LNCrawler

8❤️

Die Clans (Bts&Skz&Ateez) — www.fanfiktion.de · All chapters

8❤️

Wooyoung hatte tatsächlich versucht, still zu bleiben.

Ungefähr dreißig Sekunden lang.

Dann legte er seine Stäbchen hin und sah wieder zu Jungkook.

„Jungkook-hyung?“

Jungkook, der gerade aß, hob nur die Augen.

„Hm?“

„Wenn wir den See benutzen dürfen: Wie tief ist der eigentlich? Also richtig tief. Nicht so ‚tief genug zum Schwimmen‘, sondern tief genug, dass wir komplett runter können? Und gibt es da unten irgendwelche Höhlen oder Tunnel? Weil von oben konnte man nicht erkennen, wie weit der nach hinten geht.“

Jungkook kaute in Ruhe zu Ende.

Und dann lächelte er plötzlich.

Nicht dieses gefährliche, dunkle Lächeln von draußen.

Sondern vollkommen normal.

Fast schon amüsiert.

Er drehte den Kopf zu Taehyung.

„Da kann dir bestimmt Tae-hyung weiterhelfen. Nach dem Essen, oder, hyung?“

Taehyung nickte sofort.

„Klar.“

Wooyoung sah zu ihm.

„Du kennst den See gut, Taehyung-hyung?“

Das war offenbar die falsche Frage.

Oder die richtige.

Denn Taehyungs gesamtes Gesicht veränderte sich.

„Ja! Der See ist nämlich viel größer, als er vom Westflügel aussieht. Das ist das Ding. Von eurem Balkon seht ihr eigentlich nur den vorderen Teil, weil der sich hinter dem Wald noch weiterzieht. Und der wird hinten richtig tief. Also richtig tief.“

Wooyoungs Augen wurden sofort größer.

„Wie tief?“

„Weiß ich nicht exakt in Metern, aber Namjoon und ich haben das mal versucht auszumessen und irgendwann hatten wir keine Lust mehr.“

Namjoon blickte auf.

„Du hattest keine Lust mehr.“

„Ja, aber du dann auch.“

„Weil du gegangen bist.“

„Ja, dann warst du alleine. Das ist langweilig.“

Namjoon schüttelte den Kopf.

Taehyung war längst wieder bei Wooyoung.

„Jedenfalls könnt ihr komplett runter. Locker. Auch Yunho.“

Yunho, der gerade etwas Fisch genommen hatte, blickte auf.

„Auch ich?“

„Ja.“

Das schien ihn tatsächlich zu überraschen.

„In kompletter Form?“

„Ja!“

Jetzt begann Taehyung richtig.

Er legte seine Stäbchen hin, drehte sich mehr in Richtung ATEEZ und redete plötzlich mit einer Begeisterung, die in absolut keinem Verhältnis zu dem ruhigen Taehyung stand, der ihnen vorhin die Zimmer gezeigt hatte.

„Und unten verändert sich der Boden komplett. Vorne habt ihr noch normalen Stein und Schlamm und dann geht es ziemlich steil runter. Aber nicht überall. Wenn ihr von eurem Flügel aus gerade reingeht und euch dann links haltet, kommt irgendwann so eine richtige Kante.“

Mingi sah interessiert auf.

„Unter Wasser?“

„Ja! Wie eine Klippe. Ihr schwimmt darüber und plötzlich ist unter euch einfach nichts mehr.“

Wooyoung grinste breit.

„Okay, das klingt geil.“

„Ist es auch.“

Taehyung gestikulierte inzwischen mit beiden Händen.

„Und wenn ihr da runtergeht, kommt irgendwann eine Felswand. Da sind Öffnungen drin.“

Wooyoung beugte sich sofort vor.

„Höhlen?“

„Ja!“

„Wie groß?“

„Unterschiedlich. Eine ist ziemlich klein, da passt ihr wahrscheinlich nicht verwandelt rein. Also vielleicht Yeosang, aber bei Yunho kannst du das komplett vergessen.“

Yunho lachte.

„Danke.“

„Ist doch wahr.“

„Ich weiß.“

Taehyung redete einfach weiter.

„Aber es gibt eine richtig große.“

Hongjoong wurde jetzt ebenfalls aufmerksamer.

„Wie groß?“

„Groß.“

Seonghwa hob eine Augenbraue.

Taehyung bemerkte es.

„Nein, wirklich groß. Nicht Menschen-groß. Drachen-groß.“

Jetzt waren endgültig alle acht Leviathane aufmerksam.

San legte seine Stäbchen hin.

„Du warst da drin?“

„Natürlich.“

„In Drachenform?“

„Ja.“

Wooyoung sah aus, als wolle er sofort vom Tisch aufspringen.

„Taehyung-hyung, können wir da nachher hin?“

„Klar.“

Hoseok zeigte mit seinen Stäbchen auf ihn.

„Nach der Schlossführung.“

„Ja, ja.“

„Tae.“

„Nach der Schlossführung.“

„Danke.“

Taehyung wandte sich wieder Wooyoung zu.

„Aber wartet, das Beste hab ich noch gar nicht erzählt.“

Jimin fing an zu grinsen.

