Boston - Sie ist nicht von dieser Welt! (Hrymrs Sicht)
Boston - Sie ist nicht von dieser Welt! (Hrymrs Sicht)
Willkommen zurück!
Was für eine Teeparty war das bitte? Ein herrlicher Anblick, wenn auch
traurig zugleich, weil ein kleines Vermögen verlorenging. Und wer war
mittendrin? Genau, meine Erzfeindin Mistress Kenway!
Ich sollte meinen Plan jetzt etwas beschleunigen um meine kleine Trophäe
bald holen zu können. Bei so einer teuflischen Mutter die Männern das Blut
aussaugt, sollte kein Kind bleiben!
Bis dahin wünsche ich gute Unterhaltung beim Lesen!
Hrymr aka Eugene
Zitat Kapitel 38 - Boston
Kapitel 38
~~~ Sie ist nicht von dieser Welt ~~~
* Hrymrs Sicht *
Sie wurden Zeuge eines unfassbar guten Spektakels, musste sich Eugene eingestehen.
Die Kisten mit dem guten Tee flogen Reihenweise in hohen Bögen über die Relinge der Schiffe.
Die Menschen waren voller Euphorie sich endlich gegen die Krone erheben zu können, ohne erstmal über die möglichen Konsequenzen nachzudenken.
Soldaten der britischen Armee versuchten immer wieder dem ganzen Einhalt zu gebieten, aber vergeblich. Sie waren immer in der Unterzahl.
Die Schaulustigen nahe der Lagerhäuser und des Kais jubelten, feuerten ihre Landsleute an!
„Sieh dir das an!“ hauchte Nyx plötzlich und zupfte an seinem Ärmel!
Auf dem Schiff, welches von dieser Faith Cormac beschützt wurde, tobte ein regelrechter Kreaturenkampf. Woher kamen diese Wesen aber jetzt alle?
„Götter! Sie haben jetzt ihre ganz eigene Armee, mein Schatz! Also zieh dich warm an!“ feixte Amber und sah gebannt weiter zu, wie ein unheimliches Wesen nach dem anderen erschien.
Hier und da wurden Blitze auf sich nähernde Truppen abgefeuert. Thor! Natürlich war der Idiot auch mit dabei!
Dann plötzlich erschien ein schwarzer riesiger Wolf neben einem prächtigen weiß-goldenem Vogel! Die beiden waren in ihrer Taktik mehr als grausam.
Von ausgepickten Augenäpfeln über aufgerissene Kehlen wurde er ihrer ganzen Fähigkeiten gewahr. Woher aber kamen diese zwei Wesen? Eugene versuchte sich auf sie zu konzentrieren, drang aber nicht zu ihnen durch. Es war als würden sie zu einer Person gehören, die er noch nicht kannte. Wer aber sollte das sein? Wolf und Vogel! Wer zum Geier waren sie?
Eine laute Stimme neben ihm holte ihn aus diesem Gedankengang heraus.
„Es geht zu Ende! Sieh, die Soldaten werden weniger und einige ziehen sich verwundet zurück. Auf den Schiffen selber gibt es kaum noch Kisten.“ Typhon nickte dabei anerkennend.
„Ach schau an!“ mehr sagte er nicht. Seine Augen hingen wieder an dieser Frederickson, nein Kenway.
Schwer atmend stand sie an Deck und sah hinunter in die jubelnde Menschenmenge. Auch sie sah sich zu den anderen Mitstreitern auf den naheliegenden Schiffen um.
Eugene überkam dieses Gefühl eines Déjà-vus. Diese brünette Frau kannte er irgendwoher! Sein Gehirn begann zu arbeiten, leider fand er dort keine passenden Bilder oder Antworten. Verdammt!
Und dann war sie verschwunden, an ihrer Stelle stand Faith und sah besorgt aus. Dieses Weib konnte ihm nicht gleichgültiger sein, also machten er und sein Gefolge sich auf den Weg zu ihrer Herberge.
Die freudigen Bewohner Bostons machten es ihnen aber nicht leicht durchzukommen.
„Das wird ihnen eine Lehre sein!“
„Wir haben sie endlich!“
„Die Steuern sind Geschichte!“
Diese und noch weitere Siegessätze waren zu vernehmen. Das heute war aber auch nur ein Anfang, dachte er etwas traurig.
