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Boston / Tartaros - Der fünfte (geheime) Armreif *Hrymrs Sicht*

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston / Tartaros - Der fünfte (geheime) Armreif *Hrymrs Sicht*

Na, da seid ihr ja wieder!

Immer noch neugierig was ich im Schilde führe und wie man mich

versucht zum Narren zu halten? Da muss ich euch enttäuschen,

denn ich lasse mich so nicht behandeln.

Mein Gefolge wächst stetig und bald ist es soweit meine Naglfar wieder

in meinen Besitz zu bekommen. Ihr könnt mir ruhig glauben! So leicht

bekommt man mich nicht klein!

Achja, meiner nervigen Verfolgerin geht es vermutlich gut.

Hrymr aka Eugene

Zitat Kapitel 28 - Boston/Tartaros

Kapitel 28

~~~ Der fünfte geheime Armreif ~~~

Und dann stand er dort alleine, sah in den etwas entfernten Wald und fragte sich, ob es nicht besser wäre jetzt einfach zu verschwinden.

Er verwarf den Gedanken und ging langsam in die Richtung.

Das Adrenalin verflüchtigte sich langsam und die Schmerzen seines gestohlenen Auges brachen wieder durch. Stöhnend stützte er sich an einem Baumstamm ab und erbrach sich.

Er wischte sich den Mund sauber mit dem Ärmel seines eh schon dreckigen Hemdes und ging weiter, tiefer in dieses Dickicht aus Bäumen und Sträuchern.

Irgendwann war er umschlossen von einer diffusen Dunkelheit, welche in solchen Wäldern, wenn es begann zu dämmern, vorherrschte. Jedes Geräusch nahm er jetzt intensiver wahr, seine Sinne waren hellwach und er hoffte auch seine Reflexe wären wieder da.

Aber mit nur einem Auge fiel es ihm schwer alles genau sehen zu können.

Irgendwann stolperte er über einen kleinen Baumstamm, den er nicht gesehen hatte und landete auf dem Bauch im feuchten Laub.

Du hast den Tod verdient!

Deine Taten werden dich noch ins Grab bringen!

Niemand wird sich dir anschließen, nachdem du ihn umgebracht hast!

Verschwinde und lass dich nie wieder blicken!

Diese tadelnden und gehässigen Worte drangen in seinen Kopf und es fühlte sich an, als würde ein Tonnenschweres Gewicht auf seinen Schultern lasten.

Er musste es wieder gut machen!

Aber wie?

Schwerfällig richtete er sich etwas auf mit schmerzenden Gliedern und lehnte sich mit dem Rücken an eine alte Eiche.

Tief durch atmend dachte er über eine Lösung nach, aber beim besten Willen wollte ihm nichts einfallen.

Frag doch einfach die Götter!

Lautes Lachen drang an sein Ohr. Zum ersten Mal fragte er sich, WELCHE Götter er jetzt befragen sollte. Die Übersicht hatte er anscheinend schon lange verloren und auch sich selbst hatte er verloren. In seinem Wunsch Zeit und Raum zu beherrschen hatte er übersehen, dass er bald niemanden mehr an seiner Seite haben würde.

Irgendwer wird sich dir schon anschließen. Und wenn es die Ratten in der Kanalisation sind.

„Wer ist da?“ rief er in die Dunkelheit hinein, bekam aber keine Antwort. Verlor er nach all diesen Jahren, nach allem was er erreicht hatte, den Verstand?

Du willst mich, hier bin ich!

Eine junge Frau in einem weißen fast durchsichtigen Kleid kam auf ihn zu. Hinter ihr strahlte der Mond in einem kühlen blau und zeigte ihren Körper als Schatten unter dem Stoff. Ihre blonden Haare fielen lockig über ihre Schultern.

Komm schon. Ich bin hier. Gemeinsam werden wir den neuen Wächter über alle Zeiten und Welten zeugen. Zusammen werden wir über alles und jeden herrschen. Niemand wird sich uns mehr in den Weg stellen.

Ihre Stimme war sanft und Glockenhell. Sie streckte ihre Hände nach ihm aus.

Zögernd ging er auf sie zu. War sie real? War … Helena war freiwillig zu ihm gekommen? Erleichtert und mutiger wollte er sie in seine Arme nehmen, doch plötzlich verpuffte diese Gestalt in einem feinen Nebel aus Wasser und hinterließ eine eisige Kälte dort, wo sie gestanden hatte.

