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Boston - Eine Walküre zuviel!

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston - Eine Walküre zuviel!

Hallo ihr Lieben,

es ist Samstag, das heißt wir treffen uns mit Familie Kenway,

die derzeit noch in Boston verweilen! Kaum hat man eine Sache

abgeschlossen, kommt die nächste Hiobsbotschaft reingeflattert.

Nicht dass der Name Donovan den blanken Hass heraufbeschwört, nein!

Ein kleines feines Geheimnis verbirgt sich hinter dieser Witwe.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

Ein lieber Gruß

MrsHEKenway

Zitat Kapitel 22 - Boston

Kapitel 22

~~~ Eine Walküre zuviel! ~~~

Mein Stiefsohn ließ das Buch wie eine heiße Kartoffel fallen und starrte die aufgeschlagene Seite an.

Ein neuer Name schrieb sich wie durch Zauberhand, wurde sogleich abgehakt und die ganze Zeit bewegten sich die Seiten, als würde ein leichter Luftzug hindurch gleiten. Fasziniert sah ich dieser Magie zu und vergaß alles um mich herum.

Diese Schrift war schwungvoll und in tiefschwarzer Tinte geschrieben. Sie war die meiner sehr ähnlich, fiel mir auf.

Das Buch begann plötzlich zu vibrieren und leuchten. Es strahlte förmlich, so als würde es Feuer gefangen haben.

Erschrocken wichen wir alle zurück.

„Mama, was ist das?“ flüsterte Florence hinter mir, während ihr Bruder seinen Blick nicht abwenden konnte.

„Das … weiß ich nicht…“ sprach ich ebenso leise.

„Schaut, da ist … ein Schiff zu sehen!“ rief Edward und jetzt sah ich auch, dass sich in diesem grellen Licht ein Bild abzeichnete. Ein riesiges Schiff durchbrach gerade eine gigantische Wand aus … funkelnden und glühenden Partikeln. Zeitgleich hörten wir sogar einige Stimmen, die aber wie aus weiter Entfernung klangen.

Wer bei Hel befehligt die Naglfar so plötzlich? das war mein Allvater und er war sehr sehr wütend. Hel, Thor … die Barriere wurde durchbrochen!

Ebenfalls aus weiter Ferne hörte ich ein bösartiges Gelächter und erkannte den Tonus darin! Hrymr! War er aber nicht so verletzt, dass er sich erst einmal erholen musste?

Langsam verblassten die Bilder sowie das Leuchten und ließen nur ein normales Buch am Boden zurück.

„Er ist wieder da.“ mehr brachte ich nicht zustande, weil in mir diese Angst vor ihm erneut aufkeimte.

Mr al Din Issa trat neben mich und nahm meine Hand.

„Mistress … Jemand anderes hat die festgewebten Taue eurer Götter gelöst und somit auch dieses Schild um dieses Schiff zerstört.“ erklärte er mir leise.

„Mama, das waren die Namen der Gefolgsleute von dem bösen Kapitän, die gerade auf den Seiten geschrieben worden waren. Bei dem Versuch die Naglfar zu retten, starben einige… deswegen auch das Abstreichen einiger Namen.“ vorsichtig griff mein Sohn nach dem Buch und blätterte etwas hin und her. „Immer mehr Rekruten tauchen auf und es … ich kann nicht alles lesen.“ frustriert reichte er mir seine Lektüre.

Es waren plötzlich fremdländische Namen darunter, die auch ich nicht einmal ansatzweise aussprechen konnte. Geschweige denn wusste ich wo sie ihren Ursprung hatten.

Edwards Kammerdiener bestätigte meinen Gedanken und konnte einige entziffern. Aber niemand wusste, WER das wirklich war.

Eine kleine Hand nahm Mr al Din Issa das Buch aus der Hand und umklammerte es.

Erstaunt sah ich meine Tochter an, welche mit zusammengekniffenen Augen dastand und das Buch umklammert hielt.

„Min lille Engel…“ setzte ich an, aber Connor deutete mir mit einem Kopfschütteln sie nicht zu stören in ihrer Konzentration.

Es dauerte eine Weile bis sie wieder die Augen aufschlug und in ihrem Gesicht lag für eine Millisekunde ein breites Lächeln.

„Er sammelt alle Toten, die er finden kann. Er hat eine Walküre, welche ihm hilft.“ bei diesen Worten verdüsterte sich ihr Blick. Ich selber sah Florence an, weil sie doch … soweit war sie eigentlich noch gar nicht.

