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Boston / Virginia - Zwei Beschützer für Helena!

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston / Virginia - Zwei Beschützer für Helena!

Hallo ihr Lieben,

etwas verspätet erwartet euch heute doch noch ein Kapitel.

Helena wurde also von Odin an einem für sie völlig fremden

Ort zurückgelassen und sie muss nun selbst behaupten.

Hilfe naht unerwartet in Form eines wunderschönen Vogels,

welcher ihr hoffentlich hilft wieder nach Hause zu gelangen.

Alleine ist er allerdings nicht!

Heißen wir heute die #ZweiBeschützerfürHelena willkommen!

Ein lieber Gruß und ich wünsche euch ein schönes Osterfest!

MrsHEKenway

PS: Alle Links zu den verwendeten Bildern findet ihr im Kapitel und/oder der Beschreibung!

Zitat Kapitel 15 - Boston/Virginia

Kapitel 15

~~~ Azrael und Ifrith ~~~

Helena hob ihre Hände als Zeichen, dass sie unbewaffnet ist und keine bösen Absichten hat.

„Herr, ich spreche eure Sprache, weil … sie mir mein Vater beigebracht hat.“ erklärte sie sich.

Langsam schritt die Wache vor ihr auf und ab und musterte sie.

„Ihr seht wirklich nicht besonders gefährlich aus, aber das muss ja nichts heißen. Außerdem … was habt ihr vor den Gemächern der Herrin zu suchen? Ohne Anweisung dürft ihr nicht hier sein!“ mit einer fragend hochgezogenen Augenbraue sah er sie an.

„Ich sollte ein Kleid für sie heraussuchen für das Fest heute Abend beim Sultan.“ Helena hoffte, dass die Fragerunde damit beendet war, weil sie sonst kaum ihre Anwesenheit hier erklären konnte. Improvisation war nicht gerade ein Talent von ihr.

„Geht voran, ich folge euch.“ sprach Hythem und öffnete die demolierte Tür. „Das sollte sich der Tischler später ansehen.“ murmelte er leise hinter ihr.

Hier war es ebenfalls angenehm kühl und roch nach wunderbaren Kräutern und Blumen. Durch die großen Fenster drangen Sonnenstrahlen, die sich auf dem Fliesenboden brachen und ihr Licht im Raum verteilten. Leichte Vorhänge in Orange wehten sanft im Wind.

„Solltet ihr nicht etwas erledigen?“ wurde sie unsanft aus ihren Gedanken gerissen.

„Ja, natürlich …“ stammelte sie verlegen und versuchte herauszufinden, wo die Kleider hier aufbewahrt wurden. Sie sah weder eine Truhe noch einen Kleiderschrank.

Ein großes Himmelbett an einem der Fenster nahm fast den ganzen Raum ein. Rechts und links am Kopfende standen kleine runde Holztischchen auf denen Kerzen und Schalen mit bunten Blütenblättern platziert waren.

Hinten rechts machte sie eine weitere Tür aus und eilte drauf zu.

Siehe da, hier versteckte man also die Garderobe der Herrin.

Helena öffnete den großen Schrank und sie staunte nicht schlecht bei der üppigen Auswahl an Kleidern, Umhängen, Tüchern und so weiter. Die Stoffe waren weich und fühlten sich leicht an wie eine Feder. Die Farben waren wunderschön. Ihre Hände strichen versonnen über diese Sachen, als ihr Blick von einem blauen Stoff angezogen wurde. Er war mit Goldfäden bestickt die ein verschnörkeltes Muster ergaben. Einfach traumhaft, dachte sie und griff danach.

Im eigentlichen Schlafzimmer legte sie das Kleidungsstück auf das Bett und ging wieder zurück in das Ankleidezimmer, so würde man es in ihrer Zeit nennen.

Schuhe oder Sandalen durften natürlich nicht fehlen. Links neben der Tür stand eine große Truhe und eine Kommode. Dazwischen befand sich auf dem Boden ein Teppich, auf welchem einiges Schuhwerk auf seinen Besitzer wartete. Die Auswahl war nicht besonders groß und die Entscheidung schnell getroffen.

Zufrieden sah sich Helena ihre Ausbeute an.

„A imra'at shaba, das ist aber noch nicht alles. Habt ihr den Schmuck vergessen und was ist mit dem Tuch für die Schultern?“ erstaunt sah sie ihren Begleiter an.

„Oh, wie konnte ich das nur vergessen.“ wo aber war jetzt das Geschmeide für die Herrin? Noch einmal wanderte ihr Blick durch das Zimmer und blieb an einer Schatulle hängen, die auf einem kleinen Regal links neben dem Bett stand.

Vorsichtig öffnete sie den Deckel und wieder einmal war Helena sprachlos. Das hier war ein regelrechter Schatz. Wunderschöner Goldschmuck, Ketten mit Saphiren, Amethysten, Diamanten, Bernstein … Der Inhalt glitzerte im Sonnenlicht.

„Der ist einfach atemberaubend.“ flüsterte sie und hielt einen Goldring mit einem Band aus blauen Edelsteinen hoch.

