LNCrawler

Hinter verschlossenen Türen

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Hinter verschlossenen Türen

Trigger: Sexualität

Das dumpfe, schwere Klicken des Schlosses hallte fast schon feierlich durch den Raum, als Kai den Schlüssel im Schloss seines BBA-Büros herumdrehte. Mit einer fließenden Bewegung zog er ihn ab, steckte ihn in die Tasche und lehnte sich mit dem Rücken gegen das massive Holz der Tür.

Schlagartig war das gedämpfte Summen des Hauptquartiers verschwunden. Der Raum war absolut schalldicht, isoliert von der Außenwelt, und die dicken, dunkelgrauen Vorhänge ließen das helle Tageslicht nur gedämpft herein.

Nami hatte ihren dunklen Wintermantel bereits abgelegt und auf die Lehne des eleganten Ledersofas gleiten lassen. Sie drehte sich langsam zu ihm um, ein unendlich spitzbübisches, neckisches Funkeln in den ozeanfarbenen Augen. Mit langsamen, bewussten Schritten ging sie auf seinen großen, glänzenden Mahagoni-Schreibtisch zu, drehte sich um und setzte sich mit einer federleichten Eleganz auf die Kante der Tischplatte. Ihre silberweißen Locken fielen dabei wie flüssiges Silber über das dunkle Holz.

„Schalldicht also?“, hauchte sie, legte die Hände links und rechts von ihren Oberschenkeln auf die Tischkante und legte den Kopf leicht schief. „Du warst ja ganz schön besitzergreifend da unten. Die Jungs haben ja fast einen Herzinfarkt bekommen.“

Kai rührte sich für einen Moment nicht. Seine rubinroten Augen fixierten sie aus der Dunkelheit des Raumes mit einer Intensität, die die Luft augenblicklich zum Knistern brachte. Er stieß sich von der Tür ab. Seine Schritte waren lautlos, raubtierhaft und absolut zielstrebig, als er die Distanz zwischen ihnen überwand. Die kühle, unnahbare Maske, die er in der Mensa getragen hatte, war längst einer dunklen, brennenden Intensität gewichen.

„Du hast dich mit Tyson abgesprochen“, raunte seine tiefe, raue Bassstimme, während er direkt vor ihr zum Stehen kam.

Seine massive Gestalt warf einen langen Schatten über sie, und seine Aura drückte schwer und dominant in den Raum. „Du hast meine Nachrichten ignoriert und mich vor dem gesamten Team auflaufen lassen. Findest du das witzig, Nami?“

Nami wich seinem Blick nicht aus. Im Gegenteil... sie genoss es sichtlich, wie er die Kontrolle übernahm, und die zartrosa Röte kehrte auf ihre Wangen zurück.

„Vielleicht ein bisschen“, gestand sie mutig, während ein leises, melodisches Kichern ihrer Kehle entwich. „Du hättest dein Gesicht sehen müssen, als ich reinkam.“

„Glaubst du, du kannst ungestraft meinen Zeitplan durcheinanderbringen?“, entgegnete er eiskalt, doch das gefährliche Schmunzeln auf seinen Lippen strafte seine Worte Lügen.

Ehe sie antworten konnte, schlossen sich seine großen, warmen Hände unnachgiebig um ihre Taille. Mit einem einzigen, kraftvollen Ruck zog er sie ein Stück nach vorne, sodass sie gezwungen war, die Beine um seine Hüften zu schlingen. Kai drängte sie auf der Schreibtischplatte zurück, beugte sich über sie und sperrte sie komplett zwischen seinen massiven Armen ein.

Jede Spur von Neckerei verflog im Bruchteil einer Sekunde aus ihren Augen und wich einer tiefen, atemlosen Hingabe.

Doch anstatt sie sofort zu küssen, sank Kai tiefe Atemzüge nehmend nach vorne. Er vergrub sein Gesicht an ihrem Hals, atmete den vertrauten Duft ihrer silberweißen Wellen ein und hielt sie einfach nur fest. Alles schien in diesem Moment von seinen breiten Schultern abzufallen. Er brauchte sie jetzt einfach. Nur sie. Seine Muskeln entspannten sich minimal, und er drückte sie so fest an seine breite Brust, als wollte er sie mit sich verschmelzen lassen.

„Ich habe dich vermisst“, raunte er gegen ihre warme Haut, und es war einer dieser seltenen, zutiefst ehrlichen Momente, die er nur ihr gegenüber offenbarte.

Nami schlang die Arme eng um seinen Nacken, vergrub ihre Finger in seinen Haaren und hielt ihn ebenso fest. „Ich dich auch, Kai“, flüsterte sie glücklich.

Dann hob Kai den Kopf. Das Rubinrot seiner Augen brannte jetzt lichterloh, dunkel und voller besitzergreifender Leidenschaft. Seine Finger wanderten von ihrer Taille langsam nach oben, strichen über ihre Wangen und vergruben sich in ihren Locken.

„Und jetzt“, raunte er eiskalt, während seine Lippen nur Millimeter von ihren entfernt waren, „rollen wir die Sache mit deinem Ungehorsam neu auf. Und ich dulde keine Widerrede.“

„Ich würde es nicht wagen“, hauchte Nami mit einem letzten, herausfordernden Lächeln.

Im nächsten Moment forderte Kai sein Recht ein. Er senkte den Kopf und küsste sie... tief, atemberaubend und mit einer kompromisslosen, besitzergreifenden Dominanz, die keinen Zweifel daran ließ, wem sie gehörte. Nami ergab sich der Hitze und der Intensität seiner Berührungen vollkommen, während der restliche Tag der BBA hinter der schalldichten Tür in absolute Vergessenheit geriet.

Kai löste die Lippen nur widerwillig von ihren, zentimeterweise, bis er sie aus seinen brennenden, rubinroten Augen fixierte. Er hielt ihr Gesicht weiterhin fest in seinen großen Händen, während sein Daumen sachte über ihre untere Gesichtshälfte strich.

Nami sah zu ihm auf, ihre Brust hob und senkte sich in einem schnellen, unregelmäßigen Rhythmus, und ihre ozeanfarbenen Augen wirkten dunkler, fast schon berauscht von der Intensität seines Kusses. Trotz der süßen Atemlosigkeit verlor sie jedoch kein bisschen von ihrem spitzbübischen Mut. Ein tiefes, unendlich neckisches Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.

„Bestrafst du mich jetzt etwa, Hiwatari?“, hauchte sie mit belegter, leiser Stimme gegen seine Lippen, während sie den Kopf ein klein wenig in seine Handfläche schmiegte.

