Countdown
Countdown
Das Abendessen im ehrwürdigen Speisesaal des Ayame-Anwesens war wie gewohnt exzellent gewesen, und im Haus begann sich jene tiefe, beruhigende Stille auszubreiten, die die alten Mauern am späten Abend immer einhüllte. Kai und Nami saßen noch einen Moment schweigend am Tisch, die angenehme Erschöpfung des Matches in den Knochen, als die schwere Holztür sich lautlos öffnete.
Graham trat mit gewohnt aufrechter, tadelloser Haltung an den Tisch, um das Geschirr abzuräumen. Seine Züge waren wie immer eine Maske aus professioneller Gelassenheit, doch als er die leeren Teller aufeinanderstapelte, glitt sein Blick kurz zu Kai und dann zu Nami.
„Ich nehme an, das Dinner war zu Ihrer vollsten Zufriedenheit“, stellte Graham mit seiner tiefen, monotonen Stimme fest. Er nahm die Gläser auf und fügte mit jener unnachahmlichen, staubtrockenen Diskretion hinzu, die ihn seit Jahrzehnten auszeichnete:
„Soll ich für den restlichen Abend noch das Teeservice im Salon vorbereiten, oder... ziehen die Herrschaften es vor, den heutigen Abend vorzeitig... und ohne weitere Störungen zu beenden?“
Nami spürte, wie ihr bei dieser subtilen, aber unmissverständlichen Andeutung augenblicklich die Hitze in die Wangen schoss. Sie senkte kurz den Blick und biss sich auf die Unterlippe, um ein ertapptes Lächeln zu verbergen.
Kai hingegen verzog keine Miene. Er legte die Serviette beiseite und fixierte den älteren Mann mit einem kühlen, absolut unbeeindruckten Blick.
„Du darfst dich für heute zurückziehen, Graham“, erklärte Kai mit einer tiefen, rauen Stimme, die keinen Raum für weitere Höflichkeiten ließ. „Wir brauchen nichts mehr für heute.“
„Sehr wohl, Master Kai. Ich habe den Ostflügel für die Nacht bereits verschlossen“, erwiderte Graham vollkommen ungerührt... ein dezenter Hinweis darauf, dass sie nun absolut allein im bewohnten Teil des Hauses waren. Er deutete eine perfekte, minimalistische Verbeugung an und schritt mit dem Geschirr ebenso lautlos wieder aus dem Saal, wie er hineingekommen war.
Kai erhob sich langsam von seinem Stuhl, hob die Arme und streckte sich ausgiebig, wobei das Holz seines Stuhls leise auf dem Boden knarrte. Ein mattes Seufzen entwich seiner Kehle.
„Ich gehe duschen“, sagte er mit seiner tiefen, rauen Stimme und strich sich mit einer Hand durch die dunklen Haare.
„Ich bin vom Match noch etwas verschwitzt.“
Er wollte gerade den ersten Schritt in Richtung Flur machen, als er abrupt gestoppt wurde. Nami, die noch am Tisch saß, verzog das Gesicht zu einem süßen, fast schon trotzigen Schmollen. Blitzschnell streckte sie die Hand aus und umklammerte den dunklen Stoff seines Shirts, sodass er nicht weitergehen konnte.
„Geh nicht duschen“, murmelte sie leise und hielt ihn fest.
Kai hielt mitten in der Bewegung inne. Er drehte den Kopf zu ihr und warf ihr einen ungläubigen, fragenden Blick aus seinen rubinroten Augen zu. Eine Augenbraue wanderte skeptisch nach oben. Er verstand nicht ganz, was das werden sollte...
Doch bevor er etwas erwidern konnte, stand Nami auf. Sie ließ sein Shirt nicht los, sondern nutzte den Stoff, um sich stattdessen ganz nah an ihn heranzuziehen. Ohne jede Scheu schmiegte sie ihren zierlichen Körper eng an seine breite Brust.
Kai spürte die wohlige Wärme, die von ihr ausging, als sie den Kopf neigte und ihre Nase tief in den Stoff seines Shirts vergrub. Sie atmete seinen Duft tief und sichtlich genießend ein.
