Zeige mir, dass du immer noch hier bist...
Zeige mir, dass du immer noch hier bist...
Trigger: explizite Sexualität
Kai stieß ein langes, hörbares Seufzen aus, als das Klicken des Türschlosses die Welt da draußen endgültig aussperrte. Er blieb noch einen Moment stehen, den Rücken gegen das kühle Holz der Tür gelehnt, und starrte an die Decke. „Dein Bruder ist manchmal echt anstrengend... aber das war er schon immer. Zumindest so lange, wie ich ihn kenne“, brummte er.
Er fuhr sich mit beiden Händen energisch durch das dichte Haar, als wollte er die letzte Anspannung des Verhörs einfach wegwischen. Als er die Hände sinken ließ, fiel sein Blick auf Nami. Sie stand nur wenige Meter entfernt im sanften Licht des Flurs und lächelte ihn an...ein Lächeln, das nach all dem Chaos des Tages wie Balsam wirkte.
„So ist er eben“, erwiderte sie leise. „Aber dieses Gejammer darüber, dass er es nicht mitansehen kann, wenn du zärtlich zu mir bist... das hätte ich so nie von ihm erwartet. Er drehte ja letzte Woche schon durch, als er uns im Aufzug erwischte.“ Ein kurzes Kichern entwich ihr, das die verbliebene Schwere im Raum endgültig vertrieb.
Die Stille, die nun in der Wohnung herrschte, war nicht mehr bedrückend, sondern von einer angenehmen Vertrautheit erfüllt. Draußen glitzerten die Lichter Tokios, und drinnen schien die Zeit langsamer zu laufen, während die Zeiger der Uhr unaufhaltsam auf Mitternacht zurückten. Nami spürte einen Anflug von Wehmut; der Abend war so turbulent gewesen, dass die wertvolle Zeit zu zweit viel zu kurz gekommen war.
„Ich geh...kurz noch Zähne putzen“, verkündete sie mit einem leichten Gähnen. „Zum Duschen ist es ja leider schon zu spät.“ Sie drehte sich um und schlurfte den breiten Flur entlang Richtung Badezimmer. „Wie gerne würde ich morgen mit dir zusammen ausschlafen ...“, murmelte sie eher zu sich selbst.
Sie bemerkte nicht, wie Kai sich im selben Moment von der Tür abstieß. Seine Schritte auf dem Marmor waren lautlos, wie die eines Raubtiers, das seine Beute fixiert hat.
~Sie braucht Ruhe und Nähe ...~, hämmerte es in Kais Kopf. Er zwang sich zur Beherrschung, unterdrückte den fast schmerzhaften Drang, sie mitten im Flur herumzureißen und gegen die Wand zu drücken. Er redete sich ein, dass sie nach diesem traumatischen Tag Trost und sanfte Geborgenheit brauchte...keinen unersättlichen Liebhaber, der jede Beherrschung verlor.
Doch die neue, brennende Kraft in seinem Inneren machte es ihm fast unmöglich, Distanz zu wahren. Die Verschmelzung mit Dranzer hatte seine Sinne geschärft, sein Verlangen intensiviert. Jedes Mal, wenn er die Augen schloss, sah er wieder ihren schlaffen Körper in der Bibliothek, fühlte die Kälte ihres schwindenden Lebens. Dieses Bild brannte wie Feuer in seinem Gedächtnis. Er musste sie spüren...lebendig, warm, real. Und er wusste, dass Nami hinter ihrer Müdigkeit dasselbe lodernde Bedürfnis verbarg: die Bestätigung, dass sie beide noch hier waren, im Hier und Jetzt.
Nami registrierte das leise, fast unhörbare Echo seiner Schritte auf dem Marmor. Sie wollte gerade innehalten und über die Schulter blicken, doch ehe sie den Kopf auch nur ein Stück drehen konnte, spürte sie seine Hände. Groß, fest und mit einer fast besitzergreifenden Bestimmtheit schlossen sie sich um ihre Taille.
Ein energetische Schauer durchlief sie, als sie den Kopf in den Nacken legte. Kai wartete keine Sekunde; seine Lippen fanden die empfindliche Stelle an ihrem Hals und brannten sich förmlich in ihre Haut ein. Es war seltsam...alles an ihm fühlte sich vertraut an, und doch war da diese neue, überwältigende Intensität. Seine Körperwärme war nicht mehr nur warm, sie war angenehm heiß, als würde unter seiner Haut ein unlöschbares Feuer lodern. Selbst sein Duft, schien nun schwerer und berauschender im Raum zu hängen. Es war, als würde seine neue, kraftvolle Aura sie wie eine unsichtbare Welle umspülen und ihre Sinne in einen dichten Nebel hüllen.
In diesem Moment brachen die Dämme. Nami spürte, wie heiße Tränen erneut ihre Wangen hinabrollten. Die Erinnerung traf sie mit der Wucht einer Lawine: Die Stille in der Bibliothek, das fahle Licht auf seinem blassen, regungslosen Gesicht und diese riesige, dunkle Blutlache, die unaufhaltsam über die Dielen gekrochen war.
Beinahe hätte sie ihn verloren. Beinahe wäre dies alles...diese Hitze, dieser Duft, diese lebendige Kraft...für immer erloschen.
Ein Schluchzen entriss sich ihrer Kehle. Sie wollte ihn nicht nur halten; sie brauchte ihn. Sie verzehrte sich nach einer physischen Bestätigung, die so real und so fordernd war, dass sie das Bild seines Todes aus ihrem Gedächtnis brennen konnte. Sie musste spüren, dass das Herz in seiner Brust wirklich schlug.
