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Boston - Eine Entführung der anderen Art!

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston - Eine Entführung der anderen Art!

Hallo ihr Lieben!

Ich heiße euch heute an diesem wunderschönen Samstag

Willkommen im Leben der Familie Kenway.

Alex hat erfahren, dass ihr Töchter von dem #BösenKapitän

entführt wurden und sucht jetzt nach Anhaltspunkten, wo genau

sie gerade sein könnten. Das gestaltet sich jedoch schwierig,

weil sich eine geistige Verbindung  weder zu Helena noch zu

Florence herstellen lässt.

Bei der Befreiung der restlichen Gefangenen stößt sie auf eine

moralisch mehr als verwerfliche Taktik des Aufsehers.

Ich wünsche gute Unterhaltung beim Lesen, stay hydrated

und bleibt gesund!

Ein lieber sonniger Gruß

MrsHEKewnay

Zitat Kapitel 24 - Boston

Kapitel 24

~~~ Eine Entführung der anderen Art ~~~

Ich nahm mir ein Pferd, welches vor der Unterkunft angebunden war und galoppierte zurück zur Garnison. Wenn ich Antworten wollte, dann würde ich dort ansetzen müssen. Die Unterkunft dieser vermeintlichen Ärztin oder was auch immer sie darstellen sollte, hatte uns nichts offenbart, was mir jetzt weiterhelfen konnte.

Das Tor des militärischen Bezirks stand sperrangelweit offen und man könnte meinen, das Kriegsrecht sei ausgerufen worden.

Ich sah Soldaten die die Bürger versuchten im Zaum zu halten neben Gefangenen die sich heimlich davonschleichen wollten. Das reine Chaos herrschte hier!

Vor dem Gefängnis hielt ich mein Reittier an und stieg hastig ab, nur um Sekunden später von einer Meute schreiender Frauen umringt zu werden, die mich anflehten ihre Männer zu retten.

Woher sollte ich wissen, wo die waren? Geschweige denn wusste ich, wo hier noch mehr Verliese oder Zellen waren.

Statt ihnen die Hoffnung zu rauben, sagte ich, ich würde sie suchen und zurückbringen. Ob ich damit Erfolg hätte, war jedoch fraglich!

Im Inneren des Backsteingebäudes herrschte ein ähnliches Durcheinander wie draußen, nur dass hier handfeste Kämpfe stattfanden.

Inmitten dieser ganzen Kämpfenden sah ich meinen Sohn! Er hielt sein Schwert gekonnt in der Hand und hatte zur weiteren Verteidigung ein kleines rundes Schild in der linken Hand auf dem ein Rabe abgebildet war. Odins Rabe! Edward umgab ein warmes goldenes Leuchten und eine schimmernde Silhouette war an seiner Seite! Der Hammer war unverkennbar. Mein Sohn war nicht alleine! Mir trieb dieser Anblick für einen Moment die Tränen in die Augen und verschleierte meinen Blick auf das weitere Geschehen.

Erst als mich jemand zur Seite stieß, wurde ich wieder wach, im wahrsten Sinne des Wortes.

Solveig, träum nicht! Hörte ich Vaters donnernde Stimme und fühlte mich, als hätte ich einen Energydrink intus!

Meine Vorfahrin bahnte sich ihren Weg an die Oberfläche meines Geistes und meine Lebensgeister erwachten wie aus einem Winterschlaf.

Sie stand neben mir und nickte mir lächelnd zu, dann stürzte sie sich in das Getümmel vor uns. Noch nie hatte sich Thyra derartig manifestiert und mir fehlten die Worte bei diesem Anblick! Aber es motivierte mich selber und Andarta flüsterte leise in meinem Kopf „Jetzt nutze deine neue Fähigkeit weise und nicht nur zum Spaß“

Mir gingen blitzartig verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf, doch keine würde hier auf diesem engen Raum funktionieren.

Wie aus dem Nichts sah ich mich in meiner Ausbildung zur Assassine! Natürlich! Meine Gestalt bliebe die gleiche. Das was sich änderte war die Taktik und eventuell die Kleidung. Was hinzukäme war die Heimlichkeit. Die Schatten gehörten mir und der altbewährten Phantomklinge aus Zeiten der französischen Revolution!

An meinem rechten Handgelenk formte sich diese kleine gemeine Waffe mit genügend Munition in meinen Taschen am Gürtel. Meine Kleidung war die von meinem Mann absolut verhasste Meisterassassinen-Montur von Faith.

So gerüstet, was vermutlich nur Sekunden gedauert hatte, konnte ich die Gegner mit meinem Adlerblick fixieren und sie nach und nach ausschalten aus einer kleinen Distanz. Hin und wieder wurde ich von tollkühnen Soldaten unterbrochen, welche sich mir im direkten Kampf stellten. Auch sie hatten kaum eine Chance und es dauerte vielleicht eine halbe Stunde, bis sich die Reihen der Angreifer gelichtet hatten und der Fluss aus neuen Soldaten abriss.

