Entspannung
Entspannung
Die Minuten verstrichen, während sich das hastige Hämmern ihrer Herzen allmählich zu einem ruhigen, synchronen Takt verlangsamte. Kai bettete seinen Kopf in die Beuge ihres Halses, während Nami ihre Arme eng um seinen muskulösen Rücken schlang. Die kühle Abendluft, die durch das Penthouse strömte, bildete einen scharfen Kontrast zu der Hitze, die immer noch von ihren verschlungenen Körpern ausging.
Nami atmete tief den vertrauten Duft von Kais Haut ein. Zu ihrer eigenen Überraschung stellte sie fest, dass das nervöse, fast schmerzhafte Pochen in ihrem Inneren verschwunden war. Die überwältigende Ekstase, in die er sie getrieben hatte, schien den Hunger ihres Körpers vorerst vollständig gesättigt zu haben. Obwohl sie Kais Aura immer noch wie ein sanftes elektrisches Summen auf ihrer Haut spürte, löste es kein unkontrolliertes Verlangen mehr aus. Sie fühlte sich stattdessen einfach nur sicher, geborgen und vollkommen bei ihm angekommen.
Ein Blick auf die digitale Anzeige der Küchenuhr verriet ihr, dass es bereits 17 Uhr war. Das goldene Licht der Abendsonne tauchte das Wohnzimmer in warme Farben.
„Kai?“, flüsterte sie leise und strich mit ihren Fingerspitzen über die harten Konturen seiner Schultern.
Er hob den Kopf leicht an, seine rubinroten Augen wirkten nun ruhig und klar. „Hm?“
„Ich glaube... mein Körper hat nun entgültig kapituliert“, murmelte sie mit einem erschöpften, aber glücklichen Lächeln. „Es ist seltsam. Deine Aura ist immer noch da, ich spüre sie ganz deutlich... aber dieses quälende Gefühl von heute Morgen ist weg. Du hast es buchstäblich aus mir herausgearbeitet.“
Kai stützte sich auf seine Ellbogen und betrachtete sie schweigend. Ein winziges, fast unmerkliches Schmunzeln trat auf seine Lippen. „Das war der Plan“, gab er trocken zurück, doch das sanfte Funkeln in seinem Blick verriet seine wahre Fürsorge.
Nami kicherte leise und biss sich auf die Unterlippe, während sie an die letzten Stunden zurückdachte. Die Bilder der Dominanz, die er ausgestrahlt hatte...die Art, wie er die Führung übernommen und ihr keine Wahl gelassen hatte, als sich völlig zu verlieren...ließen ihr Herz doch wieder einen Schlag schneller gehen, allerdings auf eine angenehme Weise.
„Weißt du...“, begann sie und sah ihm fest in die Augen, „ich liebe es, wenn du so fordernd bist. Wenn du einfach bestimmst, was passiert, und mich... naja, mich so verführst, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Das ist unheimlich heiß, Kai. Es gibt mir das Gefühl, dass ich mich bei dir wirklich fallen lassen kann, egal wie stark die Einflüsse von außen sind.“
Kai sah sie einen Moment lang intensiv an, als würde er die Tiefe ihrer Ehrlichkeit abwägen. Dann neigte er den Kopf vor und gab ihr einen kurzen, festen Kuss. „Das ist gut zu wissen...auch wenn es mir bereits klar war.“, antwortete er rau. „Denn ich habe nicht vor, in nächster Zeit weniger fordernd zu sein.“
Nami lachte leise auf, doch dann knurrte ihr Magen so laut, dass es in der Stille des Raumes nicht zu überhören war. Sie errötete augenblicklich. „Ich bin zwar völlig k.o.“, gab sie zu, „aber ich glaube, ich verhungere jeden Moment. Mein Körper braucht dringend echte Energie, nicht nur übernatürliche Aura.“
„Geht mir ähnlich“, stimmte Kai zu und begann langsam, sich aufzurichten. „Bleib liegen. Ich schaue mal, was wir in der Küche finden. Nach diesem... Pensum... schulde ich dir mindestens ein anständiges Abendessen.“
Nami fühlte sich, als bestünde ihr gesamter Körper nur noch aus Licht und Wärme, während sie tief in die weichen Polster einsank. Es war ein Gefühl, als würde sie auf Wolken schweben, losgelöst von der Schwere der Welt und den Sorgen der letzten Tage. Ein langes, wohliges Seufzen entwich ihrer Kehle, und sie begann, sich ausgiebig zu strecken, wobei ihre Glieder immer noch angenehm schwer und prickelnd nachglühten.
