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Der Vorschlag

Der Gezähmte Phönix — www.fanfiktion.de · All chapters

Der Vorschlag

TRIGGER: Sexualität

Mit einer fließenden, dominanten Bewegung verlagerte Kai sein Gewicht. Er schob sich langsam über sie, bis er ihren zierlichen Körper vollständig unter sich begrub, ohne sie jedoch mit seiner schieren Masse zu erdrücken.

Seine Hand vergrub sich tiefer in das seidene, silberweiße Haar auf dem Laken, während er den Kuss nicht eine Sekunde abreißen ließ. Seine Lippen lösten sich erst von den ihren, um eine brennende Spur hinab zu ihrer Kieferlinie zu ziehen und schließlich an ihrem schmalen Hals zu wandern, wo er ihre warme Haut mit hungrigen, tiefen Küssen einfing.

Namis Atem wurde augenblicklich flacher. Ihre Finger krallten sich fest in den Stoff seines Shirts, und ein leises, unwillkürliches Seufzen entwich ihrer Kehle, als seine Lippen an ihrer empfindlichen Haut saugten.

Doch genau in dem Moment, als das Prickeln zwischen ihnen die Oberhand zu gewinnen drohte, hielt Kai inne.

Die instinktive Angst, ihr in diesem Zustand zu schaden, schoss ihm wieder wie eine eiskalte Warnung durch den Kopf. Er straffte die Muskeln, stützte sich auf seine Ellbogen ab und sah zu ihr hinab.

Seine rubinroten Augen, dunkel vor Verlangen und doch voller unterdrückter Vorsicht, fixierten ihr Gesicht.

Nami öffnete die Augen. Sie sah ihn aus dem dämmrigen Licht des Raumes bittend an, und ein frustriertes, mattes Seufzen mischte sich in ihren unruhigen Atem.

„Hör nicht schon wieder auf, Kai…“, flüsterte sie, und in ihrer Stimme lag ein unmissverständlicher Vorwurf, gemischt mit reiner Sehnsucht.

Sie legte ihre Hände an seine Wangen, versuchte vergeblich, ihn wieder zu sich hinabzuziehen, und sah ihn mit einem sanften, aber bestimmten Schmollen an.

„Seit Tagen machst du das… Du küsst mich, als gäbe es kein Morgen mehr, nur um mich im nächsten Moment wieder wie eine zerbrechliche Porzellanpuppe zu behandeln. Wir... waren seit fast zwei Wochen nicht mehr richtig intim...“

Kai spannte die Kiefermuskeln an, doch Nami ließ ihm keine Zeit zu kontern.

„Ja, mir ist oft übel und ich bin verdammt müde“, fuhr sie leise fort, während ihr Blick weicher wurde, aber diese vertraute, ozeanblaue Intensität behielt, gegen die er noch nie ankommen konnte.

„Aber ich bin nicht aus Glas und ich habe immer noch genauso viel Lust auf dich wie immer. Unserem Baby passiert nichts… verlass dich einmal auf meinen Körper. Vertrau auf mein Urteil, Kai“, bat sie ihn leise, und ihre Stimme klang nun ein Stück sanfter, aber unendlich bestimmt.

Sie sah ihm tief in die Augen, während ihre Finger zärtlich über seine Wangenknochen strichen.

„Ich kenne meinen Körper. Und im Moment brauche ich dich einfach… ich brauche deine Nähe.“

Kai schwieg für einen Moment, während der heftige Schlag seines Herzens gegen seine Rippen hämmerte. Die Worte von ihr trafen ihn tiefer, als er zugeben wollte. Das dumpfe Gefühl der Machtlosigkeit, das ihn den ganzen Tag über verfolgt hatte, schmolz in der Hitze ihres Blickes dahin.

Er holte tief Luft, beugte sich ein Stück weiter zu ihr hinab, sodass seine Lippen ihre Stirn streiften, und raunte mit rauer, belegter Stimme:

„Ich werde vorsichtig sein, Nami. Ganz vorsichtig.“

Ein leises, unendlich liebevolles Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Nami schüttelte schwach den Kopf und sah ihn mit einer so reinen, unerschütterlichen Intensität an, dass es ihm fast den Atem raubte.

„Das musst du mir nicht sagen“, flüsterte sie, und ihre ozeanfarbenen Augen strahlten eine absolute Gewissheit aus.

„Ich habe dir schon immer vertraut, Kai. In allem. Ich zweifle keine einzige Sekunde an dir.“

Diese Worte waren der endgültige Funke, der die letzten Fesseln seiner kalkulierten Zurückhaltung sprengte. Er senkte den Kopf und fing ihre Lippen erneut ein... dieses Mal ohne das zaghafte Zögern der letzten Tage, sondern mit einer tiefen, drängenden Leidenschaft, die all seine Liebe und seinen unbändigen Beschützerinstinkt in diese Berührung legte.

Er wollte sie nicht mehr wie eine Porzellanpuppe behandeln... er wollte sie besitzen, sie lieben und sie vollkommen verführen, bis alle Sorgen dieses Tages in der Hitze dieses Raumes verbrannt waren.

Mit einer fließenden, besitzergreifenden Bewegung glitten seine großen Hände an ihren Flanken hinauf. Seine rauen Handflächen hinterließen eine Spur aus purem Feuer auf ihrer warmen Haut, ehe er den feinen, weißen Stoff ihres Tops erfasste.

