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Die Clans (Bts&Skz&Ateez) — www.fanfiktion.de · All chapters

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Die schwarzen Fahrzeuge rollten langsam die gewundene Straße hinauf.

Niemand sagte etwas.

Nicht im ersten Wagen.

Nicht im zweiten.

Und vermutlich auch nicht in den Fahrzeugen dahinter, in denen Mitarbeiter, Manager und Gepäck transportiert wurden.

Bang Chan saß am Fenster und starrte hinaus.

„Das ist lächerlich.“

Changbin hob den Blick. „Was genau?“

„Alles.“

„Präzise.“

Chan ignorierte ihn.

Hinter den Scheiben zog dichter Wald vorbei. Irgendwann waren selbst die letzten Häuser verschwunden. Keine Geschäfte. Keine Straßenlaternen. Keine anderen Fahrzeuge.

Nur Wald.

Und die Straße.

Hyunjin beugte sich leicht nach vorne. „Wie lange gehört das Gelände eigentlich schon denen?“

Seungmin sah von seinem Handy auf. „Willst du die kurze oder die deprimierende Antwort?“

„Kurze.“

„Lange.“

Hyunjin drehte langsam den Kopf.

Seungmin lächelte.

Felix lachte leise.

Chan nicht.

Denn er konnte es bereits riechen.

Drachen.

Noch waren sie mehrere Kilometer vom eigentlichen Schloss entfernt, aber für einen Schattenwolf spielte das kaum eine Rolle.

Etwas lag in der Luft.

Warm.

Alt.

Rauch.

Erde.

Und darunter mehrere vollkommen unterschiedliche Gerüche, die sich trotzdem irgendwie zu einem einzigen Territorium verbanden.

BTS.

Chan verzog leicht das Gesicht.

Lee Know bemerkte es sofort. „Du riechst sie.“

„Seit fünf Minuten.“

Han setzte sich gerader hin. „So weit draußen?“

Chan nickte.

Jeongin sah aus dem Fenster. „Super.“

„Entspann dich“, murmelte Changbin.

Jeongin sah ihn an. „Ich bin entspannt.“

„Dein Fuß wackelt.“

Jeongin stellte den Fuß still.

Zwei Sekunden später begann er wieder.

Felix legte eine Hand auf sein Knie.

„Alles gut.“

„Ich weiß.“

Keiner von ihnen hatte Angst.

Das war ein Unterschied.

Schattenwölfe waren keine verängstigten Tiere, die beim Geruch eines größeren Raubtiers davonliefen.

Aber Instinkt blieb Instinkt.

Und acht Schattenwölfe fuhren gerade freiwillig mitten in das Territorium von sieben Drachen.

Nicht irgendwelchen Drachen.

Diesen Drachen.

Chan hasste alles daran.

Das Handy seines Managers vibrierte vorne.

„Wir sind gleich da.“

Lee Know murmelte: „Leider.“

Dann lichtete sich der Wald.

Und für einige Sekunden sagte tatsächlich niemand mehr etwas.

Das Drachenschloss lag vor ihnen.

„Ach du Scheiße“, sagte Han.

Das Wort Schloss war fast eine Untertreibung.

Dunkler Stein erhob sich über mehrere Stockwerke. Türme ragten in den Himmel. Gewaltige Fenster durchbrachen die alten Mauern, gleichzeitig waren moderne Gebäudeteile in die historische Architektur integriert worden. Hinter dem Hauptgebäude waren weitere Dächer zu erkennen.

Das gesamte Anwesen war von Bergen und Wald eingeschlossen.

Und vor dem Schloss erstreckte sich eine Fläche, bei der Hyunjin nach einigen Sekunden verstand, warum sie so absurd groß war.

„Landeplatz.“

Chan folgte seinem Blick.

Keine Markierungen.

Keine Beleuchtung.

Nur eine gigantische freie Rasen- und Steinfläche.

Groß genug für Drachen.

„Fuck“, murmelte Felix.

Der Wagen vor ihnen bog bereits auf den Vorplatz ein.

ATEEZ.

Auch dort öffnete sich zunächst keine Tür.

Offensichtlich wollte keiner der beiden Clans der Erste sein, der ausstieg.

„Das ist peinlich“, stellte Seungmin fest.

Chan griff nach dem Türöffner. „Raus.“

„Warum wir?“, fragte Han.

„Weil ich nicht fünf Minuten hier sitzen werde und darauf warte, dass Hongjoong seinen verdammten Stolz runterschluckt.“

Chan öffnete die Tür.

Fast im selben Moment öffnete sich die Tür des anderen Wagens.

Hongjoong stieg aus.

Beide sahen sich an.

Hongjoong hob eine Augenbraue.

Chan schloss die Tür.

„Natürlich.“

„Was?“, fragte Hongjoong.

„Nichts.“

Nach und nach stiegen beide Gruppen aus.

Seonghwa trat neben Hongjoong und betrachtete das Schloss.

Yunho pfiff leise.

„Okay.“

Mingi stellte sich neben ihn. „Das ist kein Haus.“

„Hat auch keiner Haus gesagt.“

„Trotzdem.“

Wooyoung stieg aus, streckte sich und blickte nach oben.

