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Boston - Gouverneur auf Abwegen! *Hrymrs Sicht*

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston - Gouverneur auf Abwegen! *Hrymrs Sicht*

Ich heiße euch wieder willkommen, schneller als euch lieb ist.

Mein Plan nimmt Gestalt an im wahrsten Sinne des Wortes.

Gouverneur Tryon in New York ist eine meiner auserkorenen

Schlüsselfiguren für meinen nächsten Schritt um näher an

Helena zu kommen.

Wie genau das funktionieren soll? Lest es selber!

Hrymr aka Eugene

Zitat Kapitel 35 - Boston

Kapitel 35

~~~ Gouverneur auf Abwegen ~~~

* Hrymrs Sicht *

Die Boston-Tea-Party war schnell erklärt, ebenso warum er das wusste. Seine eigene Zeitreisemöglichkeiten kannten bis jetzt nur Nyx und Amber. Fasziniert prasselten Fragen von Empusa auf ihn nieder. Wie das Leben in der Zukunft sei. Sind dort auch Menschen die an Götter glauben und so weiter!

Eugene versuchte sich als Lehrer für Technologie, Wissenschaft oder auch Chemie, jedoch konnten seine Leute nicht viel damit anfangen.

„Aber ihr braucht das alles auch nicht zu wissen. Eure Fähigkeiten reichen völlig aus, mir bei meinem Vorhaben zu helfen.“ lächelte er sie an.

Wichtig war vor allem auch, dass man den Gatten dieser Tochter Odins für eine Weile aus dem Verkehr zog. Er war fast immer an ihrer Seite, wie ein Störfaktor, welcher beseitigt werden musste.

„Du willst ihn töten?“ in Ambers Stimme klang plötzlich Trauer mit.

„Immer noch verknallt in diesen Briten? Du wirst ihn nicht bekommen, das kann ich dir schon mal sagen. Aber sei es drum. Haytham kennt sich mit der Armee und den ganzen Befehlshabern hier aus. Soweit ich weiß ist Gouverneur Tryon derzeit in New York, hat aber Angst um seine eigene Fracht auf den Schiffen geäußert.“ seine Kenntnis über diverse überlieferte Briefe und Dokumente dieser Zeit war jetzt von großem Vorteil für ihn.

Gemeinsam mit Geryon wollte er sich diesen Mann schnappen und ihn hierher bringen. Wenn der Gouverneur selber in Boston verweilen würde, könnte man ihm Unterschlagung sowie Mithilfe bei diesem Ereignis heute Abend vorwerfen.

So ein Schreiben sollte ebenfalls kein Problem sein, weil Amber sich laut seiner Anweisung dem hiesigen Richter und gleichzeitig auch Befehlshaber der Garnison widmen sollte. Ein wenig Bezirzen um das Schriftstück zu bekommen wird sicherlich kein Problem für die Walküre darstellen.

„Nein, natürlich nicht. Hoffentlich ist es kein alter schmieriger fetter Sack. Etwas Spaß hätte ich schon gerne.“ bei ihren Worten schüttelte sie sich leicht angewidert.

„Wenn wir dieses Anklageschreiben in unseren Händen halten, werde ich dafür sorgen, dass der Herr auch gleich hier in Gewahrsam genommen wird. Die Wachhabenden werden wir entsprechend beeinflussen und sie glauben lassen, dass er ein Tu-Nicht-Gut ist. Sie werden ihn entsprechend in Ketten legen um jede Gefahr eines Ausbruchs zu verhindern.“ zufrieden sah er seine Verbündeten an.

„Das klingt nach einem recht guten Plan. Leider hilft er nicht, Helena zu holen.“ Geryon sah ihn fragend dabei an.

„Nein, sicher nicht. Heute Abend werden die Kinder bestimmt nicht mitkommen, also werde ich noch nicht zuschlagen. Wir müssen bei einigen Soldaten vielleicht auch kundtun, dass Amber zurück ist. Bis jetzt weiß diese Bagage noch nichts davon, oder?“

Besagte Frau schüttelte grinsend den Kopf.

„Ich weiß auch schon, wen ich aufsuchen muss. Alte Templeranwärter aus Zeiten wo Kenway noch unter Reginald ausgebildet wurde. Dabei fällt mir ein, ich muss das Buch noch sicher verstecken.“

„Ah, dein Rekrutenbuch? Du trägst es nicht bei dir?“ kopfschüttelnd sah der Russe sie an.

„Warum sollte ich? Keine Sorge, es wird schon keiner finden.“ winkte sie lapidar ab.

Außerdem musste man auch das Gefolge der Kenways und Cormacs weglocken.

