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15❤️

Die Clans (Bts&Skz&Ateez) — www.fanfiktion.de · All chapters

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Es war längst mitten in der Nacht.

Im Westflügel war es ruhig geworden. Die meisten Türen waren geschlossen, aus den Zimmern drang kaum noch Licht in den langen Gang.

Dann klopfte es.

Dreimal.

San lag noch wach und sah zur Tür.

Wieder drei Schläge.

Er stand auf, zog sich sein Shirt richtig herunter und ging zur Tür.

Als er öffnete, stand Yoongi davor.

Komplett schwarz angezogen.

Jacke.

Feste Schuhe.

Die Hände in den Taschen.

San blinzelte.

„Yoongi-hyung?“

„Nicht fragen.“

San hob eine Augenbraue.

„Du klopfst mitten in der Nacht an meine Tür und ich soll nicht fragen?“

Yoongi sah ihn an.

„Einfach mitkommen.“

„Wohin?“

„Was an ‚nicht fragen‘ war kompliziert?“

San verschränkte die Arme.

„Ich komme ganz bestimmt nicht einfach mit, wenn du nachts vor meiner Tür stehst und—“

„Zum See.“

San verstummte.

Yoongi wartete.

Sans Gesicht wurde sofort ernster.

„Namjoon-hyung hat gesagt, keiner geht heute Nacht mehr runter.“

„Ich weiß.“

„Und deswegen gehen wir jetzt runter?“

„Ja.“

San starrte ihn an.

„Du bist echt scheiße darin, deine eigenen Regeln einzuhalten.“

„Zieh Schuhe an.“

San blieb stehen.

Yoongi seufzte.

„Kleiner Gift-Leviathan.“

Sans Augen verengten sich.

„Nenn mich nicht so.“

„Kleiner Gift-Leviathan“, wiederholte Yoongi vollkommen unbeeindruckt, „wir zwei gehen zusammen runter.“

San musterte ihn.

Yoongi war nicht hier, um ihn zu provozieren.

Nicht wirklich.

Dafür war sein Blick viel zu ernst.

„Warum ich?“

„Weil du Gift hast.“

San sagte nichts.

Yoongi zog eine Hand aus der Jackentasche.

„Ich auch.“

Jetzt verstand San.

Yoongi sprach leiser.

„Was auch immer da unten ist: Ihr Leviathane könnt euch unter Wasser bewegen wie nichts anderes hier. Und von euch bist du derjenige, dessen Gift uns am meisten bringt, falls uns etwas angreift.“

San lehnte sich gegen den Türrahmen.

„Und du? Du bist ein Drache.“

„Ein Giftdrache.“

„Du kannst nicht ewig unter Wasser bleiben.“

„Muss ich nicht.“

Yoongi sah ihm direkt in die Augen.

„Ich will herausfinden, was da ist. Nicht auf dem Grund einziehen.“

San schnaubte leise.

Yoongi fuhr fort.

„Und wenn da wirklich etwas ist, das uns angreift, können wir beide es außer Gefecht setzen.“

San hob leicht das Kinn.

„Mein Gift betäubt nicht nur.“

„Meins auch nicht.“

Ein paar Sekunden sahen sie einander einfach an.

Zwei Giftwesen.

Zwei verschiedene Clans.

Und ausgerechnet die beiden, die sich seit ihrer Ankunft am liebsten gegenseitig auf die Nerven gegangen waren.

Yoongi neigte leicht den Kopf.

„Wir können beide die Dosierung kontrollieren.“

San nickte langsam.

„Ja.“

„Dann haben wir Betäubung in unseren Stacheln, Zähnen und Krallen, wenn wir sie brauchen. Und wenn Betäubung nicht reicht…“

Er ließ den Satz offen.

San verstand ihn trotzdem.

„Du hast dir das schon komplett überlegt.“

„Natürlich.“

„Und wenn ich nein sage?“

„Dann gehe ich alleine.“

San starrte ihn an.

„Das ist bescheuert.“

„Deswegen stehe ich vor deiner Tür.“

San schnaubte.

„Das war gerade fast nett.“

„Gewöhn dich nicht dran.“

Yoongi trat einen halben Schritt zurück.

„Also.“

Sein Blick blieb auf San.

„Bist du drin oder bist du raus?“

San sah zurück in sein Zimmer.

Dann wieder zu Yoongi.

„Gib mir zwei Minuten.“

Yoongi nickte.

San wollte die Tür schließen.

„San.“

Er hielt inne.

„Was?“

Yoongis Stimme war ruhig.

„Sag keinem was.“

San starrte ihn an.

„Oh, das wird ja immer besser.“

„Zwei Minuten.“

„Ja, Yoongi-hyung.“

San schloss die Tür.

Yoongi blieb allein im dunklen Flur stehen.

Keine zwei Minuten später öffnete sie sich wieder.

San trat heraus, inzwischen vollständig angezogen.

Er zog die Tür leise hinter sich zu.

„Falls Hongjoong-hyung mich morgen umbringt, sage ich ihm, dass das deine Idee war.“

Yoongi setzte sich bereits in Bewegung.

„Falls Namjoon herausfindet, dass das meine Idee war, stehen wir wahrscheinlich nebeneinander.“

San folgte ihm.

„Beruhigend.“

„Komm, kleiner Gift-Leviathan.“

San blieb kurz stehen.

„Yoongi-hyung.“

Yoongi ging weiter.

„Hm?“

„Nenn mich noch einmal so und ich vergifte dich.“

Yoongi warf ihm einen Blick über die Schulter zu.

Ein winziges Grinsen erschien auf seinem Gesicht.

„Siehst du? Genau deswegen nehme ich dich mit.“

Und gemeinsam verschwanden der Giftdrache und der Gift-Leviathan leise durch das nächtliche Schloss.