LNCrawler

Hochgepeitscht

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Hochgepeitscht

Trigger! Explizite Sexualität

Unter anderem Fixieren

Dominantes Verhalten

Überreizung

Das Adrenalin aus dem Magnet-Stadium, das pulsierende Nachleuchten ihrer verschmolzenen Auren und der angestaute emotionale Druck hatten sich in eine hochexplosive Ladung verwandelt, die jetzt, in diesem Moment, detonierte.

Kai beschleunigte seine Schritte, hielt ihre Hand in einem eisernen, unnachgiebigen Griff und lenkte sie an der nächsten Kreuzung des sterilen Flurs scharf nach rechts, weg von den Aufzügen, die zum Tiefgaragen-Parkplatz führten.

„Kai...?“, hauchte Nami überrascht, als sie das Tempo spürte, doch sie stellte keine Fragen. Ihr Blick fing das brennende, fast schon wilde Funkeln in seinen rubinroten Augen ein, und ein Schauder purer Vorfreude lief ihr über den Rücken.

Am Ende des Ganges lag die schwere, dunkel furnierte Echtholztür zu seinem privaten BBA-Büro. Der Raum roch nach schwerem Leder, kalter Bergluft, trockenem Zeder und dem dunklen, harzigen Ozon ihrer entfesselten Bit-Beasts. Kai riss die Klinke nach unten, stieß die Tür auf und zog Nami mit einer einzigen, kraftvollen Bewegung hinter sich her in die schwere, von goldrotem Zwielicht durchsetzte Dunkelheit des Raumes.

Noch bevor die Tür mit einem satten, schweren Klack ins Schloss fiel und verriegelte, gab es kein Halten mehr. Sie fielen regelrecht übereinander her.

Nami schlang die Arme um seinen Nacken, krallte die Finger in sein dunkles Haar, während Kai sie mit dem Rücken hart gegen die geschlossene Tür drängte. Seine großen Hände vergruben sich in ihrem silbrigen Haar, das wie ein wilder, weißer Wasserfall um sie herumflog, während er seine Lippen auf ihre presste. Es war kein sanfter Kuss. Es war eine besitzergreifende, ungezähmte Kollision... die Fortsetzung ihres Kampfes mit anderen Mitteln.

Ihre Lippen trafen sich mit einer gierigen, fast schmerzhaften Intensität, ein stummer Schrei nach Nähe, der die kühle Büroluft augenblicklich erhitzte. Doch so sehr Nami die Initiative gesucht hatte, so schnell übernahm Kais Dominanz mit absoluter Selbstverständlichkeit wieder die Führung. Er war der Champion, der keine Kontrolle abgab, wenn sein inneres Feuer erst einmal entfacht war.

Er löste die Lippen von ihren, nur um eine Spur heißem Atem auf ihrer Haut zu hinterlassen. Seine Zähne vergruben sich rau in der empfindlichen Haut ihres Halses, bissen ihr immer wieder leicht hinein, bis sie leise aufkeuchte und den Kopf in den Nacken legte. Jeder kleine Biss war wie ein Stempel, ein unmissverständliches Zeichen dafür, zu wem sie gehörte. Sein Mund wanderte höher, biss sanft in ihre Unterlippe, ehe er seinen Weg über ihren Kiefer hinab zu ihren Schultern fand. Er schob den hellen Stoff ihrer Kleidung rücksichtslos beiseite, um die warme, karamellfarbene Haut freizulegen, und hinterließ auch dort seine Spuren.

Nami zitterte unter der schieren Wucht seiner Präsenz. Das hier war die Revanche, nach der sie sich gesehnt hatte... das vollkommene Vergessen, das Verbrennen aller Sorgen und des Stresses der letzten Wochen unter der Hitze seiner Berührungen. Seine Aura rieb sich an ihrer wie trockenes Holz an einer Flamme, und ihr eigener Instinkt forderte diese Härte regelrecht ein.

Kai gab ihr keine Zeit zum Atmen. Er nutzte sein körperliches Gewicht, drängte sie von der Tür weg und bewegte sie mit einer fließenden, unaufhaltsamen Dynamik direkt nach unten auf den weichen, dunklen Teppichboden des Büros. Er ging über ihr runter, platzierte seine Knie links und rechts von ihren Hüften und vergrub seine Hände fest in ihren Handgelenken, um sie über ihrem Kopf zu fixieren.

Er sah auf sie herab, die Haare wirr in der Stirn, die rubinroten Augen dunkel vor brennendem Verlangen, während sein Atem schwer auf ihr Gesicht traf.

