LNCrawler

20❤️

Die Clans (Bts&Skz&Ateez) — www.fanfiktion.de · All chapters

20❤️

San wollte gerade noch etwas sagen.

Dann hörte er es.

Die Stimme.

Nur einen einzigen, langen Ton.

Und sein gesamtes Gesicht riss zur Seite.

Nicht neugierig.

Nicht verträumt.

Als hätte ihm jemand körperlich wehgetan.

Minhos Grinsen verschwand augenblicklich.

„San?“

San antwortete nicht.

Seine Augen waren auf einen Punkt weit draußen auf dem See gerichtet.

Sein Atem stockte.

Dann kam der nächste Ton.

Sans ganzer Körper spannte sich an.

Seine Finger spreizten sich im Wasser. Seine Schultern zitterten. Er presste die Zähne so fest aufeinander, dass sich sein Kiefer deutlich abzeichnete.

„San.“

Yoongis Stimme war sofort scharf.

Keine Reaktion.

San starrte Richtung Grenze.

„San!“

Diesmal zuckte er.

Sein Kopf bewegte sich einige Zentimeter zurück zu Yoongi.

„Ich—“

Die Stimme erklang erneut.

San keuchte.

Sein Rücken bog sich durch.

„Fuck.“

Minho beugte sich vor.

„Was passiert mit ihm?“

Yoongi wusste es nicht.

Aber er sah es.

Unter Sans Haut begann sich etwas zu verändern.

Nicht vollständig.

Noch nicht.

Doch dunkle Strukturen zeichneten sich an seinem Hals ab. Seine Fingernägel veränderten sich. Etwas blitzte an seinem Rücken auf, bevor San es mit aller Gewalt wieder unterdrückte.

Er kämpfte gegen seine eigene Verwandlung.

„Nein“, presste San hervor.

Yoongi senkte sich sofort weiter.

„San, sieh mich an.“

San konnte es kaum.

Seine Augen wanderten immer wieder zurück.

Zum Wasser.

Zur Stimme.

„Ich muss—“

„Nein.“

„Yoongi-hyung, ich—“

San brach ab.

Der nächste Ton.

Diesmal war die Reaktion noch heftiger.

San riss den Kopf herum und schwamm plötzlich einen Meter von ihnen weg.

„San!“

Minho sah entsetzt zu Yoongi.

„Das ist doch nicht normal.“

Nein.

War es nicht.

Leviathane waren nicht immun gegen Sirenen.

Aber sie waren Wasserwesen.

Alte, mächtige Wasserwesen.

Eine Sirenenstimme konnte auch sie beeinflussen, doch normalerweise längst nicht so leicht wie andere Wesen.

Und das hier war kein gewöhnliches Locken.

San sah aus, als würde sein eigener Körper gegen ihn arbeiten.

Sein Atem ging viel zu schnell.

Die Verwandlung drängte mit Gewalt nach außen.

San presste beide Hände gegen seinen Kopf.

„Hört auf.“

Minho starrte ihn an.

„San?“

„Hört auf!“

„Wir machen gar nichts!“

„Nicht ihr!“

San drehte sich Richtung Grenze.

„Sie.“

Yoongis Augen verengten sich.

„Minho.“

Minho sah sofort zu ihm.

„Halt ihn.“

„Was?“

„Zieh ihn raus.“

Yoongi senkte seinen Körper so weit, dass seine Seite beinahe das Wasser berührte.

„Wir müssen hier weg.“

Minho bewegte sich sofort.

Er rutschte von Yoongis Rücken tiefer auf dessen Flügelansatz und streckte San die Hand entgegen.

„San! Komm her!“

San sah ihn an.

Für vielleicht eine Sekunde.

Dann erklang die Stimme wieder.

San schrie auf.

Nicht laut.

Aber schmerzhaft.

Sein Körper zuckte und er tauchte plötzlich halb unter.

„Scheiße!“

Minho griff nach ihm.

Seine Finger erwischten Sans Unterarm.

San riss reflexartig dagegen.

Und Minho begriff in genau diesem Moment, wie stark ein Leviathan selbst in menschlicher Gestalt sein konnte.

„Yoongi-hyung!“

„Halt ihn!“

„Das versuche ich!“

Minho packte mit beiden Händen zu.

San keuchte.

„Lass—“

„Nein!“

„Minho-hyung, lass mich los!“

„Ganz sicher nicht!“

„Ich muss dahin!“

Yoongi erstarrte.

Da war es.

Nicht ich will.

Ich muss.

Minho zog.

San zog in die andere Richtung.

„Ich muss dahin!“

„Nein, musst du nicht!“

„Doch!“

Sans Augen waren weit aufgerissen.

Panik.

Echte Panik.

„Ich muss— ich muss zu ihr.“

Yoongi knurrte.

„Nein.“

San schüttelte hektisch den Kopf.

„Du verstehst das nicht!“

Die Stimme kam erneut.

Sans ganzer Körper verkrampfte sich.

„Fuck!“

Minho verlor beinahe seinen Griff.

Yoongi schlug mit dem Flügel stärker gegen die Luft, hielt sich aber tief genug.