„Und er passt zu dem Kleid, welches ihr ausgesucht habt.“ hörte sie Hythem hinter sich. In seiner Stimme klang dieses unscheinbare Mahnen mit, welches ihr Vater so oft nutzte, wenn sie besser etwas bleiben lassen sollte.

„Ihr habt Recht. Dazu würde diese Halskette passen und die drei Armreife.“

Einen kurzen Moment betrachtete sie diese Kombination und wollte sich schon zum Gehen wenden, als ihr Begleiter sie zurückhielt.

„Habe ich noch etwas vergessen?“ fragte sie ängstlich nach, weil sie befürchtete einen Fehler begangen zu haben.

„Nein, oder doch. Die Herrin wird gleich hier sein und ihr solltet ebenfalls an Ort und Stelle auf sie warten.“ er verbeugte sich und verließ die Gemächer.

Nervös lief Helena auf und ab, kaute auf ihren Nägeln herum und wäre am liebsten durch eines der Fenster abgehauen. Wo hatte ihr Großvater sie nur hingebracht?

Lautes Flügelschlagen drang von draußen zu ihr herein und ehe sie sich versah flog dieser prächtige Vogel , den sie in der Schnitzerei gesehen hatte, in den Raum.

Sein Gefieder war schneeweiß, einige Federn waren aus purem Gold, genau wie seine Füße und sein Schnabel. Um seinem Hals lag eine flache Kette ebenfalls goldschimmernd. Er reichte ihr bis zur Hüfte stellte sie fest und wollte sich schon zu ihm hinunter knien.

Aber er begann sich zu verwandeln und stand wenige Sekunden später auf zwei Beinen mit Flügeln auf dem Rücken, zwei Schwertern links und rechts an seinem weiß goldenen Gewand vor ihr.

Ihre Gedanken überschlugen sich und als erstes dachte sie an Flucht.

Doch dann begann dieser … Engel zu sprechen und das mit einer warmen, tiefen Stimme, welche sie beruhigte.

„Ich sehe, dein Großvater hat sich einen Scherz erlaubt. Lässt dich einfach in einem Palast alleine, ohne dir weiterzuhelfen. Das sieht ihm ähnlich!“ sein Lachen war so entspannend, dass Helena nach und nach ihre Furcht vergaß.

„Wer … wer seid ihr?“ flüsterte sie.

Er beugte sich zu ihr hinunter, da er sie um 3 Köpfe mindestens überragte, und sprach ebenso leise zu ihr.

„Ich bin Azrael, der Erzengel.“

Plötzlich spürte sie ein Kribbeln auf ihrer Haut als er sie berührte. Dort wo seine Hand ihren Arm hielt erschienen leuchtende Zeichen, wie bei ihrer Mutter oder eigentlich bei allen in ihrer Familie.

Abgelenkt von diesem Gedanken bemerkte sie erst gar nicht, dass sich die Umgebung veränderte und Azrael mit ihr in einem Wald stand.

Der Geruch nach Frühling lag hier in der Luft und die Sonne stand hoch am Himmel. Die Blätter der Bäume waren in einem saftigen hellen Grün getunkt und um sie herum hörte man die Tiere des Waldes.

Mit einer ausladenden Handbewegung ließ er eine weiße Wolldecke auf dem Boden erscheinen.

„Bitte, setz dich. Du hast sicher viele Fragen.“ lächelte er einladend und ließ sich selber nieder.

„Ist das … real? Oder träume ich?“ Helena konnte sich immer noch nicht vorstellen, dass es wirklich gerade passierte. Doch gerade sie sollte sich an solche übernatürlichen Dinge gewöhnt haben.

„Es ist meine Welt und die meines … Bruders. Welcher sich mal wieder verspätet.“ seufzte er theatralisch und griff nach einem silbernen Kelch, der wie durch Zauberhand zwischen ihnen erschienen war. Auch eine Karaffe tauchte auf.

Dankend nahm sie ihr Getränk in Empfang. Es war süßer roter Wein, genau nach ihrem Geschmack, dachte sie lächelnd.

„Das habe ich gewusst, Helena!“ die Augen dieses Mannes leuchteten immer noch wie bei seiner Vogelgestalt.

Gerade als er Luft holte um ihr alles zu erklären, hörten sie Hufgetrappel näher kommen. Jemand galoppierte in ihre Richtung!

Erschrocken sprang sie auf und wollte nach einer Waffe greifen.

„Verdammt, ich … was machen wir denn jetzt?“ rief sie ihrem Begleiter zu, der sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Im Gegenteil, er lehnte sich zurück, kreuzte die Arme hinter seinem Kopf und sah breit grinsend in den Himmel.

Aus den Schatten der Bäume kam eine schwarze Gestalt auf sie zu. Hörner ragten aus dem Kopf hervor und rotglühende Augen starrten in Helenas Richtung. Immer näher kam dieses Wesen, während sie Schritt für Schritt zurückwich.

Vor ihr ragte jetzt ein wolfsähnliches Tier auf, auch dieses hatte Flügel auf dem Rücken und pechschwarzes glänzendes Fell. Im Maul konnte sie die langen spitzen Fangzähne sehen, die mit Sicherheit in Sekunden einen Elefanten zerreißen konnten.