„Du wolltest die Hölle heiß.“, raunte er mit einer so tiefen, rauen und gefährlichen Stimme, dass es ihr durch Mark und Bein ging. „Jetzt beschwer dich nicht, wenn du verbrennst.“

Nami lag unter ihm, die Handgelenke fest in seinem eisernen Griff fixiert, während ihr silbriges Haar wie ein wilder Teppich auf dem dunklen Boden des Büros ausgebreitet war. Ihre ozeanfarbenen Augen spiegelten das brennende Rot seiner Pupillen wider. Trotz der Dominanz, mit der er sie kontrollierte, wich der Stolz nicht aus ihren Zügen. Sie hob das Kinn leicht an, atmete die schwere, vom Ozon des Kampfes geschwängerte Luft ein und schenkte ihm ein absolut provokantes, heißes Lächeln.

„Dann lass mich verdammt noch mal brennen, Kai“, forderte sie ihn mit einer rauen, herausfordernden Stimme auf, die vor Verlangen vibrierte.

Kais ließ ihre Handgelenke los, griff mit beiden Händen nach dem Ausschnitt ihres hellen Oberteils und riss den Stoff mit einer einzigen, rohen und kompromisslosen Bewegung mitten entzwei. Das scharfe Geräusch von reißenden Nähten gellte durch das Zimmer. Nami stieß trotz all ihrer Kampfeslust einen überraschten, hellen Aufschrei aus, als die kühle Büroluft plötzlich ungehindert auf ihre erhitzte Haut traf.

Bevor sie diesen Moment der Überrumpelung ganz verarbeiten konnte, war Kai schon wieder über ihr. Er schob den BH mit einer harten, ungeduldigen Bewegung beiseite, beugte sich tief hinab und schloss die Lippen um ihren Nippel. Er saugte sich fest, mit einer Intensität, die ihr den Atem raubte, ehe er seine Zunge in langsamen, heißen Zügen erst über die empfindliche Spitze und dann die Haut hinauf gleiten ließ. Er wanderte über den Bogen ihres Schlüsselbeins, vorbei an der Pulsader an ihrem Hals, bis er ihr Ohr erreichte, wo sein schwerer Atem sie erzittern ließ.

Nami wimmerte erregt auf. Ein tiefes, unkontrolliertes Seufzen entwich ihrer Kehle, und sie wand sich hilflos unter dem massiven Gewicht seines Körpers, während eine Welle aus purer Elektrizität durch ihren Unterleib schoss.

Kai war nicht mehr aufzuhalten. Er griff nach unten, zog ihren Rock mit einem schnellen Ruck aus, packte den dünnen Stoff ihres Slips und riss ihn mit derselben unbarmherzigen Effizienz entzwei. Im nächsten Moment befreite er sich selbst mit schnellen, routinierten Griffen aus seiner eigenen Hose. Die Kühle des Raumes spielte keine Rolle mehr; die Hitze, die von ihren Körpern ausging, war absolut einnehmend.

Er drängte sich fließend zwischen ihre Oberschenkel. Mit einer großen, rauen Hand packte er ihr rechtes Bein und drückte es mit bestimmter Kraft nach oben, bis ihre Wade schwer auf seiner breiten Schulter zum Liegen kam. Ihr anderes Bein wurde seitlich flach auf den Boden gespreizt, was sie völlig schutzlos und maximal vor ihm öffnete. Kai fixierte sie noch für den Bruchteil einer Sekunde... ein letzter, tiefer Blick aus seinen rubinroten Augen, der ihr zeigte, dass es kein Zurück mehr gab.

Dann, mit einem einzigen, heftigen und tiefen Ruck, drang er in sie ein.

Ein heiserer, abgehackter Schrei entwich Namis Kehle, als er mit diesem einen, kompromisslosen Stoß die Distanz zwischen ihnen komplett vernichtete. Ihr Kopf flog zurück, die Augen weiteten sich für einen atemlosen Moment, bevor die Lider schwer nach unten sanken. Jede Faser ihres Körpers spannte sich unter der plötzlichen, absolut überwältigenden Fülle.

Kai gab ihr keine Sekunde, um sich an das Gefühl zu gewöhnen. Angetrieben von der rohen Energie, die sich in den letzten Stunden angestaut hatte, begann er sofort, sich in ihr zu bewegen. Der Rhythmus, den er anschlug, war hart, schnell und von einer besitzergreifenden Intensität geprägt, die ihr keinerlei Spielraum ließ. Seine Hüften stießen unbarmherzig und tief gegen ihre, während ihre Wade, die immer noch hoch auf seiner breiten Schulter lag, bei jeder einzelnen Bewegung mitschwang.

