Sajian und Laetitia
Sajian und Laetitia
Er wünschte sich, einfach die Decke über den Kopf ziehen und ewig schlafen zu können. Er würde einfach im Bett liegen bleiben, bis seine Eltern ihn abholten, damit sein furchtbares Leben so weiterging wie bisher, nur noch furchtbarer. Deshalb hatte es auch gar keinen Sinn, sich mit seiner Situation auseinanderzusetzen und Gefallen an etwas oder jemandem hier zu finden – es würde ihm sowieso wieder weggenommen werden.
Ein fast frevlerischer Gedanke streifte ihn wie aus dem Nichts. Was wäre, wenn seine Eltern ihn nicht aus einem Reservat zurückholen konnten? Wenn sie einmal nicht problemlos ihren Willen erkauften? Er stellte sich ihre dummen Gesichter vor, wenn sie mit der dicken Geldbörse dastanden und abblitzten. Was würden sie dann tun? Mal an etwas anderes als ihre Arbeit und ihr Ansehen denken? Würde er einen Wert für sie einnehmen – ausgerechnet dann, wenn er nicht mehr zurückkam? Aber dann hatte er ja vielleicht hier eine Chance, zu sich selbst zu finden. Zu jemandem zu werden. Jemandem außerhalb des alles verdunkelnden Schattens seiner Eltern.
Ja, natürlich, als ob hier die Dinge anders laufen würden als draußen. Ich werde auch hier zum Lieblingsopfer, vermutlich, weil ich anders als alle anderen Drachen aussehe. Warum muss ich unbedingt ein Wasserdrache sein?
Sajian setzte sich auf, fühlte die Schwäche in seinem Körper dabei deutlicher. Ihm wurde schwindelig und etwas übel, aber nicht so, dass er brechen musste. Sein Vater würde sich kaum einfach so dem Gesetz beugen. Zumindest würde Laetitia mit ihm zurückgehen. Vielleicht konnten sie sich ja fortan heimlich treffen, sofern sie dann noch Interesse an ihm hatte. Warum nur hatten sie in der Schule nicht häufiger miteinander gesprochen? Und warum war sie plötzlich so forsch? Er wagte sich nach langsamem Aufstehen in den Eingang zum Paddock, wo er sie vermutete.
Laetitia hatte tatsächlich Badekleidung an, dieselbe, die sie im Schwimmbad getragen hatte, und schwamm in dem kleinen Teich draußen herum, der von flachen, schieferfarbenen Steinplatten umrahmt wurde. Sajian schluckte. Etwas tief in seinem Innern verlangte von ihm, sich hineinzustürzen, zu schwimmen und sich dem Gefühl des Wassers auf seiner Haut hinzugeben. Aber würde genau das nicht den unberechenbaren Drachen in ihm aufwecken? Was, wenn er sie in seiner anderen Gestalt angriff? Er konnte das nicht riskieren, und sie sollte rein aus Sicherheitsgründen gar nicht mit ihm hier drin sein.
»Wie schön, du kannst wieder stehen«, bemerkte eine männliche Stimme. Sie stammte von einem asiatischstämmigen Burschen im Nachbarpaddock, jünger als Sajian. In seinen Klassen hatte es keine anderen Asiaten gegeben, seltsamerweise auch nicht in den Parallelklassen oder in seinem Privatunterricht. Er starrte ihn unverhohlen an.
»Ich fürchte, wir wurden einander nicht vorgestellt. Ich bin Sajian«, begann er mit höflicher Reserviertheit.
»Ryounosuke, aber Ryou reicht völlig. Du bist Laetitias Freund«, stellte er lächelnd fest.
»Ich würde mich mehr als ihr Forschungsobjekt für die Schule betrachten.«
Nun hatte auch sie ihn bemerkt. »Komm rein, das haben wir uns verdient, nachdem das Bad uns rausgeworfen hat. Und mir gefällt es deutlich besser, ohne die Blicke der anderen zu baden. Ich hasse es, wie sie…«
»…ständig gehässig andere miteinander vergleichen«, sprachen sie beide den Satz zu Ende und starrten einander überrascht an.
