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Boston - Das Buch der Rekruten

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston - Das Buch der Rekruten

Hallo ihr Lieben,

Mistress Kenways Erzfeind Hrymr scheint innerhalb kürzester

Zeit wieder genesen zu sein und treibt prompt wieder sein

Unwesen in Boston. Dieses mal mit einer weiteren Frau an seiner Seite.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Auf der Suche nach ihm stolpern sie über ein merkwürdiges Buch,

welches in einem Versteck in Eugenes - oder Hrymrs - Bleibe auftaucht.

Easteregg incoming! Vielleicht kommt ihr ohne Tipp drauf.

Ich wünsche gute Unterhaltung beim Lesen und bleibt gesund!

Ein lieber Gruß

MrsHEKenway

Zitat Kapitel 21 - Boston

Kapitel 21

~~~ Das Buch der Rekruten ~~~

„Ich will wissen, wo Hrymr seine Unterkunft hatte oder Eugene … Bei Odin, mein Kopf tut mir von diesem ganzen Hin und Herr schon weh.“ stöhnte ich und hielt mir eine Hand an die Stirn.

„Er hat sich nicht weit von unserer Herberge einquartiert.“ hörte ich Connor neben mir sagen, der sich mit dem Handrücken über das Gesicht wischte um die Blutspritzer abzuwischen. „Stephane hat ihn verfolgt, als ihr mir sagtet, dass dieser seltsame Mann auch hier sei.“

Wann hatte ich ihm von … Ach egal. Ich war zu müde mir auch noch darüber Gedanken zu machen.

„Bist du dir sicher, dass wir jetzt noch dorthin sollten? Es ist spät und …“ Männer können bisweilen sehr nörgelig klingen, aber ich musste meinem Gatten Recht geben. Schlaf! Wir brauchten ihn alle!

„Nachdem wir alle etwas Schlaf gefunden haben, auch wenn es nur wenige Stunden sein werden, treffen wir uns unten in unserer Herberge und besprechen wie wir weiter vorgehen. Wir müssen uns aufteilen, wenn ich jetzt darüber nachdenke. Der Gouverneur muss immer noch vor dem Hängen gerettet werden!“ auch wenn vermutlich niemand diesen Aspekt aus den Augen verloren hatte, wollte ich ihn erwähnen.

Der Gedanke, dass ich vermutlich kein Auge zu tun werde, frustrierte mich dazu immens in diesem Moment!

„Connor, wenn es recht ist, werden deine Leute und ich das mit der Hinrichtung übernehmen. Bedenke dass auch Charles dabei sein wird und …“ weitere Erklärung brauchte er nicht und winkte einfach ab.

„Dann werde ich mich wohl alleine auf die Suche nach Mister-Arschlochs Zimmer machen.“ wobei der Gedanke gar nicht mal so schlimm war, ging es mir durch den Kopf.

Nachdem wir uns alle verabschiedet hatten und ich nach einer Katzenwäsche im Nachthemd neben meinem Templer lag, fielen mir einfach die Augen zu. Ich konnte nichts dagegen tun.

„Mamaaaaaaaaaaaa! Aufstehen!“ brüllte mir eine helle Jungenstimme ins Ohr und ich fuhr erschrocken zusammen!

„Bei Odin! Was soll das, Edward?“ fauchte ich und hielt mir die Hand vor die Augen, weil es schon hell war und mich die Sonne blendete, welche durch die kleinen Fenster schien.

„Ich … dachte du hast mich nicht gehört. Du hast dich gar nicht gerührt und Vater sagte, ich solle dich wecken, weil du noch einiges zu erledigen hast heute. Darf ich mitkommen?“ Edward saß halb auf dem Bett und strahlte mich voller Tatendrang an.

„Wir werden jetzt frühstücken, wenn ich angezogen bin und dann … Ich denke, es ist in Ordnung wenn du mich begleitest und Mr al Din Issa ebenso. Vielleicht sollten wir auch deine Schwester mitnehmen.“