„Jemand eine Idee, wie wir das am besten umsetzen?“

„Ich denke, ich weiß etwas. Wenn sie heute zurück sind, werden sie sicherlich auf ihren Erfolg anstoßen wollen. Es wird doch einer, oder?“ fragte Typhon nach und ein Nicken ließ ihn weiter ausholen. „Ich kann ein paar Diebe anheuern, die sich darum kümmern werden. Dazu eine Hure als Lockvogel und ich bin sicher, einige Herren werden nicht so schnell mehr wach werden.“

Die Dirne sollte einen nach dem anderen weglocken in einen Hinterhalt und die Diebe sollten den Rest erledigen. Bewusstlos schlagen, fesseln und so weiter. Ob das aber so einfach werden würde, bezweifelte Eugene und tat seine Skepsis kund.

„Also dieser Lee oder diese Laufburschen, Kammerdiener was auch immer sie sind, werden uns ganz sicher auf den Leim gehen.“

Die Zuversicht in seiner Stimme steckte an, das musste der Russe sich eingestehen.

Damit wären fast alle beschäftigt, sogar bis in den nächsten Tag hinein.

Wenn am folgenden Morgen die Luft dann in der Herberge rein war, sollte Empusa sich hineinschleichen, die Kindermädchen in der Gestalt von Alexandra überzeugen, dass sie einen Spaziergang alleine mit ihren Töchtern unternehmen will. Wenn das nicht klappt, nun ja, dann müsste sie härtere Geschütze auffahren.

„Das wird ein Leichtes. Ich werde sie einfach als Gruselgestalt erschrecken. Die meisten Menschen verfallen in Panik oder fallen in Ohnmacht.“ grinste sie siegessicher.

Ein weiterer Punkt war schon mal, zumindest in der Theorie, abgehakt.

Was er sich jedoch immer noch fragte war, welche Fähigkeiten seine Erzfeindin jetzt besaß? Es war schon schlimm genug, dass sie das Amulett an sich nehmen konnte. Sollte sie aber über noch mehr verfügen, dann sollten sie alle mehr als nur wachsam bleiben.

„Mir bleibt jetzt nur noch unseren Hauptakteur aus New York abzuholen. Er soll ja nichts von dem ganzen Spaß hier verpassen. Auch wenn er kaum mehr als das Gefängnis zu Gesicht bekommen wird.“ sein Lachen klang böse, auf der anderen Seite auch erleichtert.

Gemeinsam mit Geryon machte sich Eugene bereit ein Portal zu betreten. Für einen kurzen Moment dachte er darüber nach, ob es wirklich so schlau war. Wer weiß, ob Odin ihn nicht doch noch im Auge behalten hatte.

Nein, er war wieder einmal viel zu paranoid. Kurz darauf waberte der Wasserspiegel vor ihnen und die beiden Männer schritten hindurch.

Amber hingegen verabschiedete sich von den drei anderen.

„Warte, ich sollte vielleicht mitkommen. Du kannst jede Hilfe gebrauchen beim Gefängnis.“ Nyx hatte tatsächlich recht. Zu zweit konnten sie sich schneller dem Richter nähern. Soldaten waren ein einfaches abzulenken.

„Ein paar nette Worte, ein tiefer Augenaufschlag und sie fressen uns aus der Hand.“ die beiden Frauen grinsten sich an, ehe sie aus dem Zimmer verschwanden.

„Was machen wir jetzt hier?“ Empusa klang ein wenig enttäuscht, weil sie im Moment nutzlos hier herumsitzen musste.

Seufzend nahm sich Typhon eines der Bücher vom Schreibtisch und begann zu lesen.

„Also ich weiß mich zu beschäftigen.“

Die kleine Gasse in New York war genau richtig. Keine Menschenseele lungerte hier herum.

„Woher wusstest du, wo genau der richtige Ort ist, Herr?“ Geryons Blick wanderte staunend umher. Die Gebäude waren aus rotem Stein, die Straße mit hellen Steinen gepflastert. Getrübt wurde das Ganze nur durch Unrat welcher sich auf dem Boden verteilte.

„Ich war schon einige Male hier, schon vergessen?“ Eugenes Stimme hatte einen arroganten Tonfall angenommen. Warum musste er eigentlich immer alles erklären?

Sie traten auf die vermeintliche Hauptstraße und wandten sich dann nach rechts in Richtung des Marktes.

Soweit er noch wusste, bewohnte der Gouverneur dort ein Haus, das neben einer kleinen Spelunke stand.

