Boston - Lasst die (Tea-)Party beginnen!!
Boston - Lasst die (Tea-)Party beginnen!!
Hallo ihr Lieben!
Es ist soweit und Familie Kenway verlässt schweren Herzens Asgard.
Aber nicht ohne ein kleines Geschenk für Helena als Zeichen des Schutzes!
Wieder in Boston wird es dringend Zeit alles für die Teeparty vorzubereiten,
denn es ist der 16. Dezember 1773 und der Tag neigt sich dem Ende zu.
Schauen wir also, wie sich der Bostoner Hafen in die größte Teetasse der
Welt verwandelt - oder noch nicht ganz.
Ich wünsche gute Unterhaltung beim Lesen und bleibt gesund!
Ein lieber Gruß
MrsHEKenway
Zitat Kapitel 17 - Boston
Kapitel 17
~~~ Lasst die (Tea-)Party beginnen!! ~~~
Als ich erwachte sahen mich diese grauen Augen meines Templers liebevoll an.
„Guten Morgen, mi sol.“ hauchte er und fuhr mit seinen Lippen an meinem Hals entlang gefolgt von seinen Händen, welche unter mein Nachthemd glitten.
So lasse ich mich gerne wecken, dachte ich, als es vor der Tür polterte und lautes Geschrei zu hören war.
„Oh verdammte Scheiße!“ hörte ich unseren Sohn.
„Mein Gott, pass doch auf du Tollpatsch!“ fauchte Florence. „Mama und Papa wollen bestimmt noch nicht geweckt werden!“
„Was kann ich denn dafür, wenn du mich anrempelst, blöde Kuh!“ rief Edward wütend.
Ein kleines Handgemenge brach zwischen ihnen aus und ich stieß ein wütendes „RUHE!“ aus!
„Siehst du? Jetzt hast du den Salat, Bruderherz!“ feixte unsere Tochter.
„Ach halt doch den Mund!“ maulte er und man hörte, dass sich beide vom Acker machten!
„Was haben wir nur falsch gemacht, mi sol?“ stöhnte Haytham, als er sich langsam beruhigt hatte. Auch er war nicht angetan von diesem Weckkommando.
„Nichts, es sind … ähm, unsere Kinder. Aber sie sind nicht wirklich die Erwachsenen die wir sehen befürchte ich.“ Ein kleines bisschen waren sie noch unsere Kleinen.
„Wo waren wir stehengeblieben?“ grinste mich mein Mann an, doch irgendwie … war mir die Lust im wahrsten Sinne des Wortes vergangen.
„Sorry, lass es uns auf einen ruhigen Abend verschieben.“ ich küsste ihn sanft und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
Grummelnd stand er auf und begann sich zu waschen und anzuziehen. Er würdigte mich keines Blickes.
Da ich so etwas schon von Haytham kannte und wusste, dass er einfach etwas Zeit brauchte, fing ich ebenfalls an mich anzuziehen.
Von Frigg hatte ich ein wunderschönes Tunikakleid mit goldenen Besätzen bekommen. Es war in einem hellen Blauton gehalten und war mit dem Unterkleid angenehm zu tragen. Die Schuhe waren einfache Sandalen. Hier herrschte ein warmes Klima und das freute mich.
Bei Tisch erwartete man uns bereits und ich sah, wie Edward und Florence immer noch wütend aufeinander waren.
Ich konnte mir einen provokanten Spruch einfach nicht verkneifen.
„Na ihr beiden? Endlich Frieden geschlossen?“ grinste ich sie an und erntete doppeltes Augenrollen.
„Du hast in der Nacht gute Arbeit geleistet …“ fing Vör an, wurde aber von unserem Sohn unterbrochen.
„Oh bitte… wir wollen das nicht hören…“ jammerte er und hielt sich die Ohren zu.
„Die Arbeit als Norne, du Dummerchen!“ lachte sie unseren Sohn an.
„Achso … ich dachte schon …“ schmollend aß er seinen Speck und die gebratenen Eier vor sich weiter.
Also hatten sie mich alle dabei beobachtet?
„Wir sind immer um dich, hast du das vergessen?“ lachte mein Vater und biss herzhaft in einen Laib Brot!
„Ich muss mich wohl noch einige Jährchen daran gewöhnen.“ seufzte ich und sah, wie vor mir ein Becher mit Kaffee auftauchte. Dankbar hob ich ihn an meine Lippen und genoss den ersten warmen Schluck meines geliebten Wachmachers.