Bei meinem Vorschlag rollte mein Sohn mit den Augen, sagte aber nichts weiter.

Die kleine Stärkung tat mir gut und der Kaffee weckte meine Lebensgeister, wie immer eigentlich.

Gemeinsam mit meinen Kindern, dem Kammerdiener und dem Kindermädchen, machte ich mich auf den Weg zur Unterkunft von Eugene.

Meinen Mann hatte ich nicht mehr in unserer Herberge angetroffen, er war schon zeitig los geritten mit Charles um den Gouverneur zu retten. Hoffentlich kamen sie nicht zu spät!

Connor wartete beim Stall auf uns und half seinen Geschwistern auf die Pferde. Florence durfte bei ihm mitreiten und ihr Gesicht strahlte, als sie auf dem prächtigen Tier saß. Ihr Halbbruder hielt sie gut fest und wir konnten los. Wollte er sich nicht eigentlich mit seinem Vater um Tryon kümmern?

Auf meine Frage hin, erklärte er, dass es Haytham lieber war, wenn er uns begleitete. Er würde uns aber gerne helfen, versicherte er, als er meinen fragenden Ausdruck sah.

Da es noch recht früh am Morgen war, begann das Leben in den Straßen von Boston gerade erst und wir hatten ein leichtes Durchkommen.

Haythams Sohn führte uns gefühlt kreuz und quer durch die Gassen und seine Beschreibung, dass es nicht weit von uns entfernt war, empfand ich als untertrieben.

„Du meine Güte, wo müssen wir denn ganz hin?“ fragte ich unsicher nach, als ich mir so die Gegend durch die wir gerade ritten genauer anschaute.

„Wir sind nicht alleine!“ mahnte mich Connor leise, ritt jedoch einfach weiter.

War es wirklich eine gute Idee die Kinder mitzunehmen? Aber ein Blick auf Edwards Kammerdiener stimmte mich zuversichtlich, sein Blick war aufmerksam und ich bemerkte diesen typischen Schleier auf seinen Augen. Der Adler-Blick!

Ich selber sah mich ebenfalls um und tatsächlich, hier und da waren rote Auren die uns zu beobachten schienen, aber sie machten keine Anstalten anzugreifen!

Vor einem großen Backsteinhaus hielt der junge Indianer an und deutete uns abzusteigen.

„Sie haben uns nicht weiter verfolgt, aber … warum sehe ich meine Gefolgsleute in diesem roten Umriss?“ er hob Florence von seinem Reittier, während er weiter alles im Auge behielt.

„Das sind nicht DEINE Leute, das sind andere Bruderschaften, die uns nicht wohlgesonnen sind. Ich kenne so einige, die mich oder deinen Vater gerne Six-Feet-Under sehen wollen.“ grummelte ich wütend und machte mich innerlich bereit für einen Kampf. Man weiß ja nie.

„Wir alle scheinen unsere ganz eigenen Feinde zu haben, richtig?“ diese Frage kam so unerwartet, wie der Pfeil der mich um Haaresbreite am Hals verfehlte.

Im Nu war ich kampfbereit und hatte Florence hinter mich geschoben.

Edward machte sich mit seinem Kammerdiener ebenso bereit zuzuschlagen, sollte es von Nöten sein.

Connor selber stand aufrecht neben seinem Pferd und ließ seinen Blick über die Gebäude gleiten.

Wieder hörten wir ein Zischen und ein weiteres gefedertes Geschoss schlug neben uns in die Hauswand ein.

„Runter und folgt mir!“ sprach ich leise und wir schlichen uns in Richtung eines anderen Hauses, von wo aus wir einen besseren Überblick haben würden.

„Edward, Florence … ihr bleibt hier und hört auf Mr al Din Issa! Habt ihr mich verstanden?“ Meine Tochter sah mich ängstlich an, dann wanderte ihr Blick zu Edward.

