LNCrawler

Kapitel

Forbidden Blood — www.fanfiktion.de · All chapters

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Die nächste Nacht brach herein und Lestat streckte sich, als er sich aufgesetzt hatte. Für einen Moment musste er überlegen, wo er war, bis alles nochmal vor seinem geistigen Auge revue passierte. Valeria war mit ihm weggelaufen und ihr Vater hatte sie dabei unterstützt.

Sie wurden von ihrem Clan verfolgt und hatten sich auf dem Bauernhof niedergelassen, um bis zur nächsten Nacht zu schlafen. Sein Blick fiel auf das Bett neben sich, wo die Blondine friedlich schlief.

Waren Tagwandler wie Menschen nur mit anderen Bedürfnissen? Denn sie sah aus wie ein normaler Mensch, der seelenruhig schlief. Er konnte nicht umher, ihre Schönheit zu bewundern. Die fast schon weiße Porzellanhaut, ihr langes, blondes Haar und ihre zarten Züge. Vielleicht hatte er Glück und er konnte etwas mit ihr aufbauen. Vielleicht sogar dafür sorgen, dass auch seinesgleichen von der Gesellschaft akzeptiert wurde. Langsam öffnete sie ihre Augen und hob den Kopf. Sie gähnte.

"Wie habt ihr geschlafen?", wollte er wissen.

"Überraschend gut", erwiderte sie gähnend und streckte sich.

"Wir sollten uns stärken und dann weiterreiten, ehe euer Clan uns weiter verfolgt", schlug er vor.

Da fiel ihm eine Sache ein: Wie kamen sie überhaupt an Blut?

"Ihr müsst mit Sicherheit auch jede Nacht euren Durst stillen. Aber ihr bevorzugt Tierblut, wenn ich das richtig vernommen habe. Wie habt ihr das geschafft?"

"Der Gedanke, Blut von einem Menschen trinken zu müssen, hat mich schon immer angewidert. Es fing als kleines Experiment mit einer Ratte an und eines Tages hatte ich die verschiedensten Tiere gejagt", erwiderte sie achselzuckend.

Lestats Gesicht verzog sich bei dem Gedanken, eine Ratte aussaugen zu müssen. Vielleicht wollte sie auch einfach keine Mörderin sein, zumindest nicht, was Menschen anging.

"Aber vielleicht schaffe ich es, eines Tages etwas zu erfinden, das dieses Problem auch beseitigt und es so weniger Streitigkeiten zwischen den Vampiren und den Menschen gibt", meinte sie, zog ihre Knie nah an ihren Körper und sah nachdenklich aus dem Fenster.

"Ich habe die Stadt nur verlassen, wenn wir auf Bällen waren ... Oder bei potenziellen Ehemännern ... Vielleicht gibt es hier in der Nähe eine Schafherde oder einen weiteren Wald, wo wir auf Tiere stoßen könnten."

Lestat sah sie an. "Habt ihr noch andere Fähigkeiten außer die geschärften Sinne?"

"Jeder reinblütige Vampir hat sie. Glaube ich zumindest. Bis jetzt seid ihr der einzige Verwandelte, dem ich je begegnet bin. Sie wagen sich nicht in unsere Nähe und falls doch, werden sie meistens getötet."

Er schluckte. "Dann bin ich ja froh, dass ihr mich nicht getötet habt."

Gerade wollten sie das Haus verlassen, da vernahmen sie Schatten an den Fenstern.

Die beiden duckten sich sofort. Dem Aussehen nach mussten es die Mitglieder des Clans sein.

Wenn sie sie entdeckten, waren sie geliefert. Doch was, wenn sie das Pferd als ihres identifizierten?

Wortlos winkte er sie zu sich, als er sich von ihr entfernte. Er wollte einen Weg zum Stall suchen, ohne dass sie gesehen wurden.

"Sie müssen weitergezogen sein."

"Bist du sicher? Weit können sie ja nicht gekommen sein."

"Schauen wir mal in den Stall. Das Haus scheint leer zu sein."