Langsam, zentimeterweise, zog er es ihr über die Brust hinab, bis der weiche Stoff ihre perfekten Kurven freigab. Kai senkte den Kopf und begann, die empfindliche Haut knapp unter ihrem Schlüsselbein mit sanften Küssen zu bedecken, während seine Lippen immer weiter hinabwanderten, bis er einen ihrer Nippel mit der Spitze seiner Zunge liebkoste.

Ein heftiger, fast schon schmerzhaft süßer Schauer durchzuckte Namis gesamten Körper. Durch die hormonelle Umstellung der Schwangerschaft und das Ende der siebten Woche waren ihre Brüste und ihre Haut um ein Vielfaches empfindlicher als sonst. Jede noch so kleine Berührung, jede feuchte Bewegung seiner Zunge und das raue Prickeln seiner Lippen trafen ihre Nervenenden mit einer so ungefilterten Intensität, dass sie bereits jetzt fast den Verstand verlor.

Sie warf den Kopf nach hinten ins Kissen, ihre Fingernägel vergruben sich tief in den Muskeln seiner Schultern, und ein unkontrolliertes, lautes Seufzen entwich ihrer Kehle. Sie hielt die Augen geschlossen, unfähig, den Ansturm der Gefühle zu bändigen, während die Sehnsucht nach ihm sie regelrecht aufzehrte.

„Kai…“, keuchte sie, fand für einen Moment seinen Blick und sah ihn mit einer unbändigen, brennenden Dunkelheit in den Augen an.

„Ich will dich ganz. Jetzt.“

Ein seltenes, unendlich charmantes und tiefes Schmunzeln stahl sich auf Kais wohlgeformte Züge, als er für einen winzigen Moment innehielt. Seine Augen blitzten dunkel und voller rauer Zärtlichkeit auf. Er beugte sich ein Stück weiter vor, vergrub sein Gesicht in den silberweißen Locken an ihrer Schläfe und strich mit den Lippen an ihrer Ohrmuschel vorbei.

„Du bist heute ungewohnt ungeduldig, Nami“, flüsterte er mit seiner tiefen, rauen Stimme direkt in ihr Ohr, und der warme Hauch seines Atems jagte ihr den nächsten wohligen Schauer über den Rücken. Doch er dachte gar nicht daran, sie noch länger warten zu lassen.

Seine Hand glitt tiefer, strich über ihren flachen Bauch hinab zum Saum ihres Slips, bereit, sie ganz von der restlichen Kleidung zu befreien und die Kontrolle vollends an die Leidenschaft zu übergeben, die sie beide verband.

Kai richtete seinen Oberkörper langsam auf und stützte sich auf ein Knie und eine Hand. Mit einer bewussten, quälend langsamen Bewegung begann er den Slip sanft über ihre Hüften und ihre schlanken Beine hinabzuziehen.

Sein Blick huschte dabei kurz nach oben zu ihrem Gesicht. Im dämmrigen Licht des Schlafzimmers entging seinen scharfen, rubinroten Augen nicht das geringste Detail. Namis ozeanfarbene Augen waren leicht verschleiert, ihre Lippen standen ein Stück offen, und auf ihren Wangen zeichnete sich eine zarte, verräterische Röte ab.

Sie errötete vor reiner Erregung... und das, obwohl er sich noch kaum bewegt und erst einen winzigen Bruchteil ihrer Kleidung entfernt hatte.

Ein tiefes Gefühl von besitzergreifender Befriedigung breitete sich in Kais Brust aus. Er genoss ihre absolute Hingabe in Momenten wie diesen ungemein. Zu sehen, wie empfänglich sie für jede seiner Berührungen war und wie intensiv ihr Körper auf seine bloße Gegenwart reagierte, faszinierte ihn jedes Mal aufs Neue.

Es zeigte ihm, wie bedingungslos sie sich ihm öffnete, und ließ die düsteren Gedanken an die Außenwelt endgültig in den Hintergrund treten.

Mit einer schnellen, fließenden Bewegung richtete er sich vollends auf. Er griff nach dem Saum seines Shirts, zog es sich über den Kopf und warf es achtlos beiseite, sodass sein breiter, durchtrainierter Oberkörper im dämmrigen Licht des Raumes freigelegt wurde. Kurz darauf befreit er sich auch von seiner Hose.

Er kehrte sofort zu ihr auf die Matratze zurück und schob sich mit einer dominanten, besitzergreifenden Eleganz zwischen ihre Knie. Doch anstatt dem drängenden Verlangen nachzugeben und sich direkt in ihr zu verlieren, glitt er erneut tiefer.

Seine Hände umfassten sanft ihre Oberschenkel, während er sich weiter hinabgleiten ließ, bis sein Gesicht sich zwischen ihren Schenkeln befand. Er war fest entschlossen, sie heute komplett um den Verstand zu bringen und ihr jede Sekunde dieses Nachmittags unvergesslich zu machen.

Als seine Zunge sie das erste Mal an dieser intimsten Stelle berührte, schluchzte Nami laut auf. Der ungefilterte Ansturm der Gefühle traf sie mit der Wucht einer Welle. Sie hob unwillkürlich die Hände, suchte Halt in seinen Haaren und versuchte verzweifelt, ihn zu sich hochzuziehen, weil sie die Intensität kaum ertragen konnte.

Doch die Erregung war bereits viel zu groß, um Widerstand zu leisten. Ihre Finger verloren an Kraft und krallten sich stattdessen hilflos in die Laken.