Doch mitten in der Bewegung hielt sie inne. Aus dem Augenwinkel nahm sie wahr, dass Kai sich zwar von ihr gelöst und erhoben hatte, aber nicht sofort in Richtung Küche verschwunden war. Er stand direkt neben dem Sofa, seine muskulöse Gestalt im Halbschatten des beginnenden Abends, und hielt inne. Sein Blick war dunkel und intensiv, während er noch einmal einen Moment lang ihren nackten Körper bewunderte, der wie eine Statue aus feinstem Marmor auf dem dunklen Leder der Couch ruhte.
Nami bemerkte seinen Blick und ein warmes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Sie fühlte sich in seiner Gegenwart vollkommen sicher, selbst in dieser absoluten Nacktheit. „Kai?“, fragte sie leise mit einer Stimme, die noch immer von der vorangegangenen Leidenschaft leicht belegt war. „Hast du denn... immer noch nicht genug?“
Kai ließ seinen Blick noch einmal langsam von ihren Fesseln bis hinauf zu ihren ozeanfarbenen Augen wandern. Die Schönheit ihres schlanken, perfekt proportionierten Körpers war für ihn ein Anblick, von dem er sich nur schwer lösen konnte. Er musste sich tatsächlich eingestehen, dass sein Hunger noch nicht gänzlich gestillt war.
„Um ehrlich zu sein“, begann er mit einem gefährlichen Unterton in der Stimme, während er sich eine Strähne seines dunklen Haares aus der Stirn strich, „hätte ich sicher noch ein wenig mehr vertragen können. Schließlich warst du es, die die vielen Höhepunkte genießen durfte.“
Nami lachte laut auf, ein helles, klares Geräusch, das die verbliebene Spannung im Raum endgültig auflöste. Sie hielt es für einen Scherz, doch als sie in sein Gesicht sah, bemerkte sie den ernsten, fast raubtierhaften Glanz in seinen Augen. Er meinte es vollkommen ernst.
Ein schmunzelndes Kopfschütteln ging durch seinen Körper, als er sich schließlich mit sichtbarer Willensanstrengung losriss. „Aber zuerst das Essen“, fügte er hinzu und warf ihr einen letzten, vielsagenden Blick zu, der versprach, dass die Nacht noch lang war. „Ich will ja nicht, dass du mir vor Erschöpfung komplett umkippst, bevor wir den Abend richtig beenden.“
Mit diesen Worten drehte er sich um und steuerte die Küche an, während Nami ihm nachsah und die wohlige Wärme in ihrer Brust spürte, die weit über das körperliche Verlangen hinausging.
Sie rappte sich mühsam auf und stützte sich mit den Unterarmen auf der Rückenlehne des Sofas ab, wobei das feine Leder kühl gegen ihre erhitzte Haut drückte. Unverwandt sah sie ihm hinterher, während er mit der geschmeidigen, kraftvollen Eleganz eines Raubtiers durch das Wohnzimmer in Richtung der offenen Küche schritt. Ihr Blick blieb dabei regelrecht an seinem muskulösen Rücken hängen, an dem sich bei jedem Schritt die Muskeln unter der Haut abzeichneten, und wanderte dann unverblümt tiefer zu seinem Hintern.
Sie machte sich nicht einmal die Mühe, ihre Bewunderung zu verstecken. In diesem Moment war sie viel zu berauscht von dem Anblick, um diskret zu sein.
„Du starrst“, sagte Kai plötzlich mit seiner gewohnt trockenen Stimme. Er hatte ihr den Rücken zugekehrt und keinen Blick über die Schulter geworfen, doch er schien ihre gierigen Augen förmlich im Nacken zu spüren.
Nami lachte leise und schüttelte den Kopf, während sie sich eine Locke ihres silbrigen Haares aus dem Gesicht strich. „Schuldig im Sinne der Anklage“, gab sie unumwunden zu und ließ ihre Augen noch einen Moment länger auf ihm ruhen. „Mir gefällt einfach ebenfalls sehr, was ich da sehe. Ich finde, nach der ganzen Arbeit habe ich mir diesen Ausblick verdient.“
Kai hielt kurz inne, und Nami konnte sehen, wie sich seine Schultern bei einem unterdrückten Schmunzeln leicht hoben. Er drehte sich nicht um, doch die Aura von Dominanz und Souveränität, die er ausstrahlte, wirkte nun fast schon spielerisch. Ohne ein weiteres Wort betrat er den Küchenbereich und begann, mit geübten Griffen die ersten Zutaten hervorzuholen, während Nami sich mit einem wohligen Seufzer wieder etwas tiefer in die Polster sinken ließ, den Blick aber weiterhin fest auf den attraktiven Koch gerichtet hielt.
