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Boston - Die Spur führt nach Catalonien

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston - Die Spur führt nach Catalonien

Update 01.06.2026: Dieses Kapitel musste ich etwas abändern.

Warum? Das werdet ihr sicher bald hier erfahren und lesen können.

LG MrsHEKenway!

Hallo ihr Lieben!

Endlich geht es weiter im Leben von Alex Kenway und ihrer Familie!

Leider konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nichts hochladen

und hole es heute schnell nach!

Die Umstände in Gefängnissen des 18. Jahrhunderts sind mitunter

schon mehr als moralisch verwerflich. Was Alex und Connor jedoch

heute zu Gesicht bekommen, schlägt dem Fass den Boden aus!

Ich wünsche - trotzdem - gute Unterhaltung beim Lesen und

bleibt gesund!

Ein lieber Gruß

MrsHEKenway

Zitat Kapitel 25 - Boston

Kapitel 25

~~~ Die Spur führt nach Catalonien ~~~

Diese Garnison war weitläufiger als ich es mir vorgestellt hatte.

Wir kamen an einigen Gebäuden vorbei wo Schilder uns sagten, dass hier die Küche sei oder die Kleiderkammer zum Beispiel.

Auch die Schlafräume der hier stationierten Soldaten fanden wir und ich muss sagen, sie sahen – zumindest von Außen – recht annehmbar aus.

Nach einer viertel Stunde erreichten wir im hinteren nördlichen Teil dieser Befestigung zwei weitere Backsteingebäude. Die Fenster hatten nur Gitterstäbe, keine Fenster. Aus dem Inneren hörten wir Rufe, man möge sie befreien.

Vorsichtig öffnete Connor die Tür des ersten Hauses und uns schlug ein widerlicher Geruch entgegen. Vielleicht waren hier ja die kranken Insassen untergebracht, dachte im Stillen.

Ich sollte recht behalten!

Hier gab es vier große Zellen mit zig Hängematten und Pritschen für die Männer. Überall verteilt standen Eimer für die Notdurft oder was sonst noch aus einem Menschen kommen konnte. Es ging nicht anders, ich musste mir den Ärmel meines Mantels vor Nase und Mund halten. Mir wurde extrem übel plötzlich, unter anderem auch durch dieses Würgegeräusch eines Gefangenen direkt neben uns.

„Wir können sie doch nicht einfach befreien! Jetzt wo wieder alle bei vollem Verstand sind, fällt das doch auf.“ grübelte ich leise und sah mich weiter um.

„Lass es doch einfach so aussehen, als wären sie geflohen, als dieses Chaos hier herrschte. Du kannst doch die Erinnerungen ändern, Alex. Nutze es doch einfach.“ ermutigte mich Haythams Sohn.

„Du hast Recht, es ist ja nicht zu meinem Vorteil, sondern ich helfe hier Kranken.“

Damit war das abgemacht und es dauerte nicht lange, da waren die Türen offen und die ersten verließen das Gefängnis. Wer nicht laufen konnte, wurde von einem anderen Gefangenen gestützt.

Einige Dankesbekundigungen bekamen wir auch und Connor gab ihnen den Rat, den neben der Garnison ansässigen Arzt aufzusuchen. Er sei ein Freund von ihm!

Es war ein Risiko, ich weiß. Meine Hoffnung lag darin, dass keine ansteckenden Krankheiten hier ausgebrochen waren.

Wir gingen zum nächsten Gebäude, welches ebenfalls keine Glasfenster hatte. Dort herrschte eine merkwürdige Stille. Etwas verunsichert sah ich zu Connor, der ebenfalls skeptisch wurde.

Im Inneren gab es rechts ein kleines Büro, dessen Tür offenstand. Ein kurzer Blick zeigte mir, dass hier kein Aufseher zugegen war.

Langsam gingen wir die Zellen links und rechts des Ganges ab. Kein einziger Mann hier rührte sich, auch nicht auf Ansprache. Sie lagen apathisch auf ihren Pritschen und starrten an die Decke.

Setzte man etwa Gefangene unter Drogen hier um sie ruhig zustellen? Warum aber mussten die Kranken dann so leiden? Das ergab doch keinen Sinn!

