Boston / Virginia - Helenas eigener Weg!
Boston / Virginia - Helenas eigener Weg!
Hallo ihr Lieben,
wie fühlt es sich an in einer illustren Familie mit großem
göttlichen Beistand, eben diesen nicht zu haben?
Werfen wir heute einen Blick auf die junge Helena Kenway,
welche genau darüber traurig sinniert. Ein kleiner Trip zu einem
warmen, sonnigen Ort außerhalb Asgard wird ihr eine neue
Perspektive eröffnen.
Ich wünsche gute Unterhaltung beim Lesen und bleibt gesund!
Ein ganz lieber Gruß
MrsHEKenway
PS: Die Geschichte auf Bezug genommen wird ist Bluterbe
vom Todesengel222 und ist entsprechend mit verlinkt.
Viel Spaß wünsch euch euch dort beim Nachlesen.
Das andere Kapitel ist aus meiner Hauptstory und findet ihr hier .
Zitat Kapitel 14 - Boston/(Virginia
Kapitel 14
~~~ Helenas Story ~~~
Nach einer ganzen Weile hatten wir sie alle nach Hause gebracht und konnten uns wieder auf den Weg zurück machen.
Plötzlich sah ich mich suchend um.
„Wo ist … Freya?“
Die Anführerin der Walküren sollte sich doch zumindest einmal kurz gezeigt haben, wenn sie schon nicht pausenlos anwesend war. Aber dann ging mir durch den Kopf, dass ich sie eigentlich noch nie wirklich zu Gesicht bekommen hatte.
„Du übersiehst einen entscheidenden Punkt, Solveig! Sie … wurde bei einem Kampf schwer verletzt, erinnerst du dich nicht? Faith muss es dir doch erzählt haben?“ Frigg sah mich tadelnd gleichzeitig aber auch überrascht an.
Ein Kampf, eine Höhle oder … ich erinnerte mich leider nur dunkel daran und verfluchte mich selber für mein Siebgedächtnis von Zeit zu Zeit.
„Es sei dir verziehen. Du bist gerade völlig überfordert und musst erst einmal deine Gedanken sortieren. Ich verstehe das.“ hörte ich eine sanfte Frauenstimme neben mir und drehte mich erschrocken in diese Richtung.
Dort stand sie!
Freya!
Aber auch irgendwie nicht. Vor mir sah ich nur ihre schimmernde Silhouette.
„Mir fehlt einfach immer noch die nötige Kraft um mich zu manifestieren. Kämpfe die Götter untereinander ausfechten sind mitunter Energie zehrender als die der Sterblichen. Aber ich habe ein Auge auf dich. Das hatte ich schon immer.“ flüsterte sie leise und das sanfte Leuchten erlosch langsam.
„Unsere Anführerin hat sich zurückziehen müssen. Ihre Verletzungen waren und sind nicht so einfach zu heilen. Geben wir ihr die nötige Zeit zur Erholung. Bis dahin hat sie uns mit ihren Aufgaben betraut.“ sprach Skuld neben mir und sah ebenfalls der Göttin hinterher.
Der Kampf bei welchem die Kommunikation mit Faith plötzlich abriss! Das war damals bei der Überfahrt von Frankreich nach Virginia vor 9 Jahren! Ich hatte diesen Verlust sogar körperlich gespürt. Freya hatte sich, wenn man es sagen kann, geopfert für meine Schwester im Geiste. Die Triskele auf Faiths Körper wurde dabei durch einen Hieb zerstört. Eine lange Geschichte, dachte ich und spürte diesen Moment noch einmal, während mir die Tränen über die Wangen liefen.
„Denke einfach daran, dass ihr wieder diese Verbundenheit habt. Ihr beide habt eine ganz eigene Seelenverwandtschaft, welche es nur sehr sehr selten gibt.“ wieder hörte ich Freya in meinem Kopf und mir wurde wirklich bewusst, dass sie anwesend war, wenn auch nicht körperlich.
