Boston - Das war eine Falle!
Boston - Das war eine Falle!
Update 01.06.2026:
Hallo, auch dieses Kapitel musste ich etwas anpassen, aufgrund
einiger noch kommender neuen Ereignisse! Ihr könnt gespannt bleiben.
LG MrsHEKenway
Hallo ihr Lieben!
Es ist Samstag, es ist heiß und ich überlasse euch ein neues
Kapitel aus dem Leben von Mistress Kenway!
Wie konnte ihnen so ein Fehler unterlaufen? Die Falle schnappte
zu und ihr Erzfeind hatte freie Hand an sein Ziel zu kommen!
Hoffen wir, dass Helena und Florence wohlauf sind!
Ich wünsche euch einen schönes Restwochenende mit viel
Sonne und bleibt gesund.
Ein lieber Gruß
MrsHEKenway
Zitat Kapitel 23 - Boston
Kapitel 23
~~~ Das war eine Falle! ~~~
Je näher wir der Garnison kamen um so mehr wurden wir von Schaulustigen am Vorankommen gehindert. Laute Schreie nach Gerechtigkeit und Vergeltung gellten durch die Menge auf der Straße.
Mein Blick glitt zu Connor und auch er war verwirrt.
Hier stimmte etwas nicht!
Wir stiegen von unseren Reittieren ab und banden sie an der nächstbesten Häuserfassade fest.
„Die Hinrichtung scheint also noch nicht stattgefunden zu haben.“ grübelte Haythams Sohn laut nach und wir gingen in Richtung des Tores, welches entgegen der üblichen Tage schwer bewacht wurde.
Beim Nähern spürte ich, dass hier wieder höhere Mächte am Werk waren. Dieses Flirren und dieser leuchtende Schimmer in der Luft war zwar für Außenstehende nicht zu sehen, aber WIR sahen es.
Die Götter hatten hier ihre Finger im Spiel.
In mir stieg Panik auf, dass meinem Mann etwas zugestoßen war und stürmte auf die wachhabenden Soldaten zu.
„Was ist hier los? Mein Mann ist dort drinnen!“ schrie ich und wollte sie zur Seite drängen!
„Nicht so schnell, Lady! Wenn euer Gatte an diesem Aufstand beteiligt ist, dann würde ich an eurer Stelle ganz schnell das Weite suchen, ehe ihr auch noch in Ketten endet.“ der Soldat bedachte mich dabei mit einem gehässigen Grinsen und schubste mich dann einfach von sich.
Ohne groß darüber nachzudenken, konzentrierte ich mich auf seine Gedanken, auch wenn es mir alles abverlangte in diesem Moment.
Diese Wirren in seinem Kopf waren mir unangenehm, aber ich riss mich am Riemen und folgte einer leuchtenden Spur zu einer Tür die halb offen stand. Wütendes Gebrüll und Schreie vor Schmerzen drangen an mein Ohr.
Wollte ich das wirklich sehen?
Tief ein- und ausatmend ging ich weiter und sah hinein.
Ein Herr hing neben drei anderen an der Wand eines Verlieses mit schweren Ketten an den Händen und Füßen!
Ich erkannte meinen Templer welcher den Kopf hingen ließ, Charles Lee neben ihm versuchte gerade zu Atem zu kommen und Thomas Hickey spukte gerade sein halbes Gebiss auf den Boden.
Der andere Mann musste der Gouverneur sein. Ihn hatte ich noch nicht kennengelernt, aber auch er sah ziemlich mitgenommen aus.
Entsetzt zog ich mich hastig aus diesem Kopf zurück.
„Was … war los? Mir … ist gar nicht gut…“ nuschelte der Infiltrierte vor mir und hielt sich stöhnend den Kopf.
„Geht und macht eine Pause.“ flüsterte ich und mit einem Fingerzeig deutete ich auch den anderen zur Seite zu treten. Ich war nicht alleine mit dieser Macht wie ich glücklich feststellte. Edward half mir und lächelte mich stolz an. Ja, er machte sich und wurde immer besser.
Es dauerte nicht lange und ich hatte die Schlupfpforte im Tor geöffnet und wir konnten uns hineinstehlen.
Leider nicht ganz unbemerkt der im Inneren anwesenden Soldaten, wenn auch viele von ihnen noch angeschlagen waren wegen des gestrigen Konsums unseres Whiskeys, Ales und ähnlichem.