»Ich lass euch Turteltauben dann mal allein.« Ryou grinste vielsagend und verschwand in seinem Wohnbereich.
»Ich wusste nicht, dass du… so tough bist. Alle anderen hielten dich immer für schüchtern und… uncool«, erwiderte er und trat näher.
»Und von dir dachten sie, dass man dich um dein Leben beneiden müsste. Komm schon rein und genieß es. Ich habe mich im Schwimmunterricht immer blamiert, weil ich nicht annähernd so schnell war oder so weit kam wie die anderen. Aber hier sind wir unter uns und können tun und lassen, was wir wollen. Das macht Spaß, glaub mir.«
»Du hattest also auch furchtbaren Schwimmunterricht?«, fragte er.
Sie verzog das Gesicht zu einem geringschätzigen Ausdruck. »Ja. Einmal sollte ich mich mit geschlossenen Augen und dem Kopf unter Wasser vom Beckenrand abstoßen, um den gegenüberliegenden Beckenrand zu erreichen. Ich hab es nicht halb so lange und weit geschafft wie die anderen, und zur Krönung gab man mir auch noch eine Schwimmhilfe, als ob ich zu blöd wäre, ohne zu schwimmen. Ich schwimme nur ungern ohne zu sehen wohin, und ich glaube nicht, dass das so falsch ist. Davon einmal ganz abgesehen war das Wasser dort schweinekalt und ich hab mir jedes Mal den Arsch abgefroren. Einmal musste ich niesen und wurde dafür angeschrien, weil ich der Lehrerin ins Wort gefallen war. Als ob man Niesen kontrollieren könnte. Ich hab es danach immer unterdrückt, was es noch schlimmer und lauter machte, wenn es dann rauskam. Als es noch einmal passierte haben sie mich von meiner Freundin getrennt und zwischen zwei Mädchen gesetzt, mit denen ich absolut nicht klarkam und wodurch ich mich die ganze restliche Zeit über noch unwohler gefühlt habe, was auch immer das für eine komische Strafe war.«
Er lächelte, obwohl es absolut nicht zum Lachen war – da war plötzlich eine Verbindung zwischen ihnen. Er mochte dieses wahre, unverstellte Ich, das sie ihm hier präsentierte. »Wenn ich reinkomme, zum Drachen werde und dich fresse bereue ich das definitiv für den Rest meines Lebens.«
»Du hättest ausreichend Gelegenheit dazu gehabt, als wir im Bad waren. Aber da sahst du eher aus, als fürchtest du, Ian würde dich auffressen – und mich. Und du hast statt Menschenfleisch Räuchertofu in dich hineingeschlungen. Vielleicht bist du ja ein vegetarischer Drache.« Sie wirkte nicht im Mindesten beunruhigt von seiner Anwesenheit.
»Hab ich das echt gemacht? Klingt ganz nach mir. Ich liebe Räuchertofu. Fast so sehr wie Kimchi. Der Drache weiß das bestimmt auch.«
»Ihr seid dasselbe Wesen, natürlich weiß er das. Du musst diesen Teil nur kennenlernen, wie damals in der Pubertät gewisse andere Teile deines Körpers und deiner Psyche.«
»Nur dass diese gewissen anderen Teile nicht drohten, Menschen zu fressen. Mit ihnen auf Tuchfühlung zu gehen war nicht riskant.«
»Ich kann jederzeit in ein anderes Paddock flüchten. Und jetzt komm endlich rein.«
Sajian zögerte, doch dann ging er zurück in den Wohnbereich, suchte seine Badehose, aber natürlich war sie nicht da. Wie denn auch, sie musste kaputtgegangen sein, als er Drachengestalt angenommen hatte. Er fand seine Ersatzhose: Schwarz mit bunten Blumen, die er zwar mochte aufgrund des schönes Kontrasts, aber seine Lieblingshose war die dunkelblaue mit den Palmwedeln gewesen. Er zog sie an und trat hinaus, spürte die warmen Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Heute würde ein heißer Tag werden und eine Abkühlung war genau das Richtige.
