Boston / Virginia - Vertraute Klänge zu früher Morgenstund!
Boston / Virginia - Vertraute Klänge zu früher Morgenstund!
Hallo ihr Lieben!
Was gibt es schöneres als morgens mit den Klängen aus seinem
Lieblingsspiel geweckt zu werden? Genau, ein kräftiger Schluck aus
dem Rumtopf, welcher schon eine Weile vor sich hin gärte.
So schlimm ist wohl doch nicht von einem Schneechaos umgeben zu sein.
Ich wünsche gute Unterhaltung beim Lesen und genießt die Sonne!
Einen wunderschönen Weltfrauentag wünsche ich allen Frauen!!
Ein lieber Gruß
MrsHEKenway
Zitat Kapitel 9 - Boston/Virginia
Kapitel 9
~~~ Vertraute Klänge zu früher Morgenstund ~~~
Irgendwann wachte ich auf und sah mich schlaftrunken um. Es war noch dunkel, aber das leichte Glimmen des Feuers im Kamin brachte genügend Licht um festzustellen, dass Faith nicht mehr hier war.
Vielleicht musste sie mal wohin, dachte ich lächelnd und zog die Decke wieder über meinen Kopf. Alle anderen lagen friedlich schlummernd in ihren provisorischen Betten.
Irgendwann ging ich in meinem Traum durch eine wunderschöne Landschaft mit hohen Bergen und über einem Fluss in der Nähe spannte sich eine steinerne Brücke.
Die Vögel in den Bäumen begrüßten den Tag und ich schlenderte auf dem kleinen Pfad am Fluss weiter entlang.
Auf einem Wegweiser an einer Kreuzung, las ich die Namen der nächsten Dörfer.
Schau an, Weißlauf!
Moment… ich sah mich genauer um und erst jetzt hörte ich die Musik.
Sie kam aber nicht von hier!
Immer lauter war das Titellied zu Skyrim zu hören.
Mit einem Male wachte ich ganz auf und atmete tief ein und aus.
Als ich mich umsah, war es immer noch dunkel. Aber jetzt regten sich alle hier im Salon und man hörte derbe Flüche aus der Ecke von Shay und auch mein Mann murrte leise vor sich hin.
Die Musik schallte mittlerweile durch das ganze Haus.
Schnell zog ich mir die Hausschuhe an und warf meinen Morgenrock über.
„Ich schaue schon nach.“ sagte ich an die Anwesenden gerichtet.
„Sag ihr, sie soll sich etwas zusammenreißen. Andere wollen noch schlafen!“ rief Faiths Mann mir noch hinterher.
Ich lauschte aus welcher Richtung diese Beschallung kam. Sie führte mich zur Küche! Durch dieses runde Gewölbe dort war die Akustik einfach fantastisch.
Ich konnte nicht anders, ich musste mir Dovahkiin einfach noch etwas anhören. Jedes mal überzog sich mein Körper mit einem wohligen Schauer bei diesem Lied und ich würde am liebsten … ja, ich würde gerne mal wieder durch Skyrim streifen und Drachen erlegen.
Doch das war mir leider nicht vergönnt und meine Gedanken verdüsterten sich wieder einmal.
Nein, ich gehörte hierher. Punkt!
Ich schüttelte mich um diesen Moment loszuwerden und trat weiter in die Küche, wo Faith vor sich hin werkelte und mich nicht sofort bemerkte.
Ihre geschmeidigen Bewegungen, ihr wunderschöner Körper …
„Guten Morgen, mein preußisches Weib.“ lächelte sie mich an, als sie mich endlich bemerkte.
„Guten Morgen, mo rionnag, ein schönes Lied, vor allem da ich ja solche Musik kenne, aber der Rest ist nicht der Meinung. Könntest du es etwas leiser machen, auch wenn ich die Titelmusik von Skyrim mag.“ bat ich sie schweren Herzens. Ich könnte hier noch Stunden stehen und den Klängen lauschen.