Als sie den Kopf wieder hob, lag ein unmissverständlich neckischer, fast schon berauschter Blick in ihren ozeanfarbenen Augen. Sie sah zu ihm auf, während ihre Finger noch immer leicht mit dem Saum seines Oberteils spielten.
„Du riechst einfach immer...so unglaublich gut“, sagte sie mit einer weichen, raunenden Stimme, die ihm eine leichte Gänsehaut über den Rücken jagte.
„Nach dem Duschen riechst du immer nur nach Shampoo und künstlichem Duschgel. Dabei liebe ich deinen eigentlichen Geruch so sehr... genau so, wie du jetzt bist.“
Kai sah herunter und beobachtete fasziniert, wie sie sich nach diesen Worten langsam und voller Absicht auf die Unterlippe biss, während ihr Blick an seinen Lippen hängen blieb. Das knisternde Feuer, das vorhin im Stadium noch Dranzer kontrolliert hatte, schien augenblicklich auf ihn selbst überzugehen.
Namis Finger lösten sich langsam von dem Stoff seines Shirts. Mit quälender Langsamkeit wanderten ihre Fingerspitzen höher, strichen sacht über seine flache Brust und zeichneten die harten Konturen seiner Muskeln nach, die sich darunter abzeichneten.
Ihre Berührung war federleicht, hinterließ jedoch eine brennende Spur auf seiner Haut.
„Mir ist gestern... etwas aufgefallen“, hauchte sie leise, während sie ihre Hand flach auf sein Herz legte, dessen gleichmäßiger, kräftiger Schlag unter ihrer Haut pulsierte.
„Als du gesagt hast, dass ich die zweite Stufe deiner Intensität kennenlernen würde...“
Ihr Blick wanderte langsam an seinem Hals hinauf, ehe ihre ozeanfarbenen Augen die seinen mit einer beinahe hypnotisierenden Ernsthaftigkeit trafen. Kai rührte sich nicht. Er stand wie angewurzelt, die Muskeln im ganzen Körper angespannt, während er sie einfach nur fixierte.
„Ich verstehe nicht ganz... wie das von gestern mit dem zusammenpasst, was ich bei... der ersten Stufe damals gemerkt habe“, fuhr Nami fort. Ihre Stimme wurde leiser, fast zu einem Flüstern, das in der Stille des Raumes eine enorme Intensität annahm.
Kai schluckte unmerklich. Seine rubinroten Augen verengten sich minimal. „Worauf willst du hinaus, Nami?“, fragte er mit einer Stimme, die noch eine Spur rauer und tiefer klang als sonst.
Nami legte den Kopf leicht schief, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. „Du wirktest wild und beinahe... ein wenig archaisch, als du damals diese kleinen Nuancen deines inneren Ichs ans Licht gebracht hast. Das Beißen... dieses Unerbittliche, fast schon Fordernde. Doch gestern... gestern warst du langsam. Unglaublich verführerisch. Du hast mich mit quälend leichten, hauchzarten Gesten um den Verstand gebracht, ehe du... ein wenig wilder wurdest.“
Sie machte eine winzige Pause, und das unmissverständliche Erinnern an die gestrige Nacht ließ ihre Pupillen kurz größer werden.
Kais Kiefer zuckte. Ein tiefes, stummes Verstehen breitete sich in seinem Verstand aus und er spürte, wie sein Herzschlag unter ihrer Hand an Tempo zulegte. Er wusste ganz genau, worauf sie hinauswollte.
Das gestern... das war spontan und völlig neu für ihn gewesen. Diese dunkle, manipulative Seite des langsamen Verführens, die sie gestern erlebt hatte, basierte auf etwas, das er über Monate hinweg perfektioniert hatte: Er hatte die Reaktionen ihres Körpers studiert. Er wusste genau, wie sie atmete, wann ihre Haut erzitterte und welche winzigen Berührungen sie an den Rand des Wahnsinns trieben. Er hatte diese Reaktionen gestern wie ein präzises Uhrwerk gegen sie verwendet, um die Kontrolle zu behalten und sie langsam und süß zu brechen.
