Boston - Die Marionette im Körper des Richters! *Hrymrs Sicht*
Boston - Die Marionette im Körper des Richters! *Hrymrs Sicht*
Ah, da seid ihr ja wieder!
Schauen wir jetzt mal, wie man einen Richter für sich gewinnen kann.
Amber und Nyx sind dafür prädestiniert und ich glaube, sie bekommen
das hervorragend hin. Sobald er tut, was wir wollen, können wir die Fall
zuschnappen lassen. Der Gouverneur ist ja schon auf seinem Weg.
Haytham Kenway wird sich noch wundern sobald er die Garnison betritt.
Seine Gattin wird vermutlich nicht so begeistert sein.
Gute Unterhaltung beim Lesen!
Hrymr aka Eugene
Zitat Kapitel 36 - Boston
Kapitel 36
~~~ Die Marionette im Körper des Richters ~~~
* Hrymrs Sicht *
Amber und Nyx begaben sich zur Garnison wo sich auch das Gefängnis befand. Wie vermutet war das Tor gut bewacht von zwei schmucken Soldaten, stellte die Walküre erfreut fest. Solche Beute ließ sie sich doch gefallen.
„Halt, Ladys. Habt ihr ein Anliegen?“ fragte der rechte Herr in Uniform nach.
„Es geht um meinen Gatten, Sir. Er … ist … unrechtmäßig gestern verhaftet worden…“ Nyx schauspielerte erstklassig die verzweifelte Ehefrau.
„Wie ist sein Name, wenn ich fragen darf? Vielleicht ist er ja auch schon wieder daheim.“ jetzt war es der Linke, der nachhakte.
Das hätte man als Frau doch sicherlich bemerkt, ging es Amber genervt durch den Kopf und wollte schon eine bissige Bemerkung loswerden. Die griechische Göttin kam ihr aber zuvor.
„Oh nein, er ist nicht zuhause. Deswegen … mache ich mir ja solche Sorgen.“ schluchzte sie weiter und klammerte sich an den Arm ihrer Begleiterin.
„Ma´am, der Name wäre hilfreich.“ in seinen Augen tauchte mit einem Mal ein grünes Leuchten auf und er sah zu seinem Kumpan. „Murdock! Lass die Frauen durch. Sie sind für den Richter.“ seine Stimme klang fast so als sei er betrunken, aber auch sein Freund hatte leuchtende Augen und sie ließen die Damen passieren.
„Das war leichter als gedacht.“ flüsterte Amber erleichtert, dass Nyx doch noch auf die Idee gekommen ist, die Männer geistig zu manipulieren.
Jetzt hieß es, den Richter zu finden.
„Er wird … bestimmt dort hinten in dem großen Gebäude mit der großen Flagge davor sein. Sieht wichtig aus.“ meinte die Göttin und gemeinsam steuerten sie darauf zu.
Hier herrschte eine gut durchdachte Ordnung, ging es Amber durch den Kopf. Die Wachen waren strategisch gut positioniert, die Wege und Straßen waren frei, sodass es im Notfall ein leichtes war hindurch zu kommen.
Die Tür des besagten Hauses stand offen, was die beiden Frauen zögern ließ. Durfte man einfach so eintreten oder sollten sie lieber jemanden fragen?
„Ach komm schon, wir gehen rein, finden den Richter und dann gehts rund.“ das Lachen der Walküre steckte ihre Freundin an.
„Dann mal los.“
Der Boden im Eingangsbereich war schmutzig und scheinbar eine Weile nicht gewischt worden. Links und rechts gingen zwei große Eichentüren ab und in der Mitte führte eine schmale Treppe in das obere Stockwerk. Die Wände zierten Landschaftsbilder und kleinere Porträts der, vermutlich, mal hier amtierenden Richter.