Auf der breiten Straßen, die direkt zu ihrer Unterkunft führte, rannte ein junger Indianer an ihnen vorbei.
Fragend sah er ihm nach.
„Das ist Haythams Bastard.“ sagte Amber abfällig, aber auch sie sah ihm noch nach.
Der junge Mann hielt vor einer kleinen Gruppe an.
Da waren sie ja! Alex, Faith, Shay und noch so einige andere die er nicht kannte. Bis auf Lee! Auch so ein Versagertyp der sich nur über Wasser halten konnte, weil er mehr Glück als Verstand hatte.
Eugene und seine Leute zogen sich in eine Seitengasse zurück und belauschten die Gruppe so gut es ging.
Sie hatten die Nachricht also bekommen! Gedanklich rieb er sich freudig die Hände!
„Er ist hier? Ich dachte er wäre in New York gerade?“ hörte er seine Erzfeindin erstaunt fragen. Ihr Gatte konterte prompt mit der bissigen Antwort, dass sie wohl nicht alles wisse und die Aufzeichnungen nicht immer korrekt seien!
Grinsend sah er zu, wie Alex an sich halten musste um nicht ausfällig zu werden. Außerdem wurde ihr gesagt, sie solle zurück zur Herberge gehen, sie sähe krank aus.
Wütend stapfte sie davon in eine Straße rechts neben sich, während ihr geliebter Templer mit seinem Gefolge sich auf den Weg zum Gouverneur machte. Nicht alle, wie Eugene frustriert kurz darauf feststellte, weil die Cormacs ihm nicht folgten. Sie gingen wieder zu ihrer Unterkunft. Es hätte so leicht sein können, jetzt schon zuzuschlagen mit der Entführung.
Nun gut! Geduld haben war das jetzige Motto.
„Ich glaube, du solltest Alex mal folgen. Sie ist sehr sehr wütend! Wer weiß, was sie so anstellt.“ Der Gedanke dahinter war lediglich der Gruselkreatur eine kleine Aufgabe nach dem langen Nichtstun zu gönnen, damit sie nicht mehr schmollte.
Empusa grinste und löste sich in feinem Dunst auf.
„Ich bin gespannt, was sie uns nachher berichtet. Diese Frau hat es dir ja richtig angetan!“ lachte Geryon und er hätte ihm am liebsten dafür eine gelangt. Das hier war kein Spiel! Auch wenn seine Aussage zutreffend war.
„Sollten wir nicht einfach mit in die Taverne gehen, wo sich auch die Zimmer der Bagage befinden? So sehen wir auch gleich, wie es da aussieht und können einen räumlichen Plan erstellen…“ grübelte Nyx vor sich hin.
„Guter Plan! Dann mal los!“ gemeinsam folgten sie unauffällig den Cormacs.
„Geht ihr ihnen hinterher. Ich werde mich um diesen Templer und seinen Sohn kümmern.“ Eugene war eingefallen, dass er lieber nach dem Rechten dort sehen sollte. Nicht, dass sie heute Nacht doch noch zuschlagen mussten.
„Wie du wünschst, Herr!“
Ohne weiter auf sein Gefolge zu achten ging er in Richtung der Garnison.
Unterdessen war Empusa Alex weiter auf der Spur.
Vor einer Taverne sprach ein betrunkener Mann sie an und in dem Gesicht von dieser Kenway sah man wie angewidert sie war.
Deutlich spürte der Gruselgeist, dass sich etwas veränderte!
Breit grinsend sah sie, wie ein furchteinflößendes Wesen aus dieser Frau wurde, welches den Mann in den Hinterhof lotste.
Sie war nackt, hatte zerzauste dunkle Haare, lange Gliedmaßen sowie langgliedrige Finger und ihre Haut war gräulich. Empusa stahl sich näher heran um einen bessern Blick zu haben.
In dem Moment, wo sie direkt in das Gesicht dieser Gestalt schauen konnte, blinkten spitze Zähne auf. Nadelspitze Zähne!
Mit weit aufgerissenem Mund jagte sie ihrem Opfer diese in den Hals und begann gierig zu trinken!
Alex als Bruxxae - KI modifiziert
Fasziniert, gleichzeitig auch etwas angewidert, starrte Empusa auf die Szene. Was für ein Wesen war sie gerade? Sie kannte blutsaugende Kreaturen nur von Erzählungen. Es war verpönt bei den Göttern Blut so zu vergeuden. Es war dazu bestimmt, geopfert zu werden, aber bestimmt nicht so.
