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Boston / Virginia - Der goldene Turm

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston / Virginia - Der goldene Turm

Hallo ihr Lieben!

Die erste Nacht in Asgard bringt eine weitere Erinnerung oder

besser gesagt Erkenntnis mit sich. Vor Alex geistigem Auge taucht

der "Goldene Turm" der Parallelwelt auf und mit ihm alle Emotionen

von damals. Wie lange war es jetzt schon her, dass sie den

"anderen" Haytham traf?

Ihre Fragen wird nun der Allvater beantworten müssen, welcher es

nicht gerne sieht, wenn man ihn mitten in der Nacht aus dem Schlaf reißt!

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

Ein ganz lieber Gruß

MrsHEKenway

PS: Ich habe #EvenwhenyourkindPart1 mit den entsprechenden Kapiteln verlinkt ( Kapitel 105 - Die Parallelwelt ).

Hauptaugenmerk liegt aber auf Kapitel 124, welches ich Eltern von #Sternenkindern

gewidmet habe! Kapitel 125 - Der goldene Turm

Das passende Lied von Thomas Bergersen - Little Star ist ebenfalls verlinkt!

Zitat Kapitel 12 - Boston/Virginia

Kapitel 12

~~~ Der goldene Turm ~~~

Diese erste Nacht in Asgard verbrachte ich ganz alleine mit meinem Mann in dem höchsten der Türme dieser Feste. Von dort oben hatte man einen fantastischen Blick über Bifröst, die Wälder und Täler hier. Einfach berauschend.

„Ich liebe dieses Lächeln an dir, mi sol.“ flüsterte Haytham hinter mir, während er die Arme um mich geschlungen hatte.

„Schau dir einfach an, wie schön es aussieht. Vor allem jetzt bei dem Mondschein und die Sterne. Schau, dahinten sind auch einige Nordlichter zu erkennen.“ sprach ich leise und deutete in die Richtung.

Warme Lippen bedeckten meinen Nacken mit Küssen, Hände fuhren verlangend über meinen Körper, ehe mich mein Gatte zu sich drehte und mich auf seine Hüfte hob.

Ohne ein Wort zu verlieren, begannen wir uns auszuziehen und mein Verlangen wuchs mit jedem fallenden Kleidungsstück.

Unseren gemeinsamen Rhythmus hatten wir schnell gefunden.

Als ich spürte, dass ich meinem Höhepunkt nahe war, leuchteten die Zeichen auf meiner Haut und auch bei Haytham waren sie zu sehen. Wir beide ließen mit einem leisen Stöhnen los und es schien, als würden wir heller strahlen als jede Sonne.

Atemlos sah ich zu ihm auf und seine Augen hatten diesen dunklen vertrauten Ton angenommen.

Ich kuschelte mich an meinen Mann, der bereits eine der hier deponierten Decken über uns warf.

„Nicht, dass du dich noch erkältest.“ kicherte er leise, als er die Gänsehaut auf meinem Arm bemerkte.

„Keine Sorge! Du bist ja da um mich zu wärmen.“

Langsam überkam mich die Müdigkeit und meine Augen wurden schwer.

Wie lange ich geschlafen hatte, kann ich nicht genau sagen.

Ich schrak mit einem Male hoch, weil mir ein völlig absurder Gedanke durch den Kopf ging.

„Der goldene Turm in der Parallelwelt! Das ist es! Das waren nicht die Isu!“ rief ich und sprang einfach auf.

Erschrocken blickte sich mein Templer um, ehe er realisierte, dass keine Gefahr drohte.

„Von was sprichst du gerade?“ fragte er schlaftrunken nach.

„Das Kind von Marie! Sie hat dort ihr Baby verloren. Erinnerst du dich nicht mehr?“ diese Szene tauchte vor meinem geistigen Auge auf und ich durchlebte diesen Moment noch einmal. Dieses Mal jedoch war es anders, weil ich verstand, dass die Götter dort eingegriffen hatten. Damals wusste ich davon noch nichts, oder besser gesagt noch nicht genug.

Ich drückte Haytham einen Kuss auf die Wange, ehe ich mich hastig anzog und die Wendeltreppe des Turms hinunter rannte.

Unten suchte ich nach meinem Vater, welcher in seinem Zimmer mit Frigg friedlich schlief. Ich hoffte zumindest, dass ich sie bei keinen Aktivitäten stören würde!