„Kai..., Kai...“, schluchzte Nami laut auf. Sie war völlig überfordert von der plötzlichen, ungezähmten Erregung, die in ihrem Innern wie ein Lauffeuer explodierte. Das Adrenalin des vorherigen Beyblade-Matches schien sich direkt in pure, flüssige Lust verwandelt zu haben. Sie krallte die Fingernägel so fest in das feste Fleisch seiner Schultern, dass ihre Knöchel weiß anliefen. Ihr silbriges Haar flog wild auf dem dunklen Teppich hin und her.

„Nicht... nicht aufhören...“, wimmerte sie heiser, die Stimme gezeichnet von der süßen Qual der Überstimulation. Ihre ozeanfarbenen Augen öffneten sich einen Spaltbreit, glänzend vor Tränen der puren Lust.

„Kai... ich... ich komme...“

Kais rubinroter Blick verdunkelte sich nur noch mehr. Das enge, brennende Gefühl, wie ihr Inneres sich bereits um ihn zusammenzog... all das trieb ihn über den Rand der Vernunft. Er beschleunigte das Tempo noch einmal, stieß mit einer fast schon wütenden Leidenschaft in sie hinein, die jeden letzten Rest ihrer Beherrschung pulverisierte.

Nach nur wenigen weiteren Stößen brach die erste Welle über ihr zusammen. Nami schrie laut auf, während ihr gesamter Körper sich unter der Wucht des Orgasmus heftig zusammenkrampfte.

Doch Kai dachte nicht daran aufzuhören. Er spürte das Pulsieren ihres Höhepunkts, doch statt nachzugeben, mahlte sein Kiefer hart.

Er wollte mehr.

Seine Hände packten ihre Hüften mit unbarmherziger Kraft, hoben sie an und drehten ihren geschmeidigen Körper mitten in ihrem erregten Keuchen herum, sodass sie auf allen vieren auf dem dunklen Teppich kniete.

Kai kniete sich dicht hinter sie. Er griff mit einer Hand fest in das lange, seidige Haar an ihrem Hinterkopf und zog es nach hinten. Ihr Kopf wurde in den Nacken gezwungen, während er ihr Becken fest nach hinten drückte und von hinten mit einem tiefen Stoß wieder voll in sie eindrang.

„Ahhh...!“, schaffte Nami es noch zu schreien, doch der Ton erstarb in einem heftigen Schluchzen. Er traf jeden empfindlichen Nervenpunkt mit brutaler Präzision. Kai hielt ihr Haar fest umklammert, gab ihr keine Möglichkeit auszuweichen, während er seine Hüften unnachgiebig gegen ihr Gesäß hämmerte.

Die Stimulation war so gewaltig, dass Nami sich dieser Dominanz schutzlos ergab. Ihre eigene Aura fraß sich in seine, forderte diese Härte ein. Nur Augenblicke später explodierte bereits die zweite Welle in ihr. Nami wand sich schreiend in seinem Griff, während der nächste Orgasmus durch ihren Körper fuhr.

Doch Kai hielt selbst nach diesem Höhepunkt nicht inne. Seine Sinne waren vollkommen berauscht von ihrem Zittern, dem engen Umschließen ihrer Muskeln und ihrer absoluten Hingabe.

Statt nachzulassen, ließ er ihr silbriges Haar los und beugte sich von hinten tief über ihren bebenden Rücken. Seine breite Brust presste sich fest gegen ihr Gesäß und ihren Rücken, drückte sie vorne tief nach unten, während er ihre beiden Handgelenke packte, sie flach auf den Teppichboden nagelte und eisern fixierte.

Nami stieß einen erstickten Schrei aus, als sie spürte, wie er sie vollkommen unter sich begrub. Sie wollte vor der schieren Wucht der Überstimulation unwillkürlich nach vorne wegzucken, doch Kais Griff verhinderte auch nur den Bruchteil eines Millimeters an Entkommen. Er verankerte seine Zähne tief in dem weichen Fleisch ihrer Schulter, biss fest zu, während er seine Hüften in einem rasenden, unerbittlichen Rhythmus weiter von hinten in sie hämmerte.

„Kai...!“, schluchzte Nami hilflos in den Teppichboden, die Wangen nass von Tränen der absoluten Lust, während ihr Körper unter der pausenlosen Erschütterung erbebte. Sie war vollkommen überfordert, von seiner Masse erdrückt, von seinen Zähnen gezeichnet und von seinen Stößen eingenommen. Doch ihre eigene, angestachelte Aura verlangte nach genau dieser Vernichtung.

