Ängste
Ängste
„Ein Baby...“, hauchte Nami. Ein Strahlen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, das die Sorgen der letzten Stunden fast vollständig wegwusch. Ohne zu zögern, zog sie Hana erneut in eine feste Umarmung.
„Hana, das ist... das ist das Schönste, was ich seit Langem gehört habe! Ich werde tatsächlich Tante!“
Hana lachte, löste sich ein Stück und warf einen schelmischen Blick in Kais Richtung, ehe sie Nami sacht in die Seite knuffte.
„Na, sieh es mal so: Wenn ich den Anfang mache, habt ihr beide ja noch ein paar Jahre Zeit, euch darauf vorzubereiten. Ihr könntet ja dann nachziehen, wenn die Zeit reif ist.“
Die Worte hingen wie kleine, glitzernde Seifenblasen im Raum... schön, leicht und völlig arglos. Doch für Nami fühlten sie sich an wie herabstürzende Felsbrocken.
In diesem Sekundenbruchteil zog sich in Namis Brust alles zusammen.
Kai, der schweigend daneben stand, bemerkte die sofortige Veränderung in Namis Körperhaltung. Das eben noch so helle Strahlen in ihren Augen erlosch, als hätte jemand eine Kerze ausgepustet.
Ihr Griff um Hanas Arme lockerte sich, und sie trat einen halben Schritt zurück. Kai sagte nichts, doch sein Blick wurde steinhart. Die Erinnerung an das Gespräch zwischen ihnen... an seine kalte Beichte über den Grund der Sterilisation und den Verrat, der ihn zu diesem Schritt getrieben hatte... schwebte wie ein giftiger Nebel zwischen ihnen.
„Ich... ich weiß ja noch gar nicht, ob...“, setzte Nami an, ihre Stimme klang plötzlich brüchig und völlig überfordert.
Doch Hana, die in ihrer eigenen Euphorie gefangen war, unterbrach sie mit einem liebevollen Lachen.
„Ach, komm schon! Wer, wenn nicht du? Du hast doch schon mit zehn Jahren davon gesprochen, dass du später einmal eine ganze Fußballmannschaft um dich haben willst. Du warst schon immer ein absoluter Familienmensch, Nami. Das liegt dir im Blut.“
Nami mied Kais Blick so konsequent, als würde er sie bei direktem Kontakt verbrennen. Die Ironie der Situation war fast unerträglich: Hier standen sie, umgeben von Liebe und der Ankündigung neuen Lebens, während sie innerlich gegen die plötzliche Erkenntnis ankämpfte, dass der Mann, den sie liebte, ihr diesen tiefen Lebenswunsch niemals würde erfüllen können. Aus freiem Willen.
Hana hielt inne. Das Lächeln auf ihren Lippen wurde unsicherer, als sie die seltsame Starre bemerkte, die von ihrer kleinen Schwester Besitz ergriffen hatte.
„Nami? Alles okay?“
„Wir... wir müssen noch trainieren“, stieß Nami plötzlich hervor. Der Wechsel in ihrer Ausstrahlung war so abrupt, dass sogar Zayn die Stirn runzelte.
„Ich bin eigentlich nur hier, um ein paar Sachen zu packen. Papa will, dass ich die nächsten zwei Wochen bei Kai wohne... zur Sicherheit.“
Bevor Hana oder ihre Mutter weitere Fragen stellen konnten, wandte Nami sich ab. „Ich bin gleich wieder da“, rief sie über die Schulter, während sie bereits aus dem Wohnzimmer huschte.
Hana sah ihr völlig verwirrt nach, die freudige Nachricht noch auf den Lippen, die nun jedoch einen faden Beigeschmack bekommen hatte.
Kai wartete keine Sekunde. Mit einem knappen, beinahe mechanischen Nicken in die Runde folgte er Nami.