Ein tiefes, raues Stöhnen entwich ihrer Kehle, während sie den Rücken unwillkürlich durchbog und das Becken seinen Bewegungen entgegenstreckte.

Kai ließ sich nicht beirren. Während seine Lippen und seine Zunge zwischen ihren Schenkeln unaussprechliche Dinge taten, wanderte eine seiner großen Hände flach über ihren Bauch nach oben. Seine Finger schlossen sich besitzergreifend um eine ihrer durch die Schwangerschaft so empfindlichen Brüste, und er massierte die schimmernde Haut mit genau der richtigen Mischung aus rauer Kraft und Vorsicht.

Namis Atmung war nur noch ein unkontrolliertes, flaches Keuchen, während die Hitze in ihrem Inneren sich zu einem unerträglichen, wunderschönen Druck anstaute. Sie warf den Kopf wild von einer Seite zur anderen, das seidene silberweiße Haar flog über das dunkle Laken, und ihre Finger krallten sich fest in das Kissen unter ihr.

„Kai… Kai… ich komme… ich komme gleich!“, schluchzte und stöhnte sie verzweifelt auf, unfähig, die Wucht des herannahenden Höhepunkts noch eine Sekunde länger zurückzuhalten.

Kai reagierte sofort auf den bebenden Tonfall ihrer Stimme. Mit absolutem Fokus und ohne innezuhalten, verstärkte er die Intensität seiner Bewegungen. Seine Zunge trieb sie mit unbarmherziger Präzision über die Kante, gab ihr den letzten, entscheidenden Impuls... und Nami brach vollkommen in sich zusammen.

Mit einem langgezogenen, schluchzenden Stöhnen kam sie. Ihr gesamter Körper spannte sich an, während sie den Rücken heftig durchbog und ihre Schenkel sich unwillkürlich in einer windenden, zitternden Bewegung gegen seinen Kopf pressten. Die pure, ungefilterte Ekstase überrollte sie in heftigen Wellen, die durch ihren gesamten, hochempfindlichen Körper schossen.

Doch Kai entließ sie noch nicht aus seinem Bann. Er hielt den Druck und die feuchte Wärme seiner Lippen aufrecht, unterbrach die Bewegungen seiner Zunge kein einziges Mal und fing jedes einzelne Beben auf, während sie unter ihm erbebte. Er kostete ihre süße Hingabe bis zum letzten Tropfen aus, glitt weiterhin sanft und rhythmisch über ihre empfindlichste Stelle, bis das heftige Krampfen in ihrem Inneren langsam abflachte und auch das letzte, intensive Pulsieren nachließ.

Nami sank völlig erschöpft und schwer atmend zurück in die Kissen. Ihr Herz hämmerte so wild gegen ihre Rippen, dass man es in der Stille des Raumes fast hören konnte, und auf ihrer Haut glänzte ein feiner Film aus Schweiß. Sie war vollkommen wehrlos, absolut berauscht von der Intensität, die er ihr geschenkt hatte.

Kai erhob sich langsam, seine Augen dunkel vor unterdrücktem Verlangen, während er über ihr kniete. Mit einer unmissverständlichen, besitzergreifenden Bewegung erfasste er den Saum ihres weißen Tops, das ihr noch immer lose um die Taille hing, und zog es ihr nun endgültig über die Hüften und Beine hinab, bis kein Faden mehr sie trennte.

Nami lag völlig nackt und schwer atmend vor ihm, ihre Haut rosig schimmernd und ihre ozeanfarbenen Augen von der Nachwirkung des Höhepunkts noch ganz verschleiert.

Ohne ihr Zeit zu lassen, sich von dem süßen Taumel zu erholen, schob Kai sich wieder nach oben, genau zwischen ihre noch immer leicht zitternden Schenkel. Er stützte sein Gewicht auf seine starken Arme ab, fixierte ihr Gesicht für einen intensiven, atemlosen Moment und drang dann mit einer einzigen, fließenden und tiefen Bewegung in sie ein.

Ein tiefes, raues Seufzen entwich seiner Kehle, während er augenblicklich die Augen schloss. Die Intensität des Gefühls traf ihn unvorbereitet. Er verharre für ein paar Sekunden in absoluter Reglosigkeit, um die Kontrolle nicht sofort zu verlieren, und genoss die überbordende Enge und Feuchte, die ihn vollkommen umschloss.

Durch die Schwangerschaft war ihr Inneres merklich wärmer und empfindlicher als sonst, eine pulsierende, heiße Hitze, die ihn mit einer heftigen Wucht einnahm.

Nami schluchzte überfordert auf, als Kai den ersten, tiefen Stoß setzte. Die Nachwirkungen ihres vorherigen Höhepunkts und die extreme Empfindlichkeit ihres Körpers machten das Gefühl fast zu intensiv, um es zu begreifen.

Ein Zittern ging durch ihre Glieder, und sie warf den Kopf zurück, während ein gequält-süßer Seufzer von ihren Lippen weichen wollte.

Doch Kai war bereits bei ihr. Er neigte sich tief zu ihr hinab und fing ihren Seufzer mit einem heißen, besitzergreifenden Kuss auf, umhüllte sie ganz mit seiner Präsenz. Trotz der drängenden Hitze in seinem eigenen Körper zwang er sich sofort zur Kontrolle.

Er hielt mitten in der Bewegung inne, verharrte tief in ihr und stützte sein Gewicht auf den Ellbogen ab, während seine rubinroten Augen voller rauer, tief sitzender Sorge in ihr Gesicht blickten.