Kai schien ihre Gedanken zu lesen, als wäre die Verbindung zwischen ihren Seelen nun vollkommen grenzenlos. Er spürte das Zittern ihres Körpers und den verzweifelten Hunger in ihrer Berührung. Er schob seine Lippen dicht an ihr Ohr und seine Stimme war nur ein tiefes, raues Flüstern, das ihre Haut zum Beben brachte.
„Es ist alles in Ordnung, Ich bin hier. Ich gehe nirgendwohin.“
Diese Worte waren der letzte Anker, den sie brauchte. Nami ließ sich vollends in seine Umarmung fallen. Die Hitze, die von ihm ausging, fühlte sich an wie ein schützender Kokon. Sie hob zitternd ihre Hand und legte sie an seine Wange, presste sein Gesicht fest gegen ihre Schläfe, als wollte sie eins mit ihm werden. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich nur noch auf den Rhythmus seines Atems und die unglaubliche Wärme, die nun das einzige war, was in ihrer Welt zählte.
Nami drehte sich in seinem festen Griff langsam um, bis sie ihm direkt gegenüberstand. Ihre Hände glitten an seiner Brust hinauf und umfassten zitternd sein Gesicht.
Seine Augen waren nicht mehr das vertraute Granatrot. Sie strahlten nun in einer tiefen, wunderschönen Rubinfarbe, als glühe tief hinter seinen Pupillen die Essenz von Dranzer selbst. Seine Gesichtszüge wirkten im harten Licht des Flurs markanter, schärfer geschnitten, als hätte die Verschmelzung jede weiche Nuance aus ihm herausgebrannt. Und da war noch etwas anderes: Ein fast schon irritierendes Gefühl der Überlegenheit in seiner Statur. Obwohl sie mit ihren 1,68 m keine kleine Frau war, musste sie sich nun deutlich mehr auf die Zehenspitzen stellen als noch am Morgen, um sein Gesicht zu erreichen. Es war, als hätte die neue Kraft seine physische Präsenz buchstäblich ausgedehnt.
Kais Atem ging stoßweise, ein unregelmäßiges, raues Geräusch in der Stille des Penthouses. Die Hitze, die von ihm ausstrahlte, war nun fast schmerzhaft intensiv. Er bewegte sich nicht, er griff nicht zu...er stand einfach nur da, die Muskeln unter seiner Haut so gespannt wie Stahlseile kurz vor dem Reißen.
Nami sah das Beben in seinen Kiefermuskeln und das dunkle Verlangen, das in seinem Blick loderte. Er wartete. Trotz der wilden, unbändigen Kraft, die nun in seinen Venen pulsierte, gehörte seine Beherrschung immer noch ihr. Er wartete darauf, dass sie die unsichtbare Grenze überschritt...dass sie ihm die stumme Erlaubnis gab, die Maske der Zurückhaltung endgültig fallen zu lassen und das Feuer zu entfesseln, das ihn von innen heraus zu verzehren drohte.
In seinen Augen lag eine einzige, ungestellte Frage, und Nami wusste, dass ein einziges Wort oder ein festerer Zug an seinem Nacken genügen würde, um den Sturm heraufzubeschwören.
„Bitte... zeige mir, dass du wirklich noch hier bist“, hauchte Nami gegen seine Lippen, ein letztes verzweifeltes Flehen gegen den Schatten des Todes, der sie den ganzen Tag verfolgt hatte.
Ihre Worte wirkten wie der finale Funke in einem hochexplosiven Gemisch. Kai kannte ihren Körper, jede Reaktion, jedes feine Zittern ihrer Haut, doch nun waren seine Sinne durch Dranzers Einfluss auf eine Weise geschärft, die jede Nuance für ihn fast greifbar machte. Er senkte den Kopf und küsste sie mit einer hungrigen, fast verzweifelten Intensität, während Nami ihre Finger tief in sein Nackenhaar krallte.
Mit einer plötzlichen, kraftvollen Bewegung packte er sie an den Oberschenkeln und drückte sie ruckartig gegen die Wand des Flurs. Nami keuchte auf, ein Laut zwischen Überraschung und tiefem Verlangen, und schlang ihre Beine instinktiv um seine Hüften. Sie seufzte erregt, als seine Lippen erneut ihren Hals fanden und seine Hitze sie wohlig umschloss. Trotz der Kleidung zwischen ihnen spürte sie bereits seine ungeheure Bereitschaft, welches ihren Puls zum Rasen brachte.
Doch die Stoffschichten waren jetzt nur noch störende Barrieren einer längst vergangenen Realität. Ohne den Kuss zu unterbrechen, trug Kai sie vom Flur ins Schlafzimmer. Er ließ sie auf die weiche Matratze sinken und entledigte sie mit fließenden, fast schon hastigen Bewegungen ihrer Kleidung. Nami lag bebend vor ihm, die Kühle der Zimmerluft im krassen Kontrast zu der Hitze, die von ihm ausging. Sekunden später hatte er sich seiner eigenen Kleidung entledigt und stand vor dem Fußende des Bettes.
Er hielt inne, die Muskeln seines Körpers wie gespannte Sehnen, während er auf sie hinabblickte. Die rubinfarbenen Augen leuchteten schwach in der Dunkelheit des Raumes wie glühende Kohlen. Sein Atem ging flach und schnell, ein raues Stoßen in der Stille.
„Ich kann....mich heute nicht beherrschen...“, flüsterte er angestrengt, seine Stimme eine dunkle Warnung vor dem Sturm, der in ihm tobte.