Im Flur sah er nur noch den Saum ihres Rockes, wie sie die breite, geschwungene Wendeltreppe hinauf in den zweiten Stock hastete. Ihre Schritte auf dem Marmor klangen gehetzt, fast so, als würde sie vor dieser schmerzhaften Gewissheit fliehen, die sie gerade so unvermittelt im Erdgeschoss eingeholt hatte.
Es war nicht so, dass Nami mit ihren achtzehn Jahren vorhatte, in den nächsten Jahren eine Familie zu gründen. Ganz im Gegenteil... das war ein Gedanke für eine ferne Zukunft, irgendwo mit Mitte zwanzig. Sie waren erst seit einem einzigen Tag offiziell ein Paar! Doch Hanas beiläufiger Kommentar hatte sie wie ein Schlag aus dem Hinterhalt getroffen. Er hatte das Thema von einem weit entfernten Zukunftstraum blitzartig in die Gegenwart gezerrt... und damit Kais kalte Beichte der letzten Nacht wieder hochgeholt.
Was Namis Herz aber eigentlich zum Rasen brachte, war die nackte Panik vor Kais Reaktion. Sie hatte gesehen, wie sein Blick steinhart geworden war. Was, wenn er jetzt dachte, dass sie völlig inkompatibel waren? Was, wenn er diese frische, zarte Beziehung sofort wieder infrage stellte, nur weil ihr alter Kindheitstraum plötzlich wie ein unüberwindbarer Schatten zwischen ihnen stand?
Kai folgte ihr die Stufen hinauf, jede seiner Bewegungen kontrolliert, während sein Verstand bereits die Mauern wieder hochzog, die Nami in den letzten Wochen so mühsam eingerissen hatte.
Während Nami die Stufen hinaufstürmte, hallte das verzögerte, freudige Aufkreischen ihrer Mutter durch das Treppenhaus. Hilda hatte die Nachricht nun vollends begriffen, und ihr Jubel bildete einen fast schon grausamen Kontrast zu der bleiernen Stille, die Nami in ihrem Inneren mit sich trug.
Namis seltsame Flucht würde später sicher noch Thema am Abendtisch sein, doch in diesem Moment wollte sie nur Distanz zwischen sich und diese Situation bringen.
Sie stieß die Tür zu ihrem Zimmer auf. Der Raum war groß, mit hohen Wänden und massiven Holzbalken, die trotz der gemütlichen Dachschrägen eine beeindruckende Weite schufen.
Es war ein typisches Jugendzimmer, das die Geschichte ihres Aufwachsens erzählte: Poster von Bands und Turnieren an den Wänden, Regale voller kleiner Accessoires, Erinnerungsstücke von Reisen und Dekorationen, die jedem Winkel eine persönliche Note verliehen.
Nami wirbelte herum, schnappte sich eine große Reisetasche aus einer Ecke und hievte sie mit einer heftigen Bewegung auf das weiche Bettlaken. Sie riss die Türen ihres großen Kleiderschranks auf und begann fast schon mechanisch, Pullover, Hosen und Unterwäsche herauszusuchen.
„Eine Fußballmannschaft?“, schnitt Kais Stimme plötzlich durch den Raum.
Das Geräusch war nicht laut, aber es besaß eine Schärfe, die Nami mitten in der Bewegung einfrieren ließ. Ihr Herz machte einen schmerzhaften Satz gegen ihre Rippen.
Langsam, fast zögerlich, drehte sie sich um. Kai stand im Türrahmen, die Arme fest vor der Brust verschränkt, das Licht der Abendsonne im Rücken, das ihn wie eine dunkle, unnahbare Silhouette erscheinen ließ.
Sie sah ihm direkt in die Augen und atmete tief durch, als müsste sie sich für einen Kampf wappnen.
„Ja“, gab sie leise zu, und ihre Stimme zitterte kaum merklich. „Das war früher tatsächlich mein Wunsch. Eine große, laute Familie... so wie meine.“
Kai bewegte sich nicht, doch Nami bemerkte das vertraute, kühle Glimmen in seinen Augen. Er wirkte augenblicklich distanzierter, als hätte er eine unsichtbare Mauer aus Eis zwischen ihnen hochgezogen. In diesem Blick lag kein Vorwurf, aber eine Endgültigkeit, die Nami tiefer traf als jeder Schrei.
