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Seht her

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Seht her

Das rhythmische, beharrliche Piepsen ihres Handyweckers schnitt wie eine scharfe Klinge durch die dichten Nebel eines traumlosen, tiefen Schlafes. Nami blinzelte benommen. Die warme Septembersonne, die bereits kräftig durch die riesigen Fensterfronten des Penthouses drückte, kitzelte sanft auf ihren Lidern und tauchte das Schlafzimmer in ein helles, fast schon unwirkliches Licht. Es war ein wunderschöner Montagmorgen, doch für einen Moment fühlte es sich an, als befände sie sich noch immer in einem jener Träume, aus denen man eigentlich nicht erwachen wollte.

Suchend glitt ihre Hand über das Laken neben sich, während sie den Kopf zur Seite drehte. Doch die Stelle, an der Kai gelegen hatte, war leer. Die Kissen waren noch leicht eingedrückt, aber die Laken fühlten sich bereits kühl an. Ein leises Seufzen entwich ihren Lippen; eine Spur von Enttäuschung mischte sich in ihre morgendliche Schläfrigkeit. Sie hätte sich gerne noch einmal an ihn geschmiegt, seinen Geruch eingeatmet und die Sicherheit seiner Nähe gespürt, bevor der Alltag sie wieder einholte.

Als sie sich genüsslich streckte, um die letzte Müdigkeit aus ihren Gliedern zu vertreiben, bemerkte sie, dass sie immer noch nackt war. Mit einem plötzlichen, wohligen Schauer durchfuhren sie die Szenen des letzten Abends. Die Erinnerungen an die Couch, an Kais raue Stimme an ihrem Ohr und die schiere, archaische Wucht seiner Leidenschaft ließen ihr Blut augenblicklich wieder schneller fließen. Es war so unglaublich intensiv gewesen...eine Grenzerfahrung, die sie völlig aufgelöst zurückgelassen hatte. Nami hatte Mühe, die Puzzleteile zusammenzusetzen, wie sie schließlich von der Couch in das weiche Bett gelangt war; wahrscheinlich hatte Kai sie einfach getragen, während sie sich bereits im Grenzland zwischen Ekstase und Schlaf befunden hatte.

Ein leichtes Zittern in ihren Beinen erinnerte sie beim Aufstehen daran, dass er sein Versprechen wahrgemacht hatte: Er hatte sie aus dem Gleichgewicht gebracht, mehr als jemals zuvor.

Sie stapfte leise zu ihrem Koffer, der noch offen im Ankleidebereich lag. Nami kniete sich hin, ihre Finger strichen über den Stoff ihrer Kleidung. Sie brauchte jetzt Struktur. Sie kramte ihre frische Schuluniform hervor und wählte feine, schlichte Unterwäsche. Das Rascheln des Stoffes und das vertraute Gefühl der Uniform halfen ihr, die wilden Geister der Nacht ein wenig zu bändigen, auch wenn ihr Körper sich immer noch markiert und wohlig besessen anfühlte.

Nachdem sie sich fertig angezogen und ihr Haar gerichtet hatte, trat sie aus dem Zimmer und spazierte langsam durch den breiten, luxuriösen Flur des Penthouses. Je näher sie dem Wohnbereich kam, desto deutlicher nahmen ihre Sinne die Veränderung der Atmosphäre wahr. Ein appetitanregender Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee und krossem Speck drang ihr in die Nase...ein fast schon surrealer, häuslicher Kontrast zu der raubtierhaften Energie des Vorabends.

Sie hörte das leise Klappern von Geschirr und das Zischen einer Pfanne aus der offenen, modernen Küche. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Der unnahbare Champion, der Mann, der sie gestern fast um den Verstand gebracht hatte, stand dort wohl bereits wieder in seiner Rolle als Gastgeber. Mit jedem Schritt, den sie auf die Lichtquelle am Ende des Flurs zuging, klopfte ihr Herz ein bisschen erwartungsvoller.