Nachdem wir alle die erste Stärkung des Tages inne hatten, eröffnet uns Havi, dass es Zeit sei wieder nach Boston zu gehen.
„Diese komische Teeparty veranstaltet sich ja nicht von alleine und …“ sein Blick glitt zu Helena. „… du wirst deine Begleiter zum ersten Mal sehen.“
Seine Hand wanderte in den ledernen Beutel an seinem Gürtel unter dem Umhang. Kurz darauf hielt er eine Art Anhänger für eine Kette in den Händen. Es waren je zwei Flügel oben und unten, jeweils verbunden mit einer groben Kette. Ein Paar war silber, das andere war schwarz.
„Bis du alt genug in eurer Welt bist, werden deine Eltern dieses Schmuckstück für dich verwahren. Die Zeichnung auf der Haut jedoch … wirst du gleich schon erhalten.“ Odins Hand und die von Frigg ruhten auf Helenas Brustkorb und man sah ein sanftes Glühen darunter.
„Aua…“ meine Tochter verzog vor Schmerzen das Gesicht. „Das … hat wehgetan.“ endete sie überrascht und sah zu ihrem Großvater.
„Wir wollen dich nur schützen vor dem, was kommt.“ sprach Idun plötzlich kryptisch und ich sah sie fragend an. „Ihr alle habt bereits einen Talisman und jetzt hat auch die kleine Helena ihren bekommen.“ lächelnd strich sie ihr über die Wange.
„Und jetzt … geht es auf nach Boston!“ rief mein Vater laut und man könnte den Eindruck bekommen, er wolle uns loswerden.
Gemeinsam gingen wir wieder über Bifröst in Richtung des Tors nach Midgard.
Schweren Herzens sah ich mich noch einmal um, sog diese herrliche warme, frische Luft in meine Lungen und sah zu der strahlenden Sonne am blauen Himmel.
„Tschüss…“ flüsterte ich und in Sekunden waren wir in diesem kleinen Laden der alten Dame mit den hellseherischen Fähigkeiten.
Enttäuscht, dass wir nicht durch die Höhle zurück gekommen waren, sah ich mich um und seufzte laut.
„Wir sind wieder in unserer Welt, mi sol.“ erklärte mir mein Mann unnötigerweise und erntete dafür einen wütenden Blick.
„Mama, das war … ein merkwürdiger Traum.“ hörte ich Edwards noch helle Stimme neben mir und musste etwas nach unten sehen. Erschrocken wich ich einen Schritt zurück.
Ach ja… er war ja gar nicht der junge Mann aus Asgard und ich spürte, dass ich wieder einmal etwas Zeit brauchen würde um mich an die „Wirklichkeit“ zu gewöhnen.
Vorsichtig öffnete ich die Tür und trat hinaus auf die Straßen von Boston.
Es war, als wären wir nie weg gewesen.
Die Einwohner begannen gerade erst ihren Geschäften nachzugehen.
„Wo ist Helena?“ rief ich panisch, als ich mich umsah.
„Mama, wie soll sie denn hier sein?“ kicherte Edward und Florence stimmte mit ein.
„Ihr wisst aber schon, wo wir gerade herkommen, oder?“ hakte ich jetzt skeptisch nach und musterte meine beiden.
„Ja, wir waren bei Großvater und … ich habe dich mitgenommen zu den anderen Walküren … oder nicht?“ grübelnd sah sich Florence um, so als würde sie aus einer Trance erwachen.
„Ist schon gut, min lille engel. Wir haben viel erlebt und müssen jetzt ganz schnell zu Tante Faith und Onkel Shay.“ sprach ich hastig, als mir bewusst wurde, dass wir ja heute Abend schon zuschlagen mussten.
Und schon war ich in Panik ausgebrochen, oder besser gesagt völlig zittrig und aufgeregt wegen der bevorstehenden Attacke auf die Teeschiffe!
In unserer Unterkunft angekommen, trat Charles auf mich zu und lächelte abfällig auf mich herunter.
„Na, habt ihr eure Neugierde stillen können?“ sein ekliges Grinsen ließ mich würgen.
„Sie ist vollends befriedigt worden, Master Lee. Besser als ihr eine Frau befriedigen könntet.“ giftete ich ihn an und eine Hand zog mich von ihm weg.
„Das reicht jetzt.“ hörte ich meinen Mann neben mir wütend sagen.
„Sir, eure Gattin ist wohl etwas unpässlich …“ abrupt verstummte dieser Schmierlappen, als er den Gesichtsausdruck seines Meisters sah. „Verzeiht …“ und er trollte sich.