Ihr Blick funkelte voller Herausforderung, als sie fortfuhr: „Dafür, dass ich… deine Pläne so eiskalt durchkreuzt habe?“

Um ihren Worten die Krone aufzusetzen, sah sie ihm weiterhin tief in die Augen und biss sich langsam, unendlich provokant auf die eigene Unterlippe.

Kais Kiefermuskeln spannten sich augenblicklich an. Das raubtierhafte, besitzergreifende Schmunzeln kehrte auf seine Züge zurück, tiefer und gefährlicher als zuvor. Er brauchte keine Worte, um ihr zu antworten... das besorgniserregend dunkle Aufblitzen in seinen Augen verriet ihr ohnehin, dass sie sich mit dieser Frage gerade auf ein verdammt heißes Spiel eingelassen hatte.

Kai senkte den Kopf tiefe Atemzüge nehmend an ihre Halsschlagader, dort, wo ihr Puls wild gegen ihre Haut hämmerte. Langsam und mit quälender Absicht zog er seine Zunge in einer heißen, feuchten Spur an ihrem Hals hinauf, direkt an der empfindlichen Stelle unterhalb ihres Ohrs.

Nami warf den Kopf unwillkürlich in den Nacken, und ein tiefes, unaufhaltsames Aufseufzen entwich ihrer Kehle. Sie krallte die Finger fest in den Stoff seines Shirts, um nicht den Halt zu verlieren.

Genau in diesem Moment wanderte eine seiner großen, heißen Hände unbarmherzig von ihrer Taille abwärts. Seine Finger glitten unter den Saum ihres perfekt sitzenden Kleides, streichelten die nackte Haut ihrer Oberschenkel nach oben und drangen zielstrebig zwischen ihre Beine vor. Ein dunkles, unendlich triumphierendes Schmunzeln stahl sich auf Kais markante Züge, als er den hauchdünnen Stoff ihrer Unterwäsche erreichte und den unmiständlichen Zustand spürte, in den sie sich bereits befand.

Er hielt inne, ließ den sanften Druck seiner Hand dort ruhen und hob den Kopf, bis sein Atem wieder ihre Lippen streifte. Seine rubinroten Augen brannten lichterloh, dunkel und voller besitzergreifender Dominanz.

„Dein Körper schreit bereits nach mir.“, flüsterte seine tiefe, raue Bassstimme dicht an ihrem Mund, während seine Finger sich kaum merklich bewegten und sie erzittern ließen.

„So feucht, wie du jetzt schon bist…“

Er genoss die fassungslose, atemlose Hingabe in ihren ozeanfarbenen Augen und ließ das dunkle Schmunzeln tiefer werden.

„Sag mir… hat das etwa schon da unten in der Mensa begonnen? Als ich dir lediglich mein Büro beschrieben habe?“

Er senkte die Stimme zu einem rauen, gefährlichen Raunen.

„Du reagierst mittlerweile perfekt auf meine Stimme, hm?“

Nami atmete flach, ihre Brust hob und senkte sich in schnellen, abgehackten Zügen gegen seine. Das neckische Funkeln, das eben noch in ihren ozeanfarbenen Augen gelegen hatte, erlosch im Bruchteil einer Sekunde.

Stattdessen trat ein unendlich tiefer, ehrlicher und fast schon verletzlicher Glanz in ihren Blick. Sie löste eine Hand von seinem Shirt, hob sie mit einer federleichten, zärtlichen Bewegung und legte ihre Fingerspitzen sanft an seine markante Wange.

„Es ist nicht nur die Stimme, Kai…“, gestand sie leise, und ihre Stimme zitterte ganz leicht vor schierer, emotionaler Liebe. Sie sah ihm so tief in die brennenden, rubinroten Augen, als wollte sie direkt in seine Seele blicken.

„Und das weißt du auch ganz genau.“

Sie schluckte kurz, während sie die angenehme Rauheit seiner Haut unter ihren Fingern spürte. „Wenn man jemanden so sehr liebt, wie ich dich liebe… dann spielt es überhaupt keine Rolle mehr, ob es deine Stimme ist. Oder dieser eisige, besitzergreifende Blick. Oder dein unglaublicher Duft, der mich jedes Mal völlig um den Verstand bringt, sobald du mir nahekommst. Oder deine Berührungen, die mich erzittern lassen.“

Ein weiches, unendlich liebevolles Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, während eine Träne der puren Ergriffenheit in ihren Augenwinkeln schimmerte.

„Es ist alles zusammen. Es ist einfach alles an dir.“

Kais Blick veränderte sich augenblicklich. Das raubtierhafte, dominante Funkeln in dem Rubinrot seiner Iris legte sich, und seine Züge wurden eine Nuance weicher, fast schon andächtig. Er spürte sofort, dass sie in diesem Moment das erotische, neckische Spiel durchbrochen hatte... nicht, um sich ihm zu entziehen, sondern um emotionale Nähe einzufordern. Wahre, ungefilterte Nähe, abseits von der fordernden Leidenschaft, die eben noch den Raum beherrscht hatte.

Seine Hand zwischen ihren Beinen verharrte, verlor jeden fordernden Druck und schmiegte sich stattdessen einfach nur wärmend und beschützerisch an sie.

Es war zu einem ständigen, wunderschönen Wechselspiel ihrer Beziehung geworden. Ein Tanz zwischen seiner dominanten, kontrollierenden Art und ihrer emotionalen Tiefe, die sein Eis im richtigen Moment schmelzen ließ.

Ein Wechselspiel, das mittlerweile kaum noch Worte benötigte, weil sie sich blind verstanden.

Kai schloss die Augen, atmete ihren vertrauten Duft noch einmal tief ein und senkte den Kopf, um ihre Lippen erneut zu finden. Es war kein fordernder, ungeduldiger Überfall wie noch unten in der Mensa oder zu Beginn des Spiels hier im Büro. Dieser Kuss war getragen von jener tiefen, wortlosen Zärtlichkeit, die er nur in den privatesten Momenten zuließ.

Er umfasste ihr Gesicht mit beiden Händen, hielt sie behutsam, aber unnachgiebig fest, während seine Daumen in langsamen, beruhigenden Bewegungen über ihre weichen, karamellfarbenen Wangen streichelten. Seine Küsse wurden erotisch langsam, unendlich intensiv und tief.

Er kostete sie aus, trank förmlich ihre Hingabe und zog sie mit jeder Bewegung seiner Lippen tiefer in seinen Bann.