„Guten Morgen ...“, sagte Kai plötzlich, während sie sich noch im Halbschatten des kleinen Torbogens hielt, der den Flur vom offenen Wohn- und Küchenbereich trennte.

Kai drehte sich zunächst nicht um. Er stand mit dem Rücken zu ihr am Herd, die Ärmel seines Hemdes locker hochgekrempelt, was den Blick auf seine muskulösen Unterarme freigab. Nami fragte sich kurz, woher er überhaupt wusste, dass sie dort stand. Sie war so leise auf ihren Socken über den hellen Boden geschlichen, dass sie sicher gewesen war, ihn überraschen zu können. Doch Kai schien Antennen für jede Bewegung in seinem Territorium zu haben.

„Morgen ...“, erwiderte sie fröhlich.

Nami löste sich aus dem Schatten, trat in die helle, sonnendurchflutete Küche und ließ sich auf einem der Barhocker am Küchentresen nieder. Von hier aus hatte sie den perfekten Blick auf ihn. Es war ein faszinierendes Bild: Der unnahbare Kai Hiwatari, wie er mit höchster Konzentration Speck und Eier in der Pfanne wendete, während das Zischen des Fetts die morgendliche Stille füllte.

„Du warst gestern so kaputt, dass du doch glatt auf der Couch eingeschlafen bist“, bemerkte er trocken.

Nun legte er den Pfannenwender beiseite und drehte sich endlich zu ihr um. Seine Augen suchten die ihren, und Nami spürte, wie ihr bei seinem intensiven Blick sofort wieder warm wurde. „... ich musste dich ins Bett tragen.“ Er hob leicht das Kinn an, ein Ausdruck, der irgendwo zwischen Stolz und einer subtilen Dominanz lag. „Entschuldige ... ich glaube, ich habe dich gestern doch etwas zu sehr gefordert.“

Nami meinte, ein leichtes, fast schon hämisches Grinsen auf seinen Lippen aufblitzen zu sehen, bevor er sich mit einer flüssigen Bewegung wieder dem Herd zuwandte. „Aber ... du hast danach geschlafen wie ein Baby.“

„OH ... ich bin echt eingeschlafen?“, murmelte sie und spürte, wie die Hitze in ihre Wangen stieg. In ihrem Kopf formte sich augenblicklich ein Bild der vergangenen Nacht. Sie sah sich selbst vor ihrem geistigen Auge: völlig nackt, die Haut noch glänzend von der Anstrengung und der Hitze ihrer Körper, komplett erschöpft in die Kissen des Sofas gesunken.

Und dann war da Kai. Sie stellte sich vor, wie er, ebenfalls nackt und gezeichnet von der Leidenschaft des Abends, aufgestanden war. Wie er sie mühelos mit seinen starken, beeindruckenden Armen hochgehoben hatte, als wäre sie federleicht. In ihrer Vorstellung sah sie, wie er mit ihr im Arm durch den spärlich beleuchteten Flur Richtung Schlafzimmer schritt...sie, zierlich und schutzbedürftig, sicher geborgen an seiner großen, imposanten und muskelbepackten Statur.

Dieses Bild brannte sich in ihre Sinne ein und hinterließ ein bittersüßes Prickeln. Er hatte sie nicht nur körperlich besiegt, er hatte sich danach auch noch mit dieser selbstverständlichen Stärke um sie gekümmert.

„Daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern“, gab sie schließlich mit einem verlegenen Lächeln zu und beobachtete, wie er den perfekt gebratenen Speck auf zwei Teller verteilte.

Sie biss sich kurz auf die Unterlippe, während ihr Blick an der Linie seines Rückens hängen blieb. Die Erinnerung an seine Hände, an die kontrollierte Gewalt seiner Bewegungen und die Art, wie er sie am Ende einfach weggetragen hatte, ließ ihren Puls augenblicklich wieder ansteigen. Sie wollte nicht, dass er dachte, er müsse sich für seine Natur rechtfertigen.