„Halt! Wo wollt ihr hin und wer hat euch eingelassen?“
Seufzend sah ich den jungen Mann an. „Sir, es ist ein Notfall. Wir brauchen eine Zuflucht und euer Kamerad bot mir an, dass wir hier warten dürfen, bis der Pöbel sich beruhigt hat.“ dabei legte ich meine Hand auf seinen Unterarm und sah ihm tief in die Augen. Sein Blick wurde etwas glasig und wurde von einem leichten Nicken untermalt.
„Natürlich Ma´am. Folgt mir mit euren Kindern. Ich bringe euch zu eurem Gatten.“ bat er mich fast tonlos und wir gingen dieser manipulierten Handpuppe nach.
Es fiel mir immer leichter Menschen so zu bearbeiten. Warum hatte ich nicht schon öfter daran gedacht? Wir hätten uns einige Kämpfe erspart.
Man führte uns zu einem gemauerten Gebäude aus Backstein, welches vergitterte Fenster hatte. Kleine Öffnungen trifft es eigentlich besser.
Unsere Truppe wurde argwöhnisch beäugt, aber man hielt sich zurück mit Bemerkungen und Kommentaren. Und ganz ehrlich, ich würde auch für nichts garantieren.
Als die Tür geöffnet wurde, schlug uns ein typischer Gefängnisgeruch entgegen. Exkremente, Ausdünstungen, faulige Lebensmittel und ähnliches.
„Mama, das stinkt ja widerlich hier.“ würgte Edward neben mir und hielt sich den Ärmel vors Gesicht. „Vater ist dort hinten!“
Bevor er losstürmen konnte, hielt ihn Mr al Din Issa auf.
„Junger Master Kenway, zügelt euch!“ mahnte er ihn und hielt ihn am Schlafittchen fest. Der Blick des Kammerdieners war dabei auf mich gerichtet und ich nickte stumm. Keine hastigen Bewegungen und kein Vorpreschen! Hier war, fürs Erste zumindest, etwas Fingerspitzengefühl gefragt.
An einem Schreibtisch nähe des Eingangs saß ein Herr mit vielleicht 40 Jahren, gepflegter Perücke und sauberer Uniform, der übersät mit Papieren war. Sein Kopf war hochrot und ich vermutete, dass er gerade leicht überfordert war. Das wäre die Gelegenheit ihn schnell zu überzeugen, dass hier einige Insassen fälschlich festsaßen.
Leider weit gefehlt zu meinem Ärgernis.
Er sah auf, musterte uns alle und rollte genervt mit den Augen.
„Was wollt ihr und warum kommt ihr mit euren Dienern hier zu mir?“ maulte er und sah abschätzig zu Connor und Mr al Din Issa!
„Verzeiht, Sir! Aber …“
„Leutnant Major, wenn ich bitten darf!“ oh, da fühlte sich jemand auf den Schlips getreten!
„Natürlich Leutnant Major … aber euren Namen …?“ jetzt war es an mir ihn auf seine Manieren hinzuweisen.
„Gabriel Gragory Fowler, zu euren Diensten. Und ihr seid?“ er hatte sich erhoben und reichte mir seine Hand.
„Mistress Alexandra Kenway, Ehefrau des inhaftierten Master Haytham Edward Kenways!“ erklärte ich mich.
„Seid ihr sicher, dass dieser Abschaum euer Gatte ist?“ spottete er und winkte einen seiner Untergebenen herbei. „Bringt sie zu diesem Gesindel.“ mehr Widerwillen konnte er nicht in die Stimme legen bei diesen Worten.
Noch immer fragte ich mich, was hier vorgefallen war! Wäre es vielleicht nicht doch besser gewesen, Connor hätte ihn begleitet?
Vor der Zelle dieses „Abschaums“ wie der Leutnant sie genannt hatte, hielten wir an und bei dem Anblick der sich mir bot, setzte mein Herz für einen Moment aus.
Ganz links in Ketten, das musste Tryon sein. Neben ihm hing Haytham mit lauter Blutergüssen am ganzen Körper. Die Kleidung aller vier Männer hing nur noch in Fetzen an ihnen. Lee und Hickey waren mir einerlei, auch wenn sie genauso geschunden aussahen!
Connor neben mir verzog zufrieden das Gesicht, als sein Blick über diese beiden Widerlingen glitt. Er würde bald seine Rache bekommen, zumindest bei einem dieser Männer!
„Wir wissen, wie man solche Strolche zum Reden bringt!“ feixte der Soldat neben mir, der mit den Schlüsseln vor den Gefangenen wedelte. „Nicht wahr? Das hat doch Spaß gemacht, oder etwa nicht.“
In mir kochte es immer mehr hoch und es würde nicht mehr viel fehlen, bis ich diesem Mann an die Kehle gehen würde.