Doch das, was Nami als die „erste Stufe“ beschrieb, war etwas völlig anderes. Es war eine Facette. Eine ganz andere Art von Dominanz. Es war jene ungefilterte, archaische Urgewalt in ihm, die er jahrelang als Schutzschild benutzt hatte. Früher, in seiner dunkelsten Zeit, hatte er diese rohe, unbarmherzige Intensität eingesetzt, um Mädchen auf Abstand zu halten, um Distanz zu schaffen und jede weibliche Schwärmerei im Keim zu ersticken. Dass Nami diese beiden Facetten... den ungezähmten, wilden Instinkt und den berechnenden, langsamen Verführer... so glasklar voneinander trennen und benennen konnte, traf ihn völlig unvorbereitet.
Namis Herz machte einen verräterischen Satz, als sie das schlagartige Verharren in seinem gesamten Körper spürte. Sie hatte ins Schwarze getroffen. Die Bestätigung folgte prompt, als Kais große, warme Hand urplötzlich nach vorne schnellte und ihr Handgelenk mit einem festen, unnachgiebigen Griff umschloss.
Er drückte nicht schmerzhaft zu, doch die schiere Kraft in seinen Fingern duldete keine Flucht.
Er zog sie ein minimales Stück näher, sodass sie das aufgepeitschte Lodern in seinen rubinroten Augen aus nächster Nähe sehen konnte.
„Willst du das wirklich?“, fragte Kai, und seine tiefe Stimme war nur noch ein raues, gefährliches Grollen, das tief aus seiner Brust zu kommen schien.
„Willst du wirklich noch mehr davon, Nami? So wie... zu der Zeit in der du im Rausch meiner Aura gefangen warst?“
Er hielt inne, und für einen kurzen Moment flackerte etwas unheimlich Komplexes hinter seiner kühlen Maske auf. Seine Finger an ihrem Handgelenk spannten sich an.
„Ich bin mir nicht ganz sicher, wie weit ich gehen kann... bis es dir... wirklich zu viel wird“, gestand er düster und wandte den Blick für den Bruchteil einer Sekunde ab, als koste es ihn Überwindung, diese Worte auszusprechen. Er sah sie wieder an, fixierte sie unbarmherzig. „Ich habe dir vor ein paar Wochen gesagt, dass ich diese Seite in mir... diese ungezähmte Energie für dich in etwas anderes verwandeln will. In etwas, das dich nicht verletzt sondern erfüllt.“
Wieder entstand eine schwere Pause. Es fraß spürbar an seiner stolzen Natur und seinem unerschütterlichen Ego, zugeben zu müssen, dass er an einer Grenze angelangt war. Er, der jede Situation im Stadium millimetergenau kontrollierte, stand hier vor einer unberechenbaren Variable: der Sorge, sie zu zerbrechen.
Es störte ihn zutiefst, diese Unsicherheit erneut zu offenbaren, doch die Intensität, die tief in seinem Inneren lauerte..., war eine Urgewalt. Und er wusste schlichtweg nicht, ob sie dafür tatsächlich schon bereit war.
Nami sah den inneren Konflikt, der sich in den harten Linien seines Gesichts abzeichnete. Anstatt zurückzuweichen, legte sich ein unendlich warmes, tiefes Verständnis in ihre ozeanfarbenen Augen. Sie spürte keine Angst, nur eine unbändige Faszination für jede einzelne Facette dieses Mannes.
„Ich habe dir schon einmal gesagt... dass ich dir vertraue. Dass ich alles von dir will und du bei mir so sein kannst wie du bist. Aber wenn du immer noch zweifelst...dann... muss ich dich wohl wieder provozieren, Champion.“, raunte sie, und ein atemberaubendes, unerschrockenes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. „Um es ganz langsam aus dir herauszukitzeln.“
Kais Blick dunkelte augenblicklich ab. Die Pupillen seiner roten Augen verengten sich zu messerscharfen Punkten, als Nami sachte ihren Arm bewegte. Seine Finger lockerten sich gerade so weit, dass sie ihr Handgelenk aus seinem Griff befreien konnte.