Sein Blick wanderte umher um sicher zu gehen, dass keine Feinde in der Nähe waren. Wer weiß, wer ihm auflauern konnte. Wieder ging ihm durch den Kopf, was Alexandra jetzt alles drauf hatte. Konnte sie ihn wirklich besiegen?

„Passt doch auf!“ pöbelte man ihn an.

„Verzeiht, Ma´am.“ dabei tippte er sich an den Hut. Er hatte die kleine Frau fast umgeworfen, so in Gedanken war er. Seine Umgebung nahm er jetzt erst richtig wieder wahr.

Auf dem Markt herrschte reges Treiben. Frauen gingen von Stand zu Stand mit Körben am Arm und inspizierten die Waren. Kinder tobten zwischen den Bewohnern umher. Männer standen am Rand auf ihre Gehstöcke gelehnt und diskutierten über die für sie wirklich wichtigen Themen. Wie teuer das Ale wohl gerade in dieser oder jener Taverne war.

Langsam näherten sie sich dem besagten Haus in der Hoffnung, dass der Herr auch anwesend war.

Vor der Tür verharrte Eugene kurz und lauschte. Doch aus dem Inneren vernahm er keinen Laut. Weder Stimmen noch irgendwelche Geräusche von geschäftigem Treiben der Dienerschaft.

„Vielleicht ist er doch nicht mehr hier?“

Der Russe schüttelte den Kopf.

„Er ist hier.“ seine Hand betätigte den Türklopfer und jetzt hieß es warten.

Nach einer Weile öffnete man ihnen, aber nur einen kleinen Spalt und eine junge Frau sah sie fragend an.

„Ist Gouverneur Tryon zufällig zugegen? Wir müssten ganz dringend mit ihm sprechen. Es geht um seine Fracht auf eines der in Boston liegenden Schiffe.“ mit Ehrlichkeit hoffte er weiterzukommen.

Die Frau sah kurz hinter sich, dann wieder zu ihnen. Nickte stumm, öffnete die Tür ganz und ließ die Herren hereinkommen.

„Wartet hier, Gentlemen.“ sprach sie mit einem spanischen Akzent.

Der kleine Eingangsbereich war ziemlich karg möbliert. Ein einziges Porträt hing rechts an der weißen Holzwand. Darunter stand ein kleines Tischchen mit einer bunten Vase ohne Blumen darin. Die Treppe geradeaus war aus dunklem Holz mit einem schon in die Jahre gekommenen grünem Teppich. Allgemein hatte man hier den Eindruck, als wohnte hier ein Mensch mit geringem Vermögen oder Einkommen.

„Gentlemen, was kann ich für euch tun?“ mit diesen Worten riss man ihn aus seinen Gedanken. Ein stattlicher Mann in Uniform der britischen Armee stand links an einer Tür und sah sie fragend an.

„Sir, wie ich eurer Angestellten bereits sagte. Es gibt Probleme mit der Fracht …“

Weiter kam er nicht, weil der Mann sie in sein, wie sich jetzt zeigte, Arbeitszimmer bat.

„Boston ist wirklich nicht mehr der sicherste Ort, nicht wahr.“ seufzte er als er sich an seinen Schreibtisch setzte.

Geryon und Eugene nahmen davor Platz. Jetzt hieß es vorsichtig vorzugehen. Er musste den Mann vor sich im Geiste infiltrieren ohne dass die Angestellten sie störten oder aufmerksam wurden. Wenn er das geschafft hatte, würde er ein neues Portal hier öffnen und den Gouverneur hindurch lotsen.

Vorsichtig drang er zu dem Herren durch, inspizierte kurz die Erinnerungen um sogleich eine neue hinzuzufügen. Eine Inhaftierung, die Beschuldigung er sei ein Schmuggler und Gegner der Krone und so weiter.

Der Russe erhob sich und deutete Tryon es ihm gleich zu tun.

„Sagt eurem Diener, ihr wollt vorerst nicht gestört werden und werdet heute auswärts speisen. Eine vergessene Einladung eines Freundes.“ gab er die Anweisung, die auch gleich weitergegeben wurde.

Ein junger Mann trat ein, verneigte sich und fragte, ob man vorher noch etwas wünsche. Das verneinte der Gouverneur mit leicht glasigen Augen, die aber unbemerkt vom Diener blieben.

Als sie wieder alleine waren, ging er um den Schreibtisch herum, nahm den Arm seines Opfers und führte ihn in die Mitte des Raumes. Das Portal ließ den Infiltrierten ängstlich zittern.

„Keine Sorge, Sir. Gleich geht es euch besser.“ mit diesen Worten gingen alle drei Herren hindurch und hinter ihnen verschwand der Wasserspiegel.

Hoffentlich wurde niemand im Hause misstrauisch!