Erschrocken fuhr er einen Schritt zurück, sah sich um, fand sie aber nicht mehr.

Er war verrückt geworden!

Seine Sinne spielten ihm Streiche und bald würde er sabbernd hier auf dem Boden verenden!

Du hast mich umgebracht!

Dein Hass hat mich sterben lassen!

Diese Stimmen! Woher kamen sie?

Sein Kopf dröhnte und er übergab sich erneut.

Plötzlich hörte er ein gehässiges fieses Lachen hinter sich und drehte sich erschrocken um.

Dort stand Momos und verhöhnte ihn.

Eugene wollte auf ihn losstürmen, aber seine Beine waren wie festgefroren. Er konnte sich keinen Millimeter bewegen.

„Hattest du gedacht, dass ich mich so leicht besiegen lasse? Du kennst mich und meine Gabe nicht! Mutter hat dir sicher noch nichts über mich berichtet. Ich hoffe, du wirst in Zukunft noch oft ein schlechtes Gewissen haben und dabei an mich denken! Du hast hier in unserer Welt nichts verloren! Verschwinde und lass meine Mutter in Ruhe!“ mit einer wischenden Handbewegung verschwand er ebenfalls in diesem feinen eisigen Nebel.

Als wäre Eugene aus einem tiefen Traum erwacht, stand er schwer atmend in diesem Dickicht. Durch das Blätterdach drangen einige Lichtstrahlen des Vollmonds und ließen die Umgebung unwirklich erscheinen.

Nein, er würde sich nie wieder so hinters Licht führen lassen!

Momos beherrschte die Kunst des Tadelns also! Er könnte eine Hilfe in seinem Plan, die kleine Helena zu entführen, werden. Doch dazu musste er erst wieder richtig bei Kräften sein und das aller wichtigste war sein Schiff!

Mit diesem positiven Gedanken und neuem Tatendrang beseelt, eilte er aus dem Wald hinaus zu dieser Unterkunft. Hoffentlich ließ man ihn noch hinein. Wenn nicht, dann müsste er … er würde dann entscheiden!

„Da kommt er reumütig zurück gekrochen!“ pöbelte eine der Wachen und schubste ihn regelrecht durch das Tor.

Bei den Räumen der Nyx angekommen hörte er aufgebrachte Stimmen aus dem Inneren.

„Mutter, er ist ja nicht tot. Er wird schon wieder.“

„Ich hätte dich wirklich einfach aussetzen sollen! Nur Scherereien habe ich mit dir gehabt! Sich tot stellen war aber der Höhepunkt! Mein Herz hast du gebrochen!“

Bevor es noch eskalieren konnte, öffnete er die Tür und trat ein.

„Ich bin noch da.“ hörte er sich vorwurfsvoll sagen und ging zielstrebig zu dem Krug mit Wein. Er brauchte etwas um seine geschundene Kehle zu befeuchten!

„Da! Siehst du!“ Momos deutete auf ihn und sah seine Mutter erwartungsvoll dabei an.

„Aber bestimmt nicht, weil du ihn zurückgeholt hast.“ fauchte sie und eilte Eugene entgegen.

Amber tat es ihr erleichtert gleich.

Als er die beiden Frauen in den Armen hielt, beruhigten sich seine Gedanken, seine Wut klang ab und er entspannte sich.

„Wie schön! Dann will ich eure Dreisamkeit nicht weiter stören!“ maulte Nyx Sohn und wollte schon hinaus eilen.

„Nicht so schnell!“ rief die Göttin.

Was jetzt kam, war eine mehr als typische Szene für eine Mutter mit ihrem Kind, auch wenn dieses schon mehr als erwachsen war.

Er hatte es des öfteren bei den Kenways beobachtet und auch bei dem ältesten Sohn Alexandras, Yannick.

Zerknirschte Entschuldigungen, die nicht ganz ernst gemeint waren, wurden mit lapidaren „Ist schon gut“ Phrasen beantwortet. Ob er je diesen Momos wirklich auf seiner Seite wissen würde, war unklar.

Als sie wieder unter sich waren, eröffnete er den Frauen seinen Plan.

„Es ist wichtig, dass wir jeden mobilisieren für unsere Sache! Du, Amber, wirst dich auf mein Schiff stehlen mit entsprechenden Toten. Ich denke, es gibt auch einige Reparaturen mittlerweile. Odin wird wohl kaum dafür gesorgt haben, dass sie wieder in See stechen kann. Vermutlich eher im Gegenteil.“ Dieser Allvater ging ihm gehörig auf den Zwirn, weil er mit seiner Tochter jetzt eine noch stärkere Macht hatte, als er eh schon inne hatte. Gemeinsam wäre es ihnen ein leichtes, die Welten, die Meere und alles was existiert zu beherrschen.