Tief in ihr drinnen zerbrach etwas... ein kleiner Funke naiver Hoffnung, den sie vielleicht unbewusst genährt hatte.
Sie senkte den Blick auf ihre Hände, die den Stoff eines Pullovers so fest umklammerten, dass sie leicht zitterten.
Sie wusste selbst, wie absurd es war, mit achtzehn Jahren darüber zu weinen... und doch brannte das Wissen um dieses endgültige 'Niemals' in ihrer Brust.
„Was wirst du jetzt machen?“, fragte sie ihn leise, während sie versuchte, die Fassung zu wahren. „Jetzt, wo du diese Information gespeichert hast?“
Kai beobachtete sie genau. Er sah das leichte Beben ihrer Schultern, das sie so verzweifelt zu underdrücken versuchte. In seinem Kopf rasten die Gedanken.
Die meisten Menschen in seinem Alter hätten dieses Thema in dieser Situation vermutlich mit einem gleichgültigen Achselzucken abgetan. Wer wusste mit neunzehn oder zwanzig Jahren schon, ob eine Beziehung halten würde? Andere junge Paare hätten sich vielleicht eingeredet, dass man ja gar nicht wusste, was in fünf oder zehn Jahren sein würde, oder dass man schlicht abwartete, wie lange das mit ihnen überhaupt hielt. Für normale Jugendliche war die Zukunft eine Ansammlung von Unverbindlichkeiten und vagen Möglichkeiten.
Doch Kai war kein normaler Mensch. Er war ein Mann der absoluten Endgültigkeit.
Er hatte in seinem gesamten Leben noch nie zuvor echte Gefühle für ein Mädchen empfunden.
Nami war die Erste, bei der er es nicht nur zugelassen, sondern bei der er sich von dieser Wucht an Emotionen regelrecht hatte überrollen lassen. Und genau deshalb gab es für ihn nicht den geringsten Zweifel: Er würde bei ihr bleiben. Sie waren erst seit gestern offiziell zusammen, doch in Kais Realität gab es kein Testen, kein Experimentieren und kein Ablaufdatum.
Wenn er sich einmal entschieden hatte, dann für immer.
Und genau das machte die Situation so grausam für ihn. Weil er wusste, dass seine Gefühle für sie ewig halten würden, war seine Sterilisation für ihn keine vage Frage für die Zukunft, sondern eine unumstößliche Tatsache für ihr gesamtes restliches Leben.
Kai wusste, dass er niemals von ihrer Seite weichen würde. Doch er war bereit, es zu akzeptieren, wenn sie irgendwann diejenige sein würde, die ihn verließ... wenn der unerfüllte Wunsch nach einer Familie doch zu schwer für sie wog. Allein der Gedanke an diesen Moment hinterließ einen tiefen, schmerzhaften Riss in seiner Seele, aber er würde ihr niemals im Weg stehen.
„Ich weiß es nicht, Nami“, sagte er schließlich, und seine Stimme war so leise, dass sie fast im Rauschen des Windes draußen unterging.
Er löste die verschränkten Arme, doch die Distanz in seinem Blick blieb bestehen.
Kais Augen zuckten unmerklich, als er das erste leise >Plopp< hörte. Ein dunkler Fleck bildete sich auf den hellen Dielen zu Namis Füßen, gefolgt von einem weiteren. Tränen. Er hasste es, sie so zu sehen... so schutzlos, so erschüttert durch Worte, die eigentlich ein Grund zur Freude hätten sein sollen. Es widersprach allem, was er über Stärke und Kontrolle gelernt hatte, doch der Anblick ihrer Tränen riss eine gewaltige Lücke in seine sorgsam errichtete Verteidigungsmauer. Sein Verantwortungsbewusstsein meldete sich mit schmerzhafter Deutlichkeit: Er war der Grund für dieses Leid.