Ohne den intensiven Blickkontakt auch nur für eine Millisekunde zu unterbrechen, machte sie einen langsamen Schritt rückwärts. Dann noch einen. Sie wich vor ihm zurück, die Augen voller kampflustiger Verheißung, während die Luft zwischen ihnen im schwach erleuchteten Raum vor purer, knisternder Elektrizität förmlich zu explodieren drohte.
Jeder einzelne Schritt, den Nami rückwärts machte, schien die Stille im Raum weiter aufzuladen. Ihr Blick blieb unbarmherzig fest an den rubinroten Augen des Champions verankert, während ihre Hände mit quälender Langsamkeit an den Saum ihres Oberteils wanderten.
Kai rührte sich nicht. Er stand da wie eine Statue aus dunklem Stein, die Arme leicht an den Seiten angewinkelt, während seine Augen jede ihrer Bewegungen mit einer fast schon raubtierhaften Intensität aufsaugten.
Nami striff das erste Kleidungsstück ab und ließ es achtlos zu Boden gleiten. Stück für Stück entledigte sie sich ihrer Kleidung, ohne Hast, getragen von einer unbändigen, stolzen Eleganz. Ihr silbrig-weißes Haar floss dabei wie ein lebendiger Strom aus Licht über ihre nackten Schultern und bildete einen atemberaubenden Kontrast zu der warmen, karamellfarbenen Haut.
Als das letzte Stück Stoff zu Boden sank, stand sie vollkommen nackt vor ihm in der dämmrigen Atmosphäre des Raumes... eine vollkommene, makellose Schönheit, die keinerlei Scham, sondern nur absolute Entschlossenheit ausstrahlte.
Sie hielt inne und warf ihm einen tiefen, unendlich hingebungsvollen Blick aus ihren ozeanfarbenen Augen zu.
„Du kannst mich so oft nehmen, wie du willst, Kai“, raunte sie, und ihre Stimme vibrierte vor einer leidenschaftlichen Unterwerfung, die gleichzeitig eine absolute Provokation war.
Kais Atem wurde schlagartig flacher. Das gleichmäßige Heben und Senken seiner breiten Brust geriet ins Stocken, und das lodernde Feuer in seinen Augen drohte endgültig die Kontrolle zu übernehmen. Er spannte die Muskeln an, bereit, den Abstand zwischen ihnen im Bruchteil einer Sekunde zu überwinden... doch Nami war schneller.
Ein blitzschnelles, ungezähmtes Funkeln trat in ihre Augen, als sie sich halb von ihm abwandte und ihren Körper mit einer geschmeidigen Bewegung wandt.
„Vorausgesetzt natürlich... du fängst mich“, fügte sie mit einem rauchigen, unendlich neckischen Unterton hinzu.
Noch bevor Kai ihre Worte verarbeiten konnte, brach ein helles, melodisches Lachen aus ihrer Kehle. Sie wirbelte herum, ihre langen, welligen Haare flogen in einer wilden Kaskade hinter ihr her, und im nächsten Moment rannte sie bereits mit flinken, lautlosen Schritten aus dem Zimmer und den langen, nur schwach beleuchteten Korridor des Ayame-Anwesens entlang.
Kai starrte für den Bruchteil einer Sekunde auf den leeren Raum vor sich, in dem nur noch ihr Duft in der Luft hing. Dann stahl sich ein dunkles, absolut gefährliches Schmunzeln auf seine Lippen. Das Spiel hatte begonnen, und der Phönix dachte gar nicht daran, seiner Beute auch nur den geringsten Vorsprung zu lassen.
Namis Herz raste wie wild gegen ihre Rippen, als sie barfuß und in purer Euphorie den dunklen, hölzernen Korridor des weitläufigen Anwesens entlangrannte. Das kühle Holz unter ihren Sohlen und der Luftzug auf ihrer nackten Haut heizten die Elektrizität, die ohnehin schon durch ihren Körper pulsierte, nur noch weiter an.
Er hatte so verdammt recht gehabt. Sie wollte mehr davon. Sie lechtzte nach genau dieser ungezähmten, unbarmherzigen Seite, die er ihr damals offenbart hatte.