„Kai... bitte... hör niemals auf... hör niemals auf!“

Dieses schluchzende, bedingungslose Aufgeben war der letzte Funke. Kai hielt ihre Handgelenke auf dem Boden fixiert, wühlte seine Zähne in ihre Schulter und stieß mit einer letzten, absolut rohen und tiefen Leidenschaft dreimal maximal tief in sie hinein. Nami kam erneut stöhnend und schluchzend.

Mit einem tiefen, gutturalen Grollen, das tief aus seiner Brust brach, ließ er seiner eigenen Erlösung freien Lauf. Er kam tief in ihrem Inneren, während die Welt um sie herum in einem blendenden Schleier versank.

Er sackte schwer über ihr zusammen, hielt ihre Handgelenke noch für Sekunden fixiert, ehe seine Griffe langsam locker ließen. Kai lag mit seinem vollen Gewicht auf ihrem Rücken, die Stirn in ihr feuchtes, silbriges Haar gedrückt. Seine Brust hob und senkte sich im rasenden Takt. Unter ihm lag Nami vollkommen regungslos, als hätte dieser letzte Rausch ihr jede Kraft aus den Muskeln gesaugt. Aus ihrer Kehle drangen nur noch abgehackte, zitternde Laute, während sie versuchte, ihren schluchzenden Atem zu ordnen.

Minuten vergingen, in denen das Ticken der Wanduhr die einzige Konstante blieb.

Langsam, ganz langsam, fand Kais Atem seinen gewohnten Rhythmus wieder.

Doch er rührte sich nicht. Er hob den Kopf nicht. Mit weit offenen, fixierten rubinroten Augen starrte er stumm in den dunklen Teppichboden direkt neben ihrem Kopf.

Sein Blick ging ins Leere.

Sie hatten viel miteinander erlebt. Verdammt viel. Seit Monaten war ihr Intimleben von einer Intensität geprägt gewesen, die jeden normalen Maßstab sprengte. Es war ein ständiges, leidenschaftliches Aufbegehren. Er hatte sie bereits mehrmals durch das weitläufige, klassizistische Ayame-Anwesen gejagt, hatte sie in den unmöglichsten Momenten an den Wänden oder dem Boden fixiert und sie manchmal vier oder fünfmal innerhalb von nur zwei Stunden genommen, bis Nami keinen Schritt mehr laufen konnte. Sie hatten experimentiert, Grenzen verschoben, beinahe jede Stellung ausprobiert, die man sich vorstellen konnte.

Aber das hier...

Diese absolute, filterlose Entfesselung seiner Dominanz in ihrer vollen, rohen Ausführung und unerbittlichen Intensität... das war selbst für Kai eine eiskalte Überraschung.

Er hatte nie vorgehabt, sie auf diese Weise zu fixieren. Ihr mit einer solchen Härte an den Haaren zu ziehen, sie danach auf den Boden zu nageln und sich in ihre Schulter zu verbeißen, um jedes Wegzucken zu verhindern. Seine Hände spürten noch immer das Nachzittern ihrer Haut, und sein Verstand analysierte das Geschehene mit einer fast schon beängstigenden Klarheit.

Er wusste genau, dass er sie nicht verletzt hatte.

Er besaß selbst in diesem Rausch genug körperliche Kontrolle, um die Kraft dosiert einzusetzen, und er hatte gespürt... an der Art, wie sie sich ihm entgegengeworfen hatte, wie ihr Körper unter ihm erbebte... , dass Nami diese Härte überraschenderweise absolut bereitwillig angenommen hatte. Sie hatte danach verlangt. Sie hatte nach dem Feuer gerufen.

Und trotzdem... in Kais Brust zog sich etwas zusammen.

Er fühlte sich das erste Mal in seinem gesamten Leben so, als hätte er zum ersten Mal die absolute Kontrolle über seinen eigenen Verstand verloren.

Kai Hiwataris ganzes Leben basierte auf Kontrolle. Auf der eisernen Disziplin, seine Gefühle, seine Kraft und seine dunklen Impulse wie ein Präzisionswerkzeug einzusetzen. Seine Dominanz war sonst immer eine bewusste Entscheidung gewesen... kalkuliert, dosiert, ein Spiel mit der Macht, das er lenkte.

Doch dieses Mal war die Maske des kühlen Strategen nicht nur verrutscht, sie war komplett zerschmettert worden. Namis Sorgen der letzten Wochen, die aufgestaute Wucht ihres Matches im Magnet-Stadium und die tief sitzende, unausgesprochene Angst vor der Zukunft hatten eine Bestie in ihm geweckt. Sie waren nicht mehr wie ein Liebespaar übereinander hergefallen, das sich nacheinander sehnte.