„Geht mir aus den Augen, ihr Trottel! Ihr könnt doch nicht die Rationen der Gefangenen kürzen ohne mich vorher zu informieren. Außerdem ist es den Wachhabenden untersagt Schläge auszuteilen.“ hörten sie eine tiefe männliche Stimme aus dem Zimmer rechts brüllen.
Kurz darauf rannte ein junger Soldat mit hochrotem Kopf an ihnen vorbei hinaus ins Freie wo er schwer atmend einen Augenblick verharrte.
Sie hatten den Richter also gefunden!
Sie näherten sich dem Raum, dessen Tür noch offen stand und spähten um die Ecke. An einem ausladendem dunklen Schreibtisch links neben einem der Sprossenfenstern, der übersät mit Papieren war, saß ein älterer Herr mit ebenfalls hochrotem Kopf und knüllte wütend ein Schriftstück in seinen Händen zusammen um es gleich darauf achtlos in eine Ecke zu werfen.
Amber klopfte zögerlich am Türrahmen um ihre Anwesenheit anzukündigen.
Sein Blick wandte sich in ihre Richtung.
„Nicht schon wieder Ehefrauen, die sich über die Behandlung ihres Säufers hier im Gefängnis beschweren wollen. Eure Gatten haben sich daneben benommen, Schlägereien angezettelt, geklaut und schlimmeres. Also was glaubt ihr, passiert mit ihnen hier? Wir sind keine Pension!“ rief er ihnen entgegen.
„Oh, nein Sir. Deswegen sind wir nicht hier.“ Nyx schloss hinter sich die Tür, sodass sie ungestört sein konnten für einen Moment.
„Warum dann?“ er lehnte sich genervt in seinem Stuhl zurück und musterte seine Besucherinnen ausgiebig.
Sie sah sich noch einmal um, man konnte nie sicher sein ob nicht irgendwo ein Feind lauerte. Ihre Sinne nahmen aber keine roten Auren wahr.
Erleichtert wandte sie sich dem Herren zu.
„Wir sind auf der Suche nach ein wenig Spaß, wenn ihr versteht was wir meinen.“ lächelte sie süffisant während sie langsam um den Schreibtisch schritt.
Die Finger ihrer rechten Hand strichen dabei erst über das Holz und dann wanderten sie langsam den Arm des Richters empor.
„Dafür habe ich … keine Zeit!“ seine Stimme zitterte leicht, ob aus Angst oder aufsteigender Erregung war nicht auszumachen.
„Aber aber … Wir müssen ja nichts überstürzen.“ flüsterte sie jetzt ganz nah an seinem Ohr.
Nyx drang in seinen Kopf um sich einen Überblick zu verschaffen.
Erschrocken über all die Probleme welche er mit sich herumschleppte wegen der Garnison, des Gefängnisses und auch der Inhaftierten.
Er machte sich Sorgen, dass die Kosten bald das Budget der Krone übersteigen könnten, wenn noch mehr hier einsitzen mussten.
Genau das machte sich die Chaosgöttin zunutze und pflanzte ihm den Bericht des Königs ein, welcher besagte, alles für die Gefangenen zu tun, damit sie nicht unter seiner Obhut sterben würden. Ein kleiner Zusatz besagte aber, dass ein kleines bisschen Quälerei nicht schaden konnte. Besonders bei EINEM bald eintreffenden Herren. Gouverneur Tryon!
„Ich habe ihn soweit, aber ich werde ihn noch nicht in Ruhe lassen. Er muss als Marionette seinen Leuten noch einige Anweisungen geben, die für uns nützlich sind. Danach werde ich meinen Geist teilen. Etwas bleibt hier um ihn und die Soldaten im Auge zu behalten bis Hrymr oder eben Eugene hier eintrifft. Der Rest muss in mir bleiben, sonst überstehe ich den Tag nicht mehr!“ schon jetzt klang sie erschöpft!
„Hältst du das wirklich durch?“ Amber war skeptisch bezüglich ihrer Ausdauer.
„Ja, außerdem kann unser Anführer später den Rest machen.“
Gemeinsam gingen sie jetzt hinüber zum Gefängnis.