Polternd schlug die Tür an die Wand und beide fuhren erschrocken hoch.

„Was… Solveig! Was bei Hel fällt dir ein mitten in der Nacht hier rein zu platzen?“ rief Odin und funkelte mich wütend an.

„Entschuldige, aber … ihr wart das damals in dieser anderen Welt, nicht wahr? Ihr habt das Kind geholt!“ meine Stimme überschlug sich vor Aufregung, weil mir eine Erkenntnis kam.

Schon damals hieß es immer, das Gleichgewicht muss gewahrt bleiben. Kurz dachte ich über den Vater dieses Kindes nach und kam auf keinen Namen. Der Chevalier konnte es nicht sein, wenn ich an die Umstände dort dachte. Der „andere“ Haytham kam auch nicht in Frage. WER war es dann?

Was hatte Hrymr gestern noch in der Höhle gesagt? Er hätte mich in dieser Parallelwelt studiert! Er war also dort gewesen und die Vermutung lag nahe, dass er der Vater dieses Babys war.

Meinen Verdacht bestätigte Frigg nickend, während sie ausgiebig gähnte.

„Und das fällt dir gerade jetzt ein?“ maulte Odin und setzte sich auf die Bettkante. „Ich komme wohl nicht eher wieder zum Schlafen, bis ich es erzählt habe, nicht wahr?“ seufzte er und stand schwerfällig auf. Sein Schlafhemd verwandelte sich mit einem Mal in seine normale Kleidung und er schob mich hinaus in die Halle ohne ein Wort zu sagen.

Vor dem Feuer blieb er stehen und fachte es mit einem Fingerschnippsen wieder an.

„Setz dich, Solveig!“ dieser Befehlston ließ mich etwas frösteln.

Also begann der Allvater über diese und auch andere Welten, welche ich noch nicht kennengelernt hatte und vermutlich auch nie sehen werde, zu erzählen.

Marie war, wie ich selber, eine Art Botschafterin und man hatte gehofft, dass wenn sie einen neuen Erdenbürger gebar, dieser mit der dortigen Welt interagieren und sie kontrollieren konnte.

Leider hatte sich dieser abtrünnige Gott dort mit eingeschlichen und sich als jemand anderen ausgegeben.

„Keine Sorge, es war wirklich nicht dieser andere Haytham. So dumm ist selbst Hrymr nicht. Nein, er war ein einfacher französischer Soldat. Marie war noch recht naiv und leichtgläubig zu der Zeit. Zu spät bemerkten wir, dass sie ein Kind unter dem Herzen trug. Wir hatten Hrymr nicht bemerkt. Schon damals muss er den Schutz dieses alten Amuletts ausgenutzt haben und war so vor uns verborgen.“ seufzend ließ er sich auf der Bank neben mir nieder und faltete seine Hände auf dem Tisch.

„Ich brauche dir nicht sagen, WAS er geplant hatte. Wir mussten aber sicher sein, dass dieses Kind nie das Licht der Welt erblicken würde. Als du dann in dieses andere Universum kamst, auch da hatte dieser Schmarotzer seine Finger mit im Spiel wie du dir jetzt denken kannst, sahen wir unsere Chance ihm eins auszuwischen. Es durfte dort kein Erbe von ihm geboren werden! Nirgends sollte es so sein.“ seine Stimme wurde immer leiser und klang beschämt.

„Ihr habt … es lebt nicht mehr?“ flüsterte ich mit Tränen in den Augen, weil ich damals die Trauer von Marie schon erlebt hatte und ihre Wut auf alles und jeden. Außerdem fühlte ich als Mutter in diesem Moment!

„Doch, er lebte, Solveig. Es ist ein Junge und …“ dabei sah er sich vorsichtig um. „Mutter Idun hat ihn unter ihre Fittiche genommen, ihn versorgt und großgezogen. Er war ein schwieriger Junge, er lernte nur schwer und war langsamer in allem was er tat. Als er älter wurde zeigte er dieselben aggressiven Verhaltensformen seines Vaters und seine Fähigkeit die Vertrauten um sich herum beeinflussen zu können, wuchs von Tag zu Tag. Er machte vor nichts halt!“ diese Pause lag bleiern in der Luft.

Mein Vater erzählte, wie sich einige Leute selber das Leben nahmen, nachdem Hrymrs Sohn ihnen eine Illusion von großen Katastrophen zum Beispiel beschert hatte. Oder er trieb sie mit seiner fiesen und groben Art einfach in den Selbstmord.