„Mama, ist alles in Ordnung?“ fragte Florence zögerlich nach und nahm meine Hand in ihre.
„Was? Ja, natürlich …“ unbeholfen lächelte ich um ihr keine Angst zu machen.
„Ich bin keine 6 Jahre alt.“ grinste sie mich mit ihren leuchtenden grünen Augen an.
„Entschuldige, ich habe es völlig verdrängt.“ es fiel mir unfassbar schwer nicht völlig die Kontrolle über meine Gefühle zu verlieren. Es herrschte gerade ein mehr als unangenehmes Chaos in meinem Kopf!
Meine Tochter nickte mir lächelnd zu und ich sah, sie verstand meinen Gefühlsausbruch.
Kurz darauf kamen wir wieder bei den anderen an und staunten nicht schlecht. Edward hatte mit Haytham erfolgreich einen stattlichen Eber gejagt, der schon über dem Feuer auf dem Spieß seine Runden drehte.
„Daraus werde ich mir eine Kette machen. Immer wenn ich ein Tier erlegt habe, werde ich eine Trophäe mehr daran binden können.“ rief mein Sohn und zeigte stolz seine Ausbeute.
„Ich muss dich leider enttäuschen, junger Mann. Du … kannst es nicht mit in eure Welt nehmen.“ erklärte Thor etwas stockend.
„Oh, ach so … na dann… werde ich wohl mit Vater daheim in Virginia bald mal auf die Jagd gehen müssen.“ grinste er breit als er zu meinem Templer sah.
„Das werden wir, Edward.“ stolz sah Haytham dabei seinen Sohn an, aber im selben Augenblick lag auch eine gewisse Traurigkeit in seinen Augen.
Connor? Mehr fragte ich ihn nicht im Geiste.
Seine grauen Augen fixierten mich. Ich hätte ihm das Jagen auch beibringen können, stattdessen … Er hat aber gute Lehrer gehabt. Mehr sagte er nicht und ich spürte, dass auch ihn seine Gefühle gerade etwas übermannten.
Als ich zu meiner Jüngsten sah, wirkte sie etwas abwesend. Sie stand an einem der großen Fenster und sah gen Sonnenuntergang.
Langsam ging ich zu ihr.
„Helena, min lille solstråle, woran denkst du gerade?“ sprach ich leise und legte einen Arm um ihre Schultern.
„Ich frage mich die ganze Zeit, welche Verbindung ich eigentlich mit Vater, dir oder meinen Geschwistern habe. Ja, uns eint das Blut, aber … ich habe niemanden an meiner Seite so wie Thor an Edwards Seite steht.“ ihre Stimme war kaum zu hören und brüchig. Erst jetzt sah ich, wie ihre Augen mit Tränen gefüllt waren.
Jetzt hieß es eine gute Antwort und Erklärung dafür finden!
Doch das nahm mir Odin ab.
„Du bist meine Enkelin, Helena! Und auch wenn du es nicht siehst, hast auch du einen Beschützer um dich herum. Die Cherubs sind ein Teil davon. Doch es gibt noch etwas anderes …“ mein Vater drehte meine Tochter zu sich um und hob ihr Kinn an, damit sie ansah.
Und dann war es, als wären die beiden nur noch ein Schatten ihrer selbst hier in Asgard!
~~~
Sie stand mit Odin, ihrem Großvater, in einem gleißend hellen Raum und hielt sich schützend die Hand vor die Augen.
„Wo hast du mich hingebracht?“ fragte Helena zögernd nach.
„Zu deinem Beschützer!“ kam es breit grinsend vom Allvater und er zog sie mit sich fort, hinein in eine bunte schillernde Welt voller aromatischer Düfte, warmem Sonnenlicht und SAND … sehr VIEL Sand.
Um sie herum herrschte reges Treiben, die Menschen eilten unter anderem geschickt mit Körben auf dem Kopf an ihnen vorbei um ihrem Tagewerk nachzugehen.
