14❤️
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Jungkook flog die Kontrollrunde nicht mehr zu Ende.
Nachdem Wooyoung und Yeosang wieder auf seinem Rücken saßen, hatte er nur noch genug Höhe gewonnen, um direkt zurück zum Schloss zu fliegen.
Diesmal sprach keiner besonders viel.
Felix und Han saßen ruhig zwischen den beiden nassen Leviathanen, während Jungkook mit gleichmäßigen Flügelschlägen durch die Dunkelheit flog.
Als das Schloss wieder unter ihnen auftauchte, sank Jungkook langsam in den Innenhof.
Die Landung war genauso kontrolliert wie sein gesamter Flug.
Er setzte zuerst die Hinterläufe auf, dann die Vorderläufe und senkte anschließend sofort den Körper, damit die vier herunterkonnten.
Felix rutschte als Erster hinunter.
Han direkt hinterher.
Yeosang sprang auf den Boden.
Wooyoung folgte und stand wenige Sekunden später klatschnass mitten im Innenhof.
Han sah ihn an.
„Du tropfst.“
Wooyoung strich sich die Haare aus dem Gesicht.
„Ach was.“
Jungkook wartete, bis alle vier weit genug entfernt waren.
Dann verwandelte er sich zurück.
Kaum stand er wieder in menschlicher Gestalt vor ihnen, ging er los.
„Kommt.“
Wooyoung folgte sofort.
Yeosang ebenfalls.
Felix und Han sahen sich kurz an und gingen hinterher.
Als sie die große Eingangshalle betraten, waren einige der anderen noch dort.
Namjoon saß mit Hoseok und Yoongi zusammen. Taehyung und Jimin waren ebenfalls da. Jin kam gerade aus Richtung Küche.
ATEEZ und Stray Kids hatten sich teilweise über die Halle und die angrenzenden Räume verteilt.
Namjoon sah auf.
Dann sah er Wooyoung.
Dann Yeosang.
Beide nass.
Sein Blick ging sofort zu Jungkook.
„Was ist passiert?“
Jungkook blieb stehen.
„Am See stimmt etwas nicht.“
Damit war die Stimmung sofort eine andere.
Hongjoong kam aus dem angrenzenden Raum.
„Was heißt, da stimmt etwas nicht?“
Wooyoung ging zu den anderen.
„Jungkook-hyung hat bei der Kontrollrunde etwas bemerkt.“
Seonghwa sah an ihm herunter.
„Deswegen seid ihr nass?“
Yeosang nickte.
„Er konnte nicht selbst runter. Felix und Han waren noch auf seinem Rücken.“
Chan kam jetzt ebenfalls näher.
„Also seid ihr beide runter?“
„Ja.“
Jungkook verschränkte die Arme.
Namjoon sah ihn an.
„Wo?“
„Westlicher Teil. Richtung Grenze.“
Yoongi richtete sich sofort etwas auf.
„Wie nah an der Grenze?“
„Noch deutlich auf unserer Seite.“
Das gefiel Yoongi offensichtlich trotzdem nicht.
Hongjoong sah zu Wooyoung und Yeosang.
„Was habt ihr gesehen?“
„Nicht wirklich gesehen“, antwortete Yeosang.
Wooyoung nickte.
„Das ist ja das Problem.“
Namjoon stand jetzt auf.
„Dann von vorne.“
Jungkook übernahm.
„Ich war auf der normalen Kontrollstrecke. Über dem See ist mir etwas aufgefallen. Erst konnte ich nicht sagen, was.“
„Bewegung?“, fragte Taehyung.
Jungkook schüttelte den Kopf.
„Nicht direkt.“
Er dachte kurz nach.
„Es war falsch.“
Yoongi sah ihn an.
„Was war falsch?“
„Der See.“
Stille.
Jungkook blickte zu Wooyoung.
„Deswegen habe ich die beiden runtergeschickt.“
Wooyoung übernahm.
„Oben sieht man gar nichts. Wirklich nichts. Das Wasser sieht komplett normal aus.“
Yeosang nickte.
„Unter Wasser nicht.“
Hongjoong wurde sofort ernster.
„Was genau?“
Yeosang sah ihn an.
„Die Strömung.“
Mingi runzelte die Stirn.
„Was ist damit?“
„Sie passt nicht.“
Jetzt kamen auch San und Yunho näher.
Wooyoung fuhr sich noch einmal durch die nassen Haare.
„Weiter unten bewegt sich das Wasser anders. Nicht stark. Du würdest es wahrscheinlich nicht mal merken, wenn du einfach nur kurz durchs Wasser gehst.“
„Aber wir merken so etwas“, ergänzte Yeosang.
Yunho nickte langsam.
Natürlich.
Leviathane lebten im Wasser.
Veränderungen von Strömung, Druck und Bewegung waren für sie etwas völlig anderes als für einen Menschen oder einen Drachen, der von oben auf die Oberfläche sah.
Hongjoong fragte: „Natürlich entstanden?“
Wooyoung schüttelte den Kopf.
„Glaube ich nicht.“
„Ich auch nicht“, sagte Yeosang.
Namjoon sah zwischen ihnen hin und her.
„Warum?“
Yeosang antwortete ruhig.
„Weil die Strömung nicht zum restlichen See passt. Sie kommt aus einer Richtung, aus der sie nicht kommen sollte.“
Wooyoung zeigte in Richtung Westen.
