LNCrawler

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Die Töchter Des Batman — www.fanfiktion.de · All chapters

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Doch dann kam der Tag, der alles ändern sollte. Das Mädchen und Leslie kamen gerade vom Einkaufen zurück.

„Ich bin dir wirklich sehr dankbar, dass du mir so fleißig hilfst, Liebes“, sagte die Ärztin warmherzig.

Das Mädchen lächelte nur stumm.

Doch plötzlich passierte es: Drei grobschlächtige Männer bauten sich vor den beiden auf. Alle drei trugen schwere Baseballschläger in den Händen.

„Hey, Lady! Her mit deinem Geld!“, forderte der Anführer grob.

„Großer Gott!“, rief Leslie erschrocken und wich einen Schritt zurück.

Das Mädchen blickte zu der alten Frau, die tagtäglich so vielen Menschen half, so viel Gutes für diese Gegend tat und sie ohne Fragen zu stellen bei sich aufgenommen hatte. Dann blickte sie zu den Männern, die Leslie bedrängten. Etwas in ihr erwachte – ein tiefer, unbezähmbarer Instinkt. Sie musste diese Frau um jeden Preis beschützen. Das Mädchen ließ die Einkaufstüten fallen und stellte sich mit ausgebreiteten Armen schützend zwischen Leslie und die Angreifer.

„Kleine, was machst du da?!“, rief Leslie entsetzt.

„Seht mal, Jungs, die Kleine spielt sich hier als Heldin auf!“, lachte einer der Männer dreckig.

Das Mädchen erfasste ihre Körpersprache im Bruchteil einer Sekunde: Sie sah die geschürzten Lippen, die von überheblicher Selbstsicherheit zeugten. Der umherschweifende Blick verriet, dass sie leicht abgelenkt waren. An den verfärbten Zähnen erkannte sie die Raucher. Die definierte Muskulatur des Anführers zeigte ihr, dass er die rechte Seite bevorzugte. Doch seine Hände zitterten leicht – sein Ziel war schlecht. Und dann sah sie seinen Schwachpunkt: Das Knie. Der perfekte Angriffspunkt.

Einer der Männer holte mit dem Baseballschläger zu einem brutalen Schlag aus, doch das Mädchen wich der Bewegung mit spielerischer Eleganz aus. Sie nahm das Knie ihres Angreifers ins Visier und trat mit voller Wucht zu. Der Mann brach in sich zusammen und fiel um wie ein gefällter Baumstamm.

Das Mädchen wurde zu einem unaufhaltsamen Wirbelwind aus Tritten und Fäusten, ohne dabei auch nur ins Schwitzen zu geraten. Innerhalb weniger Sekunden lagen alle drei Männer stöhnend am Boden.

Doch plötzlich riss sie ein brutaler Flashback aus der Realität. Die Gasse um sie herum verschwand. Sie war wieder in diesem sterilen Büro in Hongkong. Sie war Acht Jahre alt und trug ein rosa Kleid, das über und über mit Blut beschmiert war. Vor ihr, über die Tischplatte eines wuchtigen Schreibtisches gebeugt, lag ein Mann. Dunkles Blut bedeckte das Holz. Und an ihren eigenen kleinen Händen klebte frisches Blut. Sie hörte wieder diese eiskalte, vertraute Stimme in ihrem Kopf: „Mach mich stolz, Tochter.“

Das Mädchen zwang sich zu atmen, während die Gasse von Gotham wieder vor ihren Augen auftauchte. Sie blickte zu Leslie und las die Gesichtszüge der Ärztin: Entsetzen, Fassungslosigkeit und nackte Angst. Leslie – die Frau, die sie gerettet hatte – hatte Angst vor ihr. Dann blickte das Mädchen auf ihre eigenen Hände. Sie hatte dem einen Schläger die Nase gebrochen; echtes, warmes Blut klebte an ihren Fingern.

Panik überrollte sie. Von ihrem eigenen Trauma und dem Blick ihrer Retterin zutiefst erschüttert, drehte sich das Mädchen um und rannte blindlings in den strömenden Regen davon.

Mit dem Batmobil raste Bruce auf seiner nächtlichen Patrouille durch die Straßen Gothams.

„Master Bruce, Leslie ist am Telefon“, meldete sich Alfred über den Funk.

„Stellen Sie sie durch, Alfred“, sagte der Dunkle Ritter.

