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Boston / Niflheim - Das ist das Ende! *Hrymrs Sicht*

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston / Niflheim - Das ist das Ende! *Hrymrs Sicht*

Willkommen in meinem Leben!

Ja, ich bin noch da und ihr werdet mich auch niciht so schnell los.

Aber das sagte ich euch bereits.

Heute werde ich von einem großartigen Kampf berichten, welchen

ich mit meinen Begleitern erlebt habe. Da wollte sich doch Odin wirklich

zwischen mich und meine Naglfar stellen. Das ist ihm nicht so gut bekommen.

Lest es aber selber und wer weiß, vielleicht überlasse ich Mistress Kenway ja

bald wieder das Ruder (aber bestimmt nicht das meines Schiffes!).

Hrymr aka Eugene

Zitat Kapitel 33 - Boston/NIflheim

Kapitel 33

~~~ Es ist vorbei ~~~

* Hrymrs Sicht *

In all dem Chaos um ihn herum nahm er plötzlich grau-bläuliche Nebelwirbel wahr, die sich von der Naglfar lösten!

Langsam nahm er seine Hände von Odins Hals und starrte in Richtung dieses Phänomens. Schon einmal hatte er es gesehen. Bei einer Seeschlacht gegen seine Kontrahenten aus Niflheim. Damals drohte seine Naglfar in tausend Stücke zu zerbersten, weil Feuer sich in das Holz, die Taue und die Stoffe der Segel gefressen hatte. Feuer welches sich nicht bändigen ließ.

Seine Streitmacht setzte alles daran das Schiff nicht untergehen zu lassen, einzig weil sie ihr Zuhause war, nicht unbedingt aus Loyalität Hrymr gegenüber. Gemeinsam wehrten sie die Gegner und ihre Geschosse ab und schafften es, die Bohlen einigermaßen zusammen zuhalten. Es war ein Nervenaufreibendes Unterfangen und er hatte sich schon auf dem Grund der See gesehen mit dem Wrack seines Schiffes an seiner Seite.

Es gelang Hrymr mit seiner Fähigkeit Personen in seinem Umfeld Dinge sehen zu lassen, die nicht ganz der Realität entsprachen, seine Gegner irrezuführen. Er ließ hinter dem gigantischen Kriegsschiff eine Tsunami-Welle entstehen die sich unaufhörlich und bedrohlich voran schob.

Die Krieger des Feindes trauten ihren Augen nicht und in Windeseile schwenkte die euphorische Stimmung, einen baldigen Sieg errungen zu haben, um in das ohnmächtige Gefühl von diesen Wassermassen mitgerissen zu werden. Es sollte an diesem Tag nur die Naglfar sinken! So ihr Plan.

Unaufhörlich kam die Welle näher und man tat alles um das Kriegsschiff in Fahrt zu kriegen. Segel wurden halbherzig gehisst, chaotisches hin- und hergerenne, panisch gebrüllte Befehle sogar die Ruder zu bemannen!

Und dann frischte plötzlich der Wind auf und blähte ihre Segel sodass der Tsunami knapp am Heck des Schiffes vorbei rauschte. Grinsend sah Hrymr diesen Feiglingen nach, schnippte mit den Fingern seiner rechten Hand und die Wasserwand verschwand im Nichts.

Ehe aber die gegnerische Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes Wind davon bekam, raffte er diese grau-bläulichen Nebel zusammen, formierte sie um und auf seinem Schiff neu. Es waren die Seelen der Toten, aus denen die Naglfar geformt worden war. Anscheinend jedoch waren sie so ängstlich wie Ratten die das sinkende Schiff schnellstmöglich verlassen wollten.

Hier und da hörte man knirschende Geräusche von Holz, welches sich wieder zusammensetzte, die Masten erneuerten sich Faser für Faser und die riesigen Anthrazit farbenen Segel wurden mit magischen Händen neu gewoben. Ein beeindruckender Anblick bot sich seiner Mannschaft und Hrymr.

„Niemand wird mich besiegen solange meine Naglfar bei mir ist!“

Diesen Sieg konnte er aber nur erringen, weil er nicht geschwächt in diese Schlacht gezogen war!

Doch dieses Mal war es anders, musste er sich eingestehen.

Seine Kraft kehrte zwar nach und nach zurück, jedoch wurde er wieder schwächer, weil seine Quelle zur Erneuerung ebenfalls angeschlagen und infiltriert worden war.