Verdammt! Das durfte doch nicht wahr sein! Lestat sah einen Korb mit Kartoffeln, der vom Mondlicht angestrahlt wurde und nahm eine heraus. Er zielte und warf sie aus dem Fenster. Der Aufprall machte sie hellhörig. "Was war das?"

Der Blondschopf nahm eine weitere und zielte damit auf eines der Pferde, das in der Nähe stand.

Das Pferd bäumte sich erschrocken auf und rannte sofort los und dessen Besitzer schreiend hinterher.

"Das ist unsere Chance!", raunte Lestat und schlich mit Valeria weiter zu den Ställen, wo er sie geschwind aufs Pferd setzte und mit ihr davongaloppierte.

Einer von ihnen hatte sie jedoch gesehen.

"Da sind sie!", brüllte er, doch die anderen waren damit beschäftigt, dem Mitglied hinterherzulaufen, das sein Pferd einfangen wollte. Er knurrte und ritt auf seinem Rappen hinterher.

"Das darf doch nicht wahr sein!", zischte Lestat und gab die Sporen. Das Pferd nahm an Geschwindigkeit auf und er dachte angestrengt nach, wie er ihn abhängen konnte. Auf jeden Fall wollte er seine alte Heimat ansteuern.

"Er kommt näher", raunte Valeria und hielt sich gut fest. Diesmal hatten sie keine Möglichkeit, ihn auszutricksen.

Das Mitglied packte seine Armbrust aus, zielte und schoss dem Pferd gezielt ins Bein.

Valerias Pferd wieherte vor Schmerz und fiel und mit ihm Lestat und Valeria.

Die beiden konnten sich noch retten, ehe das Pferd sie zerquetschte.

"Na also. Endstation, ihr beiden", meinte die Person und stieg von ihrem Pferd ab.

Die Schritte seiner Stiefel schmatzten im Matsch und er sah die beiden an.

"Ich würde dir raten, die Prinzessin freiwillig rauszurücken, dann wird dein Tod auch schnell und schmerzlos sein."

Die beiden sahen einander an. Anscheinend hatte ihr Vater erzählt, dass sie entführt wurde, damit sie nicht bestraft wurde.

Lestat wollte sich jedoch nicht geschlagen geben. Er stand auf und wollte sich auf das Mitglied stürzen, welches aber den Arm hob.

Der Blondschopf rang nach Luft und hielt seinen Hals, während er vom Boden abhob.

Mit der anderen Hand winkte er Valeria zu sich.

Die Blondine wusste, dass sie jetzt nicht angreifen durfte, denn sonst würde sie sich verraten. Stattdessen stand sie an seiner Seite.

"Du hast mein Pferd angeschossen!", zischte sie leise.

"Ich musste es tun."

"Dann bring es wenigstens zu Ende!"

Er seufzte und ließ von Lestat ab, ehe er zum Pferd lief, mit seiner Armbrust auf den Kopf des Pferdes zielte und schoss.

Als er sich jedoch umdrehte, warf der Blondschopf ihm Dreck ins Gesicht, schnappte Valeria am Arm und rannte mit ihr zum Rappen, auf den er sie hievte und mit ihr davonritt. Das Mitglied schrie kurz vor Wut auf, wollte aber nicht auf sein eigenes Pferd zielen.

Während sie davonritten, spürte Lestat eine warme Flüssigkeit in seinem Nacken. Valeria weinte leise.

Doch er wollte jetzt nicht zurückschauen und jagte mit dem Rappen durch die Nacht. Erst als sie im nächsten Ort ankamen, hielten sie an und er half ihr runter.

"Es tut mir leid um euer Pferd", beteuerte er.

"Sein eigenes hat er natürlich nicht getötet, der Bastard!", schniefte sie und wischte sich die Tränen weg.

Lestat sah sich um. Sie waren anscheinend in einem kleinen Dorf angekommen.

In einem Wirtshaus brannte noch Licht. Man sah Silhouetten in den hell beleuchteten Fenstern und hörte Gelächter. Es stank fürchterlich nach Alkohol.