Langsam wurde die Musik wieder leiser und jetzt sah ich, dass sie diesen kleinen Kasten von der Halloweenfeier hier stehen hatte. Ich nenne ihn einfach mal einen MP3 Player.
„Entschuldige das wollte ich nicht. Kaffee?“ fragte sie mich und reichte mir eine Tasse mit diesem fantastisch duftenden Getränk.
Ich nahm sie in meine Hände und spürte, dass mir die Kälte doch etwas zu unangenehm hier wurde und ging wieder in den Salon.
„Danke!“ sagte ich noch beim Hinausgehen. Faith würde sicherlich auch bald wieder zu uns stoßen.
Als ich im Salon ankam, sah ich, dass die ganze Meute mittlerweile wach war.
„Herr Gott nochmal, braucht meine Schwester keinen Schlaf? Und selbst wenn nicht, ICH brauche ihn vielleicht mal.“ nölte Haytham eingehüllt in eine Decke rum.
„Es ist doch nur etwas Musik gewesen und dazu noch sehr schöne. Da kann man schon mal alles um sich herum vergessen, mi amor.“ ich setzte mich neben ihn und schlürfte genüsslich meinen Kaffee.
„Du hast leicht Reden, dir hat man ja schon etwas warmes angeboten.“ er klang bockig wie ein kleines Kind.
„Vater, Mama hat aber Recht…“ begann Edward von seinem Schlafplatz aus, doch unterbrach sich, als er den Blick seines Vaters sah.
Langsam begannen wir die Decken und Kissen wieder zur Seite zu räumen. Stellten im Anschluss den Tisch, die Stühle und die restlichen Möbel wieder an ihren Platz.
Wir waren gerade fertig, als Faith mit dem Frühstück erschien.
Sie blühte wieder richtig auf und ich freute mich für meine Schwester im Geiste. Es war einfach ein gutes Gefühl sie so befreit zu sehen.
Als sie Haytham seinen Tee einschenkte, stimmte ihn das wieder etwas gnädiger und er verkniff sich jeden weiteren Kommentar.
Nach dem Frühstück wurden für Edward und Florence ein paar dickere Wintersachen von den anderen Kindern herausgesucht. Wir waren ja nicht auf so einen Notfall eingestellt. Für die Zukunft sollte ich immer einige extra Monturen im Petto haben, dachte ich grinsend.
Ich nutzte einen kurzen Moment mit Lady Melanie um mich für mein gestriges Verhalten zu entschuldigen. Im Grunde tat es mir wirklich leid, sie so angefahren zu haben.
„Ich denke, wir alle sind etwas gereizt.“ mehr sagte sie nicht und machte sich ans Werk etwas passendes zum Anziehen für meine Kinder zu finden.
Mit Faith, Paddy und Imhotep ging ich hinunter um das Geschirr zu spülen. Wie selbstverständlich begann der Isu uns zu helfen. Auf mein Lob, dass er uns zur Hand ging, obwohl das in dieser Zeit für einen Mann nicht üblich war, sah er mich grinsend an.
„Ich komme ja nicht aus dieser Zeit. Im alten Ägypten waren Männer und Frauen gleichgestellt. Frauen konnten werden was sie wollten, bis auf den Beruf des Schreibers, der war wirklich nur den Männern vorbehalten.“ erklärte er mir.
Ich vergaß immer wieder, dass auch er nicht aus dieser Zeit stammte. Seine Wurzeln lagen ja ganz woanders.
„Ich weiß und es ist traurig, dass sich diese Ansicht im Laufe der Jahrhunderte so sehr geändert hat. Selbst aus der Zeit, aus der ich komme, werden die Frauen noch immer schlechter bezahlt als die Männer. Nicht in jedem Beruf, aber in vielen ist das die Realität. Dazu kommt, dass man als Mutter Haushalt, Kinder und Beruf hat, was man alles irgendwie hinbekommen muss.“ vieles wurde einfach zu selbstverständlich genommen.