„Du hast mich gestern Abend übrigens nicht zu viel gefordert, Kai“, setzte sie leise, aber mit einer unmissverständlichen Festigkeit in der Stimme an. Sie suchte seinen Blick, als er kurz innehielt. „Ich fand es wirklich...unglaublich. Genau so, wie es war.“

Kai schmunzelte. Er legte den Pfannenwender endgültig beiseite und warf ihr einen unendlich attraktiven Blick über die Schulter zu...ein Blick, der eine gefährliche Mischung aus Selbstgefälligkeit und einer tiefen, ehrlichen Erleichterung widerspiegelte. Es war, als würde eine unsichtbare Last von seinen Schultern abfallen, jetzt, da er wusste, dass seine Intensität sie nicht vertrieben hatte.

„Das ist gut zu hören“, erwiderte er, und seine Stimme klang nun wieder ein wenig dunkler, fast schon rauchig. Er stützte sich mit einer Hand auf der Marmorplatte der Kücheninsel ab und fixierte sie. „Es ist beinahe schon surreal, wie einfach es ist... dich zum Kommen zu bringen.“

Nami spürte, wie ihr die Hitze schlagartig ins Gesicht schoss. Sein Tonfall war so sachlich und doch so voller Stolz über seine Wirkung auf sie, dass es ihr den Atem raubte. Sie wurde sichtlich rot und blinzelte verdutzt, unfähig, seiner direkten, fast schon klinischen Analyse ihrer Lust standzuhalten.

Verlegen wandte sie den Blick ab und starrte auf die gemaserte Oberfläche des Tresens, während sie versuchte, ihr Herzklopfen zu beruhigen. Es war eine Sache, diese Momente im Schutz der Dunkelheit zu erleben, aber sie so unumwunden im hellen Licht des Montagmorgens von ihm präsentiert zu bekommen, war eine völlig neue Ebene der Intimität. Sie hörte das leise Klappern der Teller, als er das Frühstück servierte, doch das Prickeln auf ihrer Haut verriet ihr, dass er genau wusste, was seine Worte in ihr ausgelöst hatten.

Die Atmosphäre am Küchentresen wandelte sich in eine behagliche Vertrautheit, während sie gemeinsam das Frühstück genossen. Der Speck war perfekt knusprig, der Kaffee stark und schwarz...genau so, wie Kai ihn bevorzugte. Kai wirkte entspannt, seine Bewegungen waren ruhig, doch in seinen Augen lag noch immer dieses wachsame Funkeln, das Nami verriet, dass er sich jedes Detail ihrer Reaktion auf den gestrigen Abend genau einprägte.

Während sie aßen, spürte Nami jedoch eine ganz andere, wohlige Aufregung in ihrer Brust aufsteigen. Es war ein Prickeln, das nichts mit der Erschöpfung der Nacht zu tun hatte. Kai hatte entschieden, sie ab heute nicht mehr nur von der Oberschule abzuholen, sondern sie auch morgens direkt dort abzusetzen.

Sie wusste, was das bedeutete. In der Welt der Elite-Schüler und der Beyblade-Fans würde seine Anwesenheit vor den Toren der Schule erneut einschlagen wie eine Bombe. Doch anstatt sich davor zu fürchten, erfüllte sie der Gedanke mit einem tiefen Stolz. Sie liebte es, an seiner Seite zu stehen, und sie wollte, dass jeder sah, dass der unnahbare Kai Hiwatari für niemanden sonst anhielt als für sie.

„Du bist heute Morgen sehr still“, bemerkte Kai und stellte seine leere Tasse ab. Er musterte sie mit hochgezogener Augenbraue, während er bereits seinen Autoschlüssel vom Tresen griff.

„Ich freue mich nur darauf, den Weg zur Schule mit dir zu teilen“, antwortete sie lächelnd und strich sich eine widerspenstige Strähne ihres silbrigen Haares hinter das Ohr.