Das Gebrüll war einer unangenehmen Stille gewichen wie man sie vor einem Sturm kannte. Mir lief eine kalte Gänsehaut den Rücken dabei herunter und ich sah mich suchend nach Haytham, Edward, Connor und Mr Al Din Issa um.

Erleichtert sah ich sie rechts an der Wand stehen, schwer atmend und übersät mit Dreck und Blut.

Mein Mann blickte auf und kam humpelnd auf mich zu.

„Mi sol, ich bin so froh, dass du lebst!“ seine Arme legten sich fest um mich, so als hätte er Angst ich könne wieder verschwinden.

„Was war denn hier los? Haytham, Helena und Florence sind verschwunden! Er muss sie geholt haben.“ ich konnte in diesem Moment meine Tränen nicht mehr zurückhalten und klammerte mich an ihn.

„Eugene lauerte uns hier bereits auf. Er hatte Gouverneur Tryons Körper und Geist übernommen. Deswegen war er auch hier und nicht in New York. Einige seiner Gefolgsleute machten das gleiche bei den Soldaten, damit er unbemerkt die Garnison infiltrieren konnte. Wir sind blindlings in diese Falle getappt.“ frustriert aber dennoch vorsichtig löste er sich von mir und sah sich um. „Mein Sohn, das war gute Arbeit!“ mit schmerzverzerrtem Gesicht kniete er sich zu Edward hinunter, der wie in Schockstarre neben uns stand.

Er sollte nicht so früh in solche Kämpfe involviert sein! Sprach Haytham in meinem Kopf. Seine eigenen Erinnerungen drangen dabei an die Oberfläche seines Geistes.

„Du warst wirklich mutig, min lille skat.“ meine Stimme brach, als mir wieder Tränen über die Wange liefen. Ich nahm ihn in die Arme und hielt ihn einfach fest. Edward sollte wissen, dass wir alle für ihn da waren.

„Wenn ich diesem Avdeyev begegne werde ich ihn leiden lassen dafür, dass er meine Schwestern entführt hat und meinen Vater gequält hat.“ flüsterte unser Sohn voller Hass auf diesen Mann.

Mein Blick glitt zu meinem Templer, welcher nicht so recht wusste, ob er zustimmen sollte oder seinen Sohn zurecht weisen sollte.

„WIR werden ihn finden und gemeinsam werden wir ihn leiden lassen.“ hörte ich es plötzlich aus Connors Mund. Seine Augen waren jedoch dabei auf Charles gerichtet, dem diese Aussage, gepaart mit dem Ausdruck in Connors Gesicht, ganz und gar nicht geheuer war. Langsam nahm er Abstand von dem jungen Halbindianer.

Wo war aber Hrymr jetzt schon wieder? Ich spürte hier keine bösen Kräfte mehr, auch nahm ich keinerlei Schwingungen wahr.

„Für einen winzigen Moment habe ich die Naglfar gesehen, Mama. Aber … wo sie jetzt ist, kann ich nicht sagen.“ Edwards Stimme klang entschuldigend, so als wäre er schuld an der Entführung.

„Hast du vielleicht einen Hafen gesehen oder Felsen im Hintergrund? Vielleicht das offene Meer?“ fragte ich vorsichtig nach, solche Kleinigkeiten könnten uns weiterhelfen.

„Hmmm, nein. Ich habe das Meer gesehen, ganz blau und klar war das Wasser.“ in seinem Blick sah man, er überlegte wirklich angestrengt und plötzlich reckte er den Zeigefinger empor und rief laut „DOCH! Eine Insel! Da war eine Insel mit diesen Palmen und seltsamen Bäumen!“

Also musste es eine südliche Insel im Pazifik sein oder vielleicht war es ja auch ein uns bekanntes Eiland. In mir regte sich die Hoffnung es möge Great Inagua sein.

Während wir hier über diese Lokation grübelten, begann ich meine Töchter im Geiste zu suchen. Vielleicht hatte ich Glück und könnte zu ihnen durchdringen.

Aber es fühlte sich wie zäher Schleim an, der meinen Geist hinderte diese Barriere zu überwinden! Frustriert seufzte ich laut.

„Mi sol, darf ich dir übrigens Gouverneur Tryon vorstellen.“ holte mich mein Gatte aus meiner Konzentration und verlegen, weil ich den Herren noch gar nicht beachtet hatte, spürte ich eine leichte Wärme auf meinen Wangen.

„Es ist mir eine Ehre euch persönlich kennenzulernen, Sir.“ mit einem Knicks begrüßte ich ihn.

„Die Ehre ist ganz meinerseits, Mistress Kenway.“ lispelte er während er sich über meine Hand beugte und einen Kuss darauf hauchte.