Nami sah zu ihm auf, ihr Blick verschwommen vor Sehnsucht, während ihr Blut in Wallung geriet. „Das brauchst du auch nicht...“, erwiderte sie mit einer Festigkeit, die keinen Zweifel ließ.
Kai überbrückte den letzten Funken Distanz zwischen ihnen, während seine Lippen ihre erneut in einem tiefen, fordernden Kuss verschlossen. Seine Zunge forderte ihre mit einer erotischen Dominanz, die Nami den Atem raubte.
Mit seinen Knien schob er ihre Schenkel bestimmt auseinander, um sich den Platz zu schaffen, den er so dringend brauchte. Seine Haut fühlte sich an wie flüssiges Feuer gegen ihre. Er hielt inne, suchte ihren Blick in der Dunkelheit...dieses brennende Rubinglas seiner Augen..., bevor er sich mit einer einzigen, kraftvollen Bewegung vollständig in ihr versenkte.
Nami jauchzte lustvoll auf, ein Laut purer, befreiender Intensität, der in einen weiteren Kuss hineinstarb. Ihr Kopf flog zurück, die weißen Wellen ergossen sich wie Seide über das Kissen, während sie ihren Rücken instinktiv durchbog. Der plötzliche, harte Kontakt erfüllte sie bis in den letzten Winkel ihres Seins und vertrieb die Kälte der letzten Stunden endgültig.
Kai vergrub sein Gesicht an ihrer Halsbeuge und biss ihr sanft, aber bestimmt in den Schulteransatz, ein instinktives Markieren, während seine Hände ihre Hüften wie Schraubstöcke packten. Er wartete nicht, bis das Zittern in ihrem Körper nachließ; er intensivierte seine Stöße sofort. Jede Bewegung war tief, dominant und von einer neuen, fast übermenschlichen Kraft getrieben.
Nami krallte ihre Fingernägel in seinen Rücken, während ihr Atem zu einem abgehakten Schluchzen wurde. Die Rhythmen ihrer Körper verschmolzen zu einer Einheit aus Hitze und Reibung, die alles andere...die Sorgen, die Kämpfe und den Tod...in der Schwärze der Nacht verglühen ließ.
Namis Erregung schwoll mit jedem wuchtigen Stoß und jedem gierigen Kuss zu einer unkontrollierbaren Welle an. Es war nicht mehr das vertraute Liebesspiel der vergangenen Tage; Kais Bewegungen besaßen eine neue, fast archaische Tiefe. Jeder Stoß war geprägt von diesem verzweifelten Hunger, sich in ihr zu verlieren, ihre Existenz mit jeder Faser seines Seins zu spüren und den kalten Schatten des Todes endgültig zu vertreiben.
Nami streckte den Nacken durch, die Sehnen an ihrem Hals traten unter der zarten Haut hervor, während sich ihre gesamte Muskulatur unter der herannahenden Ekstase anspannte. Der Orgasmus kündigte sich mit einem heftigen Pulsieren in ihrem Inneren an, ein süßer Schmerz, der sie fast um den Verstand brachte.
Kai bemerkte die Veränderung in ihrem Körper sofort. Seine geschärften Sinne registrierten das Zittern ihrer Oberschenkel und das flache, stoßweise Keuchen ihrer Lungen. Ohne zu zögern, steigerte er den Rhythmus, wurde schneller, fordernder, bis das Bettgestell unter der Wucht ihrer Körper rhythmisch gegen die Wand schlug. Er vergrub sein Gesicht tief in ihrer Halsbeuge, sog ihren Duft ein, als wäre er sein einziger Sauerstoff.
„Du bist mir so unendlich wichtig....“, flüsterte er gegen ihre Haut...Worte, die wie ein Schwur klangen, rau und voller Intensität.
In diesem Moment brach der Damm. Der Orgasmus schoss wie ein gleißender Blitzschlag durch Namis gesamten Körper. Ein zittriger, langer Schrei entriss sich ihrer Kehle und hallte durch das dunkle Schlafzimmer, während sie ihre Fingernägel tief in die harten Muskeln seines Rückens grub. Die Welt um sie herum löste sich in pures Licht und Hitze auf.
Doch die emotionale Überlastung des Tages forderte nun ihren Tribut. Der Schrei der Ekstase kippte unvermittelt um; er wurde leiser, brüchiger und ging schließlich in ein abgehacktes, völlig überfordertes Schluchzen über.
Kai spürte, wie Nami unter ihm erzitterte, und in diesem Moment der vollkommenen Hingabe gab er seinem eigenen Verlangen nach. Mit einem letzten, tiefen Stoß kam er in ihr, während sein gesamter Körper unter der Entladung bebte. Er umschlang ihre Taille mit seinen Armen und hielt sie mit einer fast schmerzhaften Intensität fest, als wolle er ihre beiden Seelen für immer miteinander verschmelzen, um sicherzugehen, dass kein Raum mehr für die Dunkelheit des Tages blieb.
Nami zitterte am ganzen Körper, während die Tränen nun ungehindert flossen, befreit von der Last des Horrors, den sie heute durchlebt hatte. Sie hielt ihn ebenfalls fest, so fest sie konnte, als würde sie ihn nie wieder loslassen.
Einige Sekunden lang herrschte nur das schwere, synchrone Atmen der beiden in der Dunkelheit. Dann hob Kai langsam sein Gesicht. Die rubinfarbene Glut in seinen Augen war nun weicher, ein glimmendes Feuer der Geborgenheit. Er sah in ihr tränenüberströmtes Gesicht, sah das Schluchzen, das ihre Brust noch immer in unregelmäßigen Abständen erschütterte, und senkte den Kopf.