„Ist alles in Ordnung?“, raunte er, und seine Stimme vibrierte tief und besorgt an ihrem Ohr. Jede Faser seiner Muskeln war angespannt, bereit, sich sofort zurückzuziehen, falls es ihr zu viel wurde.

Nami seufzte schwer, ein Geräusch puren Verlangens, und wandte sich ihm mit einer fließenden Bewegung entgegen. Sie schlang ihre Arme eng um seinen Nacken, zog ihn mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, wieder zu sich hinab und drückte ihr Becken suchend gegen seines.

„Es ist alles gut… oh Gott, es fühlt sich so unglaublich gut an“, seufzte sie an seinen Lippen, während ihre Augen ihn bittend fixierten.

„Hör nicht auf. Bitte… mach weiter.“

Ihr unmissverständliches Flehen fegte die letzten Zweifel aus seinem Verstand und ließ das verbliebene Eis in seiner Brust endgültig schmelzen.

Ein seltenes, raues Schmunzeln stahl sich auf Kais Lippen, als er die unbändige Leidenschaft und die unmissverständliche Forderung in ihren Worten spürte. Das lähmende Zögern, das ihn seit Tagen eingeholt hatte, war mit einem Schlag vollkommen verflogen. Er spannte die Muskeln an, rahmte ihren Kopf mit seinen starken Unterarmen auf dem Kissen ein und fixierte ihren ozeanfarbenen Blick mit seinen brennenden, rubinroten Augen.

Es gab in diesem dämmrigen Raum kein Entkommen vor dieser Intensität, für keinen von beiden.

Mit absoluter Bestimmtheit und ohne den Blickkontakt auch nur für eine Sekunde abreißt zu lassen, setzte er erneut einen tiefen, kraftvollen Stoß.

Nami schrie schluchzend auf, als das überwältigende Gefühl sie erneut wie eine Naturgewalt durchfuhr. Ihr Atem setzte für einen Moment komplett aus, und sie warf den Kopf nach hinten, während sich die pure, ungefilterte Ekstase in ihren weichen Gesichtszügen widerspiegelte.

Hilflos nach Halt suchend, wanderten ihre Hände an seine muskulösen Oberarme. Ihre Finger krallten sich mit erstaunlicher Kraft tief in seine Haut, als wolle sie sich an ihm verankern, um nicht vollends in der Welle aus Hitze zu ertrinken, die durch ihren hochempfindlichen Körper schoss.

Kai bewegte sich nun in einem gleichmäßigen, besitzergreifenden Rhythmus weiter und beobachtete sie einfach nur fasziniert. Jedes kleine Zucken ihrer Mundwinkel, das rhythmische Beben ihrer Lippen, das tiefe Erröten, das sich über ihren hellen, karamellfarbenen Hautton ausbreitete, und die Art, wie ihr langes, silberweißes Haar sich wild und wellig auf dem dunklen Laken ergoss... er sog jede einzelne Reaktion von ihr in sich auf.

Es war ein atemberaubender Anblick, der den sonst so unerschütterlichen Champion vollkommen in seinen Bann zog. Zu sehen, wie gewohnt bedingungslos sie sich ihm hingab, wie sehr sie auf jeden seiner Stöße reagierte und wie intensiv sie ihn in diesem Moment forderte, raubte ihm fast selbst den Verstand und ließ die dunkle Vergangenheit der Hiwataris endgültig in der Vergessenheit versinken.

Es war schlichtweg überwältigend, eine fast schon beängstigende Intensität, die alles Bisherige im Bruchteil einer Sekunde in den Schatten stellte.

Kai war kaum fünf Minuten in ihr, und doch war Nami bereits in einem Zustand reiner, glühender Erregung, wie sie ihn sonst erst nach einer halben Stunde und zwei intensiven Orgasmen erreichte.

Und jetzt… schien sie vollkommen überfordert und überwältigt von diesem brutalen, wunderschönen inneren Reiz.

Die hormonelle Umstellung und die deutlich stärkere Durchblutung ihres gesamten Unterleibs machten sich mit jeder einzigen Bewegung schmerzhaft süß bemerkbar.

Jeder Stoß, den Kai setzte, hallte um ein Vielfaches intensiver durch ihr Nervensystem. Es war, als würde seine bloße Anwesenheit in ihr jede Faser ihres Körpers in Brand stecken. Sie spürte das raue Reiben seiner Haut, die tiefe, pulsierende Hitze und die unnachgiebige Kraft seiner Hüften mit einer so ungefilterten Klarheit, dass ihr Verstand keine Chance hatte, Schritt zu halten.

Ein kontinuierliches, hilfloses Schluchzen mischte sich in ihre ständigen, flachen Stöhngeräusche. Ihr Becken bebte unter ihm, hob und senkte sich in einem instinktiven, fast schon verzweifelten Rhythmus, während sie versuchte, der Wucht dieser Gefühle irgendwie standzuhalten.

Sie war ihm vollkommen ausgeliefert, ertrank in der schieren Sinnlichkeit ihres eigenen, veränderten Körpers, der sich unter jedem seiner tiefen, besitzergreifenden Stöße heftig zusammenzog und nach Erlösung schrie.

Kai spürte die überbordende Hitze ihres Körpers und wie eng sie ihn umschloss. Mit der kühlen Präzision eines Strategen, die sich in diesem Moment in pure, besitzergreifende Dominanz wandelte, drosselte er das Tempo.