Er zögerte, dann setzte er angespannt seinen linken Fuß ins Wasser – nichts geschah. Überrascht und zunehmend selbstsicherer ging er weiter hinein. »Oh, das ist aber kalt!«
»Dafür ist es draußen warm.« Laetitia legte sich auf den Rücken, ließ zu, dass ihr Körper sich entspannte. »Es kann wirklich so schön sein ohne die anderen. Eine große Wasserlandschaft wie in einem Spaßbad wäre für Drachen bestimmt auch genau richtig, um zur Ruhe zu kommen.«
»Du kannst Ian ja mal einen Vorschlag in seinen Gute-Ideen-Briefkasten werfen. Huh, ist das kalt!« Er tauchte bis zu den Schultern unter und schüttelte sich. »Ich glaube, dem Drachen ist es auch zu frostig, sonst wäre er schon längst da.«
»Ich glaube, du verstehst nicht so ganz, wie die Verwandlung funktioniert. Meist ist der Grund dafür ein starker negativer Erregungszustand. Jetzt bist du völlig ruhig, also passiert auch nichts. Und natürlich kann man lernen, es zu kontrollieren.«
»Du interessierst dich ja anscheinend wirklich derbe für diesen Drachenkram.«
»Warum nicht? Jeder findet irgendetwas interessant. Drachen werden noch immer zutiefst missverstanden.« Laetitia tauchte kurz unter und wieder auf, dann rieb sie sich das Wasser aus dem Gesicht. Ihre Augen blieben am Grenzzaun des Plateaus hängen.
»Stimmt etwas nicht?«, fragte Sajian und folgte dem Bogen, den ihre Augen beschrieben, ohne etwas zu erkennen.
»Es… ist nichts. Ich dachte nur, ich hätte gerade jemanden gesehen.« Sie legte sich wieder aufs Wasser.
»Du meinst also echt, man kann den Drachen in sich kontrollieren? Wie funktioniert das?«, fragte Sajian und holte sie damit ins Hier und Jetzt zurück.
»Mr. Gilfordt schreibt in seinem Buch, dass Drachen vorallem auf Gefühlsregungen reagieren. Sobald du merkst, dass deine Emotionen die Überhand gewinnen, musst du dich beruhigen. Irgendwann weißt du, was den Drachen triggert und wie du die Oberhand behältst. Er kommt hervor, um dich vor Gefahren zu schützen, denen gegenüber du dich machtlos fühlst. Drachen sind Fluchttiere, und die Flucht ist schneller in der Luft möglich. Auch einen Kampf gewinnt man besser mit Krallen und Zähnen, obwohl Drachen ihn selten beginnen, sondern sich eher verteidigen oder jagen, weil sie Hunger haben. Im Schwimmbad konntest du nicht flüchten, außer in tieferes Wasser, was du schließlich getan hast. Du hast Ian und mich nicht angegriffen, auch keinen der anderen, obwohl du die Chance dazu hattest. Ich nehme an, du hast dich verwandelt, weil dich die ganze Situation unter Stress gesetzt hat. Erinnerst du dich an deine Gefühle zu dem Zeitpunkt?«
»Nicht so wirklich, ehrlich gesagt. Ich will es auch gar nicht ausprobieren«, gestand er unbehaglich.
»Aber genau das ist doch der Schlüssel. Mr. Gilfordt macht regelmäßig Wandlertraining mit seinen Drachen, und alle können sich mittlerweile kontrollieren. Versuch es einmal.«
»Was? Mich aufzuregen? Worüber denn?«
»Nicht aufregen, sondern den Drachen gezielt zu wecken. Er ist irgendwo in dir, versuch, ihn zu finden. Dich an das Gefühl kurz vor der Verwandlung zu erinnern«, sagte sie.