"Gehen wir dort rein. Mein Durst ist unerträglich", gestand Lestat. "Vielleicht kriegen wir hier sogar ein Zimmer."

Valeria führte den Rappen zur Tränke und streichelte sanft seinen Hals. Selbst wenn es nicht ihr Pferd war, war sie doch sanft zu ihm.

Tatsächlich ließ sich der Wirt erweichen und der Blondschopf fragte nach einem Weinkeller.

"Natürlich haben wir einen Weinkeller, Herr. Den feinsten, den diese Gegend zu bieten hat", bestätigte der Wirt nickend.

Er legte ein paar Goldmünzen auf den Tresen.

"Ich möchte den Weinkeller zusätzlich zum Zimmer mieten, mit der Voraussetzung, dass niemand bis zum Abend den Weinkeller betritt außer uns."

Der Wirt war verwirrt, bei dem Anblick der Münzen sagte er ihnen jedoch zu.

Die beiden saßen an einem Tisch und bestellten sich jeweils einen Rotwein, um nicht aufzufallen.

Valeria roch am Glas und schien fasziniert.

"Langsam. Rotwein ist mit Vorsicht zu genießen", meinte er zu ihr.

Die Blondine hob das Glas und bewunderte die rote Farbe. Wie Blut nur war es das nicht.

Hatte sie jemals in ihrem Leben schon etwas gegessen oder was anderes getrunken?

Er erkundigte sich, wo die Tiere geschlachtet wurden und schlich mit Valeria raus zum besagten Haus.

Kaum hatten sie einen Eimer mit Blut gefunden, trank sie vorsichtig davon.

Lestat verzog angewidert das Gesicht. "Schmeckt das überhaupt?"

"Versucht es doch", erwiderte sie nur und hielt ihm den Eimer hin.

Vorsichtig nippte er daran und musste feststellen, dass es so ähnlich schmeckte wie damals, als ihm ein blutiges Stück Fleisch serviert wurde. "Damit kann ich tatsächlich leben", gab er zu.

"Jedenfalls heute Nacht."

Danach mischten sie sich unter die Gäste und unterhielten sich mit ihnen. Sie gaben sich als Geschwister aus, die auf der Durchreise waren. "Und warum der Weinkeller?", wollte einer von ihnen wissen.

"Ich schlafe sehr gerne kühl. Meine Schwester ist da sehr empfindlich. Für sie kann es kaum wärmer sein."

Einer von ihnen grinste. "Sie kann gerne in mein Bett kriechen."

Doch sein Grinsen verging ihm, als er Lestats bösen Blick kassierte.

Valeria nippte am Wein und fing an, zu husten. Sie verzog das Gesicht.

"Ich sagte dir doch, dass du langsam machen sollst", erwiderte er und klopfte ihr auf den Rücken.

"Bah ... wie kann man nur sowas trinken?", gab sie angewidert von sich.

"Sie ist noch jung", meinte der Blondschopf zu den anderen, die daraufhin lachten.

Doch auch wenn ihr der Wein nicht zusagte, bestand sie doch drauf, das Glas leerzutrinken.

Es schüttelte sie. "Aber sie gibt sich nicht geschlagen", bemerkte ein anderer grinsend.

"Sie war schon immer stur", erwiderte Lestat schmunzelnd.

"Das sagt genau der richtige", gluckste die Blondine. Es war fast, als sei sie mit ihrem richtigen Bruder unterwegs.

Diese Nacht schien so, als wäre sie doch noch ausgelassen. Sie lachten, tanzten und waren guter Dinge.

In der nächsten Nacht ritten sie weiter. Doch wussten sie nicht, dass der Clan nicht weit entfernt war.

Eine Stunde nach ihrem Aufbruch kreuzten sie im Dorf auf und fragten nach den beiden.

Der eine ballte seine Hand zur Faust. "Dafür werden sie bezahlen, dass sie mein Pferd gestohlen haben", knurrte er.

"Sollten wir nicht zurückkehren? Der Hausvorstand erwartet einen Bericht", wandte einer von ihnen ein.