Er hielt den Rhythmus ganz bewusst so tief und kontrolliert, dass sie nicht sofort über die Kante gestoßen wurde. Er genoss es in vollen Zügen, ihr beim Verlieren der Fassung zuzusehen; ihre ungläubigen, süßen Schluchzer und die absolute Hingabe, mit der sie sich unter ihm wand, waren die größte Droge für sein Ego.

Seine rubinroten Augen brannten regelrecht, während er jeden ihrer flachen Atemzüge in sich aufsog.

Doch Nami hielt diese süße Folter nicht mehr aus. Ihr Becken bebte unkontrolliert gegen seines, und ihre Finger krallten sich verzweifelt in die Muskeln seiner Oberarme, als wolle sie ihn eigenhändig antreiben.

„Kai... schneller! Ich kann nicht mehr… ich komme!“, bettelte sie mit brechender, völlig berauschter Stimme. Ihre ozeanfarbenen Augen fixierten ihn mit einer fast schon wilden Dringlichkeit.

Er schmunzelte erneut rauh, und das letzte bisschen Zurückhaltung verbrannte endgültig.

Natürlich wurde er schneller.

Er gab ihrem Flehen nach, erhöhte die Frequenz seiner Stöße und trieb sie mit kraftvoller Unbarmherzigkeit voran. In genau diesem Moment wurde Namis Schluchzen merklich dringlicher, verlor jede Form von Kontrolle und wandelte sich in zitternde, helle Schreie der Ekstase.

Ihr gesamter Körper spannte sich wie eine Bogensehne an, während sie heftig und in unaufhaltsamen Wellen kam.

Ihr Inneres pulsierte und krampfte sich so unbändig eng um ihn, dass Kai keine Chance mehr hatte, sich dagegen zu wehren. Die pure, ungefilterte Intensität ihrer Erregung riss ihn im selben Atemzug mit sich.

Ein tiefes, grollendes Stöhnen entwich seiner Kehle, seine Muskeln traten am ganzen Körper hervor und er kam tief in ihr, während sie sich gemeinsam im dämmrigen Licht des Raumes in diesem überwältigenden Strudel aus Leidenschaft verloren.

Das gleichmäßige, schwere Atmen der beiden war das einzige Geräusch, das die tiefe Stille des Raumes erfüllte. Die Hitze, die eben noch die Luft zum Brennen gebracht hatte, wich langsam einer angenehmen, wohligen Wärme.

Die Vorhänge waren halbzugezogen, und das dämmrige Licht des Nachmittags verriet, dass es nun kurz vor 15:00 Uhr war.

Kai lag auf dem Rücken, den muskulösen Oberkörper von einem feinen Schweißfilm überzogen, während er Nami fest an sich drückte. Sie hatte ihren Kopf auf seine breite Brust gelegt, ihre Beine waren noch immer lose mit seinen verschlungen, und ihre Finger strichen in langsamen, gedankenverlorenen Bewegungen über seine Haut.

Nami war komplett überwältigt und unendlich glücklich. Ein mattes, aber tief zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie den Kopf ein Stück hob und zu ihm aufsah. Ihre ozeanblauen Augen schimmerten noch immer von der Intensität der Ekstase.

„Das war… absolut surreal“, flüsterte sie mit rauer, noch immer leicht zittriger Stimme. Sie schüttelte ungläubig den Kopf, während einige silberweiße Locken ihr ins Gesicht fielen.

„Ich weiß nicht, was die Schwangerschaft mit mir macht, aber… so schnell und so heftig… ich hatte das Gefühl, überhaupt keine Kontrolle mehr zu haben. Es war fast schon beängstigend schön.“

Kai erwiderte nichts, sondern verstärkte nur den Griff um ihre Taille und zog sie ein Stück höher, um ihr einen sanften Kuss auf den Scheitel zu geben. Er genoss diesen Zustand, die absolute Ruhe nach dem Sturm und das Wissen, ihr diese tiefe Zufriedenheit geschenkt zu haben.

Doch als Nami den Kopf hob, um sein Gesicht zu studieren, entging ihr die Veränderung in seinen Zügen nicht.

Sein Blick war zwar ebenfalls tief zufrieden und voller Zärtlichkeit für sie, aber in den Winkeln seiner rubinroten Augen lag eine dunkle, schwere Nachdenklichkeit, die sie sofort alarmierte.

Sie kannte ihn zu gut. Sie wusste, wann der Stratege in ihm arbeitete und wann ihn etwas belastete, das er vor ihr verbergen wollte.

Nami legte eine Hand an seine Wange, der Daumen strich über seinen markanten Kiefer.

„Kai? Was ist los? Du bist so nachdenklich…“

Kai schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete tief durch. Der Schutzschild, den er den ganzen Tag über mühsam aufrechterhalten hatte, bröckelte unter ihrer sanften Berührung und nach der absoluten Intimität, die sie gerade geteilt hatten. Sie hatte ihm vorhin ihr bedingungsloses Vertrauen geschenkt und ihn gebeten, auf ihr Urteil zu hören.

Sie hatte es verdient, die Wahrheit zu erfahren. Er konnte und wollte sie nicht anlügen... nicht jetzt, nicht in diesem Bett.

Er öffnete die Augen wieder, fixierte ihren besorgten Blick und sprach das aus, was er den ganzen Vormittag weggeschoben hatte.

„Sojiro ist tot, Nami“, sagte er ruhig, doch die Schwere der Worte hing sofort wie Blei im Raum.