Nami spürte die raue Wärme seiner großen Hände an ihrer Haut und gab sich ihm erneut vollkommen hin. Jede Anspannung fiel von ihr ab, während sie den Kopf leicht zurücklegte und sich ganz in seinem Rhythmus verlor.

Ganz allmählich, ohne die berührende Nähe zu unterbrechen, löste Kai seine Lippen von ihren. Er wanderte mit quälend langsamen, heißen Küssen an ihrer Kinnlinie entlang, verweilte kurz an dem empfindlichen Punkt unter ihrem Ohr und arbeitete sich dann langsam an ihrem Hals hinab.

Jeder Atemzug aus seiner tiefen Brust traf als heiße Welle auf ihre Haut, während seine Lippen und seine Zunge eine Spur purer Sinnlichkeit hinterließen, die Nami leise erzittern ließ.

Seine Hände glitten von ihren Wangen hinab, schoben sich unter ihr Gesäß und mit einer fließenden, mühelosen Kraft hob er sie von der harten Kante des Schreibtischs hoch in seine Arme.

Nami schlang die Beine noch enger um seine Hüfte und vergrub das Gesicht an seinem Hals, während er sie mit schweren, zielstrebigen Schritten durch den abgedunkelten Raum trug.

In der Ecke des kleinen Büros stand eine schlichte, aber einladende Couch aus dunklem Leder. Kai ließ sich mitsamt ihr darauf nieder, fing ihr Gewicht perfekt ab und bettete sie behutsam auf den weichen Polstern, ehe er sich dominant und schwer über sie beugte und sie erneut unter sich begrub.

Er wartete nicht. Seine Lippen fanden die ihren sofort wieder, fordernder jetzt, während das Knistern im Raum die Luft fast zum Sengen brachte. Seine großen Hände wanderten an ihren Flanken hinauf und griffen nach dem Stoff ihres Kleides.

Erst hier, im Schutz der schattigen Ecke und zwischen tiefen, raubenden Küssen, begann er, sie langsam auszuziehen. Jede Bewegung seiner Finger war präzise und unnachgiebig. Er schob den Stoff Zentimeter für Zentimeter über ihre Schultern nach unten, unterbrach den Kontakt zu ihren Lippen nur, um den Pfad seiner Küsse über ihr Dekolleté fortzusetzen. Nami half ihm blind, hob die Hüften, während sie leise aufseufzte, und verlor sich völlig in der rauen, brennenden Hitze seiner Hände, die nun ungehindert über ihre nackte Haut glitten.

Kais Küsse wurden noch drängender, fast schon berauscht von der nackten Haut, die sich ihm nun darbot. Seine großen Hände wanderten zielstrebig tiefer, strichen über die sanfte Rundung ihrer Hüften und schoben schließlich, ohne den Kontakt zu ihren Lippen auch nur für eine Sekunde zu unterbrechen, das letzte hauchdünne Stück Stoff an ihren Beinen hinab. Nami hob instinktiv das Becken, während ein leises, zittriges Keuchen an seinen Lippen erstarb.

Ein kurzes, raues Knurren entwich Kais Kehle, als er sich minimal aufrichtete, um sich seines eigenen Shirts zu entledigen welches er achtlos auf den Boden gleiten ließ. Seine massive, von Muskeln gezeichnete Brust spannte sich an, als er sich sogleich wieder über sie beugte.

Er stemmte seinen kraftvollen Arm direkt neben ihrem Kopf tief in das dunkle Lederpolster der Couch. Nami sah zu ihm auf, die silberweißen Wellen wild um ihr Gesicht verteilt, die Augen dunkel vor Verlangen. Kai hielt ihrem Blick stand, während er sich wieder zu ihr hinabsenkte und ihr einen unendlich tiefen, besitzergreifenden Kuss schenkte, der sie vollkommen den Verstand verlieren ließ. Seine Zunge forderte die ihre, forderte ihre gesamte Hingabe, und Nami antwortete ihm mit einer Intensität, die das Knistern im Raum endgültig zum Explodieren brachte.

Schwer atmend löste er sich von ihr. Er erhob sich ganz, trat einen Schritt von der Couch zurück und ließ den Blick keine Millisekunde von ihrer bildschönen Silhouette weichen. Mit schnellen, fließenden Bewegungen streifte er den Rest seiner Kleidung ab, bis auch er völlig nackt vor ihr stand... eine unbezähmbare Naturgewalt, die bereit war, sich in diesem schalldichten Raum endgültig alles von ihr zu nehmen.

Dann trat er wieder an die Couch heran. Beginnend bei ihren Füßen, wanderte er mit raubtierhafter, geschmeidiger Präzision langsam wieder über ihren Körper nach oben. Seine Knie und Hände betteten sich links und rechts von ihren Kurven ins Leder, bis er sich schließlich vollständig zwischen ihre Schenkel geschoben hatte.

Er verharrte kurz direkt über ihr. Seine rubinroten Augen brannten dunkel, als er auf sie hinabsah, und er nahm all ihre Schönheit und ihre vollkommene Bereitschaft in sich auf. Mit einer langsamen, unendlich tiefen und bewussten Bewegung schob er sich schließlich in sie.

Als Nami in genau diesem Moment ein leises, erschauertes Seufzen entwich, sie den Rücken unter der Intensität des Gefühls durchbog und den Kopf ein wenig tief in die Polster drückte, fing Kai ihren Seufzer augenblicklich mit seinen Lippen auf. Er trank den Laut ihrer Hingabe förmlich in sich hinein.

Nami schlang die Arme fest um seinen muskulösen Rücken und gab sich ihm vollkommen hin, während sie sich ganz an seinen Rhythmus anpasste. Inmitten der brennenden Hitze, die ihren Körper flutete, stieg ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit in ihr auf. Er hatte sie verstanden. Wie so oft hatte Kai ohne viele Worte begriffen, dass sie heute vor allem seine Nähe, seine Wärme und seine Liebe brauchte... und nicht nur das unbarmherzige Raubtier. Und genau diese tiefe, beschützerische Geborgenheit schenkte er ihr jetzt mit jeder einzelnen, sanften und doch so dominanten Bewegung.

Nami stöhnte bei jedem einzelnen seiner tiefen Stöße ungehalten auf, während die Hitze sie vollkommen überrollte. Sie schlang die Arme eng um seinen muskulösen Nacken, krallte die Finger in seine Schultern und zog ihn verzweifelt zu sich hinab, um seine Lippen zu fordern, begierig nach noch mehr seiner tiefen, berauschenden Küsse. Doch als Kais Bewegungen unbarmherzig tiefer und ein wenig schneller wurden, verlor sie jegliche Kontrolle. Sie schaffte es nicht mehr, den Kuss zu halten... sie brauchte den Atem für die hohen, stöhnenden Schluchzer, die nun bei jedem seiner kraftvollen Stöße haltlos ihre Lippen verließen.