Mit einem Male jaulte es laut auf und richtete sich auf seinen Hinterbeinen auf.

Wie vorhin schon Azrael, verwandelte sich jetzt auch der Wolf zu einem Engel. Dieser jedoch glühte förmlich und kleine Flammen umspielten seinen Körper und die Flügel!

Ungläubig starrte sie jetzt von einem zum anderen.

„Ich sehe schon, mein Bruder hier hielt es nicht für nötig dich vorzubereiten. Dann werde ich mich wohl einmal vorstellen. Mein Name ist Ifrith, der schwarze König und bin auserwählt worden, dich zu beschützen und dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.“ eine Verbeugung und er ließ sich auf der Decke nieder.

Zitternd versuchte Helena ihren Verstand wieder einzuschalten.

Sie hatte gleich zwei Beschützer bekommen? Aber … wozu?

Bei dem Versuch ihren Kelch festzuhalten und einen Schluck zu trinken wäre er ihr fast herunter gefallen. Ihre Hände gehorchten ihr gerade überhaupt nicht.

„Danke, Bruder. Die junge Frau ist völlig verstört wegen uns. Hättest du nicht vielleicht erwähnen können, dass ich einfach dazugehöre?“ kopfschüttelnd sah Ifrith zu seinem Bruder.

„Ich habe wohl nicht richtig nachgedacht. Aber … jetzt wo wir schon dabei sind. Helena, wir wurden schon für dich vorherbestimmt, als du noch nicht einmal auf der Welt warst. Dein Onkel Alexander hat bei deiner Geburt dein Leben gerettet. Dabei rief er immer wieder die Götter an, und ich meine wirklich ALLE, um dich zu beschützen. Da wurde unser Vater aufmerksam und sah auf dich kleines Menschenwesen hinunter. Es brauchte keine große Überredung und er schickte uns zu dir.“ Azrael machte eine Pause, nahm noch einen Schluck und sah dann in Richtung Ifrith.

Der übernahm jetzt die weitere Erklärung.

„Es hört sich jetzt etwas seltsam an, aber eigentlich bist du keine erwachsene Frau, Helena. Du bist erst wenige Monate alt und hast deshalb keine Erinnerung an all das. Deine Mutter wird vermutlich ebenso aus allen Wolken fallen, wenn wir uns auch ihr zeigen. Doch das können wir nicht in Asgard.“ er sah sie aus seinen feurigen Augen neugierig an.

„Aber auch mein Bruder und meine Schwester sind doch als Erwachsene hier oder … in Asgard. Sind sie eigentlich auch noch nicht so alt?“ ungläubig sah sie die beiden Engel an.

„Nein, ihr habt diese neue Gestalt bekommen um euch gegen diesen Widerling behaupten zu können. Wir hätten dir dort gerne geholfen, aber … Odin hatte mal wieder nur an sich gedacht und vergessen, dass wir dir dort nicht helfen konnten. Ich hoffe inständig, dass wir eines Tages gemeinsam Seite an Seite kämpfen können.“ der weiße Engel seufzte tief bei seinen Worten.

„Das hoffe ich auch.“ flüsterte Helena und sah lächelnd zu ihren neuen Beschützern. „Ihr steht mir also mit Rat und Tat zur Seite, richtig? Wenn ich jetzt meinem Bruder etwas von seinem Spielzeug wegnehmen will, würdet ihr mir dabei helfen?“ bei dem Gedanken musste sie grinsen.

„Oh, liebend gerne! Ich weiß sogar, wo er diese ganzen Holztiere und seine kleine selbstgebaute Festung stehen hat… wir können wenn ihr wieder daheim seid…“ begann Ifrith konnte aber nicht zu Ende sprechen.

„Das ist wieder so typisch! Du wirst nichts dergleichen machen. Du kannst Edward fragen und wenn er nein sagt, dann ist das so.“ wütend sah Azrael zu seinem Bruder.

Daher wehte also der Wind! Sie hatte das Engelchen und Teufelchen erwischt, welche links und rechts auf ihrer Schulter sitzen würden um ihre Entscheidung zu beeinflussen.

„Auf gute Zusammenarbeit!“ lachte Helena, hob ihren Kelch und stieß mit ihnen an.

„Wir sollten aber jetzt wieder gehen und dich zu deiner Familie schicken. Sie warten bestimmt schon auf dich.“ sprachen beide Engel wie aus einem Mund und erhoben sich gleichzeitig.

„Jetzt schon? Es ist so schön friedlich hier …“ hörte sie sich noch sagen, als sie auch schon neben ihrem Großvater in Asgard stand!

„Du bist zurück!“ rief ihre Mutter erleichtert und drückte sie an sich!

„Ich habe euch so viel zu erzählen. Dir nicht, Großvater. Du hast mich einfach dort ausgesetzt!“ dabei streckte sie ihm die Zunge frech raus.

„Aber du bist wieder hier, ich wusste dass du es schaffst.“ lachte er und umschloss sie mit seinem Mantel.

Ja sie waren eine merkwürdige Familie und hatten jetzt sogar noch Engel an ihrer Seite!