„Mein Großonkel ist in der vergangenen Nacht hier in Tokio an einem schweren Herzinfarkt gestorben.“

Nami hielt den Atem an, ihre Hand auf seiner Wange erstarrte. Sie sah ihn mit großen, ungläubigen Augen an, während die Bedeutung seiner Worte langsam einsickerte.

Sojiro Hiwatari, Voltaires jüngerer Bruder, war der Mann gewesen, der nach dem totalen Kollaps des Imperiums vor vier Jahren und Kais Ablehnung des Erbes, die verbliebenen Trümmer übernommen und die Hiwatari Enterprises seither im Hintergrund geleitet hatte.

„Und das ist noch nicht alles“, fuhr Kai fort, und seine Stimme klang belegt von der Last, die er seit Stunden mit sich herumtrug. Seine rubinroten Augen fixierten sie mit einer unerbittlichen Ernsthaftigkeit.

„Kurz vor zwei Uhr hat mich Kenshin Ozu angerufen. Er hat Sojiros Testament eröffnet.“

„Ozu? Dieser Anwalt?“, wiederholte Nami leise. „Was will er von dir, Kai? Du hast damals alles offiziell ausgeschlagen.“

„Ich habe das Erbe als Enkel von Voltaire abgelehnt“, erklärte Kai, und seine Kiefermuskeln mahlten bei der Erinnerung an das Telefonat.

„Aber Sojiro hat eine rechtlich absolut wasserdichte Klausel hinterlassen. Er hat seine gesamten persönlichen Stimmanteile und die kommissarische Führung des Vorstands mit sofortiger Wirkung an mich überschrieben. In seinem Vermächtnis steht, dass kein anderer Blutsträger das Imperium vor dem Ruin oder einer feindlichen Übernahme durch das Ausland schützen kann.“

Nami spürte, wie sich ihr Herz zusammenzog. Sie verstand sofort, was das bedeutete. Das Gift der Familie Hiwatari, die Dunkelheit, die Kai so verzweifelt hinter sich gelassen hatte, griff mit aller Macht nach ihm. Ausgerechnet jetzt.

„Wenn ich ablehne, Nami…“, fügte er mit einer tiefen, rauen Stimme hinzu, während er sie unbewusst noch etwas enger an seine Brust drückte, „…dann zerschlägt sich das gesamte Unternehmen innerhalb der nächsten siebzehn Tage selbst. Der Aktienkurs wird kollabieren. Tausende unschuldige Angestellte würden von heute auf morgen auf der Straße sitzen. Morgen früh um acht Uhr muss ich in Ozus Kanzlei sein, um die Dokumente zu prüfen.“

Nami schwieg für einen langen Moment, während sie das Gehörte verarbeitete. Ihr Blick ruhte auf seiner breiten Brust, ehe sie sich ein Stück aufrichtete, um ihm direkt in die rubinroten Augen zu sehen. Die anfängliche Fassungslosigkeit in ihren Zügen wich einer tiefen, nachdenklich fokussierten Ernsthaftigkeit.

„Was hast du jetzt vor, Kai?“, fragte sie leise, und ihre Stimme spiegelte die Tragweite der Entscheidung wider, vor der er stand. Sie strich mit der Hand beruhigend über seine Schulter, während ihre Gedanken in die Vergangenheit zurückreisten.

„Denn... ich weiß noch genau, was du mir damals erzählt hast“, fuhr sie fort, und ihre ozeanfarbenen Augen fixierten ihn eindringlich.

„Du hast mir gesagt, dass du dieses Erbe niemals antreten wolltest, weil dieses Unternehmen auf Blut aufgebaut ist. Weil Hiwatari Enterprises im Kern Kriegswaffen herstellt und… ich erinnere mich auch noch an das, was ich dich danach gefragt habe.“

Ein schwaches, bittersüßes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen bei der Erinnerung an ihr damaliges Gespräch.

„Ich habe dich gefragt, warum du das Feld einfach kampflos räumst. Warum du nicht stattdessen eine Revolution im Vorstand heraufbeschwörst, um die Firma von innen heraus komplett umzukrempeln... weg von den Waffen, hin zu Beyblade und ziviler Technologie. Um das Erbe deiner Familie endlich reinzuwaschen.“

Kai verengte die Augen ein Stück, und ein tiefes, fast schon düsteres Raunen entwich seiner Kehle. Das Gedächtnis seiner Verlobten war ebenso messerscharf wie sein eigenes. Er erinnerte sich an jedes einzelne Wort dieses Gesprächs.

„Und ich habe dir damals bereits gesagt, warum das reine Utopie war, Nami“, erwiderte er während seine Züge sich verhärteten. Er legte eine Hand in ihren Nacken und zog sie sachte wieder ein Stück näher an sich heran.

„Eine solche Revolution, ein kompletter Richtungswechsel eines weltweiten Konglomerats, funktioniert nicht allein durch bloßen Willen. Das wäre damals nur möglich gewesen, wenn ich jemanden mit immenser Macht an meiner Seite gehabt hätte.

Jemanden mit politischem oder finanziellem Einfluss, der mich unterstützt, um die alten Geier und Kriegstreiber im Vorstand kompromisslos zu überstimmen. Allein hätte mich der Aufsichtsrat im Bruchteil einer Sekunde in der Luft zerrissen.“

Er hielt inne, und das Schweigen, das folgte, war plötzlich von einer ganz neuen, elektrisierenden Elektrizität geladen.