In ihren Gedanken blitzten die Erinnerungen an jene Tage vor einigen Wochen auf, als sie in einer endlosen, berauschenden Spirale aus purer Erregung gefangen gewesen war. Es war jene Zeit gewesen, in der Kais Bit-Beast-Aura durch die neue tiefe Seelenverschmelzung mit Dranzer so intensiv und unkontrolliert übergekocht war, dass sie alles um sie herum in Brand gesetzt hatte.
Diese glühende, fast greifbare Präsenz des Phönix hatte sich erst nach Tagen langsam wieder auf ein normales, erträgliches Maß eingependelt... doch die Spuren, die sie in Namis Verstand hinterlassen hatte, waren unauslöschlich.
Ihr Atem ging schneller, während sie um eine Ecke bog, die langen, silbrig-weißen Wellen ihres Haares wild hinter ihr herfliegend. Sie erinnerte sich mit einem wohligen Schauer an seine schiere, übermenschliche Ausdauer. An die dunklen, tief rauen Worte, die er ihr damals ins Ohr grollen ließ, während er jede Kontrolle verlor und genau die archaische Dominanz an den Tag legte, vor der er sie jetzt so beschützen wollte.
Ihr sich windender Körper hatte damals unter seinen unerbittlichen Berührungen ohne jede Unterlassung nach mehr verlangt, getrieben von Stunden voller intensiver Orgasmen, die sie völlig an den Rand des Wahnsinns getrieben hatten. Sie erinnerte sich noch genau daran, wie kraftlos ihre Beine am nächsten Morgen gewesen waren, als sie kaum noch einen einzigen Schritt geradeaus hatte laufen können.
Genau diese raue, ungefilterte Intensität forderte sie nun von ihm ein. Sie wollte nicht, dass er sich ihretwegen erneut zügelte. Sie wollte den ungezähmten Kai Hiwatari, den Phönix ohne Käfig.
Das leise Knacken des Parketts war Namis einzige Warnung gewesen, doch bevor sie überhaupt den Kopf herumreißen konnte, war er bereits da. Kai hatte ihr nicht einen Meter Vorsprung gewährt; er war vom ersten Moment an direkt hinter ihr gewesen, lautlos wie ein Schatten.
Er hatte das Spiel genossen, hatte mit einem raubtierhaften Glühen in den Augen zugesehen, wie ihr makelloser, nackter Körper im schwachen Licht des Korridors vor ihm flüchtete.
Mit einer blitzschnellen, unbarmherzigen Bewegung schoss seine Hand nach vorn. Große, warme Finger schlossen sich fest um ihr Handgelenk. Bevor sie reagieren konnte, nutzte Kai seinen Schwung und drängte sie mit roher, unnachgiebiger Kraft direkt herum und gegen die dunkle Holzwandtäfelung des Korridors.
Nami keuchte atemlos auf, als ihr Rücken die kühle Wand berührte. Die nackte Haut ihrer Brüste presste sich flach gegen seine breite, noch immer vom Match leicht erhitzte Brust. Sie sah mit geweiteten, ozeanfarbenen Augen zu ihm auf, doch Kai gab ihr keine Zeit zum Atmen. Er neigte das Gesicht, vergrub seine Finger in den Wellen ihres silbrigen Haares und zog seine Zunge mit einem nassen, quälend intensiven Zug seitlich über ihren empfindlichen Hals nach oben.
Ein tiefes, zitterndes Seufzen entfloh Namis Lippen. Ihre Knie wurden augenblicklich weich, während ihr Atem in einer hastigen, unregelmäßigen Frequenz ging. Sie spürte die raue Textur seiner Lippen, als sie knapp unter ihrem Ohr verweilten. Sein heißer Atem verbrannte ihre Haut, noch ehe er die Worte sprach.
„Das Match vorhin war sehr berauschend...“, flüsterte er, und seine tiefe Stimme war nur noch ein dunkles, raues Vibrieren an ihrem Gehörgang, das ihr Mark und Bein erschütterte. „Doch beim nächsten Mal werde ich dich aus der Arena fegen. Und zwar so, dass du dein Blade in Einzelteilen vom Boden aufsammeln kannst.“
Seine Lippen streiften ihre Ohrmuschel, während sein Griff um ihr Handgelenk sich noch ein Stück fester schloss, um jede Möglichkeit eines Entkommens im Keim zu ersticken. Die maskenhafte Beherrschung des Champions war vollkommen verschwunden; in seinen rubinroten Augen brannte jetzt die ungefilterte, archaische Urgewalt des Phönix.