Sie waren wie zwei wilde, verletzte Tiere übereinander hergefallen, die sich im Kampf um das reine Überleben gegenseitig zerfleischen wollten. Und das Erschreckendste für den sonst so unnahbaren Champion war die Erkenntnis, wie verdammt gut sich dieser totale Kontrollverlust angefühlt hatte.

Kai bewegte sich noch immer nicht. Er ertrug es nicht, die Kontrolle zu verlieren, ohne zu verstehen, warum. Es widersprach seiner Natur. Es passte nicht zu dem Mann, der jeden Millimeter seiner Bewegungen unter eiserner Disziplin hielt.

Er musste ergründen, was da gerade auf dem Teppich passiert war. Das war kein gewöhnlicher Rausch gewesen. Das war eine animalische Ekstase, die ihn regelrecht ferngesteuert hatte.

Plötzlich schoss ihm eine Erinnerung durch den Kopf. Fragmente eines Gesprächs, die ein völlig neues Licht auf die Situation warfen.

Er dachte an Hiro Tachibas Worte.

Hiro hatte einmal versucht, das Phänomen zu erklären, das Kai und Nami umgab... die unheimliche, fast greifbare Präsenz, wenn sie sich nahe waren. Er hatte von ihren Auren gesprochen. Davon, dass die Verschmelzung ihrer Seelen mit Dranzer und Pegasus eine energetische Ebene geschaffen hatte, die weit über das Menschliche hinausging.

„Eure Auren kommunizieren miteinander, Kai“, hatte Hiro damals gesagt. „Sie reagieren aufeinander. Sie schwingen auf einer Frequenz, die kein normaler Blader je verstehen wird.“

Kai atmete den Duft von Namis Haut ein, gemischt mit dem herben Geruch von Schweiß. Die Puzzleteile fügten sich in seinem Kopf zusammen.

Er wusste schon länger, dass Namis Aura einen direkten Einfluss auf ihn ausübte. Wenn sie den Raum betrat, veränderte sich die Luft. Ihre Präsenz war wie ein Magnet, der seine kühle, dunkle Energie anzog, sie beruhigte und besänftigte. Und seine Aura übte einen ähnlichen, unerbittlichen Einfluss auf sie aus. Sie waren wie zwei Pole, die sich permanent im Gleichgewicht hielten... oder sich gegenseitig in Brand steckten.

~Das Match... ~

begriff Kai plötzlich, und ein unmerklicher Schauer lief ihm über den Rücken.

Dieses brutale, kompromisslose Duell im Magnet-Stadium vor knapp einer Stunde... es war keine normale Trainingseinheit gewesen. Durch die schiere Intensität von Pegasus' Angriffen und Dranzers eiserne Verteidigung hatten sich ihre Bit-Beast-Energien bis zum Bersten komprimiert.

Ray hatte es an der Tür gesehen, doch Kai verstand erst jetzt die physische Konsequenz daraus. Das Match hatte wie eine gewaltige, spirituelle Aufladung gewirkt. Ihre Auren waren nicht nur aufeinandergeprallt... sie hatten sich im Stadium regelrecht miteinander vollgesaugt, hatten sich gegenseitig angestachelt, hochgepeitscht und die Barrieren ihres Verstandes systematisch sturmreif geschossen.

Als sie die Halle verließen, waren sie keine zwei Menschen mehr, die ein Ventil suchten. Sie waren zwei wandelnde Kraftwerke, deren überladene Energien sich entladen mussten. Diese unkontrollierte Dominanz, dieser brutale Jagdinstinkt, der ihn überkommen hatte... es war die rohe, ungefilterte Essenz von Dranzers Feuer, die durch Namis stürmische Pegasus-Aura bis zur absoluten Weißglut angefacht worden war.

So musste es sein.

Es gab keine andere Erklärung. Seine Hände, die immer noch lose auf ihren Händen lag, lockerte sich minimal. Die Erkenntnis brachte ihm ein Stück seiner inneren Ruhe zurück, doch die Gewissheit blieb: Wenn sie das nächste Mal die Blades kreuzten, würden sie mit dem Feuer spielen. Und Kai war sich nicht sicher, ob er dieses Feuer beim nächsten Mal überhaupt noch löschen wollte.

Er löste sich schließlich langsam von ihr. Er stützte sein Gewicht auf die Ellbogen, um sie nicht länger zu erdrücken, und richtete sich mit einer fließenden, beinahe trägen Bewegung auf. Er setzte sich an die Kante des schweren Ledersofas, die nackten Füße flach auf dem dunklen Teppich, und stützte die Ellbogen auf seine Oberschenkel. Die Haare hingen ihm wirr in die Stirn, und sein muskulöser Rücken war von feinen Schweißperlen bedeckt.