Mit einem tiefen, zärtlichen und unendlich langen Kuss erstickte er ihre Tränen und das verzweifelte Weinen. Es war ein Kuss, der alles heilte...ein stummes Versprechen, das tiefer ging als jedes Wort. Er kostete das Salz ihrer Tränen und die Wärme ihrer Lippen, bis ihr Körper in seinen Armen endlich ruhiger wurde.
Als er sich schließlich sacht von ihr löste, legte er seine Stirn gegen ihre. Seine Haut war noch immer glühend heiß, ein lebendiges Zeugnis seiner Existenz.
„Ich bin da“, flüsterte er heiser, und sein Atem vermischte sich mit ihrem. „Ich bin genau hier, Nami.“
Nami schlang ihre Arme noch fester um seinen Nacken, als wolle sie ihn nie wieder der Welt da draußen überlassen. „Ich habe es gespürt...“, flüsterte sie mit brüchiger, von den Tränen rauer Stimme zurück. Sie suchte seinen Blick, um die Gewissheit seiner Anwesenheit tief in sich aufzusaugen. „Ich brauche dich so sehr...“
Nami schniefte leise und wischte sich mit dem Handrücken über die nassen Wangen, während sie versuchte, ihren unregelmäßigen Atem zu beruhigen. Sie sah zu ihm auf, die Augen noch immer gläsern von den Tränen, die nun langsam versiegten.
„Ich weine nur...weil...das heute einfach... zu viel war...ich hätte dich beinahe verloren.“, flüsterte sie brüchig. Sie legte ihre Handflächen an seine heißen Wangen und strich mit den Daumen über seine markanten Gesichtszüge. „Du... du hast mir nicht weh getan, Kai. Ich liebe diese Seite an dir. Diese...Intensität.“
Ein sanftes, beinahe wissendes Schmunzeln stahl sich auf Kais Lippen. Er genoss die Berührung ihrer kühlen Finger auf seiner glühenden Haut und legte seine Hände schützend über ihre. Die rubinfarbene Glut in seinen Augen leuchtete ruhig und beständig, während er sie mit einer Intensität musterte, die ihr bis ins Innerste blickte.
„Ich weiß“, erwiderte er mit einer tiefen, rauen Stimme, die keinerlei Zweifel zuließ. Er senkte den Kopf ein Stück, sodass sich ihre Nasenspitzen fast berührten. „Glaub mir,...ich kann deinen Körper mittlerweile lesen wie ein offenes Buch. Jedes Zittern, jeder Herzschlag, jede Nuance deiner Atmung...ich spüre genau, was du fühlst.“
Er machte eine kurze Pause, und sein Blick wurde einen Moment lang ernst, fast feierlich. „Ich weiß, dass ich dir nicht weh getan habe. Sonst hätte ich aufgehört...in genau dem Moment, in dem ich es bemerkt hätte. Niemals würde ich zulassen, dass du unter mir leidest.“
Er strich ihr eine letzte feuchte Strähne aus dem Gesicht und küsste sie zärtlich auf die Stirn.
Nami vergrub ihr Gesicht an seiner Halsbeuge, während ihr Körper allmählich zur Ruhe kam, auch wenn ihre Stimme noch immer von den Nachwehen der Tränen gezeichnet war. „Ich bin einfach so unendlich froh, dass du noch da bist“, flüsterte sie, und ihre Finger klammerten sich fest in seine Schultern. „Es tut mir leid... dass ich gerade so emotional bin. Aber ich hatte einfach solche unglaubliche Angst um dich. Diese Bilder in meinem Kopf... sie wollten einfach nicht verschwinden.“
Kai verstand ihre Furcht besser, als er es in Worte fassen konnte; schließlich war er es, der die Kälte des Jenseits für einen Moment gespürt hatte. Er nickte ihr langsam und beruhigend zu.
„Es ist in Ordnung...entschuldige dich bitte nicht dafür...“, sagte er mit seiner tiefen, festen Stimme, die ihr in diesem Moment mehr Sicherheit gab als alles andere. „Ich weiß, dass das, was heute passiert ist... schwer zu ertragen war. Für uns beide.“
Mit einer langsamen, achtsamen Bewegung zog er sich aus ihr zurück. Nami spürte kurz die kühle Zimmerluft, doch bevor das Gefühl der Leere überhaupt Raum greifen konnte, legte er sich neben sie. Mit einem kräftigen Arm zog er sie eng an seine warme Seite, sodass ihr Kopf auf seiner Brust ruhte.
Dort, wo zuvor die tödliche Wunde gewesen war, spürte Nami nun nur noch die feste, glatte Haut. Sie glaubte es nun entgültig...
~Er lebt. Er ist hier~
Kai umschlang sie fest, legte sein Kinn auf ihren Kopf und atmete den Duft ihres Haares ein. In der Stille des Zimmers, eingehüllt in seine fast schon übernatürliche Körperhitze, fühlte Nami zum ersten Mal seit den schrecklichen Ereignissen im Ayame-Anwesen, wie die dunkle Kälte der Angst endlich aus ihren Gliedern wich. Sie waren in Sicherheit.