„Und sie zieht teilweise zurück.“
Yunhos Gesicht wurde ernster.
„Zur Grenze?“
Wooyoung nickte.
„Ja.“
Für einen Moment sagte niemand etwas.
Dann stand Yoongi vollständig auf.
„Sirenen.“
Hongjoong sah sofort zu ihm.
„Das wissen wir nicht.“
„Noch nicht.“
Yoongis Stimme war ruhig.
Aber sein Gesicht sagte genug.
San verschränkte die Arme.
„Kann auch irgendwas anderes sein.“
„Kann“, sagte Yoongi.
Jungkook knurrte leise.
Alle sahen zu ihm.
„Es war heute Abend nicht so.“
Namjoon runzelte die Stirn.
„Was meinst du?“
„Als ich vorher draußen war.“
Jungkook deutete Richtung See.
„Vor eurer Ankunft. Da war nichts.“
Jetzt wurde es noch stiller.
Namjoon sah ihn einen Moment an.
„Sicher?“
Jungkooks Blick wurde scharf.
„Ich kontrolliere unser Gebiet jeden Tag, hyung.“
Namjoon nickte.
„Okay.“
Keine weitere Nachfrage.
Wenn Jungkook sagte, dass es vorher nicht da gewesen war, dann war es vorher nicht da gewesen.
Hongjoong sah zu seinen Mitgliedern.
„Ihr seid nicht über die Grenze?“
„Nein, Hongjoong-hyung“, sagte Yeosang sofort.
Wooyoung schüttelte ebenfalls den Kopf.
„Nicht mal in die Nähe. Wir waren die ganze Zeit auf dieser Seite.“
„Gut.“
Seonghwa sah Wooyoung an.
„Und ihr habt nichts gehört?“
Wooyoung hielt inne.
„Nein.“
Yeosang dachte ebenfalls kurz nach.
„Keine Stimme. Keinen Gesang. Gar nichts.“
Yoongi atmete hörbar durch die Nase aus.
„Wenigstens das.“
Felix, der bisher neben Han gestanden hatte, meldete sich.
„Von oben war wirklich überhaupt nichts zu erkennen.“
Han nickte.
„Nicht mal als Jungkook tiefer gegangen ist.“
Namjoon begann langsam durch die Halle zu gehen.
Nicht nervös.
Nachdenklich.
„Also haben wir eine veränderte Strömung innerhalb unserer Grenze, die vor ein paar Stunden noch nicht da war.“
„Ja“, sagte Jungkook.
„Und die Richtung führt zur Sirenengrenze.“
„Ja.“
Namjoon blieb stehen.
Yoongi sah ihn an.
„Gefällt mir nicht.“
„Mir auch nicht.“
Hoseok, der ungewöhnlich lange geschwiegen hatte, verschränkte die Arme.
„Vor allem gefällt mir das Timing nicht.“
Jimin sah zu ihm.
Hoseok deutete auf ATEEZ und Stray Kids.
„Heute ziehen zwei neue Clans hier ein und am selben Abend verändert sich etwas an einer unserer Grenzen.“
Stille.
San hob leicht das Kinn.
„Du glaubst, das hängt mit uns zusammen?“
„Ich glaube gar nichts“, sagte Hoseok sofort. „Ich sage nur, dass es auffällig ist.“
Hongjoong nickte.
„Ist es.“
Jungkook sah zu Namjoon.
„Ich fliege später nochmal.“
„Nein.“
Jungkooks Augenbrauen gingen hoch.
Namjoon blieb ruhig.
„Nicht alleine.“
„Hyung.“
„Kook.“
Jungkook presste die Lippen zusammen.
Namjoon sah zu Hongjoong.
„Heute geht keiner von euch mehr in den See.“
Wooyoung wollte etwas sagen.
Hongjoong war schneller.
„Machen wir.“
„Auch nicht nur vorne am Schloss.“
„Verstanden, Namjoon-hyung.“
Namjoon sah anschließend zu Chan.
„Und ihr bleibt heute Nacht ebenfalls innerhalb der normalen Waldgrenze. Keine Erkundungstouren.“
Chan nickte.
„Kein Problem.“
Yoongi stand mit verschränkten Armen da und sah Richtung der großen Fenster.
Draußen war inzwischen fast vollständige Dunkelheit.
„Ich hab’s gesagt.“
Jimin sah ihn an.
„Was?“
Yoongi zeigte Richtung See.
„Sirenen.“
Namjoon seufzte.
„Wir wissen noch immer nicht, ob sie etwas damit zu tun haben.“
Yoongi drehte den Kopf zu ihm.
„Natürlich.“
Kurze Pause.
„Aber wenn morgen irgendeine von denen singend in unserem See sitzt, möchte ich offiziell festhalten, dass ich recht hatte.“
Trotz der angespannten Stimmung musste Mingi lachen.
San schüttelte den Kopf.
„Du hasst die wirklich.“
Yoongi sah ihn an.
„Schrecklich.“
Jungkook war dagegen überhaupt nicht nach Lachen.
Er stand noch immer da und blickte durch die Fenster in die Dunkelheit.
Zum See.
Sein Kiefer spannte sich an.
Dann kam dieses tiefe, kaum hörbare Knurren wieder aus seiner Brust.
„Da gehört etwas nicht hin.“
Namjoon sah ihn an.
Jungkook wandte den Blick nicht vom Fenster ab.
„Und morgen finden wir raus, was.“