Kai hielt sich über ihr auf den Armen aufrecht und beobachtete sie mit brennenden, rubinroten Augen. Er sah, wie sie unter ihm erbebte, wie ihre Züge vor schierer Lust verzerrt waren und sie immer mehr in der überwältigenden Erregung unter seinen Stößen verging. Seine besitzergreifende Dominanz flammte heftig auf. Er neigte sich noch einmal hinab, leckte ihr mit einer heißen, feuchten Spur über den Hals und spürte an dem engen, unkontrollierten Zittern ihres Körpers, dass sie sich unaufhaltsam dem Höhepunkt näherte.

Ihr Stöhnen wurde noch ein Stück höher, ungehaltener und unendlich dringlicher. Ihre weit gespreizten Beine, die fest um seine Hüften geschlungen waren, zuckten und strampelten leicht gegen die Polster, während Kai das Tempo hielt und noch ein Stück härter zustieß, um sie endgültig über die Kante zu treiben.

Es waren nun exakt drei Monate vergangen, seit Nami ihm das erste Mal unerschrocken ins Gesicht gesagt hatte, dass sie ihn liebte.

Drei Monate, in denen er diese drei Worte selbst noch kein einziges Mal über die Lippen gebracht hatte. Doch er hatte es ihr in dieser Zeit so oft, auf so viele verschiedene Arten und in so vielen anderen Worten gezeigt.

Ohne die belebenden, tiefen Stöße auch nur für eine Sekunde zu unterbrechen, neigte er den Kopf tief an ihr Ohr. Sein heißer Atem traf ihre Haut, als seine tiefe, raue Stimme ein raues Flüstern von sich gab:

„Komm… mein Schatz.“

Namis ozeanfarbene Augen weiteten sich augenblicklich vor schierer Fassungslosigkeit. Ein langer, zitternder Schrei entwich ihrer Kehle, als ihr Körper explodierte und sie unter ihm in heftigen Wellen tatsächlich kam.

„Schatz…“ Dieses eine Wort. Es war das allererste Mal, dass er sie so nannte, dass er ein so unendlich intimes, liebevolles Kosewort für sie benutzte. Es traf sie tiefer als jeder Stoß zuvor und bereitete ihr eine heftige, heiße Gänsehaut, die über ihren gesamten Körper raste und wie ein Katalysator für den Orgasmus wirkte.

Das Gefühl, wie sie sich eng und pulsierend um ihn zusammenzog, raubte Kai den letzten Rest seiner Beherrschung. Ein tiefes, grollendes Stöhnen entwich seiner Brust. Er vergrub sein Gesicht tief in ihrer Halsbeuge, stieß ein letztes Mal kompromisslos zu und kam gemeinsam mit ihr, während er sie einfach nur noch an sich presste.

Kai rührte sich für eine lange Zeit nicht. Er blieb schwer atmend auf ihr liegen, das Gesicht tief in ihrer warmen Halsbeuge vergraben, während sein Herzschlag wie ein wilder Trommelwirbel gegen ihre Brust hämmerte. Das einzige Geräusch im Raum war ihr synchrones, flaches Atmen. Erst als sich der erste, betäubende Rausch der Erschöpfung legte, rollte er sich mit einer langsamen, behutsamen Bewegung an ihre Seite.

Er zog sie sofort ohne zu fragen an seine breite, nackte Brust und schlang seinen massiven Arm fest um ihre Taille.

Nami genoss die schwere, beschützerische Wärme seines Körpers. Sie schmiegte sich eng an ihn, legte den Kopf auf seine Schulter und malte mit den Fingerspitzen geistesabwesend kleine Kreise auf seine Brust. Die Stille im Raum war so dicht, und doch lag eine unendliche Geborgenheit darin.

„Schatz…“, flüsterte sie schließlich leise in die Dunkelheit des Raumes hinein. Das Wort fühlte sich auf ihren Lippen noch ganz ungewohnt an, aber es löste augenblicklich wieder diese wohlige Gänsehaut in ihr aus. Sie hob den Kopf leicht an, um aus ihren ozeanfarbenen Augen zu ihm aufzusehen.

„Das war das erste Mal, dass du mich so genannt hast.“

Kai hielt ihrem Blick stand. Seine rubinroten Augen waren wieder ruhiger geworden, tief und unergründlich. In den letzten drei Monaten hatte er die drei magischen Worte kein einziges Mal ausgesprochen, und sie beide wussten, dass er dafür einfach Zeit brauchte.

Aber für Nami spielte das keine Rolle mehr. Wenn er ihr sagte, dass sie seine Realität war, dass sie zu ihm gehörte, dann waren das für sie genau diese Worte. Nur eben auf seine Weise verpackt... unerschütterlich und absolut.

Er erwiderte nichts auf das Kosewort, doch seine Hand wanderte langsam nach oben und strich ihr eine verirrte, silberweiße Locke sanft aus dem Gesicht. Seine Züge blieben starr, doch der Tonfall seiner tiefen, rau vibrierenden Basslinie war unendlich intensiv.

„Du weißt, ich beobachte dich, Nami“, raunte er leise und fixierte sie mit diesem messerscharfen, fast schon erschreckend präzisen Blick, den sie so gut an ihm kannte.

„Jeden Tag. Und mir ist aufgefallen, dass du immer genau zu dieser Zeit deines Zyklus viel mehr Nähe brauchst. Du willst mehr geküsst werden, du willst fester gehalten werden und du bist unruhiger als sonst.“

Nami hielt mitten in der Bewegung inne. Ihre Finger auf seiner Brust erstarrten, und sie blinzelte ihn fassungslos an.

„Ich merke mir das jetzt endlich mal“, fuhr Kai mit stoischer Seelenruhe fort, als würde er ein logisches Gesetz analysieren. Ein ganz schwaches, unendlich beschützerisches Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen.

„Dann musst du mir in Zukunft keine Zeichen mehr senden. Ich weiß es dann einfach von selbst.“

Eine heftige, zartrosa Röte schoss Nami augenblicklich in die Wangen. Sie spürte, wie ihr Gesicht regelrecht glühte, und sie vergrub die Nase peinlich berührt ein Stück in seiner Halsbeuge, um ihren Gesichtsausdruck zu verbergen.

„Mir… mir war das ehrlich gesagt selbst überhaupt nicht bewusst“, murmelte sie mit leicht gedämpfter, verlegener Stimme gegen seine Haut.