Das goldene Licht des frühen Vormittags flutete durch die hohen Fenster des Penthouses und tauchte das Schlafzimmer in einen warmen Glanz. Nami blinzelte verschlafen, während ihre Sinne langsam erwachten. Das Erste, was sie wahrnahm, war diese beständige, fast glühende Hitze, die von dem Körper neben ihr ausging... ein lebendiger Schutzwall gegen die Welt da draußen. Sie sog seinen unvergleichlichen Duft mit einem tiefen, wohligen Atemzug ein, als wollte sie jede Faser ihrer Lungen mit der Gewissheit seiner Anwesenheit füllen.
Als sie die Augen vollständig öffnete, blickte sie direkt in das tiefe Rubinfarben seiner Augen. Kai war bereits wach; er schien sie schon eine Weile beobachtet zu haben. Sein Gesicht blieb gewohnt maskenhaft, kein Muskel zuckte, doch in seinem Blick lag eine ungewohnte, tiefe Ruhe und eine stille Zufriedenheit, die Nami ein Gefühl von vollkommenem Frieden schenkte.
Ein zartes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Er hob langsam die Hand und strich ihr mit den Fingerspitzen eine silbrig-weiße Strähne aus dem Gesicht, eine Geste von so viel behutsamer Zärtlichkeit, dass es Nami das Herz wärmte.
„Guten Morgen ...“, murmelte er. Seine Stimme war tief und rau vom Schlaf, ein angenehmes Grollen, das in der Stille des Raumes fast physisch spürbar war.
„Morgen ...“, hauchte Nami zurück.
Sie fühlte sich so unglaublich leicht. Die ganze Nacht hatte sie in seinem festen Griff verbracht, sicher umschlossen von seinen Armen, als hätte er sie selbst im Schlaf nicht loslassen wollen. Ein wunderbar ruhiger Schlaf...keine Albträume, kein Blut, nur seine Nähe.
Geistesabwesend fuhr sie mit der Fingerspitze die harten Konturen seines Oberarms nach, spürte die Kraft unter der glatten Haut. In ihrem wohligen Dämmerzustand bemerkte sie gar nicht, wie ihr Körper instinktiv auf seine Nähe reagierte; ganz automatisch drückten sich ihre Hüften nach vorne, suchten den Kontakt zu seiner festen Gestalt, als gäbe es kein Zurück mehr in die Distanz.
~Merkt sie eigentlich, was sie da macht?~
Der Gedanke blitzte in Kais Kopf auf, während er jede ihrer Reaktionen genau registrierte. Er analysierte ihren Körper mit absoluter Präzision...das leichte Beschleunigen ihres Pulses an ihrem Hals, die Art, wie ihre Haut auf die Reibung reagierte. Trotz seiner äußeren Beherrschung spürte er, wie die Hitze Dranzers in seinem Inneren sofort wieder aufflammte, getriggert durch ihre unbewusste Suche nach seiner Nähe.
Kai schlang seinen Arm fester um ihren Rücken und zog sie ohne ein Wort in einen tiefen, besitzergreifenden Kuss. Er schmeckte den Morgen auf ihren Lippen, doch was als sanfte Begrüßung begann, entfachte augenblicklich wieder das lodernde Feuer der vergangenen Nacht. Als er sich schließlich zentimeterweise von ihr löste, blieb Nami keuchend zurück. Ihr Atem ging schnell und flach, und ihre Brust hob und senkte sich in einem unregelmäßigen Rhythmus gegen seine.
Er sah in ihr Gesicht und hielt inne. Ihr Blick war glasig, die türkisfarbenen Augen wirkten wie in weitem Nebel verloren, und ihr ganzer Ausdruck schien nach mehr zu flehen...nach einer Fortsetzung, die keinen Raum für Atempausen ließ. Kai beobachtete sie messerscharf. Er wusste, dass Nami seit ihres ersten Kusses eine starke körperliche Anziehung zu ihm entwickelt hatte und leicht zu entflammen war, aber das hier war anders. Es war intensiver, fast schon zwanghaft. Sie wirkte, als stünde sie unter dem Einfluss einer Droge, die jede Hemmung und jede Vernunft weggespült hatte.
Bevor er die Situation rational analysieren konnte, spürte er, wie sie ihre Hüften mit einer beinahe verzweifelten Kraft gegen seine drückte. Sie krallte ihre Finger in seine Schultern und versuchte mit einer unbändigen Gier, ihn erneut in einen Kuss zu ziehen, unfähig, auch nur einen Millimeter Distanz zu ertragen.
~Was ... ist los?~
Ein kurzes Gefühl der Verwirrung durchzuckte ihn. War es das Trauma von gestern? Oder war es seine Verschmelzung mit Dranzer, die ein Echo in ihr hinterlassen hatte, das nun nach seiner Hitze verlangte wie eine verdurstende Pflanze nach Wasser? Er verstand es nicht gänzlich, doch er spürte ihre Notlage. Sie schien diese Nähe nicht nur zu wollen...sie brauchte sie physisch, um nicht auseinanderzufallen.
Er gab ihrem Drängen nach, rollte sich über sie und begrub ihr erneutes Flehen unter seinen Lippen. Wenn die Welt da draußen sie gestern fast zerstört hatte, dann würde er heute Morgen dafür sorgen, dass sie sich in seiner Hitze wieder ganz fühlte, egal wie unerklärlich dieses neue, wilde Verlangen auch sein mochte.
„Bitte... hör nicht auf... ich will dich so sehr“, flehte Nami mit einer Stimme, die kaum mehr als ein heiseres Brechen war. Ihre Augen suchten die seinen, doch sie schienen hindurchzusehen, fixiert auf ein Verlangen, das tiefer saß als alles, was sie bisher gekannt hatten.
