kenji tief in die Augen. „Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich vielleicht etwas anders reagieren würde, wenn nicht Kai derjenige an ihrer Seite wäre.“

Kenji sah auf. In den Augen seines Vaters lag ein tiefes Vertrauen, das über das Geschäftliche hinausging. Er verstand nun: Sein Vater sah in Kai nicht nur den besten Blader, sondern den einzigen Mann, dem er das Leben seiner Tochter in diesen dunklen Zeiten blind anvertrauen konnte.

Hiro Tachiba ließ seinen Blick für einen Moment in die Ferne schweifen, als würde er einen alten Film vor seinem inneren Auge abspielen. Seine Stimme wurde weicher, fast nostalgisch, während er die Hand noch immer fest auf Kenjis Schulter liegen ließ.

„Du musst wissen, Kenji, ich kannte Kais Eltern tatsächlich sehr gut. Ich kenne den Jungen praktisch schon sein ganzes Leben lang und habe seinen Weg, so weit es mir möglich war, über all die Jahre verfolgt. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er im Kern ein guter Mensch ist.“ Er machte eine kurze Pause und sein Gesichtsausdruck wurde ernst. „Sicher, er ist ein Mensch mit Traumata, geprägt von einer schweren Kindheit, die seinen Charakter wie gehärteten Stahl geformt hat. ABER er ist loyal. Er hat ein großes Herz, auch wenn er es hinter Mauern aus Eis verbirgt. Und ich bin mir sicher, dass er deine Schwester gerade erst lieben lernt... etwas, das ich ihm von ganzem Herzen gönne.“

Ein verschmitztes Grinsen stahl sich auf Hiros Gesicht, und er strich sich nachdenklich über seinen gepflegten Kinnbart. „Ich kann mich noch genau erinnern, als Kai damals bei den Junioren antrat. Nami saß auf der Tribüne und beobachtete ihn das erste Mal bei einem Kampf. Du hättest ihr Gesicht sehen sollen, Kenji. Sie war komplett verzaubert von ihm. Da war sie gerade mal zehn Jahre alt. Das Schicksal hat wohl schon damals die ersten Fäden gesponnen.“

Kenjis angespannte Züge entspannten sich merklich. Der harte Glanz in seinen Augen wich einer nachdenklichen Weichheit. Er spürte einen Anflug von Scham für seine vorangegangenen harschen Worte. „Verstehe... du vertraust ihr also vollkommen. Und du vertraust auch Kai.“

Mr. Tachiba nickte langsam und bestimmt. „Ganz genau. Aber sag mir, Kenji... wieso hast du eigentlich so große Bedenken?“

Kenji atmete tief durch und verschränkte die Arme. „Es ist nur... ich weiß einfach, dass Nami irgendwann in der Zukunft sicher eine Familie gründen möchte. Sie liebt Kinder, Dad. Und...“

„Und was?“, unterbrach ihn Hiro ruhig. „Du glaubst, dass Kai nicht der Richtige dafür ist? Dass er kein Familienmensch ist?“

Kenji schloss für einen Moment die Augen und ein bitterböses, wissendes Grinsen huschte über seine Lippen. Er stieß ein kurzes, trockenes Lachen aus. „Tss... also kennst du den lieben Kai wohl doch nicht so gut, wie du dachtest, Dad.“

Hiro hielt inne. Sein Interesse war geweckt. „Mh? Spucks schon aus. Was willst du mir damit sagen?“

Als Kenji die Augen wieder öffnete, war das Grinsen verschwunden. Sie waren nun wieder erfüllt von jener tiefen, brüderlichen Sorge, die ihn den ganzen Tag schon umtrieb. „Was ist, wenn sie in ihm wirklich den Mann gefunden hat, mit dem sie bis an ihr Lebensende zusammen sein will? So wie du mit Mum?“

Mr. Tachiba wirkte zunächst belustigt. Er neigte den Kopf leicht zur Seite. „Haha, Kenji, das wäre doch wunderbar! Ich würde es ihr und ihm von Herzen wünschen, wenn sie dieses Glück finden.“

„Aber nicht, wenn er ihr den Wunsch einer eigenen Familie nicht erfüllen will... oder kann!“, platzte es aus Kenji heraus.

Hiro schüttelte den Kopf, als hielte er die Sorgen seines Sohnes für verfrüht. „Naja, Kai wird diesen November erst zwanzig, und deine Schwester ist achtzehn. Jetzt schon von Familienplanung zu reden, macht doch wirklich keinen Sinn. Viele Männer in dem Alter verschwenden noch keinen Gedanken an so etwas.“

Kenji trat einen Schritt näher, seine Stimme wurde zu einem scharfen Flüstern. „Er hat sich sterilisieren lassen, Dad! Er hat das Gleiche gemacht wie du...und das mit fucking achtzehn Jahren!“

Die Wirkung dieser Worte war physisch greifbar. Hiro Tachiba erstarrte. Seine Hand glitt von Kenjis Schulter, und ihm klappte buchstäblich die Kinnlade herunter. Die absolute Stille im Büro wurde nur vom fernen Rauschen der Stadt draußen untermalt. Er überlegte scharf, suchte nach einer logischen Erklärung oder einem Anzeichen, dass Kenji ihn nur provozieren wollte.