„Ja wir Frauen haben es nicht leicht, aber wir machen einfach weiter.“ stimmte mir Faith aus Richtung der Speisekammer zu.
Kurz darauf kam sie zu uns und stellte einen bauchigen Steinguttopf auf den Tisch.
„Hab was gefunden zum Aufwärmen.“ grinste sie in die Runde und füllte drei Becher mit dem Inhalt.
„Oh der riecht tödlich.“ merkte ich an, als ich erkannte, dass es Rumtopf war. Bei uns auf dem Dorf damals wurde so etwas angesetzt, wenn eine Frau schwanger wurde. Wenn dann das Baby auf der Welt war, wurde der Topf geöffnet und die Nachbarn kamen zur sogenannten Puppvisit! Baby gucken. Man brauchte nicht viel davon und war voll wie eine Strandhaubitze.
„Schmeckt ganz gut.“ lachte Faith und nahm einen Schluck.
Etwas sprachlos sah ich sie an.
„Faith du stillst doch, da solltest du keinen Alkohol trinken.“
„Egal, dank meines wundervollen Mentors kann ich mittlerweile den Alkohol in meinem Körper fast vollständig neutralisieren, bis zu einem gewissen Teil.“ Das hörte sich zu fantastisch an um wahr zu sein.
„Kann ich das auch lernen?“ fragte ich nach, weil das wirklich eine tolle Gabe wäre. So hätte man vielleicht nicht immer so einen Kater nach einer langen Nacht.
„Leider nicht Alexandra, es ist eine Fähigkeit der Isu. Aber wenn ich zu viel trinke werde ich auch betrunken.“ erklärte mir Imhotep entschuldigend.
„Schade. Na dann! Prost!“ grinste ich die beiden an und ließ dieses Hochprozentige Getränk meine Kehle herunterlaufen. Herrlich und es wärmte tatsächlich.
Meine Schwester im Geiste holte eine Schüssel in der sie die Früchte aus dem Topf tat.
Gerade als wir mit unserer Arbeit fortfahren wollten, hörte ich Haytham in meinem Kopf.
Alex, wir bräuchten mal eure Hilfe. Anna braucht eine neue Windel und wir haben keine Ahnung, wie man das macht. Von Lady Melanie und Maggie ist hier auch keine Spur.
Anscheinend hatte auch Shay einen solchen Notruf an Faith gesandt, weil auch sie sich ein Lachen kaum verkneifen konnte.
Ihr schafft das schon, ich bin da zuversichtlich, mi amor. Gab ich als Antwort und konnte sein Augenrollen vor mir sehen. Es war nicht zufriedenstellend für ihn.
Imhotep machte auch keine Anstalten den Herren zu helfen.
„Haytham hat tatsächlich noch nie eine Windel wechseln müssen.“ kicherte ich vor mich hin.
„Shay und mein Vater haben darin auch keine Erfahrung, aber ich denke, es tut ihnen gut, wenn sie es mal machen.“ lächelnd begann sie den Teig für die Pizza, die es heute geben sollte, anzusetzen.
Als ich sie so dabei beobachtete, ging mir durch den Kopf, ob wir wohl jemals eine Erklärung für die vielen, ich nenne sie einfach mal unerklärlichen Ereignisse bekommen würden.
„Was hast du auf dem Herzen, mein preußisches Weib. Du willst etwas wissen oder?“ holte sie mich aus meiner Überlegung.
„Ja, das mit Imhotep von gestern Abend als er meinte, dass er die Rohre aufgetaut hat, dass war gelogen stimmts?“
Mit einem tiefen Seufzer drehte sie sich zur Spüle um, wusch ihre Hände und kam dann mit einem Handtuch langsam auf mich zu.