„Gib mir alles... bitte, Kai... zeig es mir noch mal.“
Kai harrte über ihr aus, die Arme gestützt, während sein Körper bereits auf ihr Drängen reagierte. Er spürte es nun deutlich: Es war nicht nur ihr Körper, der nach ihm verlangte; es war ihre gesamte Aura, die wie ein loderndes Signal nach seiner Hitze schrie.
Sein Blick huschte kurz zur Seite. Der digitale Wecker auf dem Nachttisch leuchtete unerbittlich: Sie hatte kaum noch eine Stunde, bis sie in der Oberschule sein musste. Momoko und die anderen würden Fragen stellen, wenn sie nicht auftauchte.
Doch Nami ließ ihm keine Zeit für vernünftige Erwägungen. Sie krallte ihre Finger in seinen Nacken, zog ihn mit einer Kraft zu sich hinunter, die ihn überraschte, und wimmerte leise gegen seine Lippen. „Ich will dich spüren...jetzt...immer und immer wieder ... lass mich nicht allein ...“
Die Verzweiflung in ihrem Wimmern ließ Kais letzte Bedenken verdampfen. Er sah das wilde Funkeln in ihren Augen und die leichte Röte, die sich über ihr Dekolleté ausbreitete...ein Zeichen der absoluten Erregung, die durch seine bloße Anwesenheit gespeist wurde.
„Du hast keine Ahnung, worum du mich da bittest“, knurrte er heiser, während er ihre Handgelenke packte und sie über ihrem Kopf im Kissen fixierte. Sein rubinfarbener Blick bohrte sich besitzergreifend in ihren. „Aber wenn du das willst...dann bekommst du es auch. Ganz oder gar nicht.“
Er gab dem Drang nach, den Takt vorzugeben, schob ihre Schenkel auseinander und versenkte sich erneut in ihr, während Nami den Kopf zurückwarf und einen langen, bebenden Laut der Erlösung ausstieß.
Zwei Stunden später war das Zimmer von einer schweren, fast greifbaren Hitze erfüllt. Nami lag vollkommen erschöpft auf den Laken, die von Schweiß und dem Zeugnis ihrer Leidenschaft gezeichnet waren. Ihr Körper bebte noch immer in unregelmäßigen Abständen, während sie schluchzend nach Luft rang. Jeder Atemzug war ein Kampf, ihre Brust hob und senkte sich hastig, und ihre Haut glühte in einem tiefen, fiebrigen Rosa.
Kai verharrte über ihr, die Arme links und rechts von ihrem Kopf auf die Matratze gestützt. Sein eigener Oberkörper war von einem feinen Schweißfilm überzogen, der im einfallenden Sonnenlicht glänzte. Er bewegte sich nicht, sondern musterte sie einfach nur mit einem Blick, der zwischen analytischer Beobachtung und einer tiefen, dunklen Zufriedenheit schwankte. Die letzten Stunden hatte sie ihn jedes Mal angefleht weiterzumachen...nicht aufzuhören.
Er war überrascht...ein Gefühl, das er selten zuließ. Er hatte nach dem fünften Mal aufgehört zu zählen. Normalerweise wäre sie sicher nach einer solchen Nacht und einem solchen Morgen an ihre körperlichen Grenzen gestoßen, doch heute schien ihr Verlangen eine bodenlose Tiefe zu besitzen.
Seine geschärften Sinne nahmen das Pulsieren ihrer Aura wahr. Es war jetzt vollkommen klar: Irgendetwas beeinflusste Namis Empfinden massiv. Es war, als hätte die gestrige Rückkehr aus der Dunkelheit einen Schalter umgelegt. Sie reagierte auf ihn wie eine Süchtige auf ihren Stoff...jede Berührung, jeder Stoß schien nicht etwa ihren Hunger zu stillen, sondern ihn nur noch weiter anzufachen.
Kai sah auf das zerzauste, silbrig-weiße Haar, das sich wirr auf dem Kissen verteilte, und auf ihren glasigen Blick, der langsam wieder an Schärfe gewann. Er spürte die absolute Macht, die er über sie besaß, aber auch die Verantwortung. Dranzers Hitze in ihm schnurrte zufrieden wie ein sattes Raubtier. Er wusste, dass sie die Schule längst verpasst hatte, aber in diesem Moment, während er ihr beim Atmen zusah, war das das Unwichtigste auf der Welt.
Die glasige Trübung in ihren Augen wich einem klaren, wenn auch zutiefst erschöpften Blick. Sie blinzelte mehrmals, als müsste sie die Realität erst wieder scharfstellen, und sah zu Kai auf, der noch immer mit einer unerschütterlichen Ruhe über ihr thronte.
„Ich...ich konnte vorhin kaum klar denken“, krächzte sie mit einer Stimme, die vom vielen Keuchen und Schreien völlig rau war. „Diese Erregung...sie war einfach überall. Aber jetzt geht es wieder...glaube ich.“ Sie versuchte, ein schwaches Lächeln aufzubringen, und schaute sich verwirrt im Zimmer um, während ihr Blick schließlich an Kai hängen blieb. „Wie lange haben wir eigentlich...?“
„Zwei Stunden“, unterbrach Kai sie trocken. Er verzog keine Miene, doch in seinen rubinfarbenen Augen blitzte ein belustigtes Schmunzeln auf, das seine tiefe Zufriedenheit verriet.
Nami schreckte hoch, als hätte sie einen elektrischen Schlag bekommen.