Wenig später verließen sie gemeinsam das Penthouse. Die kühle, sterile Luft des Aufzugs begleitete sie nach unten, bis sie die Tiefgarage erreichten. In dem gedimmten Licht der Anlage wirkte Kais dunkler Wagen wie ein lauerndes Raubtier aus Chrom und Stahl. Kai öffnete ihr mit einer selbstverständlichen, fast beiläufigen Ritterlichkeit die Beifahrertür, bevor er selbst hinter dem Steuer Platz nahm.

Als der Motor mit einem tiefen, grollenden Fauchen zum Leben erwachte, lehnte Nami sich in den Ledersitz zurück. Sie genoss das vibrierende Geräusch, das durch den Wagen ging, während sie langsam die Rampe hinauf Richtung Tageslicht und Oberschule fuhren. Es war der Beginn einer neuen Woche, und an Kais Seite fühlte sie sich für alles gewappnet, was kommen mochte.

Das dumpfe Grollen des Motors bildete die Hintergrundmusik für ihr Gespräch, während der Wagen flüssig durch die Häuserschluchten glitt. Kai wirkte fokussiert, seine Gedanken waren bereits halb bei der Strategie für die kommenden Tage.

„Hör zu ... ich werde nachher ein paar alte Bücher zur Kommunikation mit Bit-Beasts durchblättern“, begann er, während er das Lenkrad sicher mit einer Hand führte. „Ich weiß genau, dass es etwas dazu gibt. Ich weiß auch, wo ich suchen muss. Ich hole dich pünktlich wieder ab. Warte einfach am Haupttor auf mich.“

Er löste die Hand vom Ganghebel und legte sie auf ihren Oberschenkel. Der Druck war fest und besitzergreifend, eine stumme Erinnerung an die Intensität der letzten Nacht. Nami spürte, wie die Wärme seiner Hand durch den Stoff ihres Schulrocks drang, und legte ihre eigene Hand direkt darüber, wobei sie ihre Finger mit seinen verschränkte.

„Okay“, antwortete sie leise und genoss den Moment der Vertrautheit.

„Außerdem werde ich versuchen herauszufinden, wer der Blader sein soll, der dieselbe Aura hat wie ich“, fuhr Kai fort, und seine Stimme wurde eine Nuance dunkler. Seine Augen verengten sich leicht, als er die Straße fixierte. „Irgendwie kommt mir das sehr seltsam vor.“

Nami sah ihn von der Seite an, die Sorge schwang in ihrem Blick mit. „Hast du eine Ahnung, wer es sein könnte?“

„Nein, keinen Schimmer ... aber es lässt mich nicht los.“ Kai schüttelte kurz den Kopf, als wollte er ein störendes Bild vertreiben. Es war selten, dass etwas seine Intuition so sehr reizte, ohne dass er sofort eine Antwort parat hatte.

Der Verkehr in Tokio war an diesem Morgen ungewöhnlich friedlich, fast so, als wollte die Stadt ihnen diesen Moment der Ruhe gönnen. Es dauerte nicht lange, bis sie das weitläufige Gelände von Namis Oberschule erreichten. Anstatt sie nur flüchtig am Rand abzusetzen, steuerte Kai den Wagen gezielt auf den Besucherparkplatz direkt vor dem Hauptgebäude.

Namis Herz raste gegen ihre Rippen, als der Motor verstummte. Sie sah bereits, wie die ersten Schülergruppen neugierig stehen blieben und tuschelten, während sie auf den dunklen Wagen starrten. Kai stieg aus, und anstatt darauf zu warten, dass sie selbst die Tür öffnete, spazierte er mit einer provozierenden Gemütlichkeit um das Auto herum.

Er öffnete ihr die Tür und bot ihr seine Hand an. Sobald sie stand, ergriff er ihre Hand und verschränkte ihre Finger fest ineinander. Er suchte nicht wie gewöhnlich nach Anonymität; im Gegenteil. Sein Blick war kühl und herausfordernd, während er sie über den Parkplatz zum Eingang begleitete. Er wollte definitiv, dass es jeder sah. Dass kein Zweifel daran bestand, wer sie war und wer hinter ihr stand. Inmitten des aufkeimenden Getuschels der Mitschüler fühlte Nami sich wie in einem schützenden Kokon...sie war Sein, und er demonstrierte es der Welt mit jeder Faser seiner imposanten Erscheinung.