Nami legte den Kopf auf ihre verschränkten Arme, die immer noch auf der Sofalehne ruhten, und beobachtete, wie Kai hantierte. „Ach übrigens...“, begann sie mit einem amüsierten Unterton, „Momoko hat mir neulich etwas erzählt. Sie hat zufällig mitbekommen, wie sich eine unserer Mitschülerinnen aus der Parallelklasse über dich... nun ja, beschwert hat.“
Kai hielt in seiner Bewegung nicht inne. Er nahm ein Messer aus dem Block und begann, mit präzisen Schnitten etwas Gemüse zu zerkleinern. „So?“, fragte er lediglich mit seiner gewohnt trockenen Art, ohne den Blick von seiner Arbeit abzuwenden.
Nami konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. „Ja. Sie hat wohl erzählt, dass sie einen One-Night-Stand mit dir hatte. Und sie hat es als absoluten Albtraum beschrieben.“ Sie lachte hell auf bei der Vorstellung, während sie an die Intensität der letzten Stunden dachte, die für sie alles andere als ein Albtraum gewesen waren.
Jetzt hielt Kai doch inne. Die Klinge des Messers ruhte auf dem Schneidebrett. Er schien kurz nachzudenken, seine Stirn legte sich in tiefe Falten, während er in seinen Erinnerungen kramte. „Das muss das Mädchen gewesen sein, das mir im März in dieser Bar so auf die Pelle gerückt ist“, stellte er fest, als hätte er gerade eine unwichtige Akte in seinem Kopf einsortiert.
Nami hob überrascht die Brauen. „Du erinnerst dich tatsächlich an sie?“
Kai drehte den Kopf ein Stück zur Seite und schenkte ihr über die Schulter einen kleinen, vielsagenden Blick, der ihre Wirbelsäule erneut zum Kribbeln brachte. „Es ist nicht so schwer, sich daran zu erinnern.“, sagte er ruhig und setzte die Arbeit fort. „Du und dieses Mädchen seid die einzigen, mit denen ich in diesem Jahr überhaupt intim geworden bin. Da bleibt die Liste überschaubar.“
Nami war für einen Moment sprachlos. Sein Blick hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass der „Albtraum“ der anderen wohl eher an Kais mangelndem Interesse an einer tieferen Verbindung gelegen hatte...während er bei Nami heute Abend wie so oft bewiesen hatte, wie sehr er bereit war, sich auf sie einzulassen.
Kai legte das Messer beiseite und stützte sich mit beiden Händen auf der Arbeitsplatte ab, während er den Blick kurz ins Leere schweifen ließ. Es war offensichtlich, dass er dieser flüchtigen Begegnung bisher kaum einen Gedanken geschenkt hatte.
„Ich hatte sie ein paar Mal gesehen, als sie an der BBA vorbeiging und mich anlächelte. Sie hatte mich dann eines Abends in einer Bar erkannt und regelrecht belagert“, begann er mit einer Stimme, die vor Gleichgültigkeit fast schon unterkühlt klang. „Ich war erst seit einem Monat aus Tibet zurück und eigentlich nur dort, um mich mit Ray und Tala zu treffen. Die beiden ließen allerdings auf sich warten.“
Nami beobachtete ihn gespannt, wie er die Szene distanziert rekonstruierte.