Die Walküre schritt zögerlich neben den beiden her. Sie hatte schon so einige dieser Einrichtungen zu Gesicht bekommen und hatte selber auch schon gesessen. In Irland war es besonders schlimm gewesen. Es herrschte allgemein Nahrungsknappheit, was sich natürlich bei den Gefangenen als erstes bemerkbar machte. Einige ihrer Mitgefangenen verhungerte schlicht weg einfach. Der Anblick erschütterte die sonst so harte Frau zutiefst.
Jemanden wissentlich etwas quälen oder sie verhungern lassen waren zwei verschiedene Paar Schuhe!
Um diesen Gedanken loszuwerden, konzentrierte sie sich wieder auf ihre Umgebung und inspizierte den Aufbau der Garnison, die Unterkünfte der Soldaten bis hin zum Bau des Gefängnisses.
Von weitem hörte man die Insassen jammern, husten, niesen oder einfach nur vor Schmerzen schreien.
Der Richter selber ging aufgrund seiner Trance einfach darauf zu, öffnete die Tür und gab entsprechende Anweisungen an den dortigen Aufseher.
„In wenigen Stunden wird der Gouverneur hier eintreffen, der eigentliche Bericht wird mir dann übergeben und ich werde weiteres veranlassen. Seine Strafe liegt in meinem Ermessen.“ diese Worte plapperte er völlig emotionslos herunter, während Nyx neben ihm böse grinste.
„Aber Sir! Es ist der Gouverneur!“ sprach der Aufseher und sah ihn entsetzt an.
„In diesem Falle ist er ein Mann wie jeder andere hier drinnen auch. Er bekommt keine Sonderbehandlung. Nicht nachdem was er laut … laut des …“ plötzlich kam er ins stottern. Sein Blick ging wirr umher und Amber sah, wie die Chaosgöttin etwas blass wurde.
Sie stupste die Dame an und versuchte den Herrn selber zu steuern. Mit Erfolg!
„Er hat sich gegen die Krone erhoben und Waren geschmuggelt, welche von der Krone verboten worden sind.“ sprach er jetzt mit gestrafften Schultern weiter.
„Wie ihr befehlt, Sir.“ der Herr salutierte und notierte sich alles in seinem Buch, das auf dem kleinen Schreibtisch vor ihm lag.
Wo aber blieb denn jetzt ihr Anführer mit dem abtrünnigen Herren?
Plötzlich hörten sie einen Aufruhr von draußen. Allem Anschein nach wurden Stimmen laut, dass das ein Missverständnis sein muss! Man könne doch nicht diesen noblen Mann einfach ins Gefängnis stecken!
In der Tür zu dem kleinen Vorraum wo Amber und Nyx sich noch befanden, tauchte Eugene auf. Neben ihm ein verwirrter Herr, der sich ängstlich umsah. Geryon schritt auf sie zu, nickte stumm und deutete mit dem Kopf auf den Richter.
„Alles geregelt.“ flüsterte die Walküre.
Man übergab den schmuggelnden Gouverneur in die Obhut des Gefängnisaufsehers, regelte noch ein paar Kleinigkeiten wie zum Beispiel extra Wachen zu seinem Schutz.
„Ich werde alles weitere in die Wege leiten, Sir.“ der Richter war noch immer neben der Spur wie der Russe bemerkte, aber das war nur zu ihrem Vorteil.
Die Anweisung kannten jetzt aber nur die hier Diensthabenden Soldaten, der Richter und der Aufseher.
Sobald sie Haytham und seine Leute ablenken mussten, würde er noch einmal hierher kommen und die gesamte Garnison in Alarm versetzen. Ein kleiner Aufstand konnte nicht schaden, nicht wahr.
Sie brauchten aber noch ein Schriftstück, welches die Hinrichtung des Gouverneurs verkündete.
