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Boston / Virginia - Trinkspiel mit Rudolph!

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston / Virginia - Trinkspiel mit Rudolph!

Hallo und willkommen an diesem sonnigen Samstag!

Kaum dass Alex aus ihren Erinnerungen wieder in Asgard auftaucht,

muss sie sich einer neuen Herausforderung stellen.

Ein Trinkspiel der ganz besonderen Art. Thor fordert sie heraus und

sie nimmt die Wette an. Ob das aber eine so gute Idee war, werden wir sehen.

Rudolph Rednose lässt übrigens herzlichst grüßen!

Ein lieber Gruß und viel Spaß beim Lesen!

MrsHEKenway

Zitat Kapitel 11 - Boston/Virginia

Kapitel 11

~~~ Trinkspiel mit Rudolph ~~~

Diese Kälte, welche mich gerade noch zittern ließ, verwandelte sich in eine wohlige Wärme. Der Umhang meines Vaters war immer noch um mich geschlungen und es fühlte sich an, als würde mein Körper auftauen.

„Für Jötunheim bist du definitiv nicht geschaffen, Kind.“ lachte er und sah zu mir herunter.

„Nein, vermutlich nicht. Aber Muspelheim muss es dann auch nicht gleich sein.“ konterte ich grinsend.

Nach und nach kam ich wieder in Asgard an und genoss ein wenig des guten Mets, welchen mir Thor gereicht hatte.

„Wir könnten auch ein Wetttrinken veranstalten!“ dabei klopfte er mir aufmunternd auf die Schulter.

„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist…“ wieder ging mir der Satz von Faith durch den Kopf, dass sie den Alkohol in ihrem Körper bis zu einem gewissen Punkt neutralisieren kann. „Es sei denn…“ grinste ich breit und konzentrierte all meine Sinne auf Odin!

Wenn ich schon die Gestalt eines anderen annehmen kann, dann auch gleich richtig!

Dachte ich … für eine Sekunde, ehe mein Vater sich vor mir aufbaute und vorwurfsvoll mit dem Kopf schüttelte.

„Du hast nicht ernsthaft in Erwähnung gezogen, eine solche Wette mit Hilfe der Gestaltwandlung zu gewinnen, oder? Außerdem … du kannst unsere Formen nicht annehmen. Das wäre fatal, weil du die Norne der Zukunft bist.“ seine Augen wanderten hilfesuchend in der illustren Runde umher.

„Es könnte durchaus auch Auswirkungen auf deine alte Zeit haben, oder noch schlimmer auf deine kleinen Kinder hier. Davon mal ganz abgesehen… Das ist Betrug!“ rief Loki und erntete ein lautes „Da siehst du es!“ von Thor.

„Ähm, wer will hier etwas von Betrug und Manipulation erzählen? Hmmmmm?“ jetzt war ich es, die grinsend die Anwesenden musterte.

„Das war etwas anderes … damals … ich musste mich beweisen! Das war … meine Ehre stand auf dem Spiel!“ stammelte der Donnergott als er nach den passenden Worten suchte.

„Ach? Und meine Ehre stünde jetzt nicht auf dem Spiel?“ ich zog eine Augenbraue hoch und musste an mich halten, nicht laut zu lachen.

„Du bist … Havi! Jetzt sag doch auch endlich mal was!“ forderte Tyr den Allvater auf.

Langsamen Schrittes ging Odin um mich herum, musterte mich immer noch und kratzte dabei nachdenklich sein bärtiges Kinn.

„Vielleicht … Wäre ein Tier das richtige zum Üben …“ lachte er plötzlich und alle fielen mit ein.

Ehe ich mich versah, fühlte ich eine Wandlung in mir. Mein Blick klärte sich schnell, aber als ich an mir heruntersah stand ich auf 4 Beinen!

„Meine Frau das Rentier…“ staunte mein Gatte mit großen Augen.

Das Sprechen fiel mir für einen Moment schwer, ehe ich die Kontrolle wieder darüber erlangte.

„Warum …?“

„Vertrau mir und jetzt … Skal!“ vor mir erschien ein hölzerner Trog randvoll gefüllt mit Met! Er roch verführerisch, obwohl ich ihn sonst eigentlich nicht unbedingt mochte.

Mit ein wenig Übung konnte ich die ersten Schlucke genießen.

„Nicht so hastig! Wir haben ja noch gar nicht richtig angefangen!“ sprach jetzt mein Kontrahent, hielt sein riesiges Trinkhorn hoch und sah mich grinsend an. „Auf drei … eins … zwei … drei …“ brüllte er und kippte den Inhalt in seinen Hals!

Ich beugte meinen Kopf mit dem schweren Geweih hinunter und begann hektisch den Honigwein in mich aufzusaugen, irgendwie funktionierte das hervorragend.

Die anderen Gäste feuerten uns an und klatschten rhythmisch in die Hände!

Nach kurzer Zeit fiel mir auf, dass sich der Trog gar nicht leerte und Thor sein Horn auch noch nicht ein einziges Mal abgesetzt hatte.

Oh nein!

Die Geschichte stimmt also? Die Gefäße waren mit einem Meer aus Honigwein verbunden?

Ich fokussierte mich auf meinen Met und trank und trank und trank …

Irgendwann fühlte ich einen leichten Schwindel in meinem Kopf und sah zu Thor!