Es wird hoffentlich sowieso nicht funktionieren, wenn es bis jetzt nicht funktioniert hatte , dachte er, denn bislang hatte er geglaubt, das Wasser selbst hätte die Verwandlung in Gang gebracht. Aber hier trieb er nun bis zum Kinn im mittlerweile angenehm kühlen Nass, noch immer in Menschengestalt. Er versuchte sich zu erinnern, obwohl es ihm schwerfiel: Alles war verschwommen, wie in einem Traum. Er hatte sich das Tablet zurückholen wollen, das seine Klassenkameraden ins Wasser geworfen hatten. Wo war es überhaupt hin? Er hatte es nicht mehr, glaubte er. Lag es immer noch im Strömungskanal? Er war ins Wasser gesprungen und geschwommen, schnell geschwommen, um es zu finden, bevor Wasser eindrang, und das hatte sich so unglaublich gut angefühlt.
Sajian gab sich seinem inneren Drang nach einem Moment des Zögerns hin und stieß sich vom Rand ab, glitt zum gegenüberliegenden Ufer und stieß sich von dort erneut ab. Dann zog er Kreise in dem kleinen Teich, der trotzdem eine ansehnliche Länge hatte. Wie von selbst schwamm er herum, tauchte auf und wieder unter, wobei sich sein Körper lang und geschmeidig anfühlte. Er ließ sich beim nächsten Auftauchen seitlich ins Wasser fallen und sah, wie ein schuppiger weiße Schwanz hinter ihm die Oberfläche teilte. Erschrocken sprang er an Land, blickte sich um – nur um festzustellen, dass der Schwanz zu seinem eigenen, schlangenhaften Körper gehörte.
Er betrachtete sein verwandeltes Ich mit einem Gefühl des Entsetzens, ehe er feststellte, dass er tatsächlich immer noch genauso denken konnte wie Minuten zuvor. Die porzellanweiße Haut mit dem rosaroten Schimmer, die bekrallten Füße und die schuppige Mähne, die sich vom Nacken über seinen Rücken zog… wie um alles in der Welt hatte er sich verwandelt, ohne es zu merken? Und warum war er immer noch so klar im Kopf? Er sah Laetitia an, die den Blick erwiderte – aber sie zögerte damit, näherzukommen.
»Sa… Sajian?«, fragte sie unsicher. Er stellte fest, wie klein sie plötzlich war – ein dürrer Mensch, der ihm kaum bis an die Brust reichte. War sein Denken und Fühlen beim letzten Mal genauso gewesen? Wieso erinnerte er sich dann nicht daran? Laetitia , sagte er er oder wollte es sagen, aber aus seinem Maul kam nur ein Blubbern, dann spie er einen Schwall Wasser auf den Boden, gefolgt von noch einem. Seine Lungen füllten sich wohltuend mit mehr Luft, und beim nächsten Versuch sagte er deutlicher: »Laet… Lae… Lae…«
Sie schlug aufgeregt die Hände vor den Mund. »Ist schon gut, du bist es, ich sehe es! Du bist der Drache, und du erinnerst dich an mich.« Sie trat aus dem Wasser zu ihm herüber, und er blinzelte sie an. »Laetit… Laet…«
Er schnaubte vor Frustration und schüttelte den Kopf, was seine Mähne hin und her fliegen ließ und sie zum Lächeln brachte. Das nahm ihr wohl den letzten Rest Furcht, und sie legte eine Hand auf seine Schnauze.
Die Schuppen waren warm und glatt, wie flache polierte Edelsteine. Laetitia mochte das Gefühl unter ihren Fingerspitzen. Sie betrachtete ihn genauer. Das schmale, langgezogene Gesicht mit den durch Nickhäute geschützten Augen, die diesmal grün in der Mitte und bernsteinfarben am Rand waren, weil er sich vollständig verwandelt hatte. Die tentakelähnlichen Fortsätze um seinen Schädel herum mit den dünnen Häuten dazwischen, wie ein mehrteiliger Kragen oder eine Schuppenmähne, in denen ein feines Netz aus schwarzen Blutgefäßen pulsierte. Sie streckte die Finger auch danach aus, und er ließ zu, dass sie die samtigen Auswüchse berührte. Für eine Weile, die ihr wie eine Ewigkeit vorkam, standen sie einfach nur so beieinander, dann sagte Sajian: »Lae-ti-ti-a.«
Ein Lachen brach aus ihr heraus. »Du hast es geschafft.« Sprechen war eine Eigenart von asiatischen Drachen, die manche mehr, andere weniger gut beherrschten.