„Okay... also...“, setzte Hiro schließlich an, seine Stimme ungewohnt unsicher. „Das... das wusste ich tatsächlich nicht.“ Er sah seinen Sohn forschend an. „Woher zur Hölle weißt du so etwas eigentlich?“

Kenji wich seinem Blick nicht aus. „Ich hab so meine Quellen...“

Hiro Tachibas Gesichtsausdruck veränderte sich. Das leuchtende, gut gelaunte Funkeln war verschwunden und wich einer tiefen Nachdenklichkeit. „Mh... der Bursche hatte also tatsächlich eine Vasektomie? Unglaublich... dass es überhaupt Ärzte gibt, die einen so jungen Mann ohne medizinische Notwendigkeit sterilisieren.“

Für einige Sekunden herrschte ein schweres Schweigen zwischen Vater und Sohn. Man konnte förmlich hören, wie es in Hiros Kopf arbeitete.

„Eine Vasektomie kann man heutzutage rückgängig machen...“, warf Hiro schließlich ein, fast so, als wollte er sich selbst beruhigen.

„Was er sicher niemals machen wird“, konterte Kenji sofort.

„Das weißt du doch nicht...“, entgegnete sein Vater, obwohl seine Stimme an Überzeugung verlor.

„Ich würde jedenfalls nicht darauf wetten wollen.“

Hiro seufzte schwer und rieb sich über die Stirn. Die Leichtigkeit des Vormittags war endgültig verflogen. „Mh... die andere Frage ist: Weiß Nami davon?“

„Ja, tut sie“, antwortete Kenji knapp.

Hiro sah seinen Sohn lange an. Ein kleiner Funke Respekt für seine Tochter flackerte in seinem Blick auf. Wenn sie es wusste und trotzdem bei ihm war, dann war ihre Entscheidung weitaus tiefer und bewusster getroffen worden, als er es geahnt hatte.

„Also“, sagte Hiro schließlich mit einer Endgültigkeit, die das Gespräch beendete, „dann überlass ihr bitte auch die Entscheidung, ihr Leben selbst zu bestimmen. Sie ist eine Tachiba. Sie weiß, worauf sie sich einlässt.“

Der Übergang von der unterkühlten, strategischen Atmosphäre im Büro des Geschäftsführers hin zum privaten Refugium des Wellness-Bereichs fühlte sich für Nami wie das Eintauchen in eine andere Welt an. Als die schweren Glastüren hinter ihr und Kai zuglitten, schlug ihnen die warme, feuchte Luft entgegen, die nach Eukalyptus und teurem Zedernholz duftete.

In der weitläufigen Umkleide war es zu dieser Stunde totenstill. Das sanfte Plätschern eines Zierbrunnens im Hintergrund war das einzige Geräusch. Nami atmete tief durch, doch das wohlige Gefühl wollte sich noch nicht recht einstellen. Ihre Kleidung klebte unangenehm an ihrer Haut; die Stoffe trugen immer noch den schweren, modrigen Geruch des Taifun-Regens vom Vortag in sich, vermischt mit dem metallischen Aroma der Trainingshalle.

„Ich muss diesen Geruch loswerden“, murmelte sie und steuerte zielstrebig auf ihren Spind zu. „Ich fühle mich, als würde ich den ganzen Sturm noch mit mir herumtragen.“

Während sie ihren Spind öffnete und einen Satz frische Kleidung sowie ein Handtuch herausgriff, hielt Kai sich im Hintergrund. Er lehnte mit verschränkten Armen gegen eine Marmorsäule, sein Blick war ruhig, aber wachsam.

„Eigentlich...“, begann Nami, während sie damit anfing, ihre Schuhe abzustreifen, „wollte Vater doch auch darüber reden, was Brooklyn hier in der Firma gemacht hat. Wir sind völlig davon abgekommen.“

Kai beobachtete sie, seine granatroten Augen folgten jeder ihrer Bewegungen mit einer Intensität, die die Raumtemperatur gefühlt um einige Grad steigen ließ. „Er war wohl zu sehr mit den Nachrichten über die verletzten Teilnehmer beschäftigt“, antwortete er sachlich, auch wenn sein Blick nun etwas dunkler wurde, als Nami begann, ihr Shirt über den Kopf zu ziehen. „Das Verschwinden der Bit-Beasts hat eine Priorität, die alles andere überschattet. Er hat es schlicht vergessen.“

Nami knüpfte ihre Hose auf und ließ sie zu Boden gleiten, wobei sie nun nur noch in ihrer Unterwäsche dastand.

Sie warf einen Blick über die Schulter und stieß auf Kais granatroten Blick, der dunkel und brennend auf ihr ruhte. Es war keine bloße Bewunderung; es war die absolute, besitzergreifende Fixierung eines Raubtiers, das seine Beute nicht aus den Augen ließ. Jede Hülle, die von ihr fiel, schien den unsichtbaren Anspruch, den er auf sie erhob, nur noch fester zu zementieren.