„Wir schicken Brünhild und Thor mit dir, dann kann dir nichts passieren!“ sagte mein Sohn und ich spürte sie beide um mich herum. Ihren Schutz zu durchbrechen wäre für diese normalsterblichen Assassinen kaum möglich.

Also schlich ich mich um die Ecke auf unser Ziel zu, gehüllt in eine leicht golden schimmernde Sphäre.

Pfeile und auch einige Kugeln flogen um meine Ohren, aber trafen mich nicht ein einziges Mal.

Plötzlich hörte ich lautes Fluchen von einem der Dächer über mir.

„Was für eine Scheiße ist das bitte?“ mit einem Male prasselte ein Regen von Pfeilen auf mich ein. „Warum treffen wir nicht?“ brüllte diese Stimme weiter.

Noch nie hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, wie andere diese Kuppel sahen oder ob sie überhaupt sichtbar für die Gegner war. Allem Anschein war sie für sie unsichtbar, was mich in meinem Tun bestärkte, einfach weiterzugehen. Sie konnten mir gar nichts!

Kugeln, Pfeile, Wurfmesser … sogar kleine Äxte flogen um mich herum.

Dieser frustrierte Schrei eines Mannes auf einem der Dächer ließ mich lächeln. Wir würden nie wieder verwundbar sein!

Haythams Haut war so fest, dass kaum ein Geschoss sie durchdringen konnte. Ich selber war von meinen Göttern geschützt und konnte … Der Ring!

Im selben Moment, in dem mir der Gedanke kam, griff ich an meine Hand und ließ sie alle elende Qualen erleben! Warum, bei Odin, dachte ich nie an die einfachste Möglichkeit?

Von überall her drangen stöhnende und schmerzvolle Laute zu mir.

„Ich … kann mich nicht bewegen!“

„Mir ist so … übel…“

„Was ist auf einmal mit meiner Haut…“

Ja, sie alle bekamen eine Ablenkung in Form von diffusen Beschwerden, welche aber auch bald wieder wie durch Zauberhand abklingen würden. Dabei grinste ich in mich hinein und öffnete endlich die Tür zu Eugenes oder besser Hrymrs Bleibe.

„Ma´am? Kann ich euch behilflich sein?“ fragte ein korpulenter Mittvierziger hinter einem ranzigen Thresen.

„Oh, sicher, Sir. Mein Cousin ist hier abgestiegen und ich habe seit Tagen nichts mehr von ihm gehört und wollte sichergehen, dass er noch hier ist und ihm nichts zugestoßen ist.“ mein schauspielerisches Talent war nicht sonderlich groß, aber zur Not konnte ich auch einfach in den Kopf des Herbergswirtes dringen. Zu verlieren hatte ich nichts.

„Cousin. Aha. Die Zimmer sind bis auf eines alle frei. Wie … ist denn der Name?“ dieses schmierige Grinsen und die ausgestreckte offene Hand sagte mir, dass mein Verwandter hier auftauchen würde, sobald ein paar Münzen zum Vorschein kämen.

Ich holte den kleinen Lederbeutel mit den Geldstücken hervor und warf ihn einige Male auf und ab in meiner rechten Hand.

Die Augen des Herren wurden groß und sein Lächeln so breit, als hätte man ihm Angelhaken in die Mundwinkel gesteckt und zog die Schnur hinter seinem Kopf.

Ich war großzügig und erhielt auch eine entsprechende Antwort.

„Oben im zweiten Stock, Ma´am. Vor ein paar Tagen einfach verschwunden. Keine Ahnung wohin der Typ ist. Hat sich irgendeine der Huren angelacht und die beiden schienen viel Spaß gehabt zu haben. Wer weiß, vielleicht hat sie ihn um die Ecke gebracht! Die sind doch zu allem fähig! Ich wünsche viel Erfolg bei der Suche!“ grinsend drehte er sich um und verschwand in den hinteren Bereich des Schankraumes.