»Wow!«, rief da plötzlich Ryou völlig fassungslos aus dem Paddock nebenan. »Du kannst echt sprechen?«
Es kam ein neuerliches Blubbern aus Sajians Kehle, dann brachte er ein »Ichhh kann«, hervor.
»Das ist unglaublich! Aber wie? Wieso? Können das alle Drachen? Kann ich das auch?« Die Fragen sprudelten nur so aus ihm hervor. »Ist das irgendein komischer Trick?«
»Kein Trick, viele östliche Drachen beherrschen diese Fähigkeit, auch wenn wir noch nicht ganz verstehen warum. Auch in Mr. Gilfordt Reservat gibt es einen sprechenden Drachen.«
Sajian spuckte erneut Wasser aus, schüttelte sich und blinzelte.
»Ich sagte doch, dass es ungefährlich ist, wenn du zum Drache wirst. Du bist immer noch Sajian, nur mit Schuppen.« Sie strich ihm diesmal über die Seite des Halses, und unter ihrem Brustbein kribbelte es dabei, wie bei einer Achterbahnfahrt.
»Dann kann ich das also auch? Sprechen, meine ich. Und mich so fühlen wie ein Mensch mit Schuppen?«, hakte Ryou noch einmal nach.
»Vermutlich. Versuch es einfach, immer wieder, irgendwann klappt es bestimmt«, sagte Laetitia.
Sajian begann im Paddock herumzuspringen, und sie beobachtete ihn fasziniert. Er sah so glücklich aus, so gelöst und bar aller Beschwernisse. Ihre Gedanken kehrten kurzzeitig zu dem Moment zurück, als sie aus dem Wasser aufgetaucht war und zum Grenzzaun hinaufgesehen hatte. Sie war sich sicher, kurz das dunkelhäutige Mädchen von gestern gesehen zu haben, wie es in die Paddocks hinunterstarrte – allein. Warum beobachtete sie sie? Sie war mit den Siedlern gewesen, die den Drachen feindlich gesinnt waren, aber war das auch ihre Meinung? Gestern zumindest hatte sie eher unsicher gewirkt.
Ryou fasste schließlich den Entschluss, es Sajian gleichzutun, doch seine Drachengestalt brauchte einige Versuche, ehe sie durchdrang, ähnlich einem Sprung über eine zu hohe Messlatte. Schließlich aber schaffte er es, fauchte und knurrte, aber er brachte keinen Laut zustande, der der menschlichen Sprache auch nur ähnelte. Stattdessen kam Sajian näher und betrachtete Ryou durch die Gitterstäbe, wobei dieser quietschend zurückwich – seine unangenehme Begegnung mit Helen hing ihm wohl noch zu frisch im Gedächtnis. Aber Sajian grummelte beruhigend, und sie berührten schließlich gegenseitig ihre Köpfe durch das Gitter hindurch. Laetitia streichelte erst Sajian, dann Ryou vorsichtig über die Schnauze, den Hals, das merkwürdige Geweih, das beide auszeichnete und das vermutlich nur bei männlichen Vertretern der asiatischen Drachen auftrat, denn Gilfordts weibliche Drachen aus dem östlichen Spektrum hatten allesamt kein Geweih. Ryou zeigte wie auch Sajian keinerlei Aggressionen, und sein Spielverhalten erinnerte sie an ein junges Tier, das seinem Bewegungsdrang nachgab. Sie bemerkte nicht einmal, dass sie während der ganzen Zeit über beobachtet wurden.