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Kapitel

Forbidden Blood — www.fanfiktion.de · All chapters

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Sie kam zurück in die Halle und sah den Hausvorstand an.

"Einer der Verräter ist entkommen."

Die Schwarzhaarige hob eine Braue. "Was meinst du mit einer der Verräter?"

"Erinnern sie sich noch an den Vampir, der mich damals entführt hat? Er lebt und er wollte den Kindern was antun, wenn ich nicht kooperiere. Jako hat ihn gefährlich verletzt aber er konnte fliehen."

Der Hausvorstand verengte die Augen.

"Dann werden wir Jagd auf ihn machen."

Sie sah zum Hauptmann neben sich.

"Findet diesen Abschaum und bringt ihn in den Palast zurück!"

Er nickte und ging raus zu den anderen.

Valeria sah den Hausvorstand an. "Auf ein Wort?"

Der Hausvorstand nickte und ging mit ihr in den Besprechungsraum.

"Bevor Alexander uns angegriffen hat, habe ich mitbekommen, wie sie der Hofdame verboten haben, meinen Sohn zu mir zu lassen."

Sie sah sie ernst an.

"Russeau ist der Kronprinz und wird eines Tages Kaiser, wenn ihr beide nicht mehr seid. Er muss vorbereitet werden und es spielt uns keinesfalls in die Karten, wenn er durch dich verweichlicht."

Die Blondine verengte die Augen. "Das ist kein Unterricht, das ist Folter! Er ist noch ein Kind!"

"Alain hat sich auch nie beschwert oder dein Vater!", zischte der Hausvorstand.

"Das mag vielleicht sein aber es geht hier um meinen Sohn und er ist anders!"

Die beiden funkelten einander böse an.

"Ich werde das nicht länger mit ansehen. Vor ein paar Jahren sah es wirklich so aus, als könnten wir was am Hof verändern. Aber jetzt ist alles dabei, wieder in seine alten Muster zurückzufallen! Und ich weiß, dass sie dafür verantwortlich sind."

Die Schwarzhaarige sah sie empört an.

"Was maßt du dir eigentlich an?! Weißt du, mit wem du sprichst?"

Doch Valeria hielt ihr Stand. "Das ist mir egal! Ich bin es Leid, gegen Windmühlen anzukämpfen! Alexander kann sein, wie er will aber er hat eines erkannt: Dass es sich genauso entwickelt hat, wie ich es eben gesagt habe!"

Ehe sie etwas sagen konnte, fuhr sie fort: "Ich habe mein Bestes gegeben, Alain zu unterstützen. Ich habe einen Kronprinzen versprochen und geliefert. Fakt ist, dass das Volk immer noch im Elend lebt und ich nicht dabei zusehen werde, wie wir hier alle untergehen!"

"Giselle und Russeau gehören zu mir! Zu ihrer Mutter! Ich werde sie erziehen und wenn ich euch helfen soll, die Probleme mit dem Volk in den Griff zu bekommen, dann nur auf meine Art."

Der Hausvorstand hörte ihr zu und sah sie spöttisch an.

"Und wer bist du, dass du glaubst, Forderungen stellen zu können?"

"Die Kaiserin." Valeria hob ihr Kinn und sah sie ernst an.

"Ich fordere sie heraus! Ich habe Alain ein förmliches Ultimatum über diese beiden Punkte aufgesetzt. Wenn er sich auf meine Seite schlägt, werden sie auf diese Punkte eingehen. Sollte er sich auf ihre Seite schlagen, werde ich mich endgültig raushalten und vor allem an ihre Regeln halten."

Der Hausvorstand schien siegessicher zu sein. "Abgemacht! Ich kenne meinen Sohn. Aber dann will ich nie wieder etwas davon hören!"

Valeria sah sie ernst an. "Sie haben mein Wort."

Sie sah aus dem Fenster, wo langsam die Sonne aufging.

Es war Zeit, schlafen zu gehen.

In der nächsten Nacht wurde Alexander von den Wachen abgeführt. Alain, Valeria und der Hausvorstand sahen ihm nach.

Eine eiserne, pechschwarze Kutsche holte ihn ab und fuhr mit ihm davon.

"Bist du dir sicher, dass du ihn nicht lieber hättest hinrichten sollen?", wollte der Hausvorstand wissen.