Ich eilte in das Büro des vermeintlichen Aufsehers und durchsuchte seinen Schreibtisch und die Schränke.

Connor unterdes öffnete die Türen um nach den Herren zu schauen.

Fündig wurde ich in einem Regal!

Ein Stapel mit Papieren, auf denen alle Namen der Inhaftierten standen und daneben welche Mengen an Sedativum sie bekommen sollten. Ganz oben stand die Warnung, dass nur zu den Mahlzeiten dieses Mittel gegeben werden sollte. Man wollte sie nicht sterben oder verhungern lassen, so der Stabsarzt dieser Einrichtung. Sein Name sagte mir nichts, wäre auch vermutlich nicht wichtig.

Wir müssten also nur warten, bis diese Wirkung nachließ um dann die Befreiung starten zu können. Doch wie lange konnte das dauern? Ich sah nichts von der letzten Gabe, weder Uhrzeit noch Tag.

Beim weiteren Stöbern fand ich auch die Papiere der ganzen Kranken und erleichtert las ich, dass es lediglich mal eine Grippe oder eine Magenverstimmung war, die die Männer ereilt hatten.

Der Zusatz, man solle sie aber nur mit dem nötigsten versorgen, weil die meisten eh dem Henker vorgeführt werden sollten, versetzte meinem inneren Moralapostel einen Stich ins Herz. Solche Zustände waren für mich immer noch nicht zu verstehen! Das war einfach grausam!

„Ah, da bist du ja. Die ersten werden wieder wach. Was haben die denn für ein Zeug bekommen, dass sie so ruhig und fast willenlos waren?“ mein Begleiter sah sich auch noch einmal hier um.

„Hier, lies selber. Mir fehlen gerade die Worte.“ hauchte ich und versuchte Tränen zurück zuhalten. Tränen, die den armen Menschen hier galten, die leiden mussten, weil sie nicht würdig waren eine Medizin zu bekommen.

„Denk jetzt daran, dass sie Hilfe bekommen und wieder genesen werden. Dank dir und mir!“ seine Hand legte sich auf meinen Unterarm und drückte sanft zu.

In seinem Gesicht erschien ein aufmunterndes Lächeln.

„Daran werde ich mich festklammern, Connor. Ich danke dir für deine Hilfe.“ sagte ich leise und hielt seine Hand dabei.

Wir vernahmen immer mehr Stimmen aus dem Zellentrakt. Fragen nach der Ursache, warum man sich so seltsam fühlte, wurden laut. Die ersten Männer wankten im Gang auf uns zu.

„Gentlemen, es erleichtert mich, euch wieder auf den Beinen zu sehen. Ich kann nur soviel sagen, dass man versucht hat euch ruhigzustellen, damit ihr keinen Aufstand anzetteln könnt. Außerdem muss ich euch sagen, dass die Garnison Opfer eines Überfalles geworden ist und noch herrscht hier ein großes Durcheinander. Einige Frauen warten aber schon auf euch.“ ich versuchte souverän zu klingen und setzte ein breites Lächeln auf.

„Ich danke euch, Ma´am!“ sie klangen alle erleichtert und wenn ich ehrlich sein darf, war es mir sowas von egal, welcher Straftaten man sie bezichtigt hatte.

Vermutlich waren hier viele eingesperrt worden, weil sie kein gutes Haar an König George III gelassen hatten oder etwas zu Essen gestohlen hatten.

Mein Begleiter und ich traten jetzt auch wieder hinaus in die kühle Dezemberluft und es dämmerte bereits, als wir uns zu den Pferden begaben.

Auf dem Weg begegneten uns einige Soldaten, die völlig ko waren und mit hängenden Schultern an uns vorbeigingen. Man beachtete weder uns, noch die freigelassenen Inhaftierten.

Wir kamen kurz darauf an dem ersten Gebäude wieder an, wo der Kampf stattgefunden hatte und aus dem Inneren brüllte eine tiefe Männerstimme, wie das passieren konnte. Die Tür flog auf und der Herr zu der Stimme sah sich wutentbrannt um.

„Wer zum Teufel ist hierfür verantwortlich? Ich war nur einen Tag nicht hier und meine Garnison liegt fast in Schutt und Asche! Bringt mir den Verantwortlichen und ich lasse ihn hängen! Auf der Stelle!“ rief er, als sein Blick auf Connor und mich fiel.