„Wo sind sie?“

San drehte sofort den Kopf zu ihm. „Kannst du vielleicht nicht innerhalb der ersten zehn Sekunden anfangen?“

„Ich habe gefragt, wo sie sind.“

„Genau deswegen.“

Jongho nahm seine Tasche aus dem Kofferraum.

Yeosang sah zum Schloss.

„Sie wissen, dass wir da sind.“

Das brachte Ruhe hinein.

Denn ja.

Natürlich wussten sie das.

Chan spürte es inzwischen noch deutlicher.

Sein Wolf war wach.

Nicht verwandelt.

Nicht einmal annähernd.

Aber wach.

Aufmerksam.

Er registrierte fremdes Territorium.

Und sieben Raubtiere, die in der Nahrungskette über ihm standen.

Hongjoong schien etwas Ähnliches zu empfinden. Leviathane besaßen nicht denselben Geruchssinn wie Schattenwölfe, aber Clanmitglieder konnten die Anwesenheit mächtiger anderer Wesen wahrnehmen.

San rieb mit der Zunge über die Innenseite seiner Wange.

„Ich rieche Gift.“

Wooyoung sah ihn an. „Yoongi?“

„Wer sonst?“

„Vielleicht willst du ihm das direkt sagen.“

San sah ihn trocken an.

„Vielleicht willst du direkt im Schlossgraben landen.“

„Gibt’s einen?“

„Wooyoung.“

„Was denn?“

„Halt die Klappe.“

Wooyoung grinste.

Dann öffneten sich die großen Türen des Schlosses.

Sofort verstummten mehrere Gespräche.

Namjoon trat als Erster heraus.

Schwarze Hose. Dunkles Shirt. Keine besondere Kleidung. Keine Krone. Kein dramatischer Auftritt.

Musste er auch nicht.

Hinter ihm kam Jin.

Dann Hoseok.

Jimin.

Taehyung.

Yoongi.

Sechs.

Chan zählte automatisch.

Hongjoong offensichtlich ebenfalls.

Wooyoung sagte es natürlich laut.

„Einer fehlt.“

San schloss kurz die Augen.

„Du hältst es wirklich keine dreißig Sekunden aus.“

Namjoon blieb oben auf den breiten Steinstufen stehen.

Sein Blick ging erst über Stray Kids und dann über ATEEZ.

„Willkommen.“

Stille.

Jin verschränkte die Arme.

„Das klang begeistert.“

Namjoon sah kurz zu ihm.

„Ich gebe mein Bestes.“

„Merkt man.“

Hoseok grinste.

Jimin lehnte sich leicht gegen das steinerne Geländer.

Taehyung betrachtete die Neuankömmlinge schweigend.

Yoongi hatte beide Hände in den Hosentaschen.

San bemerkte ihn.

Yoongi bemerkte San.

Zwei Sekunden.

Drei.

San lächelte ohne jede Wärme.

Yoongi hob lediglich eine Augenbraue.

Hongjoong murmelte: „Nein.“

San sah weiterhin Yoongi an. „Ich hab nichts gemacht.“

„Noch nicht.“

Yoongis Mundwinkel zuckte.

„Leine vergessen?“

San machte einen Schritt.

Seonghwas Hand lag sofort vor seiner Brust.

„San.“

„Er hat angefangen.“

Yoongi gähnte.

„Oh mein Gott“, murmelte Hongjoong.

Jin drehte den Kopf zu Yoongi. „Können wir vielleicht wenigstens warten, bis sie ihre Koffer drin haben?“

„Ich steh hier.“

„Du weißt genau, was ich meine.“

Chan sah zu Namjoon.

„Wie lange müssen wir das machen?“

Namjoon atmete durch die Nase aus.

„Offiziell?“

„Ja.“

„Drei Monate.“

Han hinter Chan: „Drei Monate?!“

Wooyoung gleichzeitig: „DREI MONATE?“

„Ihr wusstet das“, sagte Seonghwa.

„Ich hatte gehofft, dass es sich unterwegs geändert hat“, sagte Wooyoung.

„Wie soll sich ein Vertrag unterwegs ändern?“

„Keine Ahnung. Brand. Naturkatastrophe. Management kommt zur Vernunft.“

Taehyung sagte vollkommen ruhig: „Brand wäre hier schwierig.“

Wooyoung sah ihn an.

Taehyung sah zurück.

„Drachen.“

Eine Sekunde Stille.

Felix presste die Lippen zusammen.

Han drehte sich weg.

Hoseok begann zu lachen.

Sogar Yunho grinste.

Die Spannung sank für ungefähr fünf Sekunden.

Dann ertönte etwas hinter dem Schloss.

Tief.

So tief, dass es weniger wie ein Geräusch wirkte und mehr wie eine Vibration.

Das Lachen verschwand.

Chan erstarrte.

Jeder einzelne Schattenwolf reagierte gleichzeitig.

Felix’ Kopf fuhr herum.

Changbins Schultern spannten sich an.