Ein tiefes, dunkel amüsiertes Vibrato ging durch Kais Brust, als er ihr leises Aufkeuchen hörte. Er schlang den Arm nur noch ein Stück fester um sie, drückte sie so nah an sich, dass kein Blatt Papier mehr zwischen sie gepasst hätte, und hauchte einen rauen, besitzergreifenden Kuss auf ihre Schläfe.

Er brauchte keine Liebesgeständnisse aus Büchern... sie so intensiv zu kennen, dass er ihre Bedürfnisse vor ihr selbst verstand, war seine Art, ihr sein gesamtes Herz zu Füßen zu legen.

Nami begann leise zu kichern, und das vibrierende Geräusch kitzelte an seiner Haut, als sie das Gesicht wieder aus seiner Halsbeuge hob. Ein unendlich belustigtes, warmes Strahlen lag in ihren ozeanfarbenen Augen, während sie ihn durch ihre silberweißen Wimpern hindurch ansah.

„Weißt du eigentlich, dass das vorhin fast schon klischeehaft war?“, neckte sie ihn leise, während ihr Finger wieder anfing, über seine Schlüsselbeine zu streichen.

„Die eigene Freundin kommt ihren Freund mal eben auf der Arbeit besuchen, und das Erste, was sie tun, ist, sich im Büro einzuschließen und leidenschaftlich übereinander herzufallen. Wenn Tyson das wüsste…“

Kai stieß ein tiefes Schnauben aus, das seine absolute Gleichgültigkeit gegenüber Tysons Meinung oder irgendwelchen Klischees unterstrich.

Sein Arm um ihre Taille zog sie nur noch ein Stück unnachgiebiger an sich.

„Du warst zwei Tage bei deinen Eltern drüben“, raunte seine tiefe, raue Stimme absolut trocken, als wäre das Erklärung genug für alles, was in den letzten dreißig Minuten auf der Couch passiert war.

„Ich habe dich eben vermisst. Punkt.“ Er machte eine kurze Pause, und seine Züge verdunkelten sich bei der Erinnerung an die vergangenen Minuten minimal.

„Außerdem hat Dickenson mir dieses Mal mehr Stunden für meine Junioren, für tiefere Trainingsanalysen aufgezwängt. Und diese Gören waren derart schwer von Begriff, dass mich diese zwei Tage mehr gestresst haben als die gesamte Woche davor.“

Nami musste laut auflachen. Das melodische, freie Geräusch erfüllte den abgedunkelten Raum, und sie drückte sich gerührt und unendlich liebevoll fest an seine breite Brust, um sein mürrisches Gesicht zu besänftigen.

Es war einfach typisch Kai... die Welt konnte ihn in den Wahnsinn treiben, aber bei ihr entlud sich die angestaute Spannung in purer, besitzergreifender Leidenschaft.

Als ihr Lachen langsam abebbte, wurde ihr Blick wieder weicher, getragen von einer tiefen Ehrlichkeit. Sie sah zu ihm auf und strich ihm sachte über die Wange.

„Wenn du wüsstest…“, gestand sie leise, und ein Hauch von Sehnsucht schwang in ihrer Stimme mit. „In der Nacht, als ich drüben in meinem alten Zimmer lag… da habe ich mitten in der Nacht kurz ernsthaft darüber nachgedacht, einfach aufzustehen und die 800 Meter zu Fuß rüber zum Ayame-Anwesen zu laufen. Nur weil ich deine Nähe so schrecklich vermisst habe und das Bett ohne dich viel zu groß war.“

Sie schenkte ihm ein unendlich warmes Lächeln und schüttelte den Kopf. „Ich bleibe definitiv nicht so schnell wieder über Nacht weg.“

Kai sah sie aus seinen rubinroten Augen flach an, während sich seine Stirn in leichte, mürrische Falten legte. Der besitzergreifende Druck seiner Hand an ihrer Hüfte verstärkte sich prompt, als fände er den bloßen Gedanken an die räumliche Trennung nachträglich noch ärgerlich.

„Warum musstest du überhaupt über Nacht dort bleiben?“, raunte seine tiefe Stimme fordernd, während er den Blick gar nicht von ihr abwenden wollte. „Zum Schlafen hättest du auch getrost zu mir ins Anwesen kommen können. 800 Meter sind kein Weg.“

Nami schmunzelte leise bei seinem typisch besitzergreifenden Tonfall, strich ihm beruhigend über den muskulösen Oberarm und blickte ihn mit einem entschuldigenden, aber unendlich warmen Lächeln an.

„Midori hat mich angebettelt“, erklärte sie sanft und legte den Kopf etwas mehr auf seiner Brust ab. „Sie wollte unbedingt einen dieser typischen Schwestern-Filmeabende mit anschließender Übernachtung machen. Wir haben uns ewig nicht mehr so intensiv unterhalten, und ich konnte ihr den Wunsch einfach nicht abschlagen.“ Sie seufzte leise, ein spitzbübisches Funkeln kehrte in ihre ozeanfarbenen Augen zurück, als sie sich enger an ihn drückte.

„Das hier… war dann eben die Konsequenz aus einer Nacht Nähe-Entzug.“

Kai schnaubte leise, doch das drohende Dunkel in seinem Blick verflüchtigte sich wieder. Er vergrub die Finger noch einmal tief in ihren silberweißen Locken, zog sie ein Stück höher und hauchte ihr einen besitzergreifenden, rauen Kuss auf die Stirn.

Midori hin oder her... für ihn stand fest, dass er so schnell auf keinem Kalender mehr zwei Tage ohne sie eintragen würde.

Das Rascheln von Stoff und das leise Klicken von Knöpfen waren die einzigen Geräusche, die das allmähliche Ende ihrer gemeinsamen Isolation ankündigten. Nami stand vor dem großen, glänzenden Mahagoni-Schreibtisch und strich sich mit geübten Bewegungen das Kleid glatt, während sie im Spiegelbild der abgedunkelten Fensterscheibe ihre silberweißen Wellen richtete, die durch Kais unnachgiebige Finger wild zerzaust worden waren. Ihre ozeanfarbenen Augen besaßen noch immer diesen dunklen, satten Glanz, und die zartrosa Röte auf ihren karamellfarbenen Wangen war der eindeutige Beweis für das, was sich auf der Ledercouch abgespielt hatte.

Kai trat von hinten an sie heran. Er hatte sein  Shirt bereits wieder an, strich sich die dunklen Haare aus der Stirn und warf einen flüchtigen, messerscharfen Blick auf die Wanduhr.