Alain nickte. "Der Tod wäre eine Gnade für ihn. Er soll Zeit bekommen, darüber nachzudenken, was er getan hat. Corsica ist eine isolierte Insel. Niemand entkommt von dort und niemand wird dort anlegen. Dafür habe ich bereits gesorgt."

Er sah zu Jako, der bei ihnen stand, ebenso Arnaud und die Kinder.

"Es ist eine Stelle im Palast frei geworden. Und ich könnte mir dich sehr gut als unseren Berater vorstellen, Jako", meinte er mit einem Lächeln zum Schwarzhaarigen, der ihn unsicher ansah.

"Lass gut sein, Onkel ...", murmelte er nur.

Er klopfte ihm auf die Schulter. "Keine Widerrede!", erwiderte er grinsend.

"Das habe ich mir aber nicht verdient ..."

Valeria sah ihn an, als schien sie zu verstehen, was er meinte. Er wusste es also von Anfang an.

Doch wie sie ihren Bruder kannte, hätte er es nicht durchgezogen, sonst hätte er ihr nicht geholfen, die Kinder in Sicherheit zu bringen.

"Aber du hast das Richtige getan, Jako. Und das zählt", meinte Valeria und legte ihre Hand auf seine andere Schulter.

Der Hausvorstand sah die beiden ungläubig an. "ER!? Im Palast!?"

Valerias Vater sah den Hausvorstand an.

"Bedenken sie, dass er den Kronprinzen und die Kronprinzessin in Sicherheit gebracht hat. Er hat mich eingeweiht und mit mir den Plan geschmiedet, dass sie bei uns sicher sind", erinnerte er sie.

Ihre Mundwinkel zuckten. "Das stimmt allerdings ..."

Es gefiel ihr nicht, dass er hierbleiben würde, doch Alain bestand darauf. Ebenso Valeria.

Diese lächelte Jako an. "Jetzt sehen wir uns wieder wie in den guten, alten Zeiten."

Sie hörte die Gedanken des Hausvorstands, die meinte, dass es noch nicht entschieden sei, was auf Alain und das Ultimatum bezogen war.

"Heißt das, dass wir jetzt mit Opa und Onkel Jako spielen dürfen?", fragte Russeau.

Der Hausvorstand wollte gerade etwas sagen, da sah Valeria sie ernst an.

"Ausnahmsweise", erwiderte sie.

Die beiden jubelten und zogen die beiden Männer mit in ihr Zimmer.

Alain sah Valeria an.

"Komm, wir haben noch etwas zu besprechen."

Sie folgte ihn in sein Arbeitszimmer und sah noch die Kampfspuren vom Vorabend.

Alles war durcheinander und an den Wänden war die Tapete zum Teil zerschlissen.

Sogar das Portrait von ihr, das sie ihm damals zum ersten Hochzeitstag geschenkt hatte.

"Geht es dir besser?", wollte die Blondine wissen, als sie sich umsah.

"Es geht schon wieder. Du weißt ja, ich bin nicht so leicht zu brechen." Er lachte leise, doch dann nahm er ihre Hände.

"Valeria ..."  Sie sah ihn an.

"Ich kann es nicht ertragen, dass du so kalt zu mir bist ... Und bevor ich dich verliere ..."

Er sah ihr tief in die Augen. "Was immer du willst: Du sollst es haben."

Die Blondine sah ihn verwundert an. "Du meinst ..."

Alain nickte und legte seine Stirn vorsichtig an ihre.

"Du hast recht ... Ich habe das Ziel aus den Augen verloren und weitergemacht, wie gewohnt ... Dabei wollte ich so vieles ändern ..."

Valeria schloss die Augen. "Ich möchte dir helfen. Unserem Volk. Doch das kann ich nur, wenn wir uns nicht immer wieder im Kreis drehen. Ich werde helfen aber auf meine Art. Und Giselle und Russeau gehören zu uns, nicht zum Hausvorstand."

"Sie wird uns nicht mehr im Weg stehen. Versprochen."

"Danke", raunte sie.

Er küsste sie liebevoll.

"Der Clan macht Jagd auf Lestat. Er war bei der Revolte mit dabei und wollte unsere Kinder töten, wenn ich nicht kooperiert hätte ..."