„Oh Gott.“

„Was?“

„Nichts. Mach weiter.“

„Da unten gibt es nämlich einen Tunnel.“

Wooyoungs Mund fiel auf.

„Ich wusste es!“

„Der ist aber lang.“

„Wo kommt der raus?“

„Das ist kompliziert.“

„Warum?“

Taehyung schob seinen Teller ein Stück zur Seite, weil Essen offensichtlich keine Priorität mehr hatte.

„Weil der sich teilt.“

Wooyoung starrte ihn an.

„Der Tunnel teilt sich?“

„Dreimal.“

„DREIMAL?“

„Wooyoung“, sagte Hongjoong.

Wooyoung wurde augenblicklich leiser.

„Entschuldigung, Hongjoong-hyung.“

Taehyung ließ sich davon überhaupt nicht bremsen.

„Also, der erste Weg führt eigentlich nirgendwo hin. Der endet irgendwann. Aber da drin sind richtig schöne Steine. Die leuchten manchmal so ein bisschen blau, keine Ahnung warum. Yoongi hat mal gesagt, das wären irgendwelche Mineralien—“

„Sind es auch“, sagte Yoongi.

„—und der zweite geht weiter Richtung Berg. Den dürft ihr aber nicht komplett nehmen.“

Hongjoong sah ihn an.

„Grenze?“

„Genau. Zeigen wir euch nachher. Und der dritte—“

Taehyung grinste.

Wooyoung wartete.

„Ja?!“

„Der dritte kommt auf der anderen Seite vom Wald wieder raus.“

„Nein.“

„Doch.“

„Unterirdisch?“

„Ja.“

„Unter dem ganzen Wald durch?“

„Zum Teil.“

Mingi sah zu Yunho.

Yunho sah zu Mingi.

San sagte langsam: „Der See gefällt mir.“

„Hab ich doch gesagt!“, sagte Taehyung sofort. „Und nachts ist der noch besser, weil—“

Während Taehyung vollkommen überdreht weiterredete, hatte Jungkook längst aufgehört zuzuhören.

Er saß da, kaute, blickte irgendwann auf seinen inzwischen leeren Teller und schob ihn ein kleines Stück von sich.

Dann sah er zu Jin.

„Hyung.“

Jin reagierte nicht sofort, weil er gerade Seonghwa etwas fragte.

Jungkook wartete ungefähr zwei Sekunden.

„Hyung.“

Jin sah zu ihm.

„Was?“

Jungkook blickte ihn vollkommen erwartungsvoll an.

„Ich will Nachtisch.“

Jin starrte ihn an.

„Du hast gerade gegessen.“

„Ja.“

„Sehr viel.“

„Ja.“

„Und jetzt willst du Nachtisch?“

Jungkook nickte.

„Ja.“

Jimin lachte sofort.

Hoseok grinste.

Namjoon schüttelte nur den Kopf.

Jin sah Jungkook ein paar Sekunden an.

„Was willst du?“

Jungkook lächelte.

Dieses breite, völlig harmlose Jungkook-Lächeln, bei dem von dem Monster aus dem Innenhof absolut nichts mehr übrig war.

„Was hast du?“

„Tiramisu.“

Jungkooks Augen wurden größer.

„Echt?“

„Ja.“

„Hyung!“

„Was?“

„Warum sagst du das nicht gleich?“

Jin sah ihn fassungslos an.

„Weil wir gerade Abendessen!“

Jungkook schob seinen Teller noch weiter weg.

„Ich bin fertig.“

„Das sehe ich.“

„Kann ich Tiramisu haben?“

„Du kannst warten, bis alle fertig sind.“

Jungkook sank ein Stück auf seinem Stuhl zusammen.

„Hyung.“

„Nein.“

„Bitte.“

„Jungkook.“

„Nur ein Stück.“

„Nein.“

„Ein kleines.“

Jin sah ihn an.

Jungkook sah zurück.

„Hyung.“

Yoongi seufzte.

„Gib ihm einfach sein Tiramisu.“

Jin drehte sich zu ihm.

„Dann wollen alle Nachtisch.“

Changbin hob sofort die Hand.

„Ich will auch Nachtisch.“

Han ebenfalls.

„Ich auch.“

Felix strahlte. „Ich auch.“

Wooyoung hob die Hand.

„Ich sowieso.“

Jin schloss die Augen.

„Natürlich.“

Jungkook grinste triumphierend.

„Siehst du?“

Jin zeigte auf ihn.

„Du bist schuld.“

„Aber ich kriege Tiramisu?“

Jin stand auf.

Jungkooks Grinsen wurde noch breiter.

„Danke, hyung.“

Und Wooyoung saß da und sah zwischen dem breit grinsenden Jungkook und der Tür zum Innenhof hin und her.

Vor nicht einmal einer Stunde hatte derselbe Mann als gigantischer Schattendrache den Boden unter seinen Füßen zum Beben gebracht und ihm gedroht, ihn verschwinden zu lassen.

Jetzt bettelte er Jin um Tiramisu an.

Wooyoung sah langsam zu San.

San hatte offenbar exakt denselben Gedanken.

„Sag nichts“, murmelte San.

Wooyoung nickte.

„Ich sag nichts.“

Jungkook drehte den Kopf.

„Was?“

Beide gleichzeitig:

„Nichts, Jungkook-hyung.“