„Die Mittagspause ist in genau acht Minuten zu Ende“, raunte seine tiefe Bassstimme trocken, während seine großen Hände von hinten an ihre Taille glitten. Er zog sie fest gegen seine muskulöse Brust und vergrub das Gesicht noch ein letztes Mal kurz an ihrem Hals, um ihren Duft einzuatmen.

„Eigentlich gäbe es absolut keinen Grund, warum ich mich da unten noch einmal blicken lassen sollte. Ich gehe da nur mit dir runter, weil du mich darum gebeten hast.“

Nami legte den Kopf lächelnd zurück und genoss die schwere, vertraute Wärme seines Körpers. „Ich weiß, Kai“, erwiderte sie spitzbübisch und drehte sich in seinen Armen um, um ihm einen sanften Kuss auf die Wange zu geben.

„Aber ich möchte den Jungs nochmal kurz Hallo sagen und danach liebend gerne unten bei den Trainings der Junioren zusehen. Ich will doch sehen, ob diese Neulinge dich wirklich so sehr in den Wahnsinn treiben.“

Kai stieß ein tiefes, mürrisches Schnauben aus, das keinen Zweifel daran ließ, was er von Dickensons aufgezwungenen Lehrlingen hielt. Doch der amüsierte Glanz in ihren Augen besänftigte ihn.

Er löste sich von ihr, strich sein Shirt glatt und öffnete schließlich mit einem schweren Klicken die Bürotür. Die kühle, unnahbare Maske legte sich im Bruchteil einer Sekunde wieder auf seine markanten Züge... doch seine Hand suchte sofort wieder die ihre, um sie besitzergreifend festzuhalten, während sie den Flur hinabgingen.

Als sie die Mensa betraten, war die Atmosphäre beinahe genau so, wie sie sie verlassen hatten. Tyson, Max und Ray saßen immer noch an dem großen Tisch, nur dass die Schalen mit dem Essen mittlerweile bis auf den letzten Krümel geleert waren.

Tyson, der gerade den letzten Schluck aus seinem Glas trank, hielt mitten in der Bewegung inne, als er die beiden erblickte. Ein breites, unendlich dämliches Grinsen breitete sich unaufhaltsam auf seinem Gesicht aus.

„Na sieh mal einer an!“, tönte Tyson lautstark durch den Raum, völlig unbeeindruckt von Kais mörderischem Blick.

„Das Meeting im Büro muss ja ein echter… strategischer Erfolg gewesen sein. Du siehst ganz schön erholt aus, Kai. Und Nami, sag mal, ist es da oben so heiß, oder warum bist du so rot im Gesicht?“

Max prustete leise in seinen Becher, während Ray sich im Hintergrund einfach nur tiefenentspannt ins Fäustchen grinste.

Kai rührte keine Miene. Seine rubinroten Augen verengten sich zu gefährlichen Schlitzen, und er verharrte direkt vor dem Tisch. Seine Aura drückte so schwer und dominant in den Raum, dass Tyson das Grinsen augenblicklich im Hals stecken blieb.

„Tyson“, raunte Kais tiefe, raue Stimme mit einer Eiskälte, die keinen Widerspruch duldete.

„Warum lungerst du eigentlich immer noch hier herum? Du arbeitest hier nicht einmal. Du bist nur auf Kurzbesuch hier.“

Er trat einen Schritt näher, den Blick fest auf Tyson fixiert, während seine Stimme noch eine Spur trockener wurde. „Solltest du nicht eigentlich im Dojo deines Großvaters sein und dich darauf vorbereiten, den Schuppen bald komplett zu übernehmen? Mr. Dickenson zahlt dir hier kein Gehalt fürs Rumsitzen.“

Tyson hob augenblicklich abwehrend die Hände, während ihm die Schamröte ins Gesicht stieg, weil Kai ihn so eiskalt vor den anderen abserviert hatte. Er schloss demonstrativ den Mund und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin.

Nami musste sich auf die Unterlippe beißen, um nicht laut aufzulachen. Sie spürte, wie Kais Griff um ihre Hand noch ein Stück fester, noch ein Stück besitzergreifender wurde... ein stummer Beweis dafür, dass die Welt draußen reden konnte, was sie wollte. Sie gehörte ihm, und er würde sich jetzt ganz in Ruhe mit ihr zu den Junioren begeben.

Als die acht Minuten der Mittagspause unbarmherzig verstrichen waren, erhob sich die kleine Runde am Tisch fast synchron.

Tyson brummte zwar immer noch ein wenig beleidigt über Kais trockenen Konter, doch der Hunger war gestillt, und die Pflichten des Tages riefen. Gemeinsam verließen sie die Mensa und traten hinaus in die weitläufigen, hell erleuchteten Korridore des BBA-Hauptquartiers.

Während sie nebeneinanderherschritten, heftete sich Max’ Blick wie magnetisch nach unten. Seine Augen weiteten sich ein kleines Stück, und er starrte wie gebannt auf die Hände von Kai und Nami. Ihre Finger waren fest und vollkommen selbstverständlich ineinander verschlungen, während sie im Gleichschritt gingen. Es war ein Bild, das man bei dem sonst so unnahbaren, distanzierten Kai Hiwatari wohl nur im Traum erwartet hätte.

„Du starrst ziemlich offensichtlich“, flüsterte Ray ihm von der Seite amüsiert zu. Ein vielsagendes, tiefenentspanntes Grinsen lag auf den Lippen des Katzenbit-Beast-Meisters, als er Max sachte mit dem Ellbogen in die Rippen stieß.

Max schreckte kurz auf, errötete leicht und kratzte sich verlegen am Hinterkopf, hielt aber brav den Mund. An der nächsten großen Kreuzung der Korridore hielten sie an.

„Wir müssen rüber zu den hinteren Simulatoren“, erklärte Ray und nickte verabschiedend in die Runde. Max winkte Nami noch einmal fröhlich zu, ehe die beiden in den linken Korridor abbogen.

Tyson wiederum streckte ausgiebig die Arme über den Kopf und gähnte herzhaft. „Und ich mache mich mal auf den Weg zurück zum Dojo. Mein Opa kriegt sonst die Krise, wenn die Holzböden nicht rechtzeitig gefegt sind, bevor die ersten Schüler kommen. Macht’s gut, ihr beiden!“ Mit einem lässigen Gruß drehte er sich um und steuerte den Ausgang des Hauptquartiers an.