„Wir hatten viele Tote zu beklagen zu der Zeit …“ begann Odin, aber etwas anderes wollte ich wissen!

„Wie heißt dieser Sohn? Habt ihr ihm einen Namen gegeben?“ inständig hoffte ich, dass ich ihm noch nicht begegnet war.

„Orviid.“ die Antwort war kurz und knapp und seine Augen waren weiter in die Ferne gerichtet. „Er … lebt jedoch nicht mehr. Ein Wolf hat ihm eines Nachts aufgelauert und mit seinen Brüdern zerfleischt.“ wieder Stillschweigen.

„Du hast sie gerufen, oder?“ Odin war kein Freund der Wölfe, aber wenn sie ihm zunutze sein konnten, dann rief er sie. Fenrir als einziger folgte nicht seinem Befehl. „Warum hast du es nicht selber getan? Wolltest du dir die Hände nicht schmutzig machen?“ brach es aus mir heraus.

„Wage es nicht so mit mir zu sprechen, Solveig! Wir haben alle versucht ihm den Garaus zu machen. Was glaubst du was ich in all den Jahren, in denen er uns tyrannisiert hat, versucht habe? Immer durchschaute er uns. Diese Macht war ohne gleichen und nicht zu bändigen. Wer könnte also besser als ein ganzes Rudel der schwarzen Vierbeiner sein? Sie hinterfragen nicht, sondern sind auf der Jagd!“ jetzt sah er mich mit einem müden Blick an.

„Kann ich … sein Grab sehen?“ hakte ich leise nach, weil ich befürchtete meinen Vater zu sehr verärgert zu haben.

„Er ist bei seinem Vater!“ dieses Lächeln welches ihm im Gesicht stand, machte mir Angst.

„Ihr habt … aber …“ ich stellte mir gerade vor, wie sie den toten Orviid in seinen Einzelteilen … das ist grausam.

„Er hat es nicht anders verdient! Und damit ist das Thema jetzt beendet! Vermutlich hat Hrymr sein Schiff mit seinen Überresten noch ausgebaut!“ schnaubte Odin wütend und war aufgestanden.

„Lass mich raten. Kurz darauf begann er mich heimzusuchen, richtig?“ giftete ich meinen Vater an.

„Leider, ja. Er wollte mir das gleiche antun, was ich ihm angetan hatte. Aber er war nicht schlau genug.“ dabei grinste er überheblich in Richtung der aufgehenden Sonne, die langsam ihre Strahlen durch die großen Fenster der Halle warf.

„Warum erfahre ich das jetzt erst? Ich weiß, ich frage das nicht zum ersten Mal. Aber … Bei … entschuldige! Ich bin wirklich genervt! Wisst ihr alle eigentlich wie es sich anfühlt, immer im Dunkeln zu tappen. Nur hier und da mal einen Happen an Information zugeworfen zu bekommen wie einem wilden Tier, das gefüttert wird?“ meine Stimme wurde lauter und auch ich erhob mich.

„Pass auf was du sagst, Tochter! Es ging hier um deine Sicherheit! Ich … hatte Angst um dich!“ dieser Wandel von gehässig in liebevoll in seiner Stimme ließ mich innehalten in meiner Wut.

Wütend kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Er hatte ja Recht und ich war am Leben.

„Glaub mir, Solveig, mein schlechtes Gewissen übertrifft vermutlich sogar dein angeborenes. Du bist jetzt hier. Mit deiner Familie! Wir beginnen JETZT!“ wie in einem Kokon aus Zuneigung, Liebe, Fürsorge und Entschuldigung fühlte ich mich, als sich sein Umhang um mich legte.

„Ich störe hoffentlich nicht?“ hörte ich die dunkle Stimme meines Mannes wie aus weiter Ferne an mein Ohr dringen.

„Oh, Haytham. Verzeih…“ grinsend sah mich Odin an, dann zu ihm. „Wir sollten etwas essen und uns dann ans Werk machen. Der Tag ist noch jung und die Walküren haben noch viel zu tun!“

„Ich bin schon so gespannt.“ rief ich und wandte mich in Richtung der Schlafplätze unserer Kinder. Auch sie sollten so langsam wach sein.

Gerade Florence würde heute eine der wichtigsten Personen sein. Gemeinsam mit ihrer Patin und meiner sollten wir einige Lehrstunden bekommen.

"I welcome the Valkuries to summon me home!" oder auch Björn Ironsides Tot waren und sind eine Inspiration dafür gewesen, wie ich die Walküren hier darstellen werde.