Er trat langsam auf sie zu, bis er direkt vor ihr stand. Seine Schritte waren lautlos, doch die Kälte, die er eben noch als Schutzwall hochgezogen hatte, wich einer tiefen, fast schon greifbaren Besorgnis.
„Warum weinst du?“, fragte er leise. Seine Stimme war nicht hart, sondern von einer unerbittlichen, fast flehenden Ernsthaftigkeit geprägt. Er bemerkte das feine Beben, das immer noch durch ihren Körper ging, wie die Nachwehen eines schweren Sturms.
Nami hob langsam den Kopf. Ihr Blick war verschwommen, ihre Wangen nass.
„Ich... ich weiß es nicht genau“, flüsterte sie und strich sich fahrig eine Strähne aus dem Gesicht.
„Es ist einfach so plötzlich...“, flüsterte sie und strich sich fahrig eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ich bin achtzehn, Kai! Ich wollte doch jetzt gar kein Baby, ich dachte an so was früher nie vor Mitte zwanzig! Vor Hanas Spruch hätte ich keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass das heute oder morgen ein Thema sein muss. Wir sind erst seit gestern zusammen... ich will einfach nur uns. Aber Hana hat mich so kalt erwischt... und als ich gesehen habe, wie du dich sofort verschlossen hast, hat mich die Panik überrollt.“
Sie schluckte schwer und sah ihn flehend an.
„Ich hatte in dieser Sekunde einfach solche Angst, dass du denkst, das mit uns war ein Fehler. Dass du glaubst, du müsstest dich jetzt von mir zurückziehen, weil du mir diesen Traum in zehn Jahren nicht erfüllen kannst. Dein Blick eben... er war so eisig. Ich hatte einfach Angst, dich genau in dem Moment wieder zu verlieren, in dem ich dich endlich habe.“
Ein Hauch von tiefer Reue stahl sich in Kais Züge. Ihm war in diesem Moment nicht bewusst gewesen, wie sehr seine instinktive Flucht in die Distanz sie verletzte... dass seine Art, sich emotional zu panzern, für sie wie ein Urteil wirkte.
Langsam, um sie nicht zu erschrecken, hob er die Hand. Seine großen, warmen Finger legten sich mit sanftem, aber unmissverständlichem Druck unter ihr Kinn.
Er führte sie behutsam dazu, den Kopf zu heben, bis seine granatroten Augen ihre ozeanfarbenen fixierten. In seinen Zügen lag keine herrische Kälte mehr, sondern die ernste, aufrichtige Sorge eines Mannes, der bereit war, die Last ihrer Gefühle mitzutragen. Sein Daumen strich sachte über ihre feuchte Wange, fing eine Träne auf, als könnte er ihr den Schmerz damit abnehmen.
„Bereust du es nicht irgendwann?“, fragte er mit einer ungewohnten, drückenden Schwere in der Stimme. „Sieh mich an, Nami. Auch wenn wir noch jung sind. Ein Kind ist nichts, was man einfach vergisst oder durch etwas anderes ersetzt. Es ist ein tiefer, fundamentaler Wunsch in dir. Wenn du jetzt bleibst, wenn du dich auf mich einlässt... wirst du es nicht irgendwann bereuen? Wirst du mich nicht irgendwann dafür hassen, dass ich der Mann bin, der dir das verwehrt hat?“
Er hielt kurz inne, und seine Finger zitterten fast unmerklich an ihrem Kinn. Es kostete ihn unendliche Überwindung, diese nackte Wahrheit vor ihr auszubreiten, denn er wusste, dass seine Worte sie endgültig von ihm treiben konnten. Doch sein Verantwortungsgefühl wog schwerer als sein eigenes Verlangen. Er wollte nicht, dass sie sich für ihn aufopferte und am Ende an den Trümmern ihres eigenen Traums zerbrach.