„Faith, du willst es mir nicht sagen oder?“ Bei Odin! Wie ich so ein Schweigen hasste, ich war kein Kleinkind mehr!
„Doch Alex, am liebsten würde ich es dir erzählen, aber wenn ich das mache, wissen es Odin und die anderen und dann könnte es für uns alle böse enden. Wenn du das nächste mal Heimdall siehst frage ihn, er war damals auch mit dabei“ es war, als könne sie mir kaum dabei in die Augen sehen!
„Das werde ich und es tut mir Leid, ich hätte es dabei belassen sollen“ eigentlich würde ich sogar viel lieber noch tiefer bohren, dachte ich zerknirscht. Aber es half ja nichts.
„Ich kenne dich mein preußisches Weib, wenn du nicht alles weißt und nicht alles selber machen kannst, wirst du mürrisch“ ihr Grinsen vertrieb meinen Zorn ein wenig und als sie nur wenige Zentimeter entfernt vor mir stand, spürte ich diese tiefe Verbundenheit zwischen uns wieder. Ihre Lippen fühlten sich fantastisch an und die Sehnsucht nach mehr kam in mir und ihr sicherlich auch, hoch. Doch darauf mussten wir bis auf weiteres noch verzichten.
„Ich liebe dich, mo rionnag.“ flüsterte ich.
„Und ich dich, mein preußisches Weib.“ lächelnd lösten wir uns von einander schweren Herzens.
Ich sah an ihr herunter und wir beide bemerkten einen nassen Fleck auf Brusthöhe. Sie sollte schnell zu Anna und sie stillen.
„Ich hole mal Anna, ich vermute sie hat Hunger.“ da hatten wir beide denselben Gedanken und ich folgte ihr nach oben.
Das Essen kam wie erwartet gut an.
Auch wenn Haytham für einen Moment wieder etwas skeptisch reagierte. Er hatte schon eine Weile keine Pizza mehr vorgesetzt bekommen und ich hatte mich an die hiesigen Essensgewohnheiten und Nahrungsmittel gewöhnt.
Nach dem Essen konnten wir ein wenig die Ruhe genießen, ungestört wohlgemerkt.
Haytham hatte sich mit Lucius etwas von uns entfernt auf eines der Sofas zurückgezogen und war mit ihm in ein Gespräch vertieft.
Faith war hinunter in die Küche gegangen und ich konnte ohne Störung ein Buch lesen, welches mir hier in der Bibliothek ins Auge gestochen war. Wieder einmal war es etwas, was mich nicht wirklich interessierte, aber ich fand den Umschlag oder besser den Einband wunderschön und hatte mich hinreißen lassen, es zu nehmen.
Irgendwann tauchte Faith mit einem Tablett hier wieder auf und reichte mir einen kleinen Teller mit … war das Stollen? Christstollen?
Verwundert sah ich sie an, als sie meinen Gedanken bestätigte.
Der erste Bissen war der Himmel auf Erden und dieses Stück Gebäck überdauerte nur wenige Sekunde ehe ich es vollends verspeist hatte. Seit einer gefühlten Ewigkeit hatte ich es nicht mehr gegessen und schwelgte in Erinnerungen an … ja, meine Gedanken wanderte wieder zu Yannick, Weihnachten und … NEIN! Ermahnte ich mich mal wieder und schüttelte diese Bilder wortwörtlich ab.
Mich riss ein an mir vorbei fliegendes Kissen, welches meinen Templer am Kopf traf, aus den trüben Gedanken und grinsend sah ich ihn an.
Faith saß auf einem anderen Sofa und in ihrem Gesicht lag ein schelmischer Ausdruck.
„Was ist Bruderherz?“ fragte sie völlig unschuldig.
„Das Kissen, mach das nie wieder!“ diese Mahnung könnte auch Edward oder Florence gelten. Meine Schwester ließ sich aber nicht davon aus der Ruhe bringen. Haytham hingegen hatte Mühe sich zu zügeln.