Als der Mann in sich zusammensackte, schrak Alex zusammen, krümmte sich und übergab sich heftig.
„Und wieder eine Lektion!“ hörte sie plötzlich eine donnernde Stimme wie aus dem Nichts von einem der Häuser! Odin!
Er gab seiner Tochter noch Ratschläge und zusammen beseitigten sie ihre Spuren. Dieser Allvater hatte ja etwas an sich, was Empusas Unterleib zum Kribbeln brachte. Stattlich, groß und sehr autoritär.
Odin begab sich zurück in seine Welt und Alex ging ihrer eigenen Wege kurz darauf.
Demnach war der Spaß vorbei und der Gruselgeist freute sich schon darauf, ihrem neuen Anführer von dieser Begebenheit berichten zu können.
Im Grunde ging sie dieser Frau einfach nur nach um ihre eigenen Leute zu finden.
Nach einigen verwinkelten Gassen war die Herberge gefunden und Empusa konnte Eugene bereits hier draußen spüren.
Glücklich war er aber nicht, wie es aussah.
Als sie an den Tisch trat, wo auch die anderen saßen, wurde sie mit einem stummen Nicken begrüßt.
Sie saßen in der Nähe des Eingangs, aber hatten einen guten Blick auf den großen Tisch weiter hinten, an dem die Cormacs und Kenways mitsamt ihres Gefolges saßen.
Sie erzählte von ihrer Observation, bevor Eugene noch wütender wurde. Er saß mit verschränkten Armen dort und schaute grimmig auf die Menschen um sich herum.
„Hast du keine Angst, dass dich dieses Weib erkennen könnte?“ hakte gerade Typhon nach.
„Nein, sie ist so erschlagen und erschöpft, dass sie kaum noch die Augen aufhalten kann.“ sprach der Russe selber gähnend. „Außerdem muss sie sich noch um meine kleine Beute kümmern.“ bei diesen Worten blühte er förmlich auf.
„Du sprichst von ihr, als würdest du … das ist widerlich!“ bei ihren Worten spukte Amber auf den Boden.
„Ihr missversteht mich! Ich werde sie erziehen, ihr alles beibringen und wenn die Zeit reif ist … dann sehen wir weiter.“ seine Augen leuchteten dabei rot-golden auf und ein tiefes kehliges Seufzen war zu hören.
„In der Zwischenzeit werden wir uns diese ganze Meute vom Hals schaffen, koste es was wolle. Ich werde sie zerstören, sie vernichten bis auch Odin einsehen muss, dass er nicht allmächtig ist.“
Geryon schüttelte sich bei diesen Worten und sah betreten zu seinen Mitstreitern. War es das alles wirklich wert? Die Zeit, wie es Eugene ja schon sagte, würde es zeigen.
Und dann wurden sie alle mit einem Male hellwach.
Eine schlanke, rot gelockte Dame trat an den Tisch wo man ihr gesagt hatte, dass dort ihre Kundschaft säße.
Sie begann von Krankheiten und bösen Epidemien zu sprechen. Man müsse sichergehen, dass sich niemand mehr infizieren konnte, weil schon so viele Soldaten des Königs erkrankt sein. Bei einigen wäre schon jede Hilfe zu spät gewesen. Sie machte ihre Sache gut, bis zu dem Zeitpunkt als Alex wieder auf dem Plan erschien.
Sie war in ein frisches Kleid gehüllt und sah etwas erholter aus.
Ihr Blick wanderte zu der Hure, dann zu Faith.
In die Gesichter dieser Frauen trat ein wissendes Grinsen und sie nickten sich stumm zu.
„Oh verdammt! Sie haben die Finte gerochen!“ maulte Eugene frustriert.
Bevor sie aber noch eingreifen konnten, ging Charles Lee der Dirne hinterher.
„Nicht alle!“ grinste Typhon, während er genüsslich an seinem Ale nippte.
Nyx war es, die sich heimlich hinterher schlich! Nein, sie wollte nicht sehen, welche Behandlung dieser Mann bekam, sie war einfach nur neugierig was die Damen des horizontalen Gewerbes in dieser Zeit alles an Techniken kannten.