„Zwei...Stunden?!“, starrte sie ihn entgeistert an. Die Panik über die verpasste Zeit schoss ihr in die Glieder. „Kai, die Schule! Ich muss...“
Hektisch versuchte sie, sich aus dem Bett zu hieven, die Laken wegstoßend, um irgendwie auf die Beine zu kommen. Doch kaum hatten ihre Füße den festen Boden berührt und sie versuchte, ihr Gewicht zu verlagern, gaben ihre Muskeln den Dienst auf. Mit einem unterdrückten Aufschrei sackte sie direkt neben dem Bett auf die Knie.
Ihre Beine zitterten unermüdlich, ein feines, unkontrollierbares Beben, das bis in ihre Hüften ausstrahlte. Es war, als bestünden ihre Muskeln nur noch aus weichem Wachs. Sie krallte ihre Finger in die Matratze und versuchte verbissen, sich wieder hochzustemmen, doch ihre Knie versagten ihr kläglich den Gehorsam. Jedes Mal, wenn sie glaubte, wieder Standfestigkeit zu finden, knickte sie einfach wieder ein.
„Es...es klappt nicht“, stieß sie fassungslos hervor, während sie völlig entkräftet auf dem Boden knien blieb und ihren zitternden Körper an den Bettrand lehnte. Die Intensität des Morgens hatte ihren Tribut gefordert ... sie war physisch am Ende ihrer Kräfte, während Kai dort oben saß, als hätte er lediglich einen entspannten Morgenspaziergang hinter sich.
Gerade als Nami dachte, die Erschöpfung hätte gesiegt, spürte sie es erneut: Ein tiefes, pulsierendes Pochen, das von ihrer Mitte ausging und wie eine glühende Lawine durch ihren Körper raste. Die Hitze war nicht weg...sie hatte nur kurz Anlauf genommen. Ihr Atem, der sich gerade erst beruhigt hatte, wurde augenblicklich wieder flach und stoßweise.
Kai, der bereits dabei war, sich aufzurichten, hielt mitten in der Bewegung inne. Seine Augen weiteten sich vor echtem Erstaunen, als er beobachtete, wie Nami...noch immer zitternd auf den Knien am Boden...ihre Hand fast instinktiv zwischen ihre Beine führte. Der flehende, fast schon schmerzverzerrte Blick, den sie ihm aus ihren weiten, dunklen Pupillen zuwarf, sprach Bände.
~Was zum ...?~ Der Gedanke hämmerte gegen seine Schläfen. So etwas hatte er noch nie erlebt. Es war, als würde ihr Körper gegen jede logische Grenze der Biologie rebellieren. Ihre Aura flackerte in einem unruhigen, fast elektrischen Türkis, das förmlich nach seiner rubinfarbenen Hitze griff.
„Nami...was ist los?“, fragte er, und seine Stimme hatte ihren trockenen Tonfall verloren. Sie klang nun belegt, rau und voller Besorgnis, während er sich zu ihr hinunterbeugte.
Nami stieß ein langes, bebendes Seufzen aus und legte den Kopf in den Nacken, um zu ihm aufzusehen. „Ich weiß es nicht ...“, hauchte sie, und eine Träne der Überforderung stahl sich aus ihrem Augenwinkel. „Es hört nicht auf, Kai...“
Kais Nähe war wie ein Magnet, der unaufhörlich nach seinem Gegenstück suchte, unfähig, die Anziehung zu unterbrechen. Er spürte, wie sich sein eigener Puls als Reaktion auf ihre Notlage wieder beschleunigte. Er griff nach ihren Handgelenken, zog sie sanft, aber bestimmt vom Boden hoch und zurück in die Kissen, während er tief in ihr glühendes Gesicht sah. Die Welt da draußen war nun endgültig vergessen.
In seinem Inneren tobte ein heftiger Kampf. Seine Beherrschung, die sonst wie eine Festung war, wankte unter dem Ansturm ihres Flehens erneut. Er spürte das Pochen in seinen eigenen Schläfen, das Verlangen, sich einfach wieder in ihr zu verlieren, doch ein warnender Instinkt hielt ihn zurück. Er hatte ernsthafte Sorge, dass ihr Körper dieser Belastung nicht länger standhalten würde. Fünfmal...und sie zitterte bereits so stark, dass sie nicht einmal mehr stehen konnte.
„Nami, warte...“, presste er hervor, doch seine Worte verhallten ungehört.
Sie wand sich unter ihm auf der Matratze, die Hüften in einer rastlosen, suchenden Bewegung. Ein wimmerndes Geräusch entriss sich ihrer Kehle, ein Laut, der so voller Lust und gleichzeitig so verzweifelt war, dass es Kai durch Mark und Bein ging. Die Erregung, die durch ihren Körper raste, wirkte nun fast schmerzhaft, wie eine Überladung, die kein Ventil fand.
~Was soll ich tun?~
Die Frage hämmerte in seinem Kopf. Wenn er weitermachte, riskierte er ihren physischen Zusammenbruch. Wenn er aufhörte, ließ er sie in diesem unerträglichen Zustand der Qual zurück. Er wusste nicht, wie lange dieser Zustand anhalten würde.
Schließlich gab er nach, doch es war eine kalkulierte Kapitulation. Er würde nicht einfach nur blind seinem Trieb folgen. Er schob sich wieder über sie, fixierte ihre zitternden Hände neben ihrem Kopf und beobachtete jede kleinste Regung in ihrem Gesicht, jede Nuance ihres Atems und das flatternde Pulsieren an ihrem Hals. Er würde sich voll und ganz auf seine geschärften Sinne verlassen. Er würde ihr geben, wonach sie schrie, aber er würde über sie wachen wie ein Raubtier über seine Gefährtin...bereit, in jeder Millisekunde abzubrechen, sollte ihr Herzschlag zu schnell oder ihr Schluchzen zu schwach werden.