Alain knurrte. "Sie sollen ihn töten."

"Nein, er wird in den Palast gebracht und dann wird er seine gerechte Strafe erhalten."

Er sah sie an.

"Jako hat ihn schwer verletzt und als ich mich erinnert habe, dass er noch da war, wollte ich es zu Ende bringen, doch er hat sich bereits gerettet."

"Weit kann er noch nicht gekommen sein", wandte der Schwarzhaarige ein.

Valeria küsste ihn liebevoll. "Wenn sich alles beruhigt hat, werden wir die Kinder auf einen Ausflug mitnehmen und das nachholen, was wir so lange versäumt haben."

Alain nickte. "In Ordnung."

Die Kaiserin lief die Tage erhobenen Hauptes am Hausvorstand vorbei, mit dem siegessicheren Lächeln im Gesicht, dass sie diesen Kampf gewonnen hatte.

Der Hausvorstand war außer sich, doch wollte sich nicht geschlagen geben.

Heimlich traf sie sich mit dem Pastor, ihrem engsten Berater und einem vertrauten Strategen.

"Meine Herren: Wir haben ein Problem. Unser Kaiser wird von seiner Frau zusehends manipuliert. Wenn das alles so weitergeht, wie sie sich das vorstellt, geht diese Monarchie endgültig vor die Hunde. Ich brauche Vorschläge."

Sie beratschlagten sich, doch dann hatte einer eine Idee.

"Feuer muss man mit Feuer bekämpfen - und eine Frau mit einer Frau."

Der Hausvorstand schien zu verstehen, worauf er hinaus wollte.

"Überlassen sie das mir, Hausvorstand. Ich werde etwas arrangieren", grinste der Stratege.

Der Priester räusperte sich. "Vom moralischen Standpunkt aus muss ich heftig protestieren!", wandte er ein.

Die drei sahen ihn an. "Aber ... vom politischen halte ich ihn für ausgezeichnet."

Der Hausvorstand nickte. "Dann sind wir uns alle einig. Sie werden dem Kaiser eine Schönheit besorgen, dass er auf andere Gedanken kommt."

"Keine Sorge, ich werde sie persönlich aussuchen", grinste er und verschwand.

Wochen später hatten sie ihren Plan in die Tat umgesetzt, doch es schien nicht zu funktionieren.

Alain hatte mit ihr geschlafen, jedoch hatte er sein Wort nicht gebrochen.

Valeria ahnte von der Affäre nichts und machte ihre abendlichen Übungen, als ihr plötzlich schwarz vor Augen wurde und sie sich nicht mehr an den Ringen halten konnte. Sie fiel zu Boden.

"Majestät! Hilfe! Ein Arzt! Schnell, ein Arzt!", rief die Hofdame, als sie die Kaiserin so auf dem Boden vorfand.

Sofort eilten einige Diener herbei.

"Holen sie den Arzt! Er ist bei der Erzherzogin! Und sie helfen mir, die Kaiserin hinzulegen!", kommandierte sie eine weitere Zofe, die mit ihr die Blondine auf die Couch in der Nähe legte.

Doch in diesem Moment kam sie wieder zu sich.

"Gott sei Dank! Sie ist wieder bei sich! Haben sie Schmerzen, Majestät?"

Geschwächt sah sie sie an und schüttelte den Kopf. "Nein, es geht schon wieder."

Doch der Arzt war bereits in der Tür. "Was ist passiert?"

Die Hofdame eilte zu ihm. "Sie lag unter den Ringen, ohnmächtig! Es muss ihr schwindelig geworden sein!"

Sie sah zur Kaiserin. "Kein Wunder! Sie trinkt ja kaum!"

Er sah sie ernst an. "Lassen sie uns allein."

Der Arzt untersuchte sie, doch Valeria wehrte ab.

"Es geht mir schon besser", erwiderte sie.

Er fühlte ihren Puls und bemerkte, dass ihre Stirn förmlich glühte.

"Sie haben Fieber, Majestät und sie sind bleicher als gewöhnlich."

Die Blondine sah ihn an. "Und was bedeutet das?"

"Sie haben sich infiziert, Majestät. Nicht lebensgefährlich aber unangenehm. Das, was man eine französische Krankheit nennt."

Valeria wurde bei seinen Worten hellhörig.