Lächelnd sah er mich anschließend an und auch er war über und über mit Dreck, Blut und blauen Flecken bedeckt. Sein kleiner Sprachfehler rührte von einem fehlenden Schneidezahn her. Ich tippte auf die bösartigen Foltermethoden, bevor man sich befreien konnte.

Apropos!

„Wie konntet ihr euch von dieser … Besessenheit lösen, Sir?“ hakte ich neugierig nach. Unser Sohn unterdessen begann die Anwesenden Herren zu heilen, aber nur in kleinen Schritten, sie sollten nicht misstrauisch werden.

Mr Al Din Issa hatte einen Krug mit Wasser organisiert und reichte ihn an die Männer weiter.

Begierig trank einer nach dem anderen einige Schlucke und man sah zufriedene Gesichter.

„Es war mehr als merkwürdig, wenn ihr mich fragt.“ begann Thomas zu berichten und erzählte, dass sie sich alle nicht wirklich rühren konnten und einige Soldaten diese missliche Lage ausnutzten um sie zu schlagen, zu treten oder mit einem Messer zu malträtieren. Doch plötzlich hätte sie dieser Folterzwang verlassen und sie starrten die Gefangenen entsetzt an.

„Die brabbelten mit einem Male völlig wirr etwas von einer Stimme im Kopf die ihnen gesagt hatte, sie sollen das tun. Angeblich hörten sie aber nichts mehr und wachten auf. So sahen sie auch aus.“ grübelte Hickey laut.

„Vielleicht hat man ihnen Drogen verabreicht…“ ich wollte das Thema nicht auf eine göttliche Besessenheit lenken!

„Und wer war dann dieser … wie war sein Name? Hümer oder … ich habe es nicht ganz verstanden. Er war es, der mir befahl mich anzuziehen und in einer Geschwindigkeit, welche ich kaum beschreiben kann, waren wir hier und ich angekettet mit diesen Gentlemen.“ der Gouverneur war zurecht völlig verwirrt. Hoffentlich legte sich das bald.

„Meine Frau versteht sich auf solch seltsame Gedanke, Sir. Ich gehe davon aus, dass ihr alsbald wieder völlig hergestellt seid.“ sprach mein Templer in bester Großmeister Art.

Auf einmal stand Charles vor mir und sah mich mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht an.

„Ihr ward das, nicht wahr? Ihr habt uns hier leiden lassen. Es war euer Werk, HEXE!“ seine Stimme hatte sich erhoben. Sein Wangen waren vor Zorn knallrot und er starrte mich immer noch an. „Gebt es doch endlich zu! Ihr und diese andere Zauberin, Cormacs Weib! Das war geplant!“

Jetzt bekam ich es, ehrlich gesagt, mit der Angst zu tun. Lee lachte völlig irre, sackte dann in sich zusammen und wälzte sich in Embryostellung auf dem Boden.

Ohne nachzudenken drang ich in seinen Geist um ihn zu beruhigen. Etwas war noch in ihm von meinem Erzfeind. Mit Bedacht ging ich durch diese Wirren und begann nach und nach seine Erinnerung an diesen Tag zu verändern. Nicht zu sehr, ich musste ihn nur vorerst wieder runterfahren und den Rest würde ich in unserer Unterkunft machen müssen.

Es war Thomas, der mich weg schubste und anschrie ich solle nicht noch mehr Unruhe stiften.

Ehe wir alle eingreifen konnten, schlug Edward mit seiner Faust dem Mann in seine Kronjuwelen und brüllte ihn an, mich in Ruhe zu lassen, ich würde diesem Arsling nur helfen. Ja, er nutzte Arsling! Da sprach ein wenig sein Pate aus ihm!

„Du Rotzlöffel!“ stöhnte er, hielt sich sein bestes Stück und kniete sich hin.

„Es reicht!“ rief Haytham und atmete tief durch. „Wir sollten jetzt hier verschwinden und den richtigen Aufseher ausfindig machen. An seinem Tisch scheint er nicht mehr zu sitzen.“ Es war keine Bitte, sondern ein Befehl und mir fiel siedendheiß ein, dass ja noch andere Insassen hier waren, welche ich versprochen hatte zu suchen und zu befreien.

Als ich mein Vorhaben erklärte, erntete ich ein genervtes Kopfschütteln meines Mannes.

„Hoffentlich wirst du fündig, mi sol. Wir werden draußen nämlich sicherlich nicht gerade freundlich in Empfang genommen.“ mahnte er mich, zog sich seinen etwas ramponierten Gehrock über, der mit den anderen Sachen in einer kleinen Nische neben der Zelle gelegen hatte.

Die Männer waren einigermaßen eingekleidet, hatten ihre Waffen ordnungsgemäß wieder an sich genommen und machten sich daran hinaus zu gehen.

„Warte Alex, ich komme mit dir.“ Connor sah kurz zu seinem Vater, welcher mit dem Kopf zustimmend nickte und gemeinsam gingen wir die anderen Herren suchen.