„Außerdem... ist die Zeit der Schonfrist jetzt vorbei“, raunte er tiefer, und ein besitzergreifendes, gefährliches Schmunzeln schwang in seinem Atem mit.
„Denn diese Provokation kann und werde ich nicht unbeantwortet lassen. Beschwer dich morgen ja nicht bei mir, wenn du die Schule verpasst... weil du keinen einzigen Schritt mehr geradeaus laufen kannst.“
Namis Herz hämmerte so wild, dass sie es im eigenen Hals spüren konnte. Jede Faser ihres Körpers schrie nach dem, was nun unweigerlich folgen würde... die wahre, unbarmherzige Intensität, nach der sie so gesehnt hatte.
Sie lehnte sich schwer gegen die dunkle Holzwandtäfelung, während ihre Brust sich in einem unregelmäßigen, flachen Rhythmus hob und senkte. Die Kühle des Holzes im Rücken bot einen fast schmerzhaft intensiven Kontrast zu der Hitze, die Kai soeben auf ihrer Haut hinterlassen hatte.
Langsam und mit einer fast schon aufreizenden Gelassenheit lockerte Kai den unnachgiebigen Griff um ihr Handgelenk. Er ließ ihre Hand los, wich zwei bewusste Schritte zurück in den schwach beleuchteten Korridor und hielt ihren Blick dabei ununterbrochen gefangen. Seine rubinroten Augen brannten dunkel, als er die Arme hob und begann, sich ohne jede Hast seiner eigenen Kleidung zu entledigen.
Nami rührte sich nicht. Sie blieb einfach an der Wand stehen, unfähig und unwillig, den Blick abzuwenden. Ihre Augen saugten das Bild in sich auf, wie das diffuse Licht des Ganges die harten Konturen seiner breiten Schultern, die Muskelstränge seiner Arme und die markante Linie seiner Brust nachzeichnete, als er sein Shirt abstreifte.
„Du... hättest mir wenigstens ein paar Sekunden Vorsprung gewähren können“, hauchte sie mit einer Stimme, die von der aufkeimenden Erregung merklich belegt und brüchig war. Ein schwaches, herausforderndes Lächeln stahl sich trotz ihrer Atemlosigkeit auf ihre Lippen.
Kai schmunzelte kaum merklich, ein gefährlicher, tiefer Ausdruck, während er den Kopf langsam schüttelte. „Heute gibt es keinen Vorsprung, Nami“, erwiderte er, und seine Stimme war nur noch ein raues, unbarmherziges Grollen im Raum.
„Und erst recht keine Gnade.“
Doch während er die Schnalle seines Gürtels öffnete und seine äußere Erscheinung die pure, unnahbare Dominanz eines Jägers ausstrahlte, raste Kais Herz in seiner Brust wie ein Vorschlaghammer. Das Adrenalin pumpte heiß durch seine Adern. Nun war es so weit.
Das Spiel der Beherrschung war vorbei.
Auch wenn seine Worte implizierten, dass er unerbittlich, wild und absolut gnadenlos sein würde... tief in seinem Inneren war der kühle, analytische Champion hellwach.
Er hatte tatsächlich die letzten Wochen immer mal wieder gezweifelt, doch hier, im Angesicht ihrer Hingabe, wusste er es besser.
Er kannte ihren Körper in- und auswendig. Er wusste ganz genau, welche Reaktionen, welche Nuancen in ihrem Atem und welche minimalen Spannungen in ihren Muskeln bedeuteten, dass sie an ihre absolute Grenze stieß. Er wusste genau, wann es Zeit sein würde, die Reißleine zu ziehen und sofort aufzuhören. Er würde ihr geben, was sie brauchte, was sie so vehement von ihm forderte... nicht mehr und nicht weniger.
Er würde sich zügeln, sobald es angebracht und nötig war, um sie zu schützen... denn ihre Unversehrtheit stand über allem.