Der schwankte gefährlich hin und her, stieß immer wieder gegen den großen Tisch! Plötzlich kippte er einfach nach hinten über und ein lauter Rülpser war zu vernehmen.

„Na, da hat aber jemand überhaupt keine Kondition mehr, wie?“ lachte Hel und stupste ihn mit ihrem Fuß an. „Er atmet noch, wacht bestimmt auch bald wieder auf.“

Jetzt sahen alle in meine Richtung und warteten, wie es mit mir aussah.

„Joah … schmeckt … nach Honig … aber ich … glaube, es reicht …“ lallte ich mit einem Male und ließ mich auf meine Vorderbeine nieder, dann langsam auf die Hinterbeine und legte mich langsam auf den steinernen Boden. Er sah so gemütlich und einladend aus!

„Ich dachte, Rentiere sind trinkfest? Hattest du vorhin nicht sowas erwähnt?“ fragte dieser schnöselige Brite jemanden in meiner Nähe.

Vorsichtig öffnete ich ein Auge und die Helligkeit hier in diesem Raum stach in meinem Kopf. Mein Magen grummelte und versuchte sein innerstes nach außen zu kehren, aber ich konzentrierte mich darauf, es nicht zu tun.

Mein Atem ging etwas flacher, was mir gut tat.

Dann endlich schlug ich auch das andere Auge auf und sah in das besorgte Gesicht Haythams.

„Na du? Wieder unter den Lebenden?“ er konnte seine Belustigung einfach nicht unterdrücken und neben ihm standen unsere Kinder.

„Mama, du warst aber ganz schön besoffen! Du hast fast das doppelte von Thor getrunken!“ in Edwards Stimme klang Anerkennung aber auch ein kleiner Tadel mit.

„Das merke ich! Könnte ich etwas Wasser bekommen?“ jaulte ich, als ich spürte, dass mein Hals rau und trocken wie die Sahara war.

„Warte ich habe etwas besseres.“ Florence reichte mir einen kleinen Becher mit einer grünlichen Flüssigkeit. „Hier, das hilft dir bestimmt wieder auf die Beine.“

Da war wieder die Botanikerin in ihr durchgebrochen.

Als ich jedoch an dem Inhalt roch, wäre sich übergeben eine bessere Option. Diese Blöße wollte ich mir hier aber nicht geben und trank brav alles aus.

Was soll ich sagen, der Geschmack war besser als der Geruch!

Auf meine Frage, was dort alles drin gewesen sei, sagte meine Tochter nur kryptisch, dass das ein Geheimnis sei.

Dabei sah sie grinsend zu Frigg und Idun.

Es dauerte nur wenige Minuten bis ich wieder aufstehen konnte.

Ich tastete an mir herunter und ich hatte wieder zwei Beine, zwei Arme und kein Fell mehr.

Vielleicht sollte ich für den Winter ab und an diese Gestalt heraufbeschwören um mich warm zuhalten, wenn wir längere Strecken unterwegs wären. Wie würde ich dieses Rentier dann nennen? Andarta hatte ja gesagt, ich sollte Namen vergeben für eine leichtere Beschwörung.

Rudolph!

Rudolph mit der roten Nase!

Fehlte nur noch Santa Claus!

Klischee!

Bei dem Gedanken kicherte ich leise vor mich hin.

„Es freut mich, dass du deinen Spaß hattest, Kind. Und du hast auch etwas gelernt. Vertraue in unserer Welt keinem Gott, der dich zu irgendetwas herausfordern will.“ Odin stand vor mir, sah mich breit grinsend an und zog mich dann hoch von meinem Lager.

„Wie geht es Thor eigentlich?“ fragte ich, als ich ihn hier nirgends zwischen den anderen sah.

„Er liegt auf der Bank vor dem Feuer in der Halle und schnarcht so vor sich hin.“ unser Sohn konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Ein toller Beschützer ist er. Ich sollte mal nachsehen, ob ich ihm behilflich sein kann.“

Seine Heilungskräfte waren mit seinem Alter immer stärker geworden, dachte ich stolz. Hier war er wie alt? 20 oder 22 Jahre alt? Noch immer war es etwas merkwürdig unsere Kinder in diesem Alter hier um mich zu haben. Irgendwann wäre es sowieso soweit, aber ich hätte Zeit mich daran zu gewöhnen. Im Moment war es noch etwas unangenehm.

Ich streckte mich gähnend um endlich wieder richtig zu funktionieren. Kontrollverlust war etwas, was ich nicht mochte.

Mein Kopf fühlte sich wieder klar an und mein Magen verlangte nach etwas zu essen.

Gemeinsam gingen wir alle wieder zum großen Tisch, aßen und tranken.

Die Stimmung war gelöst und ich wäre hier gerne für immer geblieben.

„Deine Welt ist Midgard, Alex.“ mahnte mich Tyr und sah dabei auch zu Haytham.

„Und morgen werden wir dir die Welt der Walküren zeigen und vielleicht kannst du Brünhild sogar unterstützend zur Hand gehen.“ sprach Vör neben mir.

„Ich freue mich darauf!“ mir fiel es schwer, mehr Worte herauszubringen. Ich freute mich auf den morgigen Tag hier in Asgard, freute mich aufs Lernen!