Gebannt sah sie ihnen hinterher und wusste eigentlich gar nicht, wohin sie zuerst blicken sollte.
„Wie nennt man diesen Ort?“ hakte sie staunend nach, als ein junger sehr gutaussehender Mann mit Olivfarbener Haut, dunklen Augen und schwarzen Haaren lächelnd an ihr vorbei ging. Für einen kurzen Moment stockte ihr der Atem und bevor sie reagieren konnte, war er in der Menge schon verschwunden.
„Man nennt sie die goldene Stadt. Hier hat der Mann, der für den Namen deines Vaters verantwortlich ist, das Licht der Welt erblickt.“ Odins Worte drangen zwar an ihr Ohr, aber sie konnte sie nicht umsetzen.
„Sprich nicht in Rätseln…“ maulte Helena leise und sah sich die kleinen Stände mit Waren hier in der Straße an.
„Bagdad! Und jetzt lass uns schauen, dass wir deinen Beschützer finden!“ ihr Großvater ergriff ihren Arm und zog sie weiter mit sich durch die vielen Menschen in den kleinen Gassen.
Nach einem gefühlten Tagesmarsch durch ein Labyrinth aus Straßen blieb Odin abrupt vor einer hohen und vor allem langen Mauer stehen.
„Dahinter findest du, was du suchst. Ich kann dich leider nicht begleiten!“ zum ersten Mal war er kaum zu hören. Das sah ihrem Opa gar nicht ähnlich!
„Kommst du nicht mit?“ fragte Helena ängstlich.
„Nein, es ist … das geht nicht! Es ist nicht meine Welt.“ er deutete auf einen kleinen Spalt vor ihnen und schob sie darauf zu. „Vergiss nicht, ich liebe dich und du vereinst mehr als nur eine Religion in dir!“ sprach er theatralisch und verschwand in einem Nebel.
„Aber …“ was sollte sie jetzt tun?
Ängstlich tastete sich Helena durch diesen Spalt in der Mauer und hoffte, dass sie nicht von wilden Tieren auf der anderen Seite angegriffen wurde oder von Soldaten! Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und Schweiß lief ihr über den Rücken.
Als sie an sich heruntersah, bemerkte sie die völlig andere Kleidung. Es war ein luftiges, blaues Kleid bestehend aus zwei Lagen, welche die Hitze des Tages erträglicher machten, dazu hatte sie leichte braune Sandalen an den Füßen und ein orangefarbenes Tuch über dem Kopf, welches sie vor der Sonne schützte. Die Farben der Stoffe waren gesättigt und zeugten von einer qualitativ hochwertigen Färberei!
Auf der anderen Seite angekommen eröffnete sich ein mit blühenden Pflanzen, Palmen und einem Brunnen ausgestatteter quadratischer Innenhof.
„Das … Tante Jenny hat uns doch in ihren Geschichten davon erzählt.“ dachte sie laut nach, als sie erschrocken zusammenfuhr, weil sich neben ihr eine Frau räusperte.
„Wo seid ihr nur mit euren Gedanken, aimra'at shaba** ? Und was ist das für eine Sprache?“ kopfschüttelnd zog sie Helena in die Mitte des Hofes.
„Hier, nehmt den Krug und dann geht zu eurer Herrin. Sie wartet schon auf euch.“ mit einer scheuchenden Handbewegung deutete sie ihr schnell zu gehen.
Verunsichert wohin sie überhaupt sollte, was sie hier tat und …
Ich begleite dich! Flüsterte eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf und sie sah, wohin sie sollte.
Der Weg führte durch ein hölzernes kleines Tor in die kühlen Räume eines Badezimmers. An der Decke sah man die Spiegelungen der auf das Wasser in dem Bassin treffenden Sonnenstrahlen.
Lächelnd betrachtete sie das Szenario. Min lille solstråle. So nannte ihre Mutter sie immer!
