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Boston / Virginia - Willkommen beim Schicksalsgöttinnen!

Die Fäden, Die Uns Halten! - Part Iii Der Schicksalhaften Zeitreisen — www.fanfiktion.de · All chapters

Boston / Virginia - Willkommen beim Schicksalsgöttinnen!

Hallo ihr Lieben!

Es ist jetzt soweit und die Nornen begrüßen Mistress Kenway in ihrer Mitte!

Sie bleibt aber vom Lernen nicht verschont und wird auch gleich in

ihr Schaffen eingeweiht.

Vorher aber gibt es kleine feine Übung für die Kunst der Gestaltwandlung

für Alex oder sollte ich lieber Solveig sagen?

Ich wünsche euch gute Unterhaltung beim Lesen!

Ein lieber Gruß

MrsHEKenway

PS: Die Frau auf dem Bild ist KI generiert!

Zitat Kapitel 6 - Boston/Virginia

Kapitel 6

~~~ Die Begrüßungszeremonie ~~~

Also hieß es für mich, dass ich mich entspannen sollte.

Das war leichter gesagt als getan.

Jetzt trat die dritte Dame vor und stellte sich als Vör vor. Sie war die Göttin der Gerechtigkeit grob gesagt. Sie war prädestiniert für das schlechte Gewissen bei einem Vertragsbruch. Ihr wird auch nachgesagt, ihr Name leite sich von „die Vorsichtige“ ab.

„Ich sehe in deinen Augen, dass du weißt, dass ich schon lange in deiner Nähe bin.“ lächelte sie wissend und es wurde mir jetzt richtig bewusst.

Ich hatte sehr sehr oft ein schlechtes Gewissen. Mein Gerechtigkeitssinn war anders als bei anderen. Doch dass ich diese Göttin in mir hatte, ihre Fähigkeiten über Richtig oder Falsch zu entscheiden und entsprechend das Karma wirken zu lassen, erfüllte mich mit einer wohligen Genugtuung.

Doch wie sollte ich das Karma heraufbeschwören? War es nicht im Grunde das selbe wie das Schicksal?

„Dein Scharfsinn zeichnet dich wieder einmal aus. Du bist die Norne der Zukunft und hast neben deinen Schwestern die Fäden in der Hand. Jedoch nutze alles nur mit Bedacht!“ mahnte Vör mich jetzt eindringlich.

„Aber bevor wir hier noch verdursten und verhungern … lasst uns die Ankunft meiner Tochter und ihre Einführung in ihre wahre Bestimmung mit einem Festmahl feiern!“ rief Odin und auf dem großen Tisch erschienen Schüsseln mit allerlei leckeren Speisen, Krüge mit Met, Wein und Ale und über einem großen Feuer in der Mitte der Halle drehte sich ein riesiges Spanferkel! Dieser Duft von gebratenem Fleisch ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.

„Mutter, ist es also wirklich so, wie mir Thor immer erzählt hat, dass du die dritte Norne bist?“ hörte ich Edward Junior neben mir leise fragen.

„Er hat mit dir darüber gesprochen? Warum hast du denn nie etwas gesagt?“ etwas wütend sah ich zu meinem Vater, welcher sich mit Haytham und Edward Senior unterhielt.

„Wir sollten vorerst stillschweigen…“ auch wenn er als junger Erwachsener hier vor mir stand, duckte er sich wie der 10-jährige der er daheim eigentlich war.

„So ist das also…“ ich konnte meine Wut kaum unter Kontrolle halten, was Andarta auf den Plan rief.

„In solchen Momenten ziehe deinen Geist zurück in eine friedliche tierische Gestalt. So kannst du darin ruhen und wieder entspannen.“ ihre Worte klangen wie durch einen Nebel an mein Ohr und ich tauchte immer weiter in diesen Dunst ein.

Um mich erschienen verschiedene Tiere … vom Reh, Hasen, einer Schildkröte bis hin zu einer majestätischen Löwin und einem wunderschönen Adler!

„Mit welchem Wesen kannst du dich genau jetzt am besten identifizieren?“ fragte die Göttin nach.

Meine Augen wanderten von einer Art zur anderen… ich wollte von oben alles überblicken um nichts zu übersehen.

„Das ist ein hervorragender Ansatz!“ hörte ich Andarta erneut neben mir. „Stell dir diesen Adler vor, sieh wie er sich in die Lüfte erhebt. Vielleicht hast du sogar einen Namen für ihn, für später, damit du ihn leichter heraufbeschwören kannst.“ es folgte ihrerseits eine kurze Pause und ich dachte nach.