Nami sah ihnen lächelnd hinterher, ehe sie ihren Blick wieder zu Kai wandte. „Dann wollen wir mal zu deinen Sorgenkindern“, schmunzelte sie leise. Kai erwiderte nichts, doch der besitzergreifende Druck seiner Finger um ihre Hand verstärkte sich kurz, ehe er sie zielsicher in den rechten Korridor führte, der direkt zu den Junioren-Trainingshallen leitete.

Als sie die schwere Tür der Halle öffneten, schlug ihnen sofort das vertraute, metallische Summen von rotierenden Beyblades und das dumpfe Echo von Rufen entgegen. Inmitten der Halle stand ein großes Übungsstadion, um das sich fünf Junioren versammelt hatten... vier Jungs und ein einziges Mädchen.

Sie alle trugen die Trainingskleidung der BBA und wirkten sichtlich angespannt, da sie Kais Rückkehr bereits erwartet hatten.

Nami steuerte die hölzerne Zuschauerbank am Rand an, um sich dort in Ruhe niederzulassen. Doch noch bevor sie sich ganz setzen konnte, löste sich das zwölfjährige Mädchen aus der Gruppe. Ihre Augen leuchteten augenblicklich auf, als sie die silberweißen Wellen und die ozeanfarbenen Augen der jungen Frau erkannte.

„Nami!“, rief die Kleine glücklich und kam mit schnellen Schritten auf sie zugelaufen.

Nami lächelte sofort warm. Es war Aya. Die beiden waren sich vor einigen Monaten hier in der BBA das erste Mal begegnet, als Nami zu Lehrzwecken einen High-Level-Showkampf gegen Kai abgehalten hatte.

Damals hatte Aya wie gebannt am Rand gestanden, fasziniert von Namis Eleganz und Stärke auf dem Kampffeld.

„Hallo, Aya“, begrüßte Nami sie herzlich und spürte die ehrliche Freude des Mädchens. „Schön, dich wiederzusehen. Du hast es also tatsächlich in Dickensons tieferes Analyse-Programm geschafft?“

Aya nickte eifrig, schien aber gleichzeitig einen nervösen Blick zu Kai zu werfen, der mit verschränkten Armen und unnahbarer Miene neben Nami aufgetaucht war. Seine rubinroten Augen fixierten die Gruppe unbarmherzig. Die vier Jungs am Stadion, die eben noch lautstark diskutiert hatten, erstarrten augenblicklich. Als ihr Blick von Kais eisiger Aura zu Namis bildschöner, warmer Erscheinung wanderte, schoss allen vieren prompt eine intensive Röte ins Gesicht.

Sie blickten hastig zu Boden, scharrten mit den Füßen und wussten plötzlich gar nicht mehr, wohin mit ihren Händen.

Kai kommentierte das auffällige Erröten der Teenager nicht weiter, doch seine Aura drückte merklich schwerer in den Raum.

„Genug geredet“, raunte Kais tiefe Stimme kühl durch die Halle, und das sanfte Zittern der Junioren war fast greifbar. „Aya, an die Startposition. Wir machen genau da weiter, wo wir vor der Pause aufgehört haben. Und diesmal erwarte ich eine saubere Flugbahn.“

Aya schluckte einmal schwer, nickte eifrig und hastete zurück an ihre Position am Stadion. Die vier Jungs schien das eisige Auftreten ihres Trainers regelrecht zu lähmen, während sie hastig ihre Beyblades in die Launcher einspannten.

Kai trat an den Rand des Stadions, die Arme noch immer vor der muskulösen Brust verschränkt. Seine rubinroten Augen scannten jede noch so kleine Bewegung der Jugendlichen. „Drei… zwei… eins…“, kommandierte er harsch.

„Let it rip!“, tönte es fünfstimmig durch die Halle.

Die Blades schossen mit einem gellenden Surren ins Center. Doch schon nach den ersten Sekunden zeigte sich genau das Problem, das Kai so frustriert hatte: Die Jungs spielten unnötig aggressiv, blockierten sich gegenseitig und Aya, die sichtlich versuchte, eine saubere, strategische Flugbahn zu halten, wurde durch das chaotische Durcheinander immer wieder ins Straucheln gebracht.

Ihr Blade fing an zu eiern. Ihr fehlte der nötige Druck, um sich gegen die Übermacht der Jungs durchzusetzen, und ihre Hände zitterten leicht unter Kais unbarmherzigem Kontrollblick.

„Abbruch“, raunte Kais Stimme, noch ehe das erste Blade flog. Die Junioren fingen ihre Blades deprimiert auf. Kai fixierte Aya mit einem messerscharfen Blick.

„Aya, dein Winkel beim Abschuss war wieder zu flach. Wenn du den Rotationsdruck der anderen nicht ausgleichst, frisst dich das Stadion auf, bevor du überhaupt angreifen kannst. Noch einmal.“

Die Zwölfjährige biss sich frustriert auf die Unterlippe. Nami, die das Geschehen von der Bank aus aufmerksam beobachtet hatte, sah das leichte Zittern in Ayas Fingern. Sie kannte diesen Druck... und sie kannte Kai.

Sie wusste, dass er kein schlechter Trainer war, aber seine Ansprüche waren astronomisch hoch, und für ein junges Mädchen in einer reinen Jungsgruppe war die mentale Barriere manchmal höher als die technische.

Ohne ein Wort erhob Nami sich von der hölzernen Bank. Ihre silberweißen Wellen wippten sachte bei jedem Schritt, als sie leise an das Stadion herantrat. Kai bemerkte ihre Annäherung sofort, bewegte sich aber nicht. Er zog lediglich eine Augenbraue hoch und sah sie stumm von der Seite an.

Nami ignorierte den Blick ihres Freundes charmant, trat direkt an Ayas Seite und legte ihr behutsam eine Hand auf die Schulter. Die wohlige, beruhigende Wärme, die Nami ausstrahlte, ließ das Mädchen sofort ein wenig entspannen.

„Du versuchst, Kais Tempo zu spielen, Aya“, sagte Nami mit einer unendlich sanften, aber absolut klaren Stimme.

„Aber du bist nicht Kai. Dein Blade ist auf Wendigkeit und Konter ausgelegt, nicht auf brutale Zerstörung.“

Sie beugte sich ein wenig vor, sodass ihre ozeanfarbenen Augen auf Augenhöhe mit denen der Zwölfjährigen waren.