Ein leises, unendlich elegantes Schmunzeln stahl sich auf Namis Lippen. Die anfängliche Schwere in ihrem Gesicht verflog und wich diesem vertrauten, funkelnden Ausdruck, den Kai so sehr an ihr liebte. Sie senkte den Blick und begann mit der Spitze ihres Zeigefingers in einer quälend langsamen, zärtlichen Bewegung die Konturen seiner ausgeprägten Brustmuskeln nachzuzeichnen.

„Und wer sagt, dass du heute noch allein bist?“, raunte sie leise, während ihr Finger weiter über seine warme Haut glitt. Sie hielt inne, hob den Kopf und sah ihn mit einem vielsagenden, fast schon herausfordernden Blick aus ihren ozeanblauen Augen an.

„Du hast doch einen… Schwiegervater in spe, den du fragen kannst, Kai.“

Kai zog eine Augenbraue nach oben, doch er unterbrach sie nicht, während sie weitersprach.

„Mein Vater ist schließlich nicht umsonst der CEO von Tachibey Industries... eines der größten und einflussreichsten Unternehmen in ganz Japan“, fuhr sie fort, und in ihrer Stimme schwang ein unüberhörbarer Stolz auf das Imperium ihres Vaters, Hiro Tachiba, mit.

„Er hat genau das politische und finanzielle Gewicht, das dir damals gefehlt hat. Wenn jemand die alten Geier in deinem Vorstand das Fürchten lehren und deine Revolution stützen kann, dann er. Du musst den Kampf nicht allein fechten.“

Sie legte ihre Hand flach auf sein Herz und spürte den kräftigen, ruhigen Schlag darunter.

„Nutze seine Macht, Kai. Mach aus den Trümmern deines Großonkels das, was du schon immer darin gesehen hast.“

Kai schnaubte leise, ein raues, fast amüsiertes, aber auch sichtlich angespanntes Geräusch, das tief aus seiner Brust kam.

Er fing ihre Hand, die noch immer auf seinen Muskeln ruhte, mit seinen großen Fingern ein, hielt sie fest und drückte sie sanft gegen seine Haut. Seine rubinroten Augen verengten sich, während sein typischer, unnachgiebiger Stolz auf seinen markanten Zügen zurückkehrte.

„Du willst, dass ich Hiro um Hilfe bitte?“, raunte er, und seine tiefe Bassstimme klang plötzlich wieder ein Stück kühler, fast abwehrend. Er sah sie eindringlich an, und in seinem Blick lag die ganze Last der Vergangenheit.

„Nami, die Altlasten der Hiwataris sind pures Gift. Ich habe Jahre gebraucht, um mich von diesem Namen zu distanzieren. Ich will deinen Vater da nicht mit hineinziehen.“

Er ließ den Blick kurz durch den dämmrigen Raum schweifen, während die Rädchen in seinem Kopf unaufhörlich arbeiteten.

„Wenn die alten Geier im Vorstand oder die Medien auch nur den geringsten Wind davon bekommen, dass Tachibey Industries versucht, im Hintergrund die Fäden zu ziehen oder Anteile zu beeinflussen, stürzen die Aktien ins Bodenlose“, erklärte er mit dieser unerbittlichen, kalkulierenden Ernsthaftigkeit, die ihn schon immer ausgezeichnet hatte.

„Sie würden versuchen, deinen Vater zu diskreditieren. Das ist mein Kampf, Nami. Ich habe nicht vor, mich hinter dem Einfluss deines Vaters zu verstecken, um mein Erbe zu regeln.“

Nami kannte ihn jedoch viel zu gut, um sich von dieser ersten, abweisenden Reaktion einschüchtern zu lassen. Sie spürte genau, dass hier nicht nur sein Stolz sprach, sondern vor allem die tiefe, instinktive Angst, der Tachiba-Familie zu schaden. Er wollte sie beschützen... kostete es, was es wolle.

Ein sanftes, wissendes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, und sie entzog ihm ihre Hand nicht, sondern rutschte noch ein Stück näher an ihn heran, bereit, die Mauern des unnahbaren Strategen Stein für Stein abzutragen.

Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf, stützte sich mit den Unterarmen auf seine breite Brust und blickte ihm fest, ohne jede Spur von Nachgiebigkeit, in die rubinroten Augen.

„Du verstehst das falsch, Kai. Das ist kein Verstecken“, entgegnete sie mit einer Ruhe, die ihn sofort aufhorchen ließ.

„Glaubst du ernsthaft, mein Vater würde dir helfen, weil er Mitleid hat? Er ist ein visionärer CEO. Er weiß ganz genau, welches ungenutzte, globale Potenzial und welche Produktionsstätten in Hiwatari Enterprises stecken, wenn man sie von der Rüstungsindustrie abzieht und komplett auf zivile Technologie und Beyblade umstellt.“

Sie strich ihm sanft über die Stirn, vertrieb die Zornesfalte zwischen seinen Brauen und ließ ihren Blick tiefer in den seinen sinken.

„Das sind keine Almosen. Das ist eine feindliche Übernahme der Ideologie deines alten Vorstands durch eine neue, unschlagbare Allianz. Wenn Tachibey Industries und der neue, rechtmäßige Vorsitzende der Hiwataris gemeinsam an einem Strang ziehen, haben die alten Geier im Aufsichtsrat nicht den Hauch einer Chance. Ihr werdet sie nicht nur überstimmen... ihr werdet sie wirtschaftlich vernichten.“

Sie machte eine kurze Pause, und ihr Blick wurde unendlich weich, verlor dabei aber nichts von seiner ozeanblauen Intensität.