„Bruce, du musst mir helfen!“, ertönte die Stimme der Ärztin, gehetzt und voller Sorge. „Das Mädchen, das ich betreut habe, ist weggelaufen. Wir wurden überfallen... doch sie hat mich beschützt. Aber Bruce... ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der sich so bewegen kann. Bitte, du musst sie finden. Sie ist kein schlechter Mensch!“

„Ich werde mein Bestes tun, Leslie“, antwortete Bruce mit tiefer Stimme.

Er beendete das Telefonat und schaltete sofort um zu Alfred in die Höhle.

„Alfred, nutzen Sie die Kameras bei Leslies Klinik als Ausgangspunkt und erstellen Sie ein Suchraster für die Umgebung“, befahl Bruce.

Wenige Minuten später meldete sich der Butler zurück: „Sir, ich habe sie erfasst. Sie hat sich in die Gassen des Hafenviertels zurückgezogen.“

Mittlerweile hatte es in Strömen zu regnen begonnen. Das Mädchen hockte hinter einer Mülltonne in einer engen, düsteren Sackgasse. Sie hatte die Arme fest um ihre Knie geschlungen. Ihr schlechtes Gewissen verfolgte sie unbarmherzig: Wie Leslie sie angesehen hatte... sie hatte Angst vor ihr gehabt. Und dann war da wieder das Gesicht des Mannes, den sie damals als Kind getötet hatte. Sie sah ihn immer noch vor sich. Sie hatte das brutale Training damals für ein Spiel gehalten. Doch das Gesicht des Mannes, als er im Sterben lag, das war kein Spiel gewesen. Die inneren Schuldgefühle zerfraßen sie, auch wenn sie wusste, dass dieser Mann ein schlechter Mensch gewesen war. Nein, sie war das Monster. Sie war ein schlechter Mensch. Sie war böse. Sie war nicht gut.

In diesem Moment fiel plötzlich ein mächtiger Schatten in die Gasse.

Das Mädchen sprang sofort auf und nahm eine perfekte Kampfhaltung ein. Am Ende der Gasse zeichnete sich die dunkle Silhouette einer Gestalt ab, die sich ihr langsam näherte.

„Also hast du dich hier versteckt“, sagte er mit einer tiefen, grollenden Stimme.

Batman blieb stehen und musterte sie aufmerksam von Kopf bis Fuß.

„Du musst keine Angst haben. Ich werde dir nichts tun“, sagte Batman ruhig.

Trotz des schweren Umhangs und der Dunkelheit las das Mädchen seine Körpersprache im Bruchteil einer Sekunde: Sie sah das versteckte Gewicht. Seine Schultern wirkten nach außen hin locker, aber sie erkannte die permanente, mikroskopische Anspannung im Trapezmuskel. Er trug eine unendliche, unsichtbare Last. Und sie bemerkte seine kontrollierte Wachsamkeit: Trotz der Maske wanderten seine Augen scheinbar lässig durch den Raum, aber seine Gewichtsverteilung auf den Fußsohlen war perfekt ausbalanciert. Er stand jederzeit bereit, um mit der Geschwindigkeit eines Raubtiers auszuweichen oder anzugreifen. Seine Haltung war die eines unbezähmbaren Kriegers.

Es war exakt wie bei Bruce Wayne.

Ein stummer Schock durchfuhr sie. Das Puzzle setzte sich in ihrem Kopf zusammen: Batman ist Bruce Wayne.

Der Dunkle Ritter ging leicht in die Hocke, um auf Augenhöhe mit ihr zu sein, und streckte ihr die Hand entgegen – offen und ohne jede Aggression. „Ich weiß nicht, was du durchgemacht hast. Aber ich kann dir helfen... wenn du mich lässt.“

Das Mädchen erinnerte sich augenblicklich an Leslies Worte in der Klinik: „Darf ich dir einen Freund vorstellen? Das ist Bruce Wayne.“

Leslie hatte gesagt, Bruce Wayne sei ein Freund. Und da Bruce Wayne in Wahrheit Batman war, bedeutete das, dass Leslie auch Batman vertraute. Leslie war gut. Leslie vertraute ihm. Also würde sie ihm jetzt auch vertrauen.

Das Mädchen entspannte ihre Fäuste, trat aus dem Schatten hervor und reichte Batman vorsichtig die Hand. Gemeinsam verließen sie die verregnete Gasse, bereit für den Weg in die Bathöhle.