Doch Kai war klug genug, diese Tatsache nicht laut auszusprechen. Er hütete sich davor, die brodelnde Atmosphäre im Korridor durch rationale Worte zu entschärfen. Sie wollte das Ungezähmte. Sie sollte ruhig in dem Glauben bleiben, dass er sie heute Nacht völlig brechen würde.
Als auch das letzte Kleidungsstück von ihm zu Boden fiel, stand er ihr in seiner vollen, beeindruckenden und athletischen Statur gegenüber. Die Maske des kontrollierten Bladers war endgültig gefallen, und was vor Nami stand, war die pure, archaische Urgewalt, nach der sie so sehr verlangt hatte.
Kai überwand den letzten verbliebenen Abstand zwischen ihnen mit einem einzigen, raumgreifenden Schritt. Das Holz unter seinen Füßen gab keinen Laut von sich, als er sich wie ein Schatten über sie schob. Mit einer fließenden Bewegung stemmte er seinen linken Arm direkt neben ihrem Kopf gegen die Wandtäfelung, wodurch er sie vollkommen zwischen seinem Körper und dem hölzernen Untergrund einsperrte.
Noch ehe Nami die schiere Enge verarbeiten konnte, schoss seine rechte Hand nach vorn. Seine großen, warmen Finger packten ihr Kinn mit einem festen, unnachgiebigen Griff und lenkten ihren Kopf bestimmt nach oben.
Er neigte sich leicht nach unten, sodass sein Gesicht nur noch Millimeter von dem ihren entfernt war. Seine rubinroten Augen brannten dunkel, als er das hektische, flache Heben ihrer Brust und das feine, unkontrollierbare Zittern auf ihrer nackten Haut in sich aufsaugte. Er genoss jede Nuance ihrer körperlichen Unterwerfung unter seiner Präsenz.
„Du zögerst es hinaus...“, hauchte Nami leise, fast tonlos gegen seine Lippen, während ihre ozeanfarbenen Augen ihn herausfordernd fixierten.
Kai sah sie an, das raubtierhafte Glühen in seinem Blick wurde für einen flüchtigen Moment von einer tiefen, fast schmerzhaften Intensität abgelöst. „Ich komme nur immer noch nicht darauf klar, wie schön du bist“, erwiderte er mit einer Stimme, die so tief und rau war, dass sie wie ein physischer Druck im Raum hing.
Bei diesen unvermittelten, ehrlichen Worten schoss Nami augenblicklich eine leichte, verräterische Röte in die karamel schimmernden Wangen. Ihr Atem stockte für den Bruchteil einer Sekunde.
Kai registrierte das feine Erröten sofort, und ein dunkles, zutiefst zufriedenes Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen. Sie hatte ihn provozieren wollen, doch er behielt die Fäden in der Hand.
Noch während das Lächeln auf seinen Zügen lag, ließ er ihr Kinn los. Blitzschnell packte er beide ihrer zierlichen Handgelenke, führte sie über ihren Kopf und presste sie mit einer einzigen, großen Hand unnachgiebig hoch oben gegen die Wand. Nami war nun vollkommen fixiert, ihre Arme gestreckt, ihr Körper schutzlos seiner Willkür ausgeliefert.
Seine freie, rechte Hand sank derweil langsam abwärts. Mit quälender, bewusster Langsamkeit strich er über die Hitze ihrer geröteten Wange, glitt den Hals hinunter und zeichnete die Kurve ihrer Brust nach, ehe seine Finger flach über ihren bebenden Bauch wanderten. Jede Berührung war eine Demonstration von Besitzanspruch.
Gleichzeitig schob Kai sein starkes Knie unerbittlich zwischen ihre Schenkel und hebelte diese mit kontrollierter, aber unmissverständlicher Kraft auseinander, um sich den vollständigen Zugang zu ihr zu sichern.
Er nahm den Blick dabei nicht eine einzige Sekunde von dem ihren. Seine Pupillen waren geweitet, die Urgewalt des Phönix vollständig entfesselt. Er beugte sich so nah an ihr Ohr, dass seine Lippen ihre Haut streiften, und flüsterte mit einem dunklen, gefährlich leisen Grollen:
„Ich will dich heute so laut schreien hören wie nie zuvor, Nami.“