„Hast du es endlich eingesehen, Großmaul? Du wirst uns auch mit einer Armee aus Abertausenden nicht schlagen können. Gib auf und verschwinde!“ brüllte Thor zu ihm hinüber.

Mit einem gequälten Lächeln sah er diese nordische Götterwand vor sich an. Sie alle hatten seine Mitstreiter mittlerweile bewegungsunfähig gemacht. Mit Zauber, Magie, Seilen und sogar Ketten. Odin konnte Geryon wohl nicht anders bändigen als ihn in Eisen zu legen. Die Stiere hätten es nur noch schlimmer gemacht, genau wie dieser verfickte Donnergott es mit Mjölnir fast getan hatte.

„Das werdet ihr mir büßen! Ich bekomme was ich will! Immer!“ schrie er ihnen entgegen und seine Stimme ließ das Schiff erzittern. Erneut hörte man das Holz nachgeben. Aber jetzt sank die Naglfar tatsächlich!

Hrymr blieb wie angewurzelt stehen. Er würde sie nicht im Stich lassen!

Empusa konnte als erste ihren Fesseln entkommen, löste sich in diesem feinen Dunst auf und war verschwunden.

Nyx sah ihm lange in die Augen! Traurigkeit war in ihr Gesicht geschrieben.

„Liebster, wir werden uns wiedersehen.“ flüsterte sie, doch ihre Worte drangen laut und deutlich an seine Ohren.

„Das werden wird.“ nickte er ihr zuversichtlich zu.

Die Walküre hingegen schlug mit ihrem rechten Ellenbogen nach hinten und traf ihre Wache im Bauch. Als diese sich vor Schmerzen nach vorne krümmte, rammte sie ihr ihren Arm ins Gesicht und schlug sie somit ko.

Erschrocken stellte Hrymr fest, dass er bereits bis zu den Knöcheln im Wasser stand. Langsam atmend versuchte er sich zu beruhigen. Nein! Er würde ihnen nicht die Genugtuung geben, wie ein Baby zu heulen und um Vergebung betteln!

Geryon hingegen stand ruhig neben seinem Aufpasser. Es war nicht mehr der Allvater, sondern Heimdallr der sich seiner angenommen hatte und die Ketten fest umschlossen hielt mit seinen Händen.

Sie alle spürten es mehr, als dass sie sie sahen.

Schnaubend und polternd näherten sich die roten Stiere Geryons. Wie eine rot leuchtende Wand kamen sie auf die Naglfar von Steuerbord zu. Ihr Wächter lachte laut auf, riss an seiner Kette und brachte den völlig überraschten Heimdallr damit zu Fall. Hieß es nicht, er könne sogar das Gras wachsen hören? Allem Anschein nach hatte er einen Anflug von Taubheit!

Jetzt war es Typhon der ein lautes sarkastisches Lachen von sich gab und seine gefühlten tausend Schlangenköpfe dabei schüttelte.

Hrymr hatte vergessen, dass auch er eine besondere Fähigkeit hat. Nämlich die der Verwirrung und Täuschung. Dieses Zischeln oder eigentlich war es mehr ein Säuseln gewesen, hatte die Sinne der nordischen Fraktion ein wenig benebelt, sodass die Stiere alleine durch den Willen Geryons erscheinen konnten.

Die Tiere überrannten alles, was ihnen ihm Weg stand. Auch ihren Meister! Für sie gab es kein Halten und schon gar nicht kannten sie Gnade!

Odin selbst war es, der mit einer ausladenden Bewegung zum Rückzug rief. Doch das kam zu spät für ihn. Der Allvater wurde von einem Horn aufgespießt und ins Meer geworfen. Ähnlich erging es auch Thor zum Beispiel. Sein Hammer konnte rein gar nichts gegen die wütende Herde ausrichten!

Und dann waren die Tiere verschwunden!

Er sah sich um, aber machte nicht einmal eine winzige Spur von ihnen aus.

Auch auf der Naglfar herrschte im wahrsten Sinne des Wortes gähnende Leere, während sie weiter sank und Hrymr mittlerweile bis zum Oberkörper im Wasser stand.

Für einen winzigen Moment hatte er das trügerische Gefühl, in einem Traum zu sein.

Aber das änderte sich schlagartig, als er in einen Strudel hinab in die Tiefen des dunklen, kalten Wassers gezogen wurde.

Doch keine Panik stieg in ihm auf.

Er ließ sich treiben und sah unter sich seine Naglfar ins Dunkle gleiten.

Auch ihn umgab kurz darauf eine kühle schwarze Wand, welche er nie wieder durchbrechen wollte.

Sein Schiff, sein Anker, sein Lebenswerk und seine Quelle der Kraft war nur noch ein Wrack unter vielen.

Mit diesem letzten Gedanken erlosch auch sein Geist!