„Ich hoffe nur, dass Brooklyn keinen Ärger macht, während wir trainieren“, fügte Kai hinzu, seine Stimme klang nun eine Spur rauer als er sie dabei beobachtete wie sie nun auch die Unterwäsche abstreifte.

Ein wissendes Lächeln stahl sich auf Namis Lippen. Sie genoss die Wirkung, die sie auf ihn hatte, und das Knistern in der Luft war fast so berauschend wie der Kuss im Aufzug. Sie schnappte sich ihr Handtuch und die frischen Sachen, trat einen Schritt auf die Duschen zu, hielt dann aber noch einmal inne.

„Bleib brav hier draußen, Kai“, sagte sie mit einem schelmischen Funkeln in den Augen und einem leichten Lachen in der Stimme. Sie deutete auf die offene Architektur des Waschraums. „Nur zur Erinnerung: Diesen Bereich hier kann man nicht abschließen. Jeder Mitarbeiter könnte theoretisch reinkommen.“

Sie warf ihm einen letzten, herausfordernden Blick zu, ehe sie hinter der Milchglaswand der Duschen verschwand. Sekunden später ertönte das Rauschen des heißen Wassers.

Kai rührte sich nicht. Er blieb genau dort wo er war, den Rücken an den kühlen Marmor gelehnt. Ein kurzes, trockenes Schnauben entwich ihm. Dass man den Raum nicht abschließen konnte, war ihm absolut gleichgültig.

Das Rauschen des Wassers füllte den Raum und verwandelte die Duschen in eine Welt aus Dampf und Abgeschiedenheit. Kai blieb einen Moment länger stehen als beabsichtigt. Sein Blick war auf das Milchglas fixiert, hinter dem sich Namis Silhouette als weiche, fließende Form abzeichnete. Das Licht der Deckenlampen brach sich im Glas und betonte die Kurven ihres Körpers bei jeder Bewegung, die sie unter dem warmen Strahl machte.

Prüfend ließ er den Blick noch einmal durch die leere Umkleide schweifen. Seine Instinkte waren geschärft, doch die Stille des Wellness-Bereichs schien absolut zu sein. Mit einer flüssigen, fast raubtierhaften Effizienz stieß er sich von der Marmorsäule ab. Er entledigte sich seiner Kleidung mit schnellen Handgriffen und ließ sie achtlos auf der Bank zurück, ehe er die gläserne Tür der Dusche aufstieß.

Nami stand mit dem Rücken zum Eingang, den Kopf in den Nacken gelegt, während das Wasser über ihr Gesicht strömte. Sie zuckte kaum merklich zusammen, als sie plötzlich die Hitze einer nackten Brust in ihrem Rücken spürte. Kais Haut war fest und glatt, und das Gefühl seines Körpers, der sich nahtlos an ihren schmiegte, jagte ihr einen wohligen Schauer über die Wirbelsäule.

„Kai...“, setzte sie an, die Stimme ein wenig zittrig. Die Sorge, dass jeden Moment ein Mitarbeiter hereinplatzen könnte, blitzte kurz in ihrem Kopf auf, doch das warme Wasser und seine unmittelbare Nähe begannen bereits, ihren Widerstand aufzuweichen. „Ich dachte, du bleibst... draußen.“

Sie versuchte ihn halbherzig zu tadeln, doch als seine großen, kräftigen Hände nach vorne glitten und ihre Brüste sanft, aber bestimmt umschlossen, entwich ihr statt eines Protests nur ein langes, verräterisches Seufzen. Kai ignorierte ihren schwachen Einwand vollkommen. Er neigte den Kopf und küsste die empfindliche Stelle an ihrem Hals, direkt unter dem Ohr.

„Das hast du doch nicht wirklich geglaubt.“, raunte er gegen ihre nasse Haut, seine Stimme tief und vibrierend vor Verlangen. „Niemand wird dich entdecken. Und wenn doch, wird es das Letzte sein, woran sie sich erinnern.“

Er drehte sie mit einer langsamen, kontrollierten Bewegung in seinen Armen um. Namis Augen waren weit vor Sehnsucht, während das Wasser zwischen ihren Körpern dampfte. Kai wartete nicht auf weitere Worte. Er drängte sie gegen die kühle Fliese der Duschwand und besiegelte ihre Lippen mit einem erotischen, fordernden Kuss, der ihr jegliche Atemluft raubte.

Ihre Hände krallten sich in seine nassen Schultern, als er sie an den Oberschenkeln packte und sie mit müheloser Kraft hochhob. Nami schlang ihre Beine instinktiv um seine Hüfte, und in dem Moment, als er tief und bestimmt in sie eindrang, entwich ihr ein wohliges Japsen. Die Verbindung war intensiv und unmittelbar, ein Aufbäumen der Sinne, das das ferne Risiko einer Entdeckung vollkommen in den Hintergrund drängte. In dieser von Dampf eingehüllten Kabine gab es nur noch das Rauschen des Wassers, das Pochen ihres Blutes und das Gefühl, dass sie in diesem Moment vollkommen eins waren.