„Tala und Ray sagten schließlich beide ab“, fuhr Kai fort, während er sich wieder dem Herd zuwandte. „Und dieses Mädchen... sie ließ einfach nicht locker. Ich war den ganzen Abend über recht abweisend, ich war unfreundlich und habe ihr mehr als deutlich signalisiert und... sogar gesagt, dass ich kein Interesse an einem Gespräch oder an ihr hatte. Aber sie interpretierte meine Kälte wohl als irgendeine Art von Herausforderung.“
Er stieß ein kurzes, trockenes Schnauben aus. „Irgendwann hatte ich genug von ihrem Gerede. Ich wollte Ruhe haben und ihr gleichzeitig klarmachen, dass sie sich falsche Vorstellungen von mir machte. Also nahm ich sie mit auf ein Hotelzimmer in der Nähe ...aber natürlich nicht, um ihr einen schönen Abend zu bereiten. Ich wollte ihr zeigen, dass es sich definitiv nicht lohnen würde, weiter für mich zu schwärmen oder mich noch einmal zu belästigen. Wie ich dir ja bereits gesagt hatte...versicherte ich mir in der Vergangenheit öfter, dass die Mädchen mit denen ich schlief, sich nicht in mich verliebten. Ich tat so einiges dafür.. “
Ein dunkler Glanz trat in seine Augen, als er kurz zu Nami zurückblickte. „Ich war dort genau der arrogante, gefühllose Bastard, für den mich die Presse ohnehin hält. Wenn sie es als Albtraum bezeichnet, hat es wohl genau die Wirkung erzielt, die ich beabsichtigt hatte: Sie hat mich danach nie wieder kontaktiert oder angesprochen.“
Nami schluckte unbewusst. Sie wusste, wie einschüchternd Kai sein konnte, wenn er beschloss, seine menschliche Seite komplett wegzusperren. Doch gleichzeitig spürte sie den gewaltigen Unterschied zu dem Mann, der sie gerade eben noch so zärtlich geküsst hatte. Für die Welt war er der unnahbare Eisberg... für sie war er das Feuer, das sie gewärmt und verzehrt hatte.
Nami legte den Kopf schief und ein amüsiertes Glitzern trat in ihre Augen, während sie die Geschichte weiterspann. „Weißt du, was das Beste daran ist?“, fragte sie lachend und beobachtete, wie Kai eine Pfanne auf den Herd stellte. „Dieses Mädchen hat Momoko doch tatsächlich völlig besorgt gefragt, ob du eigentlich nett zu mir seist. Sie schien aufrichtiges Mitleid mit mir zu haben.“
Kai zog eine Braue hoch, während er das Öl in der Pfanne schwenkte. „Nett?“, wiederholte er trocken, wobei ein kleiner Funke Ironie in seiner Stimme mitschwang.
„Ja!“, sprudelte es aus Nami heraus. „Sie war nämlich dabei, als du mich gestern morgen vor der Schule abgesetzt hast. Sie stand am Haupttor und hat alles mit angesehen... mit völlig entsetztem Blick.“
Nami biss sich grinsend auf die Unterlippe, als sie an den Moment dachte, der für so viel Gesprächsstoff gesorgt hatte. „Du hättest ihr Gesicht sehen sollen, Kai. In dem Moment, als du mich zu dir herangezogen und in diesen... unglaublich schönen Kuss gezogen hast, schien ihre ganze Weltanschauung über den 'kalten Kai Hiwatari' zusammenzubrechen. Sie sah aus, als hätte sie gerade einen Geist gesehen.“
Sie seufzte wohlig und ließ den Blick über seine starken Schultern gleiten. „Ich glaube, sie konnte einfach nicht fassen, dass der Mann, der für sie ein Albtraum war, so...leidenschaftlich sein kann. Es war ihr sichtlich unbegreiflich.“
Kai schwieg einen Moment, doch das leichte Zucken in seinem Mundwinkel verriet, dass ihm die Vorstellung gefiel. „Lass sie ruhig starren“, erwiderte er schließlich mit dieser tiefen, besitzergreifenden Stimme, ohne sich umzudrehen. „Es ist mir ziemlich egal, was sie oder der Rest der Schule denkt...solange du weißt, dass dieser Kuss nur für dich war.“
Namis Herz machte einen verräterischen kleinen Sprung, als Kais tiefe Stimme den Raum erfüllte. Diese schlichte, besitzergreifende Aufrichtigkeit traf sie jedes Mal unvorbereitet und ließ die Wärme in ihrem Inneren nur noch tiefer sinken. Es war dieses seltene Privileg, die weiche Seite des unnahbaren Kai Hiwatari zu kennen, das ihr ein Gefühl von unendlicher Kostbarkeit gab. Er dachte nicht einmal mehr darüber nach, dass diese Worte ungewohnt für ihn waren... sie kamen einfach so über seine Lippen. Denn es war die Wahrheit.
Namis Blick wanderte kurz zur digitalen Anzeige der Uhr: 17.45 Uhr. Der Abend war noch jung, doch ihr Körper fühlte sich an, als hätte sie ein ganzes Leben an Emotionen in die letzten Stunden gepackt.