Aber sie haben noch nicht das große Ganze überblicken können! ER schon! Sobald ihm die Macht über alle Zeiten und Welten zur Verfügung stand, konnte er Herrscher über ALLES werden.

Helena war der erste Schlüssel für sein Vorhaben.

Danach musste er den Armreif ihrer Mutter in die Finger bekommen.

Im Anschluss standen ihm alle Tore und Türen offen. Er würde die Ragnarök auf ewig entfachen, solange bis er SEINE Welt geformt hatte.

Mithilfe aller Gefährten die er bereits hatte und denen, die noch folgen würden in naher Zukunft, rückte dieses Ziel in greifbare Nähe!

„Du vergisst einen entscheidenden anderen Faktor!“ Amber hatte sich über den Tisch gelehnt und sah ihm in die Augen.

„Der da wäre? Sprichst du von dieser Isu, dieser Faith Cormac?“ dieses Weib nervte ihn schon so lange, aber noch konnte er nicht zuschlagen.

„Ja, genau von ihr. Sie ist mit Alex verbunden! Entweder entledigst du dich beider Frauen, oder du wirst nie dein Ziel erreichen!“

Wie Recht sie doch hatte. Doch das Ganze würde sich noch schwierig gestalten!

Irgendwie musste er beide beseitigen.

Doch erstmal Schritt für Schritt!

„Du sagst es! Und das Stichwort ist Verbündete! Suchen wir nach Hilfe für unsere Sache!“ er lehnte sich vor und faltete die Hände auf dem Tisch. „Wer würde sich anschließen wollen?“ er sah beide Frauen nacheinander an.

„Nicht so hastig, ich habe deine Naglfar ausfindig gemacht. Es wird dir nicht gefallen, aber sie liegt nahe Muspelheims!“ Nyx sah ihn entschuldigend an.

„Fantastisch! Dieses glühende Gestein und ihre Bewohner kotzen mich an. Am liebsten würde ich sie mit kaltem Eisregen übergießen!“ grummelte er vor sich hin. „Nun gut.“

Eugene erhob sich erneut und ging zu seinem Lederbeutel, welchen Nyx an einen Haken an der Wand gehängt hatte. Dort hatte er einige Utensilien verstaut, die nützlich werden könnten. So auch der letzte, nicht in den Aufzeichnungen benannte, Zeitreise-Armreif!

Dieser hatte jedoch auch noch einige andere Features, die es ihm immer wieder ermöglicht hatten, Welten oder Zeiten zu manipulieren. Er wusste, dass Alex noch nicht dahinter gestiegen war. So sollte es bitte auch bleiben.

Amber sah staunend auf dieses leuchtenden Schmuckstück.

„Was ist das?“ ihre Finger wollten es gerade berühren, als er es ihr hastig entzog.

„Damit beherrsche ich die Zeitreisen wie Odins Tochter. Jedoch mit dem kleinen Zusatz, dass ein großflächiger Spiegel entsteht, hinter welchem die alte oder neue Zeit auftaucht. Man selber steht in der Gegenwart.“ zufrieden lächelnd betrachtete er das Metall in seinen Händen.

„Wenn du aber doch solche Möglichkeiten hast, warum sitzen wir dann noch hier?“ hakte die Walküre nach.

„Das ganze hat einen Haken, meine Liebe!“ begann er und ließ sich auf einen Stuhl sinken. „Ändert man auf der Gegenseite etwas, wird sich auch die Gegenwart entsprechend verändern. Nimmt man einen Gegenstand von der anderen Seite um ihn zu nutzen, kommt es zu Komplikationen im Zeit-Raum-Kontinuum. Deshalb habe ich es nur selten angewandt. Aber es wäre zum Beispiel auch eine wunderbare Barriere für Räume, welche nicht betreten werden sollten. Man könnte Fallen installieren und ähnliches. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt!“ redete er sich in beste Forscherlaune!

„Du solltest es bei deinem Schiff nutzen!“ gab Nyx zu bedenken und sie hatte Recht. Schon einmal hatte er diesen Spiegel genutzt um ungesehen an die Jackdaw zu gelangen. Leider kam ihm Fenrir oder besser Edward Juniors Hund in die Quere. Die Schmerzen seiner Nadelfeinen Fangzähne spürte er noch heute.