"Geduld. Nur Geduld. Wir sollen uns nach einer Woche melden und so weit sind wir noch nicht", erwiderte er.

"Dieser Verwandelte stellt wenigstens eine Herausforderung für mich dar. Endlich nicht nur ein Haufen Staub, den man einfach zertritt."

Sie waren tagelang unterwegs, überfielen hin und wieder Menschen oder rissen ein Schaf oder eine Ziege von der Herde und zogen dann weiter. Eines Nachts saßen sie auf dem Dach einer Stadt und genossen die Aussicht.

"Je weiter wir reisen, umso schwieriger wird es für euren Clan sein, uns zu verfolgen", meinte Lestat.

"Aber sie werden nicht aufgeben", erwiderte Valeria und sah ihn an.

"Ein Coin kämpft bis zum Schluss. Bis zum letzten Herzschlag."

Er seufzte. "Nicht einmal im Ausland?"

"Wir könnten in der alten Heimat meiner Mutter um Asyl bitten. Das ist in Spanien. Aber es könnte dazu führen, dass ein Krieg ausgelöst wird."

"Das wäre alles andere als wünschenswert ..."

"Ihr seid also auch in Frankreich aufgewachsen. Wo genau?", wollte sie wissen.

"Auvergne. Wir hatten ein eigenes Anwesen, eine Plantage und Bedienstete. Ich bin damals von zu Hause fortgelaufen wegen meines Vaters."

Er wirkte nachdenklich. "Aber vielleicht können wir bei Nacht das Anwesen besuchen."

"Das wäre schön ..." Sie sah zu ihm und lächelte leicht.

Lestat erwiderte dieses Lächeln. "Habt ihr nur dieses alte Haus, in dem ihr wohnt?"

Valeria nickte. "Und unsere Bediensteten. Aber die arbeiten tagsüber bis auf eine kleine Anzahl."

"Und dieser komische Vogel?"

"Jaque? Er ist ein Ghul. Er schläft nie."

"Verstehe ... Aber warum ein Ghul?"

"Er ist immer einsatzbereit. Jaque hat aber auch ein sehr wachsames Auge. Ihm entgeht nichts."

"Das habe ich bemerkt", gluckste er. "Er wird der Liebling des Hausvorstands sein."

Sie schmunzelte. "So ist es."

Dann aber sah der Blondschopf ihr in die Augen.

"Könntet ihr euch ein Leben mit mir vorstellen?"

Sie sah ihn verwundert an. "Tun wir das nicht bereits?"

"Schon, aber ich meine ... Als meine Frau ... Dass wir uns irgendwo niederlassen ..."

"Der letzte Teil wird schwer werden. Unser Clan ist überall ..."

Er merkte, dass sie seine Frage nicht richtig beantwortet hatte.

Ihr fiel es auf, dass er es bemerkt hatte und ergänzte: "Ich kann euch nichts versprechen, Lestat. Entweder es entwickelt sich etwas oder nicht. Bis jetzt sind wir beide nur auf der Flucht."

Das traf ihn, doch er akzeptierte es vorerst. Es war zumindest kein nein.

Nach einer Woche erreichten sie Lestats Anwesen und schlichen sich auf das Gelände.

Valeria war begeistert von den Reben, zumindest bis sie einen Schritt in die Luft machte und den Berg runterrutschte.

Lestat rannte ihr besorgt hinterher, purzelte jedoch wenig später selbst nach unten.

Unten angekommen landete er unvorteilhaft auf ihr und sah sie an, während sie ihn mit großen Augen ansah.

Bevor sie etwas tun oder sagen konnte, stand er auf, klopfte sich den Staub von den Kleidern und half ihr auf.

"Ich glaube wir sollten uns neue Kleider zulegen. So schmutzig, wie wir sind, werden sie uns für Bauern halten", meinte Lestat.

Sie suchten einen Schneider auf. Valeria stand vor all den Stoffen, die im Regal lagen und er drehte sich zu ihr um.

"Sucht euch aus, was euch gefällt." Die Blondine drehte sich verwundert zu ihm, als wollte sie fragen, ob er es ernst meinte.