„Soll ich hier verdursten?“ pöbelte eine junge Frau sie an, die im Wasser entspannte.
„Nein, natürlich … bitte … hier.“ stotternd stellte sie den Krug auf das Tablett neben der Dame.
„Und jetzt? Hüpft das Wasser von alleine in meinen Becher?“ wieder nörgelte sie herum und fluchte in einer für Helena unbekannten Sprache, trotzdem verstand sie, was gesagt wird.
Bevor es jedoch eskalieren konnte, goss sie der Herrin ein und verbeugte sich vor ihr in der Hoffnung, dass sie nun entlassen sei.
„Geht in meine Gemächer und sucht mir für heute Abend entsprechende Kleider heraus. Ich möchte nicht wie ihr als Bauerntrampel auf der Feier des Sultans erscheinen!“ mit einer wischenden Handbewegung deutete man Helena sich zu entfernen.
Aber … wohin sollte sie denn jetzt gehen?
Wieder wurden ihr Bilder eines Weges gezeigt und sie folgte diesen.
Vor einer reich verzierten Holztür, welche mit schweren Eisenscharnieren gesichert war, blieb sie kurz stehen. Die Bilder kamen ihr bekannt vor.
Plötzlich begannen sie sich zu bewegen und erschrocken wich sie einen Schritt zurück.
Ein winziges Wesen erhob sich mit kleinen Flügeln in die Lüfte und begab sich auf eine Reise… doch wohin? Daneben stoben merkwürdig anmutende Gestalten in alle Richtungen, formten sich zu einem großen Ganzen. Ein anmutiger Vogel!
Ich werde deine Augen sein und mit meinem Bruder Ifrith über dich wachen! Sprach man sie im Geiste an.
Was war ein Ifrith und …
Frustriert trat Helena gegen das Holz und es zerbarst unter dieser Wucht. So heftig hatte sie doch gar nicht zugetreten.
Entsetzt sah sie zu der kaputten Tür, dem zersplitterten Holz und hörte erst jetzt, dass noch jemand im Gang anwesend war.
„War das wirklich nötig?“ diese tadelnden Worte hätten auch von ihrem Vater kommen kommen, seufzte sie und drehte sich um in der Erwartung, dass er vor ihr stand. Aber … es war dieser junge Mann von vorhin und sie verschluckte sich an ihren eigenen Worten.
Hustend und prustend beugte sie sich undamenhaft vor.
„Verzeiht, aimra'at shaba. Ich wollte euch nicht erschrecken!“ auch er klang mehr als verunsichert.
Beide versuchten sie sich zu beruhigen und als sich der Atem der zwei beruhigt hatte, konnten sie sich unterhalten.
„Verzeiht … aber ich war so angetan von dieser Schnitzerei an dieser Tür … noch nie habe ich so eine Kunst gesehen.“ plapperte Helena drauf los.
„Das glaube ich euch. Das Ganze erzählt auch eine Geschichte. Der Statthalter legt einen großen Wert darauf, dass man Geschichten nicht nur auf Pergament oder Stein festhält. Er glaubt, dass es wichtig ist, die Räume der Bewohner damit zu schützen.“ dabei strichen seine filigranen Finger andächtig über das glatte Holz.
„Wie … nennt man euch?“ fragte Helena nach.
„Hythem! Ich diene … ich gehöre der Wache des Palastes an!“ irgendetwas in diesen Worten ließ sie stutzig werden. Nein, der Name war ihr bekannt, aber … war ER Vaters Namensgeber?
„Das ist ein sehr außergewöhnlicher Name.“ versuchte sie ihre Unsicherheit zu überspielen.
„Nein, er ist recht gebräuchlich … aber ihr seht nicht nach einer Einheimischen aus. Also müsst ihr eine der Dienerinnen der Herrin sein, aber ihr sprecht meine Sprache.“ plötzlich sah er sie skeptisch an und hatte eine Hand an seinem Dolch.
**aimra'at shaba - bezeichnet eine junge Frau