„Vor vier Jahren warst du isoliert und konntest nur flüchten. Aber du bist nicht mehr der Junge von damals, Kai und du hast eine Familie, die hinter dir steht. Du musst diese Last nicht mehr allein auf deinen Schultern tragen. Lass uns dieses Gift der Vergangenheit gemeinsam in etwas Neues verwandeln. Für uns… und für unser Baby.“

Kais Kiefermuskeln entspannten sich merklich. Das Hämmern in seinem Kopf wich einer eiskalten, messerscharfen Klarheit.

Namis Worte hatten den Strategen in ihm geweckt. Eine Allianz mit Hiro war die perfekte Waffe.

„Eine feindliche Übernahme der Ideologie...“, wiederholte er leise, und ein raues, fast schon gefährlich zufriedenes Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen. Er hob die Hand, legte sie an ihre Wange und strich mit dem Daumen über ihre sanfte Haut.

„Du denkst wie eine Strategin, Nami.“

„Ich denke wie deine zukünftige Frau“, konterte sie leise, aber mit einem unerschütterlichen Stolz in den ozeanfarbenen Augen.

Kai atmete tief aus. Er sah sie an, und in seinen rubinroten Augen blitzte ein seltenes Gefühl von Reue auf. Er griff ihre frühere Aussage noch einmal auf, die Worte, die sie ihm vorhin fast schon als Vorwurf entgegengeschleudert hatte.

„Es tut mir... leid, mein Schatz.“, raunte er, und seine tiefe Stimme klang merklich belegt. Er wandte den Blick für einen kurzen Moment ab, ehe er sie wieder fixierte.

„Dass mein inneres Zögern mich so blockiert hat.“

Es war ein Eingeständnis, das einem Mann wie Kai Hiwatari alles andere als leichtfiel. Doch die Wahrheit war, dass ihn das Wissen um die Schwangerschaft tiefer aufgewühlt hatte, als er jemals zugeben würde.

Seit etwas mehr als einer Woche wusste er nun, dass er Vater wurde. Und diese völlig neue Situation überforderte ihn im Stillen tatsächlich immer noch ein klein wenig.

Normalerweise war er es, der in ihrer Beziehung die Zügel in der Hand hielt. Er erinnerte sich nur zu gut an Nächte, in denen er sie gnadenlos gefordert, sie in einem erotischen Katz-und-Maus-Spiel durch das gesamte Anwesen gejagt und fünfmal innerhalb von zwei Stunden genommen hatte, bis sie am nächsten Tag vor Überreizung kaum noch laufen konnte. Er liebte ihre Belastbarkeit, ihre Hingabe, seine eigene dominante Leidenschaft.

Doch die bloße Vorstellung, dass in diesem zierlichen Körper ein neues Leben heranwuchs, das zur Hälfte aus ihm bestand, erfüllte ihn mit einer so extremen, fast schon lähmenden Fürsorge.

Er hatte schlichtweg Angst gehabt, sich im Rausch seiner eigenen Leidenschaft zu verlieren und sie wie Glas zu zerbrechen.

Nami sah ihn an, und ihr Blick wurde unendlich weich. Ein warmes, zutiefst liebevolles Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Sie legte ihre Hand an seine Wange und zwang ihn sanft, sie wieder direkt anzusehen.

„Du hast zwar bis heute gezögert und bist tagelang nicht weiter als über das Küsse-Geben hinausgegangen… aber es war vollkommen in Ordnung, Kai“, flüsterte sie beruhigend, während ihr Daumen über seine Wangenknochen strich.

„Es war wunderschön, auch mal zwei Wochen lang einfach nur zu kuscheln und die gegenseitige Nähe zu genießen. Ich habe mich dir in jedem Moment nah gefühlt.“

Sie stieß ein leises, mattes Seufzen aus und schüttelte schwach den Kopf, während sie sich noch ein Stück enger an seine Brust schmiegte.

„Und ich bin schließlich auch nicht ganz unschuldig daran gewesen“, gestand sie schmunzelnd.

„Ich hätte wohl viel früher eingängig mit dir reden und dir sagen müssen, dass du absolut keine Angst davor haben musst, dem Baby weh zu tun. Unser Kleines ist da drin viel geschützter, als du denkst, du großer Sturkopf.“

Kai erwiderte nichts, doch der letzte Funke der Anspannung wich aus seinem Körper. Er zog sie wieder ganz an sich, bettete ihren Kopf auf seiner Brust und schlang die Arme fest um ihren zierlichen Körper, als wolle er sie vor der gesamten Außenwelt abschirmen.

In der einsetzenden Stille des Raumes, in der nur noch das leise Ticken der Uhr zu hören war, strich er gedankenverloren durch ihr langes, silberweißes Haar.

Das Gift der Hiwataris war noch immer da, und der morgige Tag in Ozus Kanzlei würde der Beginn eines erbarmungslosen Krieges werden. Doch während er spürte, wie Nami sich vollkommen entspannt an ihn schmiegte und die wohlige Erschöpfung sie langsam in den Schlaf wiegte, wusste er, dass er dieses Mal nicht flüchten würde.

Er würde kämpfen. Für das Erbe, das er säubern wollte, für Hiro Tachiba als seinen stärksten Verbündeten, aber vor allem für die Familie, die hier in seinen Armen lag.