„Ich kann dich jetzt schon gar nicht mehr gehen lassen, Nami. Der Gedanke allein...“, er ließ den Satz unvollendet, doch die Intensität in seinem Blick sagte genug. „Ich mache mir nur Sorgen, dass ich dich irgendwann unglücklich mache. Denn ich werde meine Meinung nicht ändern. Das weißt du.“
Er suchte in ihrem Gesicht nach einem Zeichen von Zweifel, nach der Vernunft, die ihm sagte, dass das hier ein Fehler war. Doch gleichzeitig klammerte sich sein Innerstes an die Hoffnung, dass sie dennoch bleiben würde. Er bot ihr die Flucht an, weil es seine Pflicht war, ehrlich zu sein, während er insgeheim darum flehte, dass sie den Käfig aus Eis, den er um sich herum gebaut hatte, weiterhin mit ihrer Wärme schmelzen würde.
Nami schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter, während sie seinen Blick hielt. Die Tränen schimmerten noch in ihren Augen, doch dahinter brannte eine Entschlossenheit, die Kai fast den Atem raubte. Sie griff nach seinem Handgelenk, als wollte sie sicherstellen, dass er nicht im nächsten Moment wie ein Trugbild verschwand.
„Ich will dich immer noch, Kai“, sagte sie, und ihre Stimme war nun fest, befreit von dem Zittern der letzten Minuten. „So sehr. Und wenn das bedeutet, dass ich meinen Wunsch hinten anstellen muss... dann ist das eben so. Ich würde mich nur selbst belügen und am Ende völlig unglücklich sein, wenn ich das hier zwischen uns beenden würde, nur um einer Zukunft hinterherzujagen, in der du nicht vorkommst.“
Ein trauriges, aber unendlich liebevolles Lächeln umspielte ihre Lippen. „Denn die Wahrheit ist... auch du bist ein Traum, der für mich wahr geworden ist. Vielleicht sogar der wichtigste.“
Kais Herz hämmerte gegen seine Rippen. Er hatte mit Widerstand gerechnet, mit Logik oder gar mit Vorwürfen, aber nicht mit dieser bedingungslosen Hingabe. Die Last, die er seit dem Vorabend mit sich herumgetragen hatte... die Angst, sie durch seine Ehrlichkeit sofort wieder zu verlieren... fiel mit einem Schlag von ihm ab.
Er wartete nicht auf weitere Erklärungen. Kai neigte den Kopf und zog sie an sich, während seine Lippen die ihren in einem tiefen, fast schon ehrfürchtigen Kuss beanspruchten. Es war kein Sturm der fordernden Leidenschaft wie unter den Duschen von Tachibey Industries, sondern eine wortlose, intensive Verschmelzung, getragen von einer überwältigenden Dankbarkeit, die er in Worte niemals hätte fassen können. Es war sein stilles Versprechen an sie, dass er dieses Opfer niemals als selbstverständlich ansehen würde. Auch wenn er wusste, dass sie ihren Wunsch vielleicht niemals ganz im Inneren auslöschen konnte – er akzeptierte ihre Entscheidung mit jedem Herzschlag.
Als sie sich voneinander lösten, legte er seine Stirn gegen ihre. Der Duft ihres Haars und die Wärme ihrer Haut umfingen ihn wie ein schützender Kokon. Er schloss die Augen und atmete den Moment ein, während seine Daumen behutsam über ihre Wangen strichen, um die letzten Spuren der Tränen wegzuwischen.
„Lass uns einfach das Hier und Jetzt genießen, Nami“, raunte er so leise, dass es fast wie ein Gebet klang. „Nur wir beide. Alles andere... die Zukunft, das Training, die Sorgen... das lassen wir für einen Moment draußen vor der Tür.“
Nami nickte leicht gegen seine Stirn und schloss ebenfalls die Augen. In der Stille ihres Zimmers, während unten im Haus noch das ferne Lachen ihrer Familie über das neue Leben zu hören war, fanden sie ihren eigenen, privaten Frieden.
Es war ein zerbrechliches Glück, gebaut auf einem schmerzhaften Kompromiss, doch in diesem Augenblick war es das Einzige, was für sie beide zählte.