Das war also der Kommandant hier? Sein Erscheinungsbild war schon imposant und sein Posten passte zu ihm.

„Sir, es gab einen … Überfall am heutigen frühen Morgen. Wir haben versucht zu helfen, kamen aber zu spät, wie ihr ja sehen könnt.“ Connor war vorgetreten und erklärte die Situation.

„Wer hat euch befehligt hier einfach so herum zu stolzieren, Junge?“ pöbelte der Mann immer noch zornig.

„Niemand, wir wurden auf den Lärm aufmerksam, als wir zum Hafen reiten wollten. Unser Schiff ist nun leider schon ohne uns ausgelaufen. Aber ich sehe schon, wir werden nicht mehr benötigt!“ er verbeugte sich vor dem Kommandanten und wandte sich zum Gehen um.

„Nicht so schnell! Eure Namen!“ bellte er uns hinterher.

„Mistress Alexandra Kenway und das ist mein Stiefsohn, Connor Kenway.“ rief ich über meine Schulter zurück und ging unbeeindruckt weiter.

Unsere Hilfe war ja nicht mehr von Nöten. Sollte er doch alleine zurecht kommen.

Vor den Toren atmete ich trotzdem erleichtert aus.

Mit meinem Geist umfasste ich die Garnison, die Soldaten und das Laufvolk. Sie alle bekamen jetzt eine Erinnerung an einen Raubüberfall, der angeführt wurde von einer rachsüchtigen Frau und ihren Männern. Ich stellte sie mir groß, stattlich und mit schwarzem Haar vor. Ihre Kleidung war an die alten Wikinger angelehnt und ihr Kampfstil ähnlich. Außerdem bekam der Kommandant eine Mahnung an die Hand! Alle Gefangenen bekamen eine faire und gute Behandlung, bis ihre Schuld be- oder Unschuld erwiesen worden war. Dieses Sedieren sollte er auch von seinem Plan streichen.

Mir fiel plötzlich ein, dass wir ja die Papiere mit den Namen …

Als hätte Haythams Sohn es geahnt, holte er aus einer Umhängetasche die Listen hervor.

„Ich dachte, wir sollten sie lieber nicht hier lassen.“ grinste er breit und mein Herz wurde etwas leichter!

Kaum dass ich auf meinem Pferd saß, schossen mir Bilder in den Kopf von Helena und Florence, welche in einem Zimmer saßen. Ein heller Raum mit Spielzeug, einer Wiege, einem wunderschönen Himmelbett und hohen Sprossenfenstern.

Innerhalb von Millisekunden war alles wieder verblasst!

Wo waren meine Töchter? Wo hatte er sie hingebracht? Dahin war meine Erleichterung, zurück war die Angst um die beiden!

Ich trieb mein Reittier zum Galopp an, zum einen um mich zu bewegen und zum anderen um mich etwas abzulenken.

In unserer Unterkunft erwartete man uns schon sorgenvoll.

„Mi sol, da bist du ja! Konntet ihr …“ bevor mein Mann weitersprechen konnte, fiel ich ihm ins Wort.

„Ja, sie sind alle befreit, es gibt für alle eine neue Erinnerung und der Kommandant hat extra Anweisungen von mir bekommen. Das erzähle ich aber später.“ ich ließ mich erschöpft in seine Arme fallen und umklammerte ihn.

Dieser Halt war genau das, was ich gerade brauchte.

„Wir haben eine Spur, Alex.“ Seine Worte waren leise, voller Hoffnung und in mir breitete sich ganz vorsichtig Erleichterung aus. Noch nicht zu viel, denn es könnte auch ganz schnell wieder anders kommen.

„Ich habe ein Haus gesehen, ein großes Anwesen! Die Menschen dort haben spanisch gesprochen, sagt Vater. Auch er konnte es sehen!“ Edward war ganz aufgeregt.

„Es ist tatsächlich in Spanien! Keine Insel, es ist auf dem Festland! Ich konnte einige Berge und kleine Gebäude wiedererkennen, die ich schon damals auf meinen Reisen gesehen hatte. Meine Vermutung ist, dass sie in Katalonien sind.“ in den Augen meines Mannes glomm ein goldenes Leuchten, seine Wangen waren gerötet vor Freude.

Würden wir unser beiden Kleinen bald wieder in den Armen halten können?

Eine Karte von Catalonien