Lestat nickte und sie freute sich wie ein Kind. Sie entschied sich für dunkelblauen Samt, ebenso wie Lestat.

"Morgen Nacht holen wir die Kleider ab", kündigte er an und verließ mit ihr das Geschäft.

"Es ist sehr schön hier", raunte sie und sah sich neugierig um, während sie durch die Stadt gingen. Es war still und leer bis auf ein paar Frauen, die sich etwas dazuverdienten.

"Ihr wollt euch das sicher entgehen lassen?", hakte er nach. Sie verzog das Gesicht.

"Ich verzichte." Während er mit einer der Damen davonzog, fiel ihr Blick auf eine Schafherde. Eins würde ja nicht auffallen. Doch als sie auf der Wiese war und ihre Zähne in den Hals eines Schafs vergrub, hörte sie eine Frau laut aufschreien.

Lestat konnte sie gerade noch aufhalten, bevor sie davonlief und brach ihr das Genick.

"Was für eine Verschwendung", murmelte er und sah dann Valeria inmitten der Schafherde. Es sah ulkig aus und er kniete neben ihr, als sie das Schaf losließ und sanft zu Boden legte. Sie wischte sich das Blut vom Mund.

In den Fenstern der Häuser gingen immer mehr Lichter an, sodass sie davonliefen.

Unbewusst hatte Lestat ihre Hand genommen und zog sie mit sich zu einem Gutshof in der Nähe.

Weit genug weg, um sich in Sicherheit zu bringen.

"Was ist denn passiert?", wollte Valeria wissen.

"Sie war schneller, als ich dachte", gestand er und sah sich um.

"Ich musste sie töten."

Er sah sie an. "Trinkt ihr deswegen kein Menschenblut? Weil es einfacher ist, ein Tier zu töten?"

Sie schüttelte den Kopf. "Wenn es nach mir ginge, würde niemand sterben."

Dann sah sie zum Horizont. "Wir brauchen immer noch eine Bleibe, zumindest ihr ..."

"Ich kenne einen Geheimgang, da können wir rein. Mein Zimmer wird noch unberührt sein und selbst, wenn ich dort auftauche, wird niemand Fragen stellen."

Gesagt, getan. Die beiden schlichen sich durch den Geheimgang ins Anwesen und tatsächlich befanden sie sich wenig später in seinem Zimmer. Neugierig sah sich die Blondine um. Es unterschied sich nicht sonderlich von ihren, bis auf den Unterschied, dass er hochwertige Möbel hatte.

Lestat beobachtete sie dabei. Es musste für sie wahrer Luxus sein.

"Ihr könnt in meinem Bett schlafen."

Sie sah ihn verwundert an. "Und ihr?"

"Ich werde mir in unserer Familiengruft einen Platz zum Schlafen suchen."

Die Blondine hob eine Braue. "Ich glaube nicht, dass eure Bediensteten es toll finden würden, wenn sie eine fremde Frau in eurem Bett finden würden."

"Dann schlafen wir beide in der Gruft."

Er führte sie runter in ein Mausoleum. Valeria war nicht sonderlich erfreut darüber, doch es war ihre einzige Möglichkeit, ohne entdeckt zu werden.

Lestat öffnete einen großen Steinsarkophag, der leer war. Sie sah ihn verwundert an.

"Wieso ist der leer?"

"Da wird eines Tages mein Vater bestattet. Aber er ist groß genug für zwei."

Der Blondschopf hielt ihr seine Hand hin.

Sie war nicht besonders angetan, jedoch stieg sie mit ihm in den Sarkophag und Lestat schloss den Deckel.

Es war seltsam für sie, so nah beieinander.

Der Blondschopf jedoch bedauerte nur, dass er sie in der Dunkelheit nicht sehen konnte.

Er hörte ihren Herzschlag und spürte ihre Wärme.

Wie gerne hätte er sie berührt.

Doch am liebsten wäre er ebenfalls ein Tagwandler gewesen, so könnte er einfacher mit ihr leben.

Er schloss seine Augen, genauso wie sie.