"Das ist nicht wahr! Was fällt ihnen ein!? Was sie da sagen, ist ganz unmöglich! Mein Mann ist mir treu!"

"Mit Verlaub, Majestät, die Krankheit kommt nicht einfach von irgendwoher."

Die Kaiserin fühlte sich, als würde sie in einen tiefen Abgrund fallen.

"Dieses Schwein!"

Sie wollte zu ihm stürmen, taumelte aber.

"Ich gebe ihnen Medikamente zur Linderung. Vielleicht können wir es ja noch aufhalten, bevor es sich weiter ausbreitet", beschwichtigte er.

Alain stürmte zum Hausvorstand ins Zimmer.

"Frau Maman, sie sind zu weit gegangen!", zischte er.

Sie sah ihn ernst an. "Ich weiß nicht, wovon du redest."

"Sie haben mir eine fremde Frau untergejubelt! Wollen sie meine Ehe denn gänzlich ruinieren!?"

"Lachhaft", stritt sie es ab.

"Hören sie auf mit den Intrigen!", fuhr er sie an.

"Valeria denkt an das Wohl unseres Volkes und möchte genauso wie ich, dass das Volk glücklich ist und eine moderne Führung erhält! Nur ihnen ist das ein Dorn im Auge, weil sie das Altbewährte für richtig halten!"

Der Hausvorstand funkelte ihn böse an.

"Merkst du nicht, wie sie mit dir spielt? Sie hat mich herausgefordert und ich sage dir, sie wird den Palast verlassen und zwar endgültig! Da muss ich nichts tun, weil sie die Freiheit sucht!"

"Schluss damit!" Er stand nah vor ihr und funkelte sie ebenfalls böse an.

"Ich habe bis jetzt immer auf sie gehört und es hat mir nichts als Ärger eingebracht! Aber diesmal lasse ich mein Glück nicht zerstören! Ich halte zu ihr, was immer sie auch tut! Sie werden als Hausvorstand abdanken und endlich Arnaud zum neuen Hausvorstand erklären! Ansonsten werden sie den Palast verlassen!"

Mit diesen Worten verließ er das Zimmer und ließ den Hausvorstand sprachlos zurück. Es tat ihr weh, das von ihrem Sohn zu hören.

Valeria stürmte auf Alain zu, als sie ihn sah.

"Valeria, ich kann das erklären-"

Sie holte aus und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige, die einen roten Abdruck hinterließ.

Er hielt sich die Wange. "Hör mir doch bitte zu! Es ist nicht so, wie es aussah!"

Ihre Augen füllten sich vor Wut mit Tränen.

"ES IST NICHT SO, WIE ES AUSSAH!? WAS WAR ES DANN!? DU HAST MICH MIT EINER ANDEREN BETROGEN!", brüllte sie ihn an.

"Meine Mutter hat sie in mein Bett geschmuggelt!"

"Natürlich!", schnaubte sie.

"Bitte glaub mir doch!" Er nahm ihre Hand in seine und sah sie verletzt an.

"Wieso sollte ich dir in irgendeiner Weise wehtun oder schaden wollen?"

Die Blondine schnaufte immer noch, entzog sich seinem Griff und stemmte die Hände an die Hüften.

"Wenn dem so ist, wird sie das büßen!"

Alain schüttelte den Kopf.

"Sie wird ihres Amtes enthoben und dein Vater wird der neue Hausvorstand. Das war meine Bedingung, wenn sie noch im Palast bleiben will."

Die Kaiserin seufzte. "Nun ist es passiert ... Ich habe die Folgen davongetragen und werde wohl für eine Weile fortgehen müssen, meinte der Arzt. Er hat mir Seeluft verschrieben."

Er sah sie an. "Du siehst auch nicht sonderlich gut aus ..."

Valeria sah ihn an. "Vielleicht ist es besser so, dass ich eine Zeit lang weg bin. Dann kann sich alles wieder beruhigen ..."

Alain nickte und seufzte. "Manchmal glaube ich unser Leben ist verflucht ..."

Sie schüttelte den Kopf. "Nein, wir hatten nur die falschen Leute um uns herum ..."

"Wann brichst du auf?"

"Nächste Woche."

Er nahm sie in den Arm. "Du wirst mir jetzt schon fehlen, mein Engel."