Als ich die Treppe gefunden hatte stieg ich vorsichtig hinauf, immer noch war ich nicht sicher, ob mein Erzfeind nicht doch hier seine Wunden lecken würde.

In der ersten Etage standen die Türen alle offen und als ich weiter hochging, stellte ich fest, dass hier auch keine abgeschlossen war. Bis auf eine.

Diese war am hinteren Ende des Korridors.

Ich atmete tief durch und ging darauf zu. War das vielleicht doch eine Falle? Wollte er mich hierhin lotsen? Meine Hände zitterten, als ich den Türknauf drehte und sie quietschend nach innen aufschwang.

„Wir sind hinter dir.“ hörte ich mit einem Male Connors dunkle Stimme und fuhr erschrocken herum!

„Bei Odin! Was soll das? Willst du das ich einen Herzinfarkt kriege?“ bölkte ich ihn an.

„Nein … verzeih… ich dachte du hättest uns bemerkt!“ schmollte Haythams Sohn und ich sah, wie meine Tochter grinsend den Kopf schüttelte.

Mein Schlafmangel machte sich jetzt wohl wirklich bemerkbar und ich fragte mich, was ich schon alles übersehen haben könnte.

„Nichts, Alex!“ versicherte mir Connor und ich sah ihn erstaunt an. Seit wann konnte er meine Gedanken lesen?

„Vater hat es mir beigebracht.“ mehr sagte er nicht und schob mich weiter in das Zimmer.

Fürs erste würde ich mich damit zufrieden geben, aber das letzte Wort war noch nicht gesprochen. Bei Odin, warum weihte man mich nicht in solche Lehrstunden ein. Wütend stampfte ich mit dem Fuß auf und sah wie Haythams älterer Sohn sich grinsend umwandte. Sein Vater hatte ihm von meiner Art berichtet, natürlich.

Weiter im Text, dachte ich und wir begannen den Raum systematisch zu untersuchen. Wir alle besaßen den Adlerblick und inspizierten jede Lücke, jede lose Holzbohle im Boden und jede noch so kleine Anomalie hier.

Wir fanden, bis auf die üblichen Utensilien wie Rasierzeug und Kleidung, einige Briefe, die an die Gefolgsleute hier in Boston oder auch New York zum Beispiel gerichtet waren. Aufschluss ergab sich aber daraus nicht und frustriert stieß ich das Fenster auf, welches rechts neben dem großen Bett war.

Als ich mich auf den Fenstersims lehnte, sah ich etwas golden leuchten unter den Dachschindeln. Vorsichtig kletterte ich hinaus und hob sie an. Zum Vorschein kam ein in schwarzes Leder gebundenes Buch, das schon sehr abgegriffen war. Das muss schon einige Jährchen auf dem Buckel haben, dachte ich bei mir und schlug es auf.

Es war aber nicht wie erwartet ein Tagebuch oder Geschäftsbuch, sondern auf den Seiten standen unzählige Namen. Einige waren mit Haken versehen, andere mit einem Fragezeichen…

Ich schlug es zu und ging zu den anderen.

„Das ist seltsam, hier stehen nur Namen drin…“ grübelte ich laut, als ich meinem Stiefsohn das Journal reichte.

„Hmmmm… Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, dass es eine Liste der Gefolgsleute dieses Eugenes sind. Ein paar müssen laut Fragezeichen noch gesucht werden, einige sind schon verstorben weil sie durchgestrichen sind und … die anderen …“ plötzlich hielt er inne und erstarrte förmlich.

„Was? Connor? Was ist los?“ ich schüttelte ihn an seinen Schultern, weil er wie paralysiert war.

„Hier wurde gerade ein Name durchgestrichen und ein anderer abgehakt!“