Er rührte sich nicht, sprach kein Wort. Seine rubinroten Augen fixierten einen unsichtbaren Punkt auf der gegenüberliegenden Wand, während sein Verstand die Fragmente von Hiro Tachibas Worten und das soeben Erlebte wie ein präzises Uhrwerk zusammensetzte.

Nami blieb noch für einige Momente still auf dem Teppich liegen. Ihr Atem hatte sich endlich beruhigt, auch wenn ihre Brust sich immer noch unregelmäßig hob und senkte. Das wilde, silbrige Haar lag wie flüssiges Metall um sie herum verstreut. Sie spürte die plötzliche Kühle des Raumes auf ihrer nackten Haut, doch viel mehr noch spürte sie die Veränderung in Kais Präsenz. Die animalische, ungezähmte Hitze des Raubtiers war verflogen... stattdessen lag eine tiefe, fast schon greifbare Nachdenklichkeit in der Luft.

Sie setzte sich langsam auf, zog die Beine an den Körper und schlang die Arme um ihre Knie, um sich vor der kühlen Luft des Büros zu schützen. Sie sah ihn von der Seite an, musterte das harte Profil seines Kiefers und den starren Blick, den er ins Leere richtete.

„Kai?“, fragte sie heiser. Ihre Stimme war noch rau von den Schreien und dem Schluchzen der Ekstase, erfüllte den Raum aber mit einer sanften, besorgten Melodie.

„Was geht in deinem Kopf vor? Du bist... so weit weg.“

Kai schwieg für einen langen Atemzug. Dann wandte er langsam den Kopf und sah sie direkt an. Das brennende Rot seiner Augen war wieder der gewohnten, kühlen Tiefe gewichen, doch der Blick, den er ihr schenkte, war von einer ungeheuren Intensität.

„Ich habe darüber nachgedacht, was gerade passiert ist“, begann er, und seine tiefe, raue Stimme schnitt durch die Stille des Büros.

„Das... das war nicht normal. Nicht einmal für uns.“

Nami blinzelte überrascht. Ein feines, rötliches Schimmern trat auf ihre Wangen, als sie an die unbarmherzige Härte dachte, mit der er sie auf den Boden genagelt hatte.

„Es war... intensiv, Kai. Du hast komplett die Kontrolle verloren. Ich habe es gespürt.“

„Ich verliere nie die Kontrolle“, erwiderte er flach, fast schon streng gegen sich selbst, ehe seine Züge sich minimal entspannten.

„Aber dieses Mal hatte ich keine Wahl. Und der Grund dafür liegt nicht an mangelnder Selbstbeherrschung.“ Er drehte sich etwas mehr zu ihr um und fixierte sie. „Dein Vater hat mir vor Monaten etwas gesagt. Etwas über unsere Auren.“

Nami hielt inne. Sie sah ihn mit leicht geweiteten Ozeanaugen an.

„Mein Vater? Hiro? Was hat er dir gesagt?“

„Er hat unsere Auren sehen können“, erklärte Kai mit absoluter Bestimmtheit. „Er sagte mir, dass unsere Auren miteinander kommunizieren. Dass sie direkt aufeinander reagieren. Deine Aura übt seit jeher Einfluss auf meine aus. Und meine auf deine. Wir beeinflussen uns gegenseitig, ohne es bewusst zu steuern.“

Nami lauschte ihm. Sie wusste, dass ihre Aura Einfluss auf ihn hatte, doch dass ihre beiden Auren miteinander kommunizieren... wusste sie bis heute nicht.

„Und du glaubst... das Match heute...?“, kombinierte sie leise.

„Das Match war wie eine gewaltige, spirituelle Aufladung“, bestätigte Kai. „Die Intensität des Matches hat unsere Energien nicht nur freigesetzt, sie hat sie komprimiert. Im Stadium haben sich unsere Auren regelrecht miteinander vollgesaugt, haben sich gegenseitig hochgepeitscht, angestachelt... wie Benzin und Feuer. Als wir die Halle verließen, waren wir überladen. Als du mich berührt hast und diese Revanche wolltest, gab es keinen Verstand mehr, der das hätte kontrollieren können. Unsere Körper haben nur auf die Energie reagiert, die sich entladen musste.“

Ein tiefes, begreifendes Schweigen legte sich über den Raum. Nami sah an sich herab, auf ihre Hände, und fühlte das leise Nachschwingen dieser gewaltigen Kraft.

Jetzt verstand sie, warum Kai so völlig entfesselt reagiert hatte und warum sie sich dieser stärker dominanten Härte so bedingungslos hingegeben hatte. Es war die rohe, ungezähmte Essenz ihrer Bit-Beasts, die durch die Worte ihres Vaters eine fast schon unheimliche, logische Erklärung fand.