Etwas weiter weg sah ich meine Schwester im Geiste mit ihrem Mann und ihrem Gefolge an einem Tisch sitzen. Connor war ebenfalls dort und als er uns bemerkte lächelte er erleichtert in unsere Richtung.
„Ward ihr erfolgreich? Was kann dieses Amulett?“ ich konnte seine Neugierde verstehen und erklärte ihm, was wir herausgefunden hatten.
„Dann ist es so etwas wie ein Tarnumhang?“ hakte jetzt Faith nach.
„Ja, so wie bei Harry Potter … entschuldige … ein Umhang, der einen unsichtbar macht, wollte ich sagen.“ aber im Grunde war es genau das!
Die Erzählung über Asgard würde ich Faith irgendwann einmal bei einem guten Glas Wein und in Ruhe erzählen. Hier war einfach nicht der richtige Ort, geschweige denn der geeignete Moment!
Nachdem wir jetzt noch alles für den Abend besprochen hatten, die Listen mit den Fässern für die Soldaten, die ein wenig out of Order sein sollten, noch einmal durchgegangen waren, beschlossen wir uns etwas auszuruhen.
Um 20 Uhr sollte Connor mit seinen Leuten beginnen die Truppen im Hafen abzulenken, Faith und ich würden uns auf die Schiffe schleichen und mein Templer würde mit Charles und William weitere Briten von ihrer Wache ablenken.
In mir stieg erneut ein Gefühl von Euphorie gepaart mit Panik auf. Leider lähmte es mich völlig und ich war nicht im Stande in den nächsten Stunden einen klaren Gedanken zu fassen. Geschweige denn konnte ich mich um Helena kümmern.
„Mistress Kenway!“ rief mich Mrs Wallace aus dieser Starre.
Als ich im Zimmer von unseren Kindern stand, sah ich weswegen sie etwas irritiert war. Diese Tätowierung war ja vor ein paar Stunden noch nicht da gewesen.
„Heißt das … sie braucht mich nicht?“ sie klang enttäuscht und sah mich mit feuchten Augen an.
„Nein, nein… ihr seid für meine kleine Tochter da und das wird auch so bleiben. Ich könnte mir niemand geeigneteren als euch vorstellen. Helena braucht euch und eure Fürsorge, Sybill.“ ich hatte ihre Hand ergriffen und drückte sie.
„Aber irgendwann …“ warum bitte jetzt? Ich war kein Mensch der mit vielen Gefühlsdingen gleichzeitig zurecht kam!
„Ihr bleibt. Punkt! Solange, bis dieser kleine Mensch in die Gesellschaft eingeführt wird und ich werde dafür sorgen, dass ihr immer bei uns bleiben werdet!“ ich hörte selber, dass ich immer lauter wurde und spürte, wie mir die Tränen über die Wangen liefen.
Plötzlich tauchte ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht auf.
„Es wird ja auch sicherlich irgendwann Enkelkinder geben …“ erleichtert stieß sie die Luft aus und nahm mich in den Arm.
„Das … hat aber noch Zeit…“ irgendwie war mir noch nicht danach Oma zu werden. Zumindest nicht hier zu dieser Zeit!
Und dann war es soweit!
Um kurz vor acht machten wir uns alle auf den Weg zum Hafen, verteilten uns wie abgesprochen und ich suchte mir mit Faith einen Schleichweg zu einem der im Hafen vor Anker liegenden Schiffe.
Eines war kaum bewacht und wir beschlossen, dort anzufangen. Drei Soldaten mussten leider dann doch beseitigt werden, weil sie sonst Alarm geschlagen hätten.
Als wir uns auf eine höhere Position gebracht hatten, die Wanten, konnten wir den Bereich unter uns beobachten.
Connor schlich sich bereits mit einigen Männern zu den patrouillierenden Soldaten und sie schalteten eine nach der anderen aus.
Hier und da hörten wir es Würgen und einige Männer eilten mit zusammen gekniffenen Beinen von dannen. Wir hatten also ganze Arbeit geleistet.
Womit wir jedoch nicht gerechnet hatten, waren Scharfschützen, welche sich plötzlich, genau wie wir auch, auf höheren Postionen formierten!
Aber dank unserer stillen Kommunikation konnte ich meinen Mann entsprechend warnen.
Und dann wurden die ersten Kisten mit lautem Geschrei ins Hafenbecken von Boston geworfen!
Es hatte begonnen.
Die Party war nicht mehr aufzuhalten.