Jeongin trat instinktiv näher an seine Mitglieder.

Hyunjins Augen gingen sofort Richtung Dach.

Lee Know bewegte sich überhaupt nicht mehr.

ATEEZ reagierte ebenfalls.

Hongjoongs Gesicht wurde ernst.

Mingi sah hinter das Gebäude.

Jongho stellte seine Tasche langsam ab.

Noch einmal.

Grrrrrrrrrrrrrrr.

Diesmal vibrierte eine der Scheiben.

Wooyoungs Augen wurden größer.

„Was zum—“

„Jungkook“, sagte Jimin.

Als wäre das eine vollkommen ausreichende Erklärung.

Chan sah ihn an. „Ist er verwandelt?“

„Ja.“

„Warum?“

Yoongi zuckte mit den Schultern. „Weil er Bock hatte.“

„Hilfreich“, sagte Seungmin.

Yoongi sah zu ihm.

Seungmin hielt seinem Blick stand.

Dann bewegte sich etwas hinter dem Schloss.

Zunächst sah man nur Schwarz.

Dann erhob sich ein Kopf über das hintere Dach.

Han sagte kein Wort mehr.

Niemand tat es.

Zwei gewaltige schwarze Hörner.

Dann Augen.

Dunkel.

Mit einem schwachen violett-silbrigen Leuchten darin.

Der Kopf allein war absurd groß.

Jungkook hob ihn weiter.

Ein langer schwarzer Hals erschien hinter dem Gebäude. Schuppen fingen das Tageslicht nicht ein – sie schienen es beinahe zu verschlucken.

Dann breitete er einen Flügel aus.

Wooyoung flüsterte: „Heilige Scheiße.“

San widersprach ihm diesmal nicht.

Der Flügel zog sich über einen gewaltigen Teil des sichtbaren Himmels.

Schwarz.

Massiv.

Die anderen hatten Jungkooks vollständige Form schon gesehen.

Auf Bildern.

Bei offiziellen Clanveranstaltungen.

Aus weiter Entfernung.

Das war etwas vollkommen anderes, als vor seinem Zuhause zu stehen und zu begreifen, wie groß dieses verdammte Tier tatsächlich war.

Chan musste den Kopf in den Nacken legen.

Sein Wolf mochte das überhaupt nicht.

Nicht aus Feigheit.

Instinkt.

Größeres Raubtier.

Viel größeres Raubtier.

Jungkooks Kopf drehte sich.

Direkt zu ihnen.

Stille.

Die riesigen Augen wanderten über ATEEZ.

Dann Stray Kids.

Das tiefe Grollen kam erneut aus seiner Brust.

Changbin knurrte reflexartig zurück.

Chan fuhr herum.

„Bin.“

„Reflex.“

„Unterdrück ihn.“

„Mach ich.“

Jungkooks Kopf bewegte sich.

Sein Blick lag jetzt direkt auf Changbin.

„Fuck“, murmelte Han.

Namjoon drehte sich zum Schloss.

„Jungkook.“

Keine Reaktion.

„Lass es.“

Der Schattendrache starrte Changbin noch einige Sekunden an.

Dann schnaubte er.

Eine dunkle Rauchwolke stieg aus seinen Nüstern.

Changbin sah ihm weiterhin entgegen.

„Der hat angefangen.“

Lee Know sah ihn an.

„Möchtest du das vielleicht noch lauter sagen?“

„Nein.“

„Gute Entscheidung.“

Jungkook zog schließlich den Kopf zurück.

Der gewaltige Flügel verschwand.

Sekunden später bebte der Boden leicht.

Dann war er weg.

Wooyoung starrte noch immer hinter das Schloss.

„Okay.“

Niemand antwortete.

„Okay“, wiederholte er.

Hongjoong sah ihn an.

Wooyoung zeigte hinter das Schloss.

„Das wohnt hier?“

Jin hob eine Augenbraue.

„Das ist Jungkook.“

„Ich weiß, dass das Jungkook ist!“

Hoseok lachte wieder.

„Du hast gefragt.“

„Ich dachte nicht, dass der so groß ist!“

Jimin grinste. „Sag ihm das später.“

„Nein.“

„Warum nicht?“

„Weil ich leben möchte.“

„Sehr vernünftig“, murmelte Yoongi.

Namjoon rieb sich über den Nasenrücken.

Sie waren seit vielleicht fünf Minuten da.

San und Yoongi hatten bereits angefangen.

Changbin hatte Jungkook angeknurrt.

Wooyoung hatte Jungkook als das bezeichnet.

Und noch kein einziger Koffer befand sich im Schloss.

Namjoon sah zu Hongjoong.

Dann zu Chan.

Die beiden Leader sahen zurück.

Keiner von ihnen wirkte glücklich.

„Drei Monate“, sagte Namjoon.

Chan seufzte.

Hongjoong schloss kurz die Augen.

Hinter dem Schloss ertönte erneut Jungkooks tiefes Grollen.

Yoongi sah Richtung Gebäude.

„Das werden lange drei Monate.“

Zum ersten Mal an diesem Tag waren sich alle drei Clans vollkommen einig.