„Ich hoffe wirklich sehr, dass ich morgen früh wieder halbwegs geradeaus laufen kann“, gestand sie mit einem schelmischen Grinsen und strich sich die silbrigen Haare über die Schulter. „In die Schule muss ich nämlich definitiv, sonst wird mein Pensum an gestatteten Fehltagen schneller schmelzen, als mir lieb ist. Und ich bezweifle, dass 'übernatürliche Reizüberflutung' als ärztliches Attest durchgeht.“
Sie lachte erneut, ein leichtes, befreites Geräusch, das in der modernen Küche widerhallte. In diesem Moment stellte Kai die Pfanne mit einem lauten Zischen auf die heiße Platte. Sofort stieg ein köstliches, wohliges Aroma auf, das die Sinne kitzelte und Namis Appetit endgültig anstachelte.
„Das riecht fantastisch“, seufzte sie und betrachtete ihn bewundernd über die Sofakante hinweg. „Wer hätte gedacht, dass der gefürchtete Champion nicht nur auf dem Beystadium, sondern auch am Herd so eine verdammt gute Figur macht?“
Kai reagierte nur mit einem kurzen, fast unmerklichen Schütteln des Kopfes, doch das entspannte Spiel seiner Muskeln verriet Nami, dass er ihre neckische Bewunderung sehr wohl genoss. Während das Essen in der Pfanne brutzelte, genoss sie die friedliche Intimität dieses Augenblicks...ein seltener Moment der Ruhe nach dem Sturm, der sie beide heute so tief miteinander verschmolzen hatte.
Nami wandte sich auf der Couch um und zog die Beine an ihren Körper, während sie den Blick durch die bodentiefen Panoramafenster schweifen ließ. Über Tokio breitete sich die Dämmerung aus; die Skyline verwandelte sich in ein funkelndes Meer aus unzähligen Lichtern, das in kühlem Blau und warmem Gold gegen den dunkelvioletten Abendhimmel glühte.
Ihre Gedanken wanderten unweigerlich zum kommenden Freitag. Die Finalrunden des Turniers standen kurz bevor...die Bühne, auf der nicht nur über Siege und Niederlagen im Beystadium entschieden würde. Nami fragte sich mit einem flauen, aber aufregenden Gefühl im Magen, wie es wohl sein würde mit Kai dort offiziell aufzuschlagen. Wenn Kai vor den Augen der Welt, der Kameras und der schreienden Fans unmissverständlich klarstellte, dass sie das Mädchen an seiner Seite war. Der Gedanke an die Schlagzeilen und das Getuschel der Massen war ein wenig beängstigend, doch die Vorstellung, offiziell zu ihm zu gehören, ließ ein stolzes Prickeln durch ihre Adern fließen.
„In anderen Sphären?“
Kais tiefe Stimme riss sie abrupt aus ihren Überlegungen. Sie blinzelte und sah auf, als er plötzlich neben ihr stand und ihr einen dampfenden Teller hinhielt. Das wohlige Aroma von frisch zubereitetem Fleisch und feinen Gewürzen stieg ihr in die Nase und ließ ihr sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Er beobachtete sie genau, seine Miene gewohnt ruhig, doch in seinen Zügen lag eine entspannte Zufriedenheit. „Du solltest essen, solange es heiß ist“, fügte er hinzu, während er sich mit seinem eigenen Teller auf die Kante des Couchtischs ihr gegenüber setzte. Das warme Licht der Küchenlampen spiegelte sich in seinen roten Augen, die nun wieder die ganze Aufmerksamkeit auf sie richteten und keinen Raum mehr für die Welt da draußen ließen.
Nami nahm den ersten Bissen, und die wohlige Wärme der Nahrung tat ihrem erschöpften Körper gut, doch fast augenblicklich spürte sie es wieder: Dieses vertraute, elektrische Prickeln, das tief unter ihrer Haut begann und sich wie ein lauwarmer Strom durch ihre Venen ausbreitete. Kais Aura war in der relativen Stille des gemeinsamen Essens so präsent wie ein physischer Druck im Raum.
Sie versuchte verzweifelt, sich die erneute Erregung nicht anmerken zu lassen. Um sich abzulenken, suchte sie nach einem neutralen Gesprächsthema. „Es ist immer noch so seltsam“, begann sie, während sie ihre Gabel fester umklammerte. „Zu wissen, dass meine gesamte Physis... alles, was ich bin, durch ein Bit-Beast in meinem Inneren gestärkt und geformt wird. Dass diese Kraft einfach ein Teil von mir ist.“
Kai stellte seinen leeren Teller mit einem leisen Klappern auf den Couchtisch. Er antwortete nicht sofort, sondern fixierte sie mit einem Blick, der jedes noch so kleine Detail wahrnahm...das leichte Flattern ihrer Lider, die Rötung auf ihren Wangen und die Art, wie ihr Atem unregelmäßig wurde. Er erhob sich kurz, nur um sich dann direkt neben sie zu setzen. Die plötzliche Nähe ließ die Luft zwischen ihnen förmlich knistern.