Ein leises, unendlich stolzes und zugleich berührtes Lächeln stahl sich auf Namis Lippen.

„Wir spielen mal wieder mit den Kräften der Natur, Champion“, flüsterte sie, und ihre ozeanfarbenen Augen suchten die seinen.

„Aber mein Vater hat recht. Und ich glaube... genau das macht uns unschlagbar. Wenn wir diese Energie am Wochenende nach Osaka mitnehmen... wird uns niemand aufhalten können.“

Nami stand wackelig auf und setzte sich nah neben ihn auf das große Ledersofa. Die kühle Büroluft auf ihrer nackten Haut war völlig vergessen, als sie ihren Kopf sachte an seine breite, warme Schulter lehnte. Sie spürte immer noch den tiefen, gleichmäßigen Herzschlag in seiner Brust, doch die starre Falte zwischen seinen Augenbrauen verriet ihr, dass sein Verstand immer noch meilenweit entfernt war und unerbittlich arbeitete.

„Wieso schaust du eigentlich immer noch so verdammt nachdenklich drein?“, fragte sie leise, während ihre Finger sanft über die Konturen seines Oberarms strichen. Ein leises, fast schon amüsiertes Schmunzeln schwang in ihrer Stimme mit.

„Ich meine... der Sex gerade eben... er war unglaublich, Kai. Aber er war jetzt im Grunde auch nicht wirklich anders als sonst. Wir sind schon öfter so wild übereinander hergefallen.“

Kai bewegte sich nicht, doch sein Kiefer mahlte hart. Er starrte weiterhin stumm nach vorn, ehe er den Kopf leicht senkte und sie aus dem Augenwinkel fixierte. Seine rubinroten Augen wirkten in der Dunkelheit des Raumes fast dunkelbraun.

„Er war anders.“, erwiderte er, und seine tiefe Stimme klang rauer, fast ein wenig unzufrieden mit sich selbst. „Er war ungehaltener. Rücksichtsloser.“ Er stieß einen leisen Atemzug aus und wandte sich ihr ganz zu. „Bei klarem Verstand hätte ich dich niemals auf diese Weise fixiert. Ich setze meine Kraft ein, um dich zu dominieren, ja. Aber ich kontrolliere das. Heute... heute habe ich nicht nachgedacht. Ich hätte dich verletzen können.“

Nami sah zu ihm auf, und das amüsierte Lächeln in ihrem Gesicht wich einer tiefen, unendlich weichen Wärme. Sie löste die Arme von ihren Knien, richtete sich vollends auf und schmiegte ihren Körper ganz eng an seine Seite. Sie legte ihr Kinn auf seine Schulter, sodass ihr langes, silbrig-weißes Haar wie ein schützender Vorhang um sie beide fiel, und blickte ihn aus ihren großen, ozeanblauen Augen an.

„Geht es dir etwa darum, dass du mir an den Haaren gezogen und mich stärker als sonst gebissen hast?“, fragte sie sanft, fast flüsternd, während sie seinen suchenden Blick auffing. Sie spürte die leichte Anspannung, die sofort durch seine Muskeln ging, als sie es aussprach. Sie schüttelte sachte den Kopf.

„Es war überraschend, Kai. Absolut überraschend, das gebe ich zu. Aber du hast mir nicht wehgetan. Keinen einzigen Moment.“

Sie nahm seine große, raue Hand, die immer noch schwer auf dem Sofa lag, und verflocht ihre zierlichen Finger mit seinen.

„Du hast instinktiv genau gewusst, wie weit du gehen kannst“, fuhr sie fort, und ihre Stimme hüllte ihn ein wie eine warme Decke an einem kalten Wintertag. „Selbst als du die Kontrolle an deine Aura abgegeben hast... hast du mich beschützt. Also hör auf, dir den Kopf darüber zu zerbrechen. Wenn das vorhin das Ergebnis unseres Matches war... dann freue ich mich schon auf das nächste Training.“

Ein leises, fast schon herausforderndes Blitzen trat in ihre ozeanfarbenen Augen, während sie seinen Blick hielt. Sie strich mit dem Daumen sanft über seinen Handrücken, ehe sie die Stimme noch ein Stück senkte, um seinen grübelnden Verstand endgültig zum Schweigen zu bringen.