„Wenn die Jungs gleich loslegen, achte nicht auf ihre Lautstärke. Warte, bis der erste Aufprall die Mitte spaltet. Setz deinen Launcher beim Start um exakt fünf Grad steiler an... nutz den Sog des Stadions, anstatt gegen ihn anzukämpfen. Vertrau auf deine Intuition, nicht auf deine Angst vor Fehlern.“

Aya sah Nami mit großen, staunenden Augen an. Die Worte trafen genau den Kern ihres Problems. Sie atmete einmal tief durch, spürte das neu entfachte Selbstvertrauen und nickte fest. „Danke, Nami.“

Nami schenkte ihr ein warmes Lächeln, tat zwei Schritte zurück und stellte sich direkt neben Kai. Sie spürte seinen intensiven Blick auf ihrer Schläfe.

„Mischst du dich jetzt in mein Training ein?“, raunte seine tiefe Stimme so leise, dass nur sie es hören konnte. Doch in dem Tonfall lag kein Ärger... es war dieses ganz spezielle, raue Knistern, das nur ihr galt.

„Ich helfe nur, deine Nerven zu schonen, Kai.“, flüsterte sie spitzbübisch zurück, ohne den Blick vom Stadion zu wenden.

Kai schnaubte leise, gab der Gruppe aber sofort das Signal zum nächsten Start. Wieder surrten die Blades ins Stadion. Die Jungs krachten sofort wieder mit lautem Getöse aufeinander. Doch diesmal blieb Aya ruhig.

Sie setzte den Launcher genau in dem steileren Winkel an, den Nami ihr empfohlen hatte. Ihr Blade schoss wie ein silberner Blitz am inneren Rand des Stadions entlang, nutzte den perfekten Sog und stach in genau der Sekunde ins Zentrum vor, als die Jungs sich gegenseitig blockierten. Mit einem sauberen, kraftvollen Konter wirbelte Ayas Blade zwei der gegnerischen Kreisel mit einem Schlag krachend aus dem Ring.

„Ja!“, entfuhr es Aya unwillkürlich, und ein stolzes, glückliches Strahlen legte sich auf ihr Gesicht.

Nami lächelte zufrieden. Sie wandte den Kopf leicht nach rechts, um Kais Reaktion zu sehen... und was sie sah, ließ ihr Herz augenblicklich höher schlagen. Kai hatte die Arme sinken lassen. Seine rubinroten Augen lagen fest auf Nami, und auf seinen markanten Zügen spiegelte sich ein seltenes, unendlich stolzes und tiefes Schmunzeln wider.

Es war genau dieser eine, flüchtige Moment, in dem er seine eiskalte Maske komplett fallen ließ. Er sagte kein Wort der Bewunderung, aber sein Blick verriet ihr alles: Er liebte ihren Verstand, ihre Schärfe und die Art und Weise, wie sie die Welt um sich herum las.

Ohne Rücksicht auf die Junioren zu nehmen, trat er einen halben Schritt näher, sodass sich seine Schulter fest gegen ihre drückte... sein stummer, besitzergreifender Applaus für die Frau, die ihn wieder einmal ohne Worte vollkommen verstanden hatte.

Kai übergab die Junioren etwa zehn Minuten später für den Rest der Stunde ohne große Umschweife an einen der Co-Trainer, da der entscheidende Knoten bei Aya geplatzt war und er für heute genug von Dickensons Neulingen hatte.

Er packt seine Sachen, suchte mit einem kurzen, fordernden Blick die Hand seiner Freundin und zog sie mit sich aus der Halle, noch bevor das laute Gemurmel der Jugendlichen richtig einsetzen konnte.

Sie traten hinaus in die kühleren, ruhigeren Korridore, die zum hinteren Ausgang des Hauptquartiers und dem dortigen Parkplatz führten. Der Trubel der BBA verblassste mit jedem Schritt, den sie hinter sich ließen. Nami genoss das gleichmäßige Klacken ihrer Schritte auf dem glatten Boden und die vertraute, feste Wärme seiner Hand, die ihre Finger umschlossen hielt.

Als sie die schwere Glastür passierten und die frische Luft des späten Nachmittags sie empfing, lockerte sich Kais unnahbare Maske merklich. Der Parkplatz war zu dieser Zeit angenehm leer.

Nami nutzte den ruhigen Moment, verlangsamte ihren Schritt ein wenig und sah von der Seite zu ihm auf. Ihre silberweißen Locken tanzten leicht im Wind. Ein unendlich spitzbübisches, warmes Funkeln trat in ihre ozeanfarbenen Augen.

„Du hast vorhin übrigens eine wirklich gute Figur als Trainer abgegeben… Schatz“, sagte sie mit einer unendlich sanften, fast beiläufigen Stimme und betonte das letzte Wort mit einem charmanten, leisen Raunen.

Kai hielt mitten in der Bewegung inne. Seine Schritte stockten abrupt direkt neben seinem Wagen. Er drehte den Kopf zu ihr, und seine rubinroten Augen fixierten sie augenblicklich mit einer ungeahnten Intensität. Das Wort aus ihrem Mund zu hören... genau das Kosewort, das er vorhin in der absoluten Intimität des Büros so unendlich bewusst und tief gewählt hatte... ,ließ seinen Blick augenblicklich dunkler werden.

Bevor sie reagieren konnte, ließ er ihre Hand los, packte sie stattdessen fest an der Hüfte und drückte sie mit einer fließenden, dominanten Bewegung sachte gegen die kühle Flanke seines Wagens. Er beugte sich so tief zu ihr herab, dass sein heißer Atem ihre Wangen streifte und seine massive Gestalt sie vollkommen von der Außenwelt abschirmte.

Ein raues, tief dunkel amüsiertes Vibrato ging durch seine Brust, als er ihren leicht beschleunigten Atem registrierte.

„Du spielst mit dem Feuer, mein Schatz...“, raunte seine tiefe Bassstimme unendlich intensiv an ihrem Ohr, während seine Hand an ihrer Hüfte einen besitzergreifenden Druck ausübte. Er sah ihr tief in die Augen, und für einen Moment lag all das ungesagte, tiefe Gefühl in seinem Blick, das er in Worten so selten teilte. Für ihn brauchte es keine großen Reden... jede Geste, jeder besitzergreifende Griff und die Art, wie er sie ansah, sprach ohnehin Bände.

„Aber wenn dir das Wort so gut gefällt… gewöhn dich ruhig daran. Du wirst es in Zukunft öfter von mir hören.“

Nami spürte, wie eine wohlige Gänsehaut über ihren Nacken raste, während ihr Herz heftig gegen die Rippen schlug.

Sie legte die Hände auf seine breiten Schultern, lächelte glücklich und sah, wie sich das raubtierhafte, aber unendlich stolze Schmunzeln wieder auf Kais Lippen stahl, ehe er sich hinabneigte, um ihr einen tiefen, besitzergreifenden Kuss auf die Lippen zu drücken.