„Minho!“

„Ich hab ihn!“

„Dann hoch!“

Minho zog mit aller Kraft.

San wehrte sich.

Nicht gegen Minho.

Nicht wirklich.

Es wirkte beinahe, als kämpfte er gleichzeitig in zwei Richtungen.

Ein Teil von ihm wollte ins tiefe Wasser.

Der andere wusste ganz genau, dass er dort nicht hin durfte.

„San! Hilf mir!“

Minhos Stimme brachte ihn für einen Moment zurück.

San sah ihn an.

„Ich kann nicht.“

„Doch!“

Minho zog erneut.

„Komm her!“

San griff endlich nach ihm.

Minho zog.

San stemmte sich selbst mit hoch.

Yoongi kippte seinen Flügel etwas, gab ihnen eine breitere Fläche.

Minho bekam San über den Rand.

San fiel schwer gegen ihn.

„Hab dich.“

Doch kaum war San aus dem Wasser, begann sein Körper erneut zu zittern.

„Ich muss zurück.“

„Nein.“

„Minho-hyung.“

San packte seinen Arm.

Viel zu fest.

„Ich muss zurück.“

„Nein.“

„Bitte.“

Minho erstarrte.

San sah ihn an, als würde er tatsächlich leiden.

„Bitte, ich muss dahin.“

Yoongis Kopf schnellte herum.

„Minho, festhalten.“

Minho schlang sofort einen Arm um Sans Oberkörper.

„Hab ihn.“

Yoongi schlug mit den Flügeln.

Hart.

Sie schossen nach oben.

San riss den Kopf Richtung See.

„Nein!“

Yoongi flog.

„Yoongi-hyung!“

Noch ein Flügelschlag.

„Warte!“

Yoongi wurde schneller.

„Wir müssen zurück!“

„Nein.“

„YOONGI-HYUNG!“

San versuchte sich aus Minhos Griff zu drehen.

Minho klammerte sich gleichzeitig an San und an Yoongis Schuppen.

„San, hör auf! Wir fallen sonst beide runter!“

„Lass mich los!“

„Nein!“

„Ich muss zu ihr!“

Yoongi flog höher.

Schneller.

Weg vom See.

Weg von der Grenze.

Doch die Stimme war noch immer zu hören.

Leise.

Weit entfernt.

Und jedes Mal, wenn sie erklang, zuckte San zusammen.

Seine Verwandlung drängte erneut hervor.

Dunkle, giftige Strukturen zogen sich über seine Haut.

Sein Körper wurde schwerer.

Größer.

„San!“

Minho packte ihn fester.

„Nicht verwandeln!“

San presste die Augen zu.

„Ich versuche es!“

Yoongi knurrte.

„Halte durch.“

„Es tut weh!“

Yoongis Kopf zuckte.

Minho sah San an.

„Was tut weh?“

„Alles!“

San keuchte.

Seine Finger krallten sich zwischen Yoongis Schuppen.

„Es fühlt sich an, als würde—“

Er brach ab.

Ein weiterer Ton.

San schrie auf und krümmte sich.

Minho hielt ihn.

„Scheiße.“

Yoongi beschleunigte noch einmal.

Jetzt ging es nicht mehr darum, unbemerkt zu bleiben.

Seine gewaltigen Flügel schlugen mit voller Kraft.

Der See verschwand hinter ihnen.

Wald schoss unter ihnen vorbei.

Und erst als die Sirenenstimme kaum noch zu hören war, begann Sans Körper langsam nachzugeben.

Nicht entspannen.

Nur weniger kämpfen.

San hing schwer in Minhos Armen.

Sein Atem ging stoßweise.

Minho ließ ihn trotzdem nicht los.

„San?“

Keine Antwort.

„San.“

„Bin da.“

Leise.

Aber da.

Minho sah nach vorne.

„Yoongi-hyung.“

„Ich weiß.“

Yoongis Stimme war vollkommen anders geworden.

Kein Sarkasmus.

Keine Provokation.

Nichts.

Nur Konzentration.

San hob langsam den Kopf.

Seine Augen gingen trotzdem zurück.

Dorthin, wo hinter ihnen irgendwo der See lag.

„Das ist nicht normal.“

Yoongi schwieg.

San schluckte.

„So reagieren wir nicht auf Sirenen.“

„Ich weiß.“

„Nicht so.“

San zitterte noch immer.

„Wir hören sie. Wir können beeinflusst werden. Aber…“

Er schüttelte den Kopf.

„Das gerade war nicht nur Locken.“

Minho sah ihn an.

San presste eine Hand gegen seine Brust.

„Mein ganzer Körper wollte sich verwandeln.“

Seine Stimme brach beinahe.

„Ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht zu ihr komme, passiert irgendwas. Als müsste ich dahin. Sofort.“

Yoongis Knurren wurde tief.

San sah wieder zurück in die Dunkelheit.

„Das war nicht normal.“

Diesmal antwortete Yoongi.

„Nein.“

Seine Flügel schlugen härter.

Vor ihnen tauchten bereits die dunklen Türme des Schlosses auf.

„Und genau deshalb gehen wir jetzt zu Namjoon.“