~~~

Dieses höhnisch grinsende Gesicht von Alex tauchte vor ihm auf. Sie lachte ihn aus! Er sei ein Weichei, ein Nichtsnutz, ein Schwachkopf … bei jeder ihrer Beleidigungen füllte sich seine Energie plötzlich wieder auf. Er konnte es deutlich spüren und sein Geist erwachte wieder, wenn auch nur langsam.

Als er seine Lider hob, brannten seine Augäpfel als würden sie in Lava getaucht werden. Verschwommen sah er die Umrisse seines Schiffes. Ihr dunkles Holz glänzte in dem fahlen Licht des Mondes das durch Wasser drang.

Unter Wasser?

Panisch begann er mit den Armen zu rudern und strampelte mit den Beinen um schnellstmöglich an die Oberfläche zu kommen.

Mit einem letzten Schwimmzug gelang es ihm den Kopf über den Wasserspiegel zu bringen und keuchend holte er Luft. Dabei sah er sich hektisch um. Wer weiß ob der Allvater nicht irgendwo noch Wachen zurück gelassen hatte. Außerdem wusste Hrymr nicht wie viel Zeit vergangen war. Ein paar Stunden? Wochen?

Nachdem seine Lungen wieder frei waren und sein Verstand einigermaßen wach war, schwamm er mit ausladenden Bewegungen in Richtung der Küste auf der rechten Seite. Noch immer war er in der Nähe Niflheims wie es schien. Trotzdem war das Wasser eisig kalt und seine Gliedmaßen drohten zu erfrieren.

Dieses Gefühl als seine Finger den Sand am Strand berührten war kaum in Worte zu fassen. Er hatte eine Rettung seiner selbst schon gar nicht mehr in Betracht gezogen. Erschöpft rollte er sich auf den Rücken und sah in den Nachtschwarzen wolkenlosen Himmel über sich. Die Sterne blitzten hier und da und der Mond stand in voller Pracht dort oben.

Doch zu welchem Preis konnte er diesen Anblick genießen? Ymir musste sein Leben für diese Welt lassen! Und wer war dafür verantwortlich?

Richtig! Odin! Aber in diesem Falle war er nicht alleine damals! Nein. Seine Brüder hatten Ymir förmlich aufgerissen und seinen Körper für die Erschaffung ihrer Welt genutzt. Ein Akt unaussprechlicher Grausamkeit, auch wenn er, Hrymr selber, nicht gerade zimperlich war. Niemals würde er diesem Allvater diese Tat verzeihen. Keine seiner Verfehlungen würde er einfach so vergessen.

Mit dieser Wut im Bauch richtete er sich langsam auf, setzte sich gerade hin und starrte auf das Meer vor sich. Die Wellen brachen sich sacht am Ufer und die kleinen Wirbel, wenn es sich zurückzog, hinterließen im Sand geschwungene Formen.

Hatte er sich vertan oder stach eine davon besonders hervor. Blinzelnd versuchte er seinen Blick zu schärfen und tatsächlich. Dort, etwa einen halben Meter von ihm entfernt sah er leuchtende Partikel am Boden, die das Gesicht eines Mädchens zeigten. Bei näherem Betrachten erkannte er auch wer es war. Helena Kenway!

In seinem Geist hörte er auf einmal Eugenes Stimme, die ihm böse lachend den Ratschlag gab, dieses Mädchen einfach zu entführen um sich an dieser nervigen Frederickson endlich rächen zu können.

„Die Kindermädchen sind ein Witz! Seien wir doch mal ehrlich. Die eine ist so alt wie Methusalem, die andere hat keine Ahnung wer die Fäden im Hintergrund zieht. Die Mädchen sind einfach leichte Beute.“ feixte der Russe in seinem Kopf und er hatte bereits einen Plan ausgearbeitet.

Jedoch brauchten sie Hilfe und wer wäre da besser geeignet als ein geisterhaftes Wesen, welches auch mal schnell die Gestalt einer lebenden Person einnehmen konnte? Empusa!