„Und du vergisst das Wichtigste, mein Schatz“, raunte sie, während ein geheimnisvolles Lächeln ihre Lippen umspielte. „Denk daran, wer vor dir sitzt. Selbst wenn du im Rausch einmal einen Bruchteil zu viel Kraft einsetzen solltest... du könntest mich niemals wirklich verletzen. Meine Selbstheilungskraft ist immer da. Sie dient als perfekter Puffer für uns, egal wie wild es wird.“

Kais Blick verengte sich minimal bei ihren Worten. Die Erwähnung ihrer besonderen Fähigkeiten ließ die letzte Anspannung aus seinen breiten Schultern weichen. Es war, als hätte sie die mathematische Gleichung in seinem Kopf gelöst, die ihn die ganze Zeit blockiert hatte. Sie hatte recht. Sie war keine zerbrechliche Puppe... sie war Nami, die Einzige, die seinem Feuer standhalten und dem Sturm trotzen konnte.

Das kühle, unnahbare Schweigen, das ihn eben noch umgeben hatte, zerschlug endgültig. Er sah sie an, sah die absolute Hingabe und den unerschütterlichen Stolz in ihren Zügen, und in seiner Brust zog sich alles mit einer überwältigenden Intensität zusammen.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hob er die Hand, legte seine großen Finger an ihre Wange und zog sie mit einer einzigen, bestimmten Bewegung zu sich herüber.

Nami gab dem Zug sofort nach, ließ sich gegen seine nackte Brust fallen, während Kai seine Lippen auf ihre senkte.

Doch dieser Kuss war das genaue Gegenteil von dem unbarmherzigen Überfall vor wenigen Minuten. Er zog sie eng in seine Arme, umschloss ihren zitternden Körper, als wolle er sie vor der gesamten Welt abschirmen, und küsste sie tief und unendlich zärtlich.

Es war ein stummer Schwur, der ganz ohne die rauen Worte von vorhin auskam. Seine Lippen bewegten sich weich, fast schon andächtig auf ihren, kosteten den süßen Geschmack ihres Mundes aus und sog die verbliebene Hitze aus ihren Körpern. Er vertiefte den Kuss, ließ sich Zeit, vergrub die Hand sanft in ihrem silbrigen Haar und hielt sie einfach nur fest, während das leise Ticken der Wanduhr sie wieder zurück in die Realität des friedlichen BBA-Büros holte.

Es war nicht die Erschöpfung, die schwer in seinen Knochen lag, sondern ein giftiger, schleichender Zweifel. In der Dunkelheit des Raumes hatte er geglaubt, jede Faser seiner Muskeln, jeden Atemzug und jeden harten Stoß aus eigenem, unbarmherzigem Antrieb gesetzt zu haben. Er hatte die Fäden in der Hand gehalten... so wie er es immer tat.

Doch das neue Gefühl, dass da noch etwas anderes gewesen war... diese fremde, pulsierende Hitze der Aura, die sich wie ein Katalysator über seine Sinne gelegt hatte, fraß sich nun durch seinen Verstand. Wenn er nicht mehr derjenige war, der die Bestie an der Leine hielt; wenn eine unsichtbare, spirituelle Macht die Kontrolle über seine Triebe übernehmen konnte... was passierte dann beim nächsten Mal? Wo verlief die Grenze zwischen einvernehmlicher Jagd und realer Gefahr?

Er hatte ihr einst gesagt, dass diese zärtliche Seite in ihm nur für sie geboren worden war. Aber wenn er die Kontrolle verlor, würde diese Seite ihn nicht vor den eigenen Abgründen schützen können... und der Gedanke, Nami jemals wirklich zu verletzen, war das Einzige, was die Festung in seinem Inneren im Fundament erschüttern ließ.

Es gab für ihn nur eine logische, unumstößliche Konsequenz aus diesem Ereignis. Er durfte sie dieser unberechenbaren Dynamik kein zweites Mal aussetzen. Wenn ihre beiden Bit-Beasts aufeinandertrafen, wenn ihre Auren sich miteinander verzahnten, entfesselten sie einen spirituellen Sturm, dem selbst seine eiserne Willenskraft nicht gewachsen war. Das Beyblade-Match war der Katalysator für diesen Kontrollverlust gewesen... und es würde das letzte Mal gewesen sein.

Er würde in Zukunft penibel darauf achten, kein Match, kein Training und keine direkte Konfrontation in der Arena mehr gegen Nami zu bestreiten. Er musste ihre sportliche Rivalität im Keim ersticken, so sehr es sie auch herausfordern oder enttäuschen mochte.

Es war kein feiger Rückzug, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Wenn er das Raubtier im Bett kontrollieren wollte, durfte er es auf dem Spielfeld nicht mehr von der Kette lassen. Er musste die beiden Welten strikt trennen, um die hauchdünne Linie zwischen Ekstase und Gefahr niemals zu überschreiten.