„Ich habe dich...“, flüsterte er heiser gegen ihre Stirn, während er die Distanz erneut überwand. Sie brauchte ihn...nicht nur als Liebhaber, sondern als unumstößlichen Anker in diesem Sturm, den sie beide heraufbeschworen hatten. Er spürte, wie sie unter seiner Berührung fast augenblicklich aufseufzte, und er versenkte sich in ihr, fest entschlossen, sie sicher durch diesen Rausch zu führen.
Dreißig Minuten später war die Luft im Zimmer von einer fast greifbaren Intensität geschwängert. Nami lag auf dem Bauch, den Rücken in einem extremen Bogen durchgedrückt, das Gesäß leicht nach oben gereckt, während sie sich mit letzter Kraft auf ihren Unterarmen abstützte.
Kai kniete über ihr, seine Arme wie unerschütterliche Säulen links und rechts neben den ihren in das bereits vollkommen zerwühlte Laken gepresst. Er stieß hart und in einem unerbittlichen, rhythmischen Takt in sie, wobei jeder Aufprall ein trockenes Klatschen in der Stille des Raumes verursachte. Bei jedem dieser tiefen Stöße entwich Nami ein lustvolles, abgehacktes Schluchzen. Sie warf den Kopf haltlos zurück, die silbrig-weißen Haare peitschten über ihren Rücken, während sie vergeblich versuchte, wieder zu Atem zu kommen.
Kais Sinne waren so scharf wie nie zuvor. Er bemerkte das verräterische Krampfen ihrer inneren Muskulatur sofort. Es war das Signal, auf das sein ganzer Körper gewartet hatte. Ohne den Rhythmus auch nur eine Millisekunde zu unterbrechen, beschleunigte er seine Stöße ein letztes Mal, trieb sie und sich selbst über die letzte Grenze hinaus. Er neigte den Kopf tief nach vorn und grub seine Zähne in ihren Halsansatz...ein besitzergreifender Biss, der ihren ekstatischen Zustand besiegelte.
Nami stöhnte unter dem plötzlichen Schmerzreiz und der überwältigenden Fülle tief auf, ehe ein langer, zittriger Schrei ihre Kehle verließ. Ihr gesamter Körper begann unkontrolliert zu zucken und zu beben, während ihre Sicht endgültig in einem weißen Rauschen verschwamm.
Es war der achte Orgasmus innerhalb von nur drei Stunden. Als die Wellen der Lust langsam verebbten, blieb nichts als eine bleierne, alles verzehrende Schwere. Namis Arme gaben nach, und sie sank erschlafft in die Kissen. Ihr Körper war am Ende, vollkommen verausgabt und leergesaugt von einer Intensität, die weit über das Menschliche hinausging. Sie spürte nur noch Kais schwere, heiße Last auf ihrem Rücken und das heftige Pochen ihres eigenen Herzens, das wie ein Echo der vergangenen Stunden in ihren Ohren dröhnte.
Ihr Atem war nur noch ein flaches, unregelmäßiges Jagen, das sich einfach nicht beruhigen wollte, selbst als Kai sich schließlich schwerfällig aus ihr zurückzog. Das Zimmer war erfüllt von der drückenden Hitze ihrer beider Körper. Kai blieb einen Moment auf seinen Knien verharren, die Brust hob und senkte sich ebenso heftig, während er mit düsterer Intensität beobachtete, wie Nami unter ihm kaum zur Ruhe kam. Ihr Körper bebte in feinen, unkontrollierbaren Schüben nach, als stünde sie immer noch unter Strom.
Vorsichtig, fast schon behutsam, griff er nach ihren Schultern und drehte sie langsam auf den Rücken, um in ihr Gesicht sehen zu können. Er musste wissen, ob sie wirklich noch bei ihm war.
Nami kniff die Augen fest zu, und ein langes, zittriges Seufzen entriss sich ihrer Kehle, als ein letztes, heftiges Nachbeben wie ein elektrischer Schlag durch ihren Unterleib zuckte. Ihre Finger krallten sich ein letztes Mal instinktiv in das Laken, bevor sie die Lider schwerfällig öffnete. Ihr Blick war noch immer leicht verschwommen, als sie Kais rubinfarbene Augen suchte, die sie mit einer tiefen, fast schmerzhaften Sorge musterten.
„Das... das war unglaublich...so...intensiv. Es...es hörte einfach nicht auf...“, hauchte sie so leise, dass er sich zu ihr hinunterbeugen musste, um sie zu verstehen. Ihre Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern. „Und ich...ich bin jetzt so unendlich müde, Kai...“
Ein hörbarer Laut der Erleichterung entwich Kais Lungen. Er strich ihr mit dem Daumen über die Schläfe, seine Haut noch immer glühend heiß.
„Ruh dich aus“, sagte er sanft, seine Stimme tief und beruhigend. „Schlaf jetzt einfach.“
Nami schaffte nur noch ein schwaches, kaum merkliches Nicken. Ihre Lider klappten fast wie von selbst zu, als hätte jemand den Stecker gezogen. Es dauerte nicht einmal eine Minute...ihr Atem wurde schlagartig tiefer, die Gesichtszüge entspannten sich, und sie glitt in einen tiefen, traumlosen Schlaf der absoluten Erschöpfung...