Ein Adler… wie würde er heißen? Seine fließenden Flügelbewegungen glichen einem Wasserlauf … Vahan! Wenn ich mich recht erinnerte hieß das fließendes Wasser! Wieder einmal war ich bei den Kelten angekommen.

Sie hatten ebenfalls tiefe Wurzeln in meiner Vergangenheit wie es schien. Nicht ohne Grund kannte ich mich auch dort recht gut aus.

Mit ihm stieg ich jetzt in die Lüfte! Immer höher flog ich der Sonne entgegen. Unter mir sah ich die Berge, die Flüsse und Bifröst.

Etwas riss mich jedoch aus meiner Betrachtung.

Ein großes reich verziertes Tor erweckte meine Aufmerksamkeit.

Ich flog näher um nachzuschauen, was es damit auf sich hat.

„Willst du wirklich in die anderen Welten reisen? Du musst erst einmal hier lernen, bevor du weitere Reisen antreten kannst. Jötunheim oder Muspelheim sind dir nicht vorherbestimmt. Deine Schwestern würden toben vor Wut!“ hörte ich den Allvater.

Meine Schwestern!

Würde ich sie hier kennenlernen?

„Komm zurück und wir werden uns stärken und feiern. Danach sehen wir weiter.“ Odin lotste mich zurück zur Halle wo ich mich wieder in meine menschliche Gestalt verwandelte.

Etwas verwundert sah ich zu Andarta.

„Ich habe gar keine Schmerzen verspürt.“ hakte ich nach und hörte ein leises Lachen von ihr.

„Ich sagte, die menschliche Gestalt tut weh. Du musst deine eigene Konstitution mit einer anderen tauschen und das kann mehr als nur unangenehm werden. Ein Tier ist etwas anderes, auch wenn es deine Kräfte ebenso beansprucht.“

„Auf meine Tochter!“ jubelte mein Vater und alle stimmten darin ein, hoben ihre Kelche!

„Auf Solveig!“ riefen die mittlerweile zahlreich erschienenen Bewohner Asgards und hoben ihre Becher.

Fragend sah ich zum Allvater!

„Dein Name ist sogar deinem Gatten bekannt. Mi sol! Die Sonne oder wie wir es hier halten „Der Sonnenweg“! Außerdem bist du die Hausherrin! In deiner Zeit war es so und auch bei Haytham verhält es sich nicht anders!“

Es war, als würde er endlich all diese Dinge herauslassen können, diese ganzen Feinheiten, Erklärungen und Vorhersagen mir kundtun.

Nicht nur Havi war erleichtert, nein, auch ich war es.

„Willkommen daheim!“ mit diesen Worten zog mich mein Vater erneut unter seinen Umhang und ich sah einige Erinnerungen aus meiner Kindheit, welche ich immer für Hirngespinste gehalten hatte.

Schon früh war ich fasziniert vom Gedanken an Walhalla, von den nordischen Göttern und las alles was ich finden konnten. Leider nahm niemand meine Euphorie wahr, geschweige denn unterstützte mich. Im Gegenteil!

Alles sei nur Fantasie und nicht wirklich real.

Doch ich hatte so oft dieses Gefühl der Gegenwart Odins oder Balders zum Beispiel, dass ich es nicht wirklich hinterfragen wollte. Je älter ich wurde, desto mehr verbannte ich diesen Glauben und verbrachte meine Zeit mit meiner Ausbildung zur Assassine! Was nicht verkehrt war, versteht mich nicht falsch. All das hat mich zu diesem Punkt gebracht.

„Es tut mir leid.“ flüsterte Frigg neben mir plötzlich und zog mich ein wenig von den anderen Feiernden und Odin weg.

„Wir hätten es dir schon viel früher zeigen sollen, aber … es gab so viele Gefahren in deinen jungen Jahren, dass wir gezwungen waren uns vorerst zurückzuhalten. Deine Unerfahrenheit hätte fatale Folgen haben können.“ sie ließ mich den kalten Krieg sehen, die Angst vor einem Atombombenangriff und so weiter. Ich war ein Kind der 1980er und wuchs mit Ängsten auf, die zum Beispiel Yannick gar nicht mehr verstehen konnte.

„Ihr müsst zugeben, dass es aber jetzt etwas zuviel auf einmal ist!“ stöhnte ich, weil mein Kopf sich mit einem Male wie mit Blei gefüllt anfühlte.

Entspann dich und folge mir! Hörte ich eine leise Stimme in meinem Kopf, die doch tatsächlich noch Platz darin gefunden hatte.

Ohne zu überlegen schwebte ich förmlich dieser Gestalt hinterher.

Vor mir tauchte ein dichter Nebel auf, welcher grünlich schimmerte. Langsam trat ich hindurch und auf der anderen Seite stand ich am Fuße eines Baumes oder … nein… es waren nur Wurzeln gespeist von einer Quelle aus der Nähe!