„Ich spüre Dranzers Energie so deutlich wie nie zuvor“, sagte er, und seine Stimme klang fast schon berauscht von der eigenen Stärke. „Ich fühle mich voller Kraft. Kraftvoller als jemals zuvor in meinem Leben.“ Er neigte den Kopf ein Stück. „Für dich ist dieser Zustand normal, du kennst es nicht anders. Aber für mich... ich muss mich erst noch daran gewöhnen, so viel Energie zur Verfügung zu haben. Es ist, als würde ein Feuer in mir brennen, das ständig nach Nahrung sucht.“
Nami spürte, wie ihr Atem flacher wurde, als Kai langsam die Hand hob und mit dem Rücken seiner Finger ihre Wange entlangstrich. Die Berührung war zart, aber die Intensität dahinter war überwältigend.
„Es fängt wieder an, nicht wahr?“, raunte er, während seine Fingerspitzen nun ihren Kiefer umspielten. Seine Augen leuchteten in einem dunklen, gefährlichen Rot. „Soll ich es diesmal ignorieren? Deinen flehenden Blick unbeantwortet lassen?“ Er machte eine kurze Pause, und sein Blick wanderte zu ihren Lippen, während seine Stimme zu einem tiefen Grollen herabsank. „Denn wenn du mich fragst... ich würde dich am liebsten genau jetzt packen und mit aller Macht gegen die nächste Wand drücken.“
Bei diesen Worten entwich Nami ein fassungsloses, fast schon tonloses Seufzen. Ihr Kopf sank ein Stück nach hinten und ihr Blick glitt für einen Moment völlig ins Leere, während die Welle der Erregung, befeuert durch seine dunkle Beichte, mit einer unbändigen Gewalt Besitz von ihr ergriff. Es war, als hätte er mit seiner Drohung den letzten Damm gebrochen.
Mühsam zwang sie sich, den Fokus wiederzufinden, und hob langsam den Blick zu ihm. Ihre Augen wirkten dunkel und verschleiert, während sie schwer atmend gegen das Zittern in ihrer Stimme ankämpfte. „Ich würde es nicht aushalten...“, brachte sie hervor, jedes Wort ein mühsamer Sieg über das eigene Verlangen. „Würdest du es jetzt ignorieren... nur um mir Ruhe zu gönnen... ich würde durchdrehen.“
Sie suchte seine Hand und drückte sie fast flehend gegen ihre Wange. „Ich brauche dich, Kai. Jetzt...und die ganze Nacht. Wir haben erst...18 Uhr....vielleicht....reicht die Zeit zur Regeneration bis morgenfrüh.“
Kai wartete nicht auf eine weitere Bestätigung. Er lehnte sich vor und fing ihre Lippen in einem Kuss ein, der anfangs zärtlich war, doch augenblicklich in eine tiefe, erotische Forderung umschschlug. Er schmeckte die Hingabe in ihrem Mund und spürte, wie ihr Körper unter seiner Berührung förmlich in Flammen aufging.
Als er sich nur Millimeter von ihr löste, brannte sei Blick in ihrem. „Dann sei dir im Klaren darüber, was das bedeutet“, flüsterte er so leise gegen ihre Lippen, dass es mehr wie eine Vibration als ein Geräusch wirkte. „Ich werde darauf hinarbeiten, dass du später wohlig im Bett liegst, ohne auch nur einen einzigen, wackeligen Schritt selbst gehen zu müssen. Ich werde dich regelrecht auf Händen tragen, Nami.“
Er strich mit dem Daumen über ihre geschwollene Unterlippe und sein Grinsen wurde eine Spur dunkler, während seine Aura den Raum erneut mit einer fast greifbaren Schwere füllte. „Und ich werde dein Flehen...so lange weiter erhören... bis du vor lauter Erschöpfung in meinen Armen eingeschlafen bist. Ich werde erst aufhören, wenn du keine Kraft mehr zum Atmen hast.“
Die Versprechung in seiner Stimme war so absolut und unnachgiebig, dass Nami spürte, wie ihre Beine erneut zu Wachs wurden, noch bevor er sie überhaupt erneut berührt hatte. Sie war bereit für alles, was er mit ihr vorhatte.