„Es ist wichtig, dass es so etwas gibt, sonst wird Kenway keinen Grund sehen so schnell wie möglich hierher zu kommen.“ erklärte Eugene seinen Begleitern, die ihn fragend angesehen hatten.
Alle Vier machten sich danach auf den Weg zurück zu ihrer Unterkunft um die Prostituierte zu suchen, welche heute noch für ein bisschen Spaß sorgen sollte.
Ganz wohl war der Walküre nicht dabei, den Richter in diesem Zustand zu lassen. Wer weiß was er noch so in seiner Trance anstellen würde.
„Mach dir nicht so viele Gedanken, ich habe ihm auch ein paar nette Sachen überlassen. Erinnerungen an ein schönes Schäferstündchen mit zwei hübschen Damen.“ sie grinste bei ihren Worten.
„Ob ich das mit ihm wirklich wollen würde bezweifle ich.“ lachte Amber gequält. Der Richter war definitiv nicht in ihrem Beuteschema.
In der Herberge wurden sie schon erwartet.
„Hat alles funktioniert?“ Empusa war aufgesprungen kaum das sich die Tür geöffnet hatte.
„Soweit so gut, ja. Wir haben die erste Manipulation.“ Eugene ließ sich erschöpft auf sein Bett fallen.
„Ich glaube, wir können etwas Ruhe gebrauchen bis wir uns der nächsten kleinen Schandtat annehmen.“ gähnte Nyx und setzte sich vor den Kamin.
Nach einer kleinen Stärkung und Pause, schmiedeten sie weitere Pläne.
Ein nahe gelegenes Bordell war ihr auserkorenes Ziel. Geryon, Typhon und Eugene suchten das Etablissement auf um eine geeignete Dame zu finden.
„Sie sollte schon etwas Grips haben. Strohdumme Huren geben keine gute Ablenkung ab.“ murmelte der Wächter der Stiere leise vor sich hin.
„Wie es scheint, hast du schon so deine ganz eigenen Erfahrungen gemacht.“ lachte Eugene neben ihm.
„Ja, habe ich! Das war eine Katastrophe!“ maulte er.
Plötzlich erstarrte Eugene und sah sich hektisch um. Wieder dieses unangenehme kribbelnde Gefühl im Nacken.
So schnell wie es gekommen war, so schnell war es auch schon wieder weg.
Was war hier los verdammt?
Das Freudenhaus lag in einer kleinen Nebenstraße nahe der Kirche. Schräg gegenüber war eine kleine Taverne aus welcher schon um diese Uhrzeit Gesang und laute Stimmen zu vernehmen waren. Etwas was Eugene bis heute nicht verstand.
Die drei Herren traten durch die bunt bemalte Tür ein hinter welcher gleich ein dicker Vorhang hing.
Ein Geruch aus Parfüm, Alkohol, Schweiß und Sex drang in ihre Nasen. Im Grunde nichts neues für sie.
Die Inhaberin kam auch schon eiligen Schrittes auf sie zu.
„Gentlemen! Es freut mich, dass ihr zu dieser frühen Stunden schon hierher gefunden habt. Kann ich euch etwas gutes tun? Habt ihr einen speziellen Wunsch?“ dabei zog sie breit grinsend eine Augenbraue hoch.
„Habt ihr Frauen, welche … nun ja, wie drücke ich es aus, eine gewisse Bildung mit sich bringen? Wir bevorzugen Damen mit denen man sich auch abseits des Aktes ein wenig unterhalten kann.“ Typhons Stimme klang mit einem Male so anders, so fremd, dass seine Begleiter ihn mit großen Augen verwundert ansahen. So hätten sie ihn gar nicht eingeschätzt, eher etwas plump, wenn Eugene ehrlich war.
„Oh, da habe ich genau das Richtige für euch, Gentlemen. Folgt mir!“ sagte sie lächelnd und ging voraus in den großen Salon, wo schon einige leicht bekleidete Frauen auf ihre Freier warteten.