Der Fächer! Wieder hatte ich diesen Gedanken! Aber was hatte Spanien mit den Schicksalsgöttinnen zu tun?

Ich sah drei Leinwände, oder Webstühle! Einer war verwaist.

„Geh und beginn deine Arbeit.“ sprach Verdandi!

Langsam schritt ich auf meinen Arbeitsplatz zu.

Als ich vor dem leeren Rahmen stand, fragte ich mich, was ich jetzt tun sollte.

„Du hast im wahrsten Sinne des Wortes die Fäden in der Hand, die Zukunft eines jeden zu weben. Nimm die Nadel und schau was passiert.“ sagte Urd leise, während sie weiter mit ihrer Arbeit beschäftigt war.

Das Werkzeug lag warm in meiner Hand und vor meinem geistigen Auge sah ich einen Mann, welcher an einem hohen Gebäude arbeitete. Schwankend lief er über das wackelige Gerüst zu seinem Werkzeugkasten. Dabei sah ich, wie er sein Gleichgewicht verlor und … Standbild.

Ich sah zu Urd und Verdandi! Ich verstand nicht, was gerade vor sich ging!

„Du hast die Fäden in der Hand! Sein Schicksal liegt in deinen Händen!“ hörte ich sie leise sagen.

Ich sollte bestimmen, was jetzt passieren wird?

Ich ließ die Nadel wie ein heißes Eisen fallen und hechtete förmlich mehrere Schritte zurück. NEIN! Das wollte ich nicht!

„Es ist aber deine Bestimmung und du wirst bald lernen und verstehen, dass es nicht um Moral und Ethik hier geht. Wer sich fahrlässig verhält, wird entsprechend …“ begann Verdandi und ich beendete ihren Satz.

„… sein Schicksal bekommen. Ob es nun ein Happy End oder trauriges Drama ist.“ flüsterte ich und mir lief eine Träne über die Wange.

„Bei jedem Tod, welchen du siehst, wird es leichter. Du bist nicht verantwortlich für diesen, auch wenn es sich so anfühlt. Du bist diejenige, die ihn schreibt und aufzeichnet. Diesen feinen Unterschied wirst du noch lernen zu verinnerlichen.“ erklärte mir jetzt plötzlich mein Allvater, der sich klammheimlich zu uns gesellt hatte.

Seine Arme schlangen sich wieder um mich und führten mich von hier weg.

„Ich wusste, es ist noch zu früh, dir diese Aufgabe zu zeigen. Mache dich fürs Erste mit dem Wandel in andere Personen oder Tiere vertraut. Es ist meine Schuld, dass du … ängstlich bist und Hemmungen hast, deine Fähigkeiten zu nutzen. Sie schaden niemandem, das weißt du.“ seine Stimme war sanft und langsam beruhigte sich auch mein Gewissen wieder.

„Warum hast du mir aber so vehement verboten die Zeitreisen weiter auszubauen. Könnte ich nicht genau jetzt mit Skuld an meiner Seite diese noch verfeinern?“ ich malte mir aus, dass ich … nein, natürlich nicht. Reise ich in die Zukunft, dann schreibe ich sie nicht, sondern erlebe sie! Wollte ich überhaupt von hier weg und sogar über meine eigene alte Zeit hinaus sehen, was uns noch erwartet?

„Du hast keine Wahl, du wirst es für die Menschheit festlegen und ihre Zukunft bestimmen.“ Odins Stimme klang seltsam ruhig und mir lief eine Gänsehaut über den Rücken.

Yannick!

„Dein Sohn wird irgendwann eine Rolle für dich als Norne der Zukunft spielen. Wenn es soweit ist, dann werden wir dir zur Seite stehen.“ wieder fühlte ich seine Arme um mich und beruhigte mich langsam. Dennoch war es ein mehr als unangenehmer Gedanke, dass ich wirklich bestimmen musste, wer wann wie leben oder sterben würde. Ich würde Babies auf die Welt kommen lassen, oder eben nicht. Ich würde einen Menschen sterben lassen und einen anderen überleben lassen.

Mir schoss mit einem Male ein Gedanke in den Kopf!

„Wenn ich doch diese Macht habe, warum konnte ich nicht Faith vor ihrem Tod bei der Geburt von Anna retten? Warum musste ich zusehen, wie sie stirbt und … wieder aufersteht.“ plötzlich hatte ich diese Bilder wieder im Kopf, wie meine Schwester im Geiste starb und ich ihre Tochter in den Armen hielt!

Dieser Moment verblasste so schnell wie er gekommen war und ich spürte eine Eiseskälte um mich herum!