Deine Kinder lernen im Schlaf, schon vergessen? Feixte Odin in meinen Gedanken und ließ mich mal wieder wütend werden.

Ich würde gerne in Zukunft darüber informiert werden, was die beiden alles so nebenbei beigebracht bekommen! Fauchte ich zurück und wandte mich meiner Tochter zu.

„Min lille Engel, wer ist diese Walküre? Kennen wir sie?“ im Kopf ging ich gerade die zwölf Namen durch, wurde aber schnell dabei unterbrochen.

„ Sváfa , Mama. Sie … ich fühle, dass sie böse und wütend ist.“ Florence ließ das Buch fallen und klammerte sich weinend an meine Beine. Vorsichtig hob ich sie hoch und streichelte beruhigend ihren Rücken.

„Sie ist nicht hier und kann dir nichts tun.“ sprach ich leise und wiegte sie sacht hin und her.

„Doch … ist sie…“ in Connors Gesicht spiegelte sich ebenfalls Angst wieder und sein Blick ging suchend umher. „Ich fühle es, aber … ich sehe sie nicht. Verdammt!“ seine Faust schlug auf den Schreibtisch neben sich und ließ das Holz erzittern.

„Dieses hinterhältige Biest!“ hörte ich die Stimme des Allvaters mit einem Male aus Richtung der Tür und starrte ihn an. „Entschuldige, ich hatte keine Zeit mich anzukündigen. Nun schaut nicht so überrascht.“ seine Stimme klang genervt und frustriert zugleich.

„Wie schön, dass du mal wieder mehr weißt, als wir alle hier. Das ist doch echt zum Kotzen!“ meckerte ich ihn an.

„Konnte ich ahnen … dieses Schutzschild hat sie genutzt und sich hindurch manövriert in ihrer Fähigkeit die Toten zu bergen. Solveig, sieh mich nicht so an. Sie kann den Seelen folgen und … dieses Weib scheint einige fähige Geister ausfindig gemacht zu haben, die … in ihrer Zeit über mächtige Magie und Können verfügten.“

Langsam kam mein Vater auf mich und Florence zu. Seine Hand strich über ihre Haare und sein Blick wurde wieder etwas milder.

„Du wirst sie mit uns gemeinsam finden und wir werden sie … aus unseren Welten verbannen müssen.“ seufzte Odin und ging einen Schritt zurück. „Da das Amulett Hrymr nicht mehr verbergen kann, bin ich sicher, dass er noch nicht auf seinem Schiff ist und wir werden gemeinsam dieser widerlichen Kreatur den Garaus machen.“ lächelnd sah er dabei zu seinem Enkel, der ihn aufmerksam beobachtete.

„Großvater, werde ich dann wieder diese andere Gestalt haben? Bin ich dann wieder erwachsen?“ fragte er freudig und ich konnte ihn nur zu gut verstehen. Wollten wir damals nicht alle unbedingt erwachsen werden? Und was ist jetzt? Wir würden gerne wieder einen Schritt zurück machen, nicht wahr?

Mit einer hochgezogenen Augenbraue des Göttervaters in meine Richtung.

„Das wird das Beste sein, Edward.“

„Wir wissen also, dass es eine abtrünnige Walküre ist, die keine guten Absichten hegt. Wer kann sie sein?“ fragte ich in die Runde und alle Anwesenden grübelten für einen Moment darüber nach.

„Schwer zu sagen. Fraglich bleibt auch, ob sie wirklich eine menschliche Gestalt besitzt.“ Odins Blick glitt in weite Ferne, so als suche er nach dieser Person. „Ich sollte meine Fühler ein wenig ausstrecken und mich auf die Suche begeben, Solveig. In der Zeit werdet ihr hier langsam wieder eure Zelte abbrechen und nach Hause zurückkehren. Die Plantage braucht euch.“ mahnte er mich und zog sich ohne Vorwarnung in diesem feinen Nebel zurück.

„Und ich habe mich damals über diesen Geist schon gewundert. Hätte ich damals schon gewusst, was ich noch erleben werde …“ begann mein Stiefsohn kopfschüttelnd zu reden, als er meinem Vater hinterher blickte.

„Auch ich bin ins kalte Wasser geworfen worden.“ lächelte ich ihn an. Haytham hatte ihm meine Herkunft und die Zeitreisen bereits erläutert.

„Dann sollten wir in Bewegung bleiben um nicht dem Stillstand zum Opfer zu fallen.“ er nahm das Buch wieder in die Hände und begann erneut darin zu blättern. „Namen über Namen… erstaunlich wie viel hier reinpasst.“ damit reichte er mir die Lektüre.