Die Szene vor dem Haupttor der Oberschule glich einem Standbild aus einem Film. Das sonst so hektische Treiben der Schüler kam fast vollständig zum Erliegen, als Kai und Nami den Vorplatz betraten. Manche Mitschüler blieben wie angewurzelt stehen und machten respektvoll Platz, als würde ein Königspaar durch die Menge schreiten. Ein Raunen ging durch die Reihen, ein vielstimmiges Tuscheln, das jedoch sofort verstummte, sobald Kais kühler, undurchdringlicher Blick in ihre Nähe streifte.

Er lief vollkommen lässig, die eine Hand tief in der Hosentasche vergraben, während die andere Namis Finger fest umschlossen hielt. Seine maskuline, makellose Erscheinung und die Aura von dominanter Ruhe, die ihn umgab, ließen vor allem die Mädchen verzückt zurück. Es war, als würde eine Legende leibhaftig über ihren Schulhof spazieren.

Direkt vor dem massiven Haupttor verlangsamten sie ihre Schritte. Hier war die Grenze, die Kai als Außenstehender nicht überschreiten durfte. Nami blieb stehen und sah zu ihm auf. „Bis später ...“, setzte sie an und wollte ihm gerade einen flüchtigen, zärtlichen Kuss auf die Wange geben, doch Kai hatte andere Pläne.

Ehe sie die Lippen spitzen konnte, schnellte seine Hand hervor. Er griff fest nach ihrer Taille, zog sie mit einem fast schon besitzergreifenden Ruck nah an sich und senkte den Kopf. Er küsste sie nicht einfach...er zog sie in einen leidenschaftlichen, tiefen und quälend langen Kuss.

Es war eine Machtdemonstration vor versammelter Mannschaft. Ringsumher klappten buchstäblich die Kinnladen herunter. Ein kollektives Keuchen ging durch die Menge; einige Mädchen erröteten bis über die Ohren, während sich zwei oder drei so überrumpelt fühlten, dass sie sich beschämt die Augen zuhielten. Die jungen Männer beobachteten die Szene mit einer Mischung aus Neid und unverhohlenem Respekt vor Kais unverfrorener Direktheit.

Namis Hände ruhten wie von selbst auf seiner breiten Brust, während sie die Welt um sich herum vollkommen vergaß. Wie sehr liebte sie diesen Moment. Der Kuss war brennend heiß, fordernd und so voller Intensität, dass jedem Zuschauer klar wurde: Das hier war keine flüchtige Romanze, das war purer Besitzanspruch. Kai beherrschte diese öffentliche Schau der Zuneigung mit einer Arroganz, die nur ihm eigen war.

Als er sich schließlich langsam von ihr löste, blieb er einen Moment lang ganz nah an ihrem Gesicht. „Bis später...warte auf mich.“, hauchte er gegen ihre Lippen. Es war zwar nur ein Flüstern, doch in der unnatürlichen Stille des Schulhofs wirkte es wie ein Paukenschlag.

Namis Herz raste so wild, dass sie es in ihrer Kehle hämmern spürte. Sie musste die Lippen fest zusammenpressen und tief durchatmen, um nicht auf der Stelle in inneren Jubel auszubrechen oder vor Glück zu weinen.

Kai gönnte ihr noch einen letzten, raubtierhaft eindringlichen Blick. Dann drehte er sich wortlos um. Ohne auch nur einem einzigen der gaffenden Schüler einen Blick oder einen Funken Beachtung zu schenken, schritt er davon. Seine Gestalt strahlte eine Aura aus purer Coolness und unantastbarer Stärke aus, während er mit gleichmäßigen Schritten zurück zu seinem Wagen ging und die fassungslose Schulgemeinschaft hinter sich zurückließ.