Plötzlich hob sich der Kopf meines Templers. Seine blutunterlaufenen Augen sahen in meine Richtung. Seine aufgesprungenen Lippen formten Wörter, welche aber nicht zu hören waren. Stattdessen hörte ich sie in meinem Kopf.
Mi sol, es war eine Falle. Die Hure, ihre Diebe … all das war geplant. Eugene ist wieder da, Amber ist an seiner Seite … sie halten die Soldaten hier in ihrem Bann.
Die Kommunikation riss ab, weil sich ein gleißendes Licht in der Zelle ausbreitete und ich hörte die Schmerzensschreie aller Männer. Es war grausam, aber ich konnte mich nicht bewegen! Ich war wie erstarrt!
Du hast also gedacht, du bist mich los? Nein … ich bin immer da und werde bekommen, was ich will! d ieses schrille Lachen trieb mir einen Schauer über den Körper.
Ich hatte etwas übersehen!
Die Gefangennahme Tryons sollte eine der Ablenkungen sein, die Hure und die Handlanger waren ebenso involviert!
„Wir müssen zurück!“ brüllte ich und hieb mir meinen Weg aus dem Gebäude regelrecht frei! Egal wer meinen Dolch und die versteckte Klinge spürte, ich musste zu meinen Töchtern! Helena explizit war in Gefahr!
In meinen Gedanken rief ich Snotra an, ich flehte meinen Vater an …
„Und was ist mit meinem Vater?“ hörte ich Connor wie durch eine Nebelwand zu mir sprechen.
„Befreie ihn und pass auf Edward auf!“ befahl ich und rannte was das Zeug hält um meine Tochter zu schützen. Töchter in diesem Falle, weil ja auch noch Florence in der Herberge war.
Götter ! Ging es mir abschätzig durch den Kopf. Wo waren sie um uns JETZT zu schützen? Wie oft hatte ich diesen Gedanken schon gehabt? Und immer wieder kam eine ernüchternde Erklärung, dass sie ja alle Hände voll zu tun hätten.
Die Wut ließ mich handeln und nicht weiter grübeln.
Ich riss die Tür zur Unterkunft auf und sprintete die Treppe hinauf zu unserem Zimmer. Dort bot sich mir ein Bild der Verwüstung. Sybill saß wie umgekippter Mehlsack an der Wand und sah mich ängstlich an, während Sophia bewusstlos am Boden lag. Schnell beugte ich mich zu ihr herab und fühlte ihren Puls, er ging etwas langsamer aber sie lebte. Vorsichtig drehte ich sie herum und tätschelte ihre Wangen.
„Wacht auf!“ flehte ich immer wieder, während ich mich weiter umsah.
Helena und Florence waren nicht hier.
Neben mir bewegte sich Mrs Wallace, brachte aber nicht einen einzigen Ton über die Lippen. So kannte ich sie gar nicht! Sie stand unter Schock!
„Sophia! Wach endlich auf!“ schrie ich sie an. Sie regte sich nicht, also holte ich den Wasserkrug vom Waschtisch und goss ihn über sie ohne weiter nachzudenken!
Japsend holte sie Luft und versuchte ihre Augen zu öffnen.
„Herr Gott im Himmel!“ schrie sie und schlug um sich.
„Wo sind die Mädchen?“ brüllte ich schrill, während ich ihr Gesicht in beiden Händen hielt.
„Das … ihr habt sie vorhin doch selber abgeholt wegen der Sicherheit…“ ihre Stimme klang fragend und ungläubig zugleich. „Mistress … ich …“ als hätte man eine Spieluhr wieder aufgezogen, setzte sich das Kindermädchen auf und sprang vom Boden hoch! „Da war ein Licht um mich herum und ihr ward dort … ihr habt mir gesagt, ich solle mich ausruhen. Aber es fühlte sich nicht richtig an und dann plötzlich … weiß ich nichts mehr.“ über ihre Wangen liefen Tränen und ich spürte ihre Verzweiflung und Angst. Sophia erkannte ihren Fehler.
Das andere Kindermädchen saß mittlerweile geistesabwesend ins Leere starrend auf Florence´s Bett. Doch das musste jetzt warten!
„Es … ist nicht eure Schuld.“ ich versuchte mich zu zügeln und zu beruhigen. „Bleibt hier und lasst niemanden hinein!“ befahl ich den beiden Frauen.
Meine Füße trugen mich wie schlafwandelnd wieder die Stufen hinunter und auf die Straßen von Boston.
Wo waren meine Töchter?