„Wir werden jetzt zur Herberge gehen und vielleicht haben Haytham und die anderen ja schon den Gouverneur retten können.“ inständig hoffte ich es, weil er uns immer noch behilflich sein konnte, zumindest was einige Waren anbelangt.

Meine Hand wollte gerade die Türklinke herunterdrücken, als diese sich bewegte und die Tür mit einem leisen Quietschen aufging.

Auf der Schwelle stand eine Frau mit einem erstaunten Ausdruck im Gesicht und sah von einem zum anderen.

Auch ich starrte sie für einen Moment an. Sie hatte sich überhaupt nicht verändert! Im Gegenteil, sie sah erholt und frisch aus.

Vor mir stand Amber Donovan oder wie auch immer sie jetzt heißen möge.

„IHR! Was tut ihr hier in meinem Zimmer?“ brauste sie auf und stemmte die Hände in die Hüften. Das stand ihr nicht gut zu Gesicht, weil es sie wie eine alte Vettel aussehen ließ.

„Das gleiche könnte ich euch auch fragen, Mrs …“ setzte ich an und musterte sie weiter.

„Oh, ich sehe. Euer Gatte hatte noch keine Gelegenheit euch über meinen erneuten Aufstieg zu berichten. Tja… ich bin wie eine Katze mit 10 Leben!“ lachte sie laut und ich hörte hinter mir ein verächtliches Raunen.

„9 Leben! Katzen haben 9 Leben. Ihr seid nicht besonders belesen, oder?“ fragte Connor gehässig nach.

Ihre Wangen röteten sich vor Wut, dass man sie so beleidigt hatte.

„Ich bin einfach immer da und ihr alle könnt nichts dagegen tun.“ sie reckte die Nase nach oben und stolzierte an uns vorbei ins Zimmer. „Würdet ihr mich jetzt bitte entschuldigen? Es gibt noch so vieles zu erledigen.“ dieser arrogante Ton war mir noch sehr gut in Erinnerung und ich musste arg an mich halten, diesem Weib nicht eine Ohrfeige zu verpassen. Die Hand von Edwards Kammerdiener legte sich beruhigend auf meinen Unterarm.

„Wir werden euch von eurem Vorhaben sicherlich nicht abhalten, Mrs …“ bei Odin, wie hieß diese Schnepfe jetzt eigentlich? Im Grunde war es auch egal, sie würde schon bald wieder mittellos sein! Dafür würde ich Sorge tragen.

Frech grinste sie mich an und deutete uns endlich zu verschwinden.

Vor der Tür atmete ich kurz tief ein und aus, versuchte meine Gedanken zu sammeln.

Sie war wieder hier, das hatte mir mein Mann ja schon gesagt. Warum aber tauchte sie im Zimmer von Hrymr oder Eugene…

„Sie heißt Avdeyev! Sie ist …“ das hatte ich völlig verdrängt, weil ich mich auf die Walküre konzentriert hatte!

Florence sah mich ängstlich an.

„Mama, SIE ist Sváfa!“ flüsterte meine Tochter leise um nicht von Amber gehört zu werden.

Ich nahm sie auf den Arm und wir eilten einfach nur noch hinunter und raus aus diesem Haus. Die anderen mussten davon erfahren.

Auf halbem Wege nahm mir Connor Florence ab damit wir schneller hier wegkamen. In Windeseile bestiegen wir die Pferde und ritten im zügigen Galopp durch Bostons Straßen. Wer im Weg stand hatte Pech und musste halt einfach zur Seite springen!

Bei unserer Unterkunft angekommen, war von meinem Mann nichts zu sehen. Also fragte ich den Wirt ob Master Kenway zwischenzeitlich hier gewesen wäre.

„Nein, Ma´am. Er ist noch nicht zurück. Aber Mrs Cormac …“ begann er mir zur erklären, ich jedoch winkte ab.

„Das ist nicht hilfreich.“ maulte ich und bat Sophia mit Florence in unser Zimmer zu gehen. „Ich werde nach meinem Mann suchen und … dann sehen wir weiter.“ Ich sah, dass es meiner Tochter überhaupt nicht gefiel plötzlich hierbleiben zu müssen, doch dafür war jetzt keine Zeit.

Mit Connor, Edward und seinem Kammerdiener ritten wir zur Garnison, wo die Hinrichtung ja stattfinden sollte.

Hoffentlich wäre Haytham noch dort!

Amber ließ mich aber kaum einen klaren Gedanken fassen! Sie spukte wie ein Geist in meinem Kopf herum und vernebelte alles. Sie wusste die ganzen Jahre, wer ich wirklich war!

Na warte! Du wirst noch dein Fett weg kriegen! fauchte ich still vor mich!