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Die Töchter Des Batman — www.fanfiktion.de · All chapters

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Dr. Leslie Thompkins betrieb in der berüchtigten Crime Alley eine Klinik, die von einem großzügigen Spender namens Bruce Wayne finanziell gefördert wurde. Leslie kümmerte sich hier um Menschen, die sich eine normale ärztliche Versorgung nicht leisten konnten – darunter Prostituierte, Obdachlose, aber auch Straßenkinder. Eines dieser Straßenkinder half Leslie seit einiger Zeit in der Klinik. Das Mädchen war eurasischer Herkunft, trug schulterlanges Haar und sportliche Kleidung. Das Auffälligste an ihr waren jedoch die Narben im Gesicht: Eine Narbe verlief quer über ihre Unterlippe, eine über der linken Augenbraue und eine weitere direkt auf der Wange. Doch das Seltsamste war, dass dieses Mädchen kein einziges Wort sprach; sie war vollkommen stumm. Trotz ihres Schweigens war sie unglaublich freundlich, half unermüdlich beim Wechseln von Verbänden und schien immer ganz genau zu wissen, wo den Patienten der Schmerz saß.

Irgendwann wollte es der Zufall, dass Bruce Wayne die Klinik besuchte. Er traf die Ärztin in ihrem Büro an.

„Bruce, es ist lange her“, sagte sie zur Begrüßung. „Komm rein. Was kann ich für dich tun?“

„Die jährlichen Firmenuntersuchungen stehen an“, erwiderte Bruce mit einem matten Lächeln. „Lucius war der Meinung, ich solle als gutes Vorbild für alle Mitarbeiter vorangehen.“

„Und warum lässt du das nicht vom Firmenarzt machen?“, fragte die Ärztin schmunzelnd.

„Weil er zu viele Fragen stellen würde“, antwortete Bruce trocken.

Leslie seufzte wissend. „Na gut, bitte lege dich auf die Untersuchungsliege.“

Während sie mit der Untersuchung begann, öffnete sich kurz vor dem Ende leise die Tür. Das stumme Mädchen trat herein, in den Händen ein Tablett mit einer dampfenden Tasse Tee.

„Oh, danke, Liebes“, sagte Leslie dankbar.

Bruce blickte auf. „Wer ist das?“

„Ein junges Mädchen von der Straße, das mir in der Klinik hilft“, erklärte Leslie sanft. Sie wandte sich an die Jugendliche. „Liebes, darf ich dir einen Freund vorstellen? Das ist Bruce Wayne.“

Das Mädchen schaute Bruce intensiv in die Augen. Wie ein fernes Echo hallten die Worte ihrer Mutter durch ihren Kopf: Menschen lügen. Die Körpersprache nicht.

Sie scannte ihn im Bruchteil einer Sekunde. Ihr fiel sofort auf, dass sein charmantes Playboy-Lächeln völlig falsch war. Sie sah das versteckte Gewicht: Seine Schultern wirkten nach außen hin locker, aber das Mädchen erkannte die permanente, mikroskopische Anspannung im Trapezmuskel. Er trug eine unendliche, unsichtbare Last. Sie bemerkte seine kontrollierte Wachsamkeit: Seine Augen wanderten scheinbar lässig durch den Raum, aber seine Gewichtsverteilung auf den Fußsohlen war perfekt ausbalanciert. Er stand jederzeit bereit, um mit der Geschwindigkeit eines Raubtiers auszuweichen oder anzugreifen. Seine Haltung war die eines unbezähmbaren Kriegers. Und schließlich sah sie die tiefe Trauer: In seinen Augen und der feinen Mimik um seinen Mund las sie eine unermessliche, dunkle Trauer, die exakt so tief war wie ihre eigene.

Zögernd nahm sie seine ausgestreckte Hand, doch kurz darauf wandte sie sich hastig um und verschwand wieder aus dem Zimmer.

„Habe ich etwas Falsches gesagt?“, fragte Bruce irritiert und blickte der geschlossenen Tür nach.

„Nun, sie ist etwas schüchtern, fürchte ich“, erklärte die Ärztin nachdenklich.

Später, zurück in Wayne Manor, setzte sich Bruce in der düsteren Bathöhle vor den riesigen Batcomputer. Auch wenn Leslie nichts davon wusste, hatte Bruce aus Sicherheitsgründen diskrete Überwachungskameras an den Eingängen der Klinik anbringen lassen – in dieser Gegend von Gotham konnte man schließlich nie wissen. Rein zufällig erfasste eine der Linsen das Mädchen, als es die Klinik am Abend verließ.

Bruce stoppte das Videoband und vergrößerte das Gesicht auf dem gigantischen Monitor, sodass die Narben deutlich zu sehen waren.

„Eine neue Freundin von Ihnen, Master Bruce?“, fragte Alfred, der mit einem Tablett an die Konsole trat.

„Nein. Eher jemand, den Leslie gut kennt“, sagte Bruce, ohne den Blick vom Bildschirm abzuwenden.

„Du liebe Güte... das sind ja furchtbare Narben“, erwiderte der Butler erschrocken. „Wie alt mag das Mädchen sein? Sechzehn etwa?“

„In der Tat“, murmelte der Dunkle Ritter düster. „Und ihre Gesichtszüge kommen mir unheimlich bekannt vor. Ich kann sie nur noch nicht ganz einordnen. Ich muss herausfinden, wer sie ist – und